Initiativantrag: Gipskarstlandschaft Südharz

Die anwesenden Mitglieder des BUND Landesverbandes Thüringen fordern die Landesregierung auf, entsprechend den im Jahr 2009 verabschiedeten Koalitionsvertrag umzusetzen und keine weitere Verritzung (sprich: bergbauliche Aktivitäten) für den Gipsabbau zuzulassen. Dies betrifft nicht nur die Rüdigsdorfer Schweiz, wo es erst vor wenigen Tagen seitens des Thüringer Bergamtes die Feststellung der FFH-Verträglichkeit des unterirdischen Gipsabbaus gegeben hat (Fläche des Bergwerksfeldes 72 ha), sondern auch den gesamten Gipskarstgürtel von der Landesgrenze Niedersachsen bis Sachsen Anhalt.

Des Weiteren erwartet der BUND umgehend Aktivitäten zur Ausweisung des Biosphärenreservates „Karstlandschaft Südharz“, um den lt. Koalitionsvertrag anvisierten Entscheidungsprozess z.B. im Rahmen einer vom Land Thüringen unterstützten Mediation einzuleiten und bis zum Jahr 2012 abzuschließen. Die Tätigkeit der bereits existierenden länderübergreifenden Arbeitsgruppe „Biosphärenreservat Südharz“ sollte auf Initiative des Landes Thüringen unter Federführung des zuständigen Ministers Herr Reinholz umgehend wieder aufgenommen werden.

Begründung:
Das Biosphärenreservat ist wichtig, um u.a. den Wirtschaftsfaktor Tourismus im Südharz mit dem Instrument der „sanften Wirtschaftsentwicklung“ zu unterstützen. Das Land Sachsen-Anhalt hat im Jahr 2010 das Biosphärenreservates Karstlandschaft Südharz ausgewiesen und strebt bis 2012 eine Anerkennung durch die UNESCO an. Insofern sollten die Synergieeffekte genutzt werden, um sich diesem wichtigen Prozess, der die umweltgerecht nachhaltige Entwicklung dieser in Europa einzigartigen Gipskarstlandschaft zielführend befördert, anzuschließen.

Die Gipskarstlandschaft im Südharz erstreckt sich über 3 Bundesländer auf einer Länge von 110 km und einer Breite von 1 bis zu 3 km. Auf Grund der besonderen geologischen Gegebenheiten entstand eine einmalige Vielfalt an Biotoptypen und Pflanzengesellschaften, die eine besonders artenreiche Pflanzen- und Tierwelt beherbergt. Der Mensch hat das Gebiet über Jahrhunderte hinweg nachhaltig genutzt, was eine ganz spezifische Kulturlandschaft zur Folge hat. Der Thüringer Anteil an der Südharzer Gipskarstlandschaft ist besonders reich an bedrohten Pflanzenarten, deren Bestand von einem ausgeglichenen Nebeneinander von Bewirtschaftung und Naturschutz abhängig ist.
Neben dem weltweit einzigen Vorkommen des Gips-Fettkrautes auf Thüringer Gebiet stellen auch mehrere floristische Glazialrelikte eine Eigenart des Gipskarstes dar.
Insofern ist diese über Jahrhunderte vom Menschen geprägte Kulturlandschaft prädestiniert für die Ausweisung eines Biosphärenreservates, wie es das MAB-Komitee (Man and Biosphäre) der UNESCO mit seinem Programm der „Biosphärenreservate“ initiiert hat. Zahlreiche Gutachten belegen dies.

Hier liegt die Chance für einen an der Peripherie des Landes Thüringen gelegenen strukturschwachen Wirtschaftsraum, neue Wege zu beschreiten. Durch die Beförderung regionaler Wirtschaftskreisläufe eröffnet sich die Möglichkeit, auf die bereitstehenden Förderprogramme der EU, des Bundes und des Landes zurück zu greifen und einen neuen Anschub für den regionalen Beschäftigungsmarkt zu geben.









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