Fachgespräch mit Percy Schmeiser am 22.04.10

Sehr geehrte Damen und Herren,

der kanadische Farmer und alternative Nobelpreisträger 2007 Percy Schmeiser kommt nach Erfurt. Zusammen mit seiner Frau kämpft er seit Jahren erfolgreich gegen den Gentechnikkonzern Monsanto.

 

Hiermit laden wir Sie herzlich ein zu einem

 

Fachgespräch mit Percy Schmeiser

gemeinsam mit Abgeordneten des Thüringer Landtages, Prof. Dr. Hubert Weiger, Bundesvorsitzender des BUND und Vertretern des Thüringer Bauernverbandes

am Donnerstag, 22. April, um 16:00 Uhr

in den Thüringer Landtag, Raum F 210, Jürgen-Fuchs-Straße 1, 99096 Erfurt

 

 

Am selben Abend hält Percy Schmeiser einen Vortrag zum Thema

Genmanipulierte Nahrung – Fluch oder Segen?

ab 19:00 Uhr in der Fachhochschule Erfurt, Altonaer Straße 25, Haus 5, Raum 5.E.12

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Dr. Burkhard Vogel                              Alexander Seyboth

Landesgeschäftsführer BUND Thüringen                    Geschäftsführer Thüringer Ökoherz

Tel.: 0361/555 03 12 oder 0170/73 19 593    Tel.: 03643/49 63 28 oder 0170/46 18 620

 

 

 

Die Veranstaltung wird unterstützt von der Heinrich-Böll-Stiftung Thüringen Thüringen e.V.

Hintergrund: Schmeisers Großeltern wanderten von Bayern (Rosenheim) nach Kanada aus und ließen sich dort als Landwirte nieder. Percy Schmeiser betreibt auf der geerbten, 600 Hektar großen Farm seit knapp 60 Jahren Landwirtschaft, vor rund 40 Jahren spezialisierte er sich auf die Zucht und den Anbau von Raps und entwickelte Sorten, die speziell an die regionalen Bedingungen angepasst waren. Er war lange Bürgermeister (1966-1983) und auch von 1967-1971 Abgeordneter im Parlament der Provinz.

Im Jahr 1997 wurden auf Schmeisers Land gentechnisch veränderte „Round-up-Ready“-Rapspflanzen des Agrochemie-Konzerns Monsanto gefunden. Die Samen wurden durch den Wind vom Feld eines benachbarten Bauern oder von einem vorbeifahrenden LKW vertragen. Dieser „Round-up-Ready“-Raps hat sich bei Schmeisers auf den Feldern vermehrt, woraufhin Schmeiser im Folgejahr, als erneut GVO-Raps auf seinen nachgewiesen wurde, vom Herstellerkonzern wegen Patenverletzung verklagt wurde. Der Rechtsstreit zog sich über sieben Jahre hin. Die 2004 gefallene höchstrichterliche Entscheidung legte dem Landwirt keine Lizenzzahlungen und keinen Strafschadensersatz auf, da er nicht von den besonderen Eigenschaften der Round-up-resistenten Rapssorte profitiert hatte, hielt aber fest, dass er prinzipiell nicht das Recht hatte, die patentierte Sorte wissentlich anzubauen, nur weil sie zufällig auf seinem Land aufgetaucht war. Während dieser Zeit des Rechtsstreits wurde Schmeiser zunehmend bekannt als Symbolfigur und Sprecher im Kampf unabhängiger Landwirte um ihre Rechte und als Verfechter strenger Regulierungen und Haftungspflichten für den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen. Im Oktober 2000 wurde Schmeiser für seinen Einsatz mit dem Mahatma Gandhi Award geehrt, 2007 wurde dem Ehepaar Percy und Louise Schmeiser der „Alternative Nobelpreis“ verliehen: „...für ihren Mut bei der Verteidigung der Biodiversität und der Rechte der Landwirte und dafür dass sie die Perversität der gegenwärtigen Auslegung der Patent-Gesetzgebung in Bezug auf die Umwelt und die Moral aufzeigen und anprangern.“ - Begründung der Jury

 



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