Initiativ-Antrag: Rettet den Alten Stolberg, Landkreis Nordhausen!

Bei dem Naturschutzgebiet „Alter Stolberg“ handelt es sich um das größte und hinsichtlich der Biotop- und Artenausstattung auch wertvollste Wald-Naturschutzgebiet in der Gipskarstlandschaft Südharz und in Nordthüringen. Das großflächige Waldgebiet hat infolge seiner morphologischen Vielgestaltigkeit auf engstem Raum und besonderen geografischen Lage, dem Karstinventar wie Gipsfelsen, Schluchtwäldern, Höhlen und Karsttälern einen über Deutschland hinaus bekannten Ruf. Das NSG „Alter Stolberg“ liegt im Europäischen Vogelschutzgebiet „Südharzer Gipskarst“ und ist gleichzeitig als FFH-Gebiet „NSG Alter Stollberg“ gemeldet.

Das Unternehmen Knauf - Gipswerke hat sich angrenzend an das Naturschutzgebiet das Bergrecht auf einer Fläche von 360 ha gesichert. Jetzt strebt die Knauf Gips KG eine sog. „Flächenoptimierung“ an, bei denen es Randflächen des teilweise ausgesteinten Bergwerksfeldes gegen Flächen im NSG und FFH-Gebiet „Alter Stolberg“ tauschen will. Würde dem Antrag des Unternehmens statt gegeben, hätte das zur Folge, dass Flächen, die als NSG bzw. FFH-Gebiet ausgewiesen sind, durch Gipsabbau vollständig vernichtet werden. Im Gegenzug würde das Unternehmen Randflächen des Bergwerkseigentums für den Naturschutz zur Verfügung stellen.

Gegenwärtig wird im Rahmen einer Umweltverträglichkeitsprüfung die Wertigkeit der Tauschflächen sowie die Erheblichkeit des Eingriffs geprüft. Der BUND Kreisverband Nordhausen hat eine ausführliche Stellungnahme zum Umfang der Verträglichkeit erarbeitet und zur Aufsuchung im NSG und der damit verbundenen Befreiung von der NSG-Verordnung keine Zustimmung gegeben.

Die Preisgabe von Flächen in einem NSG und gemeldeten Natura2000-Gebiet zum vollständigen Abbau wäre ein einmaliger Präzedenzfall in Thüringen.

Würde dem Antrag des Unternehmens statt gegeben, birgt das die Gefahr, dass in Zukunft ausgewiesene Schutzgebiete nur noch temporären Bestand haben und in ihrer Abgrenzung kontinuierlich an die Bedürfnisse von Wirtschaftsunternehmen angepasst werden können.
 
Der BUND Kreisverband Nordhausen fordert daher:

  1. Eine Aufweichung von Schutzgebietsstandards durch die Anpassung der Abgrenzung bestehender Schutzgebiete an die Interessen von Wirtschaftsunternehmen wird vom BUND Thüringen grundsätzlich abgelehnt.
  2. Der BUND Thüringen unterstützt den BUND Kreisverband Nordhausen bei dem Verfahren zur Erweiterung von Gipstagebauflächen in das NSG „Alter Stolberg“ der Fa. Knauf – Gipswerke KG mit allen notwendigen Ressourcen für eine gründliche Verfahrensbeteiligung und falls erforderlich einschließlich der Klage.
  3. Wegen der grundsätzlichen Bedeutung des Vorhabens bindet der BUND Thüringen auch den Bundesverband (insbesondere AK Recht und AK Naturschutz) in das Verfahren in geeigneter Weise mit ein.


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Direkt zum Online-Antrag, Foto: eyewire / fotolia.com

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