Erfurt. Der BUND Thüringen kritisiert die Pläne von Landwirtschaftsminister Reinholz zur Bildung einer privaten Landesforstgesellschaft.
„Das ist der Anfang vom Ende des Einheitsforstamtes“, fürchtet Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen.
Durch die Auslagerung von Forstarbeitern des Staatsdienstes in eine Landesgesellschaft werde die Gemeinwohlfunktion des Staatswaldes in Frage gestellt. Im Gegensatz zur staatlichen Forstverwaltung sei ein Wirtschaftsunternehmen, auch wenn es sich im Eigentum des Landes befinde, in erster Linie der Gewinnmaximierung verpflichtet. Daher sei bei Verwirklichung der Ausgliederung des Forstpersonals in eine GmbH zu erwarten, dass die Waldbewirtschaftung intensiviert werde.
„Ähnliche Entwicklungen in Hessen und Bayern zeigen, dass bei der Privatisierung der Forstverwaltung die Naturschutz- und die Erholungsfunktion des Waldes regelmäßig auf der Strecke bleiben“, erklärte Hoffmann. „Die Wälder werden immer stärker ausgebeutet und Wanderwege und Erholungseinrichtungen im Wald nicht mehr gepflegt, weil sie keinen Gewinn bringen.“
Hoffmann verwies außerdem darauf, dass bei der Ausgliederung des staatlichen Forstpersonals in eine Landesgesellschaft ein erheblicher Personalabbau zu erwarten sei. Ein verstärkte Mechanisierung der Holzernte und Rationalisierungsmaßnahmen würden dazu führten, dass Personal frei gesetzt werde. Der Einsatz schwerer Erntetechnik führe zu massiven Bodenschäden und zu Schäden an den Beständen und lasse den Aufbau naturnaher und strukturreicher Waldbestände nicht mehr zu.
„Im Staatswald muss Gemeinwohl vor Gewinn stehen“, forderte Hoffmann. „Deshalb lehnt der BUND Thüringen die Privatisierung staatlicher Forststrukturen ab.“
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