19. Dezember 2013

BUND Thüringen weist Kritik von Verkehrsminister Carius an Umweltauflagen zurück

Erfurt. Der BUND Thüringen weist die von Verkehrsminister Christian Carius erhobene Kritik an Umweltauflagen beim Straßenbau zurück. Auch die von ihm erhobene Forderung auf Verzicht von Umweltzonen in Thüringen geht ins Leere.
„In der Amtszeit von Bauminister Carius hat sich der Flächenverbrauch für Verkehr, Gewerbegebiete und Siedlungsflächen mehr als verdoppelt. Gleichzeitig hat sich der Zustand von Lebensräumen und Arten im Netzwerk Natura 2000 teilweise dramatisch verschlechtert.“, sagte Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. „Wer Schäden verursacht, muss sie beseitigen. Diese Verantwortung gilt für Menschen und Wirtschaft genauso wie für den Staat“, so Vogel weiter.
Minister Carius polemisiere, wenn er Umweltauflagen wie den Bau von Wildbrücken für die Kostenexplosion im Verkehrsbereich verantwortlich mache. In den vergangenen 15 Jahren sei keine einzige Grünbrücke in Thüringen gebaut worden. Insgesamt habe Thüringen nur zwei Grünbrücken. Diese seien vorrangig gebaut worden, um die Gefahr von Wildunfällen auf Autobahnen zu minimieren.
Die Maßlosigkeit bei den Verkehrsprojekten selbst sei für den Kostenanstieg verantwortlich. Der Turbo-Kreisel bei Maua an der A4 bei Jena oder der Neubau der B 90 von Rudolstadt bis zur A 71 seien Beispiele für die Gigantomanie beim Straßenbau. Für den Bundesverkehrswegeplan 2015 habe Carius 90 Projekte mit einem Gesamtvolumen von 2,4 Milliarden Euro angemeldet, ohne zu prüfen, welches der Projekte sinnvoll umzusetzen sei. Auch die Rhöntrasse von Meiningen nach Fulda habe Carius angemeldet, obwohl das Vorhaben keine Chance gehabt habe. Erst das Land Hessen habe das Projekt, für das bereits mehr als 250 Millionen Euro an Planungsleistungen versenkt worden seien, endgültig gestoppt, weil es in der Region nicht zu vermitteln sei.
Die von Carius erhobene Forderung auf den Verzicht von Umweltzonen in Thüringen wies Vogel als grotesk zurück. Die Umweltzone sei kein Selbstzweck sondern letztes Mittel zur Reduktion von Feinstaubbelastungen in der Luft. Als Verkehrsminister habe Carius es selbst in der Hand, die Feinstaubbelastung in den Thüringer Städten zu senken indem er geeignete Maßnahmen umsetzt. Die fortdauernde Belastung in Mühlhausen zeige, dass der Minister bei diesem Thema bisher untätig geblieben sei.
Minister Carius setze offensichtlich auf Populismus statt auf Politik, sagte Vogel. Sein Versprechen, 82 Ortsumgehungen aus Mitteln des Bundesverkehrswegeplanes bauen zu wollen, sei nicht einzulösen. Der ausschließliche Bau von Ortsumgehungen aus Mitteln des Bundesverkehrswegeplans sei gesetzlich nicht möglich.
„Statt sich als Ankündigungsminister zur profilieren, sollte Carius sich auf eine nachhaltige Verkehrs- und Flächenpolitik konzentrieren, damit sich Thüringen nicht vom grünen zum grauen Herz Deutschlands wandelt.“, forderte Vogel.

13. Dezember 2013

BUND Thüringen fordert: Hände weg vom Naturschutzgebiet „Alter Stolberg“!

Foto: C.Darr

Erfurt/Nordhausen. Der BUND Thüringen warnt vor den geplanten Erkundungsarbeiten der Firma Knauf im Naturschutzgebiet Alter Stolberg. Eine dafür erforderliche naturschutzrechtliche Befreiung könne nach geltender Gesetzeslage nicht erteilt werden.

„Eine Abbaugenehmigung im Naturschutzgebiet wäre ein Präzedenzfall nicht nur für den Gipskarstgürtel im Südharz. Sollte die Naturschutzbehörde des Landkreis Nordhausen den Eingriff genehmigen, würde die Naturschutzgebietsverordnung ad absurdum geführt“, warnt Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen. „Es wäre ein Schlag ins Gesicht der Naturschützer und der Menschen, die den ‚Alten Stolberg‘ als Erholungsgebiet mit einmaliger Naturausstattung schätzen. Wir erwarten von der Behörde eine detaillierte Prüfung des Antrags“, so Hoffmann weiter.

Der Alte Stolberg hat bereits maßgebliche schützenswerte Bereiche durch den fortschreitenden Tagebau verloren. Und der Firma Knauf stehen dort noch über 300 ha Bergwerkseigentum zur Verfügung. Ein Abbaggern des derzeitigen Naturschutzgebiets würde auch den natürlichen Geräusch- und Sichtschutz gegen den Gipssteinbruch entfernen.

Der BUND Thüringen warnt, dass unter dem Deckmantel der Flächenoptimierung ein Angriff auf Naturschutzgebiete beginnt, der eine neue Dimension hat. Was zunächst bei FFH-Gebieten, wie dem „Harzfelder Holz“ bei Neustadt, begann, würde nun verschärft fortgeführt. „Naturschutzgebiete dürfen nicht zum Spielball wirtschaftlicher Interessen werden. Frau Lieberknecht hat heute die Situation in der Rüdigsdorfer Schweiz gesehen. Hier ist gleich der nächste Brennpunkt“, ergänzt der BUND-Landesvorsitzende. „Wird der Gipsabbau im Naturschutzgebiet ‚Alter Stolberg‘ genehmigt, macht man die ‚Hörninger Kuppen‘ und die Naturschutzgebiete der Rüdigsdorfer Schweiz auch wieder zur Verhandlungsmasse für die Gipsindustrie“, so Hoffmann abschließend.

5. Dezember 2013

BUND Thüringen kritisiert Koalitionsvertrag als ökologische Nullrunde

Erfurt. Der BUND Thüringen kritisiert das geplante Regierungsprogramm von CDU/CSU und SPD als ökologische Nullrunde. Schutz von Umwelt und Natur würden stark vernachlässigt.

„Dieser Koalitionsvertrag ist nicht geeignet, unsere Lebensgrundlagen zu erhalten. Der Ausbau der erneuerbaren Energien soll deutlich gebremst werden, es ist kein Klimaschutzgesetz und kein Verbot des Anbaus gentechnisch veränderter Pflanzen geplant“, so Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen, zum schwarz-roten Koalitionsvertrag. „Es fehlen klare Regeln für eine naturverträgliche Land- und Forstwirtschaft sowie Maßnahmen gegen den viel zu hohen Flächenverbrauch in Deutschland“ zählt er weitere leere Stellen im Vertragswerk auf.

Besonders enttäuschend sei, dass die potentiellen Koalitionäre das von vielen geforderte Klimaschutzgesetz nicht in ihr Regierungsprogramm aufgenommen hätten und auch in der EU nicht für mehr Klimaschutz eintreten wollten. Ohne ein Anheben der Klimaschutzziele und ohne eine grundlegende Reform des Emissionshandels fehlten die Anreize, verstärkt in erneuerbare Energien, in mehr Energieeffizienz und in Maßnahmen zum Energiesparen zu investieren. Eine gerechtere Kostenverteilung bei der Energiewende sei ebenfalls nicht in Sicht. Stattdessen drohe ein ungebremster Weiterbetrieb der besonders schmutzigen Kohlekraftwerke.

„Wir erinnern die Abgeordneten an ihre Zusagen, sich für mehr Umwelt- und Naturschutz einsetzen zu wollen“, so der Thüringer BUND-Landesvorsitzende. Wer es ernst meine mit der Erfüllung dieser Versprechen, könne diesen Koalitionsvertrag nicht als starren äußeren Rahmen seiner Entscheidungen annehmen. Von daher empfiehlt Ron Hoffmann den Mitgliedern der SPD, dem Koalitionsvertrag nicht zuzustimmen. Zusammen mit den anderen Umweltverbänden und weiteren zivilgesellschaftlichen Gruppen steht der BUND für eine starke außerparlamentarische Bewegung zur Durchsetzung von Klima- und Umweltschutzzielen bereit.

5. Dezember 2013

BUND Thüringen und BUND Niedersachsen fordern: Gips-Recycling statt weiterem Raubbau im Südharz

Steinbruch von Saint Gobain bei Nordhausen - Foto BUND Nordhausen

Erfurt/Hannover. Die BUND-Landesverbände Thüringen und Niedersachsen fordern von Land und Industrie, im Südharz endlich auf Gipsrecycling zu setzen. Anlass sind die Äußerungen des Werksleiters der Walkenrieder Saint Gobain Formula GmbH zu einer Werksbesichtigung von FDP-Abgeordneten der beiden Bundesländer.

„Die Gipsindustrie im Südharz müsste konsequent auf Baustoff-Recycling und Gipssubstitute setzen, wenn sie eine zukunftsfähige Entwicklung ihrer Standorte möchte. Stattdessen will man aber immer weiter Natur abbaggern. Das ist absolut inakzeptabel“, so Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen. „Bis heute werden durch Gipsabbau jeden Tag unwiederbringliche Teile seltenen Lebensraums zerstört. Die Tagebaue zerschneiden jetzt schon den Biotopverbund ‚Grünes Band‘. Statt Touristen anzulocken, werden diese von Baggerlärm und Staub verschreckt. Aber als Tagebauregion hat der Südharz schlechte Perspektiven“, so Hoffmann weiter.

Mit der europaweit einmaligen Gipskarstlandschaft, dem Grünen Band und den Weltkulturerbe-Stätten in derselben Region hat der Südharz ein Alleinstellungsmerkmal. Dies anzuerkennen und zu schützen und mit einer länderübergreifenden Vermarktungskonzeption zu verbinden ist die einzige Chance auf eine nachhaltige Entwicklung.

Die BUND-Landesverbände Thüringen und Niedersachsen fordern die Landesregierungen deshalb auf, über das derzeit genehmigte Maß hinaus keinen weiteren Gipsabbau zuzulassen. Außerdem sollten Länder und Industrie gemeinsam einen Standort für Gipsrecycling und Chemiegipse im Südharz etablieren, um die Standorte zukunftssicher zu machen. Gips aus Rauchgasentschwefelungs-Anlagen (REA-Gips) könne Naturgips uneingeschränkt ersetzen. „Die Firma Knauf hat mit Umstellung ihres Hauptstandortes Iphofen vorgemacht, was möglich ist. Bei den Südharzer Standorten erwarten wir eine ebensolche Initiative aller Firmen sowie der Ministerien“ so Hoffmann abschließend.

4. Dezember 2013

BUND Thüringen dankt Ehrenamtlichen für ihr Engagement im Arten- und Biotopschutz

Erfurt. Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen hat anlässlich des morgigen Tags des Ehrenamts allen Natur- und Umweltschützern für deren Engagement gedankt. „Im Bundestagswahlkampf und während der Koalitionsverhandlungen wurde leider deutlich, dass die Themen des Umweltschutzes von vielen Parteien vernachlässigt werden. Umso wichtiger ist das Engagement aller ehrenamtlich Tätigen, die die Ziele des Natur- und Umweltschutzes vor Ort oft auch gegen Widerstände vertreten. Zum Tag des Ehrenamtes danke ich besonders den rund 500 engagierten Umweltschützern in den 25 Orts- und Kreisgruppen des BUND Thüringen.“
Vor allem im Natur- und Artenschutz leisten diese Gruppen jährlich rund 30.000 Stunden unverzichtbarer gemeinnütziger Arbeit. Bei Schutzmaßnahmen für die Wildkatzen haben sich über hundert freiwillige Helfer, teils auch aus anderen Teilen Deutschlands, beteiligt. Dazu gehörten die Erfassung der Wildkatzenbestände und das Anlegen von Wanderkorridoren zwischen benachbarten Wäldern, in denen Wildkatzen vorkämen. „Nur mit der unermüdlichen Hilfe ehrenamtlicher Wildkatzenfreunde ist es möglich, die gefährdeten Wildkatzenpopulationen in Deutschland zu schützen“, so Hoffmann.
Ehrenamtliche BUND-Aktive haben außerdem nicht nur gegen fragwürdige Verkehrsprojekte protestiert sondern gleich sinnvolle Alternativvorschläge eingereicht. Mit Bildungsveranstaltungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene vermittelten sie umfangreiches Wissen über den Wert der Natur.

4. Dezember 2013

BUND gratuliert Bürgerinitiative Remda zum Erfolg im Kampf gegen Massentierhaltung

Erfurt. Der BUND Thüringen gratuliert der Bürgerinitiative Remda und den Umwelt- und Tierschutz-Aktiven im Kreis Rudolstadt zum Erfolg im Kampf gegen die Erweiterung der Ferkelzuchtanlage Remda.

„Die Entscheidung ist eine gute Nachricht für die Bürger der Region, die Umwelt, die nachhaltige Landwirtschaft und den Tourismus. Die Absage des Landesverwaltungsamts zeigt deutlich, dass die geplante Anlage zu erheblichen Beeinträchtigungen der Umgebung geführt hätte“, so der Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen, Dr. Burkhard Vogel.

Mit Stellungnahmen und Unterschriftensammlungen hatten BUND Thüringen und die BI Remda gegen die geplante Erweiterung der Ferkelproduktionsanlage protestiert. Die Anlage hätte keinen ausreichenden Abstand zur Wohnbebauung aufgewiesen und ein stärkeres Verkehrsaufkommen nach sich gezogen. Hinzu käme die mögliche Schädigung wertvoller, teils europäisch bedeutsamer, Naturbereiche und die Belastung von Böden und Gewässern durch noch mehr Gülle.

„Es ist uns mit Naturschutzargumenten gelungen, eine solche Massentierhaltung zu verhindern. Damit wurden eine nicht artgerechte Tierhaltung, weitere Belastung von Luft, Gewässer und Böden sowie der weitere Ausbau der hochsubventionierten Billigfleischproduktion verhindert.“ freut sich Burkhard Vogel.

3. Dezember 2013

BUND Thüringen begrüßt Ankunft des Wolfs in Thüringen

Erfurt. Der BUND Thüringen begrüßt die Rückkehr des Wolfs nach Thüringen. Die Sichtung eines Wolfs bei Jena ist ein Beleg dafür, dass dieser große Beutegreifer auch in Thüringen wieder heimisch wird.

„Der Wolf gehörte schon immer zur heimischen Tierwelt.“, sagte Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. „Seine Rückkehr ist eine große Bereicherung für unsere Landschaften. Um den Wolf zu schützen und seine Rückkehr zu unterstützen, ist es wichtig, die Menschen über die Lebensweise und Gefährdung der Tiere aufzuklären. Die über Jahrhunderte in Märchen und Erzählungen geschürte Angst vor ihnen ist unbegründet.“

Ausdrücklich begrüßte Vogel den frühzeitig vom Umweltministerium erarbeiteten Managementplan für den Wolf. Mit diesem Plan seien die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass der Wolf wieder seinen Platz in Thüringen einnehmen könne.
Die mögliche Rückkehr des Wolfes sei ein großer Erfolg für die Naturschutzarbeit in Thüringen – und zugleich eine Herausforderung. Dass ein konfliktarmes Zusammenleben von Mensch und Wolf möglich ist, zeigt heute bereits die sächsische Lausitz, die mit ihren Wölfen jährlich zahlreiche Touristen aus dem ganzen Bundesgebiet anlockt.

Der Wolf ist ein eher vorsichtiges Tier, das sich dem Menschen nur in Ausnahmesituationen nähert. Er lebt in Rudeln und wenn nach ein bis zwei Jahren die Jungtiere geschlechtsreif geworden sind, verlassen sie den Familienverband. Sie begeben sich dann auf die Suche nach einem Partner, mit dem sie ein neues Rudel gründen. Zum Überleben benötigt der Wolf ausreichend Beutetiere in seinem bis zu 350 km² großen Territorium. Mit der Ausbreitung menschlicher Siedlungen, der offenen Viehhaltung und dem geringen Schutz des Weideviehs kam es zu vermehrten Erbeutungen von Nutztieren durch den Wolf, woraufhin der Mensch ihn zum Feind erklärte.

21. November 2013

Schmetterling des Jahres 2014 benannt - „Wolfsmilchschwärmer“ ist auch in Thüringen selten geworden

Düsseldorf/Erfurt. Schmetterling des Jahres 2014 ist der Wolfsmilchschwärmer (Hyles euphorbiae). Die Naturschutzstiftung des BUND NRW und der BUND Thüringen machen mit ihrer Wahl auf den starken Rückgang des Falters aufmerksam. Seit den 1960er Jahren verschwindet der Wolfsmilchschwärmer aus vielen Regionen teils vollständig. Ursache dafür ist der zunehmende Verlust nährstoffarmer, trockener und warmer Standorte, auf denen die Zypressen-Wolfsmilch, Nahrungspflanze der Wolfsmilchschwärmer-Raupen, in größeren Mengen wächst.

Wolfsmilchschwärmer haben eine Flügelspannweite von etwa acht Zentimetern und gehören damit zu den größeren Nachtfaltern. Sie fliegen von Ende Mai bis Juli. Mit Beginn der Dämmerung schwirren sie dann ähnlich wie Kolibris vor den Blüten und saugen den Nektar mit langen Saugrüsseln aus. Die Vorderflügel der Schmetterlinge sind hellbraun mit dunkleren Bereichen. Mit den auffällig rot, schwarz und weiß gefärbten Hinterflügeln schrecken sie Fressfeinde ab.

Das Verbreitungsgebiet des Wolfsmilchschwärmers erstreckt sich von Nordafrika über weite Teile Europas und Asiens bis nach China. Der Wolfsmilchschwärmer gilt entsprechend der Roten Liste in ganz Deutschland als gefährdet. In Thüringen ist der Wolfsmilchschwärmer noch nicht vollständig ausgestorben. Aber er ist nur noch an einzelnen Standorten anzutreffen. Ursachen dafür sind vor allem Stoffeinträge aus Landwirtschaft, Industrie und Verkehr sowie Nutzungsaufgabe und Verbuschung und damit der Verlust seines Lebensraumes.

Die Weibchen der Wolfsmilchschwärmer legen die blaugrün schimmernden Eier an die Blätter der Zypressen-Wolfsmilch. Diese Pflanze enthält Giftstoffe, die Raupen sind dagegen jedoch immun. Mit der leuchtend rot-schwarzen Färbung weisen ältere Raupen ihre Fressfeinde auf den giftigen Darminhalt hin und schützen sich so. Ihr rotes hinteres Horn mit seiner schwarzen Spitze ähnelt zudem einem Stachel. Junge Raupen haben diese Warnfarbe nicht und sind nur nachtaktiv.

Seit 2003 wird der "Schmetterling des Jahres" von der Stiftung BUND Nordrhein-Westfalen gekürt, um auf die biologische Vielfalt – und ihre Bedrohung – aufmerksam zu machen.

Druckfähige Fotos von Ei, Raupe, Puppe und ausgewachsenem Schmetterling finden Sie kostenlos im Internet unter www.bund-nrw-naturschutzstiftung.de.

12. November 2013

BUND Thüringen kritisiert Pläne zur Auflösung der Schutzgebietsverwaltungen - Eingliederung der Nationalen Naturlandschaften in die Forstanstalt wird abgelehnt

Erfurt. Der BUND Thüringen kritisiert die von Ministerpräsidentin Lieberknecht verkündeten Pläne zur Auflösung der Schutzgebietsverwaltungen für Thüringens Nationale Naturlandschaften. Die Eingliederung des Nationalparks, der Biosphärenreservate und der Naturparke in die Forstanstalt ThüringenForst im Rahmen der Verwaltungsstrukturreform lehnt der BUND Thüringen strikt ab.
„Es ist eine politische Bankrotterklärung, wenn Ministerpräsidentin Lieberknecht die Verantwortung für die wichtigsten Naturräume Thüringens vom Freistaat auf ein Wirtschaftsunternehmen überträgt“, erklärte dazu Ron Hoffmann Landesvorsitzender des BUND Thüringen. „Die Abschaffung der Verwaltungen für die Großschutzgebiete ist das Ende staatlicher Schutzgebietspolitik.“
Hoffmann widersprach der Einschätzung der Regierungskommission, dass durch die Eingliederung der Schutzgebietsverwaltungen in ThüringenForst Synergieeffekte erzielt werden könnten. ThüringenForst unterliege als Wirtschaftsunternehmen dem Primat der Wirtschaftlichkeit. Die Erfüllung kostenintensiver Verwaltungsaufgaben stehe im Widerspruch zu dieser Zielsetzung. Da ThüringenForst in Zukunft weniger staatliche Zuschüsse erhalte, sei das Unternehmen gezwungen, die wirtschaftlich unrentablen Unternehmensbereiche abzubauen.
In Zukunft könne die Betreuung der Großschutzgebiete im Grünen Herzen Deutschlands nur noch nach Kassenlage erfolgen, sagte Hoffmann. Er kritisierte außerdem, dass die Pläne der Regierungskommission dem im Jahr 2011 verabschiedeten Gesetz zur Errichtung der Forstanstalt widersprächen. Damals habe sich der Landtag mehrheitlich ausdrücklich gegen die Eingliederung des Nationalpark Hainich in die Anstalt ausgesprochen.
„Die Wahrnehmung der Verantwortung für unsere Naturlandschaften gehört zu den vornehmsten und wichtigsten staatlichen Aufgaben. Sie darf nicht einem blinden Spardiktat zum Opfer fallen, appellierte Hoffmann an die Abgeordneten des Thüringer Landtages.

9. November 2013

Thüringer Wildkatzenkorridor weitergepflanzt - Kooperation zwischen ThüringenForst und BUND Thüringen vereinbart

Erfurt. Seit diesem Wochenende verbindet ein weiterer Waldkorridor-Abschnitt den Hainich mit dem Thüringer Wald. Dutzende freiwillige Helfer pflanzten bei Kälberfeld einen neuen Mischwaldstreifen. Ebenfalls verbunden sind jetzt ThüringenForst und BUND Thüringen, die im Rahmen der Pflanzaktion eine Kooperationsvereinbarung unterzeichneten. Damit wollen beide Institutionen ihre gemeinsamen waldökologischen Zielsetzungen bündeln, ohne eigenständige Positionen aufzugeben.
 
Möglich wurde die Korridorpflanzung durch ein vereinfachtes Flurbereinigungsverfahren des Amtes für Landentwicklung und Flurneuordnung (ALF) Gotha. Die Planungsexperten des Amtes erfüllten die Anforderungen von Landwirtschaft und Naturschutz zum gegenseitigen Nutzen. So entstehen neue Wege für die Landwirte und eigene Wege für die Wildkatze. „Damit wird nicht nur die Aufforstung von vier Hektar Mischwald möglich, es ist auch ein wichtiger Meilenstein für die Wiedervernetzung von Waldlebenslebensräumen“, so Henrik Harms, ThüringenForst-Vorstand. Der Wildkatzenkorridor, ein zentrales Anliegen des BUND Thüringen, bildet einen wichtigen Lückenschluss im bundesweiten Projekt „Rettungsnetz Wildkatze“.
 
Der Waldkorridor verbindet den Hainich mit dem Thüringer Wald. „Nicht nur die bedrohte Wildkatze, mittel- bis langfristig sollen auch viele andere heimische Tierarten auf Wanderschaft gehen können“, erläutert Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen. Rund 5000 junge Bäume, vorwiegend Buchen, Eichen und Ahorne werden den Wildkatzen künftig den Weg in ein neues Refugium weisen. Denn die scheuen Waldkatzen meiden freie Flächen wie Wiesen und Felder. Dutzende freiwillige Naturschutzhelfer kommen nach Kälberfeld, wo sie unter der Anleitung von Revierförstern und Forstwirten den neuen Mischwald entstehen lassen. Dass die Wildkatzen solche Korridore annehmen, konnte mit Genanalysen von Wildkatzenhaarproben bereits nachgewiesen werden.
 
Der Freiwilligeneinsatz wird im Rahmen des „Wildkatzensprung“-Projekts durchgeführt. Das BUND-Projekt „Wildkatzensprung” wird im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt des Bundesamts für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums gefördert. Unterstützung für die Korridorpflanzung kommt auch von der Firma "TMP Fenster + Türen" aus Bad Langensalza, die den Kauf von Pflanzen finanziell unterstützte und deren Auszubildende bei der Pflanzaktion tatkräftig mit anpackten.

6. November 2013

BUND Thüringen gratuliert Klaus Fink zum Thüringer Umweltpreis 2013

Eisenach. Der BUND Thüringen gratuliert seinem Eisenacher Mitglied Klaus Fink zur Auszeichnung mit dem Thüringer Umweltpreis 2013. Seit 20 Jahren ist er mit Beruf und Berufung für Umwelt und Naturschutz im Wartburgkreis und darüber hinaus aktiv.

„Klaus Fink ist bedacht und bescheiden und doch ist er die öffentliche Stimme des Natur- und Umweltschutzes in der Wartburgregion“, beschreibt Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen, den Geehrten. „Sein Verdienst für die Umwelt liegt in der vielfältigen, langfristigen und zuverlässigen Arbeit. Egal ob fachlich anspruchsvolle Stellungnahmen, Naturführungen oder die seine zehnjährige Pressereihe zu Biotopen der Region - Klaus Fink vermittelt ohne erhobenen Zeigefinger mit seinem Wissen die Achtung vor der Natur“, so Hoffmann weiter.

Die Anerkennung Klaus Finks schlug sich bereits im Vorschlag für den Thüringer Umweltpreis nieder. Neben dem BUND Thüringen unterstützten der Naturschutzbeirat der Stadt und Bündnis90/Die Grünen Eisenach die Nominierung.

„Dass er bei so starker Konkurrenz mit einem der Thüringer Umweltpreise ausgezeichnet wird, haben wir kaum zu hoffen gewagt. Aber wir freuen uns umso mehr für Ihn, dass er die Ehrung erhalten hat“, so Ron Hoffmann weiter. Er wertet dies auch als Zeichen gegen die unsinnigen B19-Planungen, die Klaus Fink und viele weitere Umweltschützer im Landkreis seit Jahren kritisieren.

23. Oktober 2013

Internationaler Wildkatzengenetik-Workshop in Hütscheroda

Hütscheroda. Auf Einladung des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) Thüringen diskutieren in Hütscheroda führende internationale ExpertInnen über die genetische Erfassung der Wildkatze und die Bemühungen zum Schutz der bedrohten Art. Die TeilnehmerInnen kommen von Universitäten und Forschungseinrichtungen aus Deutschland, Schottland, Italien, der Schweiz und den USA.

„Wir freuen uns, dass international anerkannte Wildkatzengenetik-Forscher in Thüringen zusammenkommen, um sich zum Stand des Wildkatzenschutzes auszutauschen. Das zeigt, dass die Bemühungen des BUND um Schutz der Wildkatze weltweit anerkannt werden“, so Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. „Die Analyse und Katalogisierung von Wildkatzenhaarproben ist ein in dieser Größenordnung einzigartiges Projekt, das wir gemeinsam mit dem Forschungsinstitut Senckenberg realisieren“, so Vogel weiter. Das BUND-Projekt „Wildkatzensprung” wird im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt des Bundesamts für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums gefördert.

Der BUND engagiert sich seit vielen Jahren für den Schutz der Europäischen Wildkatze. Im aktuellen Projekt „Wildkatzensprung“ arbeitet er neben der genetischen Erfassung von Wildkatzenbeständen auch an der Vernetzung isolierter Wälder durch grüne Korridore.

„Wir planen einen Austausch und Diskussionen zur Wildkatzengenetik. Sowohl über den Stand der genetisch gestützten Naturschutzforschung als auch über die Wirkung der Schutzmaßnahmen für die Wildkatze“, beschreibt Burkhard Vogel den thematischen Umfang des Workshops.

Besondere Bedeutung hat das Wissenschaftler-Treffen auch für die TeilnehmerInnen aus Schottland. Dort ist die Wildkatze akut bedroht. Die langjährigen Erfahrungen des BUND sollen Basis für ein eigenes landesweites Schutzprogramm werden.

Der Workshop findet vom 22.bis 24. Oktober 2013 statt und beinhaltet neben Vorträgen und Diskussionen auch Besuche wichtiger Naturschutzprojekte und des Nationalparks Hainich.
TeilnehmerInnen sind u.a.

•    Prof. Dr. Martin Fischer, Friedrich-Schiller-Universität, Jena
•    Prof. Dr. Nico Balkenhol, Universität Göttingen
•    Dr. Carsten Nowak, Senckenberg Institut
•    Dr. Andrew Kitchener, National Museum of Scotland
•    Dr. Ettore Randi, Institute for Environmental Protection and Research (ISPRA)
•    Beatrice Nussberger, Universität Zürich
•    Prof. Dr. Andrew Gregory, Bowling Green State University Ohio

22. Oktober 2013

Verkehr in Thüringen: Zu teuer und mit falschen Prioritäten

Erfurt. Die Landesverbände von EVG, VCD und BUND kritisieren, dass Mobilität in Thüringen weiterhin zu teuer ist und Straßenneubau vor ÖPNV-Angeboten stehe. Der Mobilitätsindex 2013 der „Allianz pro Schiene“ zeige, dass das Land in diesen zentralen Feldern der Verkehrspolitik auf den untersten Plätzen verharrt.
Der Mobilitätsindex bewertet sowohl die praktische als auch die theoretische Verkehrspolitik. Der Statistik-Index umfasst z.B. Bezahlbarkeit, ÖPNV-Qualität und Nachhaltigkeitsaspekte. Der Politik-Index erfasst die Zielfestschreibung und Berichterstattung z.B. für Lärm, Flächenverbrauch und Sicherheit.
Thüringen habe nur deshalb eine so gute Gesamtplatzierung erreicht, weil es auch für Lippenbekenntnisse Wertungspunkte gebe. Den wohlformulierten Regierungszielen stünde oft aber eine mangelnde Umsetzung gegenüber.
Fakt ist: Die Qualität des ÖPNV wird weiterhin so schlecht bewertet wie im Vorjahr. Mit dem Rückzug aus der Fläche und der Fokussierung auf den ICE-Knoten Erfurt in den kommenden Jahren sei sogar eine weitere Verschlechterung zu befürchten.
Traurige Realität ist auch: In keinem anderem Flächenland müssen so viele Menschen aus Kostengründen auf Mobilität verzichten wie in Thüringen.
Als Konsequenz aus diesen Missständen fordern EVG Thüringen, VCD Thüringen und BUND Thüringen, dass das Land seine Verkehrspolitik auch an den selbst gesteckten Zielen ausrichtet. Eine nachhaltige und an die Bevölkerungsentwicklung angepasste Verkehrsplanung sei unabdingbar. Sie schlagen deshalb vor, die „Mitte-Deutschland-Bahn“ auszubauen und einen echten landesweiten Umweltverbund mit bezahlbaren Tarifen zu schaffen.

2. Oktober 2013

Grünes Band bringt am 3. Oktober Menschen zusammen

Erfurt/Rhön. Das Grüne Band dient heute als Treffpunkt für (ehemals) Ost und West. Am 3. Oktober treffen sich Naturschützer des BUND aus den drei Bundesländern Thüringen, Hessen und Bayern zu ihrer traditionellen Dreiländerwanderung.
Unter Regie der Fuldaer BUND-Gruppe führt die Wanderung entlang des Grünen Bands durch die Kernzonen des Biosphärenreservats Rhön zur Schäferei in Wüstensachsen. Beim Genuss von Rhönlammspezialitäten, regionalen Kuchenkreationen und Streuobstwiesen-Apfelsaft kommen die Menschen zusammen, tauschen Erfahrungen aus und knüpfen Freundschaften.
„Das Grüne Band ist eine gemeinsame Anstrengung, das Gedenken an die Geschichte und den Erhalt wertvoller Natur zu verbinden. Wir erleben hier jedes Jahr, wie die Region durch das ehemals Trennende weiter zusammenwächst“, so Tom Wey vom BUND Meiningen.
Jades Jahr richtet ein anderer der drei grenznahen BUND-Gruppen Schmalkalden-Meiningen, Rhön-Grabfeld und Fulda die Wanderung aus. Vergleichbare Treffen gibt es unter anderem auch im Werrabergland und im Grabfeld. Auf europäischer Ebene, führt der Naturpark Goricko im Dreiländereck Slowenien/Österreich/Ungarn sogar trinationale Begegnungen durch.
Informationen zu Natur und Landschaft entlang des Grünen Bandes in Thüringen finden Sie beim z.B. in der BUND Thüringen-Broschüre, „Spur in der Landschaft – eine Reise entlang des Grünen Bandes in Thüringen“. In der Buchreihe „Vom Todesstreifen zur Lebenslinie“ von Reiner Cornelius wird in mehreren Bänden das gesamte Grüne Band Deutschland mit Tourenvorschlägen vorgestellt. Diese sind ebenfalls beim BUND Thüringen erhältlich.

2. Oktober 2013

Bundesverkehrswegeplan 2015: BUND Thüringen meldet Alternativen zu umstrittenen Straßenprojekten

Erfurt. Der BUND Thüringen hat Alternativvorschläge zu umstrittenen Verkehrsprojekten der Meldeliste zum Bundesverkehrswegeplan 2015 eingereicht. Das Land habe die alten Pläne ungeprüft erneut eingereicht. Diese seien, ungeachtet ihrer Sinnhaftigkeit, nicht finanzierbar.
Für einige ökologisch besonders umstrittene Fernstraßenanmeldungen hat der BUND Thüringen beim Verkehrsministerium umweltverträgliche, kostengünstige und schneller umsetzbare Alternativplanungen eingereicht. Dazu gehören größere Alternativprojekte zur B87n (Rhöntrasse) sowie zur B19 bei Meiningen und Etterwinden. Das Verkehrsministerium muss diese jetzt prüfen und für eine endgültige Anmeldung beim Bundesverkehrsministerium weiter konkretisieren.
„Wir haben uns darauf konzentriert, besonders umweltschädliche und überdimensionierte Projekte umzuplanen“, sagte der BUND-Landesvorsitzende Ron Hoffmann. „Wir gehen davon aus, dass diese Alternativen ernsthaft weiter verfolgt und dann auch den Gutachtern des Bundesverkehrsministeriums und den Abgeordneten des Bundestags vorgelegt werden.“ Grundsätzlich müsse der Erhalt der bestehenden Verkehrsinfrastruktur Vorrang vor dem Neubau haben. „Der Straßenneubau ist nur noch im wohl begründeten Einzelfall gerechtfertigt“, so Hoffmann.
Als Beispiel nannte er die erneute Anmeldung der sogenannten Rhöntrasse (B87n). Hier sei eine Alternativroute ab Bad Neustadt über die B279 möglich. Dadurch würde die Zerschneidung der Rhön vermieden werden, wesentlich weniger Straßenneubauten seien nötig und die Kosten würden um zwei Drittel sinken.
Statt einer komplett neuen Ortsumfahrung der B19 nördlich von Meiningen schlägt der BUND eine kurze Südumfahrung des Meininger Ortsteils Helba vor. So würden Anwohner von Lärm entlastet, wertvolle Biotope erhalten und die Kosten halbiert.
Harte Kritik übt der BUND Thüringen auch an den Plänen für den Neubau der B19 bei Etterwinden. Eisenach sei mit der neuen Trasse schlechter erreichbar, es werde viel Zeit und Fläche für eine Großbaustelle verschwendet und die Verkehrsbelastung nur verlagert. Ein Ausbau der bestehenden Strecke sei gar nicht geprüft worden, kritisieren die Umweltschützer. Dabei sei dies die effektivste Variante.
Der BUND begrüßt, dass erstmalig auch Verbände wie der BUND Alternativen zu den Planungen der Länder anmelden dürfen. Dies sei ein erster wichtiger Schritt hin zu mehr zivilgesellschaftlicher Beteiligung an entscheidenden Weichenstellungen für die Infrastrukturentwicklung der kommenden 15 Jahre. Das Verfahren der Aufstellung des Bundesverkehrswegeplans gleiche aber noch immer reinen Wunschlistenplanungen.

23. September 2013

Massentierhaltung, Verkehrspolitik, Bürgerbeteiligung – BUND informiert und wirbt für sich in Weimar

Weimar. Von Montag, den 23.09., bis Samstag, den 28.09, informiert ein BUND-Team auf dem Weimarer Goetheplatz über den gemeinnützigen Verein und seine Projekte sammelt Unterschriften gegen Massentierhaltung. Am Freitag, den 27.09., wird es einen ganztägigen FairTrade-Kaffee-Aktionstag geben.

Bürgerinnen und Bürger können so die Arbeit des BUND in Weimar kennenlernen und sie auch unterstützen: Ob Infoabende, Filmvorführungen, konsumkritische Stadtrundgänge oder lokalpolitische Bürgerbeteiligung – der BUND setzt sich dafür ein, Weimar lebenswerter zu gestalten. Er heißt aber auch jene willkommen, die als passives Mitglied seine umweltpolitische Arbeit unterstützen wollen. Denn deren Stimme und Unterstützung machen den Mitgliederverband zu einer starken Kraft für Umwelt und Natur.

Der BUND setzt sich für saubere Luft und Lärmschutz in der Stadt, eine schnelle Energiewende und mehr Bürgerbeteiligung ein. Die BUNDjugend führt konsumkritische Stadtrundgänge durch und organisiert Kinder- und Jugendfahrten.
 
Das Team, welches direkt vom BUND kommt, informiert gerne über die bestehenden Möglichkeiten zur Mithilfe und über aktuelle Projekte.

18. September 2013

BUND Thüringen befragt DirektkandidatInnen zur Bundestagswahl: Nachholbedarf bei Nachhaltigkeit und Bürgerbeteiligung

Erfurt. Die Ergebnisse des BUND-KandidatInnen-Checks („K-Check“) zeigen, dass nur ein Drittel aller Thüringer DirektkandidatInnen zur Bundestagswahl nachhaltige und bürgernahe Politikziele unterstützen. Der BUND Thüringen hatte die KandidatInnen zu Ihrer Bereitschaft für eine schnellere Energiewende, ein Ende der Massentierhaltung sowie für mehr Bürgerbeteiligung gefragt. Hinzu kamen wahlkreisspezifische Fragen.
„Die Teilnahme an der Befragung ist ein Gradmesser, wie ernst es die Kandidierenden der jeweiligen Wahlkreise mit zukunftsfähiger Politik und Bürgerbeteiligung meinen“, resümiert der Landesvorsitzende des BUND Thüringen, Ron Hoffmann. Vollzählig nahmen nur die KandidatInnen der Partei Die Linke am K-Check teil. Es folgen SPD und Bündnis 90 / Die Grünen, von denen jeweils 8 der 9 WahlkreiskandidatInnen antworteten. Von der CDU antworteten fünf, von der FDP nur vier KandidatInnen.
Bei den KandidatInnen der Linkspartei und den Grünen fielen alle Antworten im Sinne von Umweltschutz und Bürgerbeteiligung aus. Drei SPD-KandidatInnen sammelten durch ihr Festhalten an der klimaschädlichen Kohleenergie Minuspunkte im K-Check. Bei der CDU beteiligten sich neben dem derzeitigen direkten Abgeordneten des Wahlkreises 195, Volkmar Vogel, lediglich die beiden Wahlkreisherausforderer Mark Hauptmann und Albert Weiler umfassend am K-Check.
Von der FDP sprachen sich lediglich 2 der 9 DirektkandidatInnen für eine schnellere Energiewende aus. Aus dieser Partei kommen auch die Kandidaten, die die wenigsten Antworten im Sinne des Umweltschutzes gaben: Alf H. Borchardt (Wahlkreis 196) und Patrick Kurth (Wahlkreis 191).
„Zu regionalen Umweltthemen, die von BUND-Kreisgruppen abgefragt wurden, wollte sich ein Viertel der teilnehmenden KandidatInnen nicht festlegen. Grade hier aber könnten sie mit den vor Ort wichtigen Themen ihren WählerInnen klare Wahlentscheidungen ermöglichen“, so der Thüringer BUND-Vorsitzende Hoffmann weiter.

BUND Thüringen unterstützt Kampf gegen Schweinezucht in Remda

Erfurt/Remda. Der BUND Thüringen unterstützt den Kampf gegen die Erweiterung der Ferkelzucht in Remda. Damit soll das nächste Vorhaben für Massentierhaltung in Thüringen verhindert werden.
 „Wir wollen in Deutschland Bauernhöfe haben und keine Agrarindustrie. Der Betreiber der Remdaer Anlage ist bereits mit Umweltverstößen auffällig geworden. Wir kämpfen deshalb mit der Bürgerinitiative gemeinsam gegen weiteren Umweltfrevel und nicht artgerechte Tierhaltung“ so der Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen, Dr. Burkhard Vogel.
Die bestehende Ferkelproduktionsanlage in Remda soll nach dem Willen des Betreibers auf fast 14.000 Schweine erweitert werden. Dies wäre beinahe die doppelte Kapazität.
Der BUND Thüringen kritisiert, dass die Anlage keinen ausreichenden Abstand zur Wohnbebauung aufweisen würde und ein stärkeres Verkehrsaufkommen nach sich zieht. Hinzu käme die mögliche Schädigung wertvoller, teils europäisch bedeutsamer, Naturbereiche und die Belastung von Böden und Gewässern durch noch mehr Gülle.

Um Gutachten und Anwälte zu bezahlen, sammeln der BUND Thüringen und die BI Remda jetzt gemeinsam Spenden.

19. Juli 2013

NABU und BUND kritisieren Positionspapier Flächenpolitik - Land muss gegen den Flächenverbrauch aktiv werden

Kritische Stimmen zum Positionspapier 2013 „Nachhaltige Flächenpolitik“ gibt es von den Umweltverbänden NABU Thüringen und BUND Thüringen. Die Verbände fürchten, dass sich aus dem Papier keine Veränderungen in der Flä-chenpolitik des Landes ergeben werden. Das Brachflächenmanagement als einzige konkrete Maßnahme im Kampf gegen Flächenverbrauch wird als nicht ausreichend angesehen.

Schon im Frühjahr hatten sich NABU und BUND aus Protest aus dem Bündnis für Fläche zurückgezogen. Minister Reinholz favorisiere bei Bauprojekten einen Ausgleich in Geld anstelle vor realer Wiederherstellung von Natur und Landschaft und verstelle damit den Blick auf die wirklichen Ursachen des Flächenverbrauchs. „Wenn das Land wirklich dem Flächenverbrauch entgegenwirken wollte, dann müssten die landeseigenen Förderprogramme auf Flächensparsamkeit umgestellt werden. Es kann nicht sein, dass in unseren Städten ungenutzte Flächen über Jahrzehnte leerstehen und auf der grünen Wiese vor der Stadt eine Gewerbefläche nach der nächsten erschlossen wird“, sagt Martin Schmidt Vorstandsmitglied des NABU Thüringen. Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen ergänzt: „Der Netto-Flächenverbrauch muss auf null Hektar festgesetzt werden. Solange Investoren sich freikaufen können, wird der Flächenfraß weitergehen.“
 
Die Naturschutzverbände forderten den Minister erneut auf, zur Kenntnis zu nehmen, dass die naturschutzrechtlichen Ausgleichsmaßnahmen keine statistische Relevanz für die Flächenverluste der Landwirtschaft besitzen. „Es stimmt zwar, dass in der Landwirtschaft im Jahr zirka 31.000 Hektar durch Gewerbeflächen, Siedlungen und Infrastrukturmaßnahmen verloren gehen. Als Ausgleich werden jedoch meist landwirtschaftlich nicht genutzte oder nicht nutzbare Flächen herangezogen oder die Flächen bleiben weiterhin landwirtschaftlich nutzbar“, erläuterte Ron Hoffmann.  „Durch alle seit Mitte der 1990er Jahre erfassten Kompensationsmaßnahmen gingen ganze 0,2% der landwirtschaftlichen Nutzfläche verloren“, unterstreicht Martin Schmidt.

17. Juli 2013

BUND Thüringen begrüßt Kalilaugen-Urteil: Hahn zudrehen - Werra schützen

Erfurt. Der BUND Thüringen begrüßt die heutige Entscheidung des VG Kasel zum Stopp der Einleitung von Kali-Lauge in die Werra.

„Jetzt muss K+S endlich der Hahn zugedreht werden“ fordert der Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen, Dr. Burkhard Vogel. „Der Kalikonzern K+S macht Milliardengewinne, unternimmt aber nichts, um seine haarsträubende Salzeinleitung zu beenden. Das verstößt gegen geltendes Recht, wie die Entscheidung des Gerichtes heute eindeutig bestätigt“, stellt Vogel fest.

„K+S bleibt in der Pflicht, auf rückstandsfreie Produktion umzustellen oder die Nordseepipeline zu bauen. Die heutige Entscheidung zeigt, dass die Werra nicht auf ewig als flüssige Müllkippe genutzt werden kann. Ihr ökologischer Zustand muss ab 2015 stetig verbessert werden. Da hat die Lauge keinen Platz“, so der BUND-Landesgeschäftsführer weiter.

12. Juli 2013

BUND Thüringen zieht Bilanz 2012: Wichtige Erfolge bei Rhöntrasse und Wildkatze –Nachhaltigere Landespolitik nötig

Erfurt. Der BUND Thüringen hat heute in Erfurt seinen aktuellen Jahresbericht für das Jahr 2012 präsentiert. Für die Umwelt wurden wichtige Erfolge erzielt, aber mangelnde Nachhaltigkeit in der Politik trübt die Errungenschaften.

„Wir haben mit der Rhöntrasse ein sinnloses Verkehrsprojekt gestoppt. Das ist ein Meilenstein hin zu einer vernünftigen Verkehrspolitik. Mit der Aufhebung der Genehmigung für die geplante Schweinemastanlage in Oldisleben haben wir ein klares Zeichen gegen Tierfabriken in Thüringen gesetzt“, fasst Ron Hoffmann, Vorsitzender des BUND Thüringen, wichtige umweltpolitische Erfolge zusammen.

„Mit der Eröffnung des Wildkatzendorfs und dem Start einer bundesweiten genetischen Erfassung der Wildkatzenvorkommen wurde in Hütscheroda ein naturtouristisches und fachlich bedeutendes Zentrum geschaffen. Und mit dem von uns initiierten Bündnis ‚Neue Energie in Thüringen‘ bringen Parteien, Gewerkschaften und Verbände gemeinsam die Energiewende in der Gesellschaft voran“, schaut Hoffmann stolz auf den BUND Thüringen. „Das drückt sich auch im guten Mitgliederzuwachs aus“, stellt er zufrieden fest.

Negativ bewertet er, dass die Landesregierung bei der Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie fast überall zögerlich agiert. So habe Umweltminister Reinholz die fachübergreifende ‚AG Flächenschutz‘ durch einseitige Ausrichtung an Landwirtschaftsinteressen zum Scheitern gebracht. „Dieselben Klientelinteressen sollen zur Verwässerung der EU-Agrarreform führen“, fürchtet Hoffmann. „Beharrlich weigert sich Umweltminister Reinholz 15% der Mittel für die Direktzahlungen an die Landwirte in Förderprogramme für die Entwicklung der Ländlichen Räume umzuwidmen“, sagte Hoffmann.

Auch der Schutz der Gipskarst-Region Südharz stehe durch neue Abbauvorhaben wieder zur Diskussion. Hier lasse die Landesregierung die Kommunen bei ihrem Widerstand gegen die Gipsindustrie im Regen stehen.

„Es wird weiter nach altem Rezept gehandelt und von Rhöntrasse bis Schweinemastanlage am Bürgerwillen vorbei geplant. Wenn man Natur und Tourismus verbinden möchte, muss man der Natur auch Raum geben und sie erhalten. Großbaustellen sind dort fehl am Platz. Dass unsere Ideen, Ratschläge und Mahnungen wichtig und richtig sind, sollte die Landesregierung nicht erst nach Katastrophenschäden, Gerichtsverfahren und ausufernden Baukosten feststellen“, so Hoffmann weiter“, so der der Vorsitzende des BUND Thüringen abschließend.

15. Juni 2013

BUND Thüringen: Kein Ökodumping beim Pumpspeicherwerk Schmalwasser

Erfurt. Bei den Planungen für das Pumpspeicherwerk Schmalwasser besteht erheblicher Nachbesserungsbedarf. Das stellt der BUND Thüringen in seiner Stellungnahme zum Raumordnungsverfahren fest.
„Wir brauchen Pumpspeicherwerke für die Energiewende“, sagte Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. „Einen Freibrief für Ökodumping darf es dabei aber nicht geben. Bei einem Vorhaben dieser Größenordnung, bei dem auch eines der größten noch weitgehend unverbauten Waldgebiete Thüringens betroffen ist, müssen alle Möglichkeiten zur Minimierung der Eingriffe für Mensch und Natur ausgeschöpft werden. “
Vogel kritisierte, dass in der Umweltverträglichkeitsprüfung Alternativen bei der Planung nicht berücksichtig wurden. „Es ist nicht nachvollziehbar, warum die Planer nur im Thüringer Wald für die Netzanbindung des Kraftwerkes ein Erdkabel vorgesehen haben. Außerhalb soll auf 25 km Länge eine 380kV-Leitung errichtet werden. Eine vollständige Erdverkabelung würde nicht nur Landschaftsbild und Lebensräume schonen, sondern die Menschen vor der gefährlichen elektromagnetischen Strahlung schützen.“
Kritisch bewertet der BUND Thüringen auch die anderen Planungsbereiche. Bei der Bewertung der Auswirkungen des Eingriffs auf bedrohte Tier- und Pflanzenarten habe es sich der Vorhabensträger durch den Verzicht auf eigene Erhebungen zu einfach gemacht. Die Auswertung veralteter und vielfach lückenhafter Datenbestände lasse keine Einschätzung zu, in welchem Umfang Arten von dem Vorhaben bedroht seien.
Zu bemängeln sei auch, dass im Bereich des Oberbecken ein nach Bundesnaturschutzgesetz besonders geschütztes Quellbiotop überplant werde. Eine Alternativplanung sei aus den Plänen nicht ersichtlich. Der BUND Thüringen fordert eine Veränderung von Lage oder Größe des Oberbeckens, um die Zerstörung dieses Biotops zu vermeiden. Durch das Pumpspeicherwerk würden über 80 ha Boden dauerhaft neu versiegelt. Im Sinne der Umsetzung der Thüringer Nachhaltigkeitsstrategie sei hierfür an geeigneter Stelle dieselbe Fläche zu entsiegeln und zu renaturieren.
In der betroffenen Region seien durch die Bautätigkeiten für viele Jahre enorme Belastungen für Mensch und Natur zu erwarten. Der BUND Thüringen fordert, alle Möglichkeiten zur Reduktion der Lärmbelastung und der Staub- und Feinstaubemissionen zu ergreifen. Hierzu gehören Feinstaubfilter für alle Baufahrzeuge und Baumaschinen, Flüsterasphalt für die Straßenbeläge der betroffenen Gemeinden und gezielte Maßnahmen zur Verhinderung der Staubentwicklung.
„Eine Akzeptanz für ein solches Vorhaben in der Bevölkerung ist dann möglich, wenn die Eingriffe in die Natur und Umwelt vertretbar gehalten werden. Wer ein so ambitioniertes Projekt vorbildlich umsetzen will, muss Kritik ernst nehmen. Dazu gehören neben der bisher breiten Bürgerbeteiligung auch ambitionierte Anstrengungen für den Naturschutz und den Schutz der betroffenen Menschen in der Region. Hier besteht auf breiter Front Nachbesserungsbedarf“, so Vogels kritisches Fazit.

Lesen Sie hier die vollständige Stellungnahme als PDF.

16. Mai 2013

Alleen als Lebensraum - BUND startet Fotowettbewerb zur „Allee des Jahres 2013“

Erfurt. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) startet am 17. Mai 2013 unter dem Motto „Lebensraum Allee“ einen bundesweiten Alleen-Fotowettbewerb. Die Allee des ersten Platzes im Wettbewerb wird die Allee des Jahres 2013. Die gesuchte Allee kann von besonderer Gestalt oder reich an Baumarten sein oder aber eine bestimmte Geschichte erzählen. Immer jedoch dient sie als Lebensraum für viele Tierarten – und für Menschen, die sich im Schatten ihres Blätterdaches bewegen. Fotoeinsendungen mit kurzer Begründung nimmt der BUND bis zum 16.September 2013 entgegen. Zum 20. Oktober, dem „Tag der Allee“, wird die Gewinnerallee von einer Jury zur „Allee des Jahres 2013“ gekürt.

"Nach einem langen grauen Winter haben sich nun endlich alle Alleebäume in ein grünes Kleid gehüllt. Wenn die Lieblingsallee wieder in voller Pracht steht, sollte man die Gelegenheit nutzen und diesen Eindruck auf einem Foto festhalten. Es könnte die `Allee des Jahres 2013` werden!" rät der BUND. Zu gewinnen gibt es im Wettbewerb eine Übernachtung im Bio-Hotel auf der Burg Lenzen im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe. Die „Allee des Jahres 2013“ wird vom BUND zum Tag der Allee bei mit einem festlichen Akt mit einem Schild gekennzeichnet. Weitere Preise sind ein Bildband „Alleen in Deutschland“ und ein Bio-Picknickkorb.
Mehr zum Wettbewerb und eine ständige Übersicht der eingesendeten Fotos finden Sie unter www.allee-des-jahres.de

Hintergrund:
Der BUND ist seit vielen Jahren im Alleenschutz engagiert. Hunderte ehrenamtlich Aktiver kümmern sich um „ihre“ Alleen vor Ort, insbesondere in den alleenreichsten Bundesländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. Hier stehen noch etwa 15.000 km Alleen, das sind weit mehr als die Hälfte der gesamten Alleenkilometer Deutschlands. Dieses Kulturgut ist allerdings bedroht. Die oft schon sehr alten Alleebäume sind zunehmend schädigenden Umwelteinflüssen ausgesetzt. Mit dem Fotowettbewerb möchte der BUND auf die Alleen aufmerksam machen, damit sich auch nachfolgende Generationen an den „grün-goldenen Tunneln“ erfreuen können.
Mehr zum BUND-Alleenprojekt finden Sie unter www.bund.net/alleen.

6. Mai 2013

Baustoffrecycling-Initiative muss Gips in Fokus rücken - BUND Thüringen fordert: Wiederverwertung statt Raubbau

Erfurt. Der BUND Thüringen fordert, Gips in den Fokus der heute gestarteten Recycling-Initiative zu rücken. Die von Umweltminister Jürgen Reinholz gestartete Initiative zu Verwertung von Recycling-Baustoffen muss die Alternativen zum Raubbau am Naturgips stärken.

„In Thüringen muss beim Baustoffrecycling die Wiederverwertung von Gips endlich oberste Priorität bekommen. Damit ließe sich der Raubbau am Gipskarst im Südharz wirksam reduzieren“, so Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen.

Nach Angaben des BUND Thüringen wird in Thüringen immer mehr Gipsabfall auf Kalihalden abgekippt. Von 2005 bis 2010 hat sich diese Menge auf 163.000t verfünffacht. Das Kreislaufwirtschaftsgesetz des Bundes stellt aber Recycling eindeutig vor die Verfüllung und andere Verwertung. Diese Ausnahme vom Kreislaufwirtschaftsgesetz ist nur noch mit Sonderbetriebsplan-Genehmigungen durch das Landesbergamt möglich.

In Wiesbaden wurde ein erstes Werk zur Verarbeitung von Gipskartonabfällen eröffnet. Die heute in Deutschland anfallende Abfallmenge von 500.000t wird sich nach Prognosen verzehnfachen.

Und auch beim Gips aus Rauchgasentschwefelungs-Anlagen (REA-Gips) besteht in den kommenden Jahrzehnten noch Potential.
„Die Firma Knauf hat mit der REA-Gips-Umstellung ihres Hauptstandortes Iphofen vorgemacht, was möglich ist. In Thüringen steht ein solcher Schritt weiter aus. Hier erwarten wir eine sichtbare Initiative des Umweltministers“ so Hoffmann abschließend.

25. April 2013

Tschernobyl-Jahrestag: BUND Thüringen fordert konsequente Energiewende

Erfurt. Der BUND Thüringen fordert anlässlich des 27. Jahrestags des Tschernobyl-Reaktorunglücks, dass der Ausstieg aus der Atomkraft konsequent fortgeführt werden muss. Die Gefahren der Atomkraft und die stetig wachsenden strahlenden Hinterlassenschaften der AKWs stellen ein dauerhaftes Risiko für die Menschen dar.

„Die Energiewende darf nicht weiter kaputtgeredet werden, sondern muss im Angesicht der nuklearen Risiken, im breiten gesellschaftlichen Konsens sogar noch verstärkt werden“ erklärt Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen. „Während Tschernobyl seit Jahrzehnten mahnt und in Fukushima fast täglich neue Probleme zutage treten, wird hierzulande die Energiewende kaputtgeredet und den Erneuerbare-Energien die Existenzbasis entzogen. Die Bevorzugung der Großindustrie beim Strompreis, das Festhalten an zentralistischen Versorgungsmodellen und das Übergehen der Bürgerinnen und Bürger bei den Planungen muss ein Ende haben“, so Hoffmann weiter.

Der BUND stehe für eine Energiewende von unten, die mit den Bürgern und für die Bürger gestaltet wird, statt auf Aktienrenditen und die alten Strommonopolisten ausgerichtet zu werden. Dazu gehöre, die gesellschaftliche Basis der Energiewende zu stärken, indem man die Energieversorgung als öffentliches Gut sichert und so die Menschen an Planung und Erträgen beteiligt.
Ebenso darf die Suche nach einem Atommüllendlager nur in Verbindung mit dem endgültigen Atomausstieg geschehen und die Atomindustrie muss endlich für die wahren Betriebs- und Entsorgungskosten gradestehen.

25. April 2013

BUND Thüringen verurteilt Einsatz von verbotenem Mäusegift: Todesgefahr für Greifvögel und Eulen

Erfurt. Der BUND Thüringen verurteilt die Erlaubnis zum erneuten Gifteinsatz zur Mäusebekämpfung. Das Mittel „Ratron Feldmausköder“ enthält einen für Vögel und Säugetiere lebensgefährlichen Wirkstoff.
„Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit muss die Sonderzulassung für das Mäusegift sofort zurückziehen“, fordert der Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen, Dr. Burkhard Vogel. „Dieses Gift ist seit Jahren in der gesamten EU wegen der Gefahren für Tiere und den Naturhaushalt verboten und hat bei einem Einsatz in Thüringen bereits zum Tod von 300 Wildgänsen und 15 Kranichen geführt“, so Vogel weiter.
Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat am 23. April 2013 für Thüringen den Einsatz eines in der EU verbotenen Mäusebekämpfungsmittels das zweite Jahr in Folge genehmigt. Nach Informationen des BUND war schon die letzte Sonderzulassung nur durch großen politischen Druck aus Thüringen auf die Bundesbehörde ergangen. Im Juni 2012 hatte das BVL einen Antrag aus Thüringen noch abgelehnt.

Hintergrund

  • Das BVL bewertet in seiner Stellungnahme auf Basis von Umweltbundesamt-Daten das Mittel als sehr kritisch: „… besonders kritisch sind mögliche Risiken für freilebende Vögel und Nichtzielsäuger zu beurteilen…“ - „Die Testergebnisse … belegen die hohe bzw. sehr große Toxizität des Wirkstoffs Chlorphacionon gegenüber Vögeln und Säugetieren …“ - „ …erscheint eine Notfallzulassung für das Mittel Ratron Feldmausköder nicht vertretbar.“
  • Der Wirkstoff Chlorphacinon wurde am 21.06.2007 von der EU nicht in den Anhang I der Richtlinie über das Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln (91/414/EWG) aufgenommen. Bestehende Zulassungen mussten bis zum 22.12.2007 widerrufen werden.
  • Chlorphacinon ist ein 1. Generation- Antikoagulanz (Antiblutgerinnungsmittel). Untersuchungen des Monk Wood Instituts in Huntington (UK) haben bei 42 bzw.60 Prozent der 2002/2003 tot aufgefundenen Greifvögel und Eulen Rückstände von Mäusegiften auf Antiblutgerinnungsbasis aufgefunden

(Quelle: Arbeitsgemeinschaft zum Schutz bedrohter Eulen, Soest).

25. April 2013

BUND Thüringen lehnt Pumpspeicherwerk im Südharz ab

Erfurt. Der BUND Thüringen lehnt die Pläne des Wirtschaftsministeriums für ein Pumpspeicherwerk im Südharz ab. In der bereits durch die Gipsindustrie geschädigten Region darf es keine weiteren Eingriffe geben.

„Die Vorbelastung ist jetzt schon gravierend. Es darf nicht noch ein Großprojekt geben, das unwiederbringliche Gipskarst-Landschaften zerstört. Der Südharz soll Biosphärenreservat werden und nicht als Groß-Industriegebiet enden“ so Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. „Das Argument, im Südharz einen lokalen Speicher für den dort erzeugten Solarstrom bauen zu wollen, ist vorgeschoben. Hier geht es um ein bundesweites Großprojekt für Stromriesen, nicht um die Energiewende vor der Haustür“, stellt Vogel fest.

Im Gegensatz zum geplanten Pumpspeicherwerk Schmalwasser müsste im Südharz sowohl Unter- als auch Oberbecken erst errichtet werden. Daraus folge ein erheblich stärkerer Eingriff in die Natur. Der Gipskarst-Untergrund sei zudem für die Staubecken ungeeignet und müsste gegen Versickern und Auswaschungen möglicherweise wie eine große Betonwanne abgedichtet werden.

„Die gestern für den Kreis Saalfeld-Rudolstadt präsentierten Planungen prüfen wir derzeit und stehen gegebenenfalls für Gespräche bereit. Die am Beispiel Schmalwasser durchgeführte Bürgerbeteiligung muss auch hier Standard sein. Der BUND fordert grundsätzlich, bei Großvorhaben frühzeitig und umfassend die Öffentlichkeit zu beteiligen.“

13. April 2013

BUND Thüringen fordert: kein Wirtschaftswachstum auf Kosten von Mensch und Natur!

Erfurt. Der BUND Thüringen fordert, dass die Landesregierung ihr Handeln an Nachhaltigkeitszielen orientiert, statt weiter auf kurzfristige Erträge zu bauen.
„Thüringens einzigartige Karstlandschaften und seine alten Wälder dürfen nicht weiter für kurzfristige Profite vom notwendigen Schutz ausgenommen werden“, fordert Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen. „Wenn die Industrielobby ruft, dürfen in Thüringen streng geschützte Gebiete abgebaggert und wichtige Koalitionsvereinbarungen außer Kraft gesetzt werden. Damit zeigt die Landesregierung, dass sie von einer nachhaltigen Entwicklung des Landes nichts wissen will“, so Hoffmann weiter.
Hoffmann machte deutlich, dass die Landesregierung ein Jahr vor der Landtagswahl zwei umweltpolitische Kernanliegen aufzugeben droht. Die Umsetzung des 25.000 ha-Ziels zur Schaffung weiterer nutzungsfreier Urwaldflächen ist nicht einmal zur Hälfte geschafft und wird von der Verwaltung weiter verwässert. Zum anderen torpediert die Landesregierung das Anliegen einer nachhaltigen Entwicklung der Gipskarstlandschaft Südharz, indem sie weitere Gipsabbauflächen zulässt und die Schaffung eines Biosphärenreservats ohne Bürgervotum zu den Akten legt.
Angelika Zahrnt, Ehrenvorsitzende des BUND und Mitglied des Nachhaltigkeitsbeirats der Bundesregierung, warnte ebenfalls eindringlich vor der Wachstumsdoktrin der Politik. Der Energie-, und Ressourcenverbrauch inkl. Fläche und Verlust von Biodiversität müsse stattdessen gestoppt und entsprechend den Nachhaltigkeitszielen zurückgefahren werden. Eine moderne Gesellschaft dürfe nicht auf Handlungsweisen basieren, die für Menschen und Natur negative Auswirkungen hat.
Die Landesversammlung des BUND Thüringen beschloss ebenfalls einen Appell zur Demokratisierung des Bergrechts. In Thüringens Gipskarstlandschaft häuften sich in jüngster Zeit Eingriffe in gesetzlich geschützte Biotope, welche mit Betriebsplanverfahren nach Bergrecht zugelassen wurden. Hier sieht der BUND Thüringen auf Landes- und Bundesebene politisch dringend Handlungsbedarf.
Würde dann noch dem Anliegen der Firma Knauf stattgegeben, das Naturschutzgebiet Alter Stolberg für den Gipsabbau freizugeben, wäre einer generellen Aufweichung von Schutzgebietsstandards Tür und Tor geöffnet. Deshalb hat sich die Landesversammlung dazu entschlossen, gegen dieses Vorhaben notfalls zu klagen.

12. April 2013

Ausdauerläufer starten 175km-Tour am Grünen Band

Spechtsbrunn. Die ehemaligen Ultra-Läufer Michael Meier und Walter Eberhardt starten am 13.4. ihre fünftägige Lauftour entlang des Grünen Bandes. In Tagesabschnitten von 25 bis 40 km werden sie die 175km lange Strecke von Mupperg nach Mödlareuth zurücklegen. Diese ist die letzte große Etappe auf ihrer Gesamtroute entlang des Grünen Band Deutschland.

„Die vielen Trainingskilometer im Schwarzwald, im Hegau und der Schwäbischen Alb veränderten unser Denken. Wir wurden eine Art laufender Heimatforscher. Wir wollten wissen, weshalb ausgerechnet hier ein Berg ist oder wie die Menschen in der Region leben. Die Natur wurde zum Vorlesungssaal.“ erklärt der 49jährige Finanzwirt Michael Maier Maier den Übergang vom sportlichen Anreiz zum gesamtheitlichen Ansatz ihrer Touren.

Der 61-jährige Mechaniker Walter Eberhardt ist von den vielfältigen Eindrücken der bisherigen Strecke am Grünen Band fasziniert: „Wir trafen auf Spuren der Eiszeit, auf die überraschenden Steigungen des Eichfelds, die Vulkanlandschaft der Kuppenrhön und keltische Zeugnisse im Grabfeld. Unsere bisherigen Etappen von der Ostsee nach Südthüringen waren noch eindrucksvoller als der Fernsehfilm, der uns damals auf die Idee gebracht hat, das Grüne Band zu belaufen.“

Karin Kowol, Projektleiterin beim BUND Thüringen, freut sich, dass die Läufer auf ihrer Strecke nicht nur als Botschafter für das Grüne Band unterwegs sind, sondern auch mit „Anteilsscheinen“ zum Erhalt des Biotopverbunds beitragen. „Damit wird diese Perlenkette der Natur auch als Denkmal deutscher Geschichte für nachfolgende Generationen erhalten. Der BUND kann so seinen schon mehr als 20 Jahren dauernden Einsatz ausweiten, um gemeinsam mit örtlichen Landnutzern, Natur- und Heimatkundlern wertvolle Lebensräume z.B. für Schwarzstorch und Braunkehlchen, für Arnika und Keulenbärlapp erhalten.“

10. April 2013

BUND Thüringen informiert: Winter-Nachwirkungen locken Wildkatzen aus dem Wald

Hütscheroda. In den vergangenen Tagen erreichten das BUND-Wildkatzenbüro und das Wildkatzendorf Hütscheroda Mitteilungen über ungewöhnliche Wildkatzensichtungen. Anwohner von Waldgebieten hatten gemeldet, dass Wildkatzen zurzeit überraschend oft außerhalb jeder Deckung auf freiem Feld zu beobachten seien.

Thomas Mölich, Wildkatzenexperte des BUND Thüringen, erklärt dieses Verhalten: „In vielen Wäldern liegt noch immer eine harte Schneedecke. Daher findet die Wildkatze in ihren gewohnten Gebieten aktuell kaum Beute. Viele Tiere verlassen deshalb tatsächlich die sichere Deckung und suchen sogar auf Äckern oder in der Nähe von Siedlungen nach Nahrung.“

Der BUND Thüringen bittet in diesem Zusammenhang insbesondere die Jägerschaft, an den Rändern verschneiter Waldgebiete Verwechslungen mit streunenden Hauskatzen auszuschließen.

Für die Foto-Zusendungen und das Engagement der Bürger für die Wildkatze möchten sich der BUND Thüringen und das Wildkatzendorf Hütscheroda herzlich bedanken.

9. April 2013

Landesversammlung des BUND Thüringen am 13.04.13

Die Landesversammlung des BUND Thüringen findet am Samstag, 13.04.13 ab 10.00 Uhr
in den Räumen der SWE Stadtwerke Erfurt GmbH statt.

Der ungebremste Flächenverbrauch, der Aufschrei aus Politik und Gesellschaft bei Forderungen nach einem Nutzungsverzicht in Wäldern oder die einseitig geführte Debatte über die Kosten der Energiewende machen deutlich: nicht der schonende Umgang mit unseren Ressourcen sondern das Wachstum bestimmt immer noch politisches und gesellschaftliches Handeln.
Dem setzt Prof. Dr. Angelika Zahrnt die Forderung nach einem Wandel im Lebensstil entgegen. „Besser, anders, weniger“ statt „weiter, schneller, mehr“, ist ihr Motto für eine Zukunftsfähige Gesellschaft. Zur Landesversammlung des BUND Thüringen wird sie die möglichen Wege zu einer zukunftsfähigen Post-Wachstumsgesellschaft beschreiben.
Zur Person: Prof. Dr. Angelika Zahrnt ist Ehrenvorsitzende des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Trägerin des Deutschen Umweltpreises und Mitglied im Rat für Nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung.
Im Anschluss an den Vortrag findet die Jahresmitgliederversammlung des BUND Thüringen statt.

27. März 2013

Ein Jahr Wildkatzendorf - BUND Thüringen zieht positive Bilanz

Erfurt. Der BUND Thüringen zieht zum einjährigen Bestehen des Wildkatzendorfs Hütscheroda eine positive Bilanz des einzigartigen Projekts. Die Verknüpfung von Naturschutz, Tourismus und Umweltbildung ist ein voller Erfolg.

„Bereits im ersten Jahr hat sich das Wildkatzendorf zu einem wichtigen Anziehungspunkt in der Region entwickelt“, freut sich BUND-Landesgeschäftsführer Dr. Burkhard Vogel über die  guten Besucherzahlen. „Es ist toll, dass sich so viele Menschen für den Schutz der Wildkatze und bedrohter Waldlebensarten interessieren. Und es ist gut, dass alle an einem Strang gezogen haben, um dieses seltene Tier hier erlebbar zu machen.“ Er betonte weiter, dass erst das Zusammenspiel der Partner in der Region diese Entwicklung möglich machte.

In Hütscheroda sind rund um das Thema Wildkatze Möglichkeiten zur Natur- und Umweltbildung, ein naturnahes Tiergehege und ein Erlebnis-Wanderpfad mit Aussichtsturm verknüpft. Dazu kommen Kunst- und Gastronomie-Angebote sowie dieses Jahr eine verbesserte Busanbindung.

Burkhard Vogel kündigt an, dass sich der BUND Thüringen weiter am Standort engagieren wolle: „Wir werden unsere Umweltbildung rund um Wildkatze, Urwälder und Biologische Vielfalt hier verstärken. Unser Büro im bundesweiten Waldvernetzungsprojekt ‚Wildkatzensprung‘ hat mit seinem Sitz im Wildkatzendorf einen idealen Ausgangspunkt für kommende Aktivitäten mit den Wildkatzen-Helfern aus nah und fern.“

21. März 2013

Absage für „Aktionsbündnis Fläche“ - Umweltverbände lassen sich nicht von Ministerium vereinnahmen

NABU und BUND in Thüringen lehnen die Mitarbeit im geplanten „Aktionsbündnis Fläche“ des Thüringer Umweltministeriums ab. Zu dem Entschluss der Umweltverbände führten mehrfache öffentliche Äußerungen des Thüringer Umweltministers Jürgen Reinholz. Der Minister wolle mit Unterstützung dieses Bündnisses eine Änderung der Eingriffsregelung im Bundesnaturschutzgesetz erreichen, kritisieren die Verbände. In Zukunft solle nach dem Willen des Umweltministers die Zahlung von Geld Vorrang vor der Wiederherstellung von Natur und Landschaft bei Bauprojekten haben.

Auf diesen „Ablasshandel“ wollen sich die Verbände nicht einlassen. „Es ist weder sinnvoll noch erforderlich, von Bauträgern verstärkt Ersatzgeld zu kassieren, anstelle sie zu einer tatsächlichen Aufwertung von Natur und Landschaft vor Ort zu verpflichten. Die Eingriffsregelung ist kein allgemeines Instrument zur Finanzierung staatlicher Naturschutzaufgaben. Mit ihr sollen negative Auswirkungen von Bauvorhaben auf Natur und Mensch vor Ort abgemildert oder ausgeglichen werden sollen“, argumentiert Martin Schmidt, Vorstandsmitglied des NABU Thüringen.

„Offenbar hat Minister Reinholze dem rasanten Flächenverbrauch in Thüringen nichts entgegenzusetzen“, kritisierte Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen. „Stattdessen betreibt er einseitige Klientelpolitik für die Landwirtschaft und spielt dabei noch mit falschen Zahlen“.

Nach Angaben der Verbände werde, anders als von Minister Reinholz behauptet, für jeden Quadratmeter Eingriffs-Fläche lediglich 0,85 m² naturnah umgestaltet. Nur 13% dieser Kompensationsmaßnahmen führten überhaupt zu einem Verlust landwirtschaftlicher Nutzfläche. Bei allen bisher erfassten Kompensationsmaßnahmen entspreche das etwa 0,2% der landwirtschaftlichen Nutzfläche. Hier von einer relevanten Größenordnung für den gravierenden Flächenverbrauch in Thüringen zu sprechen, zeugt von wenig Realitätssinn.
BUND Thüringen und NABU Thüringen wehren sich gegen den durchsichtigen Versuch mit Scheinargumenten die Eingriffsregelung als ein zentrales Instrument des Naturschutzes in Deutschland zu demontieren.

Hintergründe:
Bereits im vergangenen Jahr wurde im TMLFUN eine Projektsteuerungsgruppe „Nachhaltige Flächenpolitik“ ins Leben gerufen. Ziel der Steuerungsgruppe ist der Aufbau eines „Aktionsbündnis Fläche“, um den rasanten Flächenverlust in Thüringen zu stoppen. Der Steuerungsgruppe gehören mehrere Thüringer Ministerien, die Regionalen Planungsgemeinschaften, der Thüringer Bauernverband, mehrere Träger großer Bauvorhaben (DEGES, Deutsche Bahn, LEG, ThLG) sowie BUND Thüringen, NABU Thüringen und der Thüringer Nachhaltigkeitsbeirat an.

8. März 2013

BUND Thüringen zum Fukushima-Jahrestag: Atomkraft abschalten - Energiewende jetzt!

Erfurt. Der BUND Thüringen bekräftig anlässlich des Jahrestags der Reaktorkatastrophe von Fukushima seine Forderung nach einem sofortigen und endgültigen Atomausstieg. Die Erkenntnisse aus Japan zeigen, dass selbst angeblich erdbebensichere Atomkraftwerke als tickende Zeitbombe angesehen werden müssen.
„Atomkraft ist und bleibt eine nicht beherrschbare Risikotechnologie“ stellt Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen, fest. „Doch anstatt zügig alle Atommeiler abzuschalten und durch saubere, sichere und zukunftsfähige Energiequellen zu ersetzen, spendiert die Bundesregierung der Industrie Rabatte und bürdet die Kosten den Bürgern auf. Die Gefahren eines Strahlenunfalls, verstrahlte Landstriche und tausende Krebsfälle, scheint man hingegen billigend in Kauf zu nehmen“, so der Thüringer BUND-Vorsitzende weiter.
Die Risiken eines Atomunglücks in Deutschland sind auch für Thüringen nicht zu unterschätzen. In Hessen (Biblis, 200km-Umkreis), Bayern (Grafenrheinfeld, 100km-Umkreis) und Niedersachsen (Grohnde, 200km-Umkreis) befinden sich Atomkraftwerke, deren Strahlenwolken auch Thüringen erreichen würden.
„Es gibt als Konsequenz aus der Nuklearkatastrophe in Japan nur eine Option für die Atomkraft in Deutschland: Abschalten!“, sagte Hoffmann.

Der BUND Thüringen ruft deshalb zur Teilnahme an der Mahnwache des Anti-Atom-Bündnisses auf. Diese findet am Montag, 11.03.13 um 17.00 Uhr auf dem Erfurter Anger statt.

1. März 2013

BUND Thüringen gewinnt Klage gegen Schweinefabrik in Oldisleben

Erfurt/Weimar. Der BUND Thüringen hat die Klage gegen die Genehmigung der Schweinefabrik für mehr als 8.000 Schweine in Oldisleben gewonnen. Nach mehrstündiger Verhandlung am 27.2.13 hat das Verwaltungsgericht in Weimar die Entscheidung des Landesverwaltungsamtes zur Errichtung der Anlage aufgehoben.
„Das Gerichtsurteil ist ein gutes Zeichen für die Stadt Bad Frankenhausen und die dortige Reha-Klinik, die nun nicht mehr um Ihren Status als Kureinrichtungen bangen müssen. Damit sind auch die Arbeitsplätze in diesem Bereich gesichert. Wir empfinden keinen Triumph über das Gerichtsurteil, sondern sind dankbar für die weise Entscheidung des Verwaltungsgerichtes Weimar“, ist der Sprecher der Bürgerinitiative „Diamantene Aue“, Ulf Tettenborn, erleichtert.
Die Anlage, in der mehr als 8500 Mastschweine in engen Buchen auf Spaltböden stehen sollten, war vom Thüringer Landesverwaltungsamt im Mai 2010 genehmigt worden. Im Vorfeld waren bei der Behörde mehr als 1300 Einwendungen von Anwohnern, Umwelt- und Tierschützern eingegangen. Das Amt führte keine ausreichende Prüfung durch, ob die Anlage mit dem angrenzenden europäischen Schutzgebiet verträglich ist.
Die Richter sahen nun eine Beeinträchtigung des FFH-Gebiets „Esperstedter Ried – Salzstellen bei Artern“ durch die Anlage als gegeben an. „Es ist uns mit Naturschutzargumenten gelungen, eine solche Massentierhaltung zu verhindern. Damit wurden eine nicht artgerechte Tierhaltung, 24.000 Tonnen Gülle jährlich und der weitere Ausbau der hochsubventionierten Billigfleischproduktion verhindert.“ freut sich Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen.

Hintergrundinformationen:
Die Bürgerinitiative „Diamantene Aue“: Bildete sich vor vier Jahren, als der Antrag zum Bau einer Schweinemastanlage in Oldisleben durch den Gemeinderat befürwortet wurde. Von Beginn an konnte die Bürgerinitiative auf die Unterstützung des BUND Thüringen, des NABU Thüringen, des Deutschen Tierschutzbunds, der Stadt Bad Frankenhausen und der Reha-Klinik Bad Frankenhausen sowie durchhaltewilliger Spender bauen.
Die Entscheidungsgründe des Gerichts: Der BUND Thüringen hatte nachgewiesen, dass es im FFH-Gebiet „Esperstedter Ried“ zu Stickstoffeinträgen kommen würde, die zu einer Beschädigung der empfindlichen Salzpflanzenflora führt. Außerdem spielten auch artenschutzrechtliche Belange eine Rolle, da für die Anlage alte Gebäude eines früheren Flughafens abgerissen wurden, die von zahlreichen Vögeln als Brutplätze genutzt wurden.
Fortgang des Verfahrens: Das Urteil wird erst in einigen Wochen schriftlich zugestellt. Die unterlegene Behörde, das Landesverwaltungsamt Thüringen, sowie der Genehmigungsinhaber haben die Möglichkeit, gegen die Entscheidung die zweite Instanz, das Oberverwaltungsgericht Thüringen, anzurufen. Dazu muss allerdings die Berufung zugelassen werden. Ob der Streit in die zweite Runde geht, hängt nun von der Behörde und dem Betreiber der Anlage ab.

28. Februar 2013

PM-Übernahme: Äußerung des Deutschen Bauernverbandes ignoriert gute Zusammenarbeit zwischen Naturschutz und Landwirtschaft im Grünen Band

Das Grüne Band entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze ist ein einzigartiges lebendiges Denkmal der Wiedervereinigung und der einzige länderübergreifende Biotopverbund Deutschlands von nationaler Bedeutung. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) interpretiert die jüngsten Aussagen des Deutschen Bauernverbandes, diesen einmaligen Lebensraumverbund als „Grüne Grenze“ zu verunglimpfen als Herabwürdigung für die zahlreichen Landwirte und Grundeigentümer, die am Grünen Band in hervorragender Weise mit dem Naturschutz zusammenarbeiten und als Missachtung dieser Erinnerungslandschaft jüngerer deutscher Zeitgeschichte.

Dr. Kai Frobel, BUND-Leitung Grünes Band: „Die deutsche Teilung und der Mauerbau hatten für die Menschen schlimme Nachteile. Heute bietet der ehemalige Grenzstreifen jedoch über 1200 gefährdeten Tier- und Pflanzenarten Schutz und symbolisiert die friedliche Überwindung des Eisernen Vorhangs. Angesichts des dramatisch voranschreitenden weltweiten Verlustes an biologischer Vielfalt bietet dieser weitgehend unzerschnittene ökologische Korridor quer durch Europa die einmalige Chance, wertvolle Natur auch für nachfolgende Generationen zu erhalten. Diese Chance muss genutzt werden.“

Naturschutzverbände wie der BUND, der sich mit seinem Projektbüro und seinen Landesverbänden seit über zwei Jahrzehnten für das Grüne Band einsetzt, beauftragt Landschaftspflegeverbände und Landwirte, um das Grüne Band mit seiner unersetzbaren Artenfülle zu erhalten. In über 20 Gebieten am Grünen Band Deutschland finden zusammen mit Landwirten großflächige Beweidungsprojekte insbesondere mit Schafen, Ziegen und Rindern zum Schutz und zur Entwicklung des Biotopverbunds statt.
 
Laut § 21 des Bundesnaturschutzgesetzes ist das Grüne Band Bestandteil des länderübergreifenden Biotopverbundes, der auf mindestens 10 % der Landesfläche jedes Bundeslandes entwickelt werden soll. Um die Rückgrat-Funktion des Grünen Bandes für den nationalen Biotopverbund langfristig zu sichern, sind sowohl Erhaltung und Entwicklung als auch Wiederherstellung und Ausdehnung der vorhandenen Biotopstrukturen und Lebensräume notwendig.

Die vom Bauernverband kritisierten zwei Naturschutzgroßprojekte im Eichsfeld und Coburger Land/Südthüringen leisten einen wichtigen Beitrag zur Sicherung und Entwicklung der Natur- und Kulturlandschaften am Grünen Band. Das wichtigste Grundprinzip bei der Projektumsetzung ist die Freiwilligkeit! Die Naturschutzgroßprojekte betreiben angebotsorientierten Naturschutz! Die gewünschten Maßnahmen werden auf Grundlage eines in Abstimmung mit den Landnutzern erstellten Pflege- und Entwicklungsplanes angeboten  und die Bedingungen für die Teilnahme sind klar benannt. Wer dann als Landwirt mitmachen möchte, erhält eine Förderung für naturschutzverträgliche Nutzungen,.  Im Fall des Projektes „Grünes Band Rodachtal – Lange Berge – Steinachtal“ im Coburger Raum geht es in den nächsten Jahren immerhin insgesamt um gut 10 Mio. € für die Region Die im Rahmen des Projektes erstellte sozioökonomische Analyse ergab bereits im Vorfeld eine grundsätzliche Bereitschaft vieler Grundeigentümer und Agrarbetriebe an einer Teilnahme. Dem örtlichen Projektmanagement wurden bis heute bereits über 100 ha Land zum Kauf angeboten, ohne dass dafür geworben oder aktiv nachgefragt wurde. Und wer kein Interesse hat, wird nicht zu einer Teilnahme gezwungen. Die künstlich aufgebauschten Befürchtungen des Bauernverbandes, dass gegen Landwirte zwangsweise etwas durchgesetzt werden soll, sind schlicht gegenstandslos.

In Bayern betragen die öffentlichen Ausgaben im Agrarsektor ca. 3,4 Milliarden €, während für das öffentliche Gut Naturschutz gerade einmal 1,2 % davon (40 Mio. €) ausgegeben werden. Der Deutsche Bauernverband begründet die milliardenschweren Landwirtschaftssubventionen aus Steuermitteln gerne mit seiner angeblichen Rolle als „Landschaftspfleger“. Beim Grünen Band könnte er es beweisen!

Das Grüne Band durch Deutschland ist Teil und auch Keimzelle des Grünen Band Europa, das sich auf einer Länge von 12.500 Kilometern von der Barentssee bis ans Schwarze Meer erstreckt – der größte europäische Lebensraumverbund. Die Aktivitäten und Erfahrungen im deutschen Grünen Band geben wichtige Anregungen und Impulse bei der Erhaltung des paneuropäischen Biotopverbundsystems. Die Anstrengungen und Erfolge beim Schutz des deutschen Grünen Bandes werden seitens der weiteren beteiligten 23 Anrainerstaaten aber auch weit über Europa hinaus als beispielhaft angesehen. Der BUND fordert den Bauernverband auf, sich für dieses weltweit einzigartige –Vorhaben zur Erhaltung unseres gemeinsamen nationalen und europäischen Naturerbes  einzusetzen und mit allen Akteuren an einem Strang zu ziehen.

30. Januar 2013

BUND Thüringen: Umweltpolitische Schwerpunktsetzung von Reinholz enttäuschend

Erfurt. Als Enttäuschung bewertet der BUND Thüringen die gestern von Umweltminister Reinholz vorgestellten Umweltpolitischen Schwerpunkte 2013/2014. Aus Sicht des Verbandes nimmt Minister Reinholz die umweltpolitischen Herausforderungen in Thüringen nicht an.
„Das Schwerpunktprogramm muss mit „ungenügend“ bewertet werden“ sagte Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. „Die drängenden, umweltpolitischen Herausforderungen stehen offenbar nicht auf der Agenda des Thüringer Umweltministers.“
Beim Thema „Energiewende“ ignoriere Minister Reinholz mit der einseitigen Konzentration auf die Biomasse die größeren Potenziale bei der Wind- und Sonnenenergie. Gleichzeitig verharmlose er die Gefahr durch den Anbau von Energie-Mais, welcher ganze Landstriche in Thüringen in Maiswüsten verwandeln könne.
Den Kampf gegen die weitere Erwärmung der Erdatmosphäre habe Minister Reinholz offenbar bereits aufgegeben habe. Der Umweltminister setze nur noch auf einen Maßnahmenkatalog zur Anpassung an den Klimawandel. Der CO2-Ausstoß in Thüringen werde dadurch um kein einziges Gramm verringert. Das könne nur mit einem Klimaschutzgesetz erreicht werden, kritisierte der BUND Thüringen.
Skeptisch zeigt sich der BUND Thüringen auch gegenüber dem angekündigten „Aktionsbündnis Fläche“ zur Reduktion des Flächenverbrauchs in Thüringen. Im Jahr 2011 habe der Flächenverbrauch mit 5,1 ha pro Tag unter der Verantwortung des Umweltministers einen neuen Rekordhöchststand erreicht. Wirksame Instrumente wie ein Flächenhaushaltsgesetz zur Begrenzung der Neuversiegelung seien nicht in Sicht.
Beim Thema Baustoffrecycling zeige, sich dass der Umweltminister die umweltpolitischen Brennpunkte in Thüringen längst aus den Augen verloren habe. Obwohl im Südharzer Gipskarstgürtel ganze Landstriche dem Raubbau zum Opfer fielen, habe der Minister die Möglichkeit des Recyclings von Gipsbaustoffen mit keiner Silbe erwähnt.
Besonders enttäuschend seien auch die Ausführungen zum Naturschutz. Statt das im Koalitionsvertrag vereinbarte 25.000 ha-Ziel um zu setzen, wolle der Minister Einzelbäume als „Urwälder“ ausweisen. Das Biosphärenreservat Südharz und einen Nationalpark Vessertal habe der Minister bereits abgeschrieben. Die Chancen, Grünbrücken aus Bundesmitteln für die Wiedervernetzung von Lebensräumen in Thüringen zu bauen, habe das Umweltministerium in der Vergangenheit leichtfertig vertan. Das Versprechen, das bis zum Ende der Legislaturperiode noch nachholen zu wollen, bleibe unrealistisch.
„Thüringens Umweltminister Reinholz fehlt die Vision für eine zukunftsfähige Umweltpolitik und der Wille, diese um zu setzen.“, sagte Vogel.

28. Januar 2013

BUND Thüringen begrüßt endgültiges Aus für Rhöntrasse B 87n

Erfurt. Der BUND Thüringen begrüßt die Entscheidung des Bundesverkehrsministeriums, die Rhöntrasse B 87n von Meiningen nach Fulda nicht zu bauen.
„Wir sind sehr erleichtert, dass das Bundesverkehrsministerium nach jahrzehntelangem Ringen endlich einen Schlussstrich unter dieses unsinnige Projekt gezogen hat“, erklärte Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. „Die Monstertrasse hätte eine Schneise quer durch die Rhön geschlagen und diesen einzigartigen Naturraum dauerhaft zerstört. Die Entscheidung des Bundesverkehrsministeriums ist ein Sieg der Vernunft über den Straßenbauwahn.“
Nach Angaben des BUND Thüringen hat Bundesverkehrsministerium das Straßenbauvorhaben nicht nur wegen der erheblichen Zerschneidungswirkung für Arten und Lebensräume in der Rhön abgelehnt. Auch die zusätzliche erhebliche Belastung der Rhön durch Transit- und Schwerverkehr sei ausschlaggebend gewesen.
„Damit ist das Bundesverkehrsministerium unserer Argumentation gefolgt“, freut sich Vogel. Die Trasse hätte nicht zu einer Verkehrsentlastung in der Rhön geführt, sondern als Transitstrecke zusätzlich überörtlichen Verkehr in die Rhön gelenkt. Auch dramatische Kostensteigerungen seien mit dem Projekt verbunden gewesen. Ursprünglich sei die ca. 65 km lange Trasse im Bundesverkehrswegeplan mit 140 Millionen Euro veranschlagt gewesen. Zuletzt sei man von einem Investitionsvolumen von 225 Millionen Euro ausgegangen, weil Politik und Straßenbaubehörden offenbar verbissen das Ziel verfolgten, die neue Bundesstraße für maximale Geschwindigkeit aus zu legen. Das Bundesverkehrsministerium habe weitere wesentliche Kostensteigerungen erwartet.
„Statt die Rhön unter Asphalt zu begraben, sind jetzt die frei werdenden Mittel für die Umsetzung einer nachhaltigen Verkehrspolitik in dieser Modellregion ein zu setzen.“, forderte Vogel. „Der Ausbau eines länderübergreifenden Öffentlichen Personenverkehrs für Anwohner und Pendler und die Entlastung von Ortsdurchfahrten muss jetzt Vorrang haben.“

22. Januar 2013

BUND und NABU fordern Klotzen statt Kleckern beim Naturschutz im Wald - Konzept mit Splitterflächen und Einzelbäumen bleibt Mogelpackung

Erfurt. Die Umweltverbände BUND Thüringen und NABU Thüringen kritisieren das vom Umweltministerium vorgestellte Konzept zur Schaffung nutzungsfreier Waldflächen in Thüringen als Mogelpackung. Wenn abgesehen vom Nationalpark Hainich fast nur noch Splitterflächen und Einzelbäume von der Motorsäge verschont werden sollten, bleibe die Artenvielfalt auf der Strecke.
„Ein isolierter alter Baum ist als Lebensraum für Urwaldarten zu wenig, sagte Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. „Nur in großflächig nutzungsfreien Waldgebieten können Arten überleben, die im intensiven Forst keine Chance haben.“
Die Umweltverbände kritisieren, dass ihre Studie „Urwälder von morgen“ im Konzept des Thüringer Umweltministeriums kaum berücksichtigt wurde. Nach Angaben der Umweltverbände bleiben abgesehen vom Nationalpark Hainich, alle vom Ministerium vorgeschlagenen Waldflächen unter 1.000 ha. Mehr als die Hälfte der künftigen Urwaldflächen bleiben unter 100 ha.
„Die Flächen sind viel zu klein, um eine natürliche Walddynamik zu ermöglichen“, kritisiert Mike Jessat, Landesvorsitzender des NABU Thüringen. Nur in großflächig ungenutzten Waldlebensräumen kann sich das spezifische Flächenmosaik aus dynamisch wechselnden Waldstadien ausbilden, welches vor allem für Urwaldarten die Nischen zum Überleben bietet.“
Als Mogelpackung bezeichnen die Umweltverbände die Absicht der Landesregierung, auf eine Gesamtfläche von ca. 3.000 ha Einzelbäume in die 25.000 ha-Bilanz ein zu beziehen. Alte Einzelbäume mit Höhlen seien bereits als sogenannte Habitatbäume gesetzlich geschützt und dürften nicht gefällt werden, betonten die beiden Verbandsvertreter. Von einem freiwilligen Nutzungsverzicht könne bei diesen Bäumen keine Rede sein. Darüber hinaus sei die Einhaltung des Nutzungsverzichtes bei noch erntefähigen Einzelbäumen, die über ganz Thüringen verteilt sind, niemals überprüfbar. Über 15.000ha Waldfläche sind nach Angaben der Umweltverbände in der gemeinsamen Urwaldstudie als „Urwälder von morgen“ vorgeschlagen. Dazu zählen großflächige alte Buchenwälder im Vorderen Thüringer Wald, rund um das Vessertal und im Kyffhäuser.
„SPD und CDU müssen jetzt zeigen, ob sie ihre eigenen Vereinbarungen aus dem Koalitionsvertrag ernst nehmen oder zulassen, dass die Umsetzung des 25.000 ha-Ziels zur Farce wird“, erklärten die beiden Verbandsvertreter.



BUND-Jahrbuch Bauen und Renovieren 2017

Direkt zum Online-Antrag, Foto: eyewire / fotolia.com

Jahresbericht 2015

Unser neuer Jahresbericht steht ab sofort zum Download zur Verfügung!

Der BUND Thüringen ist Teil des Bündnis für ein Thüringen der Demokratie, 
Vielfalt und Mitmenschlichkeit
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Lesen Sie dazu den Brief unseres Landesvorsitzenden, Ron Hoffmann.

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