19. Dezember 2012

Bündnis-Start: "Neue Energie in Thüringen - Energiewende jetzt!"

Erfurt. Thüringer Vereine, Parteien und Gewerkschaften gaben heute den Start des Bündnisses "Neue Energie in Thüringen - Energiewende jetzt!" bekannt.

Zentrales Anliegen des Bündnisses ist es, die Energiewende voranzutreiben um die drohende Klimaerwärmung zu stoppen. Den breiten politischen und gesellschaftlichen Willen zur Umsetzung dieses Ziels repräsentiert dieses Bündnis.

Als wichtige Aspekte auf diesem Weg werden unter anderem benannt:

  • das Ziel der Versorgung mit 100% erneuerbaren Energien
  • die Energiewende insgesamt besser zu koordinieren
  • Energieeffizienzpotentiale und -technologien zu fördern und zu nutzen
  • ein faires Energiepreissystem zu etablieren
  • konkretes Handeln, statt Blockadepolitik.

Alle Forderungen können Sie in dem Aufruftext nachlesen, den Sie hier als PDF finden.

Das Bündnis wird von den Thüringer Landesverbänden folgender Vereine, Parteien und Gewerkschaften getragen:
-    BUND, NABU, GRÜNE LIGA, Naturfreunde, BEW und DGS;
-    SPD, Die Linke, Bündnis 90 / Die Grünen sowie deren Landtagsfraktionen;
-    Piratenpartei, RCDS, ThEGA, Naturstiftung DAVID, Offene Arbeit Erfurt, Sunfried e.V., Bürgerenergie Jena, Erste Erfurter Energiegenossenschaft, IG Metall Bezirk Mitte und DGB Hessen-Thüringen.

13. Dezember 2012

BUND Thüringen kritisiert unzureichenden Fracking-Beschluss des Landtags

Der Thüringer Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) kritisiert den gestern im Landtag gefassten Beschluss zum Thema Fracking als unzureichend.
„Beim Fracking kommt es nicht nur darauf an, was man von oben hinein presst, sondern auch auf das, was man aus großen Tiefen an die Oberfläche befördert“, so Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. „Das sogenannte Lagerstättenwasser kann bereits giftige Schwermetalle, gefährliche Kohlenwasserstoffe und sogar radioaktive Substanzen enthalten. Die Entsorgung dieser Abwässer ist ein unlösbares Problem“, so Vogel weiter.
Das nach dem Landtagsbeschluss weiterhin mögliche „saubere Fracking“ wird von denselben Umweltproblemen begleitet wie herkömmliches Fracking. Hierzu gehören u.a. der gigantische Wasserbedarf von bis zu fünf Millionen Liter Wasser pro Frack oder die Gefahr des Übertretens von Erdgas in Grundwasservorkommen durch die künstlich erzeugten Risse im Gestein.

10. Dezember 2012

Fracking: BUND Thüringen fordert Verbot statt Versprechen

Erfurt. Der BUND Thüringen fordert die Thüringer Landesregierung auf, ein bundesweites gesetzliches Verbot für Fracking im Rahmen einer Bundesratsinitiative durchzusetzen. Die Abgeordneten des Thüringer Landtages werden aufgefordert, von ihrer Gesetzgebungskompetenz Gebrauch zu machen und für Fracking die Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung verbindlich vorzuschreiben.
„Wir brauchen beim Fracking gesetzlich eindeutige Verbote, keine leeren Versprechen oder Sonntagsreden“, erklärte Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. „Die scheinheilige Taktiererei im Landtag, in der Landesregierung und auch im Bundesrat muss endlich ein Ende haben. Nur ein bundesweites Verbot durch grundlegende Novellierung des Bundesbergrechtes kann den Einsatz dieser gemeingefährlichen Technologie stoppen.“
Vogel kritisierte, dass das Versprechen von Ministerpräsidentin Lieberknecht, in Thüringen Anträge auf Fracking nicht zu genehmigen, keine gesetzliche Grundlage habe. Nach geltendem Bergerecht könne ein Antrag auf unkonventionelle Gewinnung von Erdgas in Thüringen kaum abgelehnt werden. Allerdings habe es der Thüringer Gesetzgeber in der Hand, für Fracking-Vorhaben eine Umweltverträglichkeitsprüfung mit umfassender Bürgerbeteiligung gesetzlich zu verankern.
Statt von der eigenen Gesetzgebungskompetenz Gebrauch zu machten, verschanzten sich die Abgeordneten von CDU und SPD hinter einer unverbindlichen Erklärung gegen Fracking zum „gegenwärtigen Zeitpunkt“.
Auch die Bundesratsinitiative der Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein wird vom BUND Thüringen kritisiert. Das Verbot des Einsatzes umweltschädlicher Chemikalien beim Fracking vollziehe nur den Stand der Technik nach. Firmen wie BNK hätten sich ohnehin bereits freiwillig hierzu bereit erklärt.
„Beim Fracking kommt es aber nicht nur darauf an, was man von oben hinein presst, sondern auch auf das, was man aus großen Tiefen an die Oberfläche befördert“, sagte Vogel. Das an die Oberfläche geförderte sog. Lagerstättenwasser könne unabhängig von den eingesetzten Chemikalien giftige Schwermetalle, gefährliche Kohlenwasserstoffe und sogar radioaktive Substanzen enthalten. Die unschädliche „Entsorgung“ dieser Abwässer sei ein unlösbares Problem. Das „saubere Fracking“ löse auch die anderen Umweltprobleme nicht, welche mit dem Einsatz dieser Technologie verbunden seien. Hierzu gehöre u.a. der gigantische Wasserbedarf von bis zu fünf Millionen Liter Wasser pro Frack oder die Gefahr des Übertretens von Erdgas in Grundwasservorkommen durch die künstlich erzeugten Risse im Gestein.
„Fracking zur Gewinnung unkonventioneller Erdgasvorkommen ist eine Hochrisiko-Technologie, deren Auswirkungen auf die Umwelt nicht beherrschbar sind. Landtag, Landesregierung und Bundestag müssen jetzt endlich handeln und Fracking gesetzlich verbieten“, forderte Vogel.

30. November 2012

BUND-Thüringen kritisiert Entscheidung zur Werraversalzung: Kein ökologischer Fortschritt erkennbar

Erfurt. Der BUND Thüringen kritisiert die heute bekannt gegebene Entscheidung des Regierungspräsidiums Kassel, die Salzwerte der Werra bis 2020 nur um ein Drittel zu senken.

„Diese Entscheidung ist eine Farce. Die Salzeinleitung in die Werra muss bis 2020 vollständig gestoppt werden. Stattdessen erlaubt das Regierungspräsidium Kassel immer noch einen sechsmal so hohen Wert wie er ökologisch verträglich wäre“, so der Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen, Dr. Burkhard Vogel. „Der Kalikonzern K+S macht Milliardengewinne, unternimmt aber keine erkennbaren Anstrengungen, sich zukunftsfähig aufzustellen. Er hat das Argument der Arbeitsplatzsicherung vorgeschoben und das Land Hessen ist diesem durchsichtigen Manöver gefolgt“, stellt er fest.
„K+S bleibt weiter in der Pflicht, eine Nordsee-Pipeline zu bauen oder auf rückstandsfreie Produktion umzustellen. Die Entscheidung aus Hessen, baut zu wenig Druck auf und zementiert zusätzlich den schlechten ökologischen Zustand der Werra auch weit über das Jahr 2015 hinaus“ so der BUND-Landesgeschäftsführer weiter.

Hintergrund:
Ab 2015 darf K+S keine weitere salzhaltige Lauge in den Untergrund verpressen und hat deshalb eine weiterhin hohe Salzeinleitung in die Werra beantragt. Laut Berichten hat das zuständige Regierungspräsidium Kassel heute die stufenweise Verringerung der Chlorid-Grenzwerte ab 2015 von 2500mg/l auf 1700mg/l festgesetzt. K+S hatte am „Runden Tisch“ zugesichert, bis 2020 eine Pipeline zur Einleitung der Kalilauge in die Nordsee zu bauen.
Ab 2015 muss laut EU-Wasserrahmenrichtlinie zudem der ökologische Gewässerzustand verbessert sein. Weil dies nicht absehbar ist, hat die EU bereits ein Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet.
Oberhalb der Salzeinleitungsstellen leben in der Werra zwischen 30 und 60 Arten, unterhalb von Gerstungen dann weniger als zehn Arten, die zudem von zwei ortsfremden Salzwasserorganismen dominiert werden.

26. Oktober 2012

Thüringerin Dagmar Becker in BUND-Bundesvorstand gewählt

Erfurt. Dagmar Becker, Mitglied des Thüringer BUND-Landesvorstands, ist jetzt auch Bundesvorstandsmitglied. Bei der Bundesdelegiertenkonferenz am vergangenen Wochenende in Bad Hersfeld wurde sie mit großer Mehrheit als Beisitzerin gewählt.

„Sie ist eine verdiente Streiterin für den Umwelt- und Naturschutz und wird z.B. bundesweit für den Biotopschutz, die Reduzierung des Flächenverbrauchs und den Stopp der Flussversalzung kämpfen. Als Nordthüringerin liegt ihr die Ausweisung des Biosphärenreservats Südharz und der Schutz der Gipskarstgebiete am Herzen“ zählt Hoffmann die Arbeitsschwerpunkte seiner Vorstandskollegin auf. „Sie ist eine starke Frau, die die Verbindung der landes- und bundespolitischen Umweltschutzvorhaben voranbringen und auf allen Arbeitsebenen Impulse setzen wird“, begrüßt Hoffmann das Vorhaben Dagmar Beckers, ihre Arbeit im Thüringer BUND-Landesvorstand ebenfalls fortzuführen. „Wir gratulieren ihr herzlich und wünschen ihr stets Kraft und Zeit, auch dieses wichtige Ehrenamt zu bekleiden.“

Die heute 56-jährige Dagmar Becker war von 1994 bis 2005 umweltpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Thüringer Landtag. Seit 2009 ist sie Mitglied im Landesvorstand des BUND Thüringen. Des Weiteren ist sie Kreisvorsitzende der AWO und der SPD Nordhausen, Mitglied des Nordhäuser Kreistags sowie Ortsteilbürgermeisterin von Wülfingerode.

22. November 2012

Sumpfwiesen-Perlmuttfalter ist Schmetterling des Jahres 2013 – und ein Verlierer des Klimawandels

Düsseldorf/Erfurt. Der Sumpfwiesen-Perlmuttfalter (Boloria selene) ist zum Schmetterling des Jahres 2013 gekürt worden. Dies gab heute die Naturschutzstiftung des nordrhein-westfälischen BUND-Landesverbandes bekannt. Anhand dieser Art ließe sich besonders gut zeigen, wie sich der Klimawandel auf die biologische Vielfalt in Deutschland auswirke, begründete die Organisation ihre Wahl. Der Falter kommt noch in weiten Teilen Europas, Asiens und in Nordamerika vor. Die bräunlich-orange gefärbten Flügeloberseiten tragen schwarze Muster. Die perlmuttartigen Flecken an der Flügelunterseite gaben dem Falter seinen Namen.
Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen: „Der Sumpfwiesen-Perlmuttfalter wird zu den Verlierern des Klimawandels gehören. Er ist in Thüringen auf vor allem auf Feuchtwiesen, an Moorrändern und in Sümpfen verbreitet, da seine Raupen hier Sumpfveilchen finden, ihre Hauptfutterpflanzen. Durch die Erderwärmung werden diese Feuchtgebiete im Sommer jedoch immer häufiger austrocknen, und die Raupen finden nichts mehr zu fressen.“ In Deutschland stehe der Sumpfwiesen-Perlmuttfalter zurzeit auf der Vorwarnliste der bedrohten Tiere. Nach aktuellen Szenarien werde er aber in den nächsten Jahrzehnten aufgrund des Klimawandels einen Großteil seines Lebensraums einbüßen.
Der Sumpfwiesen-Perlmuttfalter gehört mit einer Flügelspannweite von 28 bis 38 Millimetern zu den mittelgroßen Tagfaltern. Die Schmetterlinge fliegen in Deutschland meist in zwei Generationen, von Mai bis Juni und im Spätsommer. Die Schmetterlingsweibchen legen ihre Eier häufig einfach in die Vegetation. Die kleinen Raupen müssen ihre Nahrungspflanze dann selber finden. Das gelingt ihnen jedoch nur bei dichten Sumpfveilchenbeständen, die durch Austrocknung aber immer seltener werden.
Seit 2003 wird der "Schmetterling des Jahres" von der Stiftung des nordrhein-westfälischen Landesverbandes des BUND gekürt, um auf die biologische Vielfalt – und ihre Bedrohung – aufmerksam zu machen.

21. November 2012

BUND Thüringen fordert Entscheidung für Einrichtung des Biosphärenreservats Südharz

Erfurt. In einem Brief an Umweltminister Jürgen Reinholz hat der BUND Thüringen die Landesregierung aufgefordert, den Prozess zur Einrichtung des Biosphärenreservats Südharz voranzutreiben.
„Bis Ende diesen Jahres sollte laut Koalitionsvertrag die Entscheidung über die Errichtung des Biosphärenreservates Südharz gefallen sein, erinnerte Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen. „Bis heute ist nichts geschehen.“
Nach Angaben des BUND Thüringen hätten eigentlich die Menschen in der Region in einem moderierten Dialogprozess in die Entscheidung mit einbezogen werden sollen. Es sei aber weder eine Entscheidung der Landesregierung absehbar, noch habe der moderierte Dialogprozess bisher begonnen.
Hoffmann betonte, dass der vom Umweltministerium errichtete „Naturpark Südharz“ kein Ersatz für das Biosphärenreservat sein könne. Der Naturpark sei nur ein Etikett, welches für die hochsensiblen Lebensräume im Südharz keine Schutzwirkung entfalte. Die allgemein gehaltenen Schutz- und Entwicklungsziele der Verordnung seien unverbindlich. Dagegen könne die Ausweisung als Biosphärenreservat der internationalen Bedeutung der weltweit einzigartigen Gipskarstlandschaft gerecht werden. Durch ein abgestuftes Zonierungskonzept könnten die wertvollen Lebensräume naturschutzrechtlich gesichert werden. Die Etablierung nachhaltiger Wirtschafts- und Nutzungsformen könnte die wirtschaftlichen und touristischen Belange in der Region mit den Schutzzielen in Einklang bringen. Die Beispiele Rhön und Vessertal belegen eindrucksvoll, wie das internationale Gütesiegel „Biosphärenreservat“ die nachhaltige Entwicklung ganzer Regionen beschleunigt.
Der BUND Thüringen hat daher den Umweltminister aufgefordert, die Durchführung des vereinbarten Dialogprozesses unverzüglich zu veranlassen.
„Die Menschen in der Region haben aber das Recht darauf zu vertrauen, dass sie in die Entscheidung mit eingebunden werden und das die Landesregierung ihre Versprechen einhält“, sagte Hoffmann.

12. Oktober 2012

Die Erde braucht Freunde! Der BUND informiert & wirbt für sich in Gera vom 15. bis 20. Oktober

Erfurt/Gera. Ab Montag, den 15.10. bis Samstag, den 20.10., wird ein Team des BUND Thüringen in der Geraer Innenstadt über den gemeinnützigen Verein und seine Projekte informieren. Auf dem Museumsplatz bzw. in der Schloßstraße sammelt das Team zudem Unterschriften für schadstofffreie Kindergärten.

Reinhard Voigt von der Kreisgruppe Gera hofft, dass möglichst viele Bürgerinnen und Bürger das Angebot nutzen die Arbeit des BUND kennen zu lernen und sie auch zu unterstützen: „Besonders freuen wir uns über Menschen – ganz gleich ob jung oder alt – welche sich in ehrenamtlich engagieren wollen“, so der Geraer Umweltschützer. Voigt heißt auch jene willkommen, „die als Mitglied unsere umweltpolitische Arbeit mit ihrer Stimme und einem frei zu wählenden finanziellen Beitrag unterstützen wollen. Der BUND ist ein Mitgliederverband und als starke Gemeinschaft erreicht er mehr für Umwelt und Natur.“

Das Team, welches direkt vom BUND kommt, informiert gerne über die bestehenden Möglichkeiten zur Mithilfe und über aktuelle Projekte.

6. Oktober 2012

BUND-Ausstellung „Klima und Energie“ in Berka a.d. Werra

Erfurt/Berka. Vom 6. bis 19. Oktober ist im Umwelthaus der Umweltgruppe Berka-Werra die Ausstellung des BUND-Landesarbeitskreises "Klima und Energie" zu sehen.

Die Informationstafeln bieten einen aktuellen Überblick zum Komplex “Klimawandel und Energiewende”. Neben Grundlagenwissen zu Ursachen und Auswirkungen des stattfindenden Klimawandels werden Möglichkeiten zur Energieeinsparung, den verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien sowie weitere Maßnahmen zur Energieeffizienz vorgestellt. Ausliegendes Informationsmaterial ermöglicht die Vertiefung in alle Teilbereiche.

Zum Start der Ausstellung hält Arbeitskreis-Sprecher Robert Bednarsky am Abend des 6.10. um 19.30 Uhr einen Vortrag zur Thematik.

Die Ausstellung ist zu den Öffnungszeiten des BUND-Umwelthauses Berka a.d. Werra
noch bis 19. Oktober 2012 zu sehen.

www.naturschutz-berka-werra.de

2. Oktober 2012

Bundespräsident Gauck verleiht zum Tag der Deutschen Einheit das Bundesverdienstkreuz an den Thüringer BUND-Mitbegründer Uli Scheidt

Erfurt. Für sein Engagement im Naturschutz erhält Ulrich Scheidt, Gründungsmitglied des BUND Thüringen, den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland. Anlässlich des Tags der Deutschen Einheit wird er durch Bundespräsident Joachim Gauck ausgezeichnet.
„Wir sind stolz, dass mit Uli Scheidt ein unermüdlicher Naturschützer so prominent geehrt wird“, so Ron Hoffmann, Vorsitzender des BUND Thüringen. „Sein visionärer Weitblick unter Berücksichtigung des Machbaren strahlt weit über Thüringens Grenzen hinaus und hat in besonderer Weise das Gemeinwesen bereichert“, so Hoffmann.
Seit 1980 brachte Ulrich Scheidt als Kustos des Naturkundemuseums den Menschen die Vielfalt des Lebens nahe. Durch Mitorganisation von Protesten sowie couragierte Unterstützung bei der Besetzung der Erfurter Stasi-Zentrale war er aktiv an der Gestaltung der Wende beteiligt. Die nach der Wende entstehende Umweltbewegung von Rundem Ökotisch über den NABU bis zum BUND baute er maßgeblich mit auf. Neben seiner Mitgliedschaft im Landesnaturschutzbeirat von 1994 bis 2003 war und ist er bis heute in vielen weiteren Arbeitskreisen und Beiräten aktiv.
„Besonders hervorzuheben ist sein Wirken als erster ehrenamtlicher Präsident der Naturstiftung DAVID, die er von einer kleinen Stiftung zu einer bundesweit anerkannten Umweltstiftung entwickelte, die heute maßgeblich das Nationale Naturerbe und das Grüne Band sichert“ zählt Ron Hoffmann eine weitere Station des Ehrenträgers auf.

Bundespräsident Joachim Gauck ehrt mit einem Festakt am 4. Oktober anlässlich des Tags der Deutschen Einheit Ulrich Scheidt und weitere 34 Bürgerinnen und Bürger für ihr außerordentliches Engagement im sozialen, gesellschaftspolitischen, künstlerischen und kulturellen Bereich, in Wissenschaft, Wirtschaft und Umweltschutz.

28. September 2012

Umweltverbände begrüßen Einführung der Erfurter Umweltzone – Zusätzliche Maßnahmen müssen schnellstmöglich umgesetzt werden

Erfurt. Die Einführung der Umweltzone in Erfurt ist ein erster, guter Schritt um die Luftqualität in Thüringen zu verbessern. Zu diesem Schluss kamen die Vertreter von Umweltverbänden heute im Rahmen einer Pressekonferenz der Kampagne “Rußfrei fürs Klima“, die sich für eine Reduzierung von Dieselruß, einem Bestandteil des Feinstaubs, einsetzt. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND), der Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) und die Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) forderten die konsequente Umsetzung und Überprüfung der Erfurter Umweltzone, aber auch die Schaffung von weiteren Umweltzonen in Mühlhausen und Weimar. Darüber hinaus wurde eine Verbesserung der Alternativen zum Auto angemahnt.
In der Erfurter Politik und Wirtschaft ist sie nach wie vor umstritten, Kritiker zweifeln ihre Wirksamkeit weiterhin an und das, obwohl zahlreiche Messungen, Untersuchungen und auch Gerichtsurteile diese immer wieder bestätigt haben: Die Umweltzone. Von den Umweltverbänden zur Verbesserung der Luftqualität schon seit Jahren gefordert, kann sie aber nur ein erster Schritt sein, um die Beeinträchtigungen der Bürger durch schlechte Luft zu mindern. Maßnahmen zu einer generellen Abnahme des motorisierten Individualverkehrs müssen in ganz Thüringen schnellstens folgen.

Dr. Burkhard Vogel, Geschäftsführer des BUND Thüringen, sieht die Arbeit der Umweltverbände bestätigt: „Die erste Umweltzone in Thüringen ist nun endlich Realität, zum Nutzen der Bürger und der Umwelt. Jetzt müssen weitere in Weimar und Mühlhausen folgen.“ Schließlich gehört Mühlhausen mit 56 Überschreitungstagen im letzten Jahr zu den Top 10 der deutschen Feinstaubhochburgen. Dass die Thüringer Landespolitik die Umweltzone in Erfurt auch gegen den entschiedenen Widerstand der Stadt eingeführt hat, sieht Vogel als gutes Omen. „Seit Jahren war klar, die Umweltzone in Erfurt ist unumgänglich. Jetzt ist es an der Stadt, sie zu einem Erfolg zu machen,“ so Vogel.
Auch Dr. Axel Friedrich, internationaler Verkehrsberater, kann die negative Grundhaltung der Stadt Erfurt nicht verstehen. Dass eine konsequent umgesetzte Umweltzone wirke, belegten eindrückliche Zahlen aus Berliner Untersuchungen. Dort seien seit der Einführung der zweiten Stufe der Umweltzone, mit Zufahrt nur für Fahrzeuge mit grüner Plakette zum 01.01.2010, bereits 58 Prozent weniger Dieselrußpartikel gegenüber dem Trend ohne Umweltzone gemessen worden. „Umweltzonen können ihren maximalen Nutzen aber nur entfalten, wenn die Einhaltung der Regeln konsequent überprüft wird.“, weiß Friedrich. “Die Erfurter Stadtregierung muss dies zum Wohle der Bürger und vor dem Hintergrund drohender Strafzahlungen ernsthaft in Angriff nehmen.“
Auf einen weiteren Emittenten von Dieselruß in Thüringen geht Barbara Göppel, stellvertretende Leiterin Verkehr und Luftreinhaltung der Deutschen Umwelthilfe, ein. Auch Baumaschinen seien ein nicht zu unterschätzendes Problem. „Die Städte in Thüringen müssen durch eine geeignete Anpassung der  Ausschreibungen, die verbindliche Ausstattung von Baumaschinen mit Partikelfilter auf Baustellen der öffentlichen Hand vorschreiben. Denn durch die hohe Zahl an Einsatzstunden am selben Ort sowie die Nutzungsdauer der Maschinen über viele Jahre tragen Baumaschinen bis zu einem Viertel der innerstädtischen, verkehrsbedingten Rußemissionen bei.“  Neben einigen Kommunen in Deutschland werden nun endlich auch die Deutschen Bahn AG eine solche Regelung für ihre Baustellen an Januar 2013 einführen, dies könne und müsse als Vorbild dienen.

Dieselruß verursacht Herz- und Lungenkrankheiten und sogar Krebs. Um sich selbst und andere zu schützen, kann jeder Thüringer etwas tun: Den Umstieg auf Bus und Bahn oder das Fahrrad. Allerdings muss für beides mehr Geld im Landeshaushalt zur Verfügung gestellt und diese Alternativen auch beworben werden, meint Julia Balz vom NABU Bundesverband: „Der Thüringen-Takt könnte die Fahrgastzahlen im Nahverkehr erhöhen und damit die Zahl der Pkw-Pendler in Erfurt und anderswo reduzieren“, führt Balz an. Ebenfalls müsse der Radverkehr in Thüringen, der in den letzten Jahrzehnten sträflich vernachlässigt wurde, mehr gefördert werden. Andere Städte und Bundesländer seien da schon viel weiter. „Wenn Thüringen beim Radverkehr aufholt und den Öffentlichen Verkehr ausbaut, werden sich Luftqualität und Lebensqualität deutlich verbessern“, so Balz abschließend.

19. September 2012

UN-Auszeichnung für BUND-Projekt „Rettungsnetz Wildkatze“

Erfurt. Für sein “Rettungsnetz für die Wildkatze” wurde der BUND Thüringen heute als Projekt der neuen UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet. Der Leiter des deutschen UN-Dekade-Zentrums, Dr. Markus Große Ophoff, übergab im Rahmen des Deutschen Naturschutztags die Urkunde. Das Vorhaben, einen bundesweiten Waldbiotop-Verbund zu schaffen und so ein „Rettungsnetz für die Wildkatze“ zu knüpfen, ist damit in die UN-Liste herausragender Projekte zur Bewahrung biologischer Vielfalt aufgenommen.

BUND-Landesgeschäftsführer Dr. Burkhard Vogel dankte im Namen aller projektbeteiligten Landesverbände für die Auszeichnung: „Es ist uns eine Ehre, dass unser Vorhaben der Wiedervernetzung von Waldlebensräumen von der UN-Dekade Biologische Vielfalt anerkannt wurde. Es freut uns umso mehr, da vor kurzem im Thüringer Korridor die erste Wildkatze nachgewiesen wurde. Das motiviert uns für alle weiteren Vorhaben im bundesweiten Projektgebiet.“

Der Leiter des deutschen UN-Dekade-Zentrums, Dr. Große Ophoff, lobte zur Verleihung: „Die scheue Wildkatze ist eine Sympathiefigur für die Vermittlung des Biodiversitätsgedankens. Das deutschlandweite BUND-Projekt zur Wiedervernetzung der Wälder verknüpft auf einzigartige Weise große Visionen mit lokalen Aufklärungs- und Schutzprojekten.“

Auch Matto Barfuss, UN-Dekade-Botschafter, Naturschützer und Künstler unterliegt der Faszination wilder Katzen. „Kaum jemand wird in seinem Leben jemals die Chance haben, eine Wildkatze in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten. Trotz dieser Distanz gelingt es dem BUND, uns diese heimische Katze nahe zu bringen“, so Matto Barfuss. „Die Erhaltung der biologischen Vielfalt ist eine zentrale Herausforderung und der BUND geht diese Aufgabe mit dem Wildkatzen-Projekt sehr engagiert an.“

18. September 2012

Erneuerbare Energien und Naturschutz sind kein Gegensatz - Naturschutz in Thüringen braucht neue Energie

Erfurt. Der BUND Thüringen fordert anlässlich des Deutschen Naturschutztags in Erfurt eine ehrliche Diskussion zum Spannungsfeld „Naturschutz und Energiewende“.
„Naturschutz ist nicht der Hemmschuh für erneuerbare Energien“, so Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. „Mit neuen Windrädern außerhalb von Schutzgebieten, Solarkraftwerken auf Dächern und Industriebrachen statt auf Ackerflächen und Biomasseanbau ohne Mais ist die Energiewende naturverträglich möglich.“
Der BUND Thüringen forderte außerdem, dass sich der Ausbau der Leitungsnetze am tatsächlichen Bedarf regionaler Energieträger orientiert, statt die Bedürfnisse weniger Stromkonzerne zu befriedigen. „Es ist Aufgabe der Politik, hier die richtigen Rahmenbedingungen zu setzen“, sagte Vogel.
Gleichzeitig warnte er, bei der Diskussion um die Energiewende wichtige Handlungsfelder im Naturschutz zu vernachlässigen. Für das Ziel, 25.000 ha Wald in Thüringen aus der Nutzung zu nehmen, gebe es immer noch kein befriedigendes Konzept der Landesregierung, welches außer kleinen Flächen auch große zusammenhängende Waldgebiete berücksichtigt. Für die langfristige Sicherung der Artenvielfalt in Thüringens Wäldern sei ein Konzept, wie es BUND und NABU vorgelegt haben, unverzichtbar. Kritisch bewertet der BUND Thüringen auch die Haltung der Landesregierung bei der Neugestaltung der EU-Agrarpolitik.
„Ohne Umsteuern bei der EU-Agrarpolitik werden wir mit oder ohne Energiewende den massiven Schwund der Artenvielfalt in den Agrarlandschaften nicht aufhalten können“, sagte Vogel. „In Zukunft müssen zehn Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche als ökologische Vorrangflächen ohne Pestizideinsatz ausgewiesen werden, wenn wir hier eine Trendumkehr erreichen wollen.
„Wir brauchen in Thüringen nicht nur den Ausbau der erneuerbaren Energien für eine erfolgreiche Energiewende sondern auch neue Energie für einen erfolgreichen Naturschutz“, sagte Vogel.

5. September 2012

Thüringen muss bei Gentechnikfreiheit weiter vorangehen

Erfurt. Zur heute im Thüringer Landtag eröffneten Konferenz des Europäischen Netzwerks Gentechnikfreier Regionen fordert der BUND Thüringen von der Landesregierung weiteres Vorgehen gegen Agro-Gentechnik.

„Wir begrüßen es, dass das Land Thüringen vor knapp zwei Jahren dem Netzwerk Gentechnikfreier Regionen beigetreten ist. Dem muss jetzt aber mehr praktisch messbares Engagement folgen. Die Landesregierung muss sich gegen die Zulassung weiterer Gentech-Saaten, für einen schärferen Verbraucherschutz sowie eine ökologisch ausgerichtete Agrarförderung stark machen“, fordert Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen.

Solange viele Landwirte auf intensive Landwirtschaft mit Monokulturen und Tierfabriken setzen, landet über genverändertes Tierfutter weiterhin unbemerkt Gentechnik auf unseren Tellern. „Diese gesundheits- und naturschädigende Form der Landwirtschaft darf nicht auch noch bezuschusst werden“, kritisiert Hoffmann. Ökologische Landwirtschaft hingegen führe zu einer höheren Artenvielfalt, geringeren Belastungen für Boden, Wasser, Pflanzen, Tiere und Menschen.

Der BUND Thüringen ruft Landkreise, Kommunen und private Grundbesitzer auf, durch einen Beitritt zum Netzwerk den Forderungen Nachdruck zu verleihen und in Thüringen weitere gentechnikfreie Landwirtschaftsflächen zu schaffen.

8. August 2012

Naturschutzgebiet „Alter Stolberg“ darf nicht abgebaggert werden

Erfurt. Der BUND Thüringen kritisiert den Plan der Firma Knauf, am „Alten Stolberg“ Gips abzubauen. Damit würde 20 Hektar einer einzigartigen Karstlandschaft zerstört werden.

„Dieser Antrag ist inakzeptabel. Den Versuch, das Thüringer Schutzgebietsnetz abzugraben werden wir nicht zulassen“, so Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. „Es darf nicht sein, dass große Flächen einer wertvollen Karstlandschaft entgegen der bestehenden Schutzgebietsvereinbarungen jetzt doch dem Bagger zum Opfer fallen sollen“, so Vogel weiter.

Der BUND nimmt die Landesregierung in die Pflicht: „ Wenn sie die anstehende Entscheidung über die Einrichtung des Biosphärenreservats Südharz nicht ad absurdum führen will, muss sie das weitere Abgraben des Alten Stolbergs verhindern. Dem Raubbau der Gips-Industrie Tür und Tor zu öffnen, könnte aus dem künftigen Biosphärenreservat ganz schnell eine Industrielandschaft machen. Das wäre fatal für die touristische Entwicklung der Region.“

Der BUND Thüringen erinnert an das Versprechen der Landesregierung von 2004: Damals versicherten Ministerpräsident Dieter Althaus und Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz, keinen weiteren Gipsabbau zuzulassen. „Herr Reinholz kann jetzt als Umweltminister zu seiner Aussage stehen, der BUND würde bei ihm offene Türen einrennen, wenn es um den Schutz der Gipskarstlandschaften gehe. Er  muss das Abbaggern des europäisch bedeutsamen Naturschutzgebiets „Alter Stolberg“ verhindern“, so der BUND-Landesgeschäftsführer.

Der Antrag der Firma Knauf sieht vor, den Tagebau Rottleberode in das angrenzende FFH- sowie Vogel- und Naturschutzgebiet Alter Stolberg hinein zu erweitern. Man möchte einen 20 Hektar großen Teil des Schutzgebiets abgraben und bietet im Gegenzug an, bestehende Abbauerlaubnisflächen lediglich „freiwillig“ nicht anzutasten.

Das Gebiet am „Alten Stolberg“ ist eines der umstrittensten Gips-Abbaugebiete im Südharz. Um den Betriebsplan gibt es seit den 1990er Kontroversen. Ebenso besteht seitdem das Naturschutzgebiet „Alter Stolberg“, welches durch zahlreiche Erdfälle, Dolinen, Gipskuppen, Trockentäler  und Höhlen geprägt ist. Die Vegetation ist artenreich und umfasst lichten Eichenwald, Gebüsch- und karstige Trockenlandschaften. Als Lebensraum für die Wildkatze und andere seltene Tierarten ist er ebenfalls unersetzlich.

30. Juli 2012

Wildkatzen in der Hohen Schrecke: Modellbahn Wiehe informiert

Wiehe. Gemunkelt wurde viel, jetzt ist es amtlich: Die Wildkatze ist auch in der Hohen Schrecke heimisch. Bei den Untersuchungen zum Naturschutzgroßprojekt konnten mehrere Exemplare der seltenen und scheuen Art nachgewiesen werden. Ein Informationsmodul in der „Modellbahn Wiehe – Kultur mit Pfiff“ gibt nun Auskunft über Verhalten und Gefährdung der bedrohten Tierart.
Gemeinsam mit Dagmar Dittmer, der Vorsitzenden des Vereins „Hohe Schrecke – Alter Wald mit Zukunft“, stellte der BUND Thüringen in der Modellbahn Wiehe sein buntes Wildkatzeninformationsmodul aus Glas vor. Ab heute steht es im Eingangsbereich der Modellbahn Wiehe. Die Info-Tafeln geben einen Einblick in die Lebensweise der Wildkatzen und informieren über die Gefahren, mit denen die lautlosen Mäusejäger in der vom Menschen geprägten Landschaft zurechtkommen müssen. „Damit die Wildkatze in Mitteleuropa überleben kann, müssen Waldgebiete durch grüne Wildkatzenwege aus Hecken, Waldstreifen oder Brachen verbunden und Straßen für die Tierwelt entschärft werden – auch viele andere Tier- und Pflanzenarten unserer Wälder profitieren, wenn Wildkatzen freie Bahn haben“, informiert Thomas Mölich, Leiter des BUND – Projekts „Ein Rettungsnetz für die Wildkatze“.
„Dass die Wildkatze hier zweifelsfrei vorkommt, unterstreicht wieder einmal den naturschutzfachlichen Wert der Hohen Schrecke“, sagt auch Dierk Conrady, Projektleiter der Naturstiftung David. Gemeinsam mit dem Verein „Hohe Schrecke – Alter Wald mit Zukunft“ treibt die Stiftung das Naturschutzgroßprojekt Hohe Schrecke voran. „Mit Wildnis und Schönheit des Waldgebietes auch touristisch zu punkten, das ist erklärtes Ziel unseres Vereines – und da ist so ein Infomodul ein kleiner Mosaikstein von vielen“, erläutert Dagmar Dittmer. In naher Zukunft soll es im Rahmen des neuen Wegekonzeptes für die Hohe Schrecke auch einen „Erlebnisweg Wildkatze“ geben.

Hintergrund:
Zurzeit leben in Deutschland von ursprünglich mehreren zehntausend Wildkatzen nur noch etwa 5.000 Exemplare, Thüringen ist mit geschätzt 500 Tieren ein Schwerpunkt.
Zwischen Südharz und Kyffhäuser läuft derzeit ein Vernetzungsprojekt des BUND Thüringen. Der Hohen Schrecke kommt dabei eine Schlüsselrolle zu – bedingt durch die geografische Lage und die besonders schützenswerten Landschaftsstrukturen des Waldgebietes.
Das Ausstellungsmodul ist ein Element der BUND-Kampagne „Biotopvernetzung - Netze des Lebens“, das von der Europäischen Union durch das LIFE+ Programm gefördert wird.
Das Rettungsnetz für die Wildkatze wird in Thüringen im Rahmen der Förderinitiative Ländliche Entwicklung in Thüringen (ELER) durch die Europäische Union und den Freistaat Thüringen gefördert.

27. Juli 2012

Die Erde braucht Freunde! Der BUND informiert & wirbt für sich in Jena vom 30.7. bis zum 4.8.2012

Erfurt/Jena. Von kommenden Montag, dem 30.07., bis zum Samstag, dem 04.08., wird ein Team des BUND Thüringen in der Jenaer Innenstadt über den gemeinnützigen Verein und seine Projekte informieren Das Team sammelt Unterschriften für schadstofffreie Kindergärten und informiert auch über die Gefahren der umstrittenen  Fracking-Methode zur Erdgas-Gewinnung.

Ron Hoffmann, Vorsitzender des Landesverbandes Thüringen, hofft, dass möglichst viele Bürgerinnen und Bürger das Angebot nutzen die Arbeit des BUND kennen zu lernen und  sie auch zu unterstützen: „Besonders freuen wir uns über Menschen – ganz gleich ob jung oder alt – welche sich ehrenamtlich engagieren wollen“, so der Landesvorsitzende. Hoffmann heißt auch jene willkommen, „die als Mitglied unsere umweltpolitische Arbeit mit ihrer Stimme und einem frei zu wählenden finanziellen Beitrag unterstützen wollen. Der BUND ist ein Mitgliederverband und als starke Gemeinschaft erreicht er mehr für Umwelt und Natur.“

Das Team, welches direkt vom BUND kommt, informiert gerne über die bestehenden Möglichkeiten zur Mithilfe und über alle aktuellen Projekte.

23. Juli 2012

Die Erde braucht Freunde! Der BUND informiert & wirbt für sich in Erfurt bis zum 28. Juli

Erfurt. Bis zum kommenden Samstag, dem 28.7., wird ein Team des BUND Thüringen in der Erfurter Innenstadt über den gemeinnützigen Verein und seine Projekte informieren. Auf dem Anger bzw. vor dem F1-Einfkaufszentrum in der Kronengasse sammelt das Team zudem Unterschriften für schadstofffreie Kindergärten und informiert auch über die Gefahren der umstrittenen  Fracking-Methode zur Erdgas-Gewinnung.

Ron Hoffmann, Vorsitzender des Landesverbandes Thüringen, hofft, dass möglichst viele Bürgerinnen und Bürger das Angebot nutzen die Arbeit des BUND kennen zu lernen und  sie auch zu unterstützen: „Besonders freuen wir uns über Menschen – ganz gleich ob jung oder alt – welche sich ehrenamtlich engagieren wollen“, so der Landesvorsitzende. Hoffmann heißt auch jene willkommen, „die als Mitglied unsere umweltpolitische Arbeit mit ihrer Stimme und einem frei zu wählenden finanziellen Beitrag unterstützen wollen. Der BUND ist ein Mitgliederverband und als starke Gemeinschaft erreicht er mehr für Umwelt und Natur.“

Das Team, welches direkt vom BUND kommt, informiert gerne über die bestehenden Möglichkeiten zur Mithilfe und über aktuelle Projekte.

13. Juli 2012

Thüringens Vielfalt auch im Internet darstellen

Erfurt. Der Vorsitzende des BUND Thüringen, Ron Hoffmann, kritisiert die einseitige Vorgehensweise der Landesregierung beim Setzen von Internet-Links auf der Internetseite thueringen.de.

“Das Internetportal des Freistaats Thüringen ist de Haupteinstiegsseite für Informationssuchende, egal ob Touristen oder Einheimische. Da kann es nicht sein, dass die Link-Tipps nur zu Arbeitgeberverbänden, Firmen und CDU-Vereinigungen führen.“ kritisiert der BUND Thüringen-Vorsitzende. „Thüringens Vielfalt besteht auch aus Kultureinrichtungen, Tourismus-Zielen, der einzigartigen Natur und den hier lebenden Menschen. Die Landesregierung muss hier schnell ausgewogen berichten.“ so Hoffmann weiter.

10. Juli 2012

Regionalkonferenz „Waldbiotopverbund“ Niedersachsen besucht Thüringer Wildkatzenprojekte im Hainich

Hütscheroda. Die niedersächsische Regionalkonferenz zum Thema „Waldbiotopverbund gemeinsam umsetzen“ besucht morgen das Wildkatzendorf und den Wildkatzenkorridor zwischen Weltnaturerbe Nationalpark Hainich und den Hörselbergen. Die Vertreterinnen und Vertreter der Behörden und der Harz-Landkreise, aus Straßenbau, Forstwirtschaft, Jagd und Umweltschutz informieren sich über die Praxisbeispiele zur Zusammenarbeit bei Schutzmaßnahmen in Thüringen.

„Thüringen ist mit dem Projekt „Rettungsnetz Wildkatze“ Vorreiter bei der Umsetzung von Waldbiotopverbund-Vorhaben“, erklärte Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. „Wir freuen uns sehr, dass die Verwaltung, Umweltverbände und Planungsfirmen sich an Hand von Beispielen des europaweit ersten Wildkatzenkorridors informieren. Die Vision eines bundesweiten Waldbiotop-Verbundes gewinnt stetig an Unterstützung“, so Vogel weiter.

Die niedersächsische Regionalkonferenz ist der Auftakt der Umsetzungsmaßnahmen zur Rettung der bedrohten Wildkatze und anderer gefährdeter Waldlebensarten im Harz und anderen niedersächsischen Waldgebieten.

25. Juni 2012

K+S-Pipeline für Salzabwasser kann nur Übergangslösung sein

Erfurt/Frankfurt. Die BUND-Landesverbände Thüringen und Hessen sehen die heute bekannt gegebene Entscheidung für eine Salzabwasserleitung nur als Übergangslösung bis zum Bau einer Nordseepipeline.

“Der jetzt genehmigte Bau einer Leitung für salzige Haldenabwässer kann nur dann akzeptiert werden, wenn sie den ersten Bauabschnitt der vom Runden Tisch geforderten Nordsee-Pipeline darstellt“, betont BUND-Landesgeschäftsführer Dr. Burkhard Vogel. Er betont: „Ab 2020 darf dann gar keine Kalilauge mehr in Werra und Weser gepumpt werden. Die jetzt genehmigte Leitung kann nur eine Zwischenlösung sein, um die Kalihalden-Abwässer nicht weiter per LKW zu transportieren.“

Der BUND begrüßt, dass das Regierungspräsidium Kassel dem Antrag auf unbefristete Einleitung nicht entsprochen hat und zudem erstmals auch verbindliche Grenzwerte für die Belastung mit Kalium und Magnesium festsetzte.

Jetzt darf das Unternehmen nicht weiter den Status Quo aufrecht erhalten und darauf bestehen, dass es auch die Produktionsabwässer aus Neuhof in die Werra kippen kann.
Stattdessen muss es die vom Regierungspräsidium gesetzte Frist nutzen, die Abwässer aller Produktions- und Haldenstandorte gebündelt zur Nordsee abzuleiten oder auf eine vollständig laugenfreie Produktion umstellen.

K+S hatte im Antrag für die Pipeline von Neuhof zur Werra eine unbefristete Einleitungsgenehmigung beantragt und damit gezeigt, dass es ihr nur um die kostengünstigste aller Lösungen ging. BUND-Landesgeschäftsführer Vogel betonte deshalb: „Der Konzern darf nicht weiter auf Kosten von Mensch und Natur Gewinne machen!“

15. Juni 2012

Zweite Phase der Wiedervernetzung deutscher Wälder startet – Waldkorridore und Gen-Datenbank sollen Überleben der Wildkatze und anderer bedrohter Arten sichern

Berlin. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) will sich künftig noch stärker für die Wiedervernetzung der Wälder einsetzen. Im Rahmen des Projekts „Wildkatzensprung“ sollen in den kommenden drei bis sechs Jahren neue Waldverbindungen in den Bundesländern Hessen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Thüringen entstehen. Die bis zu 50 Meter breiten Baumstreifen zwischen bisher isolierten Waldgebieten sollen Wildkatzen und anderen Tierarten Schutz für Wanderungen in neue Lebensräume bieten. Gleichzeitig ist der Aufbau einer bundesweiten Gendatenbank für Wildkatzen geplant. Langfristiges Ziel des Projektes ist, ein Netzwerk verbundener Waldgebiete von 20000 Kilometern Länge in Deutschland zu schaffen. Das Projekt ist damit eines der größten Naturschutzvorhaben Europas. Seit 2007 hat der BUND in einer ersten Umsetzungsphase bereits in drei Regionen in Deutschland Baumstreifen angepflanzt.
Der BUND erhält für die Wiedervernetzung der Wälder und den Schutz der bedrohten Wildkatzen 3,8 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm „Biologische Vielfalt“ des Bundesamtes für Naturschutz (BfN). Ergänzt durch Eigenmittel des Verbandes und andere Förderer stehen für das Projekt „Wildkatzensprung“ insgesamt 5,2 Millionen Euro zur Verfügung.
Bundesumweltminister Peter Altmaier: “Das von der Bundesregierung 2011 neu eingerichtete Bundesprogramm „Biologische Vielfalt“ fördert mit einem Titelansatz von 15 Millionen Euro im Jahr besonders gute und beispielhafte Projekte, die zur Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt beitragen können. Das Wildkatzenprojekt des BUND, eines der ersten Projekte des neuen Förderprogramms, setzt sich deutschlandweit für den Erhalt einer Art ein, für
die Deutschland auch aufgrund ihrer Gefährdung eine besondere Verantwortung trägt. Hier handelt es sich um ein Vorzeigeprojekt für den Naturschutz“.
BUND-Vorsitzender Hubert Weiger: „Mit dem Projekt Wildkatzensprung zeigen wir, dass Biotopvernetzung gemeinsam mit der Bevölkerung vor Ort praktisch umsetzbar ist. Mithilfe von Freiwilligen und der Unterstützung von Politik, Behörden und Landnutzern können wir es schaffen, die Wiedervernetzung von selten gewordenen alten Laubwäldern deutlich voranzubringen – zum Wohle der Natur und damit auch zum Wohle des Menschen“.
„Dieses Vorhaben zeigt, dass das Bundesprogramm `Biologische Vielfalt` zum Motor und Impulsgeber für den Schutz und den nachhaltigen Umgang mit der biologischen Vielfalt in Deutschland wird“, sagte BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel.
Das Projekt Wildkatzensprung wird in zehn Bundesländern von den jeweiligen Landesverbänden des BUND umgesetzt. Die bundesweite Gendatenbank für Wildkatzen wird gemeinsam mit dem auf dem Feld der Artenforschung tätigen Senckenberg-Institut in Frankfurt entwickelt. Die Datenbank ist die erste ihrer Art für ein Säugetier in Deutschland. Verteilt über das gesamte Verbreitungsgebiet der Wildkatze werden mithilfe von Duft-Lockstöcken Haarproben von Wildkatzen gesammelt und so wertvolle Informationen über Verbreitung, Teilbestände und Wanderverhalten gewonnen. Experten können so erforschen, wie stark einzelne Wildkatzenpopulationen voneinander isoliert sind. Die Zahl der Wildkatzen in Deutschland wird auf 5000 bis 7000 Tiere geschätzt. Die Wildkatze steht stellvertretend für zahlreiche Waldtierarten, die durch die Intensivierung der Landwirtschaft oder den Bau von Autobahnen gefährdet sind.

4. Juni 2012

Wildkatzenprojekt des BUND Thüringen bei der Woche der Umwelt

Erfurt/Berlin. Der BUND Thüringen präsentiert sein Projekt Rettungsnetz Wildkatze auf der Woche der Umwelt am 05. und 06. Juni im Park des Berliner Schloss Bellevue. Auf Einladung des Bundespräsidenten und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt stellen dort ausgewählte Vereine, Organisationen und Firmen ihre Projekte vor. 12.000 Besucherinnen und Besucher aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Gesellschaft und Medien werden erwartet.

„Die Schaffung von 20.000 km Waldkorridoren zur Wiedervernetzung von Lebensräumen der Wildkatze und anderer seltener Waldbewohner wurde als vorbildlicher Lösungsansatz ausgewählt“, freut sich BUND-Landesgeschäftsführer Dr. Burkhard Vogel.

Die innovative Kommunikationskampagne zum Projekt ermöglicht es den Gästen, sich per virtuellem Landschaftsmodell zur Gefährdung und den bestehenden Lebensräumen der seltenen Wildkatze zu informieren sowie mögliche Schutzmaßnahmen bis in ihre Region nachzuvollziehen. Das Modell macht den Zusammenhang zwischen der Zerschneidung von Naturlebensräumen und deren Wirkung auf Arten wie die Wildkatze deutlich und zeigt die Bedeutung eines deutschlandweiten Wald-Biotopverbunds.

Mittlerweile ist das Projektgebiet des Rettungsnetz Wildkatze auf zehn Bundesländer angewachsen. Das Gesamtziel ist die Wiedervernetzung der Waldgebiete in Deutschland durch einen Verbund von 20.000km Korridoren, um der bedrohten Wildkatze sowie anderen Tier- und Pflanzenarten das Überleben zu ermöglichen. In drei Regionen wurden bereits Korridore angelegt, bis 2014 kommen sechs weitere Regionen hinzu.

30. Mai 2012

„Gesundeit vor Profit!“ - Protestaktion gegen EU-Initiative zu Lasten des Lärmschutzes

Erfurt/Frankfurt am Main. Der BUND Thüringen unterstützt die heute gestartete europaweite Protestaktion gegen die von der der EU-Kommission geplanten Verschlechterungen beim Schutz vor Fluglärm. Unter dem Motto „Gesundheit vor Profit - Kein Nachtflug“ fordern der hessische Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), die Bundesvereinigung gegen Fluglärm (BVF) und die europäische Organisation der Fluglärmgegner „Union Européenne Contre les Nuisances des Avions (UECNA)“ die Bevölkerung zum Protest auf.

Falls die Verordnung Rechtskraft erhielte, wäre sie bindend für alle Mitgliedsstaaten der Europäischen Union und würde alle bestehenden Regelungen verdrängen. Die an verschiedenen Flughäfen bestehenden Lärmschutzbestimmungen würden auf das europäische Maß zurück gestutzt bzw. aufgehoben.
Die Verordnung sieht vor, dass Minderung nächtlichen Fluglärms durch „Betriebsbeschränkungen“ (Nachtflugverbote) nur noch dann möglich seien, wenn diese eine „kosteneffiziente Lösung“ darstellen.
Der BUND Thüringen sieht die Gefahr, dass dies auch am Erfurter Flughafen eine erhöhte Lärmbelastung nach sich ziehen würde. Er fordert die Thüringer Bürgerinnen und Bürger auf, bei der EU-Kommission auf ihren Schutz der Gesundheit und vor Lärm zu pochen.

Auf www.kein-nachtflug.eu finden sich vertiefende Informationen und die Möglichkeit zum Versenden von Protestschreiben per E-Mail-Formular.

Hintergrund:
Der „Vorschlag für eine Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates über Regeln und Verfahren für lärmbedingte Betriebsbeschränkungen auf Flughäfen der Union im Rahmen eines ausgewogenen Ansatzes sowie zur Aufhebung der Richtlinie 2002/30/EG des Europäischen Parlaments und des Rates [KOM(2011) 828 endg.; Ratsdok. 18010/11]“ wurde im Dezember 2011 durch die Europäische Kommission eingebracht und befindet sich derzeit in der Beratung Verkehrsausschusses des EU-Parlaments.

4. Mai 2012

BUND Thüringen zieht Bilanz 2011: Energiewende eingeleitet – Agrarwende blockiert

Erfurt. Der BUND Thüringen hat heute in Erfurt seinen aktuellen Jahresbericht für das Jahr 2011 präsentiert. Trotz großer umweltpolitischer Erfolge sieht der Verband die aktuelle Naturschutz- und Umweltpolitik in Thüringen kritisch.
„2011 war zwar das Jahr der Energiewende in Deutschland. Dass aber erst die Dreifachkatastrophe in Japan den Atomkurs der Bundesregierung gestoppt hat, ist traurig“ erklärte Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen. „Während die geschmolzenen Reaktorkerne in Fukushima weiter glühen, gibt es in Thüringen immer noch kleinliche Debatten über den Ausbau der erneuerbaren Energien. Wir brauchen eine atomstromfreie, dezentrale Energieversorgung für Thüringen – sofort!“, forderte Hoffmann.
Was an Bewegung in der Energiepolitik drin ist, gleicht die Landesregierung durch Stillstand beim ökologischen Umbau der Agrarwirtschaft aus. Hier regiert der Beton, der das Fundament stets neuer Tierfabriken legt. „Qualfleisch als Füllung für die Thüringer Bratwurst ist rückschrittlich. Minister Reinholz macht sich nicht nur hier zum Erfüllungsgehilfen der Agrarlobby“, kritisierte der Thüringer BUND-Vorsitzende.
Bei der Umwandlung der Forstverwaltung in eine gewinnorientiert arbeitende Anstalt des Öffentlichen Rechts hat der BUND den kritischsten Punkt erfolgreich abgewendet: Das UNESCO-Weltnaturerbe Nationalpark Hainich bleibt eigenständig. Ein kleiner Erfolg, für die jetzt noch stärker vom Abholzen bedrohten Staatswälder.
Rückwärts geht es in der Thüringer Verkehrspolitik. Nach dem Willen von Verkehrsminister Carius rollen Gigaliner durch Thüringens Dörfer. Die drohende Zerschneidung der Rhön durch die unnötige B87n verharrt im Status Quo. Die Bundesstraße durch die Rhön existiert weiter nur auf dem Papier. „Dass die Straße nicht im vordringlichen Bedarf des Verkehrshaushalts steht, ist der erste Sargnagel für dieses Sinnlos-Projekt“, kommentiert Ron Hoffmann das absehbare Scheitern der Pläne.
Als außerordentlich erfolgreich bezeichnete Hoffmann das Projekt „Rettungsnetz Wildkatze“. Inzwischen gibt es ein breites Netzwerk zwischen Mensch und Natur. Der Wanderkorridor ist weit über ursprüngliche Pläne hinaus gewachsen und täglich erreicht das Anliegen mehr Menschen: „Wir verteilen Bildungspakete und schulen regionale Multiplikatoren. Die Thüringer und ihre Gäste können seit Anfang April das Wildkatzendorf Hütscheroda besuchen und sich dort selbst ein Bild von den sonst so scheuen Tieren machen.“
Mit dem Grünen Band ist der BUND Thüringen auf einem guten Weg. Der Verband sorgt für den dauerhaften Schutz weiterer Naturflächen und hat mit dem Eingang des Projekts in den sonst eher faden Landesentwicklungsplan eine Bestätigung seiner Wichtigkeit erhalten.

26. April 2012

Rettungsnetz Wildkatze verbindet Nationalparke Hainich und Thayatal

Hütscheroda. Eine österreichisch-tschechische Delegation des Nationalparks Thayatal ist auf Einladung des BUND Thüringen zu Besuch im Weltnaturerbe Nationalpark Hainich. Die internationale Expertengruppe informiert sich über Umsetzung von Schutzmaßnahmen und Wildkatzenforschung in Thüringen.

„Thüringen ist die Wiege des Projektes „Rettungsnetz Wildkatze““, erklärte Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. Wir freuen uns sehr, dass die österreichischen Kollegen unserer Einladung gefolgt sind, um sich über die Entstehung des europaweit ersten Wildkatzenkorridors zur Vernetzung von Hainich und Thüringer Wald zu informieren. Unser gemeinsame Vision ist ein transnationaler Korridor unter Einbeziehung des Grünen Bandes, der die beiden etwa 500 km voneinander entfernten Nationalparke mit ihren Wildkatzenvorkommen wieder verbindet.“

Nach Angaben von Dipl.-Ing. Robert Brunner, Direktor Nationalpark Thayatal, galt die Wildkatze in Österreich lange Zeit als ausgestorben. Erst im Jahr 2007 konnte der Wildkatzenexperte des BUND, Thomas Mölich, im Auftrag der Nationalparkverwaltung Thayatal in den Wäldern des Nationalparks Wildkatzen nachweisen.

„Die Wiederentdeckung der Wildkatze im Thayatal war eine Sensation. Wir setzen uns dafür ein, dass sich die Art vom Nationalpark aus wieder in ganz Österreich ausbreitet. Die Erfahrungen aus Deutschland können uns dabei helfen“ so Brunner weiter.

„Für uns ist der Besuch eine hervorragende Gelegenheit zum Austausch mit unseren österreichischen Kollegen“, freut sich Manfred Großmann, Leiter des Nationalpark Hainich. „Der Nationalpark Thayatal und der Nationalpark Hainich haben viele Gemeinsamkeiten. Beide sind Laubwaldnationalparke, beide sind noch relativ junge Nationalparke und in beiden Nationalparken spielt die Wildkatze für die Öffentlichkeitsarbeit und die Vermittlung der Ziele der Nationalparke eine wichtige Rolle.“

Der Nationalpark Thayatal wurde auf österreichischer Seite offiziell am 01.01.2000 gegründet. Er erstreckt sich auf einer Fläche von 1.330 ha entlang des Flusses Thaya, der die Grenze zu Tschechien bildet. Auf der tschechischen Seite hat der Nationalpark eine Fläche von 6.260 ha. Etwa 90% der Nationalparkfläche sind mit Wald bedeckt.

Die österreichisch-tschechische Expertengruppe führt im Rahmen des EU-Life-Projektes „Biotopvernetzung – Netze des Lebens“ die Fachexkursion durch, um sich über Maßnahmen zur Vernetzung von Waldlebensräumen zu informieren.

20. April 2012

BUND Thüringen und Town & Country Haus pflanzen 50 Bäume für das Rettungsnetz Wildkatze

Gerstungen. 20 Aktive des BUND Thüringen und von Town & Country Haus haben bei Gerstungen das Rettungsnetz Wildkatze erweitert. In der Nähe des Freibades wurden heute 50 neue Bäume eingepflanzt. Damit verbessern sich die Wandermöglichkeiten für die Wildkatze und andere seltene Tierarten auf ihrem Weg von Thüringen nach Hessen.

Der Projektleiter des BUND Thüringen, Thomas Mölich, betonte die Wichtigkeit dieser Pflanzaktionen. „Mit dem Engagement in diesem Korridorbereich wird deutlich, dass die Menschen hier in der Region hinter dem Projekt stehen und sich für den Schutz der Wildkatze einsetzen“, so Mölich.

Die Geschäftsführer und Gründer von Town & Country, Gabriele und Jürgen Dawo, die heute ebenfalls mitgeholfen haben, bedankten sich bei den Aktiven: „Es ist nicht selbstverständlich, Freitagvormittags so viele Menschen zu einer körperlich anstrengenden Arbeit zu gewinnen.“ Sie lobten die Initiative der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Town & Country Haus und die Handballer des SV Town & Country Behringen-Sonneborn, die sich zur Pflanzaktion zahlreich meldeten.

Nach zwei Stunden waren alle Löcher gegraben, die Bäume gepflanzt und gegossen. Zum Abschluss stärkten sich alle Helferinnen und Helfer bei einer heißen Suppe.

19. April 2012

Stadtbibliothek Eisenach erhält Wildkatzen-Bildungspaket

Erfurt/Eisenach. Der BUND Thüringen überreicht der Stadtbibliothek Eisenach am Freitag, 20.04.2012, eine Umweltbildungskiste mit Materialien rund um das Thema Wildkatze. „Nachdem es im letzten Jahr bereits Nachweise von Wildkatzen in den Wäldern um Eisenach herum gegeben hat, freuen wir uns besonders nun auch hier in der Stadt den scheuen Jägern auf vier Pfoten mehr Aufmerksamkeit geben zu können“, erklärt Dr. Annette Brunner, Leiterin der Stadtbibliothek.
Die Wildkatzenkiste ist Teil eines umfangreichen Bildungspaketes für die inner- außerschulische Umweltbildung zu den Themen Waldbiotopverbund und Wildkatze. „Wir brauchen ein Netzwerk grüner Korridore von 20.000 km Länge, wenn Wildkatze und viele andere bedrohte Arten in Deutschland eine Chance zum Überleben haben sollen“, sagt dazu BUND-Biologin Alexandra Schubert. „Für dieses Ziel ist ein großes Netz von Unterstützern nötig. Kinder und Jugendliche wollen wir damit für die Wildkatze und das Ökosystem Wald sensibilisieren.“
Das BUND-Bildungspaket besteht aus drei Komponenten: den Unterrichtsmaterialien „Bildung für die Katz“, den Biodiversitätskisten für Exkursionen in den Wald und einer wissenschaftlichen Mitmachaktion. Die Unterrichtsmaterialien können auch als „Kinderakademie“ kompakt im Rahmen ganzer Projektwochen genutzt werden. Die Materialien lassen sich fächerübergreifend unter anderem in Biologie, Ethik, Religion, Geschichte, Geographie, Politik und Sozialkunde sowie vom Kindergarten bis zur Sekundarstufe II integrieren. Das Paket kann aber auch in der außerschulischen Bildung eingesetzt werden.
Mit speziellen thematischen Veranstaltungen zum Thema Wildkatze wird sich Bibliotheksmitarbeiterin Petra Werner künftig an Kinder und Jugendliche aller Altersstufen wenden. Das Angebot können Kindergartengruppen ebenso nutzen wie Schüler der Klassenstufen 1 bis 12. Das Projekt „Wildkatze“ kann sowohl in Räumen als auch im Freien durchgeführt werden und ist zeitlichen anpassbar. Der Ablauf der Veranstaltungen lässt sich aus Modulen wie Information, Forschung, Spiel oder kreative Betätigung zusammensetzen.

Insgesamt gibt es thüringenweit neun solcher Kisten, die kostenlos verliehen werden. So beispielsweise im Biosphärenreservat Vessertal, im Nationalpark Hainich, im Naturpark Kyffhäuser und im Waldhaus in Greiz.
Weitere Informationen zum Bildungspaket, Materialien zum Download und Bestellmöglichkeiten gibt es unter www.bund.net/wildkatzenbildung.
Das Bildungspaket wurde im Rahmen der BUND-Kampagne „Biotopvernetzung – Netze des Lebens“ entwickelt. Das Projekt wird mit EU-Mitteln im Rahmen des Programms LIFE+ sowie der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert.

4. April 2012

BUND und NABU stehen zu Gesprächen über Urwaldstudie bereit

Erfurt. Die von BUND und NABU Thüringen erstellte Studie „Urwälder für Thüringen“ wurde heute den Mitgliedern des Umweltausschusses im Thüringer Landtag sowie den Vertreterinnen und Vertretern des Umweltministeriums zur Stellungnahme vorgelegt. Damit soll die mit der Veröffentlichung der Studie angestoßene Diskussion vertieft werden.

„Wir haben mit dieser Studie einen fundierten fachlichen Rahmen für die Umsetzung des 25.000 Hektar-Ziels der Landesregierung vorgelegt und laden zur Debatte dazu ein“ sagt Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. „Wir freuen uns, dass die SPD unser Ziel unterstützt. Minister Reinholz muss sich zu den Urwäldern bekennen – das geht nur über den Schutz von großen Waldflächen“, so Vogel weiter.

Mike Jessat, der Landesvorsitzende des NABU Thüringen, zeigt sich verwundert über die Meinung des Ministers und die Absicht des Umweltministeriums, kleine Waldflächen und sogar Einzelbäume aus der Nutzung zu nehmen. „Aus naturschutzfachlicher Sicht sind es eigentlich die großflächig ungenutzten Waldlebensräume, die ein spezifisches Flächenmosaik aus dynamisch wechselnden Waldstadien mit einem großen Artenspektrum bilden. Wer bei einer großen Flächenkulisse mit 25. 000 Hektar Einzelbäume mit einschmuggeln will, der arbeitet mit einer Mogelpackung, die aus unserer Sicht nicht tragbar ist,“ so Jessat. Außerdem sind diese Bäume sowieso schon in der Flächenkulisse des Alt- und Habitatbaumskonzepts der Landesforstverwaltung aufgenommen worden.
 
Einhellig lehnen die beiden Verbände den Vorschlag von Egon Primas ab, den Wald erst abzuholzen und dann unter Schutz zu stellen. Diese Raubbau-Mentalität zeigt kein Verantwortungsbewusstsein gegenüber kommenden Generationen und dem Schutz biologischer Vielfalt. Wald muss erhalten werden, statt ihn für schnelles Geld zu verheizen.

Die Urwaldstudie von BUND und NABU listet 15 schützenswerte Staatswaldflächen mit insgesamt 13.000 ha auf. Mit der Unter-Schutz-Stellung der vorgeschlagenen Flächen wäre das im Koalitionsvertrag vereinbarte Ziel von 25.000 Naturwald erreicht, für die wirtschaftliche Nutzung bleiben immer noch mehr als 175.000 Hektar Staatswald übrig.

27. März 2012

BUND feiert Eröffnung des Wildkatzendorfs Hütscheroda - Ministerpräsidentin Lieberknecht und BUND-Vorsitzender Weiger beim Festakt

Erfurt/Hütscheroda. Zur feierlichen Eröffnung des Wildkatzendorfs Hütscheroda konnte der BUND Thüringen heute die Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht, den BUND-Bundesvorsitzenden Hubert Weiger, Landtagsabgeordnete von CDU; SPD und Grünen, den Umweltminister, Landräte und Gemeindebürgermeister begrüßen.
BUND-Landesgeschäftsführer Dr. Burkhard Vogel eröffnete die Festveranstaltung mit 300 Gästen: „Der heimliche Star der Weltnaturerbestätte Hainich ist ab heute im Wildkatzendorf Hütscheroda zu beobachten. Mit der Wildkatzenlichtung, dem Aussichtspunkt Hainichblick und dem Informationszentrum Wildkatzenscheune ist der Hainich um einen Naturtourismus-Höhepunkt reicher.“
Der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger betonte, dass „das Wildkatzendorf Ergebnis einer erfolgreichen Zusammenarbeit vieler Partner zum Schutz dieser seltenen Tierart ist. Anwohner, Gemeinden, Politik und Behörden haben an einem Strang gezogen. Dies sollte bundesweit im Naturschutz Schule machen.“
Besondere Ehrung erfuhren die Sponsoren und Förderer: Dank Geldern von TMP und veka sowie mit EU-Fördermitteln des Freistaats konnte das Wildkatzendorf erst errichtet werden.

26. März 2012

BUND und NABU legen Studie zu (Ur-)Waldflächen für Thüringen vor

Erfurt. In einer gemeinsamen Studie haben der BUND Thüringen und der NABU Thüringen Waldflächen identifiziert, welche als „Urwälder von morgen“ dauerhaft aus der Nutzung genommen werden sollen. Für die Erarbeitung der Studie konnten die beiden renommierten Wissenschaftler, Prof. Dr. Michael Succow und Dr. Georg Sperber gewonnen werden.
„Thüringen braucht mehr Ur-Wald und keine Ur-Wäldchen“ erklärte Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. „Deshalb haben wir der Flickschusterei des Umweltministeriums bei der Umsetzung des 25.000ha-Ziels ein deutliches Konzept gegenübergestellt.“
Nach Angaben von Vogel sind viele Waldarten auf eine vom Menschen unbeeinflusste Waldentwicklung angewiesen, in der alle Waldstadien repräsentiert sind. Als Beispiel nannte Vogel die Hohltaube, welche in Kolonien in alten Baumhöhlen brüte und dazu ganze Gruppen absterbender Bäume benötige. Auch Arten wie Wildkatze, Bechsteinfledermaus oder Todholz bewohnende Insekten seien auf entsprechende Waldgebiete als angewiesen.
Mike Jessat, Landesvorsitzender des NABU Thüringen, bekräftigt: „Wir sahen uns gezwungen diese Studie durchzuführen. Zum Einen drängt die Zeit und zum Anderen kritisieren wir die Vorgehensweise der Landesregierung bei der Auswahl der Flächenkulisse. Es ist geplant Einzelbäume sogenannte Alt- und Habitatbäume in die Flächenkulisse mit aufzunehmen. Dies spottet jeder Naturschutzidee, denn wie wir wissen bilden sich nur in großflächig ungenutzten Waldlebensräumen spezifische Flächenmosaik aus dynamisch wechselnden Waldstadien, welches vor allem für Urwaldarten die Nischen zum Überleben bietet. Außerdem wurde ein Teil dieser Bäume sowieso schon im Alt- und Habitatbaumkonzept der Landesforstverwaltung 2009 ausgewählt.“
Prof. Dr. Michael Succow betonte die grundlegende Bedeutung von unberührten Wäldern für die Entwicklung der Natur. „Für den Schutz der europäischen Rotbuchenwälder hat Deutschland eine herausgehobene, internationale Verantwortung. Rund ein Viertel des Weltverbreitungsareals der Rotbuche befindet sich auf deutschem Boden. Der ursprüngliche Buchenwaldanteil von ca. zwei Dritteln der Fläche Deutschlands ist heute auf weniger als 5 % gesunken ist. Die Ausweisung von 5 Buchenwaldgebieten zum UNESCO – Weltnaturerbe im Juni 2011 unterstreicht eindrucksvoll die weltweite Bedeutung alter Buchenwälder.“
Mit der Übertragung in eine gewinnorientierte Landesforstanstalt habe das Land die Verpflichtungen zur Erhaltung der Natur, zum Schutz des Klimas und zur Förderung des Tourismus durch den Erhalt der Wälder nicht einfach einzustellen, betonten die Verbandsvertreter.
Über 15.000ha Waldfläche sind in der Urwaldstudie zur Entnahme aus der aktiven Nutzung vorgeschlagen. Dazu zählen alte Buchenwälder im Vorderen Thüringer Wald bzw. rund um das Vessertal.
„Alter Wald muss erhalten werden, statt ihn für das schnelle Geld zu verheizen“ warnt Prof. Succow mit Blick auf die Geschichte der ostdeutschen Wälder.

24. März 2012

BUND Thüringen fordert modellhafte Bürgerbeteiligung bei kommenden Großprojekten

Erfurt. Der BUND Thüringen warnt vor einer weiteren Konfliktverschärfung bei  geplanten Großprojekten. In einem von der Landesversammlung verabschiedeten Antrag fordern die Mitglieder eine vorbildlich-modellhafte Bürgerbeteiligung beim Verfahren zum geplanten Pumpspeicherwerk Schmalwasser.
Erstmalig hat die Landesversammlung den neuen Vorstand für vier Jahre gewählt. Als Landesvorsitzender wurde Ron Hoffmann einstimmig im Amt bestätigt. Ebenso wurden Frank Henkel und Dirk Adams als Stellvertreter und Evelyn Höhn als Schatzmeisterin wieder in ihre Ämter gewählt. Als Beisitzern im Landesvorstand wurde Dagmar Becker wiedergewählt.
„Die Pläne zum Pumpspeicherwerk Schmalwasser drohen, neue Gräben in der Thüringer Bevölkerung aufzureißen“, befürchtet Frank Henkel. „Wir fordern die Landesregierung auf, vorschnelle Schritte zu unterlassen und die Bürgerbeteiligung zu Schmalwasser transparent, bürgernah und fair durchzuführen. Außerdem muss eine echte Alternativenprüfung durchgeführt werden – mit nur 500MW Leistung ließe sich die 380KV-Stromtrasse vermeiden und stattdessen eine unterirdische 110KV-Leitung legen. Das schützt den Thüringer Wald und ermöglicht trotzdem neue Infrastruktur für die Energiewende.“
In seinem Vortrag unterstrich der Vertreter von Thüringen Forst, Ingo Profft, die Bedeutung der naturnahen Mischwälder als Vorsorgemaßnahmen gegen den Klimawandel. BUND-Vorstand Henkel forderte in der Diskussion: „Wälder sollen nicht nur zu Mischwäldern umgebaut werden, sondern auch wieder alt werden können. Alte Buchen sind zwar ertragreich im Verkauf – noch ertragreicher aber bei CO2-Bindung und Erhalt seltener Arten.“
Eine klare Absage erteilte die Landesversammlung der Forderung des Bauernverbandes, in Zukunft Ausgleichsmaßnahmen für Landschaftsverbrauch nicht mehr auf landwirtschaftlichen Flächen zuzulassen. Wer Landschaft zerstört, muss diese Eingriffe in geeigneter Form kompensieren.

20. März 2012

Landesversammlung des BUND Thüringen am 24.03.12

Die Landesversammlung des BUND Thüringen findet am Samstag, 24.03.12 ab 10.00 Uhr
in den Räumen der SWE Stadtwerke Erfurt GmbH statt.

Die Wälder in Thüringen stehen unter Druck: Die Ansiedlung von Großsägewerken und großen Papierfabriken haben in den vergangenen Jahren den Hunger nach Holz aus heimischen Wäldern bereits mächtig angeheizt. Durch die Energiewende hat sich die Nachfrage nach Holz als nachwachsenden Rohstoff weiter verschärft. Für die Wälder Thüringens bleibt das nicht ohne Folgen. Der Anteil wertvoller alter Waldbestände sinkt. Immer weniger klimaschädliches CO2 kann deshalb durch die Wälder gespeichert werden. Die Thüringer Landesregierung will durch Waldumbau die Wälder gegen den Klimawandel wappnen.
Wie werden sich die Wälder in Thüringen dadurch verändern? Welche Rolle sollen fremdländische Baumarten wie der Douglasie beim Aufbau zukunftsfähiger Waldbestände spielen? Welche Bedeutung haben ungenutzte Wälder für den Klimaschutz und den Erhalt der Artenvielfalt im Wald? Auf unserer diesjährigen Landesversammlung wird der Thüringer Experte für Wald und Klimawandel, Ingo Profft von Thüringen Forst, diese Fragen mit uns diskutieren.

6. Februar 2012

BUND Thüringen fordert radikale Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP)

Erfurt. Anlässlich des Besuchs des EU-Kommissars für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, Dacian Ciolo in Mitteldeutschland fordert der BUND Thüringen eine radikale Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union (GAP) nach 2013. In Zukunft sollten öffentliche Fördergelder nur noch zur Belohnungen von Leistungen im Umwelt-, Tier- und Verbraucherschutz und für den Erhalt der ländlichen Räume eingesetzt werden.
„Bei der Neuausrichtung der europäischen Agrarpolitik ab 2014 darf es kein „Weiter so“ geben“, forderte Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen. „Immer noch ist es lukrativer, Gewässer mit Nitrat, Lebensmittel mit Antibiotika und Böden mit Pestiziden zu belasten – statt auf Ökolandbau umzusteigen und eine artenreiche Kulturlandschaft zu bewirtschaften.“
Die GAP koste den Steuerzahler pro Jahr mehr als 50 Mrd. Euro! Beim Schutz öffentlicher Güter wie Böden, Luft oder Gewässer und auch beim Verbraucherschutz habe die GAP versagt. Die alarmierenden Funde zu antibiotika-resistenten Keimen im Hähnchenfleisch machten erneut deutlich, welche Gefahren für den Verbraucher von der industriellen Tierhaltung ausgehen können. Vor diesem Hintergrund kritisierte der BUND Thüringen die Ankündigungen von Minister Reinholz, neue Tierfabriken in Thüringen ansiedeln zu wollen, in denen Schweine oder Geflügel unter qualvollen Bedingungen gehalten werden.
Nach Angaben des BUND Thüringen hat sich seit 1980 die Zahl der Feldvögel in der Agrarlandschaft in Europa um 44% reduziert. Selbst ursprünglich häufige Arten wie Feldsperling oder Kiebitz erlebten dramatische Verluste. In Thüringen verfehlten außerdem über 95% der Oberflächengewässer den guten ökologischen Zustand durch Einträge aus der Landwirtschaft.
Hoffmann machte deutlich, dass sich der BUND Thüringen dafür einsetzen werde, dass in Zukunft Fördermittel der Europäischen Union vor allem für eine umweltschonende und tiergerechte Landwirtschaft bereit gestellt werden. Zu den Standards einer neuen Agrarpolitik gehöre auch die Bereitstellung von 10% der Landwirtschaftsfläche für Naturschutzzwecke, der Verzicht auf Gentechnik und Monokulturen.

30. Januar 2012

BUND Thüringen begrüßt klares Signal von Minister Reinholz zur Naturschutzförderung

Erfurt. Der BUND Thüringen begrüßt die Ankündigungen von Minister Reinholz zur Bereitstellung von Finanzmitteln für Thüringens wichtigstes Naturschutzprogramm „Entwicklung von Natur und Landschaft (ENL)“. Durch die von Minister Reinholz zugesicherte vollständige Kofinanzierung der Fördermittel der Europäischen Union (EU) können dringend notwendige Maßnahmen zur Sicherung der Arten- und Biotopvielfalt in Thüringen umgesetzt werden:
„Minister Reinholz hat die Unsicherheit in Bezug auf die Fördermittel beseitigt.“, erklärte Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. „Damit hat er ein klares Signal für den Naturschutz in Thüringen gesetzt.“
Nach Angaben des BUND Thüringen gibt es allein bei den sog. Halbtrockenrasen und den Bergwiesen in Thüringen mehrere Tausend Hektar, welche wegen fehlender Pflege verbuschen. Durch Entbuschungsprojekte könnten solche Flächen wieder in einen Zustand versetzt werden, der sie für die Landwirtschaft attraktiv mache. Durch Beweidung könnten diese Flächen dann dauerhaft erhalten werden. Darüber hinaus werde das Naturschutzförderprogramm ENL als wichtiges Finanzierungsinstrument zur Umsetzung von Natura 2000, zum Aufbau des Biotopverbundes oder zur Pflege im Grünen Band eingesetzt.
Von den eingesetzten Fördermitteln profitierten nach Angaben von Vogel auch regionale Landwirtschaftsbetriebe, welche als Auftragnehmer Pflegemaßnahmen umsetzen oder anschließend die Flächen wieder in Nutzung nehmen.
„Jetzt kommt es auf eine zügige Bearbeitung der Fördermittelanträge an“, forderte Vogel, bevor eine weiter Verschlechterung von Lebensräumen eintritt.“

6. Januar 2012

BUND Thüringen: Keine Versorgungslücke bei Schweinefleisch aus heimischer Produktion - Thüringer Tierfabriken produzieren Überschüsse

Erfurt. Nach Angaben des BUND Thüringen wird in Thüringen deutlich mehr Schweinefleisch erzeugt, als gegessen wird. Darstellungen von Landwirtschaftsminister Reinholz, bei der Versorgung der Bevölkerung mit heimischem Schweinefleisch gebe es eine Versorgungslücke, bezeichnete der BUND Thüringen als nicht haltbar.
„Die von Minister Reinholz angekündigte Imagekampagne zur Förderung der Massentierhaltung wäre eine gute Gelegenheit, mit der Mär vom Schweinefleischnotstand in Thüringen endlich auf zu räumen“, erklärte Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. „Wenn hier nicht mit Steuergeldern Schönfärberei betrieben werden soll, müssen die Fakten zur Massentierhaltung in Thüringen auf den Tisch“.
Die Produktion von Schweinefleisch aus Thüringer Schlachthöfen habe im Jahr 2010 30 Prozent über dem Bedarf gelegen, hob Vogel hervor. Das gehe aus Angaben des Thüringer Landesamtes für Statistik hervor. Die Überproduktion werde durch die Zulassung neuer Tierfabriken in Thüringen, wie z.B. in Oldisleben mit ca. 9.000 Stellplätzen weiter verschärft.
Gleichzeitig nehme das Gesundheitsrisiko, welches von derartigen Tierfabriken ausgehe, immer weiter zu. Nach Untersuchungen in Nordrhein-Westfalen sei der systematische Einsatz von Antibiotika in der Hähnchen-Mast die Regel. Über 90% aller untersuchten Tiere seien mit Antibiotika behandelt worden. Damit würden Geflügelmästereien zu Brutstätten antibiotika-resistenter Keime.
Auch die Einschätzung, dass neue Tierfabriken automatisch artgerechtere Haltungsbedingungen gewährleisten, hält Vogel spätestens nach den Vorkommnissen in der Schweinefabrik Alkersleben im vergangenen Jahr für widerlegt. Bei der im Herbst 2010 in Betrieb gegangenen Schweinefabrik seien im Sommer mehr als 3.000 Ferkel nach einem Stromausfall qualvoll erstickt, weil die Tiere in der hermetisch abgeriegelten Anlage keinen direkten Zugang zu Frischluft hatten.
„Wir haben nicht nur die Tierfabriken und Lebensmittelskandale satt, sondern auch die Schönfärberei von Politik und Agrarlobby“, sagte Vogel. „Deshalb rufen wir auf zur großen Demo „Bauernhöfe statt Agrarindustrie“ am 21. Januar 2012 in Berlin.“ (weitere Infos: www.bund-thueringen.de).

3. Januar 2012

„Lernen für die Katz“ – Workshop für Umweltbildner

Erfurt/Meiningen. Der BUND Thüringen setzt sich seit langem für den Schutz der heimischen Wildkatzen ein. Am 14. Januar 2012 findet in Meiningen dazu der Workshop „Lernen für die Katz’“ statt. Unter diesem Titel hat der BUND ein umfangreiches Bildungspaket für die inner- außerschulische Umweltbildung zu den Themen Waldbiotopverbund und Wildkatze geschnürt.
Der Workshop richtet sich an UmweltbildnerInnen, Pädagogen und ErzieherInnen sowie Interessierte. Während des Workshops soll Hintergründe zum Leben und der Biologie der Wildkatze erklärt und das gewonnene Wissen gleich spielerisch mittels der vorhandenen Materialien angewandt werden. Das Ziel ist es Kinder und Jugendliche für die Themen Wildkatze und das Ökosystem Wald zu sensibilisieren. Die Inhalte des Bildungspakets funktionieren fächerübergreifend und lassen sich unter anderem in den Unterricht der Fächer Biologie, Ethik, Religion, Geschichte, Geographie, Politik und Sozialkunde vom Kindergarten bis zur Sekundarstufe II integrieren. Das Paket kann sowohl in der inner- als auch außerschulischen Bildung eingesetzt werden.

Es sind aktuell noch ein paar Plätze frei, die Teilnehmerzahl ist allerdings begrenzt.
Anmeldung unter:  Fax: 0361 / 555 03 19, E-Mail: alexandra.schubert@bund.net oder
Tel: 0361 – 555 03 40

Das Bildungspaket wurde im Rahmen der BUND-Kampagne „Biotopvernetzung – Netze des Lebens“ entwickelt. Das Projekt wird mit EU-Mitteln im Rahmen des Programms LIFE+ sowie der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert.



Jahresbericht 2016

Unser neuer Jahresbericht steht ab sofort zum Download zur Verfügung!

BUND-Jahrbuch Bauen und Renovieren 2017

Direkt zum Online-Antrag, Foto: eyewire / fotolia.com

Der BUND Thüringen ist Teil des Bündnis für ein Thüringen der Demokratie, 
Vielfalt und Mitmenschlichkeit
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Lesen Sie dazu den Brief unseres Landesvorsitzenden, Ron Hoffmann.

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