Eigentlich wollte der Runde Tisch zur Werra-Versalzung am 10.11. in Kassel zum letzten Mal tagen und eine abschließende Empfehlung zur Lösung der Probleme verabschieden. Bereits im Vorfeld hatte sich herauskristallisiert, daß es einen breiten Konsens der Teilnehmer (Kommunen, Wasserbehörden, Fischerei- und Umweltverbände) dahingehend gibt, dass nur eine Pipeline vom Kalirevier bis in die Nordsee sowohl die Einleitungen von Salzabwässern in die Werra als auch die Verpressung in den Untergrund beenden kann. Eine andere Lösung hatte keines der zahlreichen wissenschaftlichen und vom Konzern unabhängigen Gutachten aufzeigen können. Einer Verabschiedung dieser Strategie schien nichts mehr im Wege zu stehen.
K+S legte am 10.11. zur Überraschung der Teilnehmer allerdings ein neues, sogenanntes „Integriertes Maßnahmekonzept“ vor. Darin geht das Unternehmen auf die Forderungen des Runden Tisches in keiner Weise ein und brüskierte damit die Teilnehmer. Sowohl die Versenkung als auch die Einleitungen in die Werra sollen im wesentlichen weitergehen. Für eine Pipeline bis zur Nordsee habe das Unternehmen weder die finanziellen Ressourcen (Gewinn 2008: 1,4 Milliarden €!), noch sei dies ökologisch sinnvoll, weil sich bereits bei einer Einleitung in die Weser die Situation wesentlich verbessern würde.
Damit hat sich K+S wieder einmal außerhalb der Gesellschaft gestellt. Wollen wir hoffen, dass es diese Politik nicht mehr lange durchhält! Am 9.2. wird nun der Runde Tisch zur abschließenden Beratung zusammenkommen.
Die neue Thüringer Landesregierung hat inzwischen mehrmals betont, daß sie sich ebenfalls für die Pipeline bis zur Nordsee einsetzt.
Kontakt: Thomas Wey, 03693/ 42012