5. Dezember 2011

Offener Brief an Minister Reinholz

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22. November 2011

Zuviel Feinstaub in Thüringen – Umweltzonen in Erfurt, Weimar und Mühlhausen müssen kommen

Erfurt. Die bisherigen Anstrengungen des Freistaats Thüringen, gesundheits- und klimaschädliche Rußemissionen in seinen Städten zu reduzieren, sind nicht ausreichend. Zu diesem Schluss kamen die Vertreter von Umweltverbänden heute im Rahmen einer Pressekonferenz der Kampagne “Rußfrei fürs Klima“, die sich für eine Reduzierung des besonders gefährlichen Dieselrußes einsetzt. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND), der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) und die Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) forderten von der Landesregierung und den betroffenen Städten deshalb bessere Maßnahmen und Kontrollen, um Feinstaubemissionen in Zukunft zu vermindern.
An mehreren Verkehrsmessstellen in Thüringen wurde in den letzten Jahren der EU-Tagesgrenzwert für Feinstaub wiederholt überschritten. Mit 62 Überschreitungstagen lag Mühlhausen/Wanfrieder Str. im Jahr 2010 deutschlandweit auf Platz 6 der am höchsten belasteten Messstellen; das von der EU festgeschriebene Überschreitungsmaximum liegt bei jährlich 35 Tagen. Die Messstelle Mühlhausen/Wanfrieder Str. hat auch 2011 diese Grenze mit 54 Überschreitungstagen bereits vor einigen Wochen passiert und am vergangenen Wochenende zog leider auch die Messstellen Erfurt/Bergstrasse mit aktuell 37 Überschreitungstagen nach. Die Messstelle Weimar/Steubestrasse (mit bislang 36 Tagen) konnte die erlaubte Zahl ebenfalls nicht einhalten.   

Dr. Burkhard Vogel, Geschäftsführer des BUND Thüringen, kritisiert die Haltung der Politik. „Wenn man den aktuellen Diskussionen folgt, kann man das Gefühl bekommen, dass den Politikern die Gesundheit der Thüringer egal ist. Verkehrsvermeidungsstrategien sind richtig und wichtig,  aber die Schaffung von Umweltzonen ist vor dem Hintergrund drohender Strafzahlungen unumgänglich.“, so Vogel. Handlungsbedarf bestehe in ganz Thüringen, die Landeshauptstadt Erfurt sei als Vorbild jedoch besonders im Focus. Deshalb fordert Vogel: „Die Umweltzone in Erfurt muss spätestens im Oktober nächsten Jahres kommen, direkt mit der grünen Plakette als Einfahrbedingung starten und nur wenig Ausnahmen zulassen.“ Nur so könne die Luft deutlich verbessert und dadurch die Gesundheit und das Klima geschützt werden.

Speziell auf die Situation der Landeshauptstadt geht auch Dieter Stompe vom VCD Erfurt ein. Er sieht die Umweltzone als geeignetes Mittel und fordert darüber hinaus zusätzliche Maßnahmen zur Luftverbesserung. Ein Beispiel, die Förderung des Radverkehrs: „Der Anteil des Radverkehrs an den Alltagswegen ist mit sieben Prozent im thüringischen Durchschnitt und neun Prozent in Erfurt viel zu gering. Deshalb ist ein Landesprogramm zur Förderung des Alltagsradverkehrs notwendig.“ Stompe betonte, dass auch der öffentliche Personennahverkehr noch verbesserungsfähig sei. „Mit einem Thüringen-Takt können die Fahrgastzahlen im Nahverkehr zügig verdoppelt, damit die Zahl der Pkw-Pendler in Erfurt deutlich reduziert und somit die Luft verbessert werden,“ so Stompe weiter. Maßnahmen wie die autofreie Innenstadt müssten parallel zur Einführung der Umweltzone umgesetzt werden, nur so würden die Anwohner bestmöglich entlastet.  

Barbara Göppel, Projektmanagerin der Deutschen Umwelthilfe, merkt an, dass die Wirksamkeit einer Umweltzone von deren Größe und der Zahl der erteilten Ausnahmegenehmigungen abhängt: „Die vorbildliche Umsetzung der Umweltzone in Berlin kann den thüringischen Städten als Vorbild dienen. Möglichst groß, wenig Ausnahmen und Einfahrt nur mit grüner Plakette. So kann die Luft deutlich verbessert werden.“ Aus Sicht von Göppel müssen darüber hinaus auch weitere Verursacher von Dieselruß unbedingt kontrolliert werden. „Die in den Innenstädten eingesetzten Baumaschinen sind ein nicht zu unterschätzendes Problem. Eine verbindliche Filterpflicht zum Einsatz von Baumaschinen und –fahrzeugen ist deshalb dringend notwendig.“ Einige deutsche Städte haben diese Maßnahme zur Luftverbesserung bereits umgesetzt.

14. November 2011

Bildung für die Katz – Das Bildungspaket des BUND zu Wildkatze und Waldverbund

Erfurt/Hütscheroda. Der BUND Thüringen hat heute sein neues Projekt „Bildung für die Katz“ vorgestellt. Unter diesem Titel hat der BUND ein umfangreiches Bildungspaket für die inner- außerschulische Umweltbildung zu den Themen Waldbiotopverbund und Wildkatze geschnürt. Zu dem Paket gehört auch eine Wildkatzenkiste, welche der BUND Thüringen an Hubert Weinzierl, Präsident des Deutschen Naturschutzrings (DNR) und Vorsitzender des Kuratoriums der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) übergeben hat.
„Wir brauchen ein Netzwerk Grüner Korridore von 20.000 km Länge, wenn Wildkatze und viele andere bedrohte Arten in Deutschland eine Chance zum Überleben haben sollen“, erklärte Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. „Für dieses Ziel brauchen wir auch ein großes Netz von Unterstützern.“
Nach Angaben von Vogel stellt der BUND dazu für Lehrer, Pädagogen und Umweltbildner ein Bildungspaket rund um die Themen Wildkatze und Wald kostenlos zur Verfügung. Kinder und Jugendliche können damit für die Wildkatze und das Ökosystem Wald sensibilisiert werden. Die Inhalte des Pakets funktionieren fächerübergreifend und lassen sich unter anderem in den Unterricht der Fächer Biologie, Ethik, Religion, Geschichte, Geographie, Politik und Sozialkunde vom Kindergarten bis zur Sekundarstufe II integrieren. Das Paket kann sowohl in der inner- als auch außerschulischen Bildung eingesetzt werden.
Das BUND-Bildungspaket besteht aus drei Komponenten: den Unterrichtsmaterialien „Bildung für die Katz“, den Biodiversitätskisten für Exkursionen in den Wald und einer wissenschaftlichen Mitmachaktion. Die Unterrichtsmaterialien können auch als „Kinderakademie“ kompakt im Rahmen ganzer Projektwochen genutzt werden. Für Thüringen, Bayern, Hessen, Niedersachsen und Baden- Württemberg hat der BUND die Materialien mit den jeweiligen Bildungsplänen verknüpft. Die Biodiversitätskiste ist für den Einsatz im Wald, konzipiert. Die Kisten können an 40 Standorten bundesweit kostenlos ausgeliehen werden. In Thüringen gibt es acht Standorte u.a. in Einrichtungen der Thüringer Großschutzgebiete
Außerdem führt der BUND die Mitmachaktion „Spuren der Biodiversität“ durch, bei der Schüler die sogenannte Baldrian- Lockstockmethode kennenlernen.

Weitere Informationen zum Bildungspaket, Materialien zum Download und Bestellmöglichkeiten gibt es unter www.bund.net/wildkatzenbildung
Das Bildungspaket wurde im Rahmen der BUND-Kampagne „Biotopvernetzung – Netze des Lebens“ entwickelt. Das Projekt wird mit EU-Mitteln im Rahmen des Programms
LIFE+ sowie der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert.

26. Oktober 2011

Aufgabe des Truppenübungsplatzes Ohrdruf ist riesige Chance für den Naturschutz - BUND Thüringen schlägt Ausweisung als Nationales Naturmonument vor

Erfurt. Die heute bekannt gegebene Aufgabe des Truppenübungsplatzes Ohrdruf durch die Bundeswehr bewertet der BUND Thüringen als riesige Chance für den Naturschutz. Der Verband schlägt vor, den abziehenden Panzern große Weidetiere folgen zu lassen und Naturschutz zum Motor der Regionalentwicklung zu machen.
„Ohrdruf ist ein Eldorado für jeden Naturschützer“, erklärte Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. „Die Ausweisung als Nationales Naturmonument wäre der richtige Weg, sowohl die historische Bedeutung als auch die naturschutzfachliche Einzigartigkeit dieses Gebietes dauerhaft zu bewahren.“
Nach Angaben von Vogel hat der Truppenübungsplatz Ohrdruf mit einer Fläche von mehr als 4.700 ha eine Vielfalt von Lebensräumen und Arten auf zu weisen. Der Standort beherberge Thüringens größten zusammenhängenden Halbtrockenrasen, sowie eine außergewöhnliche reichhaltige Vogel- und Schmetterlingsfauna. Auch die Wildkatze fühle sich in den Wäldern des Truppenübungsplatzes zu Hause.
Vogel forderte, die Chance, welche sich mit dem Abzug der Bundeswehr aus Ohrdruf ergebe, gleichermaßen für Naturschutz und die Regionalentwicklung zu nutzen.
„Auf dem Standort Ohrdruf könnte eine „Thüringer Serengeti“ entstehen, in der halbwilde große Weidetiere, wie Wisente oder Wildpferde in Zukunft die Panzer ersetzen“, sagte Vogel. Wegen seiner Großflächigkeit und der Landschaftsstruktur sei der Standort dafür hervorragend geeignet. Durch eine behutsame touristische Entwicklung könne sich Ohrdruf dadurch zu einem touristischen Leuchtturm weit über die Region hinaus entwickeln.

14. Oktober 2011

BUND Thüringen kritisiert Forstreform - Gemeinwohl im Staatswald gefährdet

Erfurt. Die heute vom Thüringer Landtag beschlossene Errichtung einer Forstanstalt wird vom BUND Thüringen als Fehlentscheidung kritisiert. Nach Einschätzung des Verbandes geht die Umwandlung der Landesforstverwaltung in eine Anstalt Öffentlichen Rechts zu Lasten der Gemeinwohlfunktionen im öffentlichen Wald.
„CDU und SPD haben sich mit der Umwandlung der Landesforstverwaltung in eine gewinnorientierte Fortanstalt auf den Holzweg begeben“, sagte Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. „In Zukunft droht Gewinn vor Gemeinwohl im öffentlichen Wald“.
Nach Angaben des BUND Thüringen sollen der neuen Forstanstalt trotz der wachsenden Herausforderungen an den Öffentlichen Wald in den Bereichen Waldumbau, Klimaschutz und Naturschutz in Zukunft weniger statt mehr Geld zur Verfügung stehen. Auch beim Personal sei ein kontinuierlicher Abbau vorgesehen. Wenn die Anstalt mit weniger Geld und Personal dennoch wirtschaftlicher arbeiten solle, sei dieses Ziel nur durch die Intensivierung der Waldbewirtschaftung zu erreichen. Fehlendes Personal müsse zwangsläufig durch eine stärkere Mechanisierung der Holzernte und fehlendes Geld durch stärkeren Holzeinschlag kompensiert werden.
Der BUND Thüringen befürchtet Entwicklungen, welche in anderen Bundesländern nach der Privatisierung der Forstverwaltung eingetreten seien, auch in Thüringen. Hierzu gehöre der ganzjährige Holzeinschlag ohne Rücksicht auf Brut- und Aufzuchtzeiten, verstärkter Einschlag in wertvollen Altholzbeständen oder massive Bodenschäden durch den Maschineneinsatz.
Als kritisch bewertete der BUND Thüringen auch die Übertragung des Staatswaldes in das Eigentum der Forstanstalt. Damit sei der Landeswald der Kontrolle durch das Parlament entzogen.
Ausdrücklich begrüßte der BUND Thüringen die Entscheidung der Abgeordneten des Thüringer Landtages, den Nationalpark Hainich nicht in die Forstanstalt zu integrieren. Die Wahrnehmung der Belange des Nationalparks sei eine ureigene Aufgabe des Landes. Der Nationalpark habe daher in einer halbprivaten Einrichtung nichts zu suchen, erklärte Vogel.

7. Oktober 2011

BUND Thüringen begrüßt neue Biodiversitätsstrategie - Fahrplan zur Umsetzung gefordert

Erfurt. Der BUND Thüringen begrüßt die Thüringer Strategie zur Erhaltung der Biologischen Vielfalt als einen Meilenstein auf dem Weg zum Schutz der Natur in Thüringen. In der neuen Strategie seien die richtigen Ziele zum Stopp des Artensterbens in Thüringen formuliert. Allerdings fehle der Fahrplan für das Regierungshandeln, um diese Ziele zu erreichen.
„Die Ziele sind gut, wie die Landesregierung diese erreichen will, bleibt aber weiter unklar“, erklärte Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. „Wenn Arten wie Wildkatze oder Feldhamster im Jahr 2020 nicht mehr auf der Roten Liste stehen sollen, müssen jetzt die politischen Weichen dafür gestellt werden.“
Nach Angaben des BUND Thüringen gehört der Aufbau eines landesweiten Biotopverbundes, die Verbesserung der Lebensraumbedingungen für Arten der Agrarlandschaften oder der Nutzungsverzicht auf 25.000 ha Waldfläche zu den wichtigsten Zielen der Strategie. Die Umsetzung dieser Ziele im geplanten Zeithorizont bis 2020 setze eine Neuausrichtung der Thüringer Naturschutzpolitik voraus.
Beim Waldbiotopverbund dürfen grüne Korridore auf Ackerflächen aus Sicht des BUND Thüringen nicht zum Tabu-Thema erklärt werden. Um Hamster und Kornblume auch nach 2020 ein Überleben auf Thüringer Agrarlandschaften zu ermöglichen, müsse sich die Landesregierung für eine grundlegende Reform der europäischen Agrarförderung in der neuen Förderperiode ab 2014 stark machen. In Zukunft sei die Vergabe von landwirtschaftlichen Fördermitteln an die Bereitstellung von mind. 10% der Landwirtschaftsfläche für Naturschutzzwecke zu binden. Das 25.000 ha Ziel im Wald müsse durch die Ausweisung großer zusammenhängender Waldgebiete umgesetzt werden und dürfe nicht durch die Aufsummierung von Einzelbaumflächen unterlaufen werden. Durch die Ausweisung des Biosphärenreservates Südharz und die Erweiterung des Biosphärenreservates Vessertal müsse der besonderen Naturraumausstattung dieser Regionen Rechnung getragen werden.
Vogel betonte, dass die ambitionierten Ziele der Thüringer Biodiversitätsstrategie nicht ohne den Ausbau der Personalkapazitäten in der Naturschutzverwaltung zu erreichen seien.
„Die Thüringer Strategie zur Erhaltung der Biologischen Vielfalt darf nicht als Papiertiger im Schreibtisch des Ministers landen. Deshalb müssen jetzt dem Bekenntnis zu den Zielen auch die Schritte zur Umsetzung durch die Landesregierung folgen“, forderte Vogel.

15. September 2011

Lang-Lkw in Thüringen stoppen! Die Landesregierung Thüringen will eklatanten Wortbruch begehen

Erfurt. Den sofortigen Stopp aller Vorbereitungen für die Zulassung von Gigalinern mit über 25 Meter Länge fordern der BUND und die Allianz pro Schiene. Die Regierung des Freistaats Thüringen muss Bürger und Umwelt vor diesen Riesen-Lkw Straßen schützen. Deshalb müsse die SPD den Alleingang von Verkehrsminister Carius stoppen und den sich anbahnenden Bruch des Koalitionsvertrags verhindern. Das sei auch wichtig für den Föderalismus, denn die Bundesregierung wolle – in verfassungswidriger Weise - den Bundesrat aushebeln.
Für Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen wäre es ein dreister Wortbruch, wenn sich die Thüringer Landesregierung am Feldversuch für Gigaliner beteiligen würde: „SPD und CDU haben im Koalitionsvertrag eindeutig die Einstellung des Pilotprojektes vereinbart. Wenn Verkehrsminister Carius jetzt Autobahnstrecken und nachgeordnete Straßen für die Teilnahme am Feldversuch mit Lang-Lkw meldet, geht er vorsätzlich auf Kollisionskurs.“ Vogel forderte die Ministerpräsidentin Lieberknecht und den stellvertretenden Ministerpräsidenten Matschie auf, „den Alleingang von Verkehrsminister Carius zu stoppen.“
Martin Roggermann, Koordinator der europäischen Kampagne No Mega Trucks bei der Allianz pro Schiene kritisierte, dass in dem so genannten Feldversuch  auch Teile des Straßennetzes von Thüringen als „Versuchsstrecken“ genutzt würden. Der Versuch sei in Wirklichkeit kein Versuch, sondern bereite – wie in Dänemark und den Niederlanden - direkt die allgemeine Zulassung von überlangen und später auch überschweren Lkw vor. „Keine Stadt und Gemeinde in Thüringen ist vor den Gigalinern sicher, denn das Streckennetz kann jederzeit ausgeweitet werden.“ Nach Roggermann sei Thüringen von entscheidender Bedeutung für den bundesweiten Feldversuch. Wie andere Landesregierungen müsse auch die Regierung des Freistaats mutig sein, zu widersprechen, zumal das Vorgehen der Bundesregierung am Bundesrat vorbei laut Gutachten des renommierten Verfassungsrechtlers Prof. Battis verfassungswidrig sei.
Es sei nachgewiesen, so Werner Reh, Verkehrsexperte des BUND Bundesverbandes, dass die Gigaliner keine Vorteile für die Umwelt mit sich brächten. Eine allgemeine Zulassung „würde nicht zu einer Absenkung sondern zu einer Erhöhung der CO2-Emissionen in Deutschland führen“, weil sie eine Rückverlagerung von Gütertransporten von der Schiene auf die Straße bewirkten. Für Reh sind „Gigaliner das Symbol für eine verkorkste Verkehrspolitik in Deutschland. Bundesverkehrsminister Ramsauer fordert – zu Recht - die Verlagerung von Gütern von der Straße auf die Schiene und sorgt, dass faktisch das Gegenteil passiert. Er fordert – ebenfalls zu Recht – dass mehr Geld in den Straßenerhalt investiert wird und sorgt zugleich dafür, dass wegen der Gigaliner zusätzliches Geld in Kreisverkehre, Autobahnauffahrten und Rastplätze investiert werden muss.“

26. August 2011

20 Jahre Biosphärenreservat Rhön: BUND fordert eine deutliche Stärkung der Zusammenarbeit über die Grenzen der Bundesländer hinweg

Die Landesverbände Hessen, Thüringen und Bayern des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordern anlässlich der Festveranstaltung der drei am Biosphärenreservat Rhön beteiligten Bundesländer am 26.08.2011 eine deutlich stärkere Zusammenarbeit über die Landesgrenzen hinweg. BUND-Bundesvorsitzender Prof. Hubert Weiger: „Wir wünschen uns einen neuen Schub für den  gemeinsamen Biosphärenreservats-Gedanken und mehr Rücksicht auf die sensible Naturausstattung des Biosphärenreservates Rhön.“
Zum 20 jährigen Geburtstag des Biosphärenreservates schlägt der BUND neue Projekte, die dem Charakter der Modellregion entsprechen, den Verzicht auf weitere Eingriffe in die Landschaft und eine Straffung der organisatorischen Strukturen vor. Die heutigen Entscheidungsstrukturen sind unübersichtlich und ineffektiv. Sie bestehen aus drei Biosphärenreservats-Verwaltungsstellen der Bundesländer Hessen, Thüringen und Bayern sowie einer kommunalpolitisch bestimmten „ARGE Rhön“, deren Vorsitz und Geschäftsstelle alle zwei Jahre wechselt.

Forderungen und Projektvorschläge des BUND sind:

  • länderübergreifende „Modellregion für Energieffizienz Rhön“
  • länderübergreifende Modellregion "Schluss mit dem Flächenverbrauch"
  • länderübergreifendes Modellprojekt "Imagekampagne Rotkerniges Buchenholz aus der Rhön"
  • länderübergreifende, gesetzliche Initiative zur Schaffung einer "Gentechnikfreie Zone Biosphärenreservat Rhön"
  • Verzicht auf den Straßenneubau B87n von Fulda nach Meiningen
  • Vervollständigung der Kernzonen einschließlich der anschließenden Ausweisung als Naturschutzgebiete
  • Schaffung einer gemeinsamen, länderübergreifenden Verwaltung nach dem Vorbild des länderübergreifenden Nationalparks Harz
  • Schaffung einer gemeinsamen, länderübergreifenden "Rhönagentur" als organisatorisches Dach zur Entwicklung und Vermarktung gemeinsamer, länderübergreifender Ideen und Konzepte für und im Biosphärenreservat Rhön
  • Schaffung einer gemeinsamen, länderübergreifenden Tourismusorganisation und gemeinsamen Vermarktung der Urlaubsregion
  • Aufstockung der Haushaltsmittel für das gemeinsame Handeln der Länder, Kreise und Kommunen im und für das Biosphärenreservat Rhön
24. Juni 2011

BUND Thüringen gratuliert Nationalpark Hainich zur Anerkennung als Weltnaturerbe

Erfurt. Der BUND Thüringen gratuliert dem Nationalpark Hainich zur Anerkennung als Weltnaturerbe durch die UNESCO.
„Das ist die Krönung für die jahrelange und erfolgreiche Arbeit des Nationalpark“, erklärte Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. „Die Buchenwälder im Nationalpark Hainich sind die eigentlichen Schatzkammern unserer heimischen Artenvielfalt. Durch die heutige Anerkennung durch die UNESCO-Kommission gehören sie nun auch offiziell zum Weltnaturerbe“.
Nach Angaben von Vogel gehören naturnahe Buchenwälder zu den ursprünglichsten Lebensräumen in Mitteleuropa. Das Verbreitungsgebiet der Rotbuche sei ausschließlich auf Europa begrenzt. Deutschland liege im Zentrum des Verbreitungsgebietes und trage daher für den Schutz der Rotbuchenwälder eine besondere Verantwortung. Allerdings betrage der Anteil urwaldähnlicher Buchenbestände wie sie noch im Nationalpark Hainich zu finden seien, heute weniger als 0.01% der Landesfläche.
Diese Wälder seien die letzten noch verbliebenen Relikte eines ursprünglich flächig in Deutschland verbreiteten Ökosystems. Sie seien Zufluchtsort für eine Vielzahl echter Urwaldarten angefangen von der Wildkatze über verschiedene Vogel- und Fledermausarten bis zu den Urwaldspezialisten unter den Insekten.
„Die Anerkennung der Urwälder im Hainich durch die UNESCO unterstreicht die Bedeutung dieser Lebensräume für den Erhalt der weltweiten Biodiversität. Die Landesregierung darf sich jetzt nicht auf dieser Anerkennung ausruhen sondern muss ihr Versprechen aus dem Koalitionsvertrag mit Nachdruck umsetzen und 10% der Thüringer Wälder aus der Nutzung nehmen. Nur wenn es gelingt, ein Netz nutzungsfreier Urwaldflächen in Deutschland zu etablieren, können wir unseren Beitrag zum Weltnaturerbe dauerhaft bewahren.

30. Mai 2011

Atomausstieg muss früher kommen! - BUND Thüringen: Ausstieg 2022 ist zu spät!

Erfurt. Der BUND Thüringen fordert, aus der Atomkraft in Deutschland deutlich früher als 2022 aus zu steigen. Das von der schwarz-gelben Regierungskoalition beschlossene Ausstiegsdatum verzögere den Einstieg in die Energiewende und verlängere das Sicherheitsrisiko.

„Obwohl die geschmolzenen Reaktorkerne in Fukushima weiterglühen, schieben Merkel, Röttgen und Co. den Atomausstieg auf die lange Bank“, kritisierte Ron Hoffmann Landesvorsitzender des BUND Thüringen. „Jeder Tag, den die Atommeiler länger am Netz bleiben, ist ein verlorener Tag für die Energiewende“.
Enttäuscht zeigte sich Hoffmann auch von den Regierungsparteien in Thüringen: „Der Parteitagsbeschluss der SPD, bis 2021 aus der Atomkraft aus zu steigen ist hasenfüßig. Der Partei fehlt offenbar der Mut, die Energiewende aus Thüringen heraus kraftvoll voran zu treiben. Die CDU hat überhaupt kein Konzept für die Energiewende.“

Hoffmann forderte die Landesregierung auf, umgehend einen Sofort-Maßnahmenkatalog zum Ausstieg aus der Atomenergie bis zum Jahr 2015 und zum Einstieg in das Erneuerbare Energiezeitalter zu verabschieden. Dazu gehöre

  • ein Energieeinsparpaket zur drastischen Senkung des Energieverbrauchs in Thüringen
  • die Ausweisung von Vorrangflächen für Windenergie auf mindestens 1% der Landesfläche
  • den Ausbau der Förderung von Photovoltaikanlagen auf Dachflächen
  • die Förderung des Ausbaus dezentraler Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (KWK)
  • Verzicht aller Stadtwerke auf Atomstrom nach dem Vorbild von Jena und Pößneck
  • Förderung der Weiterentwicklung von Stromspeichertechnologien zur Integration von Strom aus erneuerbaren Energien
26. Mai 2011

BUND Thüringen: Atomausstieg jetzt und endgültig auf Anti-Atom-Demo am 28. Mai in Erfurt

Erfurt. Der BUND Thüringen bekräftig kurz vor dem erwarteten Abschlussbericht der Ethikkommission seine Forderung nach einem sofortigen und endgültigen Atomausstieg. Der Verband sieht sich durch die Studie des Umweltbundesamtes bestätigt, dass ein Abschalten aller Kernkraftwerke in Deutschland weit vor dem bisher von der Bundesregierung genannten Datum möglich ist.

„Die Studie des Umweltbundesamtes bestätigt erneut, dass wir bereits bis 2017 vollständig aus der Atomkraft aussteigen können, ohne dass bei uns die Lichter ausgehen“, sagte Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen. „Mit jedem Tag, den die Atommeiler länger am Netz bleiben, steigt das Risiko einer atomaren Verseuchung in Deutschland.“

Scharf kritisierte Hoffmann die Überlegungen der FDP, den Atomausstieg an Bedingungen zu knüpfen. „Damit unterstreicht die FDP wieder einmal ihr Image der „Sandalen-Partei“, welche sich alle Möglichkeiten offen hält“, sagte Hoffmann. Durch ihre Haltung verhindere die FDP Planungssicherheit bei den Investitionen in die erneuerbaren Energien und verschleppe damit die Energiewende.

Nach Angaben von Hoffmann hat sich bisher keine der von Atomkraftbefürwortern geäußerten Bedenken bestätigt. Obwohl nur noch vier Atomkraftwerke am Netz seien und deren Leistung aufgrund der sommerlichen Temperaturen nicht auf Höchstlast gefahren werden könnten, seien in Deutschland keine Blackouts zu verzeichnen. Warnungen, der Strom werde beim Verzicht auf Atomkraft unbezahlbar, seien ohne Grundlage und bereits mehrfach durch seriöse Studien widerlegt worden. Beim Netzausbau stehe die von den Netzbetreibern mit finanzierte Studie der DENA mit einem Bedarf von 3.600 km dem vom Bundeswirtschaftsministerium festgestellten Bedarf von gerade mal 250 km gegenüber.

Die enorme Differenz zeige, dass über den tatsächlichen notwendigen Ausbau der Stromnetze weitgehend Unklarheit herrsche, so Hoffmann.„Es gibt nur einen Weg in eine sichere, bezahlbare und umweltfreundliche Energieversorgung: Atomkraftwerke sofort und endgültig abschalten!“ forderte Hoffmann. „Deshalb rufen wir die Menschen in Thüringen auf, gemeinsam mit uns am Samstag, 28.05.11 ab 14:00 für zukunftsfähige Energieversorgung ohne Atomstrom auf die Straße zu gehen“.

Weitere Informationen unter www.anti-atom-demo.de

11. Mai 2011

Zukunft Biosphärenreservat Vessertal sichern! - Naturschutzverbände fordern Erweiterung nach internationalen Kriterien

Erfurt. Die Naturschutzverbände AHO, BUND, Grüne Liga und NABU in Thüringen fordern heute in einer gemeinsamen Pressekonferenz in Erfurt die Erweiterung des Biosphärenreservates Vessertal unter Einhaltung der internationalen UNESCO-Kriterien. Aus Sicht der Verbände ist dafür die Ausweisung zusätzlicher nutzungsfreier Waldflächen als Kernzonen unverzichtbar. Die Verbände warnen davor, dass dem ältesten Biosphärenreservat Deutschlands die Aberkennung des internationalen Status durch die UNESCO droht, sollte die Erweiterung scheitern. Eine klare Absage erteilten die Verbände Vorschlägen, den gesamten Thüringer Wald zur Biosphärenregion zu erklären, ohne die UNESCO-Kriterien zu erfüllen und zusätzliche nutzungsfreie Kernflächen aus zu weisen.
„Ein solcher Etikettenschwindel ist mit uns nicht zu machen“, sagte Volker Kögler, Vorstand des AHO. „Der Status als internationale Modellregion ist untrennbar an die Kriterien der UNESCO gebunden. Dazu gehört auch die Ausweisung von mindestens 3% nutzungsfreier Kernflächen im Biosphärenreservat.“
Grit Tetzel, Landesgeschäftsführerin der Grünen Liga, verwies auf die Bedeutung des Biosphärenreservates Vessertal als Modellregion für eine nachhaltige Regionalentwicklung. „Mit 17.000 ha ist das gegenwärtige Schutzgebiet zu klein, um die Möglichkeiten einer nachhaltigen Landnutzung und eines sanften Tourismus in der gesamten Region voll zu entfalten.“
Mike Jessat, Landesvorsitzender des NABU Thüringen machte deutlich, dass die von der Landesregierung vorgeschlagene Erweiterungskulisse auf 30.000 ha nur ein Minimum-Szenario darstelle. „Wir können uns als NABU gut vorstellen, auch Teile des nordwestlichen Thüringer Waldes zwischen Wartburg und Inselsberg sowie auch Bereiche des südöstlichen Thüringer Waldes mit dem nördlichen und westlichen Schiefergebirge in das Biosphärenreservat mit ein zu beziehen. Dieser Erweiterungsvorschlag kann einen wichtigen Beitrag zum Ziel von Minister Reinholz leisten 25 000 Hektar Wald aus der Nutzung nehmen zu wollen. Einen entsprechenden Erweiterungsvorschlag bringen wir in den moderierten Diskussionsprozess ein.“ Nach Angaben von Jessat hat die Regionale Arbeitsgruppe LEADER Wartburgregion diese Entwicklungsmöglichkeit erkannt und dazu einen Diskussionsprozess eingeleitet.
„Die wirtschaftliche Zukunft der Region liegt nicht im Abholzen der letzten naturnahen Wälder sondern im naturnahen Tourismus und im Fremdenverkehr“, ist Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen überzeugt. Nach Angaben von Vogel bilden die artenreichen Buchenwälder und nicht eintönige Forsten das Zukunftskapital der Region. Der Status als international anerkannte Modellregion dürfe nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden. „Die Erweiterung muss kommen und zwar so, dass perspektivisch auch ein Nationalpark Thüringer Wald in die Schutzgebietskulisse integriert werden kann!“

19. April 2011

Naturführer Lebendige Werra - mit dem Kanu unterwegs zwischen Meiningen und Treffurt

Erfurt. Zum Auftakt der Kanu-Saison präsentiert der BUND Thüringen seinen neuen „Naturführer Lebendige Werra – Mit dem Kanu unterwegs zwischen Meiningen und Treffurt“. Der speziell für Kanufahrer entwickelte Führer gibt Tipps zu Lebensräumen und Schutzgebieten entlang der Werra und enthält Verhaltensregeln für naturverträglichen Kanutourismus. Der Führer ist in einem Gemeinschaftsprojekt des BUND Thüringen mit dem Landessportbund Thüringen entstanden.
„Die Werra vom Kanu aus zu erkunden ist ein Naturgenuss der besonderen Art“, sagte Thomas Wey, Projektleiter beim BUND Thüringen. „Aber die Werra ist auch Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000. Damit die empfindliche Natur nicht gestört wird und auch Angler auf ihre Kosten kommen braucht es Regeln“.
Nach Angaben von Wey werden in dem Naturführer charakteristische Lebensräume und Arten vorgestellt, welche dem Kanu-Touristen auf der Werra begegnen. Auf einer Karte seien alle Schutzgebiete entlang der Werra sowie Anlegestellen für Boote, Campingplätze und Wehre eingetragen. Ergänzt werde das Angebot außerdem durch eine wasserfeste Bestimmungstafel mit den wichtigsten Tier- Pflanzenarten der Werra.
In dem Projekt „Drei in einem Boot“, welches von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und der Naturstiftung David gefördert wurde, seien gemeinsam mit Naturschützern, Anglern Kanu-Sportvereinen und Kanu-Touristikern „Goldene Regeln“ für naturverträglichen Kanutourismus entwickelt worden. Die Kanu-Touristen seien aufgefordert Schilfgürtel oder dicht bewachsene Ufer zu meiden, Sand und Kiesbänke nicht mit Boot oder Paddel zu berühren oder nur die gekennzeichneten Ausstiegs- und Umtragestellen für ihre Boote zu benutzen. Dadurch würden Brut- und Laichplätze geschützt. Mit den Kanu-Betrieben seien Selbstverpflichtungen entwickelt worden, welche die Saison von Mai bis September begrenzen oder den Verzicht auf motorbetriebene Wasserfahrzeuge regeln.
Nach Angaben von Wey ist die Werra mit ihren Nebenflüssen gemäß der europäischen Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH) von den Quellen bis Treffurt geschützt. Neben den bedrohten Fischarten Bachneunauge und Westgroppe stünden auch Gelbbauchunke, Kammmolch und Fischotter unter besonderem Schutz.
„Wenn es um Kanu-Sport und Kanu-Tourismus auf der Werra geht sitzen Kanufahrer, Angler und Naturschützer gemeinsam in einem Boot“, sagte Ralf Ulitzsch vom Landessportbund Thüringen. „Umweltgerechtes Sporttreiben ist nicht nur Bestandteil der Satzung des Landessportbundes. Unsere Vereinsmitglieder entwickeln auch ein wachsendes Interesse am Schutz von Natur und Umwelt. Deshalb haben wir uns mit unseren Kanu-Sportvereinen aktiv in dieses Projekt eingebracht.“

9. April 2011

BUND Thüringen: Bäuerliche Landwirtschaft fördern – Agrogentechnik und Tierfabriken stoppen

Weimar. Der BUND Thüringen fordert eine radikale Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union (GAP) ab dem Jahr 2013. In einem bei der diesjährigen Landesversammlung verabschiedeten Antrag fordern die Mitglieder in Zukunft öffentliche Fördergelder nur noch zur Belohnungen von Leistungen im Umwelt-, Tier- und Verbraucherschutz und für den Erhalt der ländlichen Räume ein zu setzen.
„Bei der Neuausrichtung der europäischen Agrarpolitik ab 2014 darf es kein „Weiter so“ geben“, forderte Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen. „Immer noch ist es lukrativer, Gewässer mit Nitrat, Lebensmittel und Böden mit Pestiziden zu belasten – statt auf Ökolandbau umzusteigen und eine artenreiche Kulturlandschaft zu bewirtschaften.“
Die GAP koste den Steuerzahler pro Jahr mehr als 50 Mrd. Euro! Beim Schutz öffentlicher Güter wie Böden, Luft oder Gewässer und auch beim Verbraucherschutz habe die GAP versagt. In Thüringen würden immer neue Tierfabriken genehmigt, in denen Schweine oder Geflügel unter qualvollen Bedingungen gehalten werden. Seit 1980 habe sich die Zahl der Feldvögel in der Agrarlandschaft in Europa um 44% reduziert. Selbst ursprünglich häufige Arten wie Feldsperling oder Kiebitz erlebten dramatische Verluste. In Thüringen verfehlten über 95% der Oberflächengewässer den guten ökologischen Zustand durch Einträge aus der Landwirtschaft.
Hoffmann machte deutlich, dass sich der BUND Thüringen dafür einsetzen werde, dass in Zukunft Fördermittel der Europäischen Union vor allem für eine umweltschonende und tiergerechte Landwirtschaft bereit gestellt werden. Zu den Standards einer neuen Agrarpolitik gehöre auch die Bereitstellung von 10% der Landwirtschaftsfläche für Naturschutzzwecke, der Verzicht auf Gentechnik und Monokulturen.
Die Landesversammlung verabschiedete außerdem einen Antrag zur atomstromfreien Energieversorgung in Thüringen. Die Thüringer Landesregierung wurde aufgefordert ein Sofort-Programm zur Energiewende zur verabschieden. Oberste Priorität habe dabei die konsequente Nutzung von Energieeffizienz und Energieeinsparung.
„Energiesparen ist die sicherste, umweltfreundlichste und wirtschaftlichste Energiequelle“, sagte Hoffmann.
Deshalb fordere der BUND Thüringen ein Energieeinspargesetz, welches alle öffentlichen Einrichtungen verpflichte, ihren Energieverbrauch durch eine jährliche Einsparrate zu reduzieren. Mit einer landesweiten Abwrackprämie für Stromfresser könnte die Energieeinsparung in Privathaushalten unterstützt werden.

7. April 2011

Schmetterlinge zählen: BUND Thüringen startet ins „Abenteuer Faltertage“ 2011

Erfurt. Der BUND Thüringen ruft ab sofort erneut zur Schmetterlingszählung auf. Beim „Abenteuer Faltertage“ geht es um zehn einfach zu erkennende und noch weit verbreitete Arten. Die Teilnehmer können ihre Beobachtungen mithilfe eines Zählbogens notieren und zwischen April und Ende Oktober an den Bundesverband des BUND melden, online auf www.bund.net/faltertage oder per Post. Die gewonnenen Daten wertet die Umweltschutzorganisation aus. Sie will so mehr über die Entwicklung der Schmetterlingsbestände in Deutschland erfahren.

Der BUND Thüringen will mit der Aktion aber auch auf die Bedrohung der Schmetterlinge aufmerksam machen. Denn obwohl ein Sommer ohne Schmetterlinge schwer vorstellbar ist, werden die „Gaukler der Lüfte“ immer seltener. Vor allem leiden die Falter unter dem Verlust ihrer Lebensräume: durch die Landwirtschaft, den Flächenverbrauch und gentechnisch veränderte Pflanzen. Nur etwa einem Fünftel der hier heimischen Schmetterlingsarten gehe es noch ausreichend gut, so der BUND.

An Pfingsten (11. bis 13. Juni) und am letzten Augustwochenende (27. und 28. August) finden die Aktionswochenenden zum Abenteuer Faltertage statt. An diesen Terminen organisieren die BUND-Gruppen in ganz Deutschland Aktionen und Veranstaltungen rund um das Thema Schmetterlinge.
Neben der Teilnahme am „Abenteuer Faltertage“ hilft ein vielfältiger Garten mit einheimischen Pflanzen den Schmetterlingen. Die Raupen fressen oft nur an bestimmten Pflanzen und die Tagfalter benötigen für die Eiablage ebenfalls heimische Gewächse. Ein kleiner Schritt mit einer großen Wirkung ist das Stehen lassen von Brennnesseln. Durch den Kauf von Bioprodukten kann Jeder zum Schmetterlingsschutz beitragen. Hier verzichten die Landwirte auf den Einsatz von giftigen Pestiziden und Herbiziden.

Mehr Informationen zum „Abenteuer Faltertage“, zu schmetterlingsfreundlicher Gartengestaltung und dem Schmetterlingsschutz gibt es auf der Internetseite www.bund.net/faltertage und in der Broschüre „Schmetterlinge schützen“, kostenlos zu beziehen über den BUND. Hier kann auch der Zählbogen für das „Abenteuer Faltertage“ bestellt werden.

4. April 2011

BUND Thüringen startet Wildkatzen-Namenswettbewerb

Erfurt. 2011 ist das Jahr der Wälder. Mehr als ein Drittel Thüringens ist davon bedeckt, pro Kopf kommt auf jeden Thüringer 2.200 m² Wald. Damit steht Thüringen bundesweit mit an der Spitze. Eine der ältesten Bewohnerinnen von naturnahen Wäldern ist die Wildkatze. In Zusammenarbeit mit dem Nationalpark schützt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland Thüringen (BUND) schon seit 2004 die scheue Jägerin und ihren Lebensraum. Nun sucht der BUND im Rahmen seiner bundesweiten Kampagne „Netze des Lebens“ einen Namen für sein Wildkatzen-Maskottchen. Vom 4. bis 14. April können große und kleine Wildkatzenfreunde ihre Vorschläge unter www.bund.net/biotopvernetzung einreichen. Nach Einsendeschluss entscheidet eine Jury über die beste Idee. Der Gewinner wird mit einem Hängestuhl aus FSC-Holz und Biobaumwolle belohnt, einer besonders bequemen Variante der Hängematte. Unter allen Teilnehmern verlost der BUND außerdem vier Ferngläser und fünf 20-Euro-Gutscheine für den BUNDladen.

Die noch namenslose Wildkatze wird den BUND zukünftig bei der Rettung der Wildkatze und anderer Waldtiere unterstützen.

Die Europäische Wildkatze ist eine eigene Art und nicht mit verwilderten Hauskatzen zu verwechseln. In Deutschland gibt es noch etwa 5000-7000 der scheuen Tiere. Ihr Lebensraum sind große, naturnahe Wälder. Diese gibt es jedoch immer weniger, häufig sind sie durch Straßen und ausgeräumte Agrarlandschaften zerschnitten. Deshalb arbeitet der BUND daran die letzten Wildkatzenwälder wieder durch grüne Korridore aus Bäumen und Büschen zu verbinden. Damit werden die voneinander isolierten Waldgebiete Deutschlands wieder vernetzt und so nicht nur den Wildkatzen ein Überleben gesichert.

Aufbauend auf die erfolgreichen Arbeiten an diesem „Rettungsnetz für die Wildkatze" hat der BUND die Kommunikationskampagne „Biotopvernetzung – Netze des Lebens“ gestartet. Die Kampagne wird durch das LIFE+ Programm der Europäischen Union gefördert.

Hintergrundinformationen finden Sie unter www.bund.net/biotopvernetzung

4. April 2011

Einladung zur Landesversammlung am 09.04.2011

Hiermit laden wir Sie herzlich ein zur Landesversammlung des BUND Thüringen am Sonnabend, 09. April 2011, ab 10.00 Uhr im Reithaus Weimar, Platz der Demokratie 5, Ilmpark, 99423 Weimar.
Die Agrarminister der Länder haben sich zwar auf ihrer jüngsten Konferenz in Jena immer noch mit einem „Weiter so!“ gegen eine Reform der Europäischen Agrarpolitik gestemmt. Bauern, Umweltschützer, Imker und Verbraucher fordern aber längst eine Abkehr von der industrialisierten Landwirtschaft und einen besseren Verbraucherschutz. Die Menschen haben es satt, Dioxinverseuchte Frühstückseier, Brötchen aus Genweizen oder Thüringer Bratwurst mit Hormonfleisch serviert zu bekommen. Während Lebensmittelskandale uns den Appetit verderben, verpesten in Thüringen immer neue Tierfabriken die Luft. Immer noch ist es lukrativer, Gewässer mit Nitrat, Lebensmittel und Böden mit Pestiziden zu belasten – statt auf Ökolandbau umzusteigen und eine artenreiche Kulturlandschaft zu bewirtschaften.
Wie muss eine europäische Agrarpolitik aussehen, welche bäuerliche Betriebe statt Agrarfabriken fördert? Wie müssen Subventionen umgelenkt werden, damit sich eine gentechnikfreie Landwirtschaft und artgerechte Tierhaltung und die Produktion gesunder Nahrungsmittel lohnen? Welchen Beitrag kann und muss die Landwirtschaft in Zukunft zum Erhalt der Biologischen Vielfalt leisten?
Diese Fragen wollen wir auf unserer diesjährigen Landesmitgliederversammlung des BUND Thüringen, mit Herrn Jochen Dettmer, Bundesgeschäftsführer von Neuland e.V und Experte für europäische Landwirtschaftspolitik diskutieren.
Im Anschluss werden die aktuellen, umweltpolitischen Schwerpunkte des BUND Thüringen für das Jahr 2011 beschlossen.

24. März 2011

Thüringen muss Energiewende beschleunigen - BUND Thüringen fordert atomstromfreie Energieversorgung in Thüringen

Erfurt. Für den BUND Thüringen reichen die Ankündigungen von Ministerpräsidentin Lieberknecht zum Ausbau der Erneuerbaren Energien in Thüringen nicht aus. Der Verband fordert von der Landesregierung ein verbindliches Bekenntnis zum schnellen und endgültigen Abschalten aller Atomkraftwerke in Deutschland. Gleichzeitig muss die Landesregierung ein Maßnahmenpakt zur sofortigen atomstromfreien Energieversorgung Thüringens verabschieden.
„Nach dem rasanten Stellungswechsel von Ministerpräsidentin Lieberknecht zur Atomenergie nimmt die Landesregierung jetzt nur mit angezogener Handbremse Kurs aufs neue Energiezeitalter“, sagte Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen. „Dabei läuft der Grüne Motor am besten ohne Atomstrom. Deshalb fordern wir ein Sofort-Programm für die atomstromfreie Energieversorgung in Thüringen“.
Oberste Priorität beim raschen Umstieg auf eine atomstromfreie Energieversorgung hat für den BUND Thüringen die konsequente Nutzung von Energieeffizienz und Energieeinsparung. Seit 1991 sei der Stromverbrauch in Thüringen ungebremst von 9 Terrawatt auf 12 Terrawatt im Jahr 2008 gestiegen. Dieser Trend müsse sofort gestoppt werden. Energiesparen bilde die sicherste, umweltfreundlichste und wirtschaftlichste Energiequelle.
Der BUND Thüringen schlägt vor, den Energieverbrauch in Thüringen durch eine jährliche Einsparrate konsequent zu reduzieren. Mit einem Energieeinspargesetz könnten alle öffentlichen Einrichtungen verpflichtet werden, die jährliche Reduktion ihres Energieverbrauchs zu erfüllen. Durch eine Abwrackprämie für Stromfresser könnte die Energieeinsparung in Privathaushalten unterstützt werden. Ein landesweites Energiesparberatungsangebot könnte vor allem einkommensschwache Haushalte beim Energie- und Kostensparen unterstützen. Die Umstellung aller Landesliegenschaften auf eine Stromversorgung aus erneuerbaren Energiequellen, bilde ein wichtiges Signal für die energiepolitische Glaubwürdigkeit der Landesregierung.
Um die Energiewende in Thüringen weiter zu treiben, forderte Hoffmann alle Stadtwerke auf, dem Beispiel Jenas zu folgen und auf den Bezug von Atomstrom zu verzichten.
„Die CDU muss endlich ihre Blockadepolitik gegenüber der Windenergie in Thüringen aufgeben“, forderte Hoffmann. „Für eine zukunftsfähige Energieversorgung ist der Ausbau der Windenergie auf mindestens 1% der Landesfläche unverzichtbar“. Gleichzeitig erteilte Hoffmann den Forderungen der SPD nach einem Ausbau der Höchstspannungsleitungen und dem Bau neuer Pumpspeicherwerke eine klare Absage:
„Wir brauchen für die Energiewende weder neue Stromautobahnen noch ein zweites Goldisthal in Thüringen. Vorrang muss der Ausbau dezentraler, verbrauchernaher Energieanlagen haben. Bei der Stromspeicherung stehen innovative Technologien wie z.B. die Kombination von Windkraft mit Wasserstofferzeugung zur Verfügung.“

Um der Forderung nach dem Abschalten aller Atomkraftwerke in Deutschland Nachdruck zu verleihen, ruft der BUND Thüringen gemeinsam mit dem Anti-Atom-Bündnis zur Großdemonstration am Samstag, 26. März 2011 in Berlin auf.
Weitere Informationen zur Demo und Anmeldungen zur Busfahrt nach Berlin unter www.bund-thueringen.de 

17. März 2011

BUND Thüringen: Saatgut muss sauber bleiben!

Erfurt. Der BUND Thüringen warnt vor einer Aufhebung des Reinheitsgebotes für Saatgut durch die Zulassung gentechnisch veränderte Organismen. Er fordert die Landesregierung auf, einem entsprechenden Antrag des Agrarausschusses im Bundesrat am Freitag nicht zu zu stimmen.
„Gentechnisch kontaminiertes Saatgut hat auf Thüringens Feldern nichts zu suchen“, sagte Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. „Deshalb brauchen wir auch in Zukunft eine Nulltoleranz für Gentechnik im Saatgut.“
Nach Informationen des BUND Thüringen steht am Freitag im Bundesrat die Entscheidung über eine mögliche Aufhebung der Saatgutreinheit an. Die Bundesländer Baden-Württemberg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein haben den Antrag eingebracht. Sie fordern die geltende Nulltoleranz für gentechnisch veränderte Organismen im Saatgut durch eine "für alle Wirtschaftsbeteiligten praktikable technische Lösung" zu ersetzen. Der BUND Thüringen befürchtet mit dieser Regelung die Einführung eines Grenzwertes für gentechnische Verunreinigung durch die Hintertür.
Bei der Festlegung eines Grenzwertes könne in Zukunft kein Landwirt mehr die gentechnikfreie Produktion von Lebensmitteln garantieren. Die Gefahr, dass dann durch eine legalisierte Saatgutverunreinigung gentechnisch veränderte Organismen unbeabsichtigt auf die Äcker kämen und sich ausbreiteten sei hoch.
Hintergrund für die Anträge der genannten Länder ist die im letzten Frühjahr entdeckte Kontamination von Mais-Saatgut der Firma Pioneer. Deutschlandweit mussten etwa 2000 Hektar von bereits mit Mais bestellten Feldern umgebrochen werden, weil eine Kontamination mit einem nicht zugelassenen Konstrukt festgestellt wurden. Die Behörden in Niedersachsen hatten Ihre Untersuchungsergebnisse nicht rechtzeitig vor der Aussaat bekannt gegeben.
„Thüringen hat sich bisher als einziges Bundesland per Landtagsbeschluss für einen Verzicht auf den Einsatz gentechnisch veränderter Organismen in der Landwirtschaft ausgesprochen. Darüber hinaus ist der Freistaat im vergangenen Herbst dem "Europäischen Netzwerk gentechnikfreier Regionen" beigetreten. Ministerin Taubert hat die „Charta der gentechnikfreien Regionen“ unterzeichnet. In dieser wird auch der Schutz von Saatgut vor gentechnischen Verunreinigungen gefordert. Jetzt darf die Landesregierung ihre Glaubwürdigkeit nicht mit der Zustimmung zum Antrag im Bundesrat verspielen“, forderte Vogel.

14. März 2011

BUND Thüringen: Atomkraft ist nicht beherrschbar - Schrottreaktoren sofort abschalten

Erfurt. Der BUND Thüringen fordert angesichts der Katastrophe in Japan die sofortige Abschaltung alter Atomkraftwerke in Deutschland wie Biblis A. Die dramatische Entwicklung in Japan mache deutlich, dass Atomkraft nicht beherrschbar sei.
„Atommeiler wie Biblis A sind tickende Zeitbomben“ stellte Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen fest. „Jeden Tag, den diese Anlagen länger am Netz sind, steigt das Risiko einer atomaren Katastrophe. Vor radioaktiver Verseuchung könnten auch große Teile der Thüringer Bevölkerung im Falle eines GAU`s in Biblis nicht geschützt werden.“
Nach Einschätzung des BUND Thüringen ist das Risiko eines GAU´s bei Biblis A besonders hoch. Der Reaktor sei 1975 in Betrieb genommen worden und habe bereits mehrere Störfälle hinter sich. Unter anderem sei es 1987 durch den Verlust von Kühlmittel zu einem der schwersten Störfälle in einem deutschen Kernkraftwerk gekommen. Besonders riskant sei die Tatsache zu bewerten, dass der Biblis A als einziges deutsches Atomkraftwerk nicht über eine sog. Notstandswarte verfüge, welche ein sicheres Herunterfahren des Kraftwerkes bei schweren Störfällen ermögliche. Im 2000 ausgehandelten Atomkonsens sei die Nachrüstung von Biblis A mit einer unabhängig vom Reaktorgebäude verbunkerte Notstandswarte ausgeklammert worden, weil man davon ausgegangen sei, dass Biblis A nur noch bis zum Jahr 2008 laufen solle. Jetzt solle der Schrottreaktor Biblis A nach dem Willen von Schwarz-Gelb für weitere 8 Jahre am Netz bleiben.
„Es gibt als Konsequenz aus der Nuklearkatastrophe in Japan nur eine Option für die Atomkraft in Deutschland: Abschalten!“, sagte Hoffmann.
Der BUND Thüringen ruft gemeinsam mit anderen Organisationen im Thüringer Anti-Atom-Bündnis zu einer Mahnwache für den Atomausstieg auf. Die Mahnwache findet heute, Montag, 14.03.11 um 18:30 Uhr auf dem Erfurter Anger statt.

4. März 2011

Keine Betonschneise durch Vorderen Thüringer Wald! BUND Thüringen lehnt Straßenbauvorhaben B 19 von Etterwinden bis Wutha-Farnroda ab

Erfurt. Der BUND Thüringen lehnt das geplante Straßenbauvorhaben B 19 von Etterwinden bis Wutha-Farnroda im Vorderen Thüringer Wald ab. In seiner Stellungnahme zum Raumordnungsverfahren hat der Verband seine Position mit den schwerwiegenden Eingriffen in den sensiblen Naturraum des Vorderen Thüringer Waldes und der zusätzlichen Belastung der Orte in der Region begründet.
„Nach dem Willen der Planer soll das Vorhaben eine gigantische Betonschneisedurch unberührte Waldgebiete des Vorderen Thüringer Waldes reißen“, erklärte Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. „Auf der ca. 15 km langen Trasse sollen 300 m breite und 25 m Tiefe künstliche Canyons und große Brückenbauwerke dem Verkehr den Weg ebnen. Auf rund 100 Mio. Euro werden die Baukosten im Raumordnungsverfahren geschätzt. Damit haben sich diese bereits gegeben über den Angaben im Bundesverkehrsplan verdoppelt. “
Nach Angaben des BUND Thüringen soll die Neubaustrecke den Verkehr ab Etterwinden um die Hohe Sonne und Eisenach herum bis Wutha-Farnroda lenken. Dabei würden mehrere Naturräume mit einer außerordentlich hohen Biotopdichte und bedrohten Arten wie Wildkatze oder Schwarzstorch zerschnitten. Das Vorhaben betreffe ausgerechnet einen landschaftlich besonders reizvollen Raum im Vorderen Thüringer Wald, der bisher von größeren Eingriffen weitgehend verschont geblieben sei.
„Unsere Analyse der Planungsunterlagen macht deutlich, dass die schweren Eingriffe in diesen Naturraum nicht zu kompensieren sind“, sagte Vogel. „Außerdem lenkt das Vorhaben Fernverkehr in Ortschaften wie Mosbach, die von größeren Straßen überhaupt nicht betroffen waren und deshalb für die Naherholung eine wichtige Rolle spielen.“
Auch den verkehrlichen Nutzen des Vorhabens stelle Vogel in Frage. Insgesamt querten im Planungsraum bereits zwei Bundesstraßen und eine Landesstraße parallel den Vorderen Thüringer Wald. Mit dem Vorhaben käme eine weitere Trasse hinzu. Diese würde entgegen den Annahmen der Planer kaum zu einer Entlastung des Verkehrs auf der alten B 19 über die Hohe Sonne beitragen:
„Aktuelle Verkehrszählungen haben ergeben, dass 88% des Fernverkehrs über die Hohe Sonne Quell- und Zielverkehr nach Eisenach ist. Das Gesamtverkehrsaufkommen auf dieser Strecke ist rückläufig. Daher gibt es für die Neubaustrecke keinen Bedarf“, ist Vogel überzeugt.
Vogel forderte das Landesverwaltungsamt als verfahrensführende Behörde auf, das Vorhaben ab zu lehnen: „Das Vorhaben ist im Bundesverkehrswegeplan mit einem besonderen naturschutzfachlichen Prüfauftrag gekennzeichnet und darf nur gebaut werden, wenn die Eingriffe kompensiert werden können. Wer sich mit dem Vorhaben ernsthaft auseinander setzt, muss zu dem Ergebnis kommen, dass der Bau einer Bundesstraße in diesem Raum mit den Belangen des Naturschutzes nicht vereinbar ist“, sagte Vogel.

10. Februar 2011

Rehabilitationszentrum Bad Frankenhausen glänzt abermals mit Auszeichnung für Energieeffizienz

Bad Frankenhausen. Das BUND-Gütesiegel „Energie sparendes Krankenhaus“ vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) geht zum zweiten Mal an das Rehabilitationszentrum Bad Frankenhausen. Die Klinik für Psychosomatik und Orthopädie hat ihren Energiebedarf in den letzten Jahren weiter gesenkt. Damit bleibt sie Vorbild in Sachen Klimaschutz und Energieeffizienz im Freistatt Thüringen.
Bereits vor fünf Jahren hat das Reha-Zentrum die begehrte Auszeichnung erhalten, weil sie im Vergleich zu anderen Kliniken gut ein Fünftel weniger konventionelle Energie benötigte, da sie auf Erneuerbare Energie setzt. Eine 650 qm große Kollektorfläche auf dem Solardach erwärmt seither das Warmwasser und unterstützt die Heizung.
Die Gebäudetechnik wird bedarfsgerecht gesteuert. Ein Energiemanagement ermöglicht die Planung, Umsetzung sowie Optimierung weiterer verschiedener Einsparmaßnahmen. Seit 2004 verringerte sich vor allem der Erdgasverbrauch deutlich um 274.000 kWh. Der Strombezug konnte um 5.000 kWh gesenkt werden. Statt 18.400 kWh benötigt das 196 Bettenhaus für ein Bett nun lediglich noch 17.000 kWh Energie pro Jahr. Damit sinken die jährlichen Energiekosten um 19.000,- Euro und die Umwelt wird um 50 Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) entlastet. Dadurch bietet das Rehabilitationszentrum den circa jährlich 2.100 Patienten eine qualitativ hochwertige Behandlung in einer umweltschonenden Umgebung.

9. Februar 2011

BUND Thüringen kritisiert Flickschusterei bei Umsetzung des 25.000 ha Ziel im Wald

Erfurt. Der BUND Thüringen hat das Konzept des Umweltministeriums zur Herausnahme von 25.000 ha Landeswald aus der forstlichen Nutzung scharf kritisiert. Der Verband fordert, zusammenhängende Waldflächen aus der Nutzung zu nehmen, statt Kleinstflächen auf zu summieren.
„Das ist kein Konzept, das ist Flickschusterei“, erklärte Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen zu den Vorstellungen des Umweltministeriums. „Wenn Umweltminister Reinholz ernsthaft Einzelbäume in die Gesamtbilanz des 25.000 ha-Ziels einberechnen will, verliert das Gesamtkonzept seine Glaubwürdigkeit“.
Nach Angaben von Vogel sind viele Waldarten auf eine vom Menschen unbeeinflusste Waldentwicklung angewiesen, in der alle Waldstadien repräsentiert sind. Im Wirtschaftswald fehle das spezifische Flächenmosaik aus dynamisch wechselnden Waldstadien, welches vor allem für sog. Urwaldarten die Nischen zum Überleben bietet. Als Beispiel nannte Vogel die Hohltaube, welche in Kolonien in alten Baumhöhlen brüte und dazu ganze Gruppen absterbender Bäume benötige. Auch Arten wie Wildkatze, Bechsteinfledermaus oder Todholz bewohnende Insekten oder Pilzarten seien auf entsprechende Waldgebiete als „Urwälder von Morgen angewiesen.
Nach Angaben des BUND Thüringen besteht noch ein Bedarf von ca. 15.000 ha nutzungsfreier Waldfläche, um das im Koalitionsvertrag vereinbarte Ziel glaubwürdig um zusetzen. Aus Sicht des Verbandes seien dafür alte Buchenwälder im Vorderen Thüringer Wald bzw. rund um das Vessertal besonders geeignet. Dabei handele es sich ausschließlich um Staatswaldflächen.
Den Verweis des Umweltministeriums auf die notwendige Berücksichtigung der wirtschaftlichen Interessen der Holzindustrie bei der Umsetzung des Konzeptes wies Vogel als unbegründet zurück: „Der Holzindustrie stehen in Thüringen mehr als eine halbe Million ha Waldfläche zur Nutzung zur Verfügung“, erklärte Vogel. „Außerdem hat das Umweltministerium gemeinsam mit der Holzindustrie ein Projekt zur Privatwaldmobilisierung initiiert. Dabei sollen bis zu 100.000 ha Privatwald, welche bisher ungenutzt sind, wieder in eine forstliche Bewirtschaftung gebracht werden. Vor diesem Hintergrund fallen 15.000 ha nutzungsfreie Waldfläche für den Arten- und Biotopschutz nicht ins Gewicht.“
Auch angebliche Einbußen in der Landeskasse durch entgangene Erlöse aus dem Holzverkauf ließ Vogel als Argument gegen den Verzicht auf Holznutzung im Staatswald nicht gelten. „Bei der geplanten Umwandlung der Landesforstverwaltung in eine Anstalt öffentlichen Rechts sind für den Betrieb dieser Anstalt Zuführungen in zweistelliger Millionenhöhe aus dem Landeshaushalt vorgesehen. Das zeigt, dass die forstliche Bewirtschaftung im Zweifelsfall den Steuerzahler mehr Geld kostet als sie einbringt.“
Der BUND Thüringen forderte das Umweltministerium auf, zur Umsetzung des 25.000 ha-Ziels ein Konzept für die Ausweisung eines weiteren Buchenwald-Nationalparks mit einer Mindestgröße von 10.000 ha in Thüringen vor zu legen.

19. Januar 2011

Demo „Wir haben es satt!“ am Samstag, 22.01.11 in Berlin - Protestaktion gegen Dioxinskandale, Gentechnik und Tierfabriken

Erfurt/Berlin. Ein breites Bündnis von Bauern-, Umwelt-, Tierschutz- und Entwicklungsorganisationen ruft unter dem Motto „Wir haben es satt! – Nein zu Gentechnik, Tierfabriken und Dumping-Exporten“ zu einer zentralen Demonstration während der „Grünen Woche“ in Berlin auf. Die Demonstration startet am Samstag, 22. Januar 2011 um 12 Uhr am Berliner Hauptbahnhof. Der BUND Thüringen macht gemeinsam mit dem Thüringer Ökoherz und der Grünen Liga Thüringen für die Protestaktion mobil.

„Wir haben es satt, Dioxinverseuchte Frühstückseier, Brötchen aus Genweizen oder Thüringer Bratwurst mit Hormonfleisch serviert zu bekommen,“ erklärte Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. „Deshalb rufen wir die Menschen auf, für eine neue Landwirtschaft ohne Gentechnik und Massentierhaltung zu demonstrieren.“
Für Vogel ist die zunehmende Industrialisierung der Landwirtschaft für die jüngsten Dioxinpanschereien und die regelmäßig wiederkehrenden Skandale die Hauptursache. Auch in Thüringen würden immer neue Tierfabriken genehmigt, in denen Schweine oder Hühner unter qualvollen Bedingungen gehalten würden. Die Weigerung von Agrarminister Reinholz, die EU-Subventionen für wirtschaftlich gesunde Agrargroßunternehmen zu kappen führe zu einem zunehmenden Verdrängungswettbewerb zu Lasten bäuerlicher Agrarbetriebe.
„Jetzt müssen die Weichen für eine gentechnikfreie, umwelt- und tierschutzgerechte sowie faire Landwirtschafts- und Ernährungspolitik gestellt werden“, so Vogel.

Busfahrt nach Berlin: Der Bus fährt um 7:30 Uhr ab Erfurt, hält um 8 Uhr in Weimar und sammelt schließlich weitere Fahrgäste um 8:30 Uhr in Jena ein. Kosten: 20 Euro pro Person für die Hin- und Rückfahrt. Für Fragen und/oder Ticketbestellung: Ökoherz Tel.: 03643/496328

Weitere Informationen und Mobilisierungsmaterial erhalten Sie im Demo-Organisations-Büro unter: Telefon 030-21608621, info@wir-haben-es-satt.de, www.wir-haben-es-satt.de.

18. Januar 2011

BUND Thüringen fordert Verbindlichkeit für ökologische Standards im Thüringer Vergabegesetz

Erfurt. Der BUND Thüringen fordert Verbindlichkeit bei der Berücksichtigung ökologischer Standards im Thüringer Vergabegesetz. Das hat der Verband bei der Anhörung gegenüber dem Wirtschaftausschuss des Thüringer Landtages deutlich gemacht. Die im Gesetzentwurf der Landesregierung gewählten „Kann-Bestimmungen“ für die Berücksichtigung ökologischer und sozialer Belange im Vergabeverfahren seien nicht ausreichend.
„Ein Vergabegesetz, welches ökologische und soziale Belange berücksichtigt, ist längst überfällig“ erklärte Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen zur Initiative der Landesregierung. „Allerdings darf die Koalitionäre von SPD und CDU nicht auf halbem Weg der Mut verlassen. Wenn die Berücksichtigung von Öko-Standards, wie im Gesetzentwurf vorgesehen, im Ermessen der Vergabestellen bei den Ämtern liegt, werden diese auch in Zukunft den Zuschlag nur dem billigsten Anbieter erteilen und nicht dem, der gesellschaftliche Belange am besten vereinbart.
Hoffmann machte deutlich, dass die öffentliche Hand im Bereich des Beschaffungswesens den größten Nachfragesektor darstelle. Durch das Vergabegesetz müsse die Grundlage geschaffen werden, dass bei der Auftragsvergabe nicht mehr ausschließlich kurzfristige ökonomische Belange berücksichtigt werden. Eine faire und an ökologischen Kriterien ausgerichtete Beschaffung sei ein zentrales Steuerungsinstrument zur Durchsetzung von Umweltstandards in der Industrie, Handwerk und im Dienstleistungssektor.
„In Zukunft darf der Einsatz von Umweltschutzpapier in der öffentlichen Verwaltung oder von Bio-Lebensmitteln in öffentlichen Kantinen nicht mehr an dem billigen Argument scheitern, das sei zu teuer“, forderte Hoffmann. Eine klare gesetzliche Regelung zur Berücksichtigung von Öko-Standards macht das öffentliche Vergabewesen transparenter und effizienter. Außerdem wird ein gesunder Wettbewerb um das umweltfreundlichste Produkt bzw. die ökologischste Dienstleistung erzeugt.“

10. Januar 2011

Auenschutz ist Hochwasserschutz - BUND Thüringen fordert mehr Freiraum für Flüsse

Erfurt. Alle Jahre wieder kommt die große Überraschung: Schneeschmelze und starke Regenfälle bringen die Flüsse zum Überlaufen. Kritisch wird dies dann, wenn die Wassermengen nicht nur Wald, Wiesen und Weiden überfluten, sondern Siedlungsbereiche erreichen. Doch die massiven Schäden, die Privatmenschen, Versicherungen und Steuerzahler jedes Jahr Millionen kosten, müssten nicht sein:
Seit langem fordert der BUND umfassende Maßnahmen des ökologischen Hochwasserschutzes: „Statt Unsummen in die Schadensbehebung und den technischen Hochwasserschutz zu stecken, muss vorrangig ökologischer Hochwasserschutz umgesetzt werden“, fordert Ron Hoffmann, Vorsitzender des BUND Thüringen. „Dieser trägt gleichzeitig zur Erhöhung der Artenvielfalt in der Aue und zur Verminderung des Stoffeintrags in Grund- und Oberflächenwasser bei.“
Nach diversen Hochwasserkatastrophen haben auch Wasserwirtschaftler und Behörden zunehmend die Bedeutung des ökologischen Hochwasserschutzes erkannt. Entsprechende Maßnahmen werden aber aus verschiedenen Gründen nur zögerlich umgesetzt. Der BUND Thüringen fordert:

  • Hochwasserschutzmaßnahmen müssen dringend mit den Vorgaben der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie abgestimmt sein, die bis 2015 das Erreichen eines guten ökologischen Gewässerzustands aller Oberflächengewässer fordert
  • Ein Verbot der Ackernutzung in festgesetzten Überschwemmungsgebieten muss durchgesetzt und kontrolliert werden. Mit dem Kippen der Gewässerrandstreifenregelung wurden die letzten wichtigen Pufferzonen an Thüringer Fließgewässern zerstört. Auch in überschwemmungsgefährdeten Bereichen sollte gezielt auf die Umwandlung von Acker in Grünland hingearbeitet werden.
  • Bebauung in der Aue ist riskant. Ausnahmen vom Bauverbot in Überschwemmungsgebieten müssen restriktiver gehandhabt werden.
  • Es müssen zügig weitere ehemalige Überschwemmungsflächen wiederhergestellt werden. Hier könnten zudem wichtige Auwaldlebensräume entstehen, die nicht nur das größte Rückhaltevermögen besitzen, sondern auch seltenen Arten wie Fischotter und Schwarzstorch einen Rückzugsraum bieten.
  • Verbauungen an Fließgewässern müssen zurückgebaut und eine naturnahe Gewässerstruktur wiederhergestellt werden. Durch Rückbau von unnötigen Versiegelungen nicht nur im Auenbereich kann mehr Wasser im Boden zurückgehalten werden.
  • Maßnahmen zur Rückgewinnung von Retentionsflächen aus vorliegenden Konzepten wie z.B. dem Konzept zur Revitalisierung der Unstrut von 2000 sollten geprüft und schnellstmöglich umgesetzt werden.

Hintergrund:
Dass Flüsse periodisch über ihre Ufer treten, ist natürlich. Hochwasserereignisse sind Bestandteil des natürlichen Wasserkreislaufes. Während des Hochwassers formt der Fluss die Landschaft, hier finden die stärksten Veränderungen an seinem Flussbett statt. Altarme und malerische Mäanderdurchbrüche sind Beispiele für diese Naturgewalt. Siedlungen in der Aue sind allerdings gefährdet. In den letzten Jahren sind Hochwasserkatastrophen mit großen Schäden fast zur Regel geworden.
Die Ursachen für diese mittlerweile fast jährlichen „Jahrhunderthochwasser“ – da sind sich inzwischen die Experten einig - sind auch beim Menschen selbst zu suchen: Durch den weltweiten Anstieg der Temperaturen („Treibhauseffekt“) häufen sich in Mitteleuropa extreme Regenfälle. Durch die Bebauung der Flussauen wurde der wertvolle Überschwemmungsraum der Flüsse immer mehr beschnitten. Und durch die zunehmende Versiegelung von Flächen in den Einzugsgebieten kann das Regenwasser nicht mehr versickern, sondern erhöht noch die Hochwasserwelle im Fluss. Auch die Speicherwirkung des Bewuchses beeinflusst die Hochwasser-Entstehung: So hält Wald z.B. mehr Wasser zurück als Grünland und Grünland mehr als Ackerflächen. In einem natürlichen, lebendigen Flusstal nehmen die breiten Auen einen Großteil des überschüssigen Wassers auf. Weite Teile der Auewiesen werden überschwemmt und saugen sich förmlich voll Wasser. Flussschleifen (Mäander) vermindern die Fließgeschwindigkeit des Wassers, die Abflussmenge wird verstetigt und dem Hochwasser seine gefährliche Spitze genommen. Der Fluss reguliert sich selbst, ohne zum reißenden Strom zu werden. Man muss ihn nur lassen.
Die Auen als Retentionsraum für das Hochwasser zu erhalten und zu schützen ist deshalb eine der wichtigsten Forderungen der Naturschützer. Den Flüssen muss der ihnen zustehende Raum eingeräumt werden, um die Niederschläge im Einzugsgebiet der Flüsse zu halten und die Abflussgeschwindigkeit zu verzögern. Zweitwichtigste Forderung ist die Erhöhung der Rückhaltefähigkeit des Bodens für das abfließende Wasser.



Jahresbericht 2016

Unser neuer Jahresbericht steht ab sofort zum Download zur Verfügung!

BUND-Jahrbuch Bauen und Renovieren 2017

Direkt zum Online-Antrag, Foto: eyewire / fotolia.com

Der BUND Thüringen ist Teil des Bündnis für ein Thüringen der Demokratie, 
Vielfalt und Mitmenschlichkeit
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Lesen Sie dazu den Brief unseres Landesvorsitzenden, Ron Hoffmann.

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