19. Dezember 2016

Jeder Tropfen Salzwasser ist zu viel! - BUND: Skandalöser Rechtsverstoß

Erfurt/ Frankfurt. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) bewertet die heute vom Regierungspräsidium Kassel erteilte Erlaubnis zur weiteren Verpressung riesiger Mengen salzhaltiger Abwässer in den Untergrund als einen skandalösen Rechtsverstoß. Jörg Nitsch, stellvertretender Bundesvorsitzender des BUND ist überzeugt: „Jeder Tropfen Salzwasser, der in den Untergrund verpresst wird, gefährdet die Trinkwasserversorgung und ist deshalb ein Tropfen zu viel. K+S hat heute eine weitere Hilfestellung der Hessischen Landesregierung bekommen, die sich sehr zum Schaden der Umwelt auswirkt.“ Der BUND wird seine Klagemöglichkeiten prüfen und hofft, den Schutz der Umwelt vor Gericht durchsetzen zu können.

Es ist nicht mehr strittig, dass in den Boden verpresstes Salzwasser aufsteigt und die Gefahr einer Verschmutzung des Grundwassers und einer Gefährdung der Trinkwasserversorgung auslöst. Selbst bei einem sofortigen Stopp der Versenkung wird es zu einem weiteren Anstieg der Salzkonzentration im Grundwasser kommen. Schon in der Vergangenheit mussten Trinkwasserbrunnen in der Werra-Region stillgelegt werden. Diese Entwicklung wird sich weiter fortsetzen.

Die heute erteilte Erlaubnis widerspricht eklatant der früheren Zusage der Landesregierung, dass die Verpressung des Salzwassers aus Gründen des Grundwasserschutzes im Jahr 2015 beendet wird. „Mit der heutigen Entscheidung wird K+S für seine umweltpolitische Ignoranz belohnt,“ kritisiert Jörg Nitsch vom BUND.

Der BUND wirft der Hessischen Umweltministerin Priska Hinz Wortbruch vor. Immer wieder hatte sie bekräftigt, dass K+S nur dann eine Verpressungserlaubnis erhalten würde, wenn das Unternehmen mit einem dreidimensionalen Modell, dem so genannten 3D-Modell, die Unbedenklichkeit der Verpressung nachweisen könne. Nun wurde die Erlaubnis erteilt, obwohl es an einem strengen Unbedenklichkeitsnachweis fehlt. Die zuständigen Fachbehörden in Hessen und Thüringen hatten im Erlaubnisverfahren immer wieder auf die Mängel des Modells hingewiesen. Doch statt die Mängel zu beheben, wurde es immer weiter vereinfacht.

Für Jörg Nitsch vom BUND ist nicht nachvollziehbar, wie das Regierungspräsidium Kassel in dieser Situation die Erlaubnis zur weiteren Verpressung erteilen konnte. Die Entscheidung verstößt eindeutig gegen den so genannten „Besorgnisgrundsatz“ im Wasserrecht. Dieser verlangt, dass Erlaubnisse nur erteilt werden dürfen, wenn die Verunreinigung von Trink- und Grundwasser sicher ausgeschlossen ist.

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Thomas Norgall stellv. Landesgeschäftsführer BUND Hessen/Naturschutzreferent   0170 22772381

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19. Dezember 2016

„Die Erde braucht Freunde“ auch in Jena - Der BUND informiert und wirbt für sich und seine Projekte vom 19. bis 23. Dezember 2016 in der Jenaer Innenstadt

Jena. Vom Montag, den 19. Dezember, bis einschließlich Freitag, den 23. Dezember, wird ein Team des Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) in der Jenaer Innenstadt mit den Bürgern das Gespräch über umweltpolitische Themen der Region suchen und über den gemeinnützigen Verein und seine Projekte informieren.

Stefan Jakobs, Vorsitzender des Kreisverbandes Jena: „Wir wollen den Bürgerinnen und Bürgern die Chance geben, die Arbeit des BUND in der Region kennen zu lernen. Besonders freuen wir uns über Menschen – ganz gleich ob jung oder alt – die sich ehrenamtlich engagieren wollen und natürlich über neue Mitglieder, welche unsere umweltpolitische und gemeinnützige Arbeit mit ihrer Stimme und einem frei zu wählenden finanziellen Beitrag unterstützen. Der BUND ist ein Mitgliederverband: Je stärker unsere Gemeinschaft ist, desto mehr erreichen wir natürlich für Umwelt und Natur. Das Team vor Ort ist direkt vom BUND und informiert Sie gerne über die bestehenden Möglichkeiten zur Mithilfe. Wir freuen uns auf Sie!“

Alle Bürger, die in dieser Woche nicht direkt mit dem Team des BUND ins Gespräch kommen können, haben jederzeit die Möglichkeit, schnell und unkompliziert Kontakt über die Landesgeschäftsstelle in Erfurt aufzunehmen.

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14. Dezember 2016

Thüringen führt beim Länderranking „Mobilität und Umwelt 2016“ – BUND: Verkehrswende zur Reduktion von CO2 und Flächenverbrauch fehlt

Berlin/Erfurt.  Thüringen hat im heute veröffentlichten „Bundesländerindex Mobilität & Umwelt 2016“ den ersten Platz im Länderranking um Mobilität belegt. Insbesondere in der Luftreinhaltung hebt sich Thüringen von den anderen Bundesländern ab. Aber aus Sicht des BUND Thüringen fehlen nach wie vor Maßnahmen zur nachhaltigen Reduktion des CO2-Aufkommens und Flächenverbrauchs beim Verkehr.

Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen: „Die Studie ist eine reine Momentaufnahme. Wir sind von einer zukunftsfähigen Verkehrspolitik noch weit entfernt. Das Ergebnis des Rankings berücksichtigt nicht die aktuelle Entwicklung. Im Freistaat ist der Verkehr immer noch Klimakiller Nummer 1. Auch der rückläufige Flächenverbrauch ist eine reine Momentaufnahme. Bei 60 geplanten Verkehrsprojekten in Thüringen wird sich der Trend schnell wieder umkehren.“

Thüringen konnte beim Länderranking „Mobilität und Umwelt 2016“ die besten Ergebnisse bei Luftreinhaltung und Flächenverbrauch erzielen. Vor allem mit ambitionierten Zielen und Maßnahmen zur Reduktion des Feinstaubaufkommens punktete der Freistaat. Zu diesem Ergebnis kommt ein wissenschaftlicher Ländervergleich im Auftrag der Allianz pro Schiene, des BUND und des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVS). Bewertet wurden die politischen Weichenstellungen der Bundesländer für die Jahre 2015 und 2016 in den Bereichen Verkehrssicherheit, Lärmminderung, Flächenverbrauch, Klimaschutz und Luftqualität.

Der BUND mahnt die Politik, sich auf diesem Ergebnis nicht auszuruhen. „Wir fordern ein grundsätzliches Umdenken. Der Fokus der Verkehrspolitik liegt nach wie vor auf überteuerten Straßenbauprojekten. In Thüringen sind derzeit 60 solcher Vorhaben mit Millioneninvestitionen geplant. Dies verhindert letztlich die Erschließung der Fläche mit klimaschonendem Schienenverkehr“, so Vogel.

Der BUND fordert stattdessen ein alternatives Verkehrskonzept mit Fokus auf den Schienenverkehr. Vogel: „Thüringen muss jetzt die Verkehrsplanung des 21. Jahrhundert auf den Weg bringen. Die Politik muss auf Klimaschutz und Verkehrsvermeidung setzen, statt auf überflüssige Straßenbauprojekte auf Kosten der Steuerzahler.“

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9. Dezember 2016

Einsatz nicht nur für die (Wild-)Katz – BUND: Vernetzung von Biotopen braucht eine rechtsverbindliche Grundlage

Erfurt. Beim „Wildkatzen-Symposium 2016“ stellte der BUND sein Konzept für einen Waldverbund-Korridor mit einer Gesamtlänge von 20.000 Kilometern vor. Der bereits 2007 entwickelte „Wildkatzenwegeplan“ soll die Wiederausbreitung der Wildkatze in ganz Deutschland ermöglichen. Der Verband fordert die Politik auf, den Plan auf allen Ebenen in die Raumplanung zu integrieren und ein darauf basierendes Bundeskonzept „Biotopverbund“ zu entwickeln. Mit einem Planfeststellungsverfahren plädiert der BUND darüber hinaus auf ein rechtliches Instrument zur Umsetzung seines „Wildkatzenwegeplans“ ein.

Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen: „Wir brauchen endlich eine grüne Infrastruktur anstatt einer grauen. Das Straßennetz in Deutschland wird immer weiter ausgebaut und die Natur fällt immer wieder hinten runter. Die Vernetzung von Waldbiotopen  ist längst überfällig. Wenn wir jetzt nicht handeln, sterben noch weitere Arten aus.“

Die größte Hürde für die Ausbreitung der Wildkatze stellt aus Sicht des Verbandes der hohe Flächendruck durch Land- und Energiewirtschaft sowie Siedlungs- oder Verkehrswegebau dar. Vogel: „Der bereits im Jahr 2007 entwickelte Wildkatzenwegeplan muss als Konzept ‚Biotopverbund‘ endlich Bestandteil der regionalen Raumplanung werden. Nur ein damit verbundenes Planfeststellungsverfahren sichert die Interessen des Naturschutzes auch rechtlich ab.“

Dr. Carsten Nowak von der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, die als wissenschaftlicher Partner das Rettungsnetz Wildkatze des BUND seit vielen Jahren begleitet: „Wir können anhand eines weltweit einzigartigen Genscreenings zeigen, dass sich die Wildkatze in einigen Regionen ausbreitet und neue Lebensräume erobert. An vielen weiteren Stellen stößt die Art bisher auf unüberwindbare Hürden. Auch aus wissenschaftlicher Sicht ist die Vernetzung von Biotopen eine der wichtigsten Stellschrauben für den Schutz gefährdeter Arten wie der Wildkatze.“

Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen: „Am Anfang unserer Arbeit für die Wildkatze stand eine Vision: Die Vision, dass Wildkatzen wieder frei durch deutsche Wälder streifen würden. Unabhängig von Modeerscheinungen, von Fördertöpfen und Förderprioritäten arbeitet der BUND seit mehr als 30 Jahren an der Umsetzung. Der große Zuspruch beim gestrigen ‚Wildkatzen-Symposium‘ zeigt uns sowohl das Interesse am Projekt ‚Biotopverbund‘, als auch den dringenden Bedarf nach einer rechtsverbindlichen Festlegung auf.“

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5. Dezember 2016

Ehrenamtlich auf den Spuren der Wildkatze – BUND-Projekt zeigt große Begeisterung für die Natur vor der eigenen Haustür

Erfurt. Anlässlich des Internationalen Tag des Ehrenamts betont der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) die große Bedeutung von ehrenamtlichem Engagement für den Schutz der Natur. „Am Beispiel unserer Arbeit für die Europäische Wildkatze wird deutlich, dass gemeinsam mit Ehrenamtlichen im Naturschutz neue Wege offen stehen“, betont Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen. „Über 750 Ehrenamtliche aus ganz Deutschland haben allein in den letzten fünf Jahren in einem BUND-Forschungsprojekt geholfen, den Schutz der Europäischen Wildkatze nachhaltig voranzubringen.“

Forschungsprojekt von Wissenschaft und Bürgern
Im Rahmen des Projekts „Wildkatzensprung“, das im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums gefördert wird, wurde wissenschaftlich untersucht, in welchen Regionen die Wildkatze in Deutschland vorkommt. In Thüringen wurde vor allem im Hainich, in der Rhön und im Landkreis Greiz intensiv nach den scheuen Tieren gefahndet. Neben Mitarbeitern der Naturschutzverwaltungen und von ThüringenForst haben unzählige ehrenamtliche Helfer sich wissenschaftlich geschult einmal die Woche auf die Spur der Wildkatze gemacht. Sie haben die Lockstöcke, mit deren Hilfe Wildkatzen-Haarproben gewonnen wurden, an festgelegten Orten aufgestellt und mit Baldrian präpariert. Der Geruch zog vorbeistreifende Katzen an, die sich am Stock rieben und Haare hinterließen. Die ehrenamtlichen Helfer haben die Proben anschließend wieder sorgfältig abgesammelt und dokumentiert, damit sie im Forschungsinstitut Senckenberg genetisch analysiert werden konnten. „Entstanden ist eine weltweit einzigartige Gendatenbank – ein  bedeutender Wissensschatz zu einer bedrohten Tierart“, erklärt Thomas Mölich, Wildkatzenexperte des BUND Thüringen. „Eine Teilnahme von so vielen Ehrenamtlichen an einer wissenschaftlichen Studie dieser fachlichen Tiefe ist auch für den BUND etwas ganz besonders – Bürgerwissenschaften im besten Sinne.“ Dabei hatte sich gezeigt, dass in der Rhön wieder etwa halb so viele Wildkatzen leben wie im ausgezeichneten Wildkatzenlebensraum Hainich, jedoch auch, dass die Wildkatze in Südostthüringen noch nicht wieder Fuß gefasst hat.

Begeisterung am Natur-Erleben und an der Wissenschaft
Das Erlebnis der Natur vor der eigenen Haustür, das Mitmachen an einem sinnvollen Projekt und das Zusammenwirken mit vielen anderen Interessierten hat den Ausschlag gegeben, dass im Projekt „Wildkatzensprung“ eine solche enge und erfolgreiche Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen gelang. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie zur Motivation von Ehrenamtlichen im Naturschutz, die der BUND in den kommenden Wochen veröffentlichen wird. „Natur erleben und Natur schützen – das gehört zusammen“, betont Ron Hoffmann. „Mit diesem Projekt konnten wir Erlebnisse und Fachwissen zur Natur vermitteln, das die Menschen nicht nur begeistert, sondern sie darin bestärkt, mitzudiskutieren.“

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18. November 2016

Klimaschutz braucht Verbindlichkeit – auch in Thüringen – Kleingeistige Vorbehalte dürfen Klimaschutzgesetz nicht verhindern

Erfurt. Der BUND Thüringen verurteilt die aktuelle Kritik am Thüringer Klimaschutzgesetz seitens des Thüringer Wirtschafts- und Infrastrukturministeriums, ebenso die Attacken der oppositionellen CDU. Der Verband stellt sich hinter die Forderungen von Umweltministerin Anja Siegesmund zur zügigen Umsetzung des Thüringer Klimaschutzgesetzes. Der aktuelle Entwurf sieht vor, die Treibhausgasemissionen bis 2030 zu halbieren und bis 2050 um 90 Prozent zu reduzieren. Ausgangspunkt bildet das Jahr 1995.

„Es gibt keine Alternative zum konsequenten gesetzlichen Handeln beim Klimaschutz“, erklärt Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen. „Deshalb macht uns die aktuelle Haltung von SPD, Linken und CDU so fassungslos. Der Kampf gegen den Klimawandel wird nicht in den Konferenzräumen in Marrakesch gewonnen, sondern muss in Thüringen geführt werden, wo die Treibhausgase entstehen.“

Nach Angaben von Hoffmann wird das Zeitfenster, um die Auswirkungen des Klimawandels zu begrenzen, immer kleiner. Nur wenn es gelinge den weltweiten Temperaturanstieg auf maximal 1,5° zu beschränken, seien katastrophale Veränderungen der Lebensbedingungen auf der Erde noch zu vermeiden. Dass ausgerechnet die ärmeren Länder aus Afrika, Asien, Karibik und Südsee in Marrakesch den Ausstieg aus den fossilen Energieträgern beschlossen haben, müsse Verpflichtung für die reichen Industrienationen sein.

Die Spielräume für die Abwägung von Wirtschaftsinteressen gegen Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels seien längst aufgebraucht. Teile der Wirtschaft wie die Autoindustrie hätten mit ihren Tricksereien ohnehin den Konsens für gemeinsames Handeln beim Klimaschutz einseitig aufgekündigt.

„Der Klimawandel macht vor Thüringen nicht Halt und ist ohne zügiges ordnungspolitisches Handeln nicht mehr aufzuhalten.“, erklärte Hoffmann. „Thüringen hat sich im Koalitionsvertrag zu einem Klimaschutzgesetz verpflichtet, welches diesen Namen auch verdient. Das Land darf sich jetzt aufgrund provinzpolitischer Befindlichkeiten nicht selbst ins klimapolitische Aus katapultieren.“ Den nächsten logischen Schritt bildet aus Sicht des Verbandes die zügige Verabschiedung des Thüringer Klimaschutzgesetzes.

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29. Oktober 2016

BUND Thüringen: Industrielle Massentierhaltung mit Tierwohl nicht vereinbar - Politik muss gesetzliche Rahmenbedingungen für moderne Nutztierhaltung schaffen

Erfurt. Anlässlich der Veranstaltung „Tierwohl“ fordert der BUND Thüringen von der Politik klare Richtlinien für die moderne Nutztierhaltung: Haltung auf natürlichen Böden, Zugang zur Frischluft, gentechnikfreies Futter und Obergrenzen für die Anzahl der gehaltenen Tiere.

Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen: „Wir brauchen einen Paradigmenwechsel von der industrieller Massentierhaltung hin zu einer Nutztierhaltung, die den Namen ‚artgerecht‘ verdient.“

Wissenschaftlich unterfüttert wird die Forderung des BUND durch das aktuelle Gutachten „Wege zu einer gesellschaftlich akzeptierten Nutztierhaltung“ vom wissenschaftlichen Beirat Agrarpolitik (WBA) beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Dem Gutachten zu Folge gibt es in der Nutztierhaltung “erhebliche Defizite vor allem im Bereich Tierschutz, aber auch im Umweltschutz“.

„In Kombination mit einer veränderten Einstellung zur Mensch-Tier-Beziehung führte dies zu einer verringerten gesellschaftlichen Akzeptanz der Nutztierhaltung. Vor diesem Hintergrund hält der Wissenschaftliche Beirat für Agrarpolitik beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (WBA) die derzeitigen Haltungsbedingungen eines Großteils der Nutztiere für nicht zukunftsfähig.“ Das machte Prof. Dr. Achim Spiller, Mitglied des wissenschaftlichen Beirates und Mitautor des Gutachtens, gestern bei einer gemeinsamen Veranstaltung des BUND und der
Heinrich-Böll-Stiftung Thüringen deutlich.

„Es reicht nicht, den Tieren mehr Licht oder neue Beschäftigungsmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen. Wir brauchen einen grundlegenden Systemwechsel. Das gilt insbesondere für Hühner und Schweine. Denn hier handelt es sich um sehr soziale Tiere, deren aktuelle Haltungsformen weder ethisch noch ökologisch vertretbar sind“, erklärt Dr. Burkhard Vogel.

Tierwohl steht für den BUND nicht nur für Tier-, sondern auch für Umweltschutz: „Wir fordern, in Zukunft nur noch so viele Tiere zu halten, wie Dungentsorgung auf angrenzenden Flächen geleistet werden kann, ohne das Grundwasser zu verseuchen. Gerade in der Tierhaltung müssen regionale Wirtschaftskreisläufe geschlossen sein, um die Böden nicht zu überlasten“, betont Dr. Burkhard Vogel.


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28. Oktober 2016

Wildkatzen auf Wanderschaft - BUND ruft jetzt zu besonderer Achtsamkeit auf den Straßen auf

Junge Europäische Wildkatzen begeben sich in diesen Wochen auf die Suche nach neuen Revieren. Deshalb ruft der BUND Thüringen jetzt besonders zu Achtsamkeit im Straßenverkehr auf, insbesondere in waldreichen Gegenden wie dem Eichsfeld, der Hainich-Region oder dem Thüringer Wald. „Der Tod an der Straße ist wahrscheinlich die häufigste menscheninduzierte Todesursache bei der seltenen Wildkatze“, so Thomas Mölich, Wildkatzenexperte des BUND. „Für den Erhalt der Tiere in Deutschland ist das eine ernste Gefahr.“

Wildkatzen sind vor allem nachtaktive Tiere, die häufig in der Dämmerung und Dunkelheit jagen und wandern. „Durch ihre großen und sehr lichtempfindlichen Augen benötigen sie nur 1/6 der Lichtmenge, die ein menschliches Auge benötigen würde. Umso größer ist die Gefahr, durch Scheinwerfer, zumal bei Fernlicht, geblendet zu werden“, erläutert Thomas Mölich. „Mit der Zeitumstellung ist außerdem nun noch mehr Verkehr in den dunklen Tagesstunden auf den Straßen. Damit erhöht sich das Risiko für die seltenen Tiere nochmals.“

Die Wildkatze hat sich in den vergangenen Jahren in Deutschland weiter ausgebreitet. Sie ist mittlerweile in weiten Teilen Mittel- und Süddeutschlands heimisch. In Thüringen kommen Wildkatzen vor allem südlich des Harzes in den Wäldern des Ohmgebirges, des  Kyffhäusers, der Hohen Schrecke, im Dünwald und im Eichsfeld vor. Ein Verbreitungsschwerpunkt liegt im Naturpark „Eichsfeld-Hainich–Werratal inklusive dem Nationalpark Hainich. In den letzten 2 Jahrzehnten hat die Wildkatze auch den nordwestlichen Thüringer Wald und die Rhön zurückerobert.

Der BUND setzt sich für den Schutz der seltenen Art ein, indem er die Lebensräume wieder miteinander vernetzt. Es werden Verbindungen aus Bäumen und Büschen, sogenannte „grüne Korridore“, zwischen Wildkatzenwälder gepflanzt, die ihr Schutz und Deckung bei der Eroberung neuer Lebensräume bieten. „Nur bei einer gut vernetzten Landschaft haben seltene Arten wie die Wildkatze eine langfristige Überlebenschance. Die Gefahren durch genetische Verarmung und die Anfälligkeit für Krankheiten oder harte Winter werden durch diesen Lebensraumverbund wesentlich gemindert“, so der Wildkatzenexperte des BUND weiter.

Das Generationenprojekt „Rettungsnetz Wildkatze“ des BUND zielt deshalb auf einen bundesweiten Verbund an Wäldern von insgesamt 20.000 Kilometern Länge ab. Nicht immer ist es möglich, die Waldverbindungen fernab von Straßen zu entwickeln. Umso wichtiger ist ein achtsames Verhalten der Autofahrer.

Der BUND-Tipp: Achten Sie besonders in waldreichen Gegenden und in der Dämmerungszeit auf die Geschwindigkeitsbegrenzungen und Wildwechsel-Verkehrsschilder. Behalten Sie den Straßenrand rechts und links im Auge. Blenden Sie nicht das Fernlicht auf, wenn ein Tier zu sehen ist, sondern hupen Sie.


Weitere Informationen:
www.bund.net/wildkatze

Grafiken zur Verbreitung der Wildkatze und Pressefotos:
www.bund.net/wildkatzenfotos (Das Copyright entnehmen Sie bitte der Fotobeschreibung.)

Pressekontakt:
Thomas Mölich, Wildkatzenexperte des BUND Thüringen, bund-wildkatzenbuero@t-online.de, Tel.: 036254 / 879250 

25. Oktober 2016

Zentralistische Netzplanung für erneuerbare Energien nicht durchdacht - Geplante Erdkabel gefährden wertvolle Lebensräume in Thüringen

Erfurt. Anlässlich des Starts von Informationsveranstaltungen zum Thema Netzausbau in Thüringen, fordert der BUND Thüringen den Stopp des Planungsverfahrens für SuedLink und SuedOstLink sowie eine grundlegende Neuerstellung der Stromnetzplanung. Der zentralistische Stromnetzausbau gefährdet wertvolle Lebensräume im Hainich, der Rhön und dem künftigen Nationalen Naturmonument Grünes Band. Regionale Energiekonzepte und dezentrale Stromerzeugung bieten aus Sicht des Verbandes sinnvolle Alternativen.

Robert Bednarsky, Vorstandsmitglied des BUND Thüringen: „Der geplante Stromnetzausbau wird durch den inflexiblen Weiterbetrieb von Kohlekraftwerken verursacht und dient nicht vorrangig der Förderung erneuerbarer Energien. Es sind die bestehenden Atom- und Kohlekraftwerke, die den Transport von Wind- und Solarstrom blockieren, indem sie die bestehenden Stromnetze verstopfen. Die Energiewende wurde bisher nicht zu Ende gedacht.“

Nach Einschätzung des Verbandes hat der Protest gegen Freileitungen bewirkt, dass bei einigen Leitungen die Erdverkabelung nun gesetzlichen Vorrang hat. Aber auch Erdkabel haben erhebliche Auswirkungen auf Natur, Boden, Wald und Grundwasser. Dies trifft aus Sicht des BUND Thüringen vor allem auf die Querung von Hainich, Rhön und dem künftigen Nationalen Naturmonument Grünes Band zu.

„‘Aus den Augen aus dem Sinn‘ ist zu kurz gedacht. Nur weil man die Kabel nicht mehr sieht, heißt das nicht, dass es keine Auswirkungen des Stromnetzausbaus mehr gibt. Die Kabel erwärmen nachweislich den Untergrund und haben damit Einfluss auf die sensiblen Lebensräume und deren Flora und Fauna. Und bei Kabelstörungen muss das gesamte Erdreich im Kabelbereich der Störstelle ausgehoben werden – auch in Naturschutzgebieten“, so Robert Bednarsky weiter.

Anstelle der Frage „Freileitung oder Erdkabel“ sei die Frage der Notwendigkeit dieser Dimension des Netzausbaus zu stellen. Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen: „Wir fordern die Stromnetzbetreiber auf, nicht unter dem Vorwand der Energiewende in die eigene Tasche zu wirtschaften.“ Einhalt kann aus der Sicht des BUND Thüringen aber nur die Politik selbst gebieten. „Das Thema Energiewende muss endlich zu Ende gedacht werden. Mit regionalen Energiekonzepten und dezentraler Stromerzeugung sind bereits sinnvolle Alternativen vorhanden.“

Pressekontakt: Stefanie Haupt,  BUND Thüringen, Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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21. Oktober 2016

Die Erde braucht Freunde“ – auch in Suhl – Der BUND informiert und wirbt für sich und seine Projekte vom 24. bis 29. Oktober 2016 in der Suhler Innenstadt

Suhl. Vom Montag, den 24. Oktober, bis einschließlich Samstag, den 29. Oktober, wird ein Team des Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) in der Suhler Innenstadt mit den Bürgern das Gespräch über umweltpolitische Themen der Region suchen und über den gemeinnützigen Verein und seine Projekte informieren.

Frank Henkel, stellvertretender Landesvorsitzender des BUND Thüringen und Vorsitzender des Kreisverbandes Schmalkalden-Meiningen: „Wir wollen den Bürgerinnen und Bürgern die Chance geben, die Arbeit des BUND in der Region kennen zu lernen. Besonders freuen wir uns über Menschen – ganz gleich ob jung oder alt – die sich ehrenamtlich engagieren wollen und natürlich über neue Mitglieder, welche unsere umweltpolitische und gemeinnützige Arbeit mit ihrer Stimme und einem frei zu wählenden finanziellen Beitrag unterstützen. Der BUND ist ein Mitgliederverband: Je stärker unsere Gemeinschaft ist, desto mehr erreichen wir natürlich für Umwelt und Natur. Das Team vor Ort ist direkt vom BUND und informiert Sie gerne über die bestehenden Möglichkeiten zur Mithilfe. Wir freuen uns auf Sie!“

Alle Bürger, die in dieser Woche nicht direkt mit dem Team des BUND ins Gespräch kommen können, haben jederzeit die Möglichkeit, schnell und unkompliziert Kontakt über die Landesgeschäftsstelle in Erfurt aufzunehmen.

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21. Oktober 2016

Feierliche Eröffnung des Kompetenzzentrums Natura 2000-Stationen - Qualifizierungsangebot in Kooperation mit der Fachhochschule Erfurt geplant

Erfurt. Heute wurde das Kompetenzzentrum Natura 2000-Stationen an der Fachhochschule Erfurt eröffnet. Es bildet die Koordinationsstelle für eine nicht nur in Deutschland einzigartige Infrastruktur von Natura 2000-Stationen, mit denen Thüringen einen neuen Weg beim Schutz des Europäischen Naturerbes beschreitet. Bei seinen vielfältigen Aufgaben erhält das Kompetenzzentrum in Zukunft Unterstützung von der Fachhochschule Erfurt.

„Mit der Fachhochschule Erfurt haben wir einen kompetenten Partner für das Kompetenzzentrum Natura 2000-Stationen gewonnen“, erklärte Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. „Jetzt können wir zentrale Vorhaben, wie die Etablierung eines speziellen Natura 2000-Manager-Lehrgangs, starten“. Nach Angaben von Vogel bietet der Lehrgang ein Qualifizierungsangebot für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Natura 2000-Stationen. Er soll Fachkompetenzen bei der naturschutzfachlichen Beratung von Landnutzern, beim Management von Arten und Lebensräumen oder beim Einwerben von Fördermitteln für Naturschutzprojekte vermitteln. Dazu sollen auch Lehrangebote der Fachhochschule Erfurt in den Lehrgang integriert werden.

„Für uns ist das eine gewinnbringende Kooperation“, betonte Prof. Dr. Stefan Brunzel vom Fachgebiet Biologische Vielfalt und Artenschutz der Fachhochschule Erfurt. „Wir profitieren bei der Ausbildung unserer Studierenden durch die Praxiserfahrungen aus den Natura 2000-Stationen. In Zukunft werden wir Schwerpunkte in der Naturschutzausbildung direkt aus dem Netzwerk der Natura 2000-Stationen heraus setzen“. "Diese Kooperation entspricht unserem Leitbild der 'angewandten Wissenschaft' als Kombination aus Theorie und Praxis", bekräftigte auch der Rektor der Fachhochschule Erfurt, Prof. Dr.-Ing. Volker Zerbe.

Neben der Entwicklung von Qualifizierungsangebote sieht Sebastian König, Leiter des Kompetenzzentrums Natura 2000-Stationen, weitere Herausforderungen: „Wir koordinieren die Arbeit der Stationen und fördern den fachlichen Austausch. Gemeinsam mit dem Thüringer Umweltministerium und den zuständigen Fachbehörden entwickeln wir Vorschläge für Schwerpunktsetzungen im Naturschutz. Nicht zuletzt ist uns die positive Verankerung des Schutzgebietsnetzes Natura 2000 in der öffentlichen Wahrnehmung ein besonderes Anliegen.“

Mit der Übergabe des Förderbescheids an das Kompetenzzentrum gab die Thüringer  Umweltministerin Anja Siegesmund heute den offiziellen Startschuss für die Arbeit der landesweiten Service-Einrichtung für die Natura 2000-Stationen. Die Trägerschaft für diese Einrichtung haben der BUND Thüringen, der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL) und der NABU Thüringen gemeinsam übernommen, unterstützt mit einer Förderung durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) und das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz (TMUEN).

Die während der vierjährigen Projektlaufzeit entwickelten Instrumente, wie z.B. ein Qualifizierungsangebot für die Natura 2000-Stationen, können in Zukunft auch in anderen Bundesländern zum Einsatz kommen und Erfahrungen bundesweit übertragen werden.

Link zum Video: Thüringens Natura 2000-Stationen

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6. Oktober 2016

2.500 ha Waldwildnis am Possen wird durch Region unterstützt – Hubert Weiger: Beitrag zum weltweiten Erhalt der Rotbuchenwälder

Sondershausen. Der BUND sieht eine breite Unterstützung bei der Umsetzung einer Waldwildnisfläche von 2.500 Hektar rund um den Possen bei Sondershausen durch die Bürgerschaft, die Stadt und den Kyffhäuserkreis und Abgeordnete im Thüringer Landtag. Er fordert die Landesregierung auf, das bereits im Koalitionsvertrag verankerte Vorhaben durch die Einstellung der forstlichen Nutzung auf Staatswaldflächen im Possen zügig umzusetzen.

„Die breite Unterstützung von Bürgerschaft, Kommunal- und Landespolitikern für einen Urwald von morgen rund um den Possen ist beispiellos in Deutschland“, sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger, nach der gestrigen öffentlichen Veranstaltung. „Mit dem Verzicht einer forstlichen Nutzung auf einer Fläche dieser Größe kann Thüringen einen herausragenden Beitrag zum weltweiten Erhalt der Rotbuchenwälder und ihrer biologischen Vielfalt leisten“, so Weiger.

Besonderer Dank gelte laut dem Vorsitzenden des BUND der „Bürgerinitiative ProKyffhäuserwald“,  die bereits 1.500 Unterschriften zur Nutzungsfreistellung an das Umwelt- und Landwirtschaftsministerium übergeben hat und das Vorhaben an die Menschen vor Ort heranträgt.

Nach Angaben des BUND entspreche das Vorhaben dem Ziel im Koalitionsvertrag der Rot-Rot-Grünen Landesregierung, mindestens 5 % des Waldes aus der Nutzung zu nehmen. Als großflächig unzerschnittener Buchenwald biete sich der Possenwald als Waldwildnisgebiet an. Als Teil der Hainleite bilde er ein wichtiges Verbindungsglied zwischen den urwaldartigen Buchenwäldern der Hohen Schrecke und dem Nationalpark Hainich. Er beherberge eine Vielzahl gefährdeter Tier- und Pflanzenarten. U.a. bilde der Possen ein Schwerpunktvorkommen des gefährdeten Hirschkäfers. Die zügige Umsetzung einer Waldwildnis setze die Erhaltungsziele für den Possen als Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000 in optimaler Weise um.

Der BUND sieht sich mit seiner Forderung auch durch den Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) unterstützt, der in seinem jüngsten Gutachten mehr Waldwildnis auf großer Fläche für Deutschland fordert.

„Durch die Ausweisung als Wald mit dauerhafter natürlicher Entwicklung entsteht im Possenwald ein großartiges Wildnisgebiet direkt vor den Toren von Sondershausen. Dieses Vorhaben birgt eine große Chance für die Region“, sagt Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. „Die Besucherentwicklung im Nationalpark Hainich zeigt eindrucksvoll, dass das Ruhen der Motorsägen erst die Voraussetzung für eine touristische Entwicklung schafft und damit einen Fortschritt und keinen Rückschritt für die gesamte Regionalentwicklung bedeutet.“

Pressekontakt: Stefanie Haupt,  BUND Thüringen, Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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30. September 2016

Auf den Spuren der deutschen Teilung und Wiedervereinigung – BUND: Das GRÜNE BAND Thüringen muss Nationales Naturmonument werden

Erfurt. Anlässlich des 26. Jahrestages der deutschen Wiedervereinigung tritt die Bedeutung des Grünen Bandes als lebendiges Mahnmal der deutschen Teilung und Wiedervereinigung deutlich hervor. Für den BUND Thüringen ist das GRÜNE BAND zusammen mit den säumenden Grenzlandmuseen Teil der Erinnerungs- und Wiederaufarbeitungskultur im Freistaat. In dieser und in seiner Funktion als einmaliger national bedeutender Biotopverbund fordert der BUND, das GRÜNE BAND zeitnah als erstes großflächiges Naturmonument auszuweisen.

Gerade zum Tag der Deutschen Einheit lädt Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen, ein, das GRÜNE BAND Thüringen als Erinnerungs- und Mahnmal zu besuchen: „Aus der ehemaligen Todeslinie ist heute eine blühende Lebenslinie für heimische Tier- und Pflanzenarten geworden. Menschen aus ganz Deutschland nutzen hier die Chance zur Erholung und Aufarbeitung ihrer ganz persönlichen Geschichte.“
 
Wo früher die Grenze Menschen trennte, verbindet heute das gemeinsame Engagement für die Natur. „Dass aus einem Element der Teilung Deutschlands ein Symbol der Verbindung entstand, prädestiniert das Grüne Band als Nationales Naturmonument. Dieser Status ermöglicht den Schutz des Grünen Bandes vor weiteren Eingriffen und das Bewahren seiner kulturhistorischen Bedeutung besser als jeder andere Schutzstatus“, so Ron Hoffmann weiter.

Der BUND Thüringen fordert, dem Grünen Band Thüringen zeitnah diesen besonderen Schutzstatus zuzusprechen. Ron Hoffmann: „Die Ausweisung als Nationales Naturmonument soll eine weitere Zerschneidung und eine Intensivierung der Nutzung im Grünen Band verhindern. Nur so können wir diese einmalige Verbindung von Geschichte und Natur auch für unsere Enkel und Großenkel bewahren. Denn – einem Zitat von George Santayana folgend – ‚wer sich nicht seiner Vergangenheit erinnert, ist verurteilt, sie zu wiederholen‘.“

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23. September 2016

BUND Thüringen: Massentierhaltung ist Tierquälerei - Artgerechte Tierhaltung geht nur mit Obergrenzen für Tierbestände

Erfurt. Der BUND Thüringen fordert Instrumente, um die Größe von Thüringer Tierbetrieben zu beschränken. Jüngste Vorfälle zeigen, dass Verstöße gegen das Tierschutzgesetz in der industriellen Tierhaltung billigend in Kauf genommen würden.

Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer BUND Thüringen: „Der aktuelle Fall erinnert an einen Verstoß, der bereits 2013 vom Zuchtbetrieb  Gut  Thiemendorf  Heideland bekannt wurde. Hier scheint es sich nicht um ‚schwarze Schafe‘ zu handeln, sondern wohl eher um den Regelfall. Die Dimensionen, in denen Tiere gehalten werden, provozieren diese Vorfälle geradezu.“

Der erste "Fleischatlas Deutschland Regional 2016", der im Januar von BUND und Heinrich-Böll-Stiftung herausgegeben worden ist, belegt diesen Trend zu „Megamastanlagen“. Dr. Burkhard Vogel: „Die Produktion von Fleisch konzentriert sich auf immer weniger Betriebe, die dafür überproportional wachsen und mit Ihnen die Anzahl gehaltener Tiere.“

„Nur die gesetzliche Festlegung von Obergrenzen für die zu haltenden Tiere pro Betrieb ermöglichen eine annähernd ‚artgerechte‘ Haltung. Wenn Unternehmen in Thüringen diese Zahl um ein Vielfaches überschreiten, sind Vorfälle wie im Mastbetrieb des Thüringer Bauernpräsidenten geradezu vorprogrammiert. Eine Modernisierung der Ställe, wie von Gumpert vielfach gefordert, garantiere nicht automatisch eine artgerechte Haltung der Tiere“, so Dr. Burkhard Vogel weiter.

Die vom BUND gefordert Obergrenzen für Tierbestände finden sich im Leitbild des mitbegründeten Vereins NEULAND wieder, als dessen Träger sich der BUND zusammen mit dem Deutschen Tierschutzbund und der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft seit Jahren für eine tiergerechte und umweltschonende Nutztierhaltung einsetzt.

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21. September 2016

„Biene Maja“ erhält Hilfe aus Schmalkalden-Meiningen: BUND erhält Auszeichnung „Thüringer Bienenfreunde 2016“

Erfurt/ Meiningen. „Kinder schwärmen für Bienen“ – unter diesem Motto setzt sich die Kindergruppe des BUND Kreisverbandes Schmalkalden-Meiningen seit Jahren aktiv für den Schutz von Bienen und anderen Insekten ein. Ihr Engagement wurde am Freitag, den 16. September, im Rahmen der „Grünen Tage Thüringen“ in Erfurt nun offiziell mit der Auszeichnung „Thüringer Bienenfreunde 2016“ geehrt. Die Prämierung setzt ein positives Signal, das dazu anregen soll, dem Vorbild auch in anderen Teilen Thüringens zu folgen.

Durch den Bau von Nisthilfen, der Pflege von Streuobstwiesen, der Pflanzung neuer Obstbäume sowie der Aufklärung der Öffentlichkeit leisten die Kindergruppe und Mitglieder des BUND Kreisverbandes Schmalkalden-Meiningen Jahr für Jahr einen Beitrag, die Insektenbestände in der Region zu sichern.

„Wir freuen uns sehr über die öffentliche Anerkennung. Die Bestandserhaltung von Bienen und anderen Insekten ist eine wichtige Aufgabe des BUND und wir möchten bereits die Jüngsten animieren, Ihren Beitrag dazu leisten“, so Frank Henkel, stellvertretender Landesvorsitzender, BUND Thüringen. „Von den Aktionen profitieren nicht nur die Insekten, sondern auch die Kinder selbst im Hinblick auf Kreativität und Gruppendynamik.“

Mit den vielfältigen BUND-Umweltbildungsangeboten im Kreis Schmalkalden-Meiningen lernen nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern auch Erwachsene die Lebensweise und den Lebensraum sowie verschiedene Möglichkeiten zur Unterstützung der Insekten kennen. Frank Henkel: „Wir freuen uns, wenn in Zukunft noch mehr Kreis- und Ortsverbände des BUND über die Landesgrenzen hinaus unserem Vorbild folgen. Wir alle können einen Beitrag zur Sicherung des Lebensraums von „Biene Maja“ leisten.

Wie Sie helfen können, den Lebensraum von Bienen zu schützen, erfahren Sie unter:  http://www.bund.net/themen_und_projekte/aktion_wildbienen/was_kann_ich_tun/

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20. September 2016

Vom Todesstreifen zur Lebenslinie - Ausstellung zum Grünen Band im Wildkatzendorf

Erfurt/Hütscheroda. In der Zeit vom 26.09. bis 02.10.2016 können sich Besucher vom Wildkatzendorf über die Naturschutzmaßnahmen vom BUND am Grünen Band informieren. Die Wanderausstellung „Grünes Band Deutschland - Lebenslinie Todesstreifen“ und zwei Kurzdokumentationen zeigen die Geschichte und die Natur am Grünen Band Deutschland.
Der Eiserner Vorhang teilte bis 1989 Deutschland. Für die Menschen war er eine unüberwindbare Barriere. Die Natur hingegen profitierte davon, dass der Grenzstreifen von intensiver menschlicher Nutzung weitgehend verschont blieb. Über 12.500 Kilometer erstreckt sich der ehemals eiserne Vorhang in Europa heute als grüner Korridor mit außergewöhnlicher Artenvielfalt mit über 1.200 bedrohten Tier- und Pflanzenarten. Hier reihen sich urige Wälder und Sümpfe, artenreiche Kulturlandschaften sowie wilde Gebirgs- und Flusslandschaften aneinander, wie sie in Europa sonst kaum noch zu finden sind. Doch an vielen Stellen zerschneiden Äcker und Intensivgrünland diesen einzigartigen Wanderkorridor bedrohter Pflanzen und Tiere. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) will den nationalen Biotopverbund im Grünen Band stärken. An Stellen, wo intensive Landnutzung die wertvolle Lebenslinie durchtrennt, wurden Flächen gekauft und natürlich gestaltet. Das Projekt "Lückenschluss Grünes Band" macht den Weg wieder frei für die Natur.
Die Ausstellung ist im Eintritt für das Wildkatzendorf enthalten.

(www.wildkatzendorf.de)

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17. September 2016

Demonstration für einen gerechten Welthandel - 15.000 demonstrieren in Leipziger Innenstadt

Erfurt/Leipzig. Heute sind in Leipzig trotz widriger Witterungsbedingungen 15.000 Menschen auf die Straße gegangen, um für einen gerechten Welthandel und gegen die Freihandelsabkommen CETA und TTIP zu demonstrieren. Die OrganisatorInnen der Demonstration zeigten sich begeistert über die große Anzahl Menschen, die die Erwartungen weit übertroffen haben, aus vielen Regionen, die ein vielfältiges, buntes und zu allen Zeiten friedfertiges Zeichen gegen den Transatlantischen Freihandel gesetzt haben.
Leipzig ist eine von bundesweit sieben Städten, in denen heute Demonstrationen gegen die umstrittenen Abkommen stattgefunden haben.
Insgesamt sind in den sieben Städten – neben Leipzig sind das Stuttgart, München, Köln, Frankfurt/Main, Hamburg und Berlin – rund 320.000 Menschen für einen gerechten Welthandel unterwegs gewesen. In Leipzig hatte neben dem bundesweiten Trägerkreis ein vielfältiges Bündnis aus 16 mitteldeutschen Organisationen sowie diversen regionalen Initiativen und Unterstützenden – darunter auch Vereinigungen aus Sachsen-Anhalt und Thüringen – zu der Demonstration aufgerufen.
Kurz vor dem SPD-Parteikonvent am 19. September in Wolfsburg und dem entscheidenden Treffen des EU-Handelsministerrats am 22. und 23. September in Bratislava, haben wir mit der Demonstration ein starkes Zeichen für einen gerechten Welthandel gesetzt. Unser Ziel ist es, mit dem Protest einen Stopp der Verhandlungen und die Nichtratifizierung von CETA im Bundestag und Bundesrat zu erwirken.
"Wir als Gewerkschaft ver.di sehen die Gefahr, dass durch CETA, TTIP und Co. die Rechte der Beschäftigten in einem unvorstellbarem Maße ausgehebelt werden.“, sagt Ines Kuche, Geschäftsführerin von ver.di Leipzig-Nordsachsen und fügt hinzu: „Diese Abkommen bedrohen die Demokratie im Land und auch in den Betrieben. Letztendlich kann und wird dies dazu führen, dass Mitbestimmung, Internationale Arbeitsnormen und die Einhaltung von Tarifverträgen als Handelshemmnisse eingestuft werden."
Prof. Dr. Felix Ekardt, Landesvorsitzender des BUND Sachsen e.V., kommentiert die Demonstration aus Sicht des Natur- und Umweltschutzverbandes: „Die Teilnehmerzahlen zeigen, wie besorgt die Menschen auch in Sachsen auf die möglichen Folgen von CETA und TTIP schauen. Denn CETA und TTIP machen einen besseren Umweltschutz auf beiden Seiten des Atlantiks noch unwahrscheinlicher – sie drohen vielmehr den Wettlauf um die billigsten und schwächsten Umweltstandards zu verstärken, um sich im Freihandel gegenüber der jeweils anderen Seite zu behaupten. Und bei diesem Wettlauf gibt es am Ende einen großen Verlierer: die Natur und Umwelt. Und dass wir diese mögliche Niederlage nicht hinnehmen wollen, haben wir heute gezeigt.“
„Auf die Verschärfung der Armut in den Ländern des Südens, die schon jetzt nicht mehr mit den niedrigen Preisen mithalten können", verweist Christine Müller, von der Ev. Luth. Landeskirche Sachsens. Diese Situation erfordert das Einstehen für eine globale Solidarität und eine gerechte Welthandelsordnung, jenseits von kapitalistischer Marktlogik weltweit.
Wir sind das mitteldeutsche Bündnis gegen CETA und TTIP:
Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), attac, BUND, BUND-Jugend, DGB, ENS - Entwicklungspolitisches Netzwerk Sachsen e.V., Evang.-Luth. Landeskirche, GEW-Jugend, Konzeptwerk Neue Ökonomie, Mehr Demokratie, Meine Landwirtschaft Sachsen, NaturFreunde, oikos Leipzig e.V., Paritätischer Wohlfahrtsverband, ver.di, Volkssolidarität, WWF-Jugend, Demobündnis Halle, Demobündnis Dresden, Bündnis Erfurt TTIP-frei, Jugendbündnis (Leipzig), Netzwerk Vorsicht Freihandel! (Leipzig)


Weitere Informationen:
www.ttip-demo.de/bundesweiter-demo-tag/leipzig
Pressefotos ab 15:00 Uhr:
www.flickr.com/photos/114815285@N06/albums/72157672713199996

Die OrganisatorInnen unterstreichen den transatlantischen Charakter ihres Protestes und distanzieren sich deutlich von nationalistisch motivierter Freihandelskritik. Das Bündnis versteht sich als zivilgesellschaftlicher Zusammenschluss in dem alle willkommen sind – außer Bewegungen, Parteien, Organisationen und Vereine, die rassistische, antiamerikanische und nationalistische Tendenzen aufweisen. Diese sind auf der Demonstration ausdrücklich nicht willkommen. Denn die UnterstützerInnen der Demonstration eint in all ihrer Vielfalt etwas sehr Grundsätzliches: die Sorge um unsere Demokratie und unseren sozialen Rechtsstaat.

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16. September 2016

„Die Erde braucht Freunde“ – auch in Erfurt - Der BUND informiert und wirbt für sich und seine Projekte vom 19. bis 24. September 2016 in der Erfurter Innenstadt

Erfurt. Vom Montag, den 19. September, bis einschließlich Samstag, den 24. September, wird ein Team des Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) in der Erfurter Innenstadt (auf dem Anger) mit den Bürgern das Gespräch über umweltpolitische Themen der Stadt Erfurt und Deutschland generell suchen und über den gemeinnützigen Verein und seine Projekte informieren.

Robert Bednarsky, Vorsitzender des BUND Stadtverbandes Erfurt: „Wir wollen den Bürgerinnen und Bürgern die Chance geben, die Arbeit des BUND in der Stadt Erfurt kennen zu lernen. Über die Weiterentwicklung der Stadtnatur, das Retten und Pflanzen von Bäumen, die Bürgerbeteiligung zu verschiedenen Vorhaben der Stadtentwicklung und vieles mehr führt der BUND Erfurt Projekte zum Mitmachen durch. Besonders freuen wir uns über Menschen – ganz gleich ob jung oder alt – die sich ehrenamtlich engagieren wollen und natürlich über neue Mitglieder, welche unsere umweltpolitische und gemeinnützige Arbeit mit ihrer Stimme und einem frei zu wählenden finanziellen Beitrag unterstützen. Der BUND ist ein Mitgliederverband: Je stärker unsere Gemeinschaft ist, desto mehr erreichen wir natürlich für die Umwelt und Natur, auch hier in der Stadt Erfurt. Das Team vor Ort ist direkt vom BUND und informiert Sie gerne über die bestehenden Möglichkeiten zur Mithilfe bei den Projekten des Stadtverbandes in Erfurt. Wir freuen uns auf Sie!“

Alle Bürgerinnen und Bürger, die in dieser Woche nicht direkt mit dem Team des BUND ins Gespräch kommen können, haben jederzeit die Möglichkeit, schnell und unkompliziert Kontakt über die Landesgeschäftsstelle in Erfurt aufzunehmen.

Unsere Kontaktdaten:
BUND Landesgeschäftsstelle
Trommsdorffstraße 5
99084 Erfurt
Fon: 0361 - 555 03 10
Fax: 0361 - 555 03 19
bund.thueringen@bund.net
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9. September 2016

Großdemonstrationen am 17. September – „Für einen gerechten Welthandel: STOP CETA & TTIP“ – Erfurt fährt mit einem extra angemieteten Bus nach Leipzig

Erfurt. Bürger aus Erfurt können am 17. September gemeinsam mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Thüringen nach Leipzig fahren. Hier findet eine der sieben Großdemonstrationen „Für einen gerechten Welthandel: CETA & TTIP stoppen“ statt.


„Wir haben einen Bus organisiert, damit möglichst viele Menschen aus Erfurt mit uns ihren Protest gegen die undemokratischen Freihandelsabkommen auf die Straße tragen können“, so Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer BUND Thüringen. Noch bis 15.09. sind Bustickets zu einem vergünstigten Preis von 13 Euro (15 Euro für Nichtmitglieder des BUND) erworben werden. Der Bus startet um 9:00 Uhr vom Busbahnhof Bussteig 7 am Hauptbahnhof.


Das bundesweite Bündnis "CETA und TTIP stoppen! – Für einen gerechten Welthandel!" erwartet am 17.  September mehr als 250.000 Menschen auf den sieben zeitgleich stattfindenden Demonstrationen. So wird in der entscheidenden Woche vor dem Treffen der EU- Handelsminister/innen am 22./23. September in Bratislava ein deutliches Signal gesetzt. Denn dieses Treffen soll den Weg ebnen für die Unterzeichnung von CETA und für eine vorläufige Inkraftsetzung des Vertrags. Dadurch würden Tatsachen geschaffen und die demokratischen Entscheidungsprozesse in den EU-Mitgliedsstaaten zunächst umschifft.


Das Bündnis lehnt alle Versuche ab, die Rechte der Parlamente auszuhebeln oder einzuschränken.  Im gemeinsamen Aufruf für den Demonstrationstag wird kritisiert, dass CETA und TTIP „vor allem mächtigen wirtschaftlichen Interessengruppen dienen und somit das Ungleichgewicht zwischen Gemeinwohl- und Wirtschaftsinteressen festschreiben“. Beide Abkommen untergraben Demokratie und Rechtsstaatlichkeit und bedrohen Umwelt- und Verbraucherschutz, Arbeitsrechte, soziale Standards, Kultur und Bildung. Gefordert werden stattdessen soziale und ökologische Leitplanken für die Globalisierung.

Buchung über:
Lionara Suß, BFD (Bundesfreiwilligendienst)
BUND Thüringen e.V. Landesgeschäftsstelle
Telefonnummer: 0361 555 03 10
E-Mail: l.suss@bund-thueringen.de

Streckenverlauf:
• Abfahrtszeit in Bad Langensalza: 08:00 Uhr vom ZOB am Bahnhof
• Abfahrtszeit in Erfurt: 09:00 Uhr vom Busbahnhof Bussteig 7 am Hauptbahnhof
• Zwischenstopp in Weimar: 09:30 Uhr an der Tankstelle in Gelmeroda
• Zwischenstopp in Weißenfels: 10:30 Uhr an der Promenade 19 am ZOB
• Ankunftszeit in Leipzig: 11:30 Uhr in der Nähe des Wilhelm-Leuschner-Platz
• Abfahrtszeit in Leipzig: 17:00 Uhr vom Ausstiegsort

Die Demonstrationen finden zeitgleich in Berlin, Frankfurt/Main, Hamburg, Köln, Leipzig, München und Stuttgart statt.


Alle Informationen unter http://ttip-demo.de.

Hintergrund:
Das bundesweite Bündnis "CETA und TTIP stoppen! - Für einen gerechten Welthandel!" reicht von dem globalisierungskritischen Netzwerk Attac und der Bürgerbewegung Campact über den Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), den Deutschen Kulturrat, den Paritätischen Wohlfahrtsverband bis zur entwicklungspolitischen Organisation Brot für die Welt und allen großen Natur- und Umweltverbänden von BUND und NABU bis Greenpeace und WWF. Dem Trägerkreis gehören insgesamt 30 Organisationen an.

 

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9. September 2016

„Die Erde braucht Freunde“ – auch in Weimar – Der BUND informiert und wirbt für sich und seine Projekte vom 12. bis 17. September 2016 in der Weimarer Innenstadt

Weimar. Vom Montag, den 12. September, bis einschließlich Samstag, den 17. September, wird ein Team des Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) in der Weimarer Innenstadt mit den Bürgern das Gespräch über umweltpolitische Themen der Region suchen und über den gemeinnützigen Verein und seine Projekte informieren.

Ruth Bouska, Vorsitzende des BUND Kreisverbandes Weimar: „Wir wollen den Bürgerinnen und Bürgern die Chance geben, die Arbeit des BUND in der Region kennen zu lernen. Besonders freuen wir uns über Menschen – ganz gleich ob jung oder alt – die sich ehrenamtlich engagieren wollen und natürlich über neue Mitglieder, welche unsere umweltpolitische und gemeinnützige Arbeit mit ihrer Stimme und einem frei zu wählenden finanziellen Beitrag unterstützen. Der BUND ist ein Mitgliederverband Je stärker unsere Gemeinschaft ist, desto mehr erreichen wir natürlich für Umwelt und Natur. Das Team vor Ort ist direkt vom BUND und informiert Sie gerne über die bestehenden Möglichkeiten zur Mithilfe. Wir freuen uns auf Sie!“

Alle Bürger, die in dieser Woche nicht direkt mit dem Team des BUND ins Gespräch kommen können, haben jederzeit die Möglichkeit, schnell und unkompliziert Kontakt über die Landesgeschäftsstelle in Erfurt aufzunehmen.

Unsere Kontaktdaten:
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Über den BUND:
Der Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland e.V. (BUND) ist ein gemeinnütziger Verband, der sich seit über dreißig Jahren vielfältigen Natur- und Umweltschutzthemen widmet. Dabei wirkt er überwiegend lokal und regional und ist zusätzlich im weltweit größten Umweltschutznetzwerk Friends of The Earth International (FoE) organisiert.
Nach § 63 des Bundesnaturschutzgesetzes ist der BUND als Umweltverband anerkannt und wird bei Eingriffen in den Naturhaushalt angehört. Dabei arbeitet er wirtschaftlich, parteipolitisch und konfessionell unabhängig.
Derzeit hat der BUND über 500.000 Mitglieder. Sie sind in einem flächendeckenden Netz von über 2.000 Kreis- und Ortsgruppen organisiert. Dazu kommen ca. 800 Kinder- und Jugendgruppen, mit insgesamt knapp 40.000 Mitgliedern, die in einer eigenen Jugendorganisation, der BUNDjugend, organisiert sind. 
Der BUND will die natürliche Schönheit und Vielfalt unserer Heimat bewahren. Dabei verstehen wir uns als Anwalt für Natur, Landschaft und Mensch. Unser Ziel ist es, die natürlichen Lebensgrundlagen für Mensch, Tiere und Pflanzen zu erhalten. 

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9. September 2016

„Grenzen trennen – Natur verbindet“ – Das GRÜNE BAND Thüringen als lebendiges Denkmal deutscher Geschichte

Erfurt. Am Sonntag, den 11. September, stellt sich das GRÜNE BAND Thüringen als lebendiges Mahnmal der deutschen Teilung und Wiedervereinigung beim BÜRGERFEST des Thüringer Geschichtsverbundes vor. Unter dem Motto „DenkMAL Europa“ steht der BUND Thüringen in der Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße für Informationen rund um die einmalige Verbindung von Natur und Geschichte am ehemaligen innerdeutschen Grenzstreifen zur Verfügung.

Nach derzeitigem Stand der Geschichtsforschung hat die Grenze innerhalb Deutschlands mindestens 900 Menschen das Leben gekostet. „Doch wo früher Zaun und Stacheldraht als Todesstreifen Menschen, Dörfer und Landstriche getrennt hat, ist eine blühende Lebenslinie für heimische Tier- und Pflanzenarten und ein Erinnerungs- und Erholungsort für die Menschen entstanden“, so Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen. „Heute kommen Menschen aus ganz Deutschland zur Aufarbeitung der Geschichte hierher: der des Landes, der von Mutter und Vater oder ihres ganz persönlichen Schicksals.“

Für den BUND Thüringen ist das GRÜNE BAND Teil der Erinnerungs- und Wiederaufarbeitungskultur im Freistaat: „Das lebendige Denkmal Grünes Band soll den Menschen auch in Zukunft immer wieder in Erinnerung rufen, was der Bau von Grenzzäunen in ganz Europa zu bedeuten hatte.“ Das GRÜNE BAND Thüringen ist hier Teil des European Green Belt, das entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs von der Barentssee zur Ostsee und an deren Küste bis hin zur ehemaligen innerdeutschen Grenze verläuft.

Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen, ruft auf: „Wir alle können beim Erhalt und der Weiterentwicklung des Grünen Bandes sowohl als einmaligen national bedeutenden Biotopverbund, als auch als geschichtliches Mahnmal der deutschen Teilung und Wiedervereinigung mithelfen. Ein erster Schritt in diese Richtung ist die geplante Ausweisung des Grünen Bandes als „Nationales Naturmonument“. 

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2. September 2016

Zieleinlauf am Grünen Band Thüringen mit Globetrotter Mario Goldstein – Ehemaliger innerdeutscher Grenzstreifen auf dem Weg zum Nationalen Naturmonument

Erfurt. Nach insgesamt 763 km auf dem Grünen Band erreicht Abenteurer Mario Goldstein am Samstag, den 03.09.2016, sein Ziel am Dreiländer-Stein im Harz. Die BUND-Kampagne wird unterstützt von der Stiftung Naturschutz Thüringen und zielt darauf ab, für das GRÜNE BAND Thüringen und  seine geplante Ausweisung als Nationales Naturmonument zu werben.

„Ein Etappenziel ist erreicht, doch liegt noch viel Arbeit vor uns. In Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz soll das GRÜNE BAND zu Deutschlands erstem großflächigem Naturmonument werden“, so Ron Hoffmann, Landesvorsitzender BUND Thüringen. Das künftige Nationale Naturmonument wird die Flächen zwischen der jeweiligen Landesgrenze zu Niedersachsen, Hessen und Bayern und dem ehemaligen Kolonnenweg umfassen. „Gern stehen wir auch unseren Nachbarn mit Rat und Tat zur Seite, um das GRÜNE BAND in Zukunft auch über die Thüringer Landesgrenzen hinaus zu erweitern.“

Eine Ausweitung bietet sich an, das weiß Stella Schmigalle von der Stiftung Naturschutz Thüringen: „Nirgendwo sonst sind Natur und Geschichte so eng miteinander verbunden wie am ehemaligen innerdeutschen Grenzstreifen.“ Die Stiftung Naturschutz Thüringen hat seit 2010 ca. 4000 Hektar Flächen am Grünen Band von der Bundesrepublik Deutschland übertragen bekommen. „Mit der Übernahme ist die Pflicht verbunden, das GRÜNE BAND sowohl als einmaligen national bedeutenden Biotopverbund, als auch als geschichtliches Mahnmal zu erhalten und weiterzuentwickeln. Hier setzten wir auf eine enge Kooperation mit den Grenzlandmuseen.“

Angedacht ist zudem, die zahlreichen Impressionen, die Wanderer Mario Goldstein auf seiner Tour durch das GRÜNE BAND festhalten konnte, zu einer Multivisionsshow zusammenzustellen. Ron Hoffmann, Landesvorsitzender BUND Thüringen:  „So können Menschen aus ganz Deutschland diese Schatzkammer schon einmal auf der Leinwand kennenlernen.“ Der BUND Thüringen und die Stiftung Naturschutz Thüringen wollen dieses Vorhaben finanziell unterstützen. „Von diesen und ähnlichen öffentlichkeitswirksamen Maßnahmen wird in Zukunft vor allem der Tourismus in der Region profitieren. Dazu können auch die Anwohner einen wichtigen Beitrag leisten“, so Stella Schmigalle von der Stiftung Naturschutz Thüringen.

 

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2. September 2016

Tausende von Thüringern sagen Nein zu Freihandelsabkommen – Demokratie stärken – Soziales und Ökologisches schützen

Erfurt. Tausende von Thüringerinnen und Thüringern werden am Sonnabend, den 17. September, in Leipzig mit dabei sein, wenn die Gegner der geplanten Freihandelsabkommen mit Kanada und den USA, CETA und TTIP, auf die Straße gehen. Mit Sonderbussen und einem in Teilen Thüringens erweiterten Bahnangebot werden sie sich an diesem Tag auf den Weg zu der zentralen mitteldeutschen Kundgebung machen. Parallel dazu wird in weiteren sechs deutschen Städten - Hamburg, Berlin, Frankfurt, Köln, München und Stuttgart - demonstriert. In Thüringen hat sich, ebenso wie im gesamten Bundesgebiet, ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis von 30 Trägerorganisationen zusammengefunden, um auf die drohenden Gefahren der Abkommen aufmerksam zu machen. Das Bündnis reicht von Umwelt,- Wohlfahrts- und Sozialverbänden über Gewerkschaften bis hin zu Parteien und regionalen TTIP/CETA-Initiativen. Gerade in der jetzigen Phase der Diskussion um die beiden Abkommen ist es wichtig, allen Politikern deutlich zu machen, dass eine breite Mehrheit der Bevölkerung CETA und TTIP ablehnt, so das Bündnis bei einem Pressegespräch in Erfurt. Vor der Veranstaltung machten Vertreterinnen und Vertreter der beteiligten Organisationen ihren Protest gegen CETA und TTIP in Erfurt öffentlich (siehe Bild).


Die Abkommen bedrohen fast alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens, auch in Thüringen: Die Natur- und Umweltschützer wollen die in Deutschland und Europa erreichten Errungenschaften im Natur- und Umweltschutz nicht aufs Spiel setzen, die Wohlfahrts- und Sozialverbände fürchten um die guten Standards gemeinnütziger sozialer Dienste und um den Gemeinnützigkeitsstatus vieler Vereine und Verbände. Die Gewerkschaften sehen die Rahmenbedingungen guter Arbeit in Gefahr. Und alle eint die Sorge, dass CETA und TTIP die Demokratie aushebeln, wenn Konzerne besondere Klagerechte vor privaten Schiedsgerichten gegen parlamentarische Entscheidungen erhalten. Darüber hinaus werden die Verhandlungen über TTIP weiter im Verborgenen geführt.

CETA und TTIP gehören nach Meinung der Organisatoren eng zusammen. Es ist ein Irrtum zu meinen, von CETA gingen keine Gefahren aus. Wer Nein zu TTIP sagt, muss auch Nein zu CETA sagen die Bündnispartner. Denn CETA diene als Blaupause für TTIP. Schon mit CETA könnten Großunternehmen über kanadische Tochtergesellschaften EU-Mitgliedstaaten auf Schadenersatz verklagen, wenn Gesetze, beispielsweise für mehr Umweltschutz oder bessere Arbeitsbedingungen, die Konzern-Gewinne schmälern. Außerdem enthält CETA eine Vielzahl dehnbarer Rechtsbegriffe, die bei Rechtsstreitigkeiten zu Ungunsten bestehender europäischer und nationaler Regelungen ausgelegt werden könnten.

Sandro Witt, der Vorsitzende der Landesvertretung des DGB Thüringen und stellv. Vorsitzender des DGB Hessen-Thüringen, sagt: „Internationale Handelsbeziehungen sind wichtig. Sie brauchen aber klare sozial- ökologische Leitplanken. Beschäftigte, Verbraucher und Umwelt müssen die Vorteile spüren. Die zahlreichen TTIP- Verhandlungsrunden haben vor allem an diesen Stellen bisher keinen grundlegenden Fortschritt gebracht. Deshalb mobilisieren wir zu den Demonstrationen und werden nicht locker lassen.“


Für Reinhard Müller, den Landesgeschäftsführer des PARITÄTISCHEN, geht es um den Erhalt der hohen Standards gemeinnütziger sozialer Dienste in Thüringen: „Diese Standards könnten durch die großen Konzerne angefochten werden. In Deutschland bestehende Fördermöglichkeiten und Standards könnten als angebliche Wettbewerbshindernisse reduziert werden.“ Durch Klagen vor den internationalen Handelsgerichten könnte so der Neubau von gemeinnützigen Alten- und Pflegeeinrichtungen oder Kitas verhindert oder zumindest verzögert werden. „Ich sehe die Gefahr, dass fast alle Bereiche, in denen der Staat derzeit noch regulierend eingreift, liberalisiert werden.“ Die geheim geführten Verhandlungen sind nach Müllers Einschätzung eine Gefahr für die demokratisch gewählten Parlamente. „Ich verstehe nicht, dass die meisten Bundestagsabgeordneten das widerspruchslos hinnehmen.“

Für Ron Hoffmann, den Vorsitzenden des BUND Thüringen, sind CETA und TTIP eine Gefahr für die hohen Umwelt- und Verbraucherstandards in Europa. „Die bestehenden Gesetze zum Schutz von Mensch und Umwelt sollen als Handelshemmnisse ausgebremst werden und die Interessen multinationaler Chemie- und Agrarkonzerne durchgesetzt werden. Wenn TTIP kommt, wird es bei der Gentechnik-Kennzeichnung oder der Abwehr des Hormoneinsatzes in der Tierhaltung nahezu unmöglich, in der EU geltende Prinzipien beizubehalten“, warnt Hoffmann und fügt hinzu: „Wir fordern die demokratischen Parteien in Thüringen auf, sich dafür einzusetzen, dass die intransparenten Verhandlungen zur Senkung von Arbeits-, Sozial-, Umwelt-, Datenschutz- und Verbraucherschutzstandards sofort gestoppt werden und die Aushöhlung von demokratischen und rechtsstaatlichen Prinzipien verhindert wird.“

Falko Windisch, Vertreter von Attac Erfurt, wendet sich gegen die Sonderklagerechte für Konzerne: „Es gibt keinen Grund, Sonderklagerechte für Konzerne zur Absicherung gegen künftige Profitverluste aufgrund von demokratischen Parlamentsentscheidungen in CETA zu verankern und so die Interessen von ,Investor*innen‘ über das Allgemeinwohl der Bevölkerung zu stellen.“

Die zentrale Demonstration in Leipzig beginnt am Sonnabend, 17. September, um 12 Uhr auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz.

Über Mitfahrmöglichkeiten wird hier informiert: www.ttip-demo.de/anreisewww.ttip-demo.de/anreise

Weitere Informationen zu CETA und TTIP, den Aufruf zur bundesweiten Großdemonstration und die Möglichkeit, diesen Aufruf zu unterschreiben, und viele weitere Infos rund um den TTIP-Protest finden Sie hier:
http://ttip-demo.de/home/http://ttip-demo.de/home/

Pressekontakt: Stefanie Haupt,  BUND Thüringen, Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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7. Juli 2016

Auf dem Weg zum Nationalen Naturmonument – Weltenbummler und ehemaliger Grenzflüchtling Mario Goldstein erwandert das Grüne Band Thüringen

Erfurt. Das Grüne Band Thüringen soll Nationales Naturmonument werden. Deshalb sendet der BUND Thüringen den Abenteurer und Globetrotter Mario Goldstein als Botschafter, um die ehemalige innerdeutsche Grenze vom Vogtland bis zum Harz zu erwandern. Gemeinsam mit den Menschen in der Region soll der ehemalige Grenzflüchtling das Abenteuer monumentaler Natur und Weltgeschichte am Grünen Band entdecken und für ein durchgehendes Schutzgebiet werben.

"Unser Ziel ist der flächendeckende Schutz des Grünen Bandes als Nationales Naturmonument", sagte Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen. "Mit Mario Goldstein macht sich ein Mensch auf den Weg zu diesem Ziel, der in seiner eigenen Lebensgeschichte die Schrecken der Grenze und die Abenteuer grenzenloser Natur verbindet."

Nach Angaben von Hoffmann ist das Grüne Band in besonderer Weise für die Schutzgebietskategorie Nationales Naturmonument geeignet. Entlang der ehemaligen Grenze konzentrieren sich schützenswerte Natur und kulturhistorische Zeugnisse der deutschen Teilung und Wiedervereinigung. Durch die Ausweisung als Nationales Naturmonument auf dem Gebiet des ehemaligen Grenzstreifens zwischen Kolonnenweg und Landesgrenze erhalte es den Charakter eines Naturschutzgebietes. Dadurch könne der flächendeckende Schutz dieses lebendigen Denkmals gewährleistet werden.

"Nach meinen Reisen durch die Welt reizt mich das Abenteuer vor der Haustür. Das Grüne Band bietet die Möglichkeit, die Vielfalt der Natur mitten in Deutschland zu entdecken", sagte der Abenteurer und Reisefotograf Mario Goldstein.

Über die einzigartige Kombination aus Natur und Geschichte und die geplante Ausweisung als Nationales Naturmonument sei er auf diese Erinnerungslandschaft gekommen. Er wolle diese Schatzkammer der Artenvielfalt entdecken, das Leben der Menschen und ihre Geschichten von damals und heute kennenlernen. Dabei kehre er als ehemaliger Grenzflüchtling nach 28 Jahren erstmals wieder an die ehemalige Grenze zurück, um sich auch seiner eigenen Geschichte zu stellen.

Mario Goldstein beginnt seine Wanderung am 13. Juli am Dreiländereck Bayern/ Sachsen/ Thüringen und wird am 5. September im Harz erwartet.

"Wir wollen erreichen, dass die Menschen mit den Augen des Globetrotters Mario Goldstein ihre Heimat sehen und sich für die Einzigartigkeit des Grünen Bandes begeistern lassen", sagte Hoffmann. Wir fordern auch die anderen Bundesländer am Grünen Band auf, dem Beispiel Thüringens zu folgen und ihren Anteil am Grünen Band als Nationales Naturmonument auszuweisen. Nur dann kann das Grüne Band Deutschland als Teil des Europäischen Biotopverbundes Green Belt Europe dauerhaft gesichert werden."

 

Pressekontakt: Dr. Burkhard Vogel,  BUND Thüringen, Landesgeschäftsführer
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19. Juni 2016

KV Ilm-Kreis: BUND und ADFC waren mobil ohne Auto!

Edith Spanknebel und Thea Vollmer (rechts)

Am Sonntag mal das Auto stehen lassen und sich mit dem Fahrrad auf Spurensuche begeben, das war das Anliegen der Aktion "Mobil ohne Auto" (MoA), die BUND und ADFC im Ilm-Kreis gemeinsam organisierten.

Am Bach-Denkmal in Arnstadt begann die Tour. Tourenleiterin Thea Vollmer (ADFC) leitete sie über Dornheim nach Hausen zum Naturerlebnishof. Eine familienfreundliche Strecke, auf der Jungfrösche und Erbsenfelder, der Erlebnishof und, gemeinsam mit den Teilnehmenden aus Ilmenau, die schöne Umgebung bestaunt wurden. Bei einem Picknick verging die Zeit recht schnell. Am Ende war allen klar, dass die Aktion im kommenden Jahr wiederholt wird - und zwar wieder am 3. Sonntag im Juni, so wie es lange Zeit Tradition war - nächstes Jahr dann thüringenweit.

Hintergrund:
"Der Radverkehr braucht nicht nur auf touristischen Wegen, sondern auch im städtischen Bereich mehr Platz", so Edith Spanknebel (BUND). Der ADFC setzt sich seit langem für mehr Radwege im innerstädtischen Bereich ein, und dafür, dass Radfahrerinnen und Radfahrer als gleichberechtigte Teilnehmende im Straßenverkehr anerkannt werden. ADFC und BUND werben mit Veranstaltungen wie MoA für mehr Mobilität bei weniger Abgasen: Gerade auf Kurzstrecken, in der Stadt, zur Arbeit macht Bewegung mit dem Rad nicht nur Spaß, sie fördert auch die Gesundheit. "Weniger Autos auf unseren Straßen bedeutet mehr Lebensqualität und mehr Platz für Klein und Groß", weiß Sybille Streubel. Gerade jüngere Menschen verzichten heute bereits auf ein Auto. Lastenräder oder Car-Sharing-Programme helfen, wenn doch mal mehr transportiert werden muss.

Kontakte:

Sybille Streubel

bund.ilmkreis@bund.net

Thea Vollmer

arnstadt@adfc-thueringen.de

8. Juni 2016

Rettung des Winkelbergs in der Gipskarstlandschaft steht nichts mehr im Weg. BUND Thüringen begrüßt geplante Ausweisung als Naturschutzgebiet

Erfurt/ Nordhausen. Der BUND Thüringen begrüßt die von Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund angekündigte Erweiterung des Naturschutzgebietes „Rüdigsdorfer Schweiz“ um die noch ausstehenden 18 Hektar am Winkelberg. Das aktuelle Rechtsgutachten bestätigt die Position des BUND Thüringen, dass aus dem sogenannten Gipskompromiss von 1997 keine Rechtsansprüche für einen Gipsabbau am Winkelberg bestehen.

„Der mehr als ein Vierteljahrhundert dauernde Kampf des BUND Thüringen gemeinsam mit den Bürgern in der Region um das Herz der Südharzer Gipskarstlandschaft hat sich gelohnt“, freute sich Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen. „Mit Ihrer Entscheidung, den Winkelberg als Naturschutzgebiet auszuweisen, zieht Ministerin Siegesmund endlich einen Schlussstrich um die Auseinandersetzung und rettet ein Naturparadies der Extraklasse.“

Nach Angaben des BUND Thüringen nimmt die Rüdigsdorfer Schweiz als letztes zusammenhängendes Gipskarstgebiet eine Sonderstellung ein. Im Gegensatz zu allen anderen Karstgebieten im Südharz, die durch großflächige Gipssteinbrüche zerstückelt sind, bilde die Rüdigsdorfer Schweiz eine noch intakte landschaftliche Einheit. Das Mosaik verschiedenster Biotoptypen auf kleinstem Raum beherberge einen immensen Reichtum an gefährdeten Tier- und Pflanzenarten. Der Winkelberg bilde mit Trockenrasen, Streuobstwiesen, Magerwiesen sowie Birken- und Eichenwälder das Herzstück innerhalb der Rüdigsdorfer Schweiz und der gesamten Gipskarstlandschaft. Der Gipsabbau würde diese Naturschätze unwiederbringlich zerstören.

Den Anspruch der Firma CASEA GmbH auf Abbaurechte am Winkelberg unter Berufung auf den sogenannten Gipskompromiss von 1997 weist der BUND Thüringen zurück. Das vom Thüringer Umweltministerium in Auftrag gegebene Rechtsgutachten bestätige, dass die Vereinbarung von 1997 keine rechtsverbindliche Wirkung habe.

„Wir fordern CASEA und andere Gipsfirmen in der Region auf, endlich ihre Pläne für neue Gipsabbauvorhaben am Winkelberg oder anderswo im Südharz zu beerdigen“, sagte Dr. Burkhard Vogel, Landgeschäftsführer des BUND Thüringen. „Das Gipswerk Rottleberode in Sachsen-Anhalt zeigt, dass mit modernen Technologien zur Verarbeitung von REA-Gips und Recyclinggips mehr Arbeitsplätze geschaffen werden als durch den Naturgipsabbau. Auch aus unternehmerischer Sicht ist der Raubbau an einem absehbar endlichen Rohstoff keine tragfähige Zukunftsperspektive“.

 

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3. Juni 2016

BUND Thüringen fordert Korrekturen bei EEG-Reformplänen. Landesregierung darf nicht einseitig auf Biomasse als Energieträger setzen

Erfurt. Mit den jetzigen Entwürfen zur geplanten Novellierung des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) droht die Energiewende in Thüringen blockiert zu werden: Bürgerenergieprojekte werden behindert und der Ausbau von Erneuerbaren, insbesondere von Windkraft an Land wird drastisch eingeschränkt. Deshalb fordert der BUND Thüringen die Bundesregierung auf, Bürgerenergie weiterhin zu fördern, auf sogenannte Ausschreibungen zu verzichten und die Ausbau-Drosselung bei den Erneuerbaren zu verhindern. Zudem wird die Thüringer Landesregierung aufgefordert, Biomasse als Energieträger nur unter klaren Bedingungen zu fördern und langfristig auf eine natur- und umweltverträgliche Nutzung von Wind- und Solarenergie zu setzen.

In Thüringen bietet die Nutzung von Windenergie mit das höchste Potenzial zur regenerativen Energieerzeugung und auch im Bereich der Solarenergie hat sich Thüringen in den letzten Jahren zu einem der wichtigsten Standorte bundesweit entwickelt. Somit wäre die Verabschiedung der zur Debatte stehenden EEG-Reform nach jetzigem Stand ein herber Rückschlag für die energiepolitische Zukunft im Land, da das Ausbautempo der Erneuerbaren auf einen Anteil von etwa 40 bis 45 Prozent des Stromverbrauchs bis zum Jahr 2025 gedrosselt werden soll. Dies hätte eine Privilegierung von Strom aus klimaschädlichen Kohlekraftwerken und somit einen klimapolitischen Rückschritt zur Folge.

Die Thüringer Landesregierung pocht unterdessen in der EEG-Reform auf eine weitere Förderung von Biomasse, die mit rund 39 Prozent landesweit den größten Anteil zur Erzeugung von Öko-Strom beiträgt. Die Nutzung von Biomasse als Energieträger lehnt der BUND Thüringen nicht grundsätzlich ab, fordert aber eine Beschränkung auf Reststoffe und einen klaren Verzicht auf Gentechnik und Mais. Vor dem Hintergrund der Wind- und Solarkraftpotenziale in Thüringen darf die Landesregierung zudem nicht primär und langfristig auf Biomasse als Öko-Energieträger Nummer Eins setzen. „Die Ausbaupotenziale bei diesem Energieträger sind begrenzt, wenn nicht die Vermaisung ganzer Landstriche in Kauf genommen werden soll“, sagte Ron Hoffmann Landesvorsitzender des BUND Thüringen. Nach Angaben des BUND Thüringen beträgt der Anteil der Bioenergie am Primärenergieverbrauch in Thüringen bereits 19%. Ein Ausbau bis 23% sei noch landschaftsverträglich möglich.

Einen weiteren Kritikpunkt stellt das in der EEG-Reform beschriebene Ausschreibungsmodell anstelle von gesetzlich festgelegten Fördersätzen für Strom aus erneuerbaren Energien dar. Demnach sollen auch Bürgerenergieprojekte von Ausschreibungen betroffen sein. Insbesondere betrifft das die Windkraft an Land, wo vernünftige Regelungen fehlen. Dadurch besteht die Gefahr, dass die Energiewende große und zentrale Strukturen stärkt anstatt die Energiewende in Bürgerhand zu stärken. Die Forderung von Thüringens Ministerpräsident Ramelow, Bürgerprojekten bei der Ausschreibung von Windkraftanlagen eine Zuschlagsgarantie einzuräumen, begrüßt der BUND Thüringen grundsätzlich. Eine Rückkehrmöglichkeit zum alten Vergütungsmodell muss jedoch in den Reformplänen sichergestellt werden.

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Lesen Sie hier die BUND-Stellungnahme zum Entwurf des Bundeswirtschaftsministeriums zur EEG-Reform 2016

3. Mai 2016

KV Ilm-Kreis: Englischer Rasen kontra Blumenwiese – Aufruf zur Artenvielfalt

Wussten Sie, dass auf einem Quadratmeter Blumenwiese bis zu 3.000 Einzelpflanzen und 60 Pflanzenarten stehen? Und wussten Sie, dass etwa 1.500 Insekten- und Spinnentiere darauf wertvollen Lebensraum finden? Der Artenvielfalt auf dieser Wiese steht die Artenarmut unserer Rasenflächen gegenüber, die höchstens ein Dutzend Gräser beheimaten. Schmetterlinge merken das sofort. Während blütenreiche Naturgärten von zehn bis dreißig Arten besucht werden, sind es in Gärten mit wenigen fremdländischen Pflanzen gerade mal drei.

Wir alle lieben Blühpflanzen und farbenfrohe Landschaften. Woher kommt dann der Drang zum englischen Rasen, zur Einheitsmahd, die kaum Leben zulässt? Womöglich weil das Einheitsgrün seit den 50er Jahren unsere Gärten prägt oder man nicht auffallen möchte gegenüber den Nachbarn, um nicht etwa als chaotisch oder unaufgeräumt zu gelten. Auf Flächen, die begangen oder für Sport und Spiel genutzt werden, ist ein kurzgeschorener Englischer Rasen sicherlich eine gute Lösung. Eine Standardlösung sollte er allerdings nicht sein. Das als Unkraut verschriene Wiesenkraut sollte nicht bekämpft werden, denn es dient als Nahrungsquell für viele Tiere. Mancherorts entstehen so Projekte, die Bienen, Hummeln und andere Insekten zurücklocken wollen, so im Großraum Osnabrück, wo Regio-Saatgut an Bürger und Bürgerinnen kostenlos verteilt wird.

Auch im Ilm-Kreis sollten Behörden, Grünflächenämter und Bauhöfe, aber auch Kleingärtner ihre Pflegestandards im Hinblick auf Natur- und Umweltschutzaspekte hinterfragen. Eine kurzrasige Nutzfläche kann man mit wenig Aufwand zu einer extensiv gepflegten Fläche umwandeln; eine Wiese, die ein bis zweimal im Jahr (Ende Juni und September) gemäht wird und in der übrigen Zeit wildlebenden Tieren und Pflanzen zur Verfügung steht. Je später der erste Schnitt erfolgt, umso besser säen sich die Wiesenblumen aus. Allerdings fallen die Samen nur dann aus, wenn das gemähte Gras trocknet und als Heu drei bis vier Tage auf der Wiese bleibt. Das entfernte Mähgut kann danach kompostiert werden oder als Tiereinstreu dienen.

Der BUND empfiehlt den Einsatz einheimischer, standortangepasster Pflanzen in Form von Blühmischungen im Verkehrsbereich oder als Blühstreifen auf Grünflächen (Parks, Friedhöfe, Baubrachen, Ausgleichsflächen, Gartenwiesen). Rieger-Hofmann (http://www.rieger-hofmann.de/home.html) zum Beispiel bietet für jede Region und jeden Boden das passende Saatgut. 

Tipps vom BUND zur Pflege einer Wildblumenwiese:

Soll ein Rasen zur Wiese werden, ist die Art der Mahd entscheidend: Mulcher sind abzulehnen, denn die zerhacken und zerstückeln alle Pflanzen- und Tiere und saugen die Reste ab. Besser sind Balkenmäher, die das Gras scherenartig schneiden. Besonders bei der Überführung von zuvor stark gedüngtem Rasen in eine Blumenwiese muss zu Beginn oft mehrfach gemäht und abgeräumt werden, um die Flächen auszuhagern. Auf anderen Flächen kann es sinnvoll sein, nur gelegentlich zu mähen. Je nach Pflanzen- und Tierbestand sind bestimmte Mähzeitpunkte einzuhalten. Hier helfen die Naturschutzverwaltung, der BUND vor Ort und erfahrene Landschaftsarchitekten. Dürfen die Gräser und Kräuter dann ungestört wachsen und werden nur zwei- bis dreimal im Jahr gemäht, wird der Rasen zur Wiese. Weder Chemie noch Dünger gehören auf die Hauswiese. Und nur in sehr langen Trockenzeiten erhalten die Wildblumen und Gräser etwas Wasser. Hier blühen Glockenblumen und Spitzwegerich sowie zahlreiche andere Wiesenkräuter.

Jede nicht intensiv wirtschaftlich genutzte Wiese ist heute eine Überlebensinsel für Wiesenkräuter, die im intensiv landwirtschaftlich genutzten Grünland keine Chance mehr haben. Weitere Informationen finden Sie unter:

Quellenangaben: www.bund.net/themen_und_projekte/biologische_vielfalt/wiesen_weiden/aktiv_werden/oeffentliches_gruen/
www.bund.net/themen_und_projekte/biologische_vielfalt/wiesen_weiden/aktiv_werden/wiese_statt_englischer_rasen/ 
www.blumige-landschaften.de 
www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/vogel-des-jahres/stieglitz/buntemeter/index.html 

29. April 2016

Überzogener Straßenbau verschärft die Klimakrise: BUND Thüringen fordert Vorrang für Schiene vor Straße beim Bundesverkehrswegeplan

Erfurt. Der BUND Thüringen hält die im Entwurf des Bundesverkehrswegeplans 2030 aufgelisteten Straßenbauprojekte für Thüringen überwiegend für Fehlplanungen. In seiner Stellungnahme kritisiert der Verband überdimensionierte und überteuerte Straßengroßprojekte, welche zu Lasten des klimaschonenden Schienenverkehrs umgesetzt werden sollen.

"In Thüringen wird die Zukunft der Mobilität unter Beton und Asphalt begraben, wenn sich die Straßenbaulobby mit diesem Entwurf durchsetzt", sagte Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen. "Die Streichung der Mitte-Deutschland-Bahn aus dem vordringlichen Bedarf kann den Ausbau und die Elektrifizierung der wichtigsten Bahnverbindung in Thüringen um Jahrzehnte zurückwerfen".

Auch der Verzicht auf die Aufnahme der Elektrifizierung der Bahnstrecke Erfurt-Göttingen zwischen Gotha und Leinefelde trägt nach Einschätzung von Hoffmann die Handschrift der Asphaltfraktion in der Verkehrsplanung, Durch die vollständige Elektrifizierung könnte die Schienenanbindung von Erfurt nach Göttingen und an das norddeutsche ICE-Hochgeschwindigkeitsnetz auf dieser wichtigen Pendlerstrecke deutlich verbessert werden. Stattdessen sei der teilweise vierspurige Bau von fünf Ortsumgehungen entlang der B 247 parallel zur Schienenverbindung vorgesehen.

Für Hoffmann sind die meisten der 38 Straßenbauvorhaben im vordringlichen Bedarf für Thüringen in ihrer Dimension völlig überzogen und verkehrspolitisch fragwürdig. Hierzu gehöre auch der geplante Ausbau der B7 zwischen Mönchenholzhausen und Weimar. Die bereits gut ausgebaute Bundesstraße solle in diesem Bereich vierspurig ausgebaut werden, obwohl parallel zu der Trasse in ca. 2 km Entfernung die sechsspurige Autobahn A 4 verläuft. Durch den vierspurigen Ausbau der B7 in diesem Abschnitt werde zusätzlicher Parallelverkehr erzeugt. In der Alternativenprüfung sei die Funktion der Autobahn A4 zur Aufnahme des Verkehrs in diesem Bereich nicht berücksichtigt worden.

Der "Vordringliche Bedarf" enthalte nach Angaben des BUND Thüringen eine Projektflut für Straßen, welche selbst gemäß der Investitionsplanung des Bundesverkehrswegeplan-Entwurfs völlig unterfinanziert sei. Die Schienennetzplanung sei dagegen unbrauchbar. Neben dem Ausbau der Mitte-Deutschland-Bahn und der vollständigen Elektrifizierung der Bahnstrecke Erfurt-Göttingen fehle auch der Lückenschluss für die Werra-Bahn, um Südthüringen an den ICE-Halt in Coburg anzubinden. Damit offenbare der Bundesverkehrswegeplan auch das Versagen des Thüringer Verkehrsministeriums, welches überproportional viele Straßenbauprojekte angemeldet habe und immer noch an verstaubten Verkehrswege-Plänen des letzten Jahrhunderts festhalte.

"Klimaschutz im Verkehrssektor gelingt nur durch die Verlagerung des Straßenverkehrs auf die Schiene. Der jetzige Entwurf des Bundesverkehrswegeplans erreicht das genaue Gegenteil", sagte Hoffmann. "Thüringen muss jetzt die Verkehrsplanung des 21. Jahrhundert auf den Weg bringen. Ministerin Keller muss sich für Klimaschutz und Verkehrsvermeidung einzusetzen, statt überflüssige Projekte auf Kosten der Steuerzahler durchzusetzen."

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16. April 2016

Landesversammlung: BUND Thüringen fordert gesetzliche Verbindlichkeit beim Klimaschutz in Thüringen. Ron Hoffmann erneut als Landesvorsitzender gewählt

Erfurt. Im Rahmen seiner Landesversammlung fordert der BUND Thüringen die Thüringer Landesregierung auf, das im Koalitionsvertrag vereinbarte Klimaschutzgesetz schnellstmöglich zu verabschieden. Darin muss sich der Freistaat verpflichten, seinen Primarenergieverbrauch bis 2030 um 50% zu reduzieren. Für die Klimagasemissionen muss bis 2030 eine Reduktion von mindestens 60% und bis 2050 von 95% bezogen auf das internationale Basisjahr 1990 verbindlich festgeschrieben werden. Weil diese Reduktionsziele nicht vom Land alleine erbracht werden können, fordert der BUND Thüringen, den Klimaschutz als kommunale Pflichtaufgabe im Klimaschutzgesetz zu verankern. Einen entsprechenden Leitantrag hat die Landesversammlung des BUND Thüringen am Samstag in Erfurt beschlossen.

Zu den Programmhöhepunkten der alljährlichen Landesversammlung zählten in diesem Jahr auch die Vorstandswahlen, bei denen Ron Hoffmann mit großer Mehrheit als Landesvorsitzender für weitere vier Jahre im Amt bestätigt wurde. Ebenso wurden Frank Henkel und Dirk Adams als Stellvertretende Vorsitzende und Evelyn Höhn als Schatzmeisterin wieder in ihre Ämter gewählt. Als Beisitzern wurde Dagmar Becker erneut bestätigt. Als einziges Neumitglied im Landesvorstand des BUND Thüringen wurde der Vorsitzende des BUND Stadtverbands Erfurt, Robert Bednarsky, gewählt. Er wird neben Dagmar Becker ebenfalls das Amt des Beisitzers übernehmen.

Auf die Vorstandswahlen folgten die Leitantragsbeschlüsse zum Klimaschutz und zum Biosphärenreservat Südharz. Wie wichtig umfassende und konsequente Natur- und Klimaschutzmaßnahmen im Land sind, zeigt die Einschätzung des neu gewählten Landesvorsitzenden Ron Hoffmann: "Klimaschutz braucht Verbindlichkeit. Ohne gesetzliche Verbindlichkeit verpuffen alle Ankündigungen zur Reduktion der Treibhausgase wie heiße Luft", so Hoffmann. "Wir müssen den Pro-Kopf-Ausstoß bei den Treibhausgasen in Thüringen von 9 auf weniger als 2 Tonnen pro Jahr reduzieren, wenn wir erreichen wollen, dass die Erderwärmung nicht um mehr als 1,5°C ansteigt." Hoffmann kritisierte, dass der Rückgang der Treibhausgasemissionen in Thüringen viel zu langsam erfolge. „Wenn wir beim Klimaschutz nicht endlich auf die Tube drücken, werden wir dramatische Veränderungen des Klimas nicht mehr aufhalten können." Die Landesversammlung des BUND Thüringen forderte außerdem einstimmig die zügige Ausweisung des Biosphärenreservates Gipskarstlandschaft Südharz. Die Landesregierung wird angehalten, dazu umgehend einen qualifizierten Moderationsprozess mit den Menschen in der Region zu starten. Mit der Ausweisung eines Biosphärenreservates sollen die weltweit einzigartigen Lebensräume naturschutzrechtlich gesichert und nachhaltige Wirtschafts- und Nutzungsformen in der Südharzregion etabliert werden.

Pressekontakt: Dr. Burkhard Vogel, Tel: 0361 555 03 12, Fax: - 19, Mobil: 0170 7319593

12. April 2016

Wildkätzchen im Wald lassen! BUND fordert: Abstand wahren und Rückzugsräume erhalten

Erfurt. In diesen Wochen bringen die Wildkatzen in Thüringens Wäldern ihre Jungen zur Welt. Auch wenn sie allein und scheinbar mutterlos gefunden werden, empfiehlt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) dringend, die Tiere nicht anzufassen oder gar mitzunehmen.

"Immer wieder erleben wir, dass besorgte Wanderer die jungen Kätzchen auflesen und zu Tierärzten oder Schutzstationen bringen", erläutert Thomas Mölich, Wildkatzenexperte des BUND. "Dabei ist die Mutter in der Regel gerade auf der Jagd oder versteckt sich in unmittelbarer Nähe. Deshalb raten wir unbedingt dazu, die Tiere nur kurz aus größerer Entfernung zu beobachten und in Ruhe zu lassen"

Oftmals werden die grau getigerten Wildkätzchen für Nachwuchs entlaufener Hauskatzen gehalten. "Bei den jungen Wildkatzen fällt die Unterscheidung zu Hauskatzen besonders schwer", erklärt Thomas Mölich. "Wenn sie älter werden, verblasst die Fellzeichnung und sie sind durch ihren kräftigen Körperbau und den buschigen Schwanz mit stumpfer, schwarzer Schwanzspitze als Wildkatze besser erkennbar"

In naturnahen Wäldern und an Waldrändern bringen die Wildkatzen im zeitigen Frühjahr ihre Jungen zur Welt. Nach kurzer Zeit aber erkunden sie bereits spielerisch in immer weiteren Kreisen die Umgebung. Verborgen in Baumhöhlen oder im dichten Gebüsch verbringen die Kätzchen ihre ersten Lebenstage.

Wer mehr über Wildkatzen erfahren möchte und lebende Tiere beobachten will, dem sei das Wildkatzendorf Hütscheroda am Nationalpark Hainich bei Eisenach empfohlen.
(www.wildkatzendorf.de, info@wildkatzendorf.de)

 

Pressefotos:

www.bund.net/wildkatzenfotos,
© siehe Fotobeschreibung

Pressekontakt:

Thomas Mölich, BUND Thüringen, Wildkatzenbüro

wildkatze@bund.net,
036254/879250

BUND Thüringen Landesgeschäftsstelle

bund.thueringen@bund.net
0361/5550310

4. April 2016

Mobilmachung gegen TTIP & Co.: BUND Thüringen organisiert Busfahrt zur bundesweiten Demo „TTIP & CETA stoppen! – Für einen gerechten Welthandel“ am 23. April 2016 in Hannover

Erfurt. Der BUND Thüringen macht gemeinsam mit einem breiten Bündnis aus Umwelt- und Entwicklungsverbänden gegen die geplanten Freihandelsabkommen TTIP und CETA mobil und organisiert eine Busfahrt zur deutschlandweiten Demonstration unter dem Motto "Obama und Merkel kommen: TTIP & CETA stoppen! Für einen gerechten Welthandel!" am 23. April in Hannover. Unmittelbar vor der offiziellen Eröffnung der "Hannover Messe 2016" durch Kanzlerin Merkel und US-Präsident Obama soll an diesem Tag ein deutliches Zeichen gegen die Abkommen gesetzt und vor ihren Gefahren gewarnt werden. Mit der Protestaktion beziehen die Verbände auch Position gegen die in diesem Jahr zu diskutierende Ratifizierung des CETA-Abkommens mit Kanada durch den EU-Rat und das EU-Parlament.
"Die geplanten Freihandels- und Investitionsabkommen bringen weder Arbeitsplätze, noch allgemeinen Wohlstand für viele, wie oft gepriesen, sondern mehr Gewinn für wenige zu Lasten von Natur, Umwelt und Gesundheit", so Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. "Die Abkommen sorgen dafür, dass Zölle und unterschiedliche rechtliche Standards für Produkte abgebaut werden. Während die Verhandlungen auf der einen Seite unter Ausschluss der Öffentlichkeit verlaufen, findet auf der anderen Seite eine undurchsichtige Beteiligung von Wirtschaftslobbyisten statt", berichtet Vogel. TTIP und CETA hätten nicht nur die Senkung von Umwelt- und Verbraucherschutzstandards zur Folge, sondern auch die Untergrabung von Rechtsstaatlichkeit und Demokratie.
Vor diesem Hintergrund ruft der BUND Thüringen alle Interessierten dazu auf, das breite Gegnerbündnis zum Freihandelsabkommen in Hannover zu unterstützen. Mit einem eigens organisierten Bus für 46 Personen wird sich der Verband auf den Weg machen, um in Niedersachsens Landeshauptstadt gegen Gentechnik und Hormon-Fleisch, gegen Intransparenz und Entdemokratisierung zu demonstrieren. Der Preis pro Person beträgt für Mitglieder des BUND 18 EUR und für Nichtmitglieder 20 EUR für Hin- und Rückfahrt.
Das Platzangebot ist begrenzt, zu einer schnellen Reservierung wird daher geraten.
Informationen und Reservierung beim BUND Thüringen, telefonisch unter 0361-55503-10 oder per Mail: Philip.Schuchert@bund.net 

Pressekontakt: Dr. Burkhard Vogel,  BUND Thüringen, Landesgeschäftsführer
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31. März 2016

Europas Naturerbe erhalten und mehren: Startschuss für Kompetenzzentrum zur Unterstützung der Natura 2000-Stationen

Erfurt. Ein Kompetenzzentrum Natura 2000 wird die Etablierung der Natura 2000-Stationen in Thüringen koordinieren. Um das gleichnamige europäische Schutzgebietsnetz langfristig sichern zu können, wird das Land Thüringen elf dieser Stationen einrichten. Der Thüringer Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND Thüringen), der Deutsche Verband für Landschaftspflege e.V. (DVL) und der Naturschutzbund (NABU) Thüringen haben sich zusammengeschlossen, um in gemeinsamer Trägerschaft das Kompetenzzentrum Natura 2000-Stationen zu leiten.

„Der Aufbau des Netzwerkes der Natura 2000-Stationen ist ein zentraler Schritt auf dem Weg zur Sicherung des Europäischen Naturerbes in Thüringen“, betonte Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. „Mit dem Kompetenzzentrum wird eine in Deutschland beispiellose Infrastruktur geschaffen, um die Etablierung des Netzwerkes zu begleiten und die Einrichtungen zu qualifizieren.“

Vier Jahre lang wird die Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) das Projekt „Kompetenzzentrum Natura 2000-Stationen – Errichtung eines landesweiten Netzwerkes“ fördern. Insgesamt steht für das Projekt ein Betrag von 743.708,- Euro bereit. Auch das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz (TMUEN) wird sich an der Finanzierung beteiligen. Durch die gemeinsame Trägerschaft bündeln die Verbände BUND Thüringen, DVL und NABU Thüringen ihre fachlichen Kompetenzen, welche vom Artenschutz über Landschaftspflege, Naturschutzberatung, Gebietsmanagement bis zu fachlichen Qualifizierungsangeboten und der politischen Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit reichen.

Mike Jessat, der Landesvorsitzende des NABU Thüringen: „Wir haben thüringenweit ein sehr starkes Netzwerk an ehrenamtlich tätigen Menschen, die sich flächendeckend vor Ort für die Natur einsetzten. Unsere Erfahrungen bei der Durchführung großer Projekte in den letzten Jahren zur Verbesserung der Lebensräume auch in Natura 2000-Gebieten möchten wir an andere weitergeben, damit Arten von A wie Ameisen-Bläuling bis W wie Wolf erhalten bleiben.“

Die Stärken des DVL liegen in der Kooperation mit Landwirtschaftsbetrieben. „Erfolgreicher Naturschutz heißt für uns, Akteure aus der Land- und Forstwirtschaft, dem Naturschutz und der Politik an einen Tisch zu bringen. Beratung rund um den Erhalt von Landschaften und den natürlichen Lebensgrundlagen sowie Erkenntnisse aus anderen Bundesländern wollen wir den Stationen in Thüringen mit auf den Weg geben“, erklärte Bernd Blümlein, stellvertretender Geschäftsführer über seinen Verband.

Den Verbänden ist vor allem die verbandsübergreifende Zusammenarbeit wichtig. „Das Kompetenzzentrum versteht sich als Service-Einrichtung für die Natura 2000-Stationen und ist landesweite Schnittstelle zwischen den Einrichtungen, Behörden, Landnutzern und Interessensverbänden“, machte Vogel deutlich. „Dabei liegt der Fokus auch auf der Förderung des Dialogs zwischen Landnutzern und Interessensverbänden, um die flächenhafte, naturschutzgerechte Bewirtschaftung zu gewährleisten. Die während der vierjährigen Projektlaufzeit entwickelten Instrumente wie z.B. ein Natura 2000-Manager-Lehrgang können auch in anderen Bundesländern zum Einsatz kommen und die gewonnenen Erfahrungen bundesweit übertragen werden.“

Für Rückfragen: Dr. Burkhard Vogel, burkhard.vogel@bund.net

21. März 2016

Weltwassertag: BUND Thüringenfordert Uferrandstreifen zum Schutz der Thüringer Gewässer

Erfurt. Anlässlich des Weltwassertages fordert der BUND Thüringen die Verankerung des geschützten Uferrandstreifens im Thüringer Wassergesetz. Mangelhafte Gewässerstruktur und diffuse Einträge aus der Landwirtschaft sind nach Angaben des Verbandes für den überwiegend schlechten ökologischen Zustand der Thüringer Gewässer verantwortlich.
"Solange die landwirtschaftlich intensive Nutzung bis zum Gewässerrand geht, wird sich die Situation der Thüringer Gewässer nicht verbessern", sagte Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen. "Der Schutz des Uferrandstreifens auf mindestens 10 Meter Breite muss wieder ins Thüringer Wassergesetz. Im Uferrandstreifen dürfen weder Dünge- noch Spritzmittel eingesetzt werden. Außerdem muss eine natürliche Gehölzentwicklung entlang der Gewässer zugelassen werden", forderte Hoffmann.
Nach Angaben des BUND Thüringen befinden sich immer noch über 90% der Thüringer Gewässer in keinem guten ökologischen Zustand, wie er von der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie definiert wird. Von 137 Oberflächengewässern verfehlen 124 die Ziele der Wasserrahmenrichtlinie. Neben den Querbauwerken seien vor allem fehlende, natürliche Uferstrukturen und diffuse Einträge aus der Landwirtschaft hierfür Ursache.
Häufigste Ursache für einen chemisch schlechten Zustand der Gewässer sei die Nitratbelastung. Das Nitrat gelange durch Überdüngung landwirtschaftlicher Flächen in die angrenzenden Gewässer. Darüber hinaus führe Nitrat auch zu signifikanten Belastungen des Grundwassers. Auch die hohe Phosphor-Belastung der Gewässer ist nach Angaben des BUND Thüringen auf landwirtschaftlich intensiv genutzte Flächen im unmittelbaren Gewässerbereich zurück zu führen. Während von unbewirtschafteten Böden kein nennenswerter Phosphor in die Gewässer gelange, verfügten Ackerflächen über ein deutlich erhöhtes Potenzial die Nährstoffeinträge.
"Der unbewirtschaftete Uferrandstreifens ist das beste Instrument, um die Qualität der Thüringer Gewässer rasch und wirksam zu verbessern", zeigte sich Hoffmann überzeugt.

18. März 2016

BUND Thüringen: Masterplan Salzreduzierung. Erfolg unsicher K+S boykottiert mit Klagedrohung die Problemlösung

Erfurt. Der Erfolg des heute von der Weserministerkonferenz beschlossenen Masterplans zur Reduktion der Salzbelastung von Werra und Weser ist nach Einschätzung des BUND mehr als unsicher. Mit der Klagedrohung gegen den Beschluss boykottiert der Konzern K+S als Verursacher der Versalzung aus Sicht des BUND jeden Ansatz zur Problemlösung. Gleichzeitig äußert der Verband Zweifel an zentralen Maßnahmen der Vereinbarung.
"Die Klagedrohung von K+S gegen den Masterplan Salzreduzierung zeigt, dass der Konzern weiterhin alle Bemühungen boykottiert und kein Interesse an der Lösung der Salzproblematik hat", sagte Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. "Zugleich bestehen Zweifel, dass mit den jetzt beschlossenen Maßnahmen eine wirksame Reduktion der Salzbelastung erreicht werden kann."
Nach Angaben von Vogel begrüßt der BUND zwar das Ziel, die Salzbelastung von Werra und Weser bis 2027 zu halbieren. Der Weg bis dorthin sei aber lang und unsicher. Vogel kritisierte, dass es nicht gelungen ist, sich auf einen sofortigen Stopp der Laugenversenkung zu einigen. Stattdessen solle die Versenkung von Salzlauge in den Untergrund in Hessen bis zum Jahr 2021 möglich sein. Damit bestehe auch in Zukunft eine Gefährdung von Grund- und Trinkwasser durch den Übertritt von Salzlauge.
Zweifel bestünden auch an der Sinnhaftigkeit der geplanten Haldenabdeckung. Bis heute sei es nicht gelungen, Salzhalden im großen Stil erfolgreich abzudecken. Selbst wenn eine Abdeckung gelinge, würde das den Eintrag von Salzlauge in Werra und Weser nicht verhindern sondern nur verzögern.
"Der Masterplan Salzreduktion ist nur ein erster Schritt in die richtige Richtung. Ob er zum Ziel führt, hängt auch davon ab, ob die Politik bereit ist, den Vorrang des Schutzes von Trinkwasser gegenüber den Interessen eines einzelnen Konzerns tatsächlich durch zu setzen", sagte Vogel.

12. Januar 2016

Busfahrt zur Grossdemo „Wir haben Agrarindustrie satt“ am Samstag 16. Januar 2016 in Berlin

Erfurt/Berlin. Zum sechsten Mal demonstrieren Bauern, Verbraucher und ein breites gesellschaftliches Bündnis am 16. Januar 2016 in Berlin unter dem Motto "Wir haben Agrarindustrie satt" für eine bäuerliche und ökologischere Landwirtschaft. Der BUND Thüringen hat wieder einen Bus zur Fahrt nach Berlin organisiert.
"Wir haben es satt, dass in Thüringen immer mehr Tierfabriken genehmigt werden und der Einsatz von Glyphosat weiterhin Böden und Grundwasser verseucht, erklärte Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. "Deshalb rufen wir die Menschen auf, für die Abschaffung von Tierfabriken, eine ökologischer Landwirtschaf und ein Ende des Bauernhöfesterbens zu demonstrieren."
Der BUND Thüringen macht für die Protestaktion mobil und organisiert eine Busfahrt von Bad Langensalza über Erfurt, Weimar, Jena und Weißenfels nach Berlin.

Das Platzangebot ist begrenzt, zu einer schnellen Reservierung wird daher geraten.

Informationen und Reservierung beim BUND Thüringen, 0361-5550310, bund.thueringen@bund.net oder www.bund-thueringen.de.



Jahresbericht 2016

Unser neuer Jahresbericht steht ab sofort zum Download zur Verfügung!

BUND-Jahrbuch Bauen und Renovieren 2017

Direkt zum Online-Antrag, Foto: eyewire / fotolia.com

Der BUND Thüringen ist Teil des Bündnis für ein Thüringen der Demokratie, 
Vielfalt und Mitmenschlichkeit
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Lesen Sie dazu den Brief unseres Landesvorsitzenden, Ron Hoffmann.

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