14. Februar 2017

BUND reicht Klage gegen Hühnermastanlage Schwerborn ein und fordert sofortigen Baustopp

Erfurt. Der BUND Thüringen hat beim Verwaltungsgericht Weimar Klage gegen die Hühnermastanlage Schwerborn eingereicht. Jetzt fordert der BUND die Stadt Erfurt auf, die Bauarbeiten an der Hühnermastanlage sofort zu stoppen. Grundlage dafür ist die vom Verwaltungsgericht Weimar erlassene Verfügung, als Ergebnis des Eil-Rechtsantrags des BUND.

„Wir haben Klage erhoben, weil wir industrielle Massentierhaltung ablehnen“, so Robert Bednarsky, Landesvorstand des BUND. „Hier sollen in Zukunft bis zu 320.000 Hühner pro Jahr in Intensivmast gezüchtet werden, zusammengepfercht auf engstem Raum, ohne Zugang zu natürlichem Substrat und Tageslicht. Die Haltungsbedingungen für die Tiere sind für uns nicht vertretbar, ebenso die Auswirkungen der Anlage auf die Umwelt.“ Bedenken gibt es seitens der Kläger auch bei Bestimmungen zum Tierschutz: „Der Betreiber der Hühnermastanlage konnte bisher nicht nachweisen, dass er die Tiere bei einem Brand vor den Flammen retten kann.“

Zudem sind aus der Errichtung der Mastanlage erhebliche Auswirkungen auf das nahegelegene Wohngebiet zu erwarten. Klaus Hafermann, Sprecher der Bürgerinitiative „Schwerborn kämpft“: „Wir befürchten eine zusätzliche Belastung durch Keime, Gerüche und Bioaerosole sowie eine Verunreinigung unseres Grundwassers. Schwerborn verfügt über kein komplettes Abwassersystem. So kann das mit Keimen belastete Niederschlags- oder Oberflächenwasser der Mastanlage ungeklärt über das Grundwasser direkt in die Erfurter Seen gelangen. Eine wasserrechtliche Erlaubnis liegt bisher nicht vor.“

Der BUND Thüringen setzt sich seit Frühjahr 2015 gemeinsam mit der Bürgerinitiative „Schwerborn kämpft“ gegen den geplanten Bau einer Hühnermastanlage in Erfurt Schwerborn ein. Im Juni 2016 hat die Stadt Erfurt den Widerspruch des BUND Thüringen gegen die Mastanlage abgelehnt und dem Investor eine Baugenehmigung mit Sofortvollzug erteilt. Daraufhin hat der Investor mit dem Bau der Bau der Mastfabrik begonnen. Dem will der BUND Thüringen nun mit der Baustoppklage einen rechtlichen Riegel vorschieben.

Ansprechpartner für die Presse:
Robert Bednarsky, Vorstandsmitglied BUND Thüringen und Vorsitzender des Stadtverbandes Erfurt, Mobil: 01715625919, Mail: bednarsky@posteo.de
Klaus Hafermann, Sprecher der Bürgerinitiative "Schwerborn Kämpft", info@schwerborn-kaempft.de

13. Februar 2017

Gemeinsame Presseinformation des BUND, NABU, ZGF und WWF: Große Unterstützung für mehr Waldwildnis als Chance für Thüringen – Bereits mehr als 1.500 Menschen unterstützen die Petition bisher

Berlin/ Erfurt/ Frankfurt/ Jena/ Sondershausen. Bereits mehr als 1.500 Menschen haben die Petition „Mehr Waldwildnis als Chance für Thüringen“ auf der Petitionsplattform des Thüringer Landtages zur Halbzeit unterzeichnet. Die Petition kann noch bis Ende Februar unterzeichnet werden. Alle Bürger*innen sind aufgefordert, der Wildnis im Wald auch weiterhin ihre Stimme zu geben.
„Die großartige Unterstützung bringt die Sehnsucht der Menschen nach mehr Waldwildnis zum Ausdruck. Wir freuen uns, dass Bürger*innen aus ganz Deutschland der Region Sondershausen mit ihrer Stimme den Rücken stärken, damit dort ein ‚Urwald‘ vor den Toren der Stadt entstehen kann“, so Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen.
Die Initiatoren der Petition, die vier Naturschutzorganisationen BUND, NABU, WWF und ZGF sowie die Bürgerinitiative „ProKyffhäuserwald“ fordern die Landesregierung auf, in Anlehnung an den Koalitionsvertrag 5% des Thüringer Waldes noch in dieser Legislaturperiode aus der Nutzung zu nehmen. Laut der Verbände spiegelt sich in der großen Unterstützung das Bedürfnis der Menschen wieder, unberührte Wälder vor ihrer Haustür zu entdecken. Nach Angaben der Verbände sind Wälder wertvolle „Schatzkammern der Artenvielfalt“, die auch in Zukunft geschützt werden müssen.
„Für uns stehen Waldwildnis und Forstwirtschaft nicht im Widerspruch“, so Martin Schmidt, stellvertretender Landesvorsitzender des NABU Thüringen. „Aber wir fordern angemessen Räume für beide Nutzungsvarianten.“
Die Verbände wollen mit ihrer Petition ein deutliches Zeichen für mehr Waldwildnis, nicht nur in Thüringen, setzen und fordern gerade deshalb alle Bürger*innen dazu auf, die Petition weiter zu zeichnen.

https://petitionen-landtag.thueringen.de/petitions/1170

Pressekontakt: Stefanie Haupt,  BUND Thüringen, Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. 0361 – 555 03 -14, Fax: -19, Mobil: 0170 73 19 59 3, stefanie.haupt@bund.net

www.bund-thueringen.de
www.twitter.com/bundth
www.facebook.com/bundth

6. Februar 2017

Dezentral-regionale Energiekonzepte statt zentralistischer Netzplanung – BUND und Bundesverband der Bürgerinitiativen gegen SuedLink starten Offensive gegen überdimensionierten Stromnetzausbau

Erfurt/ Fulda. Die Landesverbände des BUND in Niedersachsen, Hessen, Thüringen und Bayern haben gemeinsam mit dem Bundesverband der Bürgerinitiativen gegen SuedLink (BBgS) eine gemeinsame Vereinbarung gegen die geplanten HGÜ-Leitungen unterzeichnet. Ihre Forderung: Dezentral-regionale Energiekonzepte müssen die zentralistische Netzplanung ersetzen. Vor allem die Querung der wertvollen Lebensräume wie die des Hainichs, der Rhön und des künftigen Nationalen Naturmonuments Grünes Band sind aus Sicht der BUND-Landesverbände nicht hinnehmbar.

„Ein weiterer Ausbau des zentralistisch geplanten Stromnetzes ist ein Schritt in die falsche Richtung. Wir fordern eine Energiewende auf Basis einer bürger- und umweltfreundlichen Energiepolitik. Mit regionalen Energiekonzepten und dezentraler Stromerzeugung sind bereits sinnvolle Alternativen vorhanden. Diese gilt es jetzt umzusetzen“, so Robert Bednarsky, Vorstandsmitglied des BUND Thüringen. Nach Einschätzung des Verbandes hat der bisherige Protest gegen Freileitungen bewirkt, dass bei einigen Leitungen die Erdverkabelung nun gesetzlichen Vorrang hat. Aber auch Erdkabel haben erhebliche Auswirkungen auf Natur, Boden, Wald und Grundwasser. Dies trifft aus Sicht des BUND vor allem auf die Querung von Hainich, Rhön und dem künftigen Nationalen Naturmonument Grünes Band zu. Dort sind besonders schützenswerte Lebensräume und ihre Artenvielfalt akut bedroht.

„Ob als Erdkabel oder Freileitung, SuedLink und die anderen geplanten HGÜ-Verbindungen sind Ergebnisse eines überdimensionierten Stromnetzausbaus, der dem Weiterbetrieb konventioneller Kraftwerke und dem transeuropäischen Stromhandel geschuldet ist“, erläuterte Dr. Werner Neumann, Bundessprecher des Arbeitskreises Energie beim BUND. „Energieeffizienz und Sektorenkopplung, Speichertechnologien wie Power-to-Gas, oder KWK-Anlagen, sind nur einige Stichworte für eine umweltschonende und verantwortungsvolle Energiepolitik.“Morgen wird der BUND Thüringen bei einer gemeinsamen Veranstaltung der Kreisverbände Bad Langensalza, Eisenach und Schmalkalenden-Meiningen den aktuellen Status quo der Stromautobahn SüdLink vorstellen sowie Möglichkeiten des Widerstandes gegen die neue Trasse erörtern.


Datum:                      Dienstag, 07.02.17
Uhrzeit:                     19.00 Uhr
Ort:                           Umwelt- und Naturschutzzentrum Bad Langensalza e.V.
                                  Burggasse 10/11a
                                  99947 Bad Langensalza

Ansprechpartner für die Presse:
Robert Bednarsky
Ingenieur für Energietechnik
Landesvorstandsmitglied und Sprecher des Landesarbeitskreis Energie
Mobil: 01715625919
bednarsky@posteo.de

Pressekontakt: Stefanie Haupt,  BUND Thüringen, Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. 0361 – 555 03 -14, Fax: -19, Mobil: 0170 73 19 59 3, stefanie.haupt@bund.net
www.bund-thueringen.de

www.twitter.com/bundth

www.facebook.com/bundth

31. Januar 2017

BUND: Der Widerstand gegen Massentierhaltung beginnt vor Ort –Dreierbündnis will Bau der Hühnermastanlage in Schwerborn einen rechtlichen Riegel vorschieben

Erfurt. Der BUND Thüringen und sein Stadtverband Erfurt setzen sich seit Frühjahr 2015 gemeinsam mit der Bürgerinitiative „Schwerborn kämpft“ und dem bündnisgrünen Kreisverband sowie der bündnisgrünen Stadtratsfraktion, gegen den geplanten Bau einer Hühnermastanlage in Erfurt Schwerborn ein. Hier sollen in Zukunft  bis zu 320.000  Hühner in Intensivmast gezüchtet werden. Der BUND reichte im Juni 2016 ein Widerspruchsverfahren gegen die bereits erteilte Baugenehmigung mit Sofortvollzug für den Investor ein. Nachdem dieser den Förderbescheid zum  Ende 2016 erhielt, begann er dennoch mit dem Bau dieser Massentierhaltungsanlage. Daraufhin reichten der BUND     in enger Abstimmung mit  „Schwerborn kämpft“ jetzt eine  sog. „Baustoppklage“ im Eilrechtsantrag ein, um dem Bau der Mastanlage noch vor der Entscheidung im Hauptsacheverfahren zügig einen Riegel vorzuschieben.

„Wir sehen bereits in der Genehmigung der Mastanlage Verstöße gegen §35 BGB. Diese haben uns gemeinsam mit der Bürgerinitiative veranlasst, ein Widerspruchsverfahren ein-zuleiten. Da der Bauherr trotz des laufenden Verfahrens mit dem Bau der Hähnchenmastanlage begonnen hat, wollen wir nun eine ‚Baustoppklage‘ im Eilrechtsantrag gegen den Sofortvollzug im Genehmigungsbescheid einreichen. So soll der Mastanlage in Schwerborn vor der Entscheidung im Widerspruchsverfahren  ein rechtlicher Riegel vorgeschoben werden. Das Landesverwaltungsamt soll sein Urteil ohne vom Bauherrn geschaffene Bautatsachen fällen dürfen“, so Robert Bednarsky, Landesvorstand des BUND Thüringen.

Der Klageweg ist zeit-und kostenaufwendig. Mit einer großzügigen Geldspende unter-stützen sowohl der bündnisgrüne Landtagsabgeordnete, Roberto Kobelt (MdL), als auch der Kreisverband Erfurt die Bürgerinitiative bei ihrem rechtlichen Engagement: „Wir setzen uns auf Landesebene, ebenso wie der BUND, dafür ein, Förderkriterien für Tier-haltungsanlagen zu verändern und Investitionen für Massentierhaltungsanlagen zu streichen bzw. nur noch artgerechte Tierhaltungen zu fördern . Die Hähnchenmastanlage in Schwerborn könnte sich an dieser Stelle zu einem Präzedenzfall entwickeln.“

Für den Sprecher der Bürgerinitiative „Schwerborn kämpft“, Klaus Hafermann, sprechen jedoch auch weitere Argumente gegen die Errichtung der Mastanlage in kurzer Entfernung zum Wohngebiet: „Wir wollen keine zusätzlichen Belastungen durch Keime, Gerüche und Bioaerosole hinnehmen. Außerdem steht die Sauberkeit unseres Grundwassers auf dem Spiel.“ Schwerborn verfügt über kein komplettes Abwassersystem. So könnte das mit Keimen belastete  Niederschlags- oder Oberflächenwasser der Mastanlage ungeklärt über das Grundwasser direkt in die Erfurter Seen gelangen.

Ansprechpartner für die Presse:
Robert Bednarsky, Vorstandsmitglied BUND Thüringen und Vorsitzender des
Stadtverbandes Erfurt, Mobil: 01715625919, Mail: bednarsky@posteo.de
Christian Herrmann, Geschäftsführer Bündnis 90/Die Grünen Kreisverband Erfurt,
Tel.: 0361/2169 7171, info@gruenestadterfurt.de
Klaus Hafermann, Sprecher der Bürgerinitiative "Schwerborn Kämpft", info@schwerborn-kaempft.de

26. Januar 2017

Neue Tümpel für den Froschkönig – BUND Thüringen hilft Laubfrosch und Geburtshelferkröte auf die Sprünge

Lausnitz. Neue „Tümpel für den Froschkönig“: Mit der ersten Maßnahme ging das landesweite Projekt des BUND Thüringen zur Förderung der Lebensräume von Laubfrosch und Geburtshelferkröte heute in die nächste Runde. In Lausnitz wurde ein stark verwilderter Teich durch das Entfernen der Schlammschicht und die Abdichtung des Dammes  wieder “froschtauglich“ hergerichtet. Bis zum Ende des Projektes im Sommer 2019 werden in vier Projektregionen über 40 Tümpel und Teiche saniert und 18 Gewässer neu angelegt.

„Die Vorkommen von Laubfrosch und Geburtshelferkröte gehen in Thüringen schon seit Jahren dramatisch zurück. Deshalb ist schnelles Handeln erforderlich“,  so Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. Zu den größten Gefahren für den Laubfrosch gehören die Gewässerzerstörung, Intensivierung der Gewässernutzung und der Verlust von Landlebensräumen. Durch die Sanierung und Neuanlage von Gewässern wollen wir dem Laubfrosch deshalb neue Trittsteine und Rückzugsmöglichkeiten schaffen, wo er im Moment keine mehr findet.“  

Bis Ende Februar werden auch in der Nähe der Ebelebener Teiche im Kyffhäuserkreis zwei weitere Lebensräume saniert. Zudem wird im Rahmen des Projektes in Trusetal im Westlichen Thüringer Wald auf einem ehemaligen Haldengelände ein neuer Teich für die Geburtshelferkröte angelegt. Vogel: „Die Geburtshelferkröte hat dort ihre Verbreitungsgrenze und ist dringend auf eine Verbesserung ihrer Lebensbedingungen angewiesen. Wir sind sehr froh, dass genügend Eigentümer bereit sind, ihre Flächen uneigennützig für den Schutz den praktischen Naturschutz zur Verfügung zu stellen.“ 

Bereits von Mai 2013 bis April 2015 hat der BUND Thüringen ein erstes Projekt für den Laubfrosch in Thüringen erfolgreich durchgeführt. Es konnten sechs Teiche entschlammt, fünf Gewässer neu angelegt und mit Unterstützung von Freiwilligen 20 Gewässer freigeschnitten werden.

Hintergrund:
Der Laubfrosch (Hylia arborea) steht als gefährdete Art auf der Roten Liste der bedrohten Arten Deutschlands und als sogenannte Anhang IV –Art unter dem Schutz der europäischen Naturschutzgesetze.  Das Projekt „Tümpel für den Laubfrosch“ wird von der Europäischen Union und dem Freistaat Thüringen über das Programm „Entwicklung von Natur und Landschaft (ENL)“ gefördert. Die Fördermittel werden von der Thüringer Aufbaubank gewährt.

Pressekontakt: Stefanie Haupt,  BUND Thüringen, Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. 0361 – 555 03 -14, Fax: -19, Mobil: 0170 73 19 59 3, stefanie.haupt@bund.net

www.bund-thueringen.de
www.twitter.com/bundth
www.facebook.com/bundth

25. Januar 2017

Großplakat fordert Europapolitiker Jakob von Weizsäcker zum Widerstand gegen CETA auf – BUND: Freihandelsabkommen mit Kanada gefährdet unsere Umwelt- und Sozialstandards

Erfurt. In ganz Europa fordert ein breites Bündnis ziviler und politischer Organisationen zum Widerstand gegen das Handelsabkommen CETA zwischen EU und Kanada auf. In Erfurt hat sich der BUND Thüringen dem Bündnis „Erfurt TTIP-frei“ angeschlossen, um gemeinsam gegen die Freihandelsabkommen CETA und TTIP vorzugehen. Auf einem Großplakate in unmittelbarer Nähe seines Wahlkreisbüros, wird seit Anfang der Woche an den Europa-abgeordneten Jakob von Weizsäcker (SPD) appelliert, Mitte Februar im Europäischen Parlament gegen CETA zu stimmen. Aus Sicht des BUND ist das Freihandelsabkommen in dieser Form nicht tragbar.

“CETA wird die Macht der Konzerne stärken und gefährdet Umwelt- und Sozialstandards”, so Robert Bednarsky, Vorstandsmitglied des BUND Thüringen. „Der BUND lehnt das Freihandelsabkommen ab, da es u.a. ökologische Standards, z.B. bei der Gentechnikfreiheit gefährdet und die kommunalen Dienstleistungen der Daseinsvorsorge für Bürgerinnen und Bürger unter Privatisierungsdruck setzt.“ Vom 13. bis 16. Februar wird das Europaparlament über das Freihandelsabkommen mit Kanada abstimmen. Dann könnte CETA vorläufig in Kraft treten. “Allerdings mit scharfen Auflagen”, erklärt Maria Wahle, attac Erfurt, mit Bezug auf das von 120.000 Bürger*innen und Organisationen angestrengte Urteil durch das Bundesverfassungsgericht. „So dürfen die Regelungen zu privaten Schiedsgerichten, die im Falle von Klagen der Konzerne gegen die Staaten in Kraft treten sollen, derzeit nicht zur Anwendung kommen.”

Robert Bednarsky: „Aktuell wird das Bild erzeugt, das Handelsabkommen mit Kanada sei längst unterzeichnet, das entspricht allerdings nicht den Fakten.“ Jetzt bedarf der CETA-Vertrag noch der Zustimmung von Bundestag und Bundesrat und in allen anderen 28 Parlamenten der EU-Mitgliedstaaten. „Deshalb sind wir auf Unterstützung in Politik und Bevölkerung angewiesen.“  Seit Monaten gehen Menschen in allen Ländern der EU und auch bei uns in Deutschland auf die Straße. Vorläufiger Höhepunkt waren die Demonstrationen gegen die Handelsabkommen TTIP und CETA am 19. September 2016, bei der in sieben Städten über 300.000 Teilnehmer*innen  parallel ihre Stimme erhoben. „Für uns ist der Widerstand an dieser Stelle noch nicht beendet. Wir haben auch jetzt noch eine reale Chance, das Freihandelsabkommen CETA zu verhindern“, so Maria Wahle.

Hintergrundinformation:
Das offene Bündnis „Erfurt TTIP-frei“ setzt sich zusammen aus den zivilen Organisationen Attac-, BUND-, DGB-, TransitionTown-, Occupy-, VCD- und Mehr Demokratie-Ortsgruppen sowie den politischen Parteien Piraten, DIE LINKE und Bündnis 90/DIE GRÜNEN. Das Bündnis organisiert seit 2014 als Teil der Europäischen Bürgerinitiative gegen TTIP & CETA an Informations- sowie Demonstrationsveranstaltungen und sammelt Unterschriften. Die aktuelle Plakataktion findet zudem in Kooperation mit Campact statt. Campact ist eine Bürgerbewegung, mit der 1,8 Millionen Menschen für progressive Politik streitet.

https://petitionen-landtag.thueringen.de/petitions/1170

Pressekontakt: Stefanie Haupt,  BUND Thüringen, Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. 0361 – 555 03 -14, Fax: -19, Mobil: 0170 73 19 59 3, stefanie.haupt@bund.net

www.bund-thueringen.de
www.twitter.com/bundth
www.facebook.com/bundth 

19. Januar 2017

Petition: Mehr Waldwildnis als Chance für Thüringen und Deutschland - Naturschutzorganisationen fordern Waldwildnis auf 2.500 Hektar im Possen

Berlin/ Erfurt/ Frankfurt/ Jena/ Sondershausen. Die Naturschutzorganisationen BUND Thüringen, NABU Thüringen, WWF Deutschland und Zoologische Gesellschaft Frankfurt haben gemeinsam mit der Bürgerinitiative „ProKyffhäuserwald“ eine Online-Petition im Thüringer Landtag eingereicht. Darin wird die Landesregierung aufgefordert, entsprechend dem Koalitionsvertrag mindestens 5% des Waldes in Thüringen noch in der laufenden Legislaturperiode dauerhaft aus der forstwirtschaftlichen Nutzung zu nehmen. Im Possen bei Sondershausen setzt sich eine ganze Region für einen Buchenurwald von morgen ein. In den nächsten sechs Wochen sind die Bürger aufgerufen, sich zahlreich an der Online-Petition zu beteiligen.

Im Possenwald fordern nicht nur die vier internationalen Naturschutzorganisationen gemeinsam ein Waldwildnisgebiet auf 2.500 Hektar. Sie werden von einer breiten und parteiübergreifenden Allianz aus Bürgerschaft, Kommunal- und Landespolitikern unterstützt. Auch wirtschaftliche Leistungsträger in der Region fordern das Waldschutzgebiet im Possen. Der Verzicht auf die forstliche Nutzung wird als Motor für die touristische Entwicklung der Region gesehen. Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen: „Mit dem Possen bietet sich ein Gebiet an, welches hervorragend als ‚Urwald von morgen‘ geeignet ist und eine beispiellose Unterstützung aus der Region erhält. Wir brauchen mehr großflächige Waldwildnis in Thüringen, um unserer internationalen Verantwortung für die Erhaltung der heimischen Rotbuchenwälder und ihrer biologischen Vielfalt gerecht zu werden.“

Die rot-rot-grüne Landesregierung hat sich im Koalitionsvertrag zum Ziel gesetzt, mindestens 5 Prozent des Waldes in Thüringen aus der forstwirtschaftlichen Nutzung zu nehmen und damit einen Beitrag zur Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt zu leisten. Die Verantwortung Deutschlands ist aus Sicht von Manuel Schweiger, Wildnisreferent der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt, ein wichtiges Argument für den zügigen Verzicht auf eine weitere forstliche Bewirtschaftung: „Deutschland gehört in Europa, aber auch weltweit zu den Schlusslichtern, was die Bewahrung von Waldwildnis angeht. Nur wenn wir eine Vorbildfunktion einnehmen, können wir diesen Schutzgedanken auch von wirtschaftlich deutlich schwächeren Ländern in Afrika, Südamerika oder auch in Osteuropa erwarten.“

Ohne Waldwildnis fehlt ein entscheidender Baustein zur Erhaltung der biologischen Vielfalt. „Viele Tiere, Pflanzen und Mikroorganismen sind auf eine vom Menschen unbeeinflusste, natürliche Waldentwicklung angewiesen, in der alle Waldstadien repräsentiert sind. So entstehen wichtige Lebens- und Rückzugsräume“, erläutert Martin Schmidt, stellvertretender Landesvorsitzender des NABU Thüringen.

„Als ‚Urwald von morgen‘ wird sich der Possen zukünftig in eine Perlenkette von Urwäldern einreihen, welche vom Schwarzatal, über das Vessertal, den Nationalpark Hainich bis zur Hohen Schrecke reichen“, ergänzt Albert Wotke vom WWF. „Von einer ruhenden Motorsäge im Possenwald profitieren also nicht nur Tiere und Natur, sondern auch der Tourismus im Kyffhäuserkreis“.

Die breite Unterstützung von Bürgerschaft, Kommunal- und Landespolitikern gibt den Naturschutzorganisationen Recht. Schon seit vielen Jahren gibt es eine örtliche Bürgerinitiative "ProKyffhäuserwald", die sich für eine Wildnisfläche am Possen einsetzt und hierzu bereits mehrere tausend Unterschriften gesammelt hat. Sprecher Dirk Trute: „Wir fordern schon lange einen Urwald vor den Toren unserer Stadt Sondershausen, in dem sich Wildnis ohne Eingriffe des Menschen entwickeln kann und ungestörte Waldkreisläufe erlebbar werden.“

Die Naturschutzverbände rufen alle Bürger*innen dazu auf, der Natur ihre Stimme zu geben und die Petition für „Mehr Waldwildnis als Chance für Thüringen“ zu zeichnen!

https://petitionen-landtag.thueringen.de/petitions/1170

Pressekontakt BUND Thüringen: Stefanie Haupt,  BUND Thüringen, Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. 0361 – 555 03 -14, Fax: -19, Mobil: 0170 73 19 59 3, stefanie.haupt@bund.net

Pressekontakt NABU Thüringen: Martin Schmidt, NABU Thüringen, stellvertretender Landesvorsitzender
Mobil: 0162/6248670, netmars@gmx.de

Pressekontakt WWF Deutschland: Albert Wotke, WWF Deutschland, Referent Naturschutz Deutschland
Mobil: 0151/1885454868, albert.wotke@wwf.de

Pressekontakt Zoologische Gesellschaft Frankfurt: Manuel Schweiger, Zoologische Gesellschaft Frankfurt, Wildnisreferent
Tel. 069/94344633, schweiger@zgf.de

www.bund-thueringen.de
www.twitter.com/bundth
www.facebook.com/bundth 

5. Januar 2017

BUND fordert: „Agrarkonzerne: Finger weg von unserem Essen!“ - Thüringen fährt mit eigenem Bus zur „Wir haben es satt!“-Demo in Berlin

Erfurt. Am 21. Januar geht der BUND auf der „Wir haben Agrarindustrie satt!“-Demonstration in Berlin erneut für die Agrarwende in Deutschland auf die Straße. Zu der bundesweiten Demonstration, die 2017 zum siebten Mal stattfindet, wird von mehr als 45 Organisationen aufgerufen. Die Forderungen sind klar: Bauernhöfe statt Agrarfabriken, gesundes Essen für alle und Demokratie statt Konzernmacht. Aus Erfurt bietet der BUND Thüringen in diesem Jahr eine gemeinsame Anreise mit einem Reisebus an.

Parallel zur „Grünen Woche“ soll auch 2017 erneut ein Zeichen für zukunftsverträgliche Landwirtschaft gesetzt werden. Im Fokus der Demonstration steht in diesem Jahr das Höfesterben, das unverändert dramatische Dimensionen hat. Ron Hoffmann, Landes-vorsitzender des BUND Thüringen: „Wir haben es satt! Die Produktion von Fleisch konzentriert sich auf immer weniger Betriebe, die dafür überproportional wachsen und mit Ihnen die Anzahl gehaltener Tiere. Dieser Trend hin zu ‚Megamastanlagen‘ muss endlich ein Ende haben! Deshalb gehen wir auch 2017 gemeinsam in Berlin auf die Straße! Wir rufen alle Menschen auf, die keine Lust mehr auf Agrarfabriken haben auf, sich uns anzuschließen!“

Das Besondere in diesem Jahr: „Wir haben 2017 die Chance, zum Auftakt des Wahljahres deutlich zu machen, dass die nächste Bundesregierung die Agrarwende konsequent umsetzen muss. Nur so können wir im Jahr der Bundestagswahl die Agrarwende zu einem zentralen politischen Thema machen“, so Hoffmann.

Um seinen Forderungen eine möglichst laute Stimme zu verleihen, organisiert der BUND Thüringen einen Bus von Bad Langensalza über Erfurt, Jena und Weißenfels nach Berlin. Der Bus fährt um 06:00 Uhr am ZOB am Bahnhof in Bad Langensalza ab und sammelt weitere Fahrgäste um 07:00 am Busbahnhof Bussteig 7 am Hauptbahnhof Erfurt ein. Um 07:50 Uhr startet der Bus in Jena am Bahnhof Jena-Göschwitz und trifft 08:45 Uhr an der Promenade 19 am ZOB Weißenfels ein. Die Kosten belaufen sich auf: 22 Euro (BUND-Mitglieder 20 Euro) pro Person für die Hin- und Rückfahrt.

Das Platzangebot ist begrenzt, zu einer schnellen Reservierung wird daher geraten.

Informationen und Reservierung beim BUND Thüringen, 0361-5550310 bund.thueringen@bund.net oder www.bund-thueringen.de.

Pressekontakt BUND Thüringen: Stefanie Haupt,  BUND Thüringen, Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. 0361 – 555 03 -14, Fax: -19, Mobil: 0170 73 19 59 3, stefanie.haupt@bund.net

www.bund-thueringen.de
www.twitter.com/bundth
www.facebook.com/bundth 



BUND-Jahrbuch Bauen und Renovieren 2017

Direkt zum Online-Antrag, Foto: eyewire / fotolia.com

Jahresbericht 2015

Unser neuer Jahresbericht steht ab sofort zum Download zur Verfügung!

Der BUND Thüringen ist Teil des Bündnis für ein Thüringen der Demokratie, 
Vielfalt und Mitmenschlichkeit
.

Lesen Sie dazu den Brief unseres Landesvorsitzenden, Ron Hoffmann.

Suche