22. Oktober 2001

Thüringer Blockade gescheitert – Bundesrat verabschiedet Verbot der tierquälerischen Legehennen-Käfighaltung ab 2007

Der BUND Thüringen und der Förderverein Thüringer Ökoherz begrüßen die Entscheidung des Bundesrates zum Verbot der Legehennen-Käfighaltung ab dem Jahr 2007 als einen wichtigen Schritt bei der Umgestaltung der Landwirtschaft in Richtung Verbraucherschutz, Umwelt- und Tiergerechtigkeit.

„Verbraucherschutzministerin Künast hat Rückgrat bewiesen und dem Widerstand der Agrarlobby getrotzt,“ erklärt BUND Landesgeschäftsführer Dr. Burkhard Vogel, „ die zahlreichen Versuche, den Gesetzesentwurf zu Lasten der Tiere und der Verbraucher zu verwässern, sind damit gescheitert.“

Thüringen hatte seine Zustimmung von einer Verschiebung des Käfigverbotes und von einer Aufweichung der Haltungskriterien abhängig gemacht. Begründet wurde diese Haltung mit Wettbewerbsnachteilen und der Gefahr von Arbeitsplatzverlusten. Dazu der Geschäftsführer der Thüringer Ökoherz e.V., Dr. Frank Augsten: „Selbstverständlich muss den Betrieben mit langfristigen Kreditverpflichtungen geholfen werden. Dass der Ausstieg aus der tierquälerischen Batteriehaltung jedoch nicht das Aus für die einheimischen Eierproduktion bedeutet, zeigen die Beispiele aus der Schweiz und zahlreiche Studien.“

Der BUND Thüringen und der Thüringer Ökoherz e.V. fordern die Thüringer Landesregierung, besonders Agrarminister Dr. Sklenar auf, die Umstellung der Eiererzeugung in Thüringen auf alternative Verfahren zu unterstützen und die Blockadehaltung gegenüber der von Frau Künast initiierten Neuausrichtung der Agrarpolitik aufzugeben.

11. Oktober 2001

Bau der Talsperre Leibis verursacht Mehrkosten beim Trinkwasser von jährlich 13 Millionen Mark

Erfurt. Das im Auftrag der Landesregierung durch die Firma KIENBAUM erstellte Fachgutachten zur zukünftigen Trinkwasserversorgung in Thüringen kommt zu dem Schluss, das mit dem Bau der Talsperre Leibis die jährlichen Kosten der Rohwasserbereitstellung um 13 Millionen Mark steigen werden. Dies geht aus Unterlagen hervor, die dem BUND Thüringen vorliegen. „Die Ergebnisse des KIENBAUM-Gutachtens bestätigen unsere Befürchtungen. Die Talsperre Leibis ist nicht nur ökologisch sondern auch ökonomisch sinnlos. Nun verstehen wir auch, warum uns die Ergebnisse des Gutachtens bis heute vorenthalten wurden“, so Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen.

Angesichts der hohen Trinkwasserpreise in Thüringen hatte die Landesregierung bei der Firma KIENBAUM ein Gutachten über Effizienz und Struktur der Fernwasserversorgung in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse waren im Frühsommer unter Ausschluss der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Der BUND hat sich vergeblich um Einsicht in das Gutachten bemüht. Aus den nun vorliegenden Unterlagen geht hervor, dass der Trinkwasserbedarf weiter sinken wird, mit dem Bau der Talsperre Leibis aber gleichzeitig die heute schon vorhandene Überkapazität noch gesteigert wird. Dies hätte zur Folge, dass der Rohwasserpreis von heute 32 Pfennigen auf zukünftig bis zu 93 Pfennigen pro Kubikmeter Wasser steigen könnte.

Eine ähnliche Rechnung hatte der BUND Thüringen bereits vor einigen Monaten in seinem Informationsblatt „Teures Nass“ aufgemacht. Der Umweltverband verweist darauf, dass bereits die aktuellen 32 Pfennige pro Kubikmeter Rohwasser einen deutschlandweiten Spitzenwert darstellen. In Sachsen würde der Preis bei knapp 11 Pfennigen, in Oberfranken gar nur bei 5 Pfennigen pro Kubikmeter liegen.

Da die Landesregierung die Subventionierung der Rohwasserbereitstellung zurückfahren will, wird der erhöhte Rohwasserpreis auf jeden Fall einen höheren Wasserpreise nach sich ziehen. „Wir haben hier genau das gleiche Phänomen wie bei den überdimensionierten Kläranlagen. Erst wird auf Teufel komm raus gebaut und anschließend kommt der Katzenjammer über die hohen Betriebskosten, welche die Bürgerinnen und Bürger tragen müssen. Auch aus diesem Grund werden wir weiterhin für einen Stop der Bauarbeiten an der Talsperre Leibis kämpfen“, so Dr. Burkhard Vogel heute in Erfurt.

19. September 2001

Der BUND Landesverband zeigt sich über das Urteil zum Volksbegehren des Thüringer Verfassungsgerichtes sehr enttäuscht

Heute morgen wurde vom Thüringer Verfassungsgericht das „Volksbegehren für Mehr Demokratie“ in Thüringen für unzulässig erklärt.

Stefan Schweßinger, Vertreter des BUND Thüringen, im Trägerkreis des Volksbegehrens, erklärt dazu: „Dieses Urteil ist für den BUND insbesondere in seiner mündlich gegebenen Begründung eine große Enttäuschung. Aus unserer Sicht lehnt das Gericht in allen strittigen Punkten den Gesetzentwurf ab und geht in seiner Begründung noch weit über die Gegenargumente der Gutachten der Landesregierung hinaus. Besonders erschreckend ist für uns der Vorschlag, die Unterschriftensammlung in die Amtsstuben der Behörden zu verlegen. Dies bedeutet statt Hürden für Volksbegehren zu senken, neue Hürden aufzubauen. Gleichzeitig ist dieser Vorschlag eine bittere Niederlage für die, mit ca. 360 000 gültigen Unterschriften, erfolgreiche Straßensammlung zum Volksbegehren Thüringen“.

Stefan Schweßinger sagt weiterhin: „Der BUND hofft trotz des Urteils, dass der in Thüringen durch Mehr Demokratie und dem Bündnis im Trägerkreis  in Gang gesetzte Prozess für eine positive und praktikable Veränderung der Gesetzgebung zu Volksbegehren fortgeführt wird und die CDU-Landesregierung zumindest ihre angebotenen Kompromisse dazu durch Gesetzesinitiativen weiterverfolgt und durchsetzt.“

Schweßinger ist sich sicher, dass der Trägerkreis (einschließlich des BUND) in seiner heutigen Beratung nicht resigniert und den eingeschlagenen Weg für mehr Demokratie in Thüringen gemeinsam konsequent fortsetzen wird.

17. September 2001

BUND legt juristische Mittel gegen Sofortvollzug des Baubeginns der Talsperre Leibis ein

Der BUND Thüringen wird alle zur Verfügung stehenden juristischen Mittel gegen die Umsetzung des heute vom Landesverwaltungsamt genehmigten Sofortvollzuges zum Bau der Talsperre Leibis einsetzen. Der BUND ist der Meinung, dass die Auswirkungen der geplanten Talsperre auf das europäische Schutzgebiet Schwarzatal nach wie vor erheblich sind. Der BUND Thüringen hat hierzu eine fachliche  Stellungnahme in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse in den nächsten Tagen vorliegen wird. Die Studie der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie liegt dem BUND bisher dagegen nicht vor.

Der BUND ist nach wie vor der Meinung, dass durch den Bau der Talsperre wird die Dynamik des Wildflusses Schwarza spürbar reduziert wird. Eine Einschränkung der ökologisch wichtigen Gewässerdynamik hätte erhebliche negative Folgen für europaweit besonders geschützte Biotop “Auwald“, für dessen Erhalt das FFH-Gebiet Schwarzatal ausgewiesen wurde. Der BUND befürchtet, dass durch den Staudamm Geschiebe (Steine, Kiesel) aufgehalten wird, welches im unterhalb liegenden Naturschutzgebiet dann fehlt und zu einer unerwünschten Tiefenerosion führen könnte. „Ein Staudamm wird immer das Geschiebe aufhalten. Egal ob 65.000 oder 45.000 Kubikmeter Wasser entnommen werden: Die Barriere bleibt bestehen“, so BUND-Leibisexperte Wigbert Schorcht.

Nach Meinung von Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen sprechen auch die juristischen Argumente für die Position des BUND Thüringen. So gehe der Planfeststellungsbeschluss von 1998 ebenso von einer Erheblichkeit des Eingriffes aus wie alle bisherigen Gerichtsentscheide in diesem Verfahren. „Wir denken, dass auch bei dem gegenwärtig anstehenden Klageverfahren das Gericht seine Meinung nicht ändern wird.“ Hier sei wohl gleichzeitig auch die Ursache für das plötzliche Vorgehen zu vermuten: „Die Talsperrenverwaltung hat wahrscheinlich Angst vor einem für sie negativen Gerichtsurteil. Deshalb möchte sie jetzt einen Monat vor der Verhandlung vollendete Tatsachen schaffen.“, so Dr. Vogel heute in Erfurt.

Der Landesvorstand des BUND entschied deshalb heute in einer aktuellen Sitzung, alle juristischen Mittel gegen die Umsetzung des Sofortvollzuges einzusetzen.

5. September 2001

Sonnenenergie aus dem Wald - BUND präsentiert Info-Faltblatt zu Holzpellets auf naro.tech-Messe

Erfurt. Der BUND Thüringen präsentiert anlässlich der naro.tech, der Fachmesse für nachwachsende Rohstoffe vom 05. bis 06. September in Erfurt sein aktuelles Info-Faltblatt zum Thema „Holzpellets“. Das Faltblatt bildet den Auftakt zu einem landesweiten Projekt, bei dem der BUND die Aufmerksamkeit von Endverbrauchern und mittelständischen Unternehmen auf den Einsatz von Holzpellets bei der Energieversorgung von Eigenheimen in Thüringen lenken will.
„Im Gegensatz zu Kohle, Erdgas oder Erdöl ist Holz ein nachwachsender und klimafreundlicher Energieträger. Sonnenenergie aus dem Wald in Form von Holzpellets ist ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz und zum Ausbau einer nachhaltigen Energieversorgung in Thüringen“, erklärte Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen.

Laut BUND kann ein Kilogramm Holzpellets den Heizwert von einem halben Liter Erdöl ersetzen. Anders als beim Erdöl oder anderen fossilen Energieträgern werde bei der Verbrennung von Holz aber nur soviel CO2 freigesetzt, wie durch den nach wachsenden Baumbestand wieder gebunden werde. Der Komfort der Holzpellets-Heizungen sei mit dem von Erdöl- oder Gaszentralheizungen vergleichbar. Die Pellets werden über Tankwagen angeliefert, in einen Vorratsraum gepumpt und vollautomatisch zum Brenner transportiert. Für ein Einfamilienhaus reichten 6m3 Pellets pro Heizsaison aus. Durch die computergesteuerte Verbrennung werde ein hoher Wirkungsgrad mit geringer Schadstoffemmission erreicht. Ideal sei der Einsatz von Holzpellets-Heizungen in der Kombination mit anderen regenerativen Energien, wie z.B. Solarkollektoren zur Warmwasserbereitung.

Rohstoff für die Pellets seien Resthölzer, die bei der Waldbewirtschaftung und in den Sägewerken übrig bleiben. Da in Thüringen etwa drei bis viermal soviel Holz im Jahr nachwachse, wie durch die Forstwirtschaft genutzt werde, gehe der Rohstoff für Pellets so leicht nicht aus.

Der BUND sieht im Einsatz von Holzpellets auch Chancen für die regionale Wirtschaft. Durch die Produktion der Pellets, die Anlagenherstellung- und Wartung und den Pelletsverkauf würden neue Arbeitsplätze in der Land- und Forstwirtschaft, im Handwerk, im Dienstleistungsbereich und in der Industrie geschaffen.

Dr. Burkhard Vogel: „Mit unserem Projekt wollen wir den Aufbau regionaler Holznetzwerke initiieren, in denen klein- und mittelständische Unternehmen Hand in Hand mit Forst- und Landwirtschaft arbeiten und dem Endverbraucher einen umweltfreundlichen, nachwachsenden Energieträger aus heimischer Produktion anbieten. Alle Beteiligten aus Industrie, Politik und Land- und Forstwirtschaft sind aufgerufen, sich hieran zu beteiligen und Thüringen einer nachhaltigen Energieversorgung ohne Belastung des Klimas ein Stück näher zu bringen.“

5. September 2001

BUND: Ökosiegel fördert Agrarwende

Erfurt. Der Bund für Umwelt und Naturschutz, Landesverband Thüringen e.V. begrüßt das neue Ökosiegel für Agrarprodukte als wichtiges Instrument zur Förderung der Agrarwende in Deutschland.

Mit der Einführung des neuen Öko-Labels, welches Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast heute in Berlin vorgestellt hat, sei endlich Schluss mit dem Zeichenwirrwarr bei Bio-Produkten. Mehr als 100 Bio-Kennzeichnungen, die den Verbraucher mehr verwirrt als aufgeklärt haben, könnten zugunsten des neuen Ökosiegels vom Markt genommen werden, erklärte Dr. Burkhard Vogel,
Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen.

Vogel: „Der Verbraucher kann jetzt sicher sein, dass überall wo das Bio-Label drauf steht, auch Bio drin ist. Die eindeutige Kennzeichnung ist eine wichtige Voraussetzung für das Vertrauen der Verbraucher in Bio-Produkte und für deren Bereitschaft, Verstärkt umweltgerecht produzierte Lebensmittel zu konsumieren.“

Eindringlich warnte der BUND Thüringen vor dem Zerreden der Qualität des neuen Siegels. Dr. Frank Augsten, Landwirtschaftsexperte des BUND Thüringen: „Abgesehen davon, dass die Kriterien für das neue Siegel vom Handel und von der Mehrzahl der Öko-Anbauverbände vorgegeben wurden, bleibt festzustellen: Bio ist bio, und die geringen Differenzen zwischen dem Niveau auf der Basis der EU-Bio-Verordnung und den etwas strengeren Vorgaben in Deutschland dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass der tatsächliche Unterschied in der Belastung von Mensch und Umwelt immer noch zwischen biologisch und konventionell erzeugten Lebensmitteln besteht.“

Den Handel forderte der BUND Thüringen auf, verstärkt Ökoprodukte anzubieten und hierfür zu werben. Vom Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt erwartet der BUND verstärkt Marketingmaßnahmen, die das neue Ökosiegel im Freistaat schnell bekannt machen. Vogel: „Wie schnell die Agrarwende kommt, wird an der Ladentheke entschieden“.

28. August 2001

BUND fordert mehr finanzielle Anreize für die Umstellung von Betrieben auf ökologischen Landbau

Erfurt. Der BUND Thüringen hat den Freistaat anlässlich der Eröffnung der Thüringer Ökolandbau-Aktionstage aufgefordert, mehr finanzielle Anreize für die Umstellung von Landwirtschaftsbetrieben auf ökologischen Landbau zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig begrüßte der BUND die vom Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt gemeinsam mit dem Förderverein Thüringer Ökoherz e.V. ausgerichteten Aktionstage als wirksames Marketing-Instrument, um die Nachfrage nach ökologisch erzeugten Lebensmitteln beim Verbraucher zu stärken.

BUND Landesgeschäftsführer, Dr. Burkhard Vogel: „Der Landesregierung kommt eine Schlüsselrolle bei der Agrarwende zu: Aufklärung der Verbraucher und finanzielle Förderung der Anbieter ökologisch erzeugter Lebensmittel.“

Nach Ansicht von Vogel zeigt die Landesregierung ein begrüßenswertes Engagement bei der Förderung der Vermarktung ökologisch erzeugter Lebensmittel. Die Mittel hierfür seien deutlich aufgestockt worden. Nach wie vor tue die Landesregierung jedoch für die Erzeuger ökologischer Lebensmittel zu wenig. Die Mittel für die Förderung umstellungswilliger Betriebe bewegten sich nur auf durchschnittlichem Niveau. Vor allem bei der Erzeugung von Biogemüse reichen die Fördermittel zur Umstellung auf Öko-Produktion mit 800,- DM pro ha nicht aus. Beim arbeitsintensiven Gemüseanbau müssten die Fördermittel mindestens verdreifacht werden, um genügend Betriebe in Thüringen zur Umstellung zu bewegen. Andernfalls drohe eine Schwächung der regionalen Wirtschaftskreisläufe, weil bei einer verstärkten Nachfrage nach ökologisch erzeugtem Gemüse kein ausreichendes Angebot aus heimischer Produktion zur Verfügung stehe. Der BUND forderte daher, die Landwirte in Thüringen bei der Umstellung auf den ökologischen Landbau stärker zu unterstützen.

„Das Land kann hier zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: den ökologischen Landbau fördern und die thüringische Landwirtschaft unterstützen“, ist sich Vogel sicher. „Wenn der Freistaat beispielsweise den Umbau von Ställen für die artgerechte Tierhaltung finanziell stärker fördert, steigert das die Konkurrenzfähigkeit einheimischer Biobauern gegenüber der tierquälerischen Massentierhaltung durch ausländische Großinvestoren.“

Vogel forderte Landwirtschaftsminister Sklenar auf, den Neubeginn in der Agrarpolitik im Interesse der Landwirtschaft und der Verbraucher auch in Thüringen auf allen Ebenen zu unterstützen. umwelt- und tiergerechte landwirtschaftliche Produktion und gesunde Nahrungsmittel dürften nicht zum Spielball parteipolitischer Grabenkämpfe werden.

20. August 2001

BUND auf Ökosteuer-Spritspar-Tour - 8 Tipps für 30% weniger Benzinverbrauch

Ab morgen geht der BUND Thüringen in vier Thüringer Städten auf Ökosteuer-Spritspar-Tour. Unter Anleitung eines geschulten Fahrlehrers können die Bürgerinnen und Bürger bei einer 20-minütigen Probefahrt mit einem normalen PKW benzinsparende Fahrweise testen. Die sparsamste Fahrerin bzw. der sparsamste Fahrer gewinnen ein Picknick-Set im Wert von 200 DM.

Wir wollen zeigen, dass sich die Ökosteuer bezahlt macht: für die Umwelt ebenso wie für den eigenen Geldbeutel“, erklärte Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen.
Bei der vom BUND durchgeführten Aktion können interessierte Bürgerinnen und Bürger in kostenlosen Schnupperkursen benzinsparende Fahrweise erlernen. Experten zeigen, wie man bei niedertouriger Fahrweise und einfachen Änderungen im Fahrverhalten in jedem PKW ca. 30 Prozent Kraftstoff einsparen kann. Als prominente Testfahrerin erwartet der BUND zum Start der Aktion in Erfurt am morgigen Dienstag die Bundestagsabgeordnete und parlamentarische Geschäftsführerin von Bündnis 90 / Die Grünen, Katrin Göring-Eckardt. Weitere Stationen der Tour sind Gotha (22.08), Jena (23.08.) und Meiningen (24.08.).

Nach Angaben des BUND ist die ökologische Steuerreform nicht nur Anreiz zum Energiesparen, sondern auch ein Innovationsmotor für die Volkswirtschaft: Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung hat kürzlich in einem Gutachten errechnet, dass durch die Reform bis zu 250.000 Arbeitsplätze geschaffen werden. Da die Ökosteuern zur Senkung der Rentenversicherungsbeiträge eingesetzt werden, gewinnt ein Haushalt mit 5000,-DM Bruttomonatseinkommen in diesem Jahr 360,- DM durch die Reform. Aufgrund der hohen Benzinpreise und der ökologischen Steuerreform ist der Verbrauch von Benzin und Diesel im Jahr 2000 erstmals seit Jahren nicht gestiegen, sonder um 2,4 Prozent gesunken. Der BUND setzt sich daher für eine Fortführung der ökologischen Steuerreform über das Jahr 2003 hinaus ein.

Burkhard Vogel: „Der Verkehr ist in Thüringen nach wie vor der Hauptverursacher von klimaschädlichen Treibhausgasen. Deshalb ist die Ökosteuer ein wirksames Instrument für den Klimaschutz.“

1. August 2001

Bio-Sau Berta wieder in Thüringen - BUND startet mit aufblasbarem Riesenschwein und Info-Ständen Aktionstage für Agrarwende

Gotha/Erfurt/Greiz. In Gotha startet der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Landesverband Thüringen e.V. (BUND Thüringen) am 03.08.2001 seine Aktionstage „Bio iss besser“. Mit der 5 Meter großen, aufblasbaren Riesen-Sau Berta informiert der BUND über artgerechte Tierhaltung und umweltfreundliche Landwirtschaft. Die Sau Berta, die bundesweit in über vierzig Städten auf Tournee geht und auch bereits in Meiningen Station gemacht hatte, besucht außer Gotha noch Erfurt (04.08.2001) und Greiz (07.08.2001).

„Mit der Aktion wollen wir die Agrarwende von der Ladentheke her fördern“, erklärte Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. Umfragen hätten gezeigt, dass Verbraucher durchaus bereit seien, mehr Bio-Produkte zu kaufen, wenn sie denn breiter angeboten und besser beworben würden.
In einer aktuellen Marktanalyse zum Bio-Angebot in deutschen Supermärkten hatte der BUND festgestellt, dass die großen Supermarktketten in der Regel weniger als drei Prozent ihres Jahresumsatzes mit Öko-Erzeugnissen erzielen. Bei vielen Nahrungsmitteln gebe es überhaupt keine Öko-Alternative. Die wenigen Bio-Waren seien zudem schwer zu erkennen, würden nicht flächendeckend angeboten und schlecht beworben.

Burkhard Vogel: „Das Ziel der Bundesregierung, den Anteil des ökologischen Landbaus auf 20 Prozent bis zum Jahr 2010 zu steigern, kann auch in Thüringen erreicht werden, wenn Supermärkte und Lebensmittelhandelsketten deutlich mehr Bioprodukte anbieten als heute.“ Die gerade in Thüringen verbreitete Ladenkette tegut zeige, dass dies möglich sei. Mit über 1000 verschiedenen Bio-Angeboten habe diese Kette im letzten Jahr 130 Millionen Mark umgesetzt. Das seien bereits sieben Prozent vom Gesamtumsatz und er solle weiter zunehmen. Wenn die Supermärkte mindestens eine deutlich beworbene Bio-Variante für jedes Grundnahrungsmittel anböten, würde sich auch die Landwirtschaft auf diesen neuen Absatzmarkt einstellen.

„Die Perspektive der Thüringer Landwirtschaft liegt nicht in Schweinemastanlagen und Legebatterien, sondern im Ökologischen Landbau“, ist sich Vogel sicher.

20. Juli 2001

Verbraucher werden sich nicht mit Halbwahrheiten zufrieden geben

Erfurt. BSE und MKS haben die Landwirtschaft in Misskredit gebracht – nun wollen der Thüringer Bauernverband und das Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt verlorengegangenes Vertrauen zurückgewinnen. Am 21.07.01 laden sie zum Thüringer Ernährungstag auf den Erfurter Domplatz ein.

Der BUND Thüringen begrüßt die Initiative des Thüringer Bauernverbandes, gemeinsam mit dem Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt und anderen berufsständischen Organisationen in Erfurt einen Thüringer Ernährungstag zu veranstalten.

„Angesichts der Entfremdung der meisten Verbraucherinnen und Verbraucher von der Erzeugung und Verarbeitung von Lebensmitteln sind alle Formen der Aufklärung in diesem Bereich zu unterstützen“ erklärt dazu Dr. Burkhard Vogel, Geschäftsführer des BUND Thüringen. „Denn eine höhere Sensibilität gegenüber dem, was wir essen und trinken, ist dringend geboten. Und diese ist nur über das Wissen, wie unsere Nahrungsmittel entstehen und welche Auswirkungen sie auf die Umwelt und die menschlichen Gesundheit haben, zu erreichen.“

Starke Kritik übt der BUND daran, dass BSE und MKS beim Thüringer Bauernverband nicht nachhaltig genug gewirkt zu haben scheinen. So wird der TBV-Präsident Kliem nicht müde, immer wieder zu betonen, dass die von Verbraucherschutzministerin Künast eingeforderte Neuorientierung für den Freistaat kein Thema sei, weil Thüringen in Belangen der Ökologisierung der Landwirtschaft schon in vorderster Front marschiert.

„Wenn es Herr Kliem ehrlich meinen würde mit der schonungslosen Verbraucheraufklärung, dann würde er z.B. nicht immer wieder erzählen, dass der Einsatz von Agrarchemikalien wie Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft seit Jahren zurückgeht.“ kritisiert Vogel die „Aufklärungskampagne des TBV“. „Statt zuzugeben, dass z.B. der Industrieverbandes Agrar hier klare anderslautende Zahlen ausweist, wird der Bevölkerung wie bei BSE eine falsche Sicherheit vorgegaukelt.“

In diesem Sinne fordert der BUND Thüringen vom Thüringer Bauernverband ein klares Bekenntnis zum ökologischen Landbau und die Aufgabe der Blockadehaltung gegen die Künastschen Reformen in der Landwirtschaft.

12. Juli 2001

BUND begrüßt Verzicht der Bahn auf ICE-Strecke Nürnberg-Erfurt-Leipzig im neuen Bundesverkehrswegeplan - Kritik an der Nichtberücksichtigung der Mitte-Deutschland-Bahn

Erfurt. Der BUND Thüringen begrüßt den Verzicht der Bahn AG auf die Anmeldung der 13 Milliarden Mark teuren ICE-Strecke von Nürnberg über Erfurt nach Leipzig. Gleichzeitig kritisiert er, dass in den heute veröffentlichten Projektanmeldungen zum neuen Bundesverkehrswegeplan der Ausbau der Mitte-Deutschland-Bahn zwischen Weimar und Gera nicht berücksichtig ist.

„Offensichtlich hat sich jetzt auch bei der Bahn die Erkenntnis durchgesetzt, dass eine ICE-Strecke durch den Thüringer Wald nicht wirtschaftlich zu betreiben ist“, kommentierte Adrian Johst, Bahnpolitischer Sprecher des BUND Thüringen die heute veröffentliche Liste der Bahnprojekte im künftigen Bundesverkehrswegeplan. Der BUND fordert als Alternative zur milliardenschweren ICE-Trasse die unverzügliche Modernisierung der Strecken Halle/Leipzig bis Erfurt sowie Halle/Leipzig bis Lichtenfels für Geschwindigkeiten von 160-200 km/h. Damit ließe sich die Reisegeschwindigkeit zwischen Berlin / Leipzig und Nürnberg / Frankfurt a. M. auch kurzfristig erheblich verbessern. Gleichzeitig warnte der BUND Bahn und Bundesregierung davor, weitere Invest-Ruinen in die Landschaft zu setzen, nur um das Baurecht auf der Trasse aufrecht zu erhalten.

„Es ist höchste Eisenbahn, dass Bundesregierung, Freistaat und Bahn ihre Tagträume zu diesem Prestigeobjekt endlich begraben und die wirtschaftlich und umweltpolitisch sinnvollen Alternativen verwirklichen“, erklärte Johst.

Enttäuscht zeigte sich der BUND über die Nichtanmeldung der Mitte-Deutschland-Bahn im neuen Bundesverkehrswegeplan. Nach Überzeugung von Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen, habe hier auch die Landesregierung versagt: „Statt dem ICE-Phantom hinterher zu jagen, hätte sich die Landesregierung von Anfang an auf den Ausbau der Bahnstrecke zwischen Weimar und Gera und den Anschluss Ostthüringens an das Fernverkehrsnetz konzentrieren müssen.“

Vogel forderte Wirtschaftsminister Schuster auf, sich bei Bahnchef Mehdorn für eine nachträgliche Aufnahme des zweigleisigen, elektrifizierten Streckenausbaus zwischen Weimar und Gera im neuen Bundesverkehrswegeplan stark zu machen.

23. Juni 2001

BUND kritisiert Vertagung der Entscheidung zum Dosenpfand - Falsches Signal an die Einweglobby

Erfurt. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND), Landesverband Thüringen kritisiert die Entscheidung des Bundesrates, die Abstimmung über die von Umweltminister Trittin vorgelegte Novelle der Verpackungsverordnung zu verschieben. Damit werde der Einweglobby ein falsches Signal gegeben, welches die Einführung des längst überfälligen Dosenpfandes unnötig verzögere.

Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen: „Seit vier Jahren wird die gesetzlich festgeschriebene Mehrwegquote unterschritten. Industrie und Politik hatten genügend Zeit sich auf das Pflichtpfand einzustellen oder umweltverträgliche Alternativen zu entwickeln. Die jetzt von Thüringen gemeinsam mit anderen Bundesländern in die Diskussion gebrachten „Lösungsvorschläge“ sind Scheinalternativen.“

Vogel geht davon aus, dass die von Thüringen und anderen Bundesländern vorgeschlagene Mindestabfüllmenge in Mehrwegverpackungen die Industrie genauso wenig beeindrucke, wie die bisher gültige Mehrwegquote.

„Die Erfahrungen haben gezeigt, dass trotz Mehrwegquote und Zwangspfand der Anteil an Getränken in Dosen und Plaste-Flaschen immer weiter zunimmt. Das Ergebnis kann jeder Bürger in seiner unmittelbaren Umgebung beobachten. Die Landschaft ist übersät mit rostigen Dosen und Plaste-Flaschen. Wenn für jede dieser Dosen und Flaschen ein Pfand von einer Mark zu kassieren ist, wird sich das Erscheinungsbild unserer öffentlichen Plätze und Parks schlagartig ändern.“
Den Freistaat forderte Vogel auf, seinen Beitrag dazu leisten, dass die „ex-und-hopp-Mentalität“ im Getränkebereich eingestellt werde: „Es ist an der Zeit, dass die Landesregierung ihre parteitaktischen Spielchen einstellt und der Novellierung der Verpackungsverordnung mit Pflichtpfand endlich zustimmt.“

22. Juni 2001

BUND fordert Zustimmung zum Dosenpfand - Landesregierung ohne glaubwürdige Alternative

Erfurt. Der BUND fordert die Landesregierung des Freistaates Thüringen auf, in der heutigen Sitzung des Bundesrates die Blockadehaltung gegen ein Dosenpfand aufzugeben. Die vom Freistaat unterstütze Alternative zum Dosenpfand ist nach Ansicht des BUND untauglich, um die Dosenflut einzudämmen.

„Seit 1997 wird die gesetzliche Mehrwegquote unterschritten. Damit ist die Gnadenfrist für Industrie und Handel endgültig abgelaufen“, erklärte Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. Nach Angaben von Vogel haben Industrie und Handel nichts unternommen, um den Anstieg von Einwegverpackungen für Getränke zu verhindern: „Von der Festlegung der Mehrwegquote 1991 bis zum Jahr 2000 hat sich Anteil der Bier-Dose verdoppelt. Karlsberg hat als erste Brauerei im letzten Jahr sogar damit begonnen, Bier in Plaste-Flaschen zu verkaufen.“
„Die Industrie hat sich nicht um die Mehrwegquote geschert und wird sich auch nicht von einer Mindestabfüllmenge beeindrucken lassen, wie sie Thüringen und andere Bundesländer vorschlagen“, erklärte Vogel weiter. „Die Landesregierung bedient mit ihrer ablehnenden Haltung einseitig die Interessen der Einweglobby. Auf der Strecke bleiben der Umweltschutz und die mittelständischen Getränkeunternehmen, welche vom Mehrwegsystem abhängen“.

Vogel forderte alle im Bundesrat abstimmende Politiker auf, ökologisch vorteilhafte Mehrwegverpackungen zu fördern und das Wachstum des Dosenmülls durch ein Dosenpfand zu stoppen.

18. Juni 2001

BUND Thüringen fordert Stopp des Ausverkaufs von Naturschutzflächen

Erfurt. Der BUND Thüringen fordert, den Ausverkauf von Naturschutzflächen in Thüringen sofort einzustellen. Nach Auffassung des BUND dürfen weder die im Eigentum der Bundesregierung befindlichen Flächen im GRÜNEN BAND noch naturschutzfachlich besonders wertvolle ehemalige militärische Übungsflächen, wie die Hohe Schrecke, welche sich im Eigentum des Freistaates Thüringens befinden, meistbietend an Dritte veräußert werden.

„Die Scheinheiligkeit, mit der Bund und Land sich gegenseitig mangelnde Naturschutzverantwortung vorwerfen und gleichzeitig ihre eigenen Flächen meistbietend anpreisen, wird langsam unerträglich“, erklärte Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen.

Über 1.300 km ist das Grüne Band lang, welches sich entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze vom Todesstreifen zur Lebenslinie entwickelt hat. Nach Angaben von Vogel gehören dem Bund im GRÜNEN BAND etwa 50% der Flächen. Nach wie vor weigere sich die Bundesregierung, diese Flächen dem Freistaat unentgeltlich zur Sicherung eines europaweit einmaligen Biotopverbundes zur Verfügung zu stellen. Während Umweltminister Dr. Sklenar die Bundesregierung hierfür anlässlich der gemeinsamen Pressekonferenz der Umweltminister Hessens, Thüringens und Bayerns heute zurecht kritisiere, zeige der Freistaat bei den eigenen Flächen nicht gerade eine besondere Sensibilität für den Naturschutz.

„Thüringen ist das erste Bundesland, welches einen größeren, ehemaligen Truppenübungsplatz mit einer Naturausstattung von nationaler Bedeutung meistbietend zum Verkauf ausschreibt“, erklärte Vogel.

Die Hohe Schrecke gehört zu den ehemaligen militärischen Übungsflächen der sowjetischen Streitkräfte, welche nach der Wende in das Eigentum des Freistaates Thüringen übergegangen sind (WGT-Flächen). Die Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen mbH (LEG) hat den Auftrag, diese Flächen meistbietend zu veräußern.

Nach Einschätzung von Vogel handelt es sich bei diesen Gebieten um naturschutzfachlich besonders wertvolle Kernflächen, die für die Aufrechterhaltung der Biodiversität eine Schlüsselfunktion übernehmen. Dabei ist die Hohe Schrecke ein außergewöhnlich wertvolles Waldgebiet von nationaler Bedeutung. Über Jahrzehnte weitgehend unbeeinflusst von forstlicher Nutzung konnten sich hier urwaldähnliche Bestände mit über zweihundertjährigen Buchen entwickeln. Der BUND befürchtet ebenso wie auch die Anrainer-Kommunen, dass diese einzigartigen Wälder bei der Privatisierung kommerzieller Forstbewirtschaftung zum Opfer fallen.

„Bundesfinanzminister Eichel und Thüringens Finanzminister Trautvetter sind das kurzfristige Stopfen von Haushaltslöchern offensichtlich wichtiger als die langfristige Sicherung des Nationalen Naturerbes. Dass sie dazu auch das Tafelsilber der deutschen Wiedervereinigung verscherbeln, scheint sie nicht weiter zu berühren. Wir fordern die Bundesregierung und den Freistaat Thüringen gleichermaßen auf, sich ihrer Verantwortung für das historisch einmalige Naturerbe bewusst zu werden und es durch freien Verkauf nicht leichtfertig aufs Spiel zu setzen“, erklärte Vogel.

7. Mai 2001

BUND fordert Ausweitung des neuen Bahn-Preissystems auf Verkehrsverbund

Erfurt. Der BUND Thüringen fordert die Einbeziehung von Verkehrsverbünden in das neue Preissystem der Deutschen Bahn AG. Nach Ansicht des BUND wird Bahnfahren im Fernverkehr für einen Großteil der Kunden zwar billiger. Jedoch fehlen nach wie vor attraktive Angebote im öffentlichen Nah- und Regionalverkehr, die ein Umsteigen auf öffentliche Verkehrsträger attraktiv machen.

„Mit dem neuen Bahn-Preissystem wird Bahnfahren insbesondere für Fernfahrer billiger und attraktiver“, bestätigte Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. Nach Ansicht von Vogel schafft das neue Bahn-Preissystem hier mehr Transparenz und Kundenfreundlichkeit. Ausdrücklich positiv bewertet der BUND auch die neuen Bahn-Card Angebote für Familien und die Heraufsetzung der Freifahrtgrenze für Kinder auf vierzehn Jahre in Begleitung von Eltern oder Großeltern. Nach wie vor sieht der BUND jedoch Handlungsbedarf im öffentlichen Regional- und Nahverkehr.

„Neben der Verbesserungen im Fernverkehr brauchen wir auch eine Neugestaltung des Preissystems für den Regional- und Nahverkehr. Hier muss das Land gemeinsam mit den Verkehrsverbünden und der Bahn attraktive und transparente Angebote entwickeln, die auch die Gültigkeit der Bahn-Card im Verkehrsverbund mit einschließt. Langfristig muss es möglich sein, mit derselben Fahrkarte überall in Thüringen am Bahnhof auf Straßenbahn, Taxi, Car-Sharing oder Bus umzusteigen.“, erklärte Vogel.
Das Wirtschaftsministerium forderte Vogel auf, alle Beteiligten an einen Tisch zu holen, um über die Einführung eines landesweiten Verkehrsverbunds für Thüringen zu verhandeln.

28. April 2001

Presseerklärung des BUND Thüringen und des Thüringer Ökoherz e.V. zur Entscheidung von Bundesministerin Renate Künast zu einem einheitlichen Ökosiegel

Erfurt. Künftig wird es für Nahrungsmittel aus ökologischem Landbau ein einheitliches Ökosiegel geben. Darauf verständigten sich gestern in Berlin Vertreter der Landwirtschaft, des Lebensmitteleinzelhandels und der Verbraucherzentralen.

Der BUND Thüringen und der Thüringer Ökoherz e.V. begrüßen die Entscheidung von Verbraucherschutzministerin Renate Künast für die einheitliche Kennzeichnung von Ökoprodukten auch in Deutschland.

„Angesichts der Zeichenwirrwarrs in Deutschland war diese Entscheidung überfällig“, erklärt dazu Dr. Burkhard Vogel, Geschäftsführer des BUND Thüringen, „andere Länder zeigen, dass ein einheitliches Ökosiegel zu einer besseren Markttransparenz und damit auch zu mehr ökologisch bewirtschafteter Fläche führt.“

Dass das Siegel die Produkte auf dem Niveau der EU-Verordnung zum ökologischen Landbau kennzeichnet, entspricht zwar nicht den Vorstellungen der deutschen Ökolandbau-Verbände, die gern die in einigen Bereichen strengeren Richtlinien der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau (AGÖL) als Grundlage gehabt hätten. „Dass haben sich die Verbände aber selbst zuzuschreiben“, erklärt Dr. Frank Augsten, Geschäftsführer des Thüringer Ökoherz e.V. „schließlich haben sie sich durch ihre Uneinigkeit selbst in’s Abseits gestellt.“

„Dennoch ist für Erzeuger, Verarbeiter und den Handel nun endlich Klarheit geschaffen“, so Augsten weiter, „nun kommt es darauf an, Verbraucherinnen und Verbrauchern klar zu machen, dass der Unterschied nicht zwischen den einzelnen Ökolandbau-Verbänden, sondern zwischen öko und konventionell besteht.“

26. April 2001

BUND: Einstieg in die Müllverbrennung durch die Hintertür

Erfurt. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Landesverband Thüringen e.V. (BUND Thüringen), befürchtet den Einstieg in die Müllverbrennung in Thüringen durch die Hintertür. Anlass ist das Genehmigungsverfahren zur Verbrennung von Abfällen im Heizkraftwerk Meuselwitz-Lucka.

„Man hat den Eindruck, als sollten die Bürger in der Region über den Tisch gezogen werden“, erklärte Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. Nach Informationen des BUND soll im Rahmen eines einfachen, immissionsschutzrechtlichen Änderungsverfahrens aus dem Heizkraftwerk, das bisher nur die Genehmigung zur Verbrennung von unbelastetem Holz und Spanplatten besitzt, die erste Müllverbrennungsanlage (MVA) in Thüringen gemacht werden. In Zukunft sollen in der Anlage dann auch Siedlungs- und Industrieabfälle verbrannt werden. Eine technische Aufrüstung der Anlage ist allerdings nicht vorgesehen. Die öffentlich ausgelegten Unterlagen vermittelten laut BUND den Eindruck, als ginge es bei dem Verfahren nur um den völlig unproblematischen Austausch des Brennstoffs für das Heizkraftwerk.

„Dabei sollen weder die Rauchgasreinigung noch die Verbrennungsbedingungen in der Anlage an den Einsatz von Abfällen angepasst werden. Eine maximal erreichbare Temperatur von 950 Grad Celsius reicht aber nicht aus, um die Emission hochgiftiger Dioxine und Furane aus der Anlage wirksam zu verhindern“, bemängelte Vogel. Auch das Sicherheitskonzept der Anlage hält der BUND Thüringen für unzureichend. Die Anlage soll ohne Löschwasserrückhaltebecken betrieben werden. Im Falle eines Brandes bestünde daher die Gefahr, dass kontaminiertes Löschwasser ungehindert ins Grundwasser gelange.

Der BUND Thüringen warnte davor, die Zukunftsoptionen für eine alternative Abfallpolitik in Meuselwitz-Lucka zu verfeuern. Die Müllverbrennung sei keine Lösung für das Abfallproblem. Sie erzeuge vielmehr mit ihren hochgiftigen Filterstäuben neue Altlasten.

„Wenn das Land den Antrag genehmigt, hat Thüringen die Chancen für eine zukunftsfähige Abfallwirtschaft ohne MVA verspielt. Wir brauchen aber eine Abfallpolitik, die konsequent auf Müllvermeidung und ganzheitliche Rohstoffkonzepte setzt und nicht die Altlasten unseren Enkeln vererbt“, forderte Vogel.

25. April 2001

15 Jahre seit Tschernobyl - BUND Thüringen: Atomkatastrophe ist nicht verjährt

Erfurt. Der Bund für Umwelt und Naturschutz, Landesverband Thüringen e.V. (BUND Thüringen) erinnert in einer heute herausgegebenen Presseerklärung daran, dass Tschernobyl nicht verjährt. Am 26. April ist der 15. Jahrestag der größten, technischen Katastrophe des Industriezeitalters, der Super-Gau im ukrainischen Atomkraftwerk Tschernobyl.

„Tschernobyl ist nicht nur am 26. April passiert. Die Katastrophe dauert bis heute an und wird weitergehen“, mahnte Friedrich Wulf, Landesvorsitzender des BUND Thüringen.

Nach wie vor leben Millionen Menschen auf verseuchtem Boden, atmen giftige Luft und nehmen radioaktiv belastete Nahrung zu sich. Besonders betroffen sind Kinder, weil sie 10mal empfindlicher auf die Strahlenbelastung reagieren als Erwachsene. Der BUND fordert, das Leid und die Opfer im politischen Tagesgeschäft nicht zu vergessen und in der Hilfe für die Betroffenen der Katastrophe nicht nachzulassen.

An die Bundesregierung appellierte der BUND, aus der Katastrophe endlich die Konsequenzen zu ziehen und den Ausstieg aus der Kernenergie wahr zu machen.
„Ein Atomkonsens, der Atommülltransporte in die Wiederaufbereitungsanlagen von La Hague und Sellafield zulässt, ist das Papier nicht wert, auf dem er steht“, kritisierte Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. „Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis das Restrisiko der weiteren Nutzung von Kernenergie uns allen den Rest gibt, wie den Menschen in Tschernobyl.“

27. März 2001

Mehrheit der Thüringer Bevölkerung gegen Bau der Talsperre Leibis – Repräsentative Umfrage in Thüringen stellt Großprojekt in Frage

Erfurt. Die Mehrheit der Thüringer Bevölkerung lehnt den Bau der Talsperre Leibis ab. Das ergab eine vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Landesverband Thüringen (BUND Thüringen) bei der Firma apropro! in Auftrag gegebene repräsentative Umfrage. Für die Studie wurden eintausend Thüringer befragt. Nur 37% haben sich für den Bau der Talsperre ausgesprochen, 42% sind dagegen.

„Leibis ist „mega out“!“, stellte Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen fest. „Das Ergebnis der Umfrage ist eindeutig und eine klare Abfuhr an die Trinkwasserpolitik der Landesregierung“.

Die Befragten haben sich nach Angaben des BUND Thüringen nicht nur mehrheitlich gegen Leibis ausgesprochen, 58% sind überhaupt gegen den Bau weiterer Talsperren in Thüringen. Die Umfrage zeige nach Ansicht von Vogel, dass die Thüringer stattdessen Alternativen befürworten, um die Trinkwasserversorgung dauerhaft sicher zu stellen. So haben sich 83% für einen sparsamen Umgang mit Trinkwasser im persönlichen Bereich ausgesprochen, Fast 82 % sind dafür, undichte Rohrleitungen zu modernisieren und damit die Wasserverluste wirksam einzudämmen! Für eine Überleitung von Trinkwasser aus Wasserüberschussgebieten haben sich sogar 89% der Befragten ausgesprochen.

„Die Thüringer haben offensichtlich kein Verständnis dafür, dass mit Millionenaufwand eine neue Talsperre im Thüringer Wald gebaut werden soll, während gleichzeitig das Trinkwasser in maroden Rohrleitungen versickert und die Fernwasserzweckverbände in anderen Regionen Thüringens nicht wissen wohin mit ihren Wasserüberschüssen“, erklärte Wigbert Schorcht, stellvertretender Landesvorsitzender des BUND Thüringen.

Nach Berechnungen des BUND gibt es allein im Fernwasserbund Nordthüringen täglich einen Wasserüberschuss von 80 Tm³. Der Bau einer Überleitung nach Ostthüringen würde nur etwa ein Zehntel der Investitionen erfordern, die für den Bau der Talsperre notwendig sind. Darüber hinaus gingen gegenwärtig 40% des Trinkwassers in Thüringen durch defekte Rohrleitungen verloren. Die Sanierung des Rohrleitungsnetzes sei nicht nur aus ökonomischen Gründen sinnvoll. Sie sei auch eine Voraussetzung für die Bereitstellung qualitativ einwandfreien Trinkwassers.

Für den BUND ist es logisch, dass unter diesen Umständen 94% erhöhte Wassergebühren ablehnen. Die Erhöhung wäre auch nach Angaben der Thüringer Landesregierung notwendig, um den Bau der Talsperre zu finanzieren. Die große Mehrheit der Thüringer Bevölkerung (84%) fordere stattdessen, den sparsamen Umgang mit Trinkwasser staatlich zu fördern.

Der BUND Thüringen sieht sich durch die Umfrage in seinem Widerstand gegen die Talsperre Leibis bestätigt. Der Nutzen der künftigen Talsperre rechtfertige nach Ansicht von Wigben Schorcht nicht die massiven Zerstörungen im Lichtetal und die nachhaltigen Eingriffe in das Ökosystem von Lichte und Schwarza. „Leibis ist überflüssig, zu teuer, landschaftszerstörend und von der Bevölkerung nicht gewollt. Es wird Zeit, dass die Landesregierung endlich reagiert und im Lichtetal die Notbremse zieht“, forderte Schorcht.

20. März 2001

Kooperation von BUND Landesverband Thüringen und teilAuto CarSharing - Der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland, Landesverband Thüringen und teilAuto Erfurt setzen auf intelligente Lösungen für Individualmobilität

Erfurt. Der BUND Landesverband Thüringen und teilAuto Erfurt haben eine Vereinbarung getroffen: BUND-Mitglieder können künftig zu vergünstigten Bedingungen die von teilAuto bereitgestellten Autos in Erfurt und Weimar nutzen.

Bisher stehen in Erfurt und Weimar 8 Autos in verschiedenen Größen – vom Kleinstwagen bis zur Großraumlimousine – zur Verfügung, zwei Kleinbusse kommen noch diesen Monat dazu. Nutzer sind sowohl Privatleute aber auch einige Firmen. Nach einmaliger Anmeldung. können alle Autos von den teilAuto-Nutzern telefonisch oder über das Internet gebucht werden. Nutzungszeiten von einer Stunde bis zu mehreren Wochen sind möglich, Buchungen unmittelbar vor der Fahrt oder lange geplant. Innerhalb von nur 4 Monaten hat sich die Nutzerzahl versiebenfacht‚ die Autozahl mehr als verdreifacht. Mit steigender Mitgliederzahl steigt auch das Angebot und die Vielfalt der Fahrzeugtypen und somit die Flexibilität des Systems. Um Reparaturen und Wartung kümmert sich die Geschäftsstelle von teilAuto Erfurt in der Bahnhofstraße 6.

BUND Landesgeschäftsführer Dr. Burkhard Vogel: „CarSharing ist ein echter Beitrag zum Klimaschutz und schafft Platz in der Stadt. Bei der Nutzung von teilAutos werden bis zu sechs private KFZ ersetzt. Gerade für umweltbewusste Menschen, die ein Auto oft nur für Transporte oder Ausflüge in schlecht erschlossene Gebiete nutzen, stellt CarSharing eine echte Alternative zum eigenen Auto dar.“

Untersuchungen belegen außerdem, dass die Umlegung der Fixkosten wie Steuer und Versicherung auf die tatsächlich gefahrenen Kilometer zu einer Veränderung des Fahrverhaltens führt: Es wird insgesamt weniger gefahren. Bis zu einer Fahrleistung von etwa 10.000 km/Jahr kommt die Nutzung der teilAutos in der Gesamtbilanz sogar billiger als ein eigenes Auto.

Dr. Vogel appelliert an die Landesregierung, mit einer intelligenten Verkehrspolitik, die eine Vernetzung der verschiedenen Verkehrsträger fördert, die Individualmobilität zukunftsfähig zu gestalten. „Wer nur auf Autobahnen und Schnellbahntrassen setzt, fahrt gegen die Wand. Er vernachlässigt die Menschen und die wirtschaftliche Entwicklung im ländlichen Raum, trägt zur weiteren Luftbelastung bei und wird der kommenden Ressourcenknappheit nicht gerecht.“

6. März 2001

Flächenerwerb im „GRÜNEN BAND – Sonneberger Unterland“ sichert die nachhaltige länderübergreifende Umsetzung des Leitbildes „GRÜNES BAND THÜRINGEN“

Seit Herbst 1998 wird im Gebiet „Steinachtal / Linder Ebene“ (Landkreise Coburg, Kronach, Lichtenfels und Sonneberg) ein grenzüberschreitendes Projekt zur Umsetzung des Arten- und Biotopschutzprogramms (ABSP) in Bayern und Thüringen durchgeführt. Das ABSP-Projekt, das von der Ökologischen Bildungsstätte Oberfranken betreut wird, hat unter anderem zum Ziel das GRÜNE BAND - den ehemaligen innerdeutschen Grenzstreifen - als unersetzbaren Biotopverbund des Projektgebietes durch biotoperhaltende und verbessernde Maßnahmen zu sichern.

Das GRÜNE BAND im Projektgebiet (zwischen der Straße Neustadt b.C. – Sonneberg und der Föritz bei Mitwitz) weist noch eine Vielzahl gefährdeter Tierarten wie z.B. Braunkehlchen, Blaukehlchen, Neuntöter, Wachtel, Kammolch, Laubfrosch oder den Schmetterling Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling auf.

Ein wichtiger Beitrag zur Umsetzung des ABSP-Projektes wurde nun realisiert: die ersten beiden Flurstücke im Grenzstreifen in den Gemarkungen Mogger und Mupperg (Lkr. Sonneberg) konnten bereits erworben und damit dauerhaft für die Natur gesichert werden.  Dies war nur durch umfangreiche Vorarbeiten möglich.

Im gesamten Sonneberger Unterland wurden mit dem Instrument der Landentwicklung 5 Flurbereinigungsverfahren eingeleitet bzw. befinden sich in der Einleitungsphase, um das ABSP-Projekt umzusetzen, Landnutzungskonflikte in Zusammenhang mit geplanten Verkehrsprojekten wie Ortsumgehung B 89, dem Neubau der Landesstraße L 3151, dem geplanten Kies- und Sandabbau, der weiteren Ausweisung von Naturschutzgebieten aufzulösen sowie eine zukunftsorientierten Entwicklung der Gemeinden zu sichern.

Ziel dieser Verfahren ist vor allem auch im Konsens mit allen Beteiligten die Konzeption „GRÜNES BAND THÜRINGEN“ im Sonneberger Unterland mit einer Länge des ehemaligen Grenzstreifens von rund 20 km nachhaltig länderübergreifend umzusetzen. Ein wichtiger Beitrag dabei ist, über Bodenmanagement auch Flächen im „GRÜNEN BAND“ zu erwerben, die naturschutzfachlich von großer Bedeutung sind und bei denen ohne den Kauf derartiger Flächen landschaftspflegerische Maßnahmen sowie biotopverbessernde Projekte ernsthaft gefährdet wären.

Für den Erwerb von rund 30 ha für die Landschaftspflege und den Naturschutz wertvoller Grenzstreifenflächen im Sonneberger Unterland werden mit dem Instrumentarium Landentwicklung durch den Freistaat Thüringen Fördermittel für landschaftspflegerische Maßnahmen in der Flurbereinigung bereitgestellt. Hierzu wurde zwischen dem Flurneuordnungsamt Meiningen und dem Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Thüringen e.V. eine entsprechende Vereinbarung abgeschlossen. Der BUND finanziert die notwendige Eigenleistung für den Grunderwerb einschließlich der Grunderwerbsnebenkosten durch Spenden. Der BUND wird dann Eigentümer im Rahmen der Neuordnung des Eigentums in den Flurbereinigungsverfahren.

Die Durchführung des Grunderwerbs erfolgt im Auftrag des Flurneuordnungsamtes Meiningen durch den Verband für Landentwicklung und Flurneuordnung Thüringen (Verband der Teilnehmergemeinschaften Flurbereinigung), der in seinen Vorbereitungen von der Ökologischen Bildungsstätte Oberfranken unterstützt wird. Die 89 zu erwerbenden Grundstücke, die über den gesamten Grenzstreifenabschnitt verteilt sind,  befinden sich überwiegend in Privathand bzw. werden in den nächsten Jahren an die Alteigentümer zurückgegeben. Mit dem Bundesvermögensamt Suhl wurde vereinbart, daß die antragsberechtigten Alteigentümer auf den Rückkauf der beantragten Flurstücke verzichten können und dafür eine Geldabfindung gemäß Mauergrundstücksgesetz in Höhe von 75 % des Verkehrswertes erhalten. Die übrigen 25 % des Kaufpreises fließen in die Kassen des Bundesfinanzministeriums.

Durch den geplanten Flächenerwerb im GRÜNEN BAND werden die landwirtschaftlichen Betriebe kaum beeinträchtigt, da die anzukaufenden Flächen nicht oder nur in geringem Umfang landwirtschaftlich genutzt werden.

Rund die Hälfte der Flächen im ehemaligen Grenzstreifen ist in Besitz der Bundesrepublik Deutschland. Diese Flächen sollen nach den Festlegungen des Bundesfinanzministeriums verkauft werden. Trotz entsprechender Forderungen der Thüringer Landesregierung und des BUND hat es das Bundesfinanzministerium bisher abgelehnt, diese Flächen im GRÜNEN BAND auf den Freistaat Thüringen unentgeltlich zu übertragen. Damit entzieht sich die Bundesregierung ihrer Verantwortung, den 1.380 km langen Grenzstreifen als einzigartigen, länderübergreifenden Biotopverbund zu sichern. Der BUND Thüringen wird Flächen im Grenzstreifen, die im Besitz der Bundesrepublik sind und die nicht nach Mauergrundstücksgesetz bzw. Vermögensgesetz an Privatpersonen rückübertragen werden, daher nur in Ausnahmefällen erwerben.

Um auch nach Juni 2001 Flächen im Grenzstreifen für die Natur zu sichern, legte der BUND die sogenannte „Grüne Aktie“ auf. Jede „Grüne Aktie“ steht für einen Anteil am GRÜNEN BAND. Jede Anlage ermöglicht es dem BUND, besonders schützenswerte Gebiete im Grenzstreifen anzukaufen. Jeder der sich an der Erhaltung dieses einmaligen Naturparadieses beteiligen möchte, kann seine Spende von 120 DM unter dem Stichwort „Grüne Aktie“ auf das Konto Nr. 232 bei der Sparkasse Bonn (BLZ 380 500 00) überweisen.

17. Februar 2001

Resolution gegen die Kürzungen im Naturschutzhaushalt 2001/2002 des Freistaates Thüringen

Die Teilnehmer der Landesversammlung des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Landesverband Thüringen, e.V. stimmten am 17.02.01 in Erfurt einstimmig der folgenden Resolution zu:

Die Landesregierung des Freistaates Thüringen hat mit dem Beschluss des Doppelhaushaltes 2001/2002 massive Kürzungen im Naturschutzhaushalt des Landes vollzogen. Betroffen sind alle Bereiche des Naturschutzes und der Landschaftspflege in Thüringen:

  • Zu den Sparmaßnahmen zählen Kürzung der Projektzuschüsse für Umweltbildung, Reduzierung der Mittel für das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ), Kürzung der Förderung der anerkannten Naturschutzverbände.
  • Obwohl mehr als 100 geplante NSG’s im Freistaat weiterhin nicht ausgewiesen sind und zusätzliche Schutzgebietsausweisungen u.a. im Grünen Band und bei der Umsetzung der FFH- Richtlinie erforderlich sind, wurden die Mittel für Konzeptionen und Sicherstellung von Schutzgebieten um 95% gekürzt.
  • Die Weiterführung des Arten- und Biotopschutzprogrammes des Freistaates, für das bisher nur ein Grobkonzept vorliegt, ist durch die Mittelkürzung nicht mehr möglich. Ebenso fehlen Mittel für die Erstellung regelmäßiger Berichte in FFH-Schutzgebieten.
  • Die Posten für den Ankauf bzw. Erwerb von Flächen, um sie für den Naturschutz zu sichern, wurden vollständig auf Null gesetzt. Ohne diese Mittel ist der Freistaat nicht einmal in der Lage, die vom Bund zur Verfügung gestellten BVVG-Flächen des Nationalen Naturerbes zu erwerben.
  • Besonders gravierend wirken sich die Kürzungen im Förderprogramm für Naturschutz und Landschaftspflege des Freistaates aus. Von 4,5 Mio. DM wurden die Mittel auf 2,275 Mio. DM für 2001 und 1,866 Mio. DM in 2002 gekürzt. Die Auswirkungen dieser Kürzungen werden sich in Thüringen schmerzhaft bemerkbar machen. Für viele Gemeinden und Kreise ist eine vielfältige, strukturreiche Landschaft längst zum Wirtschaftsfaktor geworden. Dort wo heute noch blühende Bergwiesen Touristen in den Thüringer Wald locken, werden ohne Pflege bald nur noch Büsche und Sträucher das Landschaftsbild prägen, Dadurch drohen auch die jahrzehntelangen Bemühungen ehrenamtlicher Naturschützer zunichte gemacht zu werden.
  • Ebenfalls von den Kürzungen des Förderprogramms betroffen sind die Durchführung von Naturschutzprojekten und konkreten Maßnahmen des Artenschutzes, z.B. Amphibienschutz an Straßen.

Durch Art und Ausmaß der Kürzungen ist die Handlungsfähigkeit des Naturschutzes im Freistaat ernsthaft gefährdet. Dadurch läuft das Grüne Herz Deutschlands Gefahr, die Schätze in seiner Kulturlandschaft preiszugeben.
Die Landesversammlung des BUND Thüringen fordert daher die Landesregierung auf, ihren verfassungsmäßigen Pflichten im Arten- und Biotopschutz gerecht zu werden! Die Landesversammlung des BUND Thüringen fordert Umweltminister Dr. Sklenar auf, sich mit aller Kraft dafür einzusetzen, dass nicht nur die Mittelkürzungen im Naturschutzhaushalt des Freistaates in vollem Umfang wieder rückgängig gemacht werden, sondern in Zukunft Mittel in ausreichendem Umfang bereitgestellt werden.

13. Februar 2001

Kahlschlag im Naturschutzhaushalt – Naturschutzverbände wenden sich mit Petition an den Thüringer Landtag

Erfurt. In einer gemeinsamen Petition haben sich die anerkannten Naturschutzverbände in Thüringen jetzt an den Petitionsausschuss des Thüringer Landtages gewandt. Die acht Verbände warnen vor den verheerenden Folgen der massiven Kürzungen im Naturschutzhaushalt des Landes für die Kulturlandschaft in Thüringen. Außerdem sehen sie sich in ihren gesetzlich verankerten Rechten verletzt, da das Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt ihnen im vergangenen Jahr sämtliche Informationen zum geplanten Doppelhaushalt 2001/2002 verweigert hatte.

„Das Ministerium hat sich selbst die Handlungsgrundlage für den Naturschutz entzogen und dem Freistaat damit einen Bärendienst erwiesen,“ erklärte Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. „Dort wo heute noch blühende Bergwiesen Touristen anlocken, werden bald Sträucher und Büsche den Blick in die Landschaft verwehren.“

Nach Angaben der Verbände führt der Wegfall der Fördermittel dazu, dass die Pflege landschaftsprägender Naturschutzflächen nicht mehr, wie bisher durch Privatpersonen, Verbände und Gemeinden durchgeführt werden kann. Da es sich überwiegend um nach dem Naturschutzgesetz geschützte Flächen handele, seien jetzt die Landkreise verpflichtet, die Flächen zu pflegen, ohne dass dort Mittel zur Verfügung stünden.

Jahrelang habe das System der staatlich geförderten privaten Pflege von Naturschutzflächen reibungslos funktioniert. Die Landwirte hätten hiervon profitiert, weil diese Flächen auf Extremstandorten für sie ohnehin unrentabel waren. Der Naturschutz habe profitiert, weil er damit gerade die Perlen in der Landschaft ohne staatliche Verordnungen sichern konnte. Nicht zuletzt hätten auch die Gemeinden und Kreise profitiert, für die eine vielfältige, strukturreiche Landschaft längst zum Wirtschaftsfaktor geworden ist.

„Unter Bezug auf die Haushaltssituation wurden bereits Hunderte von Pflegeverträgen selbst für wertvollste Landschaftsteile gekündigt; die Erfolge jahrzehntelanger Naturschutzarbeit werden dadurch in Frage gestellt. Wir fordern, dass die Mittel für die staatlich geförderte Landschaftspflege wieder in vollem Umfang bereitgestellt werden. Thüringen als ‚Kreuzweg der Blumen‘ im Herzen Europas darf nicht kopflos die Schätze in seiner Kulturlandschaft preisgeben, vielmehr muß das Land dringend seinen verfassungsmäßigen Pflichten im Arten- und Biotopschutz gerecht werden!“, erklärte Volker Kögler, Vorsitzender des Arbeitskreises Heimische Orchideen (AHO).

Scharf kritisierten Kögler und Vogel die Politik der bewussten Desinformation und Nichtbeteiligung gegenüber den anerkannten Naturschutzverbänden im Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt. Sie forderten Minister Dr. Volker Sklenar auf, die Verbände endlich als Partner und nicht als Gegner des staatlichen Naturschutzes zu begreifen.

23. Januar 2001

BUND warnt Talsperrenverwaltung vor Millionengrab in Leibis

Erfurt. Der BUND Thüringen warnt die Thüringer Talsperrenverwaltung davor, mit dem Beginn der Baumaßnahmen in Leibis Tatsachen schaffen zu wollen. BUND Landesgeschäftsführer Dr. Burkhard Vogel: „Die Talsperrenverwaltung riskiert in Leibis statt einer Baugrube für die Staumauer ein Millionengrab für Steuergelder auszuheben.“

Vogel wies darauf hin, dass bisher nur bauvorbereitende Maßnahmen in Leibis genehmigt seien und über den Bau der eigentlichen Talsperre noch nicht entschieden sei. Der BUND gehe davon aus, dass sich vor Gericht die Rechtswidrigkeit des Vorhabens herausstelle. Dann seien nicht nur die bis dahin verbauten Gelder fehlinvestiert worden. Der Thüringer Steuerzahler müsse dann auch für den Rückbau aufkommen.

Als Milchmädchenrechnung bezeichnete Vogel in diesem Zusammenhang die jüngsten Trinkwasserbedarfsprognosen der Thüringer Landesanstalt für Umwelt (TLU). In einer fachlichen Stellungnahme zu der Klagebegründung des BUND habe die TLU für das Jahr 2025 einen Trinkwasserbedarf von 164 Liter pro Einwohner und Tag prognostiziert. Tatsache sei jedoch, dass der Trinkwasserbedarf in Thüringen seit Jahren bei unter 120 Liter pro Einwohner und Tag stagniere. Selbst bei einer optimalen wirtschaftlichen Entwicklung des Freistaates sei nur mit einem mäßigen Anstieg des Trinkwasserbedarfs zu rechnen, weil die Bevölkerung im Freistaat nicht zu, sondern nach Berechnungen des Statistischen Landesamtes sogar drastisch abnehme Diese Entwicklung mache eine weitere Trinkwassertalsperre in Thüringen überflüssig.

An die Thüringer Talsperrenverwaltung appellierte Vogel, auf den Bau der Talsperre zu verzichten und das Überleben der letzten Auerhühner im Thüringer Wald nicht zu gefährden!

16. Januar 2001

Kommen Raser schneller an? - BUNT-Leser wissen mehr

Erfurt. Der BUND Landesverband Thüringen fordert die Thüringer CDU zur Unterstützung von Modellen für Energieeinsparung und Arbeitsplatzsicherung auf. Vor dem Jahresempfang der Thüringer CDU-Fraktion im Landtag auf der Erfurter Messe verteilen BUND-Zeitungsleute die nach dem Stil der BILD-Zeitung parodierte BUNT-Zeitung.

Mit dem Plagiat einer BILD-Zeitung werben der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Verkehrsclub Deutschland (VCD), der Naturschutz¬bund Deutschland (NABU), die Grüne Liga, die Verbraucherinitiative, die Katholische Landjugendbewegung und der Bundesverband Carsharing für die Weiterführung der Ökosteuer. Im vierseitigen parodistischen Falsifikat der BILD-Zeitung mit dem Titel „BUNT“-Extraausgabe Ökosteuer informieren die Umweltverbände mit den verschiedenen Mitteln der BILD-Redakteure über die Folgen des stetig wachsenden Verkehrs und des Klimawandels, parodieren die Anti-Ökosteuer-Kampagnen von BILD, CDU, ADAC und FDP und zeigen ökologische Alternativen auf.

Die Extraausgabe der „BUNT“-Zeitung enthält Hintergründe zur ökologischen Steuerreform, Energiespartipps, zum Carsharing und Hinweise auf seriöse Informationsquellen rund um das Thema Umweltschutz und Ökosteuer.

Zusätzlich soll die Zeitung Spaß machen: Ironisch reißerische Titelstorys wie „Öko-Männer besser beim Sex“ und „Die Natur schlägt zurück“ karikieren die BILD-Methode, mit dicken Balkenschlagzeilen die Leser zum Kauf der Zeitung zu animieren. In der Rubrik „Berlin vertraulich“ deckt „BUNT“ auf, warum CDU-Generalsekretär Ruprecht Polenz stürzte, aktuell sind die ungewöhnlichen News aus den Bereichen Umwelt, Wirtschaft und Politik, enthalten sind natürlich ein Super-Kreuzworträtsel, der Klimawetterbericht von morgen und weitere „Enthüllungen“ und „Exklusivstorys“, die das Lesen zum Vergnügen und zum Bildungserlebnis werden lassen.
Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen: „Hinter dieser Zeitung stecken garantiert kluge Köpfe. BUNT-Zeitungsleser wissen mehr darüber, wie man mit der Ökosteuer Energie sparen, die Umwelt schonen und sogar noch finanziell profitieren kann.“

Weitere Informationen zur BUNT-Zeitung, zur Ökosteuer und zum Ökosteuer-Spar-Rechner stehen im Internet unter: www.oeko-steuer.de.

11. Januar 2001

Den Neubeginn als Chance nutzen - BUND Thüringen und THÜRINGER ÖKOHERZ e.V. fordern von der Thüringer Landesregierung die Unterstützung des von der Bundesregierung eingeschlagenen Weges der Neuorientierung in der Agrarpolitik

Erfurt. Der BUND Thüringen und der Thüringer Ökoherz e.V. begrüßen die Neubesetzung des Landwirtschaftsministeriums durch eine grüne Ministerin, besonders aber die durch die BSE-Krise ausgelöste Neuausrichtung der Agrarpolitik in Deutschland.

Dazu der Geschäftsführer des BUND Thüringen, Dr. Burkhard Vogel: „Dass in Deutschland das Agrarressort erstmals mit einer Ministerin besetzt wird, die keinerlei Verbindungen zur Agrarlobby hat, lässt auf eine Kehrtwende in der Landwirtschaftspolitik hin zu höherer Lebensmittelqualität, umweltgerechtere Produktion und mehr Verbraucherschutz hoffen. Damit würden die Forderungen der Umweltverbände endlich umgesetzt.“

Etwas kritischer beurteilt der Agrarexperte des BUND Thüringen und Geschäftsführer des Fördervereins Thüringer Ökoherz, Dr. Frank Augsten, die Situation: „Abgesehen davon, dass die nordrhein-westfälische Umwelt- und Landwirtschaftsministerin Bärbel Höhn als erfahrene und in der Auseinandersetzung mit der mächtigen Agrarlobby bewährte Vorkämpferin aus meiner Sicht nach Berlin gehört hätte, warne ich vor allzu viel Euphorie. Denn mehr Verbraucherschutz geht nur mit den Verbrauchern, und solange sich die Bundesregierung sicher sein kann, dass Wohlstand in Deutschland nicht über qualitativ hochwertige und gesunde Lebensmittel, sondern über das Auto, das man fährt, definiert wird, ist mit einer Neuorientierung in der stark von der Industrie beeinflussten Agrar- und Verbraucherpolitik nur schwer zu rechnen.“

Vogel und Augsten fordern die Thüringer Landesregierung auf, den in Berlin vollzogenen Neubeginn im Interesse der Landwirte und der Verbraucher in Thüringen zu unterstützen. Umwelt- und tiergerechte landwirtschaftliche Produktion und gesunde Nahrungsmittel dürfen nun nicht zum Spielball parteipolitischer Grabenkämpfe werden. Vielmehr gilt es, die Landwirtschaftspolitik auch in Thüringen den neuen Gegebenheiten anzupassen, zum Beispiel die Umstellung auf den ökologischen Landbau finanziell stärker zu stimulieren.

10. Januar 2001

Haltung des BUND Thüringen gegenüber Vorschlägen zum Ausbau der Autobahn A4 im Leutratal

Aufgrund mehrfacher Rückfragen sieht sich der BUND Thüringen veranlasst, die Darstellung in einem Zeitungsartikel der Thüringer Allgemeinen (TA) vom 05.01.01 zur Haltung des BUND Thüringen gegenüber Vorschlägen zum Ausbau der Autobahn A4 im Leutratal zu korrigieren. In der Meldung hieß es, der BUND begrüße den Vorschlag von Abgeordneten der CDU-Landtagsfraktion, die A4 im Bereich des Leutratales in doppelstöckiger Bauweise durch das Tal zu führen. Diese Darstellung gibt nicht die Stellungnahme von Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen gegenüber der Thüringer Allgemeinen wieder. Dr. Vogel hat vielmehr die folgenden Positionen des BUND Thüringen zum Ausbau der A4 im Leutratal gegenüber der TA deutlich gemacht:

  1. Der BUND lehnt einen Ausbau der A4 grundsätzlich ab, weil durch einen zusätzlichen Ausbau der Autobahn die Verkehrs- und Umweltprobleme nicht gelöst sondern verschärft werden.
  2. Unabhängig von der grundsätzlichen Position befürwortet der BUND Thüringen im Falle des Ausbaus der A4 die sog. lange Tunnelvariante, im Raumordnungsverfahren als Variante A3 gekennzeichnet, mit einem ca. 9 km langen Tunnel. Diese Variante führt aus Sicht der Umwelt und der betroffenen Anwohner zu den geringsten Beeinträchtigungen.
  3. Eine doppelstöckige Bauausführung auf der vorhandenen Trasse durch das Tal käme für den BUND Thüringen nur in Betracht, wenn durch die Bauausführung die Zerschneidungswirkung der Trasse für die Lebensräume im Leutratal aufgehoben würde. Dazu wäre mindestens eine komplette Aufständerung der doppelstöckigen Trasse erforderlich, um den Austausch zwischen den Lebensräumen oberhalb und unterhalb der Trassenführung zu ermöglichen.
  4. Der BUND Thüringen behält sich eine abschließende Bewertung verschiedener Varianten zum Ausbau der A4 bis zur Vorlage endgültiger Detailplanungen vor.


Jahresbericht 2016

Unser neuer Jahresbericht steht ab sofort zum Download zur Verfügung!

BUND-Jahrbuch Bauen und Renovieren 2017

Direkt zum Online-Antrag, Foto: eyewire / fotolia.com

Der BUND Thüringen ist Teil des Bündnis für ein Thüringen der Demokratie, 
Vielfalt und Mitmenschlichkeit
.

Lesen Sie dazu den Brief unseres Landesvorsitzenden, Ron Hoffmann.

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