Eine gepfefferte Stellungnahme hat der Kreisverband Schmalkalden-Meiningen zur geplanten Änderung des Regionalplanes Südwestthüringen verfasst. Dort sollen 12 Hektar Ackerland in der Werra-Aue als Industriegebiet ausgewiesen werden.
Nicht weniger als 14 Gründe führt der BUND ins Feld, die aus seiner Sicht gegen eine Erweiterung der Papierfabrik Wernshausen sprechen. Das geht von K wie Klimawandel, der mehr Hochwassersituationen mit sich bringen wird, bis W wie Weißstorch, der dadurch Nahrungsflächen verlieren würde.
Strittiger Punkt: aus dem sogenannten „ Vorranggebiet Hochwasserschutz“ in der Werra-Aue soll nördlich von Wernshausen auf Drängen der Stadt Schmalkalden lediglich ein „Vorbehaltsgebiet“ werden. Diese Forderung zur Änderung des Regionalplanes hatte nachträglich die Planungsgemeinschaft Südwestthüringen aufgemacht. Während im Vorranggebiet andere Nutzungen nahezu ausgeschlossen sind, glaubt man offenbar, bei einer Abwertung des Gebietes irgendwie noch Baurecht erlangen zu können. Völlig ausgeschlossen, meint der BUND.
„Fakt ist, dass die Ackerflächen nördlich der Papierfabrik im Überschwemmungsgebiet der Werra liegen.“ stellt Thomas Wey vom BUND klar. „Für die Ausweisung eines Industriegebietes von 12 Hektar Fläche ist es andererseits aus unserer Sicht auf jeden Fall notwendig, einen Bebauungsplan aufzustellen. Das aber ist in Überschwemmungsgebieten per Gesetz verboten.“
„Wenn man sich einerseits auf die Agenda schreibt die Hochwassersituation verbessern zu wollen, kann man nicht gleichzeitig 12 wertvolle Hektar aus der Aue raus schnippeln. Da beißt sich was!“ schüttelt er den Kopf.
Kontakt: Thomas Wey, 03693/ 42012