18. Dezember 2015

Immissionsschutz stärken – Tierhaltung verbessern BUND Thüringen begrüßt Filtererlass

Erfurt. Der BUND Thüringen begrüßt den Filtererlass des Thüringischen Umweltministeriums zur Verminderung der Emissionen von Tierhaltungsanlagen. Der Erlass sei ein wichtiger Schritt, dem vor allem auf Bundesebene weitere folgen müssen, um die Tierhaltung in Deutschland zu verbessern.

"Endlich wird auch in Thüringen die Problematik gesundheitsgefährdender resistenter Keime in der Stallabluft von Massentierhaltungsanlagen in den Blick genommen", sagte Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. "Wir begrüßen den Erlass grundsätzlich fordern aber, diesen auf alle nach der Bundesimmissionsschutzverordnung genehmigungspflichtigen Anlagen auszudehnen.

Nach Angaben des BUND Thüringen ist nur bei der Neugenehmigung großer Schweinehaltungsanlagen mit mehr als 2.000 Mastschweinen bzw. mehr als 750 Sauenplätzen die Anwendung der Filterpflicht zwingend vorgeschrieben. Für bestehende Anlagen dieser Größenordnung sei eine Verpflichtung zur Nachrüstung von Filteranlagen nur nach Einzelfallprüfung vorgesehen. Für Anlagen unterhalb dieser Schwellenwerte sei keine Nachrüstungsverpflichtung vorgesehen. Somit werde nur für rund 18% alle Schweinehaltungsanlagen in Thüringen überhaupt die Verpflichtung zur Nachrüstung von Filteranlagen geprüft.

"Der weitaus größte Teil der Schweinehaltungsanlagen in Thüringen bleibt nach dieser Regelung ohne Filteranlagen. Im Sinne des Gesundheitsschutzes der Bevölkerung muss hier dringend nachgebessert werden", sagte Vogel.

Für Rückfragen: Dr. Burkhard Vogel, Tel.: 0170 73 19 5 93

12. Dezember 2015

3% fürs Klima - BUND Thüringen fordert Klimaschutzgesetz und protestiert gegen Weltklimavertrag

Erfurt. Der BUND Thüringen protestiert gegen die schwachen Ergebnisse des Weltklimagipfels in Paris und fordert einen verbindlichen Klimaschutzplan für Thüringen. Per Gesetz soll sich der Freistaat dazu verpflichten, den CO2-Ausstoß in Thüringen um 3% pro Jahr zu reduzieren."

Die Ergebnisse der Verhandlungen in Paris reichen zum Schutz des Weltklimas nicht aus", sagte Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen. "Klimaschutz braucht Verbindlichkeit. Deshalb fordern wir ein Klimaschutzgesetz für Thüringen. Ohne gesetzliche Verbindlichkeit verpuffen alle Ankündigungen zur Reduktion der Treibhausgase wie heiße Luft".
Mit mehr als 9 Tonnen CO2-Aquivalenten pro Kopf liege der Ausstoß klimaschädlicher Gase in Thüringen immer noch viel zu hoch.

"Wir müssen weltweit den Pro-Kopf-Ausstoß auf weniger als 2 Tonnen pro Jahr beschränken, wenn wir erreichen wollen, dass die Erderwärmung nicht um mehr als 1,5°C ansteigt", erklärte Hoffmann weiter. Er kritisierte, dass der Rückgang der Treibhausgasemissionen in Thüringen viel zu langsam erfolge. Bis 2020 solle sich der Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase nur um 10% gegenüber dem Stand von 2011 verringern.

"Wenn wir beim Klimaschutz nicht endlich auf die Tube drücken, werden wir dramatische Veränderungen des Klimas nicht mehr aufhalten", sagte Hoffmann. "Schon heute sind viele Menschen, die bei uns Schutz suchen, aus ihrer Heimat geflohen, weil die Folgen des Klimawandels ihre Lebensgrundlagen zerstört haben.

"Deshalb fordere der BUND Thüringen einen gesetzlichen verbindlichen Klimaschutzplan, in dem jährlich Maßnahmen zur Reduktion der Treibhausgase um mindestens 3 % festgelegt seien. Durch Einführung von Klimaschutzbudgets für die einzelnen Ministerien sei jedes Ressort zu verpflichten, jährlich seinen Beitrag zum 3%-Ziel ein zu bringen. Die Förderung der energetischen Sanierung von Gebäuden müsse ebenso Bestandteil des Klimaschutzplanes werden, wie die Erleichterung der Installation von Solarthermie- und Fotovoltaikanlagen auf Gebäuden. Im Verkehrsbereich sei ein Tempolimit auf Autobahnen und die Förderung des ÖPNV unverzichtbar, um eine Trendumkehr beim CO2-Ausstoß ein zu leiten. In Land- und Forstwirtschaft sei der Ausstoß von Treibhausgasen durch die Förderung extensiver Landnutzungsformen und das Verbot von industrieller Massentierhaltung zu begrenzen.

"Wir dürfen nicht nur nach Paris blicken, sondern müssen selbst hier in Thüringen unsere Verantwortung für den Schutz des Weltklimas wahrnehmen", sagte Hoffmann. "Hier ist die Landespolitik ebenso aufgefordert zu handeln, wie jeder einzelne Bürger im Freistaat."

Für Rückfragen: Dr. Burkhard Vogel, Tel.: 0170 73 19 5 93

2. Dezember 2015

BUND Thüringen: K+S Betrieb in Unterbreizbach produziert salzabwasserfrei - Produktionsstopp nicht gerechtfertigt

Erfurt. Der BUND Thüringen wirft der Unternehmensleitung von K+S falsches Spiel auf Kosten der Belegschaft vor. Für den angekündigten Produktionsstopp am Standort Unterbreizbach gibt es nach Angaben des BUND Thüringen keinen nachvollziehbaren Grund, weil der Betrieb dort seit 2014 salzabwasserfrei produziert.

„Die Ankündigung des Produktionsstopps in Unterbreizbach durch die Unternehmensleitung von K+S ist ausschließlich taktisch motiviert. Damit soll die Thüringer Landesregierung unter Druck gesetzt werden. Dabei gibt es für den Betrieb in Unterbreizbach überhaupt keinen Konflikt zwischen Umweltschutz und Arbeitsplätzen“, sagte Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen.

Nach Angaben von Vogel hat K+S in seinem Antrag auf Laugenversenkung ausführlich dargestellt, dass der Betrieb in Unterbreizbach seit 2014 weder auf die Einleitung von Salzabwässern in die Werra noch auf die Versenkung im Untergrund angewiesen sei.

Teile der Produktionsabwässer in Unterbreizbach würden durch die sog. Kalte Vorzersetzung zu vermarktungsfähigen Produkten weiterverarbeitet. Der Rest werde eingedickt und Unter Tage verwertet. Von der fehlenden Versenkgenehmigung sei die Produktion in Unterbreizbach daher ebenso wenig betroffen wie von schwankenden Wasserständen in der Werra.

Eine klare Absage erteilte der BUND Thüringen an Forderungen von Wirtschaftsminister Tiefensee nach einer Verlängerung der Versenkgenehmigung. 

„Mit seiner Forderung zwei Tage vor dem Auslaufen der Versenkgenehmigung ist Wirtschaftsminister Tiefensee der Taktik von K+S auf den Leim gegangen“, sagte Vogel. „Die Fortsetzung der Verpressung würde die Situation für das Grundwasser nur weiter verschärfen.“

27. November 2015

BUND Thüringen: Freisetzung von Arbeitern bei K+S grenzt an Erpressung - Produktionsdrosselung in Unterbreizbach betriebswirtschaftlich nicht begründbar

Erfurt. Der BUND Thüringen wirft dem Unternehmen K+S vor, die Genehmigung zur Laugenverpressung erzwingen zu wollen. Die Freisetzung von Arbeitern am thüringischen Produktionsstandort Unterbreizbach ist nach Einschätzung des BUND Thüringen betriebswirtschaftlich nicht begründbar.

„Die Freisetzung von tausenden von Arbeitern im Werk Werra grenzt an Erpressung“, sagte Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. „Offenbar will die Unternehmensspitze von K+S Politik und Gesellschaft dazu zwingen, die Verpressung der Unternehmensabwässer im Untergrund weiter zu genehmigen, obwohl Grund- und Trinkwasser durch diese Praxis akut gefährdet werden“.

Nach Angaben von Vogel gibt es für die Produktionsdrosselung am Thüringischen Standort keinen betriebswirtschaftlichen Grund, da der Betrieb nach eigenen Angaben von K+S seit 2014 abwasserfrei produziert.

„Es ist ein durchsichtiges Manöver, wenn die Unternehmensleitung von K+S Mitarbeiter am Standort Unterbreizbach freisetzt, obwohl dieser Betrieb überhaupt nicht auf die Verlängerung der Versenkgenehmigung angewiesen ist. Damit soll die Verantwortung für den Verlust von Arbeitsplätzen auf die Thüringer Landesregierung abgewälzt werden, obwohl diese ausschließlich beim Unternehmen liegt“, so Vogel weiter.

Nach Angaben des BUND Thüringen steht das Unternehmen wirtschaftlich glänzend dar. Im Jahr 2014 habe der Gewinn bei 367 Millionen Euro gelegen. Bereits im ersten Halbjahr 2015 habe das Unternehmen unterm Strich 317 Millionen Euro Gewinn erwirtschaftet. Darüber hinaus habe das Unternehmen in seiner eigenen Strategie bereits im Jahr 2009 erklärt, bis spätestens im Jahr 2015 die Versenkung von Salzabwässern beenden zu wollen.

„Die Rücksichtslosigkeit, mit der die Unternehmensspitze von K+S seine Strategie der Gewinnmaximierung auf Kosten der Umwelt, der Arbeitnehmer und der Gesellschaft vorantreibt, ist wohl beispiellos in Deutschland“, so Vogel. Er forderte die Politik auf, sich durch die erpresserischen Taktiken von K+S nicht einschüchtern zu lassen:

„Die Gesundheit der Bevölkerung und der Schutz unserer Umwelt dürfen nicht den kurzfristigen Gewinninteressen dieses Einzelunternehmens geopfert werden“, sagte Vogel.

17. November 2015

BUND Thüringen fordert: Hessen muss Kalilaugen-Verpressung stoppen

Erfurt. Der BUND Thüringen fordert, den Antrag von K+S auf weitere Laugenverpressung abzulehnen. Der Kalihersteller muss seine eigenen Pläne umsetzen oder die Konsequenzen tragen. Die Trinkwasser-Sicherheit der Werra-Region darf nicht gegen Arbeitsplätze aufgewogen werden.

„Kali+Salz hat das finale Ende der Verpressung mehrfach angekündigt und wieder verschoben. Die Forderung, die Verpressung für weiter vier Jahre zu genehmigen, zeigt: das waren alles nur Beruhigungspillen, um so weiterzumachen wie bisher“, sagte Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. „Der Konzern hat offensichtlich kein Interesse an der langfristigen Sicherung des Standorts, sondern an einer möglichst billigen Produktion bis zum letzten Gültigkeitstag der Grenzwerte. Das Land Hessen muss dem Schrecken jetzt ein Ende bereiten, statt diesen Schrecken ohne Ende weiter zuzulassen.“

Der BUND Thüringen verwies darauf, dass K+S in seiner Gesamtstrategie bereits für 2011 und dann für 2015 das Ende der Laugenverpressung festgeschrieben hatte. Das Auslaufen der Genehmigung zum 30. November 2015 komme also nicht unerwartet.
Zudem zeigten die von den Fachbehörden der Bundesländer erstellten Gutachten, dass eine weitere Verpressung nicht mehr genehmigungsfähig sei. Die Verpressung weiterer Millionen Tonnen von Kalilauge würde die Grundwasserschichten der Region in Gefahr bringen.

K+S habe eine letzte Möglichkeit, sein Werk schnellstmöglich auf den Stand der Technik zu bringen, oder die Konsequenzen aus seinem Nichtstun zu ziehen. Jedes weitere Zögern sei ein klares Signal an die Menschen der Region, dass man lediglich darauf ziele, Gewinne auf ihre Kosten herauszupressen, bevor man sie fallen lässt.

„Es kann nicht sein, dass sich die hessische Regierung seit Jahrzehnten mit Arbeitsplatz-Argument erpressen lässt. Schon jetzt ist absehbar, dass die kosten für verseuchte Trinkwasserbrunnen und die Renaturierung der Werra ungleich höher ausfallen werden, als der sowieso nötige Strukturwandel in der Kaliregion. Die hessische Regierung muss dem Treiben von K+S Einhalt gebieten, sonst steht sie in vier Jahren vor einem Scherbenhaufen“, so Vogel abschließend.

12. November 2015

Missachtung von Landesplänen und Naturschutz-Vorgaben – BUND Thüringen fordert Stopp der Gipsabbau-Pläne am Winkelberg

Erfurt/Nordhausen. Der BUND Thüringen kritisiert den heutigen Scoping-Termin zum Gipsabbau-Vorhaben am Winkelberg im Südharz. Die Anhörung erfolgt, obwohl klar sei, dass für das Abbaufeld bereits verbindliche Schutzziele festgelegt sind, welche Gipsabbau ausschließen. Der BUND Thüringen fordert deshalb ein Eingreifen des Thüringer Umweltministeriums, um die Fortsetzung des unsinnigen Verfahrens durch das Landesbergamt zu stoppen.

„Das Landesbergamt scheint als Behörde ein Eigenleben zu entwickeln, wenn es die verbindlichen Ziele im Regionalplan ignoriert und ein Verfahren zum Gipsabbau am Winkelberg eröffnet“, sagte Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen.

Nach Angaben des BUND Thüringen setzt sich das Bergamt auch über die Managementplanung für das europäische Schutzgebiet am Winkelberg hinweg, obwohl es diesem Plan zugestimmt hat. Die Planung schließe ausdrücklich den Gipsabbau am Winkelberg aus.

„Das ist ein völlig fehlgeleitetes Verfahren. Ich erwarte vom Umweltministerium, dass es dem Bergamt endlich Einhalt gebietet“, fasst Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen, die geplante Anhörung zusammen. „Die Landesregierung hat im Koalitionsvertrag eine klare Aussage gegen weiteren Gipsabbau getroffen. Es wird höchste Zeit, dass auch das Landesbergamt daran erinnert wird, dass es an Beschlüsse der Thüringer Landesregierung gebunden ist.“

Der beantragte Gipstagebau am Winkelberg bei Nordhausen liegt im FFH-Gebiet „Rüdigsdorfer Schweiz - Harzfelder Holz - Hasenwinkel“. Für diese europäischen Schutzgebiete gilt ein Verschlechterungsverbot. Teile des Winkelbergs sind zudem nach deutschem Recht als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Im Gebiet leben seltene Fledermausarten und Gelbbauchunken. Das Gebiet ist biologisch, geologisch und touristisch wertvoll. Mit weiteren Naturschutzgebieten bildet es eine noch unzerschnittene Einheit, deren Erhalt auch in den FFH-Managementplänen festgeschrieben sei, teilte der BUND Thüringen mit.

„Die Bürger und die Umweltverbände sind es leid, immer wieder rechtswidrige Eingriffe in die Gipskarstregion Südharz juristisch abzuwehren. Wir müssen uns darauf verlassen können, dass Landespläne und demokratische Prozesse eingehalten werden, statt mit Taschenspielertricks unumkehrbare Fakten zu schaffen“, so Dr. Burkhard Vogel weiter. „Wer hier weiter Tagebaugebiete plant, begeht Raubbau an der Natur. Der Südharz darf nicht abgebaggert werden, sondern braucht endlich länderübergreifenden Schutz als UNESCO-Biosphärenreservat.“

6. November 2015

BUND Thüringen: Busfahrt zur Klimaschutz-Demonstration in Paris

Erfurt. Der BUND Thüringen organisiert einen Bus zur Klimakonferenz „COP21“ im Dezember in Paris. Mit einer Demonstration will das internationale Umweltnetzwerk „Friends of the Earth“, dem der BUND angehört, ein deutliches Signal für konsequenten Klimaschutz setzen.

„Die Folgen des Klimawandels werden immer stärker spürbar. Die Verhandlungen in Paris für ein Nachfolge-Abkommen zum Kyoto-Protokoll dürfen nicht scheitern. Sonst werden wir es nicht schaffen, den weltweiten Temperaturanstieg auf ein für die Menschheit noch erträgliches Maß von 1,5 bis max. 2°C zu beschränken. Die Welt braucht verbindliche Klimaschutzziele“, so Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen. „Deutschland muss als leistungsstarke Industrienation beim Klimaschutz vorangehen.“

Der BUND Thüringen, als Teil des internationalen Netzwerks „Friends of the Earth“ bietet eine Busfahrt zur Großdemonstration in Paris an. Der Bus startet am Abend des 10.12. in Erfurt. Die Rückkehr ist am Mittag des 13.12. geplant. Übernachtungsmöglichkeiten sind vorhanden.

Die „Conference of the parties“ (COP) ist die Klimakonferenz der UN-Mitgliedsstaaten, bei der ein Nachfolgeabkommen zum Kyoto-Protokoll verhandelt wird. Dieses war das erste verbindliche Klimaschutzabkommen weltweit und lief 2012 aus.

Die COP21 ist durch die Teilnahme vieler Staats- und Regierungschefs der wichtigste Klimagipfel der letzten Jahre. In den Vorgesprächen konnten sich die Verhandlungsgruppen bisher nicht auf ein gemeinsames Abkommen einigen.

„Die Warnungen der internationalen Klimawissenschaftler des IPCC sprechen eine deutliche Sprache. Es ist deshalb entscheidend, die Weichen jetzt zu stellen, um die globale Erwärmung auf 2°C zu begrenzen. Das funktioniert aber nur, wenn möglichst alle Staaten der Erde sich auf ein starkes Abkommen einigen“, so Ron Hoffmann. „Die Industrienationen müssen vorangehen und die Länder des globalen Südens bei der Transformation unterstützen. Nur so können die Folgen des Klimawandels noch auf beherrschbares Maß begrenzt werden. Dieses Ziel werden wir in Paris deutlich machen.“

Details zur Busfahrt sind über www.bund-thueringen.de/klimademo sowie telefonisch unter 0361-5550310 erhältlich.

30. Oktober 2015

BUND Thüringen begrüßt ablehnende Haltung des Thüringer Umweltministeriums zur Versenkung von Salzabwässern - Hessen muss jetzt die Laugenverpessung stoppen

Kalilauge-EInleitung in die Werra Foto: Stephan Gunkel

Erfurt. Der BUND Thüringen begrüßt die klare Positionierung des Thüringer Umweltministeriums gegen die Fortführung der Verpressung von Salzabwässern durch K+S.

„Mit dieser Entscheidung setzt Ministerin Siegesmund ein deutliches und wirkungsvolles Signal zum Schutz von Grund- und Trinkwasservorkommen in Thüringen und gegen die verantwortungslose Entsorgungspolitik des Konzerns K+S. Jetzt muss Hessens Umweltministerin Priska Hinz endlich handeln und die Laugenverpressung in den Untergrund sofort stoppen, um Schäden für das Grundwasser nicht weiter zu vergrößern“, kommentierte Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen, die Entscheidung Thüringens.

Nach Angaben des BUND Thüringen sollte eigentlich die Erlaubnis zur Versenkung der Laugenabwässer aus der Kaliproduktion in den Untergrund Ende 2015 auslaufen. Im sogenannten Vier-Phasen-Plan hat das Hessische Umweltministerium im September vergangenen Jahres aber angekündigt, die Versenkerlaubnis bis 2021 zu verlängern.

16. September 2015

Beitrag zur Willkommenskultur: BUND Schmalkalden-Meiningen lädt Flüchtlinge ein

Erfurt/Meiningen. Flüchtlinge im Kreis Schmalkalden-Meiningen sollen sich schneller in Thüringen zu Hause fühlen. Die BUND-Kreisgruppe hat deshalb mit einer mehrsprachigen Veranstaltungsbroschüre zu ihren Veranstaltungen für 2015 eingeladen.

„Zu unserem SommerWaldCamp waren durch private Kontakte bereits zwei afghanische Flüchtlingskinder dabei. Sie konnten spielerisch die Natur entdecken und auch gleich Freundschaften schließen. Alle waren so begeistert, dass wir beschlossen haben, Flüchtlinge aktiv zu unseren Veranstaltungen einzuladen. Das ist unser kleiner Beitrag zur Willkommenskultur“, erzählt Birgit Henkel, die seit vielen Jahren die Naturerlebnistage für Kinder organisiert. „Wir haben mit Talal Al Lujami, Mais Jahwar und der jungen afghanischen Germanistin Aatefa Ghafarie unsere Broschüre auf Arabisch, Persisch und Englisch übersetzt. Auch viele Gäste unserer bisherigen Veranstaltungen haben ihre Hilfe angeboten.“

Für Flüchtlinge sind die Veranstaltungen des BUND Schmalkalden-Meiningen kostenlos. Auch Fahrgemeinschaften werden organisiert. Alle Informationen finden sich in der vom Grafiker Dietrich Ziebart liebevoll gestalteten Broschüre „Entdecken – Erleben – Mitmachen“. Über zweihundert Hefte wurden von BUND, Volkshochschule, Caritas und das Landratsamt verteilt. Der Dank des Umweltverbands gilt auch dem Thüringer Ministerium für Migration, Justiz und Verbraucherschutz, das den Druck des Hefts unterstützte.

Eine der Flüchtlingsfamilien, die bereits mit dem BUND Schmalkalden-Meiningen näher in Kontakt gekommen ist, ist Familie Rahini aus Afghanistan. Sie ist seit Juni in Deutschland und fühlt sich in Meiningen endlich wieder sicher und, dank der Kontakte mit dem BUND, schon ein wenig zu Hause. Ihre Kinder, die achtjährige Rugia und die neunjährige Omolbanin tobten beim SommerWaldCamp durch das Laub oder beobachteten Käfer unter der Becherlupe. Und gemeinsam geht auch da Deutsch-Lernen besser voran.

Fotos (frei nutzbar zur Berichterstattung unter Nennung der Quelle):
1. Jan Stengel: BUND Wald-Camp Juli 2015, Rugia und Omolbanin zu Gast
2. Dietrich Ziebart: Willkommens-Broschüre des BUND Schmalkalden-Meiningen (Titelblatt)

Kalender als PDF-Datei ansehen (3,8 MB).

3. September 2015

Was(s)erleben im Grünen Band – Lebendige Werra

Gerstungen/Nürnberg. Das Grüne Band, der ehemalige innerdeutsche Grenzstreifen, mit 1.393 Kilometern ist nicht nur Deutschlands längster zusammenhängender Biotopverbund, sondern auch lebendiges Mahnmal der deutschen Zeitgeschichte. Um die Erinnerung aufrecht zu erhalten und gleichzeitig die junge Generation auf aktuelle Umweltprobleme aufmerksam zu machen, veranstaltet der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) am Donnerstag, dem 3. September 2015, einen Projekttag für die Schüler der neunten Klassen der Gymnasien Bad Salzungen und Kaltensundheim. Die Werra bildete über 10 km die ehemalige innerdeutsche Grenze. Nach einer Besichtigung des grenzüberschreitenden Naturschutzgebietes „Dankmarshäuser-/Obersuhler Rhäden“ bestimmen die Schüler unter dem Motto „Was(s)erleben im Grünen Band – Lebendige Werra“ die Gewässergüte der Werra und gehen ausgestattet mit Sieben, Lupen und Pinzetten der Artenzusammensetzung der Kleinlebewesen auf den Grund.

Fokus der Veranstaltung wird die Versalzung der Werra sein, denn bis heute gilt der Fluss als der salzigste Europas. Trotz der Europäischen Wasser-Rahmenrichtlinie, die vorgibt bis 2015 eine gute ökologische Qualität für Flüsse zu erreichen, ist es der Kali-Industrie noch immer erlaubt, ihre umweltschädlichen, salzhaltigen Abwässer in die Werra einzuleiten. „Der Salzgehalt der Werra erreicht Höchstwerte von bis zu 2.500 mg pro Liter, was für viele Organismen tödlich ist. Wo natürlicherweise 50-60 Arten von Kleinlebewesen vorkommen, dominiert in der Werra nur noch eine einzige Art, der Brackwasser-Flohkrebs. Auch Fische sind gefährdet. Zahlreiche Arten, wie Steinbeißer, Fluss- und Meerneunauge sind hier bereits ausgestorben.“ sagt Thomas Wey vom BUND Schmalkalden-Meiningen, Koordinator des Projektes „Lebendige Werra“, das von BUND, NABU und der Deutschen Umwelthilfe im Jahr 2000 aus der Taufe gehoben wurde.

 „Bereits seit über 25 Jahren engagiert sich der BUND für den Erhalt des Grünen Bandes. Daher sind wir sehr erfreut im Rahmen des Projektes „Was(s)erleben im Biotopverbund Grünes Band“ neben des heute stattfindenden Schulprojekttags erstmals bundesweite Datenanalysen über den Zustand der Gewässer im Grünen Band und das Vorkommen seltener und gefährdeter Arten durchzuführen. Die Ergebnisse werden relevanten Akteuren zur Verfügung gestellt. Dies ist ein wichtiger Schritt für eine naturschutzfachlich sinnvolle Gewässerunterhaltung.“, so Daniela Leitzbach, Projektkoordinatorin im BUND Projektbüro Grünes Band.

Das Projekt „Was(s)erleben im Biotopverbund Grünes Band“ wird vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gefördert.

31. August 2015

Todesgefahr für Greifvögel und Eulen, Hamster und Haustiere - BUND Thüringen verurteilt Einsatz von verbotenem Mäusegift

Erfurt. Der BUND verurteilt die Erlaubnis zum offenen Ausstreuen des Mäusegiftes Chlorphacinon auf landwirtschaftlichen Flächen. Die Anwendung des auch für Vögel und alle Säugetiere einschließlich des Menschen lebensgefährlichen Wirkstoffs wurde vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) zum 1. September genehmigt.

„Das BVL muss die Sonderzulassung für das Mäusegift sofort zurückziehen“, fordert der Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen, Dr. Burkhard Vogel. „Das Gift Chlorphacinon ist seit Jahren in der gesamten EU wegen der Gefahren für Tiere und den Naturhaushalt verboten.“

Nach Angaben des BUND sei nicht zu verhindern, dass bei der offenen Ausbringung des Wirkstoffes nicht nur Feldmäuse sondern auch geschützte Tierarten wie Feldhamster oder Greifvögel vergiftet werden. Feldhamster nähmen das Ködergranulat unmittelbar als Nahrung auf. Greifvögel wie der Rotmilan vergifteten sich indirekt, wenn sie vergiftete Feldmäuse erbeuten.

Bereits die Zustimmung der Behörden zur Anwendung der Giftköder auf Hamsterflächen oder auf Flächen, welche Greifvögel zur Nahrungssuche nutzen, führt nach Einschätzung des BUND zu einem Verstoß gegen artenschutzrechtliche Bestimmungen des Bundesnaturschutzgesetzes und gegen europäisches Naturschutzrecht.

Wie der BUND weiter mitteilte, ist der Wirkstoff Chlorphacinon in der EU seit 2007 wegen seiner hohen Toxizität verboten. Wegen des hohen Feldmausaufkommens haben aber die Bundesländer Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen eine sog. Notfallzulassung beim BVL beantragt. Bereits in den Jahren 2012 und 2013 sei vom BVL eine Notfallzulassung für den Wirkstoff erteilt worden.

„Offenbar wird der Notfall zum Regelfall“, sagte Vogel. „Es ist fraglich, ob die wiederholte Anwendung einer Ausnahmeregelung zur Bekämpfung regelmäßig wiederkehrender hoher Feldmausdichten gesetzlich überhaupt zulässig ist.“

Der BUND verweist darauf, dass mechanische Maßnahmen zur Bekämpfung hoher Feldmausdichten mit Pflug oder Grubber auch nach Angaben landwirtschaftlicher Fachbehörden Wirkungsgrade von rund 80% erzielen. „Das Streuen von für Tiere und Menschen lebensgefährlichen Giftgranulats auf landwirtschaftlichen Flächen ist nicht zu verantworten“, sagte Vogel.

17. Juli 2015

Erweiterung Salzhalde bei Hattorf erzeugt neue Ewigkeitslasten - BUND: Vorhaben von K+S Kali ist nicht genehmigungsfähig

Frankfurt/Erfurt. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) lehnt die Erweiterung der Salzhalde Hattorf von K+S im Hessisch-Thüringischen Grenzgebiet ab. Die Gründe für die Ablehnung haben die BUND Landesverbände Hessen und Thüringen in einer gemeinsamen Einwendung dargelegt.

BUND Vorstandsmitglied Jörg Nitsch: „Salzhalden sind Ewigkeitslasten, die über mehr als tausend Jahre die Gewässer verunreinigen. Mit der geplanten Erweiterung würden die Belastungen aus der Salzhalde Hattorf noch einmal deutlich um über 30 % steigen. Das ist für uns völlig indiskutabel.“
„Wieder einmal zeigt K+S, dass die Interessen nachfolgender Generationen in der Firmenphilosophie des Unternehmens keinen Platz haben‘“, sagte Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. „Die Aufhaldung der selbst produzierten Abfälle ist für das Unternehmen die billigste Lösung. Um die Einhaltung von Umweltbelangen zu umgehen, setzt das Unternehmen seine Salamitaktik fort. Wie bereits bei der Laugenverpressung wird auch die Genehmigung der Haldenerweiterung scheibchenweise beantragt“.

Der BUND rechnet mit einem Entsorgungsengpass für K+S. Nach den Unternehmensangaben reicht die bisher genehmigte Haldenkapazität nur noch bis 2016. Die Genehmigung der Haldenerweiterung innerhalb eines Jahres ist für den BUND wegen der eklatanten Mängel der eingereichten Unterlagen nicht vorstellbar. Die Vermeidbarkeit der Haldenerweiterung durch Versatz der Salzabfälle unter Tage sei nicht ausreichend geprüft worden. Die Planung enthalte auch keine abschließenden Aussagen zur Begrünung der Halde, mit der die Salzfracht im Haldenabwasser reduziert werden soll. In der Beantragung der Haldenerweiterung als eigenständiges Vorhaben sieht der BUND einen Verfahrensfehler, der die Genehmigung des Vorhabens grundsätzlich ausschließt. Ebenso problematisch ist der fehlende Entsorgungsnachweis für die salzhaltigen Abwässer ab dem Jahr 2020.

Nach Angaben des BUND hat die K+S Kali GmbH die Erweiterung der Salzhalde am Standort Hattorf beantragt. Die neue Halde mit einer Grundfläche von 72 ha und einer Höhe von bis zu 180 m soll ein Gesamtvolumen von mehr als 100 Mio Kubikmetern haben. Nach Einschätzung des BUND handelt es sich dabei genehmigungsrechtlich nicht um ein eigenständiges Vorhaben sondern um eine wesentliche Erweiterung der bereits bestehenden Halde. Hierfür sei nicht nur eine Genehmigung beim Regierungspräsidium Kassel sondern auch beim Thüringer Landesbergamt zu beantragen. Dabei sei bereits aus den Unterlagen ersichtlich, dass die beantragte Erweiterung nicht ausreiche, die Rückstände aus dem Kali-Bergbau auf zu nehmen. Das Unternehmen gehe von einer künftigen nochmaligen Erweiterung der Halde aus. Dennoch fehle eine Gesamtbetrachtung zur Entsorgung der aus dem Bergbau zu erwartenden Festabfälle.

Weiterhin kritisiert der BUND den fehlenden Nachweis für eine umweltverträgliche Entsorgung der anfallenden Haldenabwässer. Mit bis zu 770.000 m3 Lauge pro Jahr sei zu rechnen. Mit dem Verweis auf den sog. Vier-Phasen-Plan bleibe das Unternehmen den Nachweis der umweltgerechten Entsorgung der Salzabwässer schuldig. Als politische Absichtserklärung zwischen dem Land Hessen und dem Unternehmen K+S sei der Vier-Phasen-Plan genehmigungsrechtlich keine prüffähige Unterlage. Darüber hinaus verstoße der Plan gegen das Verschlechterungsverbot  der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Daher komme er als genehmigungsfähige Entsorgungsmöglichkeit für die Salzlauge nicht in Frage.

16. Juli 2015

100.000ter Besucher im Wildkatzendorf Hütscheroda - BUND Thüringen: Erfolgreiche Bilanz des Leuchtturmprojektes am Hainich

Erfurt/Hütscheroda. Das Wildkatzendorf Hütscheroda hat heute den 100.000ten Besucher begrüßt. Für den BUND Thüringen ist der ungebrochene Besucherzustrom Beleg für den Erfolg dieses Leuchtturmprojektes am Nationalpark Hainich.

„Dass wir bereits gut drei Jahre nach Eröffnung den 100.000 Besucher im Wildkatzendorf Hütscheroda begrüßen dürfen, ist ein großer Erfolg“, freut sich Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. „Es zeigt, dass sich das Wildkatzendorf Hütscheroda zu einem Leuchtturmprojekt der Welterberegion Wartburg-Hainich entwickelt hat, welches weit über die Region hinaus strahlt“.

Nach Angaben von Vogel lockt das Wildkatzendorf Hütscheroda nicht nur Besucher aus Thüringen sondern aus dem gesamten Bundesgebiet in die Hainichregion. Auch Gäste aus dem Ausland und Fachexkursionen internationaler Experten würden im Wildkatzendorf regelmäßig begrüßt. Darüber hinaus habe sich das Wildkatzendorf Hütscheroda zunehmend als attraktiver Lernort in der Natur entwickelt. Alleine im Rahmen des Projektes „Wildkatzenforscher“ des BUND Thüringen haben nur im ersten Halbjahr diesen Jahres bereits über 1.500 Schülerinnen und Schüler das Wildkatzendorf Hütscheroda besucht. Die Faszination der Wildkatze und die Möglichkeit, ihre Lebensräume hautnah selbst im direkt angrenzenden Nationalpark Hainich erkunden zu können, gehörten zum Geheimnis des Erfolges dieser Einrichtung.

Vogel dankte der Gemeinde Hörselberg-Hainich, der Verwaltungsgemeinschaft Mihla und der Gesellschaft zur Entwicklung des Nationalpark Hainich, welche sich gemeinsam mit dem BUND Thüringen auf das Wagnis eingelassen hatten und 2012 das Wildkatzendorf Hütscheroda eröffnet hatten. In unmittelbarer Nähe zu Deutschlands erstem Wildkatzenkorridor sollte ein Zentrum geschaffen werden, um Ziele des bundesweiten Projektes „Rettungsnetz“ Wildkatze zu präsentieren. Nur durch den Vertrauensvorschuss in der Region und die gute Zusammenarbeit sei die erfolgreiche Entwicklung möglich geworden.

Ausdrücklich dankte Vogel auch der Verwaltung des Nationalpark Hainich für die verlässliche Unterstützung. Mit der Einrichtung des Wildkatzenschleichpfades habe der Nationalpark die Umgebung des Wildkatzendorfes Hütscheroda in diesem Jahr um eine großartige Attraktion bereichert.

„Das Wildkatzendorf Hütscheroda ist ein Ort, in dem sich Mensch und Wildkatze begegnen, um eine Allianz zum Schutz der Natur und zur Wiedervernetzung bedrohter Lebensräume zu knüpfen. Gleichzeitig ist das Wildkatzendorf Hütscheroda ein Ort, der zeigt, wie Naturschutz zum Motor der Regionalentwicklung wird“, sagte Vogel.

7. Juli 2015

Mehr Naturschutz im Wald – BUND fordert zügige Umstellung der Bewirtschaftung in Thüringens Staatswalds auf Kriterien des FSC

Erfurt/Untermaßfeld. Der BUND erwartet durch die Bewirtschaftung von Thüringens Wäldern nach dem weltweit anerkannten Gütesiegel FSC eine deutliche Verbesserung der ökologischen Vielfalt und des langfristigen ökonomischen Wertes der Wälder. Er fordert die Landesregierung auf, die im Koalitionsvertrag vereinbarte FSC-Zertifizierung des Staatswaldes zügig um zu setzen.

„Wälder, die nach den Kriterien des FSC bewirtschaftet werden, sind arten- und strukturreicher, werden schonender genutzt und setzen die Ziele Nachhaltiger Forstwirtschaft glaubwürdig und transparent um“, sagte Prof. Dr. Hubert Weiger anlässlich einer Begehung des Gemeindewaldes Untermaßfeld, der bereits seit über 10 Jahren FSC-zertifiziert ist. „Mit der FSC-Zertifizierung kann die Landesregierung beweisen, dass sie den Staatswald in Thüringen in Zukunft sozial und ökologisch vorbildhaft bewirtschaften lässt.“

Mit der FSC-Zertifizierung werde nach Angaben des BUND dem Wunsch nach mehr BürgerInnen-Beteiligung auch im Wald mehr Rechnung getragen. So sehe der gesellschaftlich ausgehandelte deutsche FSC- Standard vor, bei der Holzernte den Waldboden besonders zu schonen, wieder vermehrt heimische Baumarten zu etablieren, ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Wald und Wild zu schaffen und zur Bereicherung der Tier- und Pflanzenwelt rund zehn Biotopbäume pro Hektar im Wald zu belassen. Kahlschläge und Chemie sind in FSC-Wäldern grundsätzlich nicht erlaubt. Die Wälder speichern mehr Kohlenstoff und 5 Prozent der Fläche werden für Naturschutz, als Lern- und Vergleichsflächen sowie für die natürliche Anpassungsdynamik der Wälder aus der forstlichen Nutzung genommen. Die Kosten für die Zertifizierung schätzt der BUND auf etwa zehn bis zwanzig Cent pro Hektar. Das wären etwa 40.000 Euro für den gesamten Staatswald. Wie Erfahrungen zeigten, amortisieren sich diese Kosten bereits nach kurzer Zeit durch eine gezielte Vermarktung von FSC-Holz.

„Eine ökologische, extensivere Nutzung des kostbaren Rohstoffs Holz sowie der Vorrang für die Natur auf einer Teilfläche sind kein Luxus, sondern Daseinsvorsorge für heutige und zukünftige Generationen“, sagte Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. „Deshalb wird es höchste Zeit, dass ausgerechnet das Bundesland, in dem die Wiege nachhaltiger Forstwirtschaft stand, dem Beispiel anderer Bundesländer folgt und den Koalitionsbeschluss zur FSC-Zertifizierung des Staatswaldes zügig umsetzt.“

23. Juni 2015

Deutscher Bauerntag: BUND Thüringen fordert Landwirte zum Systemwechsel auf

Erfurt. Zum Deutschen Bauerntag fordert der BUND Thüringen die Landwirte zum Systemwechsel im Agrarbereich auf. Die Fördergelder aus der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU müssten für Umwelt-, Tier- und Verbraucherschutz eingesetzt werden.

„Landwirte setzen noch viel zu oft auf Profit durch Ausbeutung von Tieren und Natur. Immer noch ist es lukrativer, Gewässer mit Nitrat, Lebensmittel und Böden mit Pestiziden zu belasten, statt auf artgerechte und umweltschonende Produktion zu setzen“, stellt Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen, fest. „Wenn 50 Millionen Euro Fördergelder in die Landwirtschaft fließen, dann muss daraus auch ein öffentlicher Mehrwert entstehen. Wir setzen hier auch auf die bäuerliche Landwirtschaft als Partner. Nötig ist eine Reform der Fördergelder, die den Systemwechsel in der Landwirtschaft unterstützt.“

Die bisher von der Förderung profitierende industrielle Landwirtschaft mit Massentierhaltung, Monokulturen und Chemieeinsatz habe die Natur stark geschädigt. Seit 1980 habe sich die Zahl der Feldvögel in der Agrarlandschaft in Europa um 44% reduziert. Auch ehemals häufige Arten wie Feldsperling oder Kiebitz erlebten starke Verluste. In Thüringen verfehlten über 95% der Gewässer den guten ökologischen Zustand – oft durch Einträge aus der Landwirtschaft.

„Wir wollen den Systemwechsel in der Landwirtschaft. Mit artenreichen Kulturlandschaften und guten Haltungsbedingungen für Nutztiere. Tierwohl bedeutet, dass alle Tiere auf einem Hof selbstständig Zugang in freies Gelände haben und dort im Erdboden wühlen können“, so Hoffmann abschließend.

17. Juni 2015

BUND Thüringen und BI Diamantene Aue gewinnen Berufungsverfahren - Schweinemastanlage Oldisleben darf nicht gebaut werden

Foto meinelandwirtschaft.de/GoodFoodGoodFarming

Erfurt/Weimar. Der BUND Thüringen hat auch in zweiter Instanz die Klage gegen eine geplante Schweinefabrik in Oldisleben gewonnen. Zwei Wochen nach der Berufungsverhandlung hat heute das Thüringer Oberverwaltungsgericht Weimar geurteilt, dass die Genehmigung für den Bau der Mastanlage erloschen sei. Damit hat das Urteil der ersten Instanz weiter Bestand.

„Die industrielle Massentierhaltung darf keine Chance mehr haben“, sagte Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen. „Deshalb begrüßen wir die Entscheidung des OVG Weimar und fordern den Investor auf, seine Pläne für eine Schweinefabrik endgültig zurück zu ziehen. Nicht die Interessen der „Billig-Fleisch“-Industrie sondern die der Verbraucher, der Tiere und der Umwelt müssen in Zukunft bei der Tierhaltung in Thüringen maßgebend sein. Der Zugang für alle Tiere zu frischer Außenluft und zu natürlichen Böden muss Standard für die Tierhaltung in Thüringen werden.“

Die Richter urteilten, dass die Genehmigung für die Anlage erloschen sei. Die vom Investor vorgenommenen Abrissabreiten auf dem Gelände reichten nicht als substantieller Baubeginn aus. Danach sei keine Verlängerung beantragt worden und die Genehmigung damit bereits im Mai 2014 erloschen.

 „Ich freue mich über die Entscheidung des OVG Thüringen vor allem auch für die Bürgerinnen und Bürger von Oldisleben und Umgebung. Nur dem lang anhaltenden Widerstand der Bürgerinitiative sowie ihrem personellen und finanziellen Engagement ist es zu verdanken, dass dieses Verfahren, jedenfalls bis jetzt, so gut für den Natur- und Tierschutz ausgegangen ist. Ohne ein solches bürgerschaftliches Engagement wären die Umweltverbände nicht in der Lage, derartige Verfahren zu führen. Antragsteller derart großer Anlagen, in denen die Tiere unter für uns nicht akzeptablen Bedingungen gehalten werden, sollten diese Entscheidung als Warnung verstehen. Die Zeit der großen Mastanlagen ist vorbei“, so Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen.


Hintergrundinformationen:


Die Bürgerinitiative „Diamantene Aue“: Bildete sich, als der Antrag zum Bau einer Schweinemastanlage in Oldisleben durch den Gemeinderat befürwortet wurde. Von Beginn an konnte die Bürgerinitiative auf die Unterstützung des BUND Thüringen, des NABU Thüringen, des Deutschen Tierschutzbunds, der Stadt Bad Frankenhausen und der Reha-Klinik Bad Frankenhausen sowie durchhaltewilliger Spender bauen.

Bisheriges Verfahren: Die Anlage, in der mehr als 8500 Mastschweine in engen Buchen auf Spaltböden stehen sollten, wurde vom Thüringer Landesverwaltungsamt im Mai 2010 genehmigt. Im Vorfeld waren bei der Behörde mehr als 1300 Einwendungen von Anwohnern, Umwelt- und Tierschützern eingegangen. Das Amt führte keine ausreichende Prüfung durch, ob die Anlage mit dem angrenzenden europäischen Schutzgebiet verträglich ist. Der BUND Thüringen hatte in erster Instanz nachgewiesen, dass es im FFH-Gebiet „Esperstedter Ried“ zu Stickstoffeinträgen kommen würde, die zu einer Beschädigung der empfindlichen Salzpflanzenflora führt. Das Verwaltungsgericht hatte deshalb die Genehmigung für ungültig erklärt.

Die Entscheidungsgründe des Gerichts: In der Berufungsverhandlung sah das Oberverwaltungsgericht die bisherigen Tätigkeiten des Investors als nicht ausreichend an, mit einer fristgerechten Bautätigkeit begonnen zu haben. Damit sei die Genehmigung erloschen und die Berufung unzulässig.
Das Urteil der ersten Instanz gilt somit weiter.
Die Pressemitteilung des OVG Weimar finden Sie auf thovg.thueringen.de

Fortgang des Verfahrens: Das schriftliche Urteil wird erst in einigen Wochen zugestellt. Die unterlegene Behörde, das Landesverwaltungsamt Thüringen, sowie der Genehmigungsinhaber haben die Möglichkeit, gegen die Entscheidung in Revision zu gehen. Ob der Streit in die abschließende Runde geht, hängt nun von der Behörde und dem Betreiber der Anlage ab.

11. Mai 2015

Laugenverpressung: BUND und Angelverband VANT stellen Strafanzeige gegen K+S-Vorstand und RP Kassel

Foto: Stephan Gunkel/BUND

Erfurt/Suhl. Der BUND Thüringen und der Angelverband VANT haben Strafanzeige wegen der Verpressung von Kalilauge gegen Vertreter des K+S Konzerns und des Regierungspräsidiums Kassel gestellt. Nach Angaben der Verbände bestehe der Verdacht einer Straftat wegen Gewässerverunreinigung.

„Wir befürchten, dass die Laugenverpressung längst zu irreparablen Schäden in Grund- und Trinkwasservorkommen geführt hat“, sagte Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. „Die Fortsetzung der Versenkung ist nicht mehr zu verantworten.“

Nach Angaben des BUND Thüringen bricht an vielen Stellen Salzabwasser und durch die Verpressung verdrängtes salzhaltiges Formationswasser aus dem Untergrund bis in oberflächennahe Grundwasserköper durch. Die K+S Kali GmbH gebe selbst im Rahmen der Eigenüberwachung der Salzabwasserversenkung 56 Messstellen an, welche eine Beeinträchtigung des Grundwassers durch Salzabwässer zeigten. Im aktuellen Genehmigungszeitraum seien schätzungsweise 11 Millionen Kubikmeter Salzabwasser in den Buntsandstein gelangt.

„Wenn die zuständigen Behörden des Regierungspräsidiums Kassel die Versenkung nicht stoppen, müssen wir eben die Staatsanwaltschaften einschalten“, erklärte Reinhard Karol, Präsident des Verbandes für Angeln und Naturschutz Thüringen (VANT). Karol verwies darauf, dass die bisherige Versenkerlaubnis an die Auflage gebunden war, mit einem sog. 3-D-Grundwassermodell die Unbedenklichkeit der Salzabwasserverpressung für Grund- und Trinkwasser nachzuweisen.

Obwohl nach übereinstimmender Einschätzung des Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie (HLUG) und der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) der Nachweis der Unbedenklichkeit der Versenkung bis heute nicht vorliegt, habe das Regierungspräsidium Kassel die Versenkerlaubnis nicht widerrufen.

BUND Thüringen und VANT haben gemeinsam Strafanzeige wegen des Verdachtes einer Straftat wegen Gewässerverunreinigung gemäß § 342 StGB bei den Staatsanwaltschaften in Meiningen und Kassel erstattet.

7. Mai 2015

Fracking ist klimaschädlich und gefährdet Wasserressourcen - BUND-Thüringen fordert von Landesregierung Zustimmung zum Verbotsantrag im Bundesrat

Erfurt. Der BUND Thüringen hat die Landesregierung aufgefordert, sich der Mehrheit der Umweltminister der Länder anzuschließen und am Freitag im Bundesrat für ein generelles Verbot der umstrittenen Fracking-Technologie zu stimmen. Es reiche nicht, Fracking lediglich in bestimmten Gebieten auszuschließen.
    
„Die Mehrheit der Umweltminister der Bundesländer hat sich für ein umfassendes Fracking-Verbot ausgesprochen. In Thüringen haben die Regierungsparteien im Koalitionsvertrag vereinbart, die Anwendung dieser Hochrisikotechnologie auszuschließen. Jetzt muss Ministerpräsident Bodo Ramelow am Freitag dem Umwelt- und Klimaschutz Vorrang einräumen und im Bundesrat für ein Verbot der Hochrisikotechnologie Fracking stimmen. Fracking kann Erdbeben auslösen, die eingesetzten Flüssigkeiten können Böden und Gewässer verunreinigen, das Verfahren schadet den Klimaschutzzielen. Es gibt keinen Grund, bei uns in Thüringen oder anderswo in Deutschland zu fracken“, sagte Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen. Das geplante Fracking-Gesetzespaket räume außerdem direkt Betroffenen bzw. Anwohnern keine ausreichenden Mitsprachemöglichkeiten ein.
 
Die von der Bundesregierung geplante Gesetzgebung würde Fracking in großem Stil ermöglichen, befürchtet Hoffmann. „Das ist inakzeptabel. Die Anwendung der Fracking-Technologie zur Gewinnung von Erdgas oder Erdöl aus tiefen Erdschichten birgt hohe ökologische Risiken, ist klimapolitisch kontraproduktiv und verzögert die Energiewende. Es gibt viele Gründe, warum sie verboten werden muss“, sagte Hoffmann.

Die Energiewende könne nur gelingen, wenn konsequent auf erneuerbare Energien umgestiegen werde. Der Ausstieg aus fossilen Energiequellen und mehr Energieeffizienz müssten im Klimaschutzjahr 2015 entschlossen vorangebracht werden. „Im Vorfeld der in Paris im Spätherbst stattfindenden Weltklima-Konferenz würde ein Fracking-Erlaubnis-Gesetz der Glaubwürdigkeit der deutschen Klimapolitik großen Schaden zufügen“, so Hoffmann.

Den Brief des BUND Thüringen an Bodo Ramelow finden Sie im Internet unter: www.bund-thueringen.de/fracking 

25. April 2015

BUND Thüringen feiert 25 Jahre Ökologische Opposition - Landesversammlung spricht sich gegen TTIP aus

Erfurt. Der BUND Thüringen blickt auf 25 Jahre Ökologische Opposition zurück. Bei der Jubiläumsveranstaltung in der Erfurter Fachhochschule zog der Umweltverband gemeinsam mit Mitgliedern und Gästen eine stolze Bilanz ehrenamtlichen Engagements für Umwelt und Naturschutz in Thüringen.

„Wir haben das Grüne Band gerettet, Naturschutzgebiete und einen Nationalpark mit angeschoben und der Wildkatze einen Weg in neue Lebensräume geschaffen. Tausende Ehrenamtliche haben sich in große und kleine Bauplanungen vertieft. Sie haben Bäume gepflanzt und Biotope gepflegt. Mit Infostände, Aktionen und Demonstrationen machte der BUND Thüringen auf Umweltzerstörung, Klimawandel und die Gefährdung heimischer Arten und Landschaften aufmerksam“, blickt Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen zurück.

Die Versammlung der Thüringer BUND-Mitglieder rief dazu auf, nach den naturverschlingenden Großprojekten der 90er Jahre, jetzt die Gefahren geplanter Freihandelsabkommen wie TTIP und CETA in den Blick zu nehmen. „Diese Erde hat nur begrenzte Rohstoffe und man will uns mit dem Argument weiteren Wachstums die Katze im Sack verkaufen. Was wirklich drin steckt sind aber Demokratie-Abbau, Beschneidung der Bürgerbeteiligung und Deregulierung auf Kosten von Umwelt, Verbraucherschutz und Kultur.“ Der BUND Thüringen forderte deshalb die Landesregierung auf, sich gegen die Freihandelsabkommen TTIP und CETA einzusetzen.

Ron Hoffmann bedankte sich bei den Menschen, die am 18. Mai 1990 in den Räumen der Pädagogischen Hochschule in Erfurt den BUND Thüringen gründeten. Neben der Aufarbeitung der DDR-Umweltsünden stand von Beginn an das Ziel, eine ökologisch nachhaltige Entwicklung in ganz Deutschland einzuleiten.

Nicht immer seien die Forderungen des BUND Thüringen erfüllt worden. Die Auseinandersetzung gegen landschaftszerstörende Großprojekte wie die Thüringer Waldautobahn und die ICE-Trasse habe man verloren. Auch gegen das Pumpspeicherwerk Goldisthal und die Talsperre Leibis habe man sich erfolglos zur Wehr gesetzt. Dafür habe sich die Luft- und Wasserqualität in Thüringen seit der Wende oft spürbar verbessert. Die Sensibilität gegenüber industrieller Massentierhaltung sei gestiegen und der Einsatz der Gentechnik in der Landwirtschaft wurde bisher erfolgreich verhindert.

Die Landesregierung fordert der BUND Thüringen auf, die ökologischen Versprechen des Koalitionsvertrags zügig umzusetzen. „Wir werden die Landesregierung an ihren eigenen Zielen messen und auch in Zukunft die Ökologische Opposition in Thüringen sein“, kündigte Hofmann an.


Hier finden Sie den Leitantrag der Landesversammlung 2015.
Hier finden Sie den Jahresbericht 2014.

13. April 2015

Naturstiftung David und BUND Thüringen trauern um Heidrun Heidecke

Erfurt. Die Vorsitzende des Kuratoriums der Naturstiftung David, Dr. Heidrun Heidecke, ist am 10. April 2015 im Alter von 60 Jahren plötzlich und unerwartet gestorben. Die studierte Pädagogin, promovierte Planungsrechtlerin und ehemalige Umweltministerin des Landes Sachsen-Anhalt wurde nach der Gründung der Naturstiftung David im Jahr 1999 zur Vorsitzenden des Stiftungsbeirates (Kuratorium) gewählt. Dieses Ehrenamt hatte sie bis zu ihrem Tode inne. Über viele Jahre engagierte sich die leidenschaftliche Naturschützerin Heidrun Heidecke außerdem beim BUND in verschiedenen Funktionen, u.a. auch als Mitglied des Bundesvorstandes.

„Wir verlieren mit Heidrun Heidecke einen zupackenden, herzlichen und pragmatisch denkenden Menschen. Sie hat als Vorsitzende des Kuratoriums die Naturstiftung David von der ersten Stunde an immer eng begleitet und unterstützt – vor allem bei der langfristigen Sicherung großer Naturschutzflächen. Ihr gleichzeitiges Engagement für den Naturschutz auf Bundesebene wie auch konkret vor Ort ist Vorbild für unsere Stiftungsarbeit. Wir werden Heidrun Heidecke nicht vergessen“, so Michael Zschiesche, Präsident der Naturstiftung David.

Ron Hoffmann, Vorsitzender des BUND Thüringen, würdigt die Leistungen Heidrun Heideckes für den BUND und für den Naturschutz in Deutschland: „Heidrun Heidecke hat die Naturschutzpolitik des BUND über viele Jahre geprägt. Auch der BUND Thüringen hat von diesem Engagement stark profitiert – so beim bundesweiten Wildkatzenprojekt und bei der Sicherung des Nationalen Naturerbes.“

Michael Zschiesche und Ron Hoffmann verweisen darauf, dass die Entwicklung des ehemaligen Tagebaus Goitzsche bei Bitterfeld zu einem großen naturnahen Wildnisgebiet seit vielen Jahren Herzensangelegenheit von Heidrun Heidecke war. Der BUND und die Naturstiftung David werden dieses Projekt in Erinnerung an Heidrun Heidecke auch zukünftig umfassend unterstützen.

31. März 2015

K+S: Bleibt es beim „Vier-Phasen-Plan“ zur Salzwasserentsorgung?

Viele offene Fragen nach der Einigung der Bundesländer auf den Bewirtschaftungsplan „Salz“ für Werra und Weser

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat seiner heutigen Pressekonferenz die Einigung der Bundesländer vom Februar diesen Jahres zur Lösung der Abwasserprobleme aus dem Kalibergbau als völlig unzureichend kritisiert. „Ohne deutliche Nachbesserungen am Bewirtschaftungsplan ‚Salz‘ wird die Versenkung der Kalilauge fortgesetzt, die Oberweser-Pipeline gebaut und das Haldenwachstum geht weiter“, befürchtet der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. Der BUND bezweifelt, dass die EU-Kommission ihr Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland auf der Basis der jetzigen Planungen einstellen wird.

Nach einer ersten Bewertung kommt der BUND zu dem Ergebnis, dass Hessen sich gegen die übrigen Anrainer an Werra und Weser durchgesetzt hat und den Vier-Phasen-Plan umsetzen wird. Hubert Weiger: „Die Länderregierungen müssen der Bevölkerung reinen Wein einschenken. Wir können nicht erkennen, wie die Nachbarländer mit der vorliegenden Vereinbarung den Vier-Phasen-Plan stoppen und die Fortsetzung der rücksichtslosen Abbautechnik von K+S, die die Umwelt auf Jahrtausende belastet, stoppen wollen.“

In einer umfangreichen Stellungnahme begründet der BUND, warum der so genannte Vier-Phasen-Plan, den die Hessische Umweltministerin Priska Hinz (Bündnis 90/Die Grünen) zusammen mit dem Vorstandsvorsitzenden Norbert Steiner von K+S entwickelt und am 29.09.2014 der Öffentlichkeit vorgestellt hat, die Problematik des Salzabwässer aus dem Kalibergbau nicht lösen kann. Einer der Hauptkritikpunkte des BUND am Vier-Phasen-Plan betrifft die im Plan vorgesehene Verlängerung der Versenkung salzhaltiger Abwässer bis 2021. „Die Versenkung über das Jahr 2015 hinaus wäre eine umweltpolitische Provokation, die der BUND nicht hinnehmen würde“, formuliert Weiger die Haltung seines Verbandes. Bereits der längst geführte Nachweis, dass die jahrelange Versenkung zu einer großräumigen erheblichen Beeinträchtigung des Grundwassers führt, verbietet jegliche Fortsetzung dieser Art der Entsorgung. Für Weiger ist die Gefährdung des Trinkwassers, unseres Lebensmittels Nr. 1, ein Skandal. Das Land Hessen müsse die Versenkung sofort stoppen. Es sei ein politisches Possenspiel, wenn die Hessische Umweltministerin sich in dieser wichtigen Frage hinter der formalen Genehmigungszuständigkeit des an ihre Weisungen gebundenen Regierungspräsidiums Kassel versteckt.

Der Bewirtschaftungsplanentwurf für das Flussgebiet Weser, der nach der Einigung der Bundesländer mit großer zeitlicher Verzögerung im letzten Monat endlich vorgelegte wurde, zeigt gravierende Widersprüche zu den bisherigen Positionen von Thüringen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen auf.

Widersprüchlich sind z. B. die Aussagen der Umweltministerinnen von Hessen und Thüringen zur Fortsetzung der Versenkung. Denn während die Hessische Umweltministerin laut ihrer Pressemitteilung vom 17.03.2015 „nach wie vor der Auffassung“ ist, „dass die realistischste Perspektive in einer mittelfristigen Lösung besteht, wie sie der Vier-Phasen-Plan vorsieht“ und an ihrem Plan zur Verlängerung der Versenkung bis 2021 festhält, teilt ihre Kollegin aus Thüringen am selben Tag mit, dass der gemeinsame Bewirtschaftungsplan der Bundesländer „keine Zustimmung zu einer Verlängerung der Versenkerlaubnis nach 2015“ vorsieht. Damit bleibt unklar, ob Hessen sich in diesem wichtigen Punkt weiter an die Absprache mit K+S oder an die Vereinbarung zwischen den Bundesländern gebunden fühlt.

Auch hinsichtlich der verschiedenen Pipeline-Lösungen ergeben sich deutliche Widersprüche zwischen den politischen Haltungen der Bundesländer und dem gemeinsamen Entwurf des Bewirtschaftungsplans ‚Salz‘. Hessen hat sich im Vier-Phasen-Plan auf eine Salzpipeline bis zur Oberweser verständigt und will so die Wasserqualität der Werra verbessern. Ein großer Teil des Salzabwassers aus dem Kalibergbau soll ab 2021 nicht mehr in die Werra, sondern mit Hilfe der Oberweserpipeline erst kurz vor der hessischen Landesgrenze in die Weser eingeleitet werden. Die Landtage in Niedersachen und Nordrhein-Westfalen lehnen diese Pipeline, die zu einer Erhöhung der Salzbelastung in der Oberweser führen würde, verständlicherweise ab. Dennoch wird K+S im gemeinsamen Entwurf der Bundesländer für den Bewirtschaftungsplan ‚Salz‘ zur Entscheidung über den Bau einer Pipeline zur Oberweser oder gar bis zur Nordsee aufgefordert.

Einen Hinweis, dass Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen die Oberweserpipeline möglicherweise bereits akzeptiert haben, sieht der BUND in der Festlegung des neuen Pegels zur Bestimmung des Salzgehaltes in der Weser bei Boffzen. Die Neuschaffung dieses Messpunktes macht für den BUND nur Sinn, wenn unterhalb von Boffzen im Bereich der Oberweser eine neue Einleitungsstelle geplant ist. Für alle anderen Fragestellungen genügen die bestehenden Pegelstellen, z.B. der Pegel bei Hemeln.

Wie schwierig die Situation ist, verdeutlicht ein Schreiben der EU-Kommission vom 02.03.2015, in dem die Kommission Niedersachsen kritisiert, weil es 2010 seine Entscheidung gegen eine Pipeline-Lösung im Jahr 2010 „nicht allein auf der Grundlage einer politischen Erwägung“ hätte treffen dürfen.

Inakzeptabel ist für den BUND die im Vier-Phasen-Plan und im Entwurf des Bewirtschaftungsplans angelegte Verdoppelung des heutigen Volumens der Salzhalden und die daraus folgenden gewaltigen Salzfrachten über mehrere tausend Jahre. „Diese Politik ist nicht generationengerecht. Sie verlängert die Umweltbelastungen durch Haldenabwässer nicht um nur einige Jahrzehnte oder Jahrhunderte, sondern gleich um weit mehr als tausend Jahre in die Zukunft“, kritisiert Weiger.
Das Problem der Haldenabwässer ist enorm. Schon heute werden zwei Millionen Kubikmeter Abwasser aus den Halden in das Flusssystem von Werra und Weser entsorgt. Bleibt es bei den bisherigen Planungen, dann würde der Anteil der Haldenabwässer Jahr für Jahr steigen, bis er sich zum prognostizierten Ende des Kalibergbaus hin auf vier Millionen Kubikmeter verdoppeln und dann den überwiegenden Teil der zu entsorgenden gesamten Salzfracht ausmachen würde. Die Halden in den hessischen Orten Neuhof und Heringen sind bereits über 120 bzw. 200 Meter hoch. Bei einer Verdoppelung ihres Volumens würden aus den heutigen Kalibergen kleine gebirgsähnliche Höhenzüge entstehen.

Gravierender als die Veränderungen des Landschaftsbildes sind für den BUND aber die ökologischen Ewigkeitslasten der Kalihalden. Da eine Kalihalde sich durch Niederschläge auf natürliche Weise auflöst, bedeutet ein Wachstum der Salzhalden automatisch eine Verlängerung der Zeit, bis die Folgen des Kalibergbaus wieder aus der Landschaft verschwunden sind. Bei den heutigen durchschnittlichen Niederschlagsmengen erfolgt die Auflösung der Halden aber nur sehr langsam mit einer Abbaurate von 10 cm pro Jahr. Halden von 200 oder 300 Meter Höhe werden so erst in 2000 bzw. 3000 Jahren aufgelöst sein. In dieser Zeit wird aus den Kalihalden Minute für Minute Salzwasser in den Untergrund abgegeben und Minute für Minute entsteht zusätzliches Abwasser, das abgefangen und über die Flüsse entsorgt wird. „Wer dem weiteren Haldenwachstum das Wort redet, handelt nach dem Prinzip „nach mir die Salzflut“, verurteilt der BUND-Vorsitzende Weiger die Praxis des steten Haldenwachstums.

Als Alternative zum unaufhörlichen Haldenwachstum fordert der BUND, dass die Abraummengen von K+S sukzessive wieder unter Tage verbracht werden. „Es entspricht dem allgemein üblichen Verursacherprinzip, dass ein Unternehmen seine Abfälle parallel zu seiner Produktion schadlos entsorgt und sie nicht den nachfolgenden Generationen aufbürdet“, stellt Weiger klar und fordert die Bundesländer auf, die Sonderbehandlung von K+S umgehend zu beenden.

Auch die nun diskutierte Teilabdeckung der Halden sieht der BUND kritisch, denn sie verlängert lediglich die Zeit der Haldenauflösung. Bei einer Abdeckung von 70% wird zwar die heute nötige Einleitmenge in die Werra verringert, dafür verlängert sich die Dauer der Salzeinleitung aber auch um 70%. Bei einer Haldenhöhe von 200 Metern dauert die Auflösung dann nicht rund 2000, sondern etwa 3400 Jahre.

Hintergrundinformationen:

 

 

13. März 2015

Thüringen darf Laugenverpressung durch K+S nicht zustimmen - BUND Thüringen: Entsorgungspolitk von K+S muss beendet werden

Erfurt. Der BUND Thüringen warnt vor der Fortsetzung der Kali-Laugenverpressung durch das Unternehmen K+S. Die Landesregierung dürfe entsprechenden Plänen von Hessen in der heutigen Sitzung des Weserrates nicht zustimmen, wenn sie Umweltschäden und Strafzahlungen für den Freistaat vermeiden wolle.

„Thüringen riskiert nicht nur empfindliche Strafzahlungen durch die EU-Kommission sondern auch weitreichende Gefährdungen von Trinkwasservorkommen, wenn es einer Fortsetzung der Verpressung von Salzabwässern zustimmt“, sagte Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. „Die Gewinnmaximierung des Konzerns K+S auf Kosten der Umwelt und der Allgemeinheit muss endlich gestoppt werden.“

Nach Angaben des BUND Thüringen verhandeln heute die Werra/Weser-Anrainerländer abschließend über eine gemeinsame Strategie zur Reduzierung der Salzbelastung von Werra und Weser. Hessen beharre auf dem mit K+S vereinbarten Vier-Phasen-Plan. Dieser sehe eine Fortsetzung der Verpressung von Salzlauge bis zum Jahr 2021 und die Einleitung von Salzabwässern in die Werra bis zum Ende der Kaliproduktion im Jahr 2075 vor.

„Damit wirft K+S seine eigene Gesamtstrategie aus dem Jahr 2009 über den Haufen, in der das Unternehmen ein Ende der Verpressung bis spätestens 2015 zugesagt hatte“, kritisierte Vogel. Die Serie von Anträgen auf Verlängerung der Einleitung und Verpressung seiner Salzabwässer der vergangenen Jahre lasse den Schluss zu, dass K+S zu keinem Zeitpunkt an einer ernsthaften, umweltgerechten Lösung seiner Salzabfallproblematik interessiert gewesen sei.

„Es wird höchste Zeit, dass sich die Anrainer-Länder von dem DAX-Konzern K+S nicht länger an der Nase rumführen lassen und die verantwortungslose Entsorgungspolitik des Unternehmens beenden“, sagte Vogel. „Wir fordern den Weserrat daher auf, den sofortigen und dauerhaften Stopp der Verpressung von Salzlauge im Untergrund zu beschließen, die Einleitung von Salzabwässern in Werra oder Weser spätestens bis 2021 zu beenden und K+S zum vollständigen Rückbau bestehender Salzhalden zu verpflichten.“

24. Februar 2015

Werra-Weser-Versalzung durch K+S - Bund und Ländern droht eine Klage der EU-Kommission

Zur morgen stattfindenden Anhörung im Umweltausschuss des Bundestages erklärt Otto Löwer für die Landesverbände Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Thüringen des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND): „Wenn sich die Bundesländer und die Bundesregierung nicht so schnell wie möglich auf einen verbindlichen Plan zur Gewässersanierung verständigen, dann droht eine Klage der EU-Kommission“.
Bund und Länder müssen das Grundwasser und die Flüsse entsprechend der Bestimmungen der Wasserrahmenrichtlinie der EU schützen und bestehende Belastungsquellen kontinuierlich reduzieren. Der „Vier-Phasen-Plan“, den das Land Hessen zusammen mit der K+S AG ausgehandelt hat, erfüllt die Bestimmungen des europäischen Wasserrechts nicht. Die Verpressung der salzhaltigen Abwässer in den Untergrund gefährdet immer mehr die Trinkwassergewinnung. Dies hat das Hessische Landesamt für Umwelt und Geologie (HLUG) im Sommer 2014 bestätigt.
Die EU-Kommission hat bereits 2012 ein Vertragsverletzungsverfahren gegen die Bundesrepublik Deutschland eingeleitet, weil die Einleitung der K+S-Produktionsabwässer in Werra und Weser nach Auffassung der EU-Kommission gegen die EU-Wasserrahmenrichtlinie verstößt. Konkret bezieht sich dieses Verfahren auf Versäumnisse bei der Erstellung des ersten Bewirtschaftungsplans für das Flussgebiet der Weser nach Artikel 13 der Wasserrahmenrichtlinie. Die Kommission erwartet, dass die Maßnahmen zur Erreichung der Ziele der Wasserrahmenrichtlinie in einem neuerlichen Bewirtschaftungsplan dargestellt werden, der der Kommission spätestens Ende 2015 vorzulegen ist.
Nun ist Deutschland unter Zeitdruck. Das Wasserhaushaltsgesetz (WHG) des Bundes sieht vor, dass zum 22.12.2014 die Entwürfe der Bewirtschaftungspläne veröffentlicht werden. Dieser Zeitpunkt ist wegen der Uneinigkeit der Bundesländer schon verstrichen. Angekündigt wird derzeit, dass der Planteil „Belastungen durch Salzeinleitungen im Wesereinzugsgebiet“ von der Flussgebietsgemeinschaft Weser, in der alle Anrainer von Werra und Weser zusammenarbeiten, bis zum 13.03.2015 veröffentlicht wird. Doch eine Einigung der Bundesländer ist weiterhin nicht erkennbar, zumal Hessen an der Verpressung der salzhaltigen Abwässer in den Untergrund festhält.
Die Uhr tickt. Denn nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) vom 19.11.2014 (Rs C-404/13) dürfen Mitgliedsstaaten das Erreichen von rechtlich vorgegebenen Fristen nicht nach eigenem Ermessen hinausschieben. Kommt es bis Ende 2015 nicht zu einer Einigung und bleibt es bei der Verschmutzung des Grundwassers und der Flüsse, dann wird die EU-Kommission schon aus Gründen der Gleichbehandlung aller Mitgliedsstaaten Klage vor dem Europäischen Gerichtshof erheben und es ist erkennbar, dass Deutschland dann vom Gerichtshof verurteilt werden wird.

Hinweis:
Die Versalzung von Werra und Weser beschäftigt den Ausschuss für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit am Mittwoch, 25. Februar 2015, in einem zweistündigen öffentlichen Fachgespräch: http://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2015/kw09_pa_umwelt/360132 

Pressekontakt:
Thomas Norgall (stellv. Landesgeschäftsführer/Naturschutzreferent BUND Hessen) 0170 22 77 238

16. Februar 2015

K+S: Fass ist längst übergelaufen - BUND Thüringen fordert sofortiges Ende der Laugenverpressung

Erfurt. Der BUND Thüringen fordert das sofortige Ende der Salzabwässerverpressung in den Untergrund durch das Unternehmen K+S. Die jetzt bekannt gewordene Stellungnahme des Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie bestätige Befürchtungen, dass durch die Laugenverpressung Trinkwasservorkommen auch in Thüringen akut gefährdet sind.

„Das Fass ist längst übergelaufen“, erklärte Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. „Die Hessische Landesregierung muss die Laugenverpressung in den Untergrund sofort stoppen, um Schäden für das Grundwasser nicht weiter zu vergrößern.“

Nach Angaben des BUND Thüringen sollte eigentlich die Erlaubnis zur Versenkung der Laugenabwässer aus der Kaliproduktion in den Untergrund Ende 2015 auslaufen. Im sogenannten Vier-Phasen-Plan hat das Hessische Umweltministerium im September vergangenen Jahres aber angekündigt, die Versenkerlaubnis bis 2021 zu verlängern. Insgesamt 12 Millionen Kubikmeter Salzabwässer sollen zusätzlich im Untergrund verpresst werden.

„Wir befürchten verheerende Auswirkungen auch auf die Trinkwasservorkommen in Thüringen, wenn Hessen die Versenkerlaubnis verlängert“, sagte Vogel. „Der Alleingang des Hessischen Umweltministeriums gegen die Empfehlungen des Runden Tischs und gegen den Rat der eigenen Fachbehörde muss endlich gestoppt werden.“

12. Februar 2015

Neuer Nahverkehrsplan 2016 offenbart Tücken für künftige ICE-Anbindung von Erfurt

Erfurt. Für den BUND Thüringen werden mit dem neuen Nahverkehrsplan 2016 die Defizite deutlich, welche sich aus der künftigen Anbindung von Erfurt an die Hochgeschwindigkeitstrasse München-Berlin ergeben. Der Verband befürchtet, dass die Verbesserung der Anbindung der Landeshauptstadt mit Verschlechterungen im Ländlichen Raum erkauft werden.

„Während Erfurt zur schnellen Mitte Deutschlands werden soll, werden andere Städte in Thüringen in Zukunft vom Fernverkehr abgehängt“, befürchtet Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen.

Nach Angaben von Vogel bekommen die Universitätsstadt Jena und Saalfeld mit dem neuen Nahverkehrsplan schon einen Vorgeschmack darauf, wie es ab 2017sein werde, wenn gar kein Fernzug mehr durch das Saaletal fahren wird. Wegen Bauarbeiten in Bayern zwischen Januar und September 2016 fahre kein Fernzug mehr über Jena und Saalfeld. Die Fahrzeit von Jena nach Nürnberg verlängere sich dann um über eine Stunde! Auch wer von Weimar nach Berlin oder Dresden wolle, müsse in Zukunft erst mit dem Regionalzug nach Erfurt oder Leipzig fahren – und dann umsteigen.

Vogel kritisierte außerdem die Ausdünnung des Nahverkehrs in Ländlichen Regionen. Die geplante Stilllegung des Bahnhofs Reinsdorf bei Artern an der Hohen Schrecke zeige, dass die Anbindung Erfurts an das Hochgeschwindigkeitsnetz zu Lasten des Angebotes in der Fläche gehe. Um ICE-Anschlüsse in Erfurt in Zukunft zu erreichen, werde der Haltepunkt Reinsdorf gestrichen.
Dadurch könnten Besucher des einzigartigen Waldgebietes Hohe Schrecke, in dem der Freistaat Thüringen ein Naturschutzgroßprojekt mit finanzieller Unterstützung des BUND fördert, in Zukunft nicht mehr mit Öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen.

„Wir brauchen eine angebotsorientierte Verkehrspolitik, welche die Erschließung des Ländlichen Raumes fördert, statt die einseitige Fixierung auf die „Schnelle Mitte“, forderte Vogel.

28. Januar 2015

Hauskatzen sprechen für ihre wilden Brüder und Schwestern - Gewinnspiel für Wildkatzenfreunde in Thüringen gestartet

Erfurt, 28. Januar 2015. Der BUND startet heute sein Gewinnspiel zum Schutz der Europäischen Wildkatze und lässt dabei die Hauskatzen zu Fürsprechern ihrer wilden Verwandten werden. „Hauskatzen leben so eng mit uns zusammen und sind doch Verwandte der Wildkatzen in unseren Wäldern. Deshalb lassen wir symbolisch die Hauskatzen zum Schutz der Wildkatze aufrufen“, erklärt Thomas Mölich vom Projekt „Wildkatzensprung“ beim BUND Thüringen. „Die Europäische Wildkatze ist zunehmend wieder in den Wäldern Thüringens zu Hause. Ein schönes Zeichen für unsere Natur – aber auch das Ergebnis von langjähriger und beharrlicher Arbeit derer, die sich für ihren Schutz einsetzen.“

Auf Plakaten an den Bahnhöfen Erfurt und Eisenach sowie im Internet wird in Thüringen und allen anderen Bundesländern, in denen Wildkatzen heimisch sind, für den Schutz der Wildkatze aufgerufen. „Jeder kann etwas tun. Sei es, sich über die Wildkatze zu informieren und das weiterzuerzählen, eine Patenschaft zu übernehmen oder bei unseren Pflanzungen von Waldverbindungen aktiv mitzumachen“, erläutert Thomas Mölich. „Denn Wildkatzen brauchen, um langfristig eine Überlebenschance zu haben, vor allem weit vernetzte Waldgebiete. Deshalb setzt sich der BUND Thüringen gemeinsam mit neun anderen BUND-Landesverbänden für ein bundesweites Netz an Wäldern ein.“ Dieses Projekt wird im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums gefördert.

In Thüringen sind so mit der Unterstützung hunderter Ehrenamtlicher in den letzten Jahren Biotopkorridore u.a. zwischen Hainich und Thüringer Wald entstanden.

Wildkatzenfreunde können sich am Gewinnspiel beteiligen: Wer eines der BUND-Katzenplakate an den Bahnhöfen Erfurt und Eisenach entdeckt und ein Foto davon auf www.facebook.com/BUNDth oder www.facebook.com/Wildkatzendorf teilt, kann eines von sechs Wildkatzen-Fanpaketen mit Kalender, Film und vielem mehr gewinnen!

Weitere Informationen zur Kampagne und den Mitmachmöglichkeiten beim Wildkatzenschutz unter www.bund.net/katzen.

Hintergrundinformation: Das Projekt „Wildkatzensprung“ wird seit 2011 und bis 2017 im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gefördert. Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter www.bund.net/wildkatzensprung und www.biologischevielfalt.de/bp_pj_wildkatzensprung.html

Pressefotos: www.bund.net/wildkatzenfotos, © siehe Fotobeschreibung

Pressekontakt: Ralf Göhring, BUND Thüringen, Mitarbeiter für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel. 0361 – 555 03 -14; Fax: -19, Mobil: 01577 – 157 01 37, ralf.goehring@bund.net

21. Januar 2015

BUND Thüringen warnt vor Ausverkauf der Südharzer Gipskarstlandschaft - Aggressivem Grunderwerb von Gipsfirmen soll Riegel vorgeschoben werden

Erfurt. Der BUND Thüringen befürchtet durch den aggressiven Grunderwerb einiger Gipskonzerne einen Ausverkauf der Südharzer Gipskarstlandschaft. Mit Spendenaktionen will der Verband dieser Entwicklung entgegentreten und Flächen für den Naturschutz dauerhaft sichern.

„Mit großer Sorge verfolgen wir, wie Gipskonzerne im Südharz im großen Stil versuchen, Flächen zu erwerben“, erklärte Dagmar Becker, Mitglied im Landesvorstand des BUND Thüringen. „Offenbar wollen die Konzerne als Großgrundbesitzer ihre Position bei der Durchsetzung von neuen Gipsabbaugebieten dadurch stärken“.

Nach Angaben des BUND Thüringen beabsichtige allein der französische Baustoff-Konzern St. Gobain rund 25 ha im Gipskarst zu erwerben. Gleichzeitig verfolge das zur Remondis-Gruppe gehörige Unternehmen „Casea“ das Ziel, am Winkelberg in der Rüdigsdorfer Schweiz einen neuen Gipstagebau ein zu richten.
Als Grundeigentümer könnten die Unternehmen auf kleineren Flächen einzelne Abbauanträge stellen oder die Flächen so tauschen, dass größere zusammenhängende Gebiete entstehen, auf denen sich die Errichtung eines Gipstagebaus lohnt. Beim Flächenerwerb in Naturschutzgebieten bestehe die Gefahr, dass die Unternehmen das Land mit Klagen gegen bestehende Schutzgebietsverordnungen überziehe, wie es bereits für das Naturschutzgebiet „Harzfelder Holz“ der Fall sei.

Becker begrüßte den Beschluss des Stadtrates der Stadt Nordhausen durch die Wahrnehmung des Vorkaufsrechtes für einige Flächen dem Konzern St. Gobain zuvor zu kommen. Das sei ein deutliches Signal der Bürger der Stadt Nordhausen an die Gipsindustrie, ihre Pläne für die Ausdehnung des Gipsabbaus im Südharz auf zu geben.

Um den weiteren Ausverkauf im Gipskarst zu verhindern und die Region zu unterstützen, kündigte Becker auch ein Engagement des BUND Thüringen beim Erwerb wertvoller Naturschutzflächen an.
„Jeder, der den BUND Thüringen beim Schutz der einzigartigen Südharzer Gipskarstlandschaft unterstützen möchte, kann das durch eine Spende tun“, sagte Dagmar Becker. „Eingehende Spenden werden wir zum Erwerb und dauerhaften Sicherung wertvoller Naturschutzflächen im Südharz einsetzen“.

Spendenkonto des BUND Thüringen:
IBAN: DE 93820510000130093793, BIC: HELADEF1WEM
Stichwort „Gipskarst Südharz“

Zum Thema "Gipskarst"

15. Januar 2015

Terminhinweis: Auftakt zum Gothaer BUND-Stammtisch, 19.01., 18 Uhr im Mehrgenerationenhaus

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir möchten Sie bitten, folgenden Termin in Ihre Medien aufzunehmen:

Auftakt zum Gothaer BUND-Stammtisch, 19.01., 18 Uhr im Mehrgenerationenhaus


Der BUND Gotha organisiert ab Januar 2015 einen monatlichen Stammtisch für alle BUND-Mitglieder und interessierten Naturschützer aus Gotha und Umgebung.

Kristin Exel vom BUND Thüringen erklärt „Die Idee entstand bei den Pflegeeinsätzen zum Schutz des Laubfrosches am Krahnberg Gotha. Wir wollen einen Ort des Austauschs schaffen und gemeinsame Aktivitäten planen. Regelmäßige Vorträge sind ebenfalls geplant.“

Der erste Stammtisch 2015 trifft sich am Montag, dem 19. Januar, um 18:00 Uhr im Café des Mehrgenerationenhauses Gotha, Pfarrgasse 9-11. Dort wird Thomas Wey in einem Vortrag die Entwicklung des ehemaligen innerdeutschen Grenzstreifens vorstellen: „Das Grüne Band – vom Todesstreifen zur Lebenslinie“ erklärt die bewegte Geschichte des Landstrichs, fasziniert mit Einblicken in wunderbare Natur und zeigt, wie Naturschützer aus Ost und West diese gemeinsam erfolgreich erhalten haben.

Titel: BUND-Stammtisch Gotha
Datum: 19.01.2015
Uhrzeit: 18:00 Uhr
Ort: Café des Mehrgenerationenhauses Gotha, Pfarrgasse 9-11, 99867 Gotha


Alle weiteren Termine werden auf www.bund-thueringen.de/termine veröffentlicht. Interessierte können sich auch bei Kristin Exel per E-Mail kristin.exel@web.de oder unter 0157 - 524 84 505 melden.

9. Januar 2015

BUND Thüringen fährt mit drei Bussen zur „Wir haben es satt!“-Demonstration am Samstag, 17.01.15 in Berlin

Bundesweite Protestaktion unter dem Motto „Stoppt Tierfabriken, Gentechnik und TTIP! Für die Agrarwende!“

Erfurt. Der BUND Thüringen organisiert drei Busse zur „Wir haben es satt“-Demonstration am nächsten Samstag in Berlin. Zu der bundesweiten Demonstration, die 2015 zum fünften Mal stattfindet, wird von einem breiten Bündnis von Bauern-, Umwelt-, Tierschutz- und Entwicklungsorganisationen aufgerufen. Parallel zur „Grünen Woche“ soll so ein Zeichen für zukunftsverträgliche Landwirtschaft gesetzt werden.

„Wir haben es satt, dioxinverseuchte Frühstückseier, Brötchen aus Genweizen oder Thüringer Bratwurst mit Hormonfleisch serviert zu bekommen“, erklärte Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. „Deshalb rufen wir die Menschen auf, für eine neue Landwirtschaft ohne Gentechnik und Massentierhaltung zu demonstrieren.“

Ungemach drohe auch durch die geplanten Freihandelsabkommen TTIP und CETA. Der Umweltverband warnt, diese würden die Lebensmittelstandards weiter senken sowie Gentechnik und Hormon-Fleisch den Weg nach Europa ebnen – zum Vorteil einiger Großkonzerne und zum Schaden von Mensch, Tier und Umwelt.

Der BUND Thüringen macht deshalb für die Protestaktion mobil und organisiert Busfahrten von Erfurt, Weimar und Jena nach Berlin. Der Bus fährt um 7:30 Uhr ab Erfurt und sammelt weitere Fahrgäste um 8:15 Uhr in Jena und Weimar ein. Kosten: 20 Euro pro Person für die Hin- und Rückfahrt.

Das Platzangebot ist begrenzt, zu einer schnellen Reservierung wird daher geraten.

Informationen und Reservierung beim BUND Thüringen, 0361 - 555 03 10 bund.thueringen@bund.net oder www.bund-thueringen.de/demo.



Jahresbericht 2016

Unser neuer Jahresbericht steht ab sofort zum Download zur Verfügung!

BUND-Jahrbuch Bauen und Renovieren 2017

Direkt zum Online-Antrag, Foto: eyewire / fotolia.com

Der BUND Thüringen ist Teil des Bündnis für ein Thüringen der Demokratie, 
Vielfalt und Mitmenschlichkeit
.

Lesen Sie dazu den Brief unseres Landesvorsitzenden, Ron Hoffmann.

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