20. Oktober 2017

Das Abenteuer am Grünen Band geht in der Rhön weiter – Multivisionsshow zeigt Entwicklung vom Todesstreifen zur Lebenslinie in eindrucksvollen Bildern

Erfurt/Geisa. Seit Anfang Oktober ist der BUND Thüringen mit seiner Multivisionsshow gemeinsam mit dem Abenteurer Mario Goldstein in den Regionen am Grünen Band unterwegs. Gestern konnten über 100 Teilnehmer in der Gedenkstätte Point Alpha das Abenteuer am Grünen Band erleben. Die Show zeigt die eindrucksvolle Natur und packende Lebensgeschichten am ehemaligen innerdeutschen Grenzstreifen. Anlass ist der aktuelle Prozess der Ausweisung des Grünen Bandes Thüringen als Nationales Naturmonument.

„Wir möchten den Menschen die Chance geben, ihre eigenen Erlebnisse aufzuarbeiten und gleichzeitig die Landschaft vor ihrer Haustür zu erleben“, so  Ron Hoffmann, Vorsitzender des BUND Thüringen. „Dazu bietet die Multivisionsshow mit ihrer Mischung aus persönlichen Schicksalen im Kontext der innerdeutschen Teilung und der besonderen Natur am Grünen Band perfekte Voraussetzungen. Wir möchten aber auch zeigen, wo früher Stacheldraht als Todesstreifen Menschen trennte, ist eine blühende Lebenslinie für heimische Tier- und Pflanzenarten entstanden, die Menschen heute verbindet. Diese gilt es jetzt zu bewahren.“

Präsentiert wird die Show von Abenteurer Mario Goldstein. Ihn schickte der BUND Thüringen im Sommer 2016 als Botschafter an das GRÜNE BAND. Nach langen Reisen durch die Welt stellte sich der ehemalige Grenzflüchtling hier seiner eigenen Geschichte und entdeckte das Abenteuer mitten in Deutschland.

Besonders in der Rhön steht das Grüne Band steht für ein dunkles Kapitel der deutschen Geschichte. Goldstein traf bei seiner Wanderung auf Menschen, die von der „Aktion Ungeziefer“, der Zwangsaussiedlung grenznaher Orte, besonders betroffen waren.

Im Gegensatz dazu steht die einzigartige Natur, die sich im Schatten der ehemaligen innerdeutschen Grenze entfalten konnte. „Wüsste man nicht, dass früher hier ein Todesstreifen verlief, könnte man fast meinen, durch die unberührte Landschaft zu wandern“, so Goldstein in der Show. Am Grünen Band haben mehr als 1.200 geschützten Arten einen Rückzugsort gefunden. In der Rhön sind das beispielsweise die Wanstschrecke, der Thymian-Ameisenknopf-Bläuling, der Lungenenzian oder die Arnika.

„Nur durch die Ausweisung als Nationales Naturmonument kann dieser einmalige Verbund aus Natur und Geschichte für die Nachwelt erhalten und vor weiterer Zerschneidung bewahrt werden“, erklärt Ron Hoffmann. „Mit unserer Multivisionsshow wollen wir unseren Beitrag dazu leisten, die Bedeutung des Grünen Bandes für die Menschen in Thüringen und ganz Deutschland zu vermitteln.“

Die Multivisionsshow kommt übrigens noch einmal in die Rhön. Nachdem Mario Goldstein seine Erlebnisse heute in Römhild/Grabfeld und morgen in Limlingerode/Südharz Erlebnisse präsentiert, wird er am 27.10. in der Hochrhönhalle in Frankenheim zu Gast sein. Alle Termine finden sich unter www.grünes-band-monumental.de/#multivision und www.bund-thueringen.de.

Der Trailer zur Show findet sich bei YouTube:
https://youtu.be/oNXTUVjOQo8

18. Oktober 2017

BUND fordert: „Klima schützen – Kohle stoppen!“ – Thüringen fährt mit Reisebus zur Weltklimakonferenz COP23 in Bonn

Erfurt. Am 04. November ruft der BUND bei der Weltklimakonferenz COP23 in Bonn zu einer Demonstration unter dem Motto „Klima schützen – Kohle stoppen!” auf. Nur wenige Kilometer entfernt von Europas größter CO2-Quelle, dem Braunkohlerevier im Rheinland, protestiert ein breites internationales Bündnis aus Klima- und Umweltschutz-, Bürgerrechts- und kirchlichen Organisationen sowie Entwicklungsverbänden. Die Forderung: Die Bundesregierung muss einen verbindlichen Fahrplan für einen schnellen, sozialverträglichen Kohleausstieg vorlegen. Aus Erfurt bietet der BUND Thüringen eine gemeinsame Anreise mit dem Reisebus an.

„Nur ein schneller Kohleausstieg kann uns vor den schlimmsten Folgen des Klimawandels bewahren“, mahnt Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen. „Das Pariser Klimaabkommen ist nur einzuhalten, wenn der Ausstoß von Treibhausgasen rasch begrenzt wird. Der Ausstieg aus der Kohle gehört deshalb in den Koalitionsvertrag. Die neue Bundesregierung muss schon Anfang 2018 den Kohleausstieg beschließen und einen Fahrplan zum Komplettausstieg bis spätestens 2030 festlegen. Bis 2020 müssen alle alten Kohlekraftwerke stillgelegt sein, sonst werden die Klimaziele auch langfristig verfehlt.“

Um seinen Forderungen eine möglichst laute Stimme zu verleihen, organisiert der BUND Thüringen einen Bus von Jena über Erfurt nach Bonn. Der Bus fährt um 5:15 Uhr in Jena am ZOB/ Bahnhof  Jena Paradies (Bus Depot) ab und sammelt weitere Fahrgäste um 6:00 Uhr vom Fernbahnsteig beim Intercity Hotel am Hauptbahnhof Erfurt ein. Die Kosten belaufen sich auf: 25 Euro (BUND-Mitglieder 20 Euro) pro Person für die Hin- und Rückfahrt.

Das Platzangebot ist begrenzt, zu einer schnellen Reservierung wird daher geraten. Informationen und Reservierung beim BUND Thüringen, 0361-5550310 bund.thueringen@bund.net oder www.bund-thueringen.de.

Außerdem gibt es eine Mitfahrbörse: Teilnehmer der Demonstration können sich zusammenfinden, um gemeinsam mit dem Auto oder Bahn nach Bonn zu fahren. Weitere Informationen zur „Mitfahrbörse“ unter www.klima-kohle-demo.de/anreise.

Pressekontakt:
Stefanie Haupt,  BUND Thüringen, Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. 0361 – 555 03 -14, Fax: -19,
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13. Oktober 2017

Bundesweiter Aktionstag „Raus aus der Massentierhaltung!“ – BUND fordert Aufnahme in künftigen Koalitionsvertrag

Foto: Klaus Fink

Erfurt. Aktivist*innen des BUND Thüringen riefen die Vertreter der künftigen Regierungsparteien heute auf dem Anger zu einem Bekenntnis gegen industrielle Massentierhaltung auf. Die Aktion war Teil einer bundesweiten Kampagne unter dem Motto „Raus aus der Massentierhaltung“. Das Ziel: der Ausstieg aus der industriellen Massentierhaltung soll im künftigen Koalitionsvertrag verankert werden.

„Wir setzen uns schon seit Jahren gegen die derzeitige Form der Nutztierhaltung in Deutschland ein, jetzt müssen endlich konkrete Schritte folgen“, erklärt Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen. „Wir fordern eine artgerechtere Tierhaltung und mehr Transparenz für Verbraucher*innen. Es muss endlich Schluss sein mit zu engen Ställen und dem übertriebene Einsatz von Antibiotika in der Massentierhaltung. Auch, dass jedes Jahr rund 50 Millionen Eintagsküken getötet werden, ist nicht hinnehmbar.“

Mit der bundesweiten Aktion „Raus aus der Massentierhaltung!“ fordert der BUND die künftige Bundesregierung auf, ein konkretes Programm zum Umbau der Nutztierhaltung in den künftigen Koalitionsvertrag aufzunehmen. Dazu gehören neben einem genauen Zeitplan, auch eine gesicherte Finanzierung sowie konkrete Vorgaben, welche Gesetze geändert werden müssen.
Hoffmann: „Wir fordern als Sofortmaßnahmen unter anderem eine gesetzliche Pflicht zur Haltungskennzeichnung tierischer Produkte, ein Verbot von Reserveantibiotika in der Tierhaltung und ein Ende des Küken-Schredderns, also ein Tötungsverbot männlicher Küken.“  

Laut einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag des BUND sprechen sich mehr als zwei Drittel der Befragten dafür aus, strengere Vorschriften zur artgerechteren Haltung von Nutztieren wie Schweinen oder Hühnern einzuführen. Außerdem befürworten vier von fünf Bundesbürgern eine gesetzliche Kennzeichnungspflicht für alle tierischen Lebensmittel, die zeigt, wie die Tiere gehalten wurden.

„Die gesellschaftliche Akzeptanz für die industrielle Massentierhaltung ist nicht vorhanden“, erklärt Hoffmann. „Jetzt ist die künftige Bundesregierung an der Reihe, in ihrem Koalitionsvertrag die Basis für einen neuen gesellschaftlichen Konsens in der Tierhaltung zu legen.“

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5. Oktober 2017

Das Abenteuer am Grünen Band geht weiter – Multivisionsshow zeigt Entwicklung vom Todesstreifen zur Lebenslinie in eindrucksvollen Bildern

Erfurt/Probstzella. Mario Goldstein kommt zurück in die Landkreise am Grünen Band. Nachdem er im Sommer 2016 das gesamte Grüne Band Thüringen abwanderte und mit vielen Menschen ins Gespräch kam, präsentiert er nun seine Erlebnisse, die besonderen Landschaften und die Geschichten der Menschen am Grünen Band in einer bewegenden Multivisionsshow. Am Samstag, den 7.10. um 19 Uhr kommt er ins Haus des Volkes in Probstzella. Es folgen das Kulturhaus Hirschberg am 12.10. Point Alpha am 19.10. und Römhild am 20.10.2017.
Anlass ist der aktuelle Prozess der Ausweisung des Grünen Bandes Thüringen als Nationales Naturmonument.

„Wir möchten den Menschen die Chance geben, ihre eigenen Erlebnisse aufzuarbeiten und gleichzeitig die Landschaft vor ihrer Haustür zu erleben“, so  Ron Hoffmann, Vorsitzender des BUND Thüringen. „Dazu bietet die Multivisionsshow mit ihrer Mischung aus persönlichen Schicksalen im Kontext der innerdeutschen Teilung und der besonderen Natur am Grünen Band perfekte Voraussetzungen. Wir möchten aber auch zeigen, wo früher Stacheldraht als Todesstreifen Menschen trennte, ist eine blühende Lebenslinie für heimische Tier- und Pflanzenarten entstanden, die Menschen heute verbindet. Diese gilt es jetzt zu bewahren.“

Vom 7. Oktober 2017 bis 17. März 2018 sind BUND Thüringen und Abenteurer Mario Goldstein mit der Multivisionsshow in den Regionen am Grünen Band zu Gast. Der Eintritt zu den Shows ist kostenfrei, lediglich um eine vorherige Anmeldung unter http://www.grünes-band-monumental.de/#multivision wird gebeten.

Präsentiert wird die Show von Abenteurer Mario Goldstein. Ihn schickte der BUND Thüringen im Sommer 2016 als Botschafter an das GRÜNE BAND. Nach langen Reisen durch die Welt stellte sich der ehemalige Grenzflüchtling hier seiner eigenen Geschichte und entdeckte das Abenteuer mitten in Deutschland.

Hoffmann: „Wir freuen uns, mit Mario Goldstein einen Botschafter für das GRÜNE BAND gefunden zu haben, den ein ganz persönliches Schicksal mit der Region verbindet. Auf seiner 763 km langen Reise kam er mit vielen Menschen am Grünen Band ins Gespräch. Authentischer als in der resultierenden Multivisionsshow kann dieses Kapitel der deutschen Geschichte kaum aufgearbeitet werden.“

Die Show zeigt jedoch nicht nur den Schrecken des ehemaligen Todesstreifens, sondern auch die blühende Lebenslinie, zu der er geworden ist. Am Grünen Band finden sich mehr als 1.200 geschützte Arten, in Thüringen gehört hierzu beispielsweise die Wanstschrecke, der Thymian-Ameisenknopf-Bläuling, der Lungenenzian oder die Arnika.

Hoffmann: „Nur durch die Ausweisung als Nationales Naturmonument kann dieser einmalige Verbund aus Natur und Geschichte für die Nachwelt erhalten und vor weiterer Zerschneidung bewahrt werden. Mit unserer Multivisionsshow wollen wir unseren Beitrag dazu leisten, die Bedeutung des Grünen Bandes für die Menschen in Thüringen und ganz Deutschland zu vermitteln“, erklärt Hoffmann. „Die große Resonanz der Auftaktveranstaltung in Erfurt zeigt uns, dass das Thema Grünes Band bewegt. Jetzt werden wir vor Ort zeigen, wie schützenswert das GRÜNE BAND als einmalige Verbindung aus Geschichte und Natur ist.“

28. September 2017

Netzwerk aus Natura 2000-Stationen bewährt sich in Thüringen – Tagung an der Fachhochschule Erfurt mit 120 Teilnehmern aus Haupt- und Ehrenamt

Foto: Andreas Lux

Erfurt. Bis 2020 will die Europäische Union den Verlust der Biologischen Vielfalt in Europa stoppen. Doch der Zustand der Arten im europäischen Schutzgebietsnetz Natura 2000 ist schlecht. Mit der Errichtung eines Schutzgebietsnetzes aus elf Natura 2000-Stationen und einem Kompetenzzentrum ging das Land Thüringen einen ersten wichtigen Schritt. Dass sich dieser bereits bewährt hat, zeigt die große Resonanz der Tagung „Natura 2000 in Thüringen – Herausforderungen und Chancen“, die heute mit 120 Teilnehmern erfolgreich zu Ende geht.

„Wir freuen uns, dass unsere Veranstaltung in Kooperation mit der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie auf solch großen Zuspruch stößt“, freut sich Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. „Das zeigt die Bedeutung, die das europäische Naturerbe und dessen Erhalt mittlerweile erlangt hat. Und diese Aufmerksamkeit hat das Netzwerk Natura 2000-Stationen nicht nur verdient, sondern auch dringend nötig. Denn bis 2020 bleibt nicht mehr viel Zeit, um den Verlust der Biologischen Vielfalt in Europa aufzuhalten.“

Die 11 Natura 2000-Stationen an Standorten in ganz Thüringen leisten jeweils ihren Teil für den Erhalt des europäischen Naturerbes, z.B. bei der Instandsetzung und Pflege artenreicher Halbtrockenrasen oder der Anlage von Laichgewässern für die Gelbbauchunke. Zusätzlich dazu werden Allianzen geschmiedet zwischen den Akteuren in der Region, den Vertreten der Verwaltung und der Großschutzgebiete, den Kommunen, den Verbänden sowie den Landnutzern vor Ort mit dem Ziel einer naturschutzgerechten Landnutzung.

„Und das mit Erfolg!“, erklärt Sebastian König, Leiter des Kompetenzzentrums Natura 2000-Stationen. „Besonders bewährt haben sich bisher die Beratung der Landnutzer vor Ort sowie die Qualifizierung von Fördermittelanträgen für Naturschutzprojekte, aber auch die Unterstützung von Ad-hoc-Maßnahmen, wie beispielsweise beim Wolfsschutz. Allerdings werden Verbesserungen beim Zustand der Arten erst mittelfristig sichtbar werden.“

Damit das Netzwerk Natura 2000-Stationen nicht nur ein „Provisorium“ bleibt, fordert König die Thüringer Landesregierung auf, dieses im neuen Naturschutzgesetz zu verankern: „Wenn wir das europäische Naturerbe langfristig schützen wollen,  brauchen wir ein verlässliches Instrument, dass unabhängig von politischen Entscheidungen arbeiten kann. Eine Festschreibung im Naturschutzgesetz bietet dafür den passenden Rahmen.“

Hintergrund:
Im Freistaat sind zwischen 2016 und 2017 insgesamt 11 Natura 2000-Stationen entstanden. Sie sollen die Lebensräume und Arten des europäischen Schutzgebietsnetzes in Thüringen sichern und entwickeln. Das Thüringer Umweltministerium fördert die Ausstattung aller Stationen mit ca. 1 Mio. Euro pro Jahr. Hinzu kommt eine Koordinationsstelle - das Kompetenzzentrum Natura 2000-Stationen. Dieses wird vom TMUEN und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert und hat seinen Sitz auf dem Campus der Fakultät Landschaftsarchitektur, Gartenbau und Forst – der Fachhochschule Erfurt – dem sog. „Grünen Zentrum“. Träger des Kompetenzzentrums sind der BUND Thüringen e.V., der Deutsche Verband für Landschaftspflege e.V. und der NABU Thüringen e.V.
Thüringen verfügt über 212 FFH-Gebiete und 35 punkthafte FFH-Objekte sowie 44 EU-Vogelschutzgebiete. Diese Gebiete umfassen rund 270.000 Hektar, das entspricht rund 17 % der Landesfläche. In diesen Landschaften kommen seltene und teilweise vom Aussterben bedrohte Arten vor. Die konkreten Naturschutzmaßnahmen sind breit gefächert.

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28. September 2017

Biologischen Vielfalt und Klimawandel sind Herausforderungen für neuen Bundestag – BUND Thüringen fordert ambitioniertere Maßnahmen auf Bundesebene

Erfurt. Obwohl die Sicherung der biologischen Vielfalt und der Klimawandel die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts sind, haben diese Themen im letzten deutschen Bundestag nur eine untergeordnete Rolle gespielt. Deshalb fordert der BUND Thüringen die neu gewählten Abgeordneten auf, Klimaschutz, das Ende der Massentierhaltung und die Bewahrung der Artenvielfalt auf die Agenda für die nächste Legislaturperiode zu setzen. Aus Sicht des BUND handelt es sich um mehrheitsfähige Zukunftsthemen, die die nächste Regierung prioritär angehen muss.

„Der neue Bundestag wird wichtige Weichen für Umwelt- und Naturschutz stellen“, erklärt Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen. „Deshalb fordern wir, dass die Themen Klimaschutz, Bewahrung der Artenvielfalt, ein Verbot des Unkrautvernichters Glyphosat sowie die Abschaffung der Massentierhaltung bereits Bestandteil der Koalitionsverhandlungen werden.“
 
Die Zeit drängt, denn Naturkatastrophen wie in Mexiko oder im Südosten der USA zeigen, dass der Klimawandel mehr als real ist. „In den ersten hundert Tagen muss die neue Regierung ein Klimaschutzsofortprogramm starten, um das Klimaziel 2020 noch zu erreichen und die richtigen Weichen für 2030 zu stellen“, fordert Hoffmann.
 
„Weichen für die Zukunft muss der neue Bundestag auch im Bereich Landwirtschaft stellen. Skandale in Vorzeigebetrieben wie in Bad Langensalza und Urleben beweisen, dass unsere aktuelle Tierhaltungsstrategie nicht zukunftsfähig ist und einer dringenden Überarbeitung bedarf. Der Stall muss an die Tiere  angepasst  werden,  statt  die  Tiere  dem  Stall  anzupassen“, fordert Hoffmann.

Wenig zukunftsfähig ist aus Sicht des BUND auch der flächendeckende Einsatz des Unkrautvernichters Glyphosat. Hoffmann: „In Deutschland geht beispielsweise das Vorkommen von Bienen, die seit jeher als Bestäuber eine lebenswichtige Funktion für unsere Ernährung haben, drastisch zurück. Dieser für den Menschen wie für die Ökosysteme gefährliche Trend muss sofort gestoppt werden. Auch das ist für uns Aufgabe des neuen Bundestages.“

Eine der wichtigsten Herausforderung ist aus Sicht des Verbandes jedoch die Verabschiedung verbindlicher Arbeitspläne und rechtlicher Regelungen zur Wiedervernetzung von Lebensräumen. Hoffmann: „Nur mit einem ‚Bundesnetzplan Biotopverbund‘ lässt sich ein  bundesweites  Instrument schaffen,  um  Lebensräume  wieder  miteinander zu vernetzen. Unabhängig von der finalen Regierungskoalition fordern wir alle Parteien im deutschen Bundestag auf, diese großen Themen des 21. Jahrhunderts nicht aus den Augen zu verlieren.“

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27. September 2017

Erste Beratung zum Nationalen Naturmonument "Grünes Band Thüringen" – BUND fordert Abgeordnete zur Unterstützung des Gesetzes auf

Erfurt. Am Mittwoch geht das Gesetz zur Ausweisung des Grünen Bandes als Nationales Naturmonument in die erste Beratung. Der BUND Thüringen begrüßt diesen Schritt und fordert die Landtagsabgeordneten auf, das Vorhaben zu unterstützen. Als Teil der Erinnerungs- und Wiederaufarbeitungskultur im Freistaat und als einzigartiger Biotopverbund bedarf das Grüne Band dringend einem angemessen Schutz.

„Nur als Nationales Naturmonument kann dieser einmalige Verbund aus Natur und Geschichte für die Nachwelt erhalten und vor weiterer Zerschneidung bewahrt werden“, appelliert Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen, an die Abgeordneten. „Der Freistaat nimmt hier eine Vorreiterrolle in Deutschland ein. Und diese Chance sollten wir ergreifen.“

Der BUND Thüringen fordert, den ehemaligen Grenzstreifen zwischen Kolonnenweg und Grenze vollständig als Schutzgebiet auszuweisen und dem Naturschutz hier Vorrang einzuräumen. Nur dadurch könne der ehemalige Todesstreifen als Lebenslinie für heimische Tier- und Pflanzenarten erhalten werden.

„Dass aus einem Element der Teilung Deutschlands ein Symbol der Verbindung entstand, prädestiniert das Grüne Band als Nationales Naturmonument. Dieser Status ermöglicht den Schutz des Grünen Bandes vor weiteren Eingriffen und das Bewahren seiner kulturhistorischen Bedeutung besser als jede andere Schutzkategorie“, so Ron Hoffmann weiter.

Hoffmann: „Von der Unter-Schutz-Stellung profitiert aber nicht nur die Natur, sondern auch die Menschen selbst. Jedes Jahr kommen Besucher aus ganz Deutschland an das Grüne Band, um sich zu erholen und ihre ganz persönliche Geschichte aufzuarbeiten. Und das sollen auch noch unsere Enkel und Großenkel tun können. Denn – einem Zitat von George Santayana folgend – ‚wer sich nicht seiner Vergangenheit erinnert, ist verurteilt, sie zu wiederholen‘. Dieser Verantwortung sollten sich die Landtagsabgeordneten bei ihrer Entscheidung für das Nationale Naturmonument Grünes Band Thüringen bewusst sein.“

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18. September 2017

Das Abenteuer am Grünen Band geht weiter – Multivisionsshow zeigt Entwicklung vom Todesstreifen zur Lebenslinie in eindrucksvollen Bildern

Erfurt. Heute startete die Multivisionsshow „Abenteuer Grünes Band“ mit einer Premierenveranstaltung an der Fachhochschule Erfurt. Sie zeigt die eindrucksvolle Natur und packende Lebensgeschichten am ehemaligen innerdeutschen Grenzstreifen. Ab Oktober tourt die Show in den Regionen am Grünen Band. Anlass ist der aktuelle Prozess der Ausweisung des Grünen Bandes Thüringen als Nationales Naturmonument.

„Wir möchten den Menschen die Chance geben, ihre eigenen Erlebnisse aufzuarbeiten und gleichzeitig die Landschaft vor ihrer Haustür zu erleben“, so  Ron Hoffmann, Vorsitzender des BUND Thüringen. „Dazu bietet die Multivisionsshow mit ihrer Mischung aus persönlichen Schicksalen im Kontext der innerdeutschen Teilung und der besonderen Natur am Grünen Band perfekte Voraussetzungen. Wir möchten aber auch zeigen, wo früher Stacheldraht als Todesstreifen Menschen trennte, ist eine blühende Lebenslinie für heimische Tier- und Pflanzenarten entstanden, die Menschen heute verbindet. Diese gilt es jetzt zu bewahren.“

Vom 7. Oktober 2017 bis 17. März 2018 sind BUND Thüringen und Abenteurer Mario Goldstein mit der Multivisionsshow in den Regionen am Grünen Band zu Gast. Der Eintritt zu den Shows ist kostenfrei, lediglich um eine vorherige Anmeldung unter http://www.grünes-band-monumental.de/#multivision wird gebeten.

Präsentiert wird die Show von Abenteurer Mario Goldstein. Ihn schickte der BUND Thüringen im Sommer 2016 als Botschafter an das GRÜNE BAND. Nach langen Reisen durch die Welt stellte sich der ehemalige Grenzflüchtling hier seiner eigenen Geschichte und entdeckte das Abenteuer mitten in Deutschland.

Hoffmann: „Wir freuen uns, mit Mario Goldstein einen Botschafter für das GRÜNE BAND gefunden zu haben, den ein ganz persönliches Schicksal mit der Region verbindet. Auf seiner 763 km langen Reise kam er mit vielen Menschen am Grünen Band ins Gespräch. Authentischer als in der resultierenden Multivisionsshow kann dieses Kapitel der deutschen Geschichte kaum aufgearbeitet werden.“

Die Show zeigt jedoch nicht nur den Schrecken des ehemaligen Todesstreifens, sondern auch die blühende Lebenslinie, zu der er geworden ist. Am Grünen Band finden sich mehr als 1.200 geschützte Arten, in Thüringen gehört hierzu beispielsweise die Wanstschrecke, der Thymian-Ameisenknopf-Bläuling, der Lungenenzian oder die Arnika.

Hoffmann: „Nur durch die Ausweisung als Nationales Naturmonument kann dieser einmalige Verbund aus Natur und Geschichte für die Nachwelt erhalten und vor weiterer Zerschneidung bewahrt werden. Mit unserer Multivisionsshow wollen wir unseren Beitrag dazu leisten, die Bedeutung des Grünen Bandes für die Menschen in Thüringen und ganz Deutschland zu vermitteln“, erklärt Hoffmann. „Die große Resonanz der Auftaktveranstaltung in Erfurt zeigt uns, dass das Thema Grünes Band bewegt. Jetzt werden wir vor Ort zeigen, wie schützenswert das GRÜNE BAND als einmalige Verbindung aus Geschichte und Natur ist.“

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18. September 2017

„Die Erde braucht Freunde“ – auch im Landkreis Schmalkalden-Meiningen – Der BUND informiert und wirbt für sich und seine Projekte vom 18. bis 23. September 2017 in der Suhler Innenstadt

Foto: BUND Meiningen

Meiningen. Von Montag, den 18. September, bis einschließlich Samstag, den 23. September, wird ein Team des Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) in der Suhler Innenstadt mit den Bürgern das Gespräch über umweltpolitische Themen der Region suchen und über den gemeinnützigen Verein und seine Projekte informieren.

Frank Henkel, Vorsitzender des BUND Kreisverbandes Schmalkalden-Meiningen: „Wir wollen den Bürgerinnen und Bürgern die Chance geben, die Arbeit des BUND in der Region kennen zu lernen.
Der Kreisverband betreut beispielsweise mehrere Streuobstwiesen im Landkreis und setzt sich für die Sicherung des "Grünen Bandes", der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze, als Lebensraum seltener Tiere und Pflanzen und als Mahnmal der Geschichte ein. Einen Schwerpunkt der Vereinsarbeit bildet darüber hinaus die Umweltbildung: Der BUND Schmalkalden-Meiningen führt über das Jahr über 50 Veranstaltungen und Aktionen für Jung und Alt durch, darunter auch die beliebte Veranstaltungsreihe „Wilde Samstage“ für Kinder von 6 bis 12 Jahren. Weitere Themen sind die Versalzung der Werra, der Widerstand gegen die Rhöntrasse und der praktische Einsatz für die Energiewende. Der Kreisverband betreibt seit 2006 eine eigene Photovoltaik-Anlage in der „Solarkommune“ Viernau. Es gibt also viel zu tun, deshalb freuen wir uns über Menschen – ganz gleich ob jung oder alt – die uns ehrenamtlich unterstützen wollen und natürlich über neue Mitglieder, welche unsere umweltpolitische und gemeinnützige Arbeit mit ihrer Stimme und einem frei zu wählenden finanziellen Beitrag unterstützen. Der BUND ist ein Mitgliederverband: Je stärker unsere Gemeinschaft ist, desto mehr erreichen wir natürlich für Umwelt und Natur. Das Team vor Ort ist direkt vom BUND und informiert Sie gerne über die bestehenden Möglichkeiten zur Mithilfe. Wir freuen uns auf Sie!“

Alle Bürger, die in dieser Woche nicht direkt mit dem Team des BUND ins Gespräch kommen können, haben jederzeit die Möglichkeit, schnell und unkompliziert Kontakt über die Landesgeschäftsstelle in Erfurt aufzunehmen.

Unsere Kontaktdaten:

BUND Landesgeschäftsstelle
Trommsdorffstraße 5
99084 Erfurt
Fon: 0361 - 555 03 10
Fax: 0361 - 555 03 19
bund.thueringen@bund.net
www.bund-thueringen.de


Über den BUND:
Der Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland e.V. (BUND) ist ein gemeinnütziger Verband, der sich seit über dreißig Jahren vielfältigen Natur- und Umweltschutzthemen widmet. Dabei wirkt er überwiegend lokal und regional und ist zusätzlich im weltweit größten Umweltschutznetzwerk Friends of The Earth International (FoE) organisiert.
Nach § 63 des Bundesnaturschutzgesetzes ist der BUND als Umweltverband anerkannt und wird bei Eingriffen in den Naturhaushalt angehört. Dabei arbeitet er wirtschaftlich, parteipolitisch und konfessionell unabhängig.
Derzeit hat der BUND über 500.000 Mitglieder. Sie sind in einem flächendeckenden Netz von über 2.000 Kreis- und Ortsgruppen organisiert. Dazu kommen ca. 800 Kinder- und Jugendgruppen, mit insgesamt knapp 40.000 Mitgliedern, die in einer eigenen Jugendorganisation, der BUNDjugend, organisiert sind.  
Der BUND will die natürliche Schönheit und Vielfalt unserer Heimat bewahren. Dabei verstehen wir uns als Anwalt für Natur, Landschaft und Mensch. Unser Ziel ist es, die natürlichen Lebensgrundlagen für Menschen, Tiere und Pflanzen zu erhalten.

Pressekontakt:
Stefanie Haupt,  BUND Thüringen, Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. 0361 – 555 03 -14, Fax: -19,
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15. September 2017

Tag des nachhaltigen Konsums und der Suffizienz im Klima-Pavillon – BUNDjugend stellt auf Landesgartenschau Ansätze zur Müllvermeidung vor

Apolda/ Erfurt. Was ist nachhaltiger Konsum? Und was ist Suffizienz?  Wie kann man nachhaltiger Leben? Diesen und weiteren Fragen geht die BUNDjugend Thüringen heute im Klima-Pavillon auf der Bundesgartenschau in Apolda nach. Neben Vorträge zu innovativen Ansätzen der Müllvermeidung rückt die Jugendorganisation des BUND Thüringen auch das Thema „nachhaltiger Genuss“ in den Mittelpunkt.

„Für uns als ‚junge Generation‘ ist eine nachhaltige Lebensweise besonders relevant“, so Max Sommerfeld, Jugendbildungsreferent bei der BUNDjugend in Thüringen. „Dass unsere Ressourcen endlich sind, werden vor allem wir in den kommenden Jahrzehnten spüren. Deshalb wollen wir auf der Landesgartenschau ein Zeichen gegen die Verschwendung setzen.“

Mit Vorträgen zu den Themen „Zero-Waste im Alltag“, „Cradle-to-Cradle“ und zur „Suffizienz“ stellen namenhafte Referenten Strategien vor, die eine nachhaltige Lebensweise in Zukunft erleichtern sollen.

Jonas Rombach, Landesjugendleiter der BUNDjugend Thüringen: „Für uns als Jugendorganisation steht vor allem die Frage nach dem ‚Warum‘ im Mittelpunkt: Warum verschwenden wir Ressourcen so achtlos? Warum nutzen wir nicht bereits vorhandene alternative Strategien? Warum gilt die Devise ‚Nach uns die Sintflut‘? Es steht doch längst fest, dass wir über unsere Verhältnisse leben.“  

Nachhaltiger Konsum bedeutet für die BUNDjugend auch „Selbermachen statt Kaufen“. Unter diesem Motto ist im Klima-Pavillon auch für das leibliche Wohl gesorgt. Vor Ort können unter professioneller Anleitung selbst vegane Brotaufstriche zubereitet und natürlich auch gekostet werden.

„Wir hoffen, dass wir möglichst viele Besucher für das Thema Nachhaltigkeit sensibilisieren können“, erklärt Rombach. „Denn wir dürfen nicht vergessen, wir haben nur eine Erde! Spätestens wenn deren Ressourcen aufgebraucht sind, ist es zum Handeln zu spät.“

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„Die Erde braucht Freunde“ – auch in Weimar – Der BUND informiert und wirbt für sich und seine Projekte vom 11. bis 16. September 2017 in der Weimarer Innenstadt

Weimar. Vom Montag, den 11. September, bis einschließlich Samstag, den 16. September, wird ein Team des Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) in der Weimarer Innenstadt mit den Bürgern das Gespräch über umweltpolitische Themen der Region suchen und über den gemeinnützigen Verein und seine Projekte informieren.

Ruth Bouska, Vorsitzende des BUND Kreisverbandes Weimar: „Wir wollen den Bürger*innen die Chance geben, die Arbeit des BUND in der Region kennen zu lernen. Aktuell arbeitet der Kreisverband beispielsweise gemeinsam mit der Stadt Weimar an einem Mehrwegbecherprojekt, um den städtischen Müllbergen zu Leibe zu rücken. Und auch die Gestaltung und Pflege einer Brachfläche (ehemalige Kleingartenanlage), in der Nähe von Niedergunstedt unter dem Namen „Arten-Reich – Der BUND-Garten Weimar“ schreitet in großen Schritten voran. Es gibt viel zu tun, deshalb freuen wir uns über Menschen – ganz gleich ob jung oder alt – die uns ehrenamtlich unterstützen wollen und natürlich über neue Mitglieder, welche unsere umweltpolitische und gemeinnützige Arbeit mit ihrer Stimme und einem frei zu wählenden finanziellen Beitrag unterstützen. Der BUND ist ein Mitgliederverband: Je stärker unsere Gemeinschaft ist, desto mehr erreichen wir natürlich für Umwelt und Natur. Das Team vor Ort ist direkt vom BUND und informiert Sie gerne über die bestehenden Möglichkeiten zur Mithilfe. Wir freuen uns auf Sie!“

Alle Bürger, die in dieser Woche nicht direkt mit dem Team des BUND ins Gespräch kommen können, haben jederzeit die Möglichkeit, schnell und unkompliziert Kontakt über die Landesgeschäftsstelle in Erfurt aufzunehmen.

Unsere Kontaktdaten:
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99084 Erfurt
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Über den BUND:
Der Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland e.V. (BUND) ist ein gemeinnütziger Verband, der sich seit über dreißig Jahren vielfältigen Natur- und Umweltschutzthemen widmet. Dabei wirkt er überwiegend lokal und regional und ist zusätzlich im weltweit größten Umweltschutznetzwerk Friends of The Earth International (FoE) organisiert.
Nach § 63 des Bundesnaturschutzgesetzes ist der BUND als Umweltverband anerkannt und wird bei Eingriffen in den Naturhaushalt angehört. Dabei arbeitet er wirtschaftlich, parteipolitisch und konfessionell unabhängig.
Derzeit hat der BUND über 500.000 Mitglieder. Sie sind in einem flächendeckenden Netz von über 2.000 Kreis- und Ortsgruppen organisiert. Dazu kommen ca. 800 Kinder- und Jugendgruppen, mit insgesamt knapp 40.000 Mitgliedern, die in einer eigenen Jugendorganisation, der BUNDjugend, organisiert sind.  
Der BUND will die natürliche Schönheit und Vielfalt unserer Heimat bewahren. Dabei verstehen wir uns als Anwalt für Natur, Landschaft und Mensch. Unser Ziel ist es, die natürlichen Lebensgrundlagen für Mensch, Tiere und Pflanzen zu erhalten.

Pressekontakt:
Stefanie Haupt,  BUND Thüringen, Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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Naturschützer der ersten Stunde am Grünen Band werden mit Deutschem Umweltpreis ausgezeichnet – Prof. Dr. Hubert Weiger und Dr. Kai Frobel vom BUND für langjähriges Engagement am ehemaligen innerdeutschen Grenzstreifen geehrt

Wegbereiter des Grünen Bandes: der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger (l.) und Kai Frobel. (BUND)

Osnabrück/ Erfurt. Mit der Verleihung des Deutschen Umweltpreis würdigt die Deutsche Bundesumweltstiftung Prof. Dr. Hubert Weiger, den Bundesvorsitzenden des BUND, und Artenschutzreferent Dr. Kai Frobel als Initiatoren des Naturschutzprojekts „Grünes Band“ sowie Inge Sielmann. Die Preisträger setzten sich dafür ein, die ehemalige innerdeutsche Grenze als Rückzugsort für seltene Tier und Pflanzenarten zu bewahren. Der BUND Thüringen unterstützt die Thüringer Landesregierung jetzt dabei, das Grüne Band Thüringen als Nationales Naturmonument dauerhaft unter Schutz zu stellen.

„Wir freuen uns sehr über die Anerkennung für den BUND und sein langjähriges Engagement für das Grüne Band“, so Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen. „Hinter einer solchen Auszeichnung stecken unzählige Stunden ehrenamtlichen Einsatzes vieler Naturschützer, die den ehemaligen Todesstreifen zu einer blühenden Lebenslinie entwickelten. Trotz großer Widerstände hatten Weiger und Frobel knapp dreißig Jahre beharrlich an der Umsetzung gearbeitet, um das Grüne Band sowohl als Erinnerungsort, als auch als Schatzkammer der Artenvielfalt zu erhalten.“

Kai Frobel gilt als Initiator und Namensgeber des Grünen Bandes. Lange vor der Wiedervereinigung hat er durch seine Kontaktaufnahme zu Kolleg*innen in der ehemaligen DDR die Basis für das erste gesamtdeutsche Naturschutzprojekt gelegt. Frobels wissenschaftliche Arbeiten hatten bereits in den 70er und 80er Jahren bundesweit erstmals das hohe Naturpotenzial des Grenzstreifens belegt. Mit einer großen Konferenz mit Teilnehmern aus Ost und West hatte Frobel den Grundstein für die Resolution zum Schutz des Grünen Bandes gelegt. 1998 hatte er das Projektbüro Grünes Band des BUND gegründet und koordiniert es bis heute.

Der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger hatte den auf interdisziplinären Dialog ausgerichteten völkerverbindenden Charakter des Projektes mit Frobel vorangetrieben. Er hatte bereits früh über die Grenzen Deutschlands hinaus gedacht und die Vision eines Grünen Bandes Europa entwickelt. Als Mitglied zahlreicher Gremien hat er sich um den Erhalt des ehemaligen Grenzstreifens besondere Verdienste erworben.

Hoffmann: „Es ist unsere Pflicht, das Grüne Band als Errungenschaft für Mensch und Natur zu schützen. Wir haben in Thüringen die einmalige Chance, mit der Ausweisung des Grünen Bandes als Nationales Naturmonument einen wichtigen Begegnungsort für Menschen zu bewahren. Diese Entscheidung hat in ganz Deutschland und Europa Vorbildcharakter. Denn nur gemeinsam können wir das Grüne Band als einzigartige Verbindung von Natur und Geschichte für nachfolgende Generationen bewahren.“

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„Die Erde braucht Freunde“ – auch in Gera – Der BUND informiert und wirbt für sich und seine Projekte vom 04. bis 09. September 2017 in der Geraer Innenstadt

Gera. Vom Montag, den 04. September, bis einschließlich Samstag, den 09. September, wird ein Team des Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) in der Geraer Innenstadt mit den Bürgern das Gespräch über umweltpolitische Themen der Region suchen und über den gemeinnützigen Verein und seine Projekte informieren.

Heinz Klotz, Vorsitzende des BUND Kreisverbandes Gera: „Wir wollen den Bürger*innen die Chance geben, die Arbeit des BUND in der Region kennen zu lernen. Dazu gehören beispielsweise regelmäßige Aktionen wie „Elsterglanz“, bei der Uferbereiche und das Flussbett der Weißen Elster von allerlei Unrat befreit werden und „Urban Gardening“-Projekte. Zudem setzt sich der Kreisverband vor Ort für dezentrale Energiegewinnung und eine Verbesserung des Stadtklimas durch die Einschränkung des motorisierten Individualverkehrs ein. Es gibt viel zu tun, wir planen in Zukunft beispielsweise auch die Pflege einer im städtischen Besitz befindliche Streuobstwiese. Deshalb freuen wir uns über Menschen – ganz gleich ob jung oder alt – die uns ehrenamtlich unterstützen wollen und natürlich über neue Mitglieder, welche unsere umweltpolitische und gemeinnützige Arbeit mit ihrer Stimme und einem frei zu wählenden finanziellen Beitrag unterstützen. Der BUND ist ein Mitgliederverband: Je stärker unsere Gemeinschaft ist, desto mehr erreichen wir natürlich für Umwelt und Natur. Das Team vor Ort ist direkt vom BUND und informiert Sie gerne über die bestehenden Möglichkeiten zur Mithilfe. Wir freuen uns auf Sie!“

Alle Bürger, die in dieser Woche nicht direkt mit dem Team des BUND ins Gespräch kommen können, haben jederzeit die Möglichkeit, schnell und unkompliziert Kontakt über die Landesgeschäftsstelle in Erfurt aufzunehmen.

Unsere Kontaktdaten:
BUND Landesgeschäftsstelle
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99084 Erfurt
Fon: 0361 - 555 03 10
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Über den BUND:
Der Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland e.V. (BUND) ist ein gemeinnütziger Verband, der sich seit über dreißig Jahren vielfältigen Natur- und Umweltschutzthemen widmet. Dabei wirkt er überwiegend lokal und regional und ist zusätzlich im weltweit größten Umweltschutznetzwerk Friends of The Earth International (FoE) organisiert.
Nach § 63 des Bundesnaturschutzgesetzes ist der BUND als Umweltverband anerkannt und wird bei Eingriffen in den Naturhaushalt angehört. Dabei arbeitet er wirtschaftlich, parteipolitisch und konfessionell unabhängig.
Derzeit hat der BUND über 500.000 Mitglieder. Sie sind in einem flächendeckenden Netz von über 2.000 Kreis- und Ortsgruppen organisiert. Dazu kommen ca. 800 Kinder- und Jugendgruppen, mit insgesamt knapp 40.000 Mitgliedern, die in einer eigenen Jugendorganisation, der BUNDjugend, organisiert sind.  
Der BUND will die natürliche Schönheit und Vielfalt unserer Heimat bewahren. Dabei verstehen wir uns als Anwalt für Natur, Landschaft und Mensch. Unser Ziel ist es, die natürlichen Lebensgrundlagen für Mensch, Tiere und Pflanzen zu erhalten.

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1. September 2017

BUND Thüringen begrüßt erste Regierungserklärung zum Naturschutz in Thüringen – Naturschutz kommt wieder stärker in die Offensive

Erfurt. Der BUND Thüringen begrüßt die heute von Ministerin Siegesmund abgegebene Regierungserklärung zum Naturschutz in Thüringen. Nach Ansicht des Verbandes hat Ministerin Siegesmund den Naturschutz damit wieder stärker in die Offensive gebracht. Gleichzeitig fordert der BUND Thüringen, an zentralen Vereinbarungen im Koalitionsvertrag wie die Ausweisung des Grünen Bandes als Nationales Naturmonument, die Umsetzung des 5%-Ziels im Wald und die Errichtung eines Biosphärenreservates Südharz festzuhalten. Außerdem müsse für die dauerhaft Sicherung des Netzwerkes der Natura2000-Stationen in Thüringen schnellstmöglich eine gesetzliche Grundlage geschaffen werden.

„Ministerin Siegesmund hat das massive Artensterben als drängendstes Problem unserer Zeit neben der Klimakrise in den Fokus des Regierungshandelns gerückt. Das ist gut so!“, erklärte Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen. Mehr als die Hälfte der in Thüringen lebenden Wirbeltierarten, vierzig Prozent der Pflanzenarten und 85 Prozent aller Biotoptypen seien in Thüringen gefährdet bzw. vom Aussterben bedroht. Die zunehmende Intensivierung und Industrialisierung bei Land- und Forstwirtschaft seien treibende Kräfte für den Verlust der biologischen Vielfalt.

„Wenn Allerweltsarten wie Rebhuhn, Goldammer oder sogar Feldlerchen flächendeckend aus unserer Kulturlandschaft verschwinden, können wir nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Deshalb begrüßen wir, dass mit der ersten jemals vor einem Thüringer Parlament abgegebenen Regierungserklärung zum Naturschutz überhaupt auch konkrete Schritte zum Schutz der Artenvielfalt in Thüringen benannt werden.“ Mit dem Aufbau des Netzwerkes der Natura2000-Stationen und dem Kompetenzzentrum Natura2000 sei ein wirksames Instrument geschaffen worden, das europäische Naturerbe zu erhalten. Jetzt müsse es darum gehen, dieses Instrument gesetzlich so zu verankern, dass es auch in Zukunft Bestand hat.

Nachdrücklich fordert der BUND Thüringen, den Weg zur Ausweisung des Grünen Bandes als Nationales Naturmonument zu Ende zu gehen. Das GRÜNE BAND sei als längster Biotopverbund Deutschlands Teil des Nationalen Naturerbes. Durch die Ausweisung als Nationales Naturmonument könne dieser einmalige Verbund aus Natur und Geschichte für die Nachwelt erhalten und vor weiterer Zerschneidung bewahrt werden. „Von diesem Weg darf die Landesregierung nicht wegen falscher Rücksichtnahme auf kleinkarierte Partikularinteressen abweichen“, forderte Hoffmann.

Hoffmann begrüßte auch den vom Thüringer Umweltministerium gestarteten Dialogprozess in der Südharzer Gipskarstlandschaft: „Die Ausweisung eines Biosphärenreservates Südharz ist ein konsequenter Schritt zum Schutz dieses bundesweiten Hotspots der Biologischen Vielfalt. Sie muss noch in dieser Legislaturperiode eingeleitet werden.“

Schließlich forderte Hoffmann, den schwelenden Konflikt um den Possenwald bei Sondershausen durch die verbindliche Ausweisung als großflächiges Wildnisgebiet umgehend zu lösen: „Die Landesregierung hat sich zum 5%-Waldwildnisziel im Koalitionsvertrag bekannt. Für die Sicherung der Artenvielfalt in unseren heimischen Wäldern ist die Umsetzung dieses Ziels unverzichtbar. Deshalb fordern wir ein großflächiges Waldwildnisziel am Possen jetzt!“

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9. August 2017

Wir brauchen mehr Wildnisgebiete in Deutschland – Naturfilmer Andreas Kieling spricht sich für 2.500 ha Urwald auf dem Possen aus

Sondershausen/ Erfurt. Am Mittwoch war Naturfilmer Andreas Kieling mit Umweltministerin Anja Siegesmund, dem BUND Thüringen, der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt und der Bürgerinitiative "ProKyffhäuserwald" unterwegs durch den Possenwald. Jetzt zog er auf seinem Facebook-Kanal (https://business.facebook.com/Andreas.Kieling/) ein Resümee der Veranstaltung und sprach sich für ein 2.500 ha großes Waldwildnisgebiet auf dem Possen aus:

„Liebe Freunde,

echte Wildnis gibt es in Deutschland nur noch auf ganz kleiner Fläche. Wir brauchen unbedingt mehr davon. Es gibt Arten, die nur dort überleben können, wo Natur sich ungestört entwickeln kann. Das bedeutet mehr Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Und natürlich ist Wildnis immer ein außergewöhnliches Abenteuer für uns Menschen. Nahe meiner alten Heimat war ich gemeinsam mit Anja Siegesmund, der Umweltministerin von Thüringen, im Possen unterwegs. Einer Waldfläche so groß wie 2500 Fußballfelder. Dort könnte zukünftig wieder Wildnis entstehen. Wir müssen diese Chance ergreifen.

Sportlichst euer Andreas mit Cleo“

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1. August 2017

Gemeinsame Presseinformation des BUND, BfN, BMUB und SGN: Wildkatzenbestände in Deutschland auf dem Weg nach oben – Eines der größten Citizen Science-Projekte Europas mit über 1000 Freiwilligen erfolgreich beendet

Bonn/Berlin/Erfurt. Das Projekt „Wildkatzensprung“ im Bundesprogramm Biologische Vielfalt findet nach über sechs Jahren seinen erfolgreichen Abschluss.
Das vom BUND koordinierte Projekt ist eines der größten Naturschutzprojekte Europas, nicht nur in Hinblick auf die flächenmäßige Ausdehnung, sondern auch in Hinblick auf die vielfältige Beteiligung. Das Bundesamt für Naturschutz(BfN) hat den „Wildkatzensprung“ des BUND mit 3,85 Millionen Euro aus Mitteln des Bundesumweltministeriums gefördert.

Zum Erhalt der Wildkatze koordinierte der BUND zahlreiche Akteurinnen und Akteuren aus Behörden, Jagd, Forstwirtschaft, Wissenschaft und Ehrenamt in Thüringen. Insbesondere die Unterstützung durch bundesweit 1.200 Freiwillige und durch Wildkatzen-Botschafter*innen, die u.a. Haarproben mit Hilfe von Lockstöcken im Hainich, der Rhön und dem thüringisch-sächsisches Vogtland sammelten, machten den „Wildkatzensprung“ zu einem beispielhaften „Citizen Science“-Projekt, so Prof. Hubert Weiger, Vorsitzender des BUND.

„Die Hauptlebensräume der Wildkatze, nämlich die naturnahen Wälder, sind oft durch Straßen, landwirtschaftlich genutzte Flächen oder Siedlungen voneinander isoliert. Das führt zu schwer überwindbaren Hindernissen und Gefahren für die Wanderungen der Wildkatze. Diese sind aber nötig, um neue Lebensräume erschließen und sich inzuchtfrei vermehren zu können“, sagt die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, Prof. Beate Jessel. „Um ihr und zugleich vielen anderen gefährdeten Tieren eine langfristige Überlebenschance zu geben, ist daher eine deutschlandweite Vernetzung der Wälder von großer Bedeutung.“

„Das Projekt Wildkatzensprung zeigt, dass die Wiedervernetzung von Wäldern machbar ist. Das ist für die Natur und die Artenvielfalt in Deutschland besonders wichtig. Zu lange wurde beim Flächenverbrauch die Notwendigkeit durchgängiger Wanderungskorridore nicht gesehen. Darauf hat die Bundesregierung reagiert und aktuell das Bundeskonzept „Grüne Infrastruktur“ vorgelegt. Das Projekt „Wildkatzensprung“ ergänzt diese Initiative des Bundes ausgezeichnet und trägt durch die Pflanzung von Korridoren zur Verbesserung unserer grünen Infrastruktur insgesamt bei“, so Rita Schwarzelühr-Sutter, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium. „Das Projekt hat Pilot-Charakter. Vor dieser Leistung habe ich großen Respekt.“

„Die im Projekt entwickelte Gendatenbank für die Wildkatze ist für die Wissenschaft einzigartig und wegweisend für weitere Projekte. Die gespeicherten Datensätze werden ständig erweitert und erlauben nicht nur eine Beurteilung des Bestandes bedrohter Arten wie der Wildkatze, sondern auch weiterer Aspekte wie Wanderbewegungen und Raumnutzung dieser Tiere“, bemerkt Prof. Volker Mosbrugger, Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, mit deren Forschungsinstitut der BUND eng für die genetischen Analysen zusammenarbeitet. Die Wildkatzendatenbank lieferte dabei wichtige Hinweise, wo die Vernetzung von Wäldern, für die Wildkatze besonders sinnvoll ist. Über das Projekt „Wildkatzensprung“ wurden unter anderem Wälder zwischen Hainich und Thüringer Wald und in Ostthüringen durch „grüne Korridore“ aus Bäumen und Büschen miteinander verbunden.

Die gefährdete Europäische Wildkatze breitet sich in Teilen Deutschlands wieder aus, in anderen Gebieten, die auch als Lebensräume geeignet wären, so z.B. in Nordostdeutschland, wurden dagegen noch keine Wildkatzen nachgewiesen. Darum wird sich der BUND Thüringen auch nach Ende des erfolgreichen Projekts „Wildkatzensprung“ weiter für die Wildkatze einsetzen: Mit der langfristigen Schaffung eines 20.000 Kilometer langen Waldverbundes, der große Teile Deutschlands umfasst und somit einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung des länderübergreifenden Biotopverbunds leisten wird. Der Fortschritt dieser Vision in Thüringen ist online in der „Wildkatzendatenbank“ einsehbar.


Hintergrundinformation:
Das Projekt „Wildkatzensprung“ wird seit 2011 und bis 2017 im Rahmen des Bundesprogramms „Biologische Vielfalt“ durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gefördert. Am Projekt beteiligt waren neben dem BUND Thüringen auch Landesverbände aus neun weiteren Bundesländern. Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter
www.bund.net/wildkatzensprung
http://www.wildkatzendatenbank.de
www.biologischevielfalt.de/bp_pj_wildkatzensprung.html.

Pressefotos: www.bund.net/wildkatzenfotos, © siehe Fotobeschreibung

Ansprechpartner für die Presse:
Dipl. Biol. Thomas Mölich, Projektleiter Rettungsnetz Wildkatze,
Tel. 036254 / 879250, wildkatze@bund.net

Ruth Schedlbauer, Pressesprecherin Bundesamt für Naturschutz,
Tel. 0228 8491-4444, presse@bfn.de

Nina Wettern, Pressesprecherin Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit,
Tel. 030 18 305-2010, presse@bmub.bund.de

Dr. Sören Dürr, Leiter Kommunikation Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung,
Tel. 069 75421580, Soeren.Duerr@senckenberg.de

31. Juli 2017

Gutachten der TLUG bestätigt erneut Unzulänglichkeit des 3D-Modells – BUND: Genehmigung für K+S sofort zurücknehmen

Erfurt. Das aktuelle Gutachten der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) bewertet der BUND Thüringen als wichtige Unterstützung in der Klage des BUND gegen die Ende 2016 vom Regierungspräsidium Kassel  verlängerte Erlaubnis zur Verpressung von Salzabwasser in den Untergrund. Derzeit prüft das Verwaltungsgericht Kassel, ob es dem Stoppantrag des BUND folgt. Hätte der BUND mit seinem Stoppantrag Erfolg, müsste K+S die Verpressung vermutlich sofort einstellen.

Das Gutachten der Thüringer Fachbehörde bestätigt erneut die Unzulänglichkeit des von K+S entwickelten 3D-Modells. Bereits im März hatte das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) den Unbedenklichkeitsnachweis zur Verpressung salzhaltiger Abwässer als mangelhaft entlarvt. Der BUND Thüringen fordert, die Erlaubnis zur Verpressung salzhaltiger Abwässer sofort.

„Das Gutachten der TLUG stärkt unserer Position erneut den Rücken“, so Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. „Für uns ist nicht nachvollziehbar, wie das Regierungspräsidium Kassel überhaupt eine Erlaubnis zur weiteren Verpressung erteilen konnte. Die Entscheidung verstößt eindeutig gegen den „Besorgnisgrundsatz“ im Wasserrecht. Dieser verlangt, dass eine Erlaubnis nur erteilt werden darf, wenn die Verunreinigung von Trink- und Grundwasser sicher ausgeschlossen ist. Und das war zu keinem Zeitpunkt der Fall.“

Mit dem sogenannten „3D-Modell“ wurde seitens K+S ein komplexes Trinkwassermodell vorgelegt, das die Unbedenklichkeit der aktuellen Entsorgungswege nachweisen sollte. Doch ein solcher Nachweis konnte bis zum heutigen Zeitpunkt nicht erbracht werden. Das Gutachten der TLUG bestätigt jetzt die Bedenken des BUND: Das in den Boden verpresste Salzwasser steigt auf und birgt die Gefahr einer Verschmutzung des Grundwassers und einer Gefährdung der Trinkwasserversorgung.

Vogel: „Selbst bei einem sofortigen Stopp der Versenkung wird es zu einem weiteren Anstieg der Salzkonzentration im Grundwasser kommen. Schon in der Vergangenheit mussten Trinkwasserbrunnen in der Werra-Region stillgelegt werden. Diese Entwicklung wird sich weiter fortsetzen. Das scheint das Regierungspräsidium Kassel nicht wahrhaben zu wollen.“

Für Vogel steht fest: „Die Gutachten von TLUG und HLNUG belegen übereinstimmend, dass die aktuelle Erlaubnis für K+S jeglicher Grundlage der Unbedenklichkeit entbehrt und deshalb schnellstmöglich zurückgenommen werden muss. Wir werden alle, uns zur Verfügung stehenden, rechtlichen Mittel nutzten, um gegen diese Fehlentscheidung des Regierungspräsidiums Kassel vorzugehen. Und das gerade weil diese der früheren Zusage der Landesregierung, die Verpressung des Salzwassers aus Gründen des Grundwasserschutzes im Jahr 2015 zu beenden, widerspricht.“

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28. Juli 2017

Trotz schwerwiegender Mängel beim Brandschutz – Bau der Hühnermastanlage in Schwerborn kann nicht abgewendet werden

Erfurt. Leider ist es dem BUND Thüringen, seinem Kreisverband Erfurt und der Bürgerinitiative „Schwerborn kämpft“ trotz Ausschöpfung der rechtlichen Mittel nicht gelungen, den Bau und die Inbetriebnahme der Hühnermastanlage zu verhindern. Das Oberverwaltungsgericht Weimar hatte die Klagebefugnis des BUND Thüringen aus formalen Gründen abgewiesen.

„Das ist ein herber Schlag für den Tier- und Umweltschutz in Thüringen“, erklärt Robert Bednarsky, Vorsitzender des BUND Kreisverbandes Erfurt. „Trotz nachgewiesener eklatanter Mängel beim Brandschutz ist es uns nicht gelungen, die Anlage zu verhindern. Bei einem Feuer in der Anlage kann die Evakuierung von 40.000 Hühnern nicht gewährleistet werden. Wir zweifeln zudem an, dass aufgrund der Masse der zu haltenden Tiere und der Konzeption der Anlage überhaupt eine annähernd artgerechte Haltung möglich ist.“
 
Das Eilrechtsverfahren für einen Baustopp wurde vom Oberverwaltungsgericht als abschließende Instanz ausschließlich aus formalen Gründen zurückgewiesen. Eine weitere mögliche Klage im Hauptsacheverfahren, das vom BUND Thüringen parallel angestrengt wurde, würde bei diesem Urteil im Nebenverfahren ins Leere laufen. Deshalb haben BUND Thüringen und Bürgerinitiative das Widerspruchsverfahren zurückgezogen.

„Schweren Herzens müssen wir uns an dieser Stelle geschlagen geben“, so Bednarsky. „Doch wir werden uns auch weiterhin gegen industrielle Massentierhaltung einsetzen. Das fordern wir auch von der Thüringer Landesregierung.“ Diese hatte entgegen ihrer ursprünglich im Koalitionsvertrag formulierten Absicht Fördermittel für die Schwerborner Hühnermastanlage ausgeschüttet.

Schwerborn und auch die Stadt Erfurt als Ganzes müssen jetzt mit dieser Anlage und ihren Folgen leben. Bednarsky: „Es bleibt zu hoffen, dass sich unsere schlimmsten Befürchtungen für Umwelt- und das Tierschutz nicht erfüllen. Durch eine kritische Begleitung des Mastbetriebes werden wir sicherstellen, dass alle Vorgaben der Genehmigungsbehörde der Stadt Erfurt für den Betrieb der Anlage, eingehalten werden. Hier sind aber auch alle Schwerborner gefragt: Unregelmäßigkeiten, Verstöße etc. sollten sofort nach Bekanntwerden zur Anzeige gebracht werden.“ Bei Fragen steht sowohl der BUND Kreisverband Erfurt, als auch die Bürgerinitiative „Schwerborn kämpft“ zur Verfügung.

BUND Kreisverband Erfurt
Ansprechpartner: Robert Bednarsky (Vorsitzender)
Mail: bednarsky@posteo.de; Tel.: 0171/ 56 25 919
Bürgerinitiative "Schwerborn kämpft",
Klaus Hafermann (Sprecher) info@schwerborn-kaempft.de

25. Juli 2017

Wandern auf den Spuren des ehemaligen innerdeutschen Grenzstreifens – Das Grüne Band Thüringen präsentiert sich beim 117. Deutschen Wandertag

Eisenach/ Erfurt. Von Donnerstag, dem 27.07. bis Sonntag, den 30.07.2017, rückt der BUND Thüringen bei der Tourismusbörse zum 117. Deutschen Wandertag die Aufmerksamkeit der Besucher auf das GRÜNE BAND Thüringen. Mit einem Stand auf Marktplatz in Eisenach will der Verband über die Bedeutung des ehemaligen Grenzstreifens für die Natur in Thüringen aufklären und die Besucher für seine kommende Ausweisung als Nationales Naturmonument sensibilisieren.
„Wir freuen uns, dass der 117. Deutscher Wandertag die Besucher mit mehreren Routen durch das GRÜNE BAND Thüringen führt. Dort wo früher Zaun und Stacheldraht als Todesstreifen Menschen, Dörfer und Landstriche getrennt hat, ist eine blühende Lebenslinie für heimische Tier- und Pflanzenarten und ein Erinnerungs- und Erholungsort für die Menschen entstanden, der geradezu zum Wandern einlädt“, so Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen.
Um das lebendige Mahnmal der deutschen Teilung und Wiedervereinigung zu bewahren, fordert der BUND Thüringen den Freistaat auf, das GRÜNE BAND Thüringen zügig als erstes großflächiges Naturmonument auszuweisen. Der Verband konnte im letzten Jahr den Globetrotter und ehemaligen Grenzflüchtling Mario Goldstein als Botschafter gewinnen, die gesamte Lebenslinie der Natur entlangzuwandern. Ende des Jahres wird er in die Regionen am GRÜNEN BAND zurückkehren und seine Erlebnisse als Multivisionsshow präsentieren.
„Beim 117. Deutschen Wandertag können sich die Besucher vor Ort selbst überzeugen, wie einzigartig die Naturlandschaft am GRÜNEN BAND Thüringen ist und wie dringend es großflächig unter Schutz gestellt werden muss. Natürlich laden wir alle naturbegeisterten Wanderer ein, mit uns ins Gespräch zu kommen und im Herbst eine Vorstellung der Multivisionsshow am GRÜNE BAND zu besuchen. Ziel ist es, die einzigartige Verbindung aus Geschichte und Natur umfassend auf sich wirken zu lassen“, erklärt Hoffmann.
Die Multivisionsshow startet am 07. Oktober 2017 in Probstzella und endet am 27. Januar 2018 in Eisenach. Der Eintritt ist kostenfrei, allerdings wird um eine vorherige Anmeldung gebeten. Alle Termine und das Anmeldeformular können pünktlich zu Beginn der Tourismusbörse am Donnerstagnachmittag unter http://www.grünes-band-monumental.de/ eingesehen werden.

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25. Juli 2017

Gemeinsame Presseinformation des BUND Thüringen, Hessen und Bayern: Nationalpark Rhön ist eine große Chance für den Naturschutz

Die BUND Landesverbände Bayern, Hessen und Thüringen sehen in der möglichen Ausweisung eines Wald-Nationalparks Rhön eine große Chance für den grenzüberschreitenden Naturschutz. Aus naturschutzfachlicher Sicht bleiben zwar auch Steigerwald und Spessart ebenso Top-Kandidaten für einen weiteren bayerischen Nationalpark. Daher ist für den BUND der Nationalparksuchprozess in Bayern mit der Kabinettsentscheidung vom 18.07.2017 längst nicht abgeschlossen
Ein Nationalpark Rhön ist für den BUND ein wertvoller Beitrag für mehr Waldwildnis, Schutz alter Wälder, in Deutschland, für die Regionalentwicklung und zur Bewahrung der Artenvielfalt. Außerdem böte sich durch das bereits in Bayern, Hessen und Thüringen bestehende grenzüberschreitende Biosphärenreservat Rhön die Möglichkeit, die beiden großen Prinzipien des Naturschutzes nämlich "Natur Natur sein lassen" und der "Schutz wertvoller Kulturlandschaft" in zwei eigenständigen, unmittelbar ineinander greifenden Großschutzgebieten zu verwirklichen.
Hintergrundinformationen:
• Ein dritter Nationalpark für Bayern
https://www.bund-naturschutz.de/wald/dritter-nationalpark-in-bayern.html

24. Juli 2017

„Die Erde braucht Freunde“ – auch in Erfurt – Der BUND informiert und wirbt für sich und seine Projekte vom 24. bis 29. Juli 2017 in der Erfurter Innenstadt (Angerdreieck)

Erfurt. Vom Montag, den 24. Juli, bis einschließlich Samstag, den 29. Juli, wird ein Team des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) in der Erfurter Innenstadt (auf dem Anger) mit den Bürgerinnen und Bürgern das Gespräch über umweltpolitische Themen der Stadt Erfurt und Thüringen sowie Deutschland generell suchen und über den gemeinnützigen Verein und seine Projekte informieren.

Robert Bednarsky, Vorsitzender des BUND Stadtverbandes Erfurt: „Wir wollen den Bürgerinnen und Bürgern die Chance geben, die Arbeit des BUND in der Stadt Erfurt kennen zu lernen. Über die Weiterentwicklung der Stadtnatur, das Retten und Neupflanzen von Bäumen, das Errichten von „selbstverwalteten Bürgerparks“, die kritische Begleitung der BUGA 2021 sowie die Bürgerbeteiligung zu verschiedenen Bauvorhaben der Stadtentwicklung und vieles mehr, führt der BUND Erfurt Projekte zum Mitmachen durch. Besonders freuen wir uns über Menschen – ganz gleich ob jung oder alt – die sich ehrenamtlich engagieren wollen und natürlich über neue Mitglieder, welche unsere umweltpolitische und gemeinnützige Arbeit mit ihrer Stimme und einem frei zu wählenden finanziellen Beitrag unterstützen. Der BUND ist ein Mitgliederverband: Je stärker unsere Gemeinschaft ist, desto mehr erreichen wir natürlich für die Umwelt und Natur, auch hier in der Stadt Erfurt. Das Team vor Ort ist direkt vom BUND und informiert Sie gerne über die bestehenden Möglichkeiten zur Mithilfe bei den Projekten des Stadtverbandes in Erfurt. Wir freuen uns auf Sie!“

Alle Bürgerinnen und Bürger, die in dieser Woche nicht direkt mit dem Team des BUND ins Gespräch kommen können, haben jederzeit die Möglichkeit, schnell und unkompliziert Kontakt über die Landesgeschäftsstelle in Erfurt aufzunehmen.

Unsere Kontaktdaten:
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8. Juni 2017

Wildkatzen im Südharz zweifelsfrei nachgewiesen – BUND Thüringen fordert zügige Ausweisung weiterer Naturschutzgebiete in der Gipskarstlandschaft

Nordhausen. Die Lockstock-Saison 2017 liefert für den BUND Thüringen ein erfreuliches Ergebnis: Mindestens zwei Wildkatzenindividuen konnten in der Südharzer Gipskarstlandschaft zweifelsfrei genetisch nachgewiesen werden. Der Nachweis erfolgte unter anderem auf BUND-eigenen Flächen zwischen den Naturschutzgebieten Himmelsberg und Mühlberg sowie im Kammerforst bei Gudersleben und im Harzfelder Holz bei Neustadt.

„Wir freuen uns, dass die seltenen Tiere noch immer durch den Südharz streifen“, so BUND Wildkatzenexperte Thomas Mölich, der das Projekt im Südharz u.a. begleitet. „Doch das täuscht nicht darüber hinweg, dass die Tiere auch durch die Zerschneidung der Gipskarstlandschaft, Flächenumbrüche und Beseitigung von Waldsaumbiotopen hier akut bedroht sind.“

Ursprünglich war der Südharz  mit zusammenhängenden Laubwäldern bedeckt. Optimale Bedingungen für die Ausbreitung der scheuen Jäger. Doch durch den im Gipskarstgürtel flächenintensiven Gesteinsabbau und die damit verbundenen Lärmbelästigungen und Erschütterungen infolge Sprengungen und LKW-Verkehr, der bis in Naturschutzgebiete vordringt, wird der Lebensraum immer mehr bedroht und zerschnitten.

Durch gezielte Flächenkäufe in der Gipskarstlandschaft und den Schutz des Grünes Bandes versucht der BUND, die letzten „Trittsteine“ für die Wildkatze zu bewahren. „Nur so können Tiere, die aus dem benachbarten Lebensraum des Harzes abwandern müssen, da alle Reviere dort gut besetzt sind, auch in Zukunft nach Thüringen gelangen“, erklärt der Mölich. „Leider ist dies zwischen Nordhausen im Osten und Bad Sachsa im Westen mangels durchgängiger Waldverbindungen und der Autobahn A38  inzwischen kaum mehr möglich, wie auch entsprechende Computermodelle zeigen.“

Gute Wildkatzenwege liegen laut dem Experten noch westlich von Bad Sachsa und östlich von Nordhausen. “Deshalb müssen die Vernetzung der Wanderkorridore über die Gipskarstwälder vom Alten Stolberg über Rüdigsdorf im Osten und Mackerode im Westen unbedingt erhalten und verbessert werden. Weitere Eingriffe durch die Gipsindustrie hätten hier fatale Folgen.“

Die Forderung des BUND ist klar: „Weitere Naturschutzgebiete in der Südharzer Gipskarstlandschaft müssen zügig ausgewiesen werden, damit die Zerschneidung durch die Gipsindustrie nicht noch weiter voranschreiten kann. Davon profitieren in Zukunft nicht nur die Wildkatze und viele weitere bedrohte Arten, sondern auch die Menschen in der Region.“

Pressekontakt:
Stefanie Haupt,  BUND Thüringen, Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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30. Mai 2017

Veranstaltungshinweis: „Der Laubfrosch und die Geburtshelferkröte in Thüringen – Tümpel für den Froschkönig“

Der „Naturerlebnis Trusepark“ und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND), Landesverband Thüringen, laden unter dem Titel

„Der Laubfrosch und die Geburtshelferkröte in Thüringen – Tümpel für den Froschkönig“

am Mittwoch, dem 31. Mai, zu einem Vortrag in das Seminargebäude des „Naturerlebnis Trusepark“  ein. Thomas Wey, Mitarbeiter im BUND-Laubfroschprojekt, wird ab 19.00 Uhr die interessante Lebensweise der beiden Amphibienarten vorstellen und auf die Ursachen des anhaltenden Bestandsrückganges in Thüringen eingehen. Außerdem stellt er die Ziele seines Projektes vor. So wurde bereits im Februar diesen Jahres ein neuer Teich auf dem Gelände des „Naturerlebnis Trusepark“ angelegt. Dieser kann im Anschluss an den Vortrag besichtigt und mit etwas Glück die Lurche „verhört“ werden.
Eine Wegbeschreibung zum Seminargebäude findet man unter www.trusepark.com.

Gefördert wird dieses Vorhaben aus Mitteln der Europäischen Union und des Freistaates Thüringen über das Programm „Entwicklung von Natur und Landschaft“ (ENL).

Die Veranstaltung findet bei jedem Wetter statt. Der Eintritt ist frei, Spenden für dieses und andere Projekte sind willkommen.

Für Rückfragen:

Alfred Kratz
Tel.: 036840/ 41170
Email: a.kratz@trusepark.com

Thomas Wey
BUND Thüringen
Wintergasse 8
98617 Meiningen
Tel./ Fax: 03693/ 42012
Email: thomas.wey@bund.net

24. Mai 2017

Gipsabbau im Südharz stoppen – BUND Thüringen fordert: Keine weiteren Vorrangflächen zur Rohstoffsicherung

Erfurt/ Sondershausen. Mit einer Protestaktion forderte der BUND Thüringen die Mitglieder der Regionalen Planungsgemeinschaft Nordthüringen heute auf, keine weiteren Vorranggebiete für Gipsabbau im Südharz auszuweisen. Anlass bot eine nicht-öffentliche Anhörung der Gipsindustrie vor dem Gremium.

„Die Industrie hat sich im Südharz bereits Naturgips-Vorräte für Jahrzehnte gesichert“, so Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. „Deshalb besteht gar kein Bedarf für weitere Abbaugenehmigungen. Auch Erweiterungen bestehender Abbaugebiete sind vor diesem Hintergrund nicht notwendig.“

Die Beantragung weiterer Vorrangflächen zur Abbausicherung verdeutlicht aus Sicht von Vogel nur das Versäumnis der Industrie, nach Alternativen zum Naturgips zu suchen. „Die natürliche Ressource Gips im Südharz ist endlich. Das scheint langsam auch bei der Industrie angekommen zu sein. Die Lösung kann hier aber nicht die völlige Ausbeutung der landschaftlich einmaligen Südharzer Gipskarstlandschaft sein. Stattdessen sollte die Industrie zur Entwicklung von Substitutionsprodukten und dem Ausbau von Rohstoff-Recycling angehalten werden.“

Bezeichnend ist laut Vogel auch die Verhandlung hinter „geschlossenen Türen“: „Hat die Regionale Planungsgemeinschaft Nordthüringen auf lange Sicht vor, auch die Erweiterung von Vorrangflächen für den Naturschutz mit den betroffenen Umweltverbänden zu erörtern? Oder handelt es sich hier um ein reines Privileg der Gipsindustrie?“

Für Vogel steht fest: „Der Südharz darf als einzigartiger Schatz der Natur nicht den Wirtschaftsinteressen einzelner Gips-Unternehmen zum Opfer fallen, sondern muss auch für nachfolgende Generationen gesichert werden. Mit dem Raubbau an der Südharzer Gipskarstlandschaft muss endlich Schluss sein!“

Die Absage an mögliche Neuverritzungen findet sich auch im Thüringer Koalitionsvertrag wieder. Der BUND Thüringen fordert an dieser Stelle auch die Thüringer Landesregierung auf, sich an ihren selbst formulierten Koalitionsvertrag zu halten. Vogel: „Nur ein sofortiger Stopp der Neuverritzungen und die Ausweisung als großflächiges Biosphärenreservat können die Südharzer Gipskarstlandschaft jetzt noch retten. Diese Versprechen der Thüringer Landesregierung müssen jetzt endlich in die Tat umgesetzt werden.“

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22. Mai 2017

BUND Thüringen zieht umweltpolitische Zwischenbilanz – Naturschutz und Energiewende nehmen Fahrt auf – bei Agrarwende herrscht Stillstand

Erfurt. Der BUND Thüringen hat heute in Erfurt seinen aktuellen Jahresbericht für das Jahr 2016 präsentiert und eine umweltpolitische Zwischenbilanz gezogen. Der Umweltverband bescheinigt Rot-Rot-Grün, einen Kurswechsel in den Bereichen Naturschutz und Energiewende eingeleitet zu haben. Allerdings sind die Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz ins Stocken geraten und bei der Agrarwende herrscht völliger Stillstand. Die zentralen Forderungen des BUND: sofortiger Planungsstopp für SuedLink und die Verankerung des bewährten Netzwerks Natura2000-Stationen im neuen Naturschutzgesetz.

„Mit dem Netzwerk Natura 2000-Stationen konnte 2016 ein neues Kapitel für den Naturschutz aufgeschlagen werden“, erklärt Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen. „Elf Stationen und ein koordinierendes Kompetenzzentrum sorgen spätestens seit Anfang des Jahres dafür, die Biodiversitätsstrategie der EU in Thüringen umzusetzen. Dieses unverzichtbare Instrument muss jetzt als Institution im Naturschutzgesetz verankert werden.“

Als positiv bewertet Hoffmann zudem den Prozess zur Ausweisung des Grünen Bandes als Nationales Naturmonument, den die Thüringer Landesregierung 2016 auf den Weg brachte: „Nur so kann dieser einmalige Verbund aus Natur und Geschichte für die Nachwelt erhalten und vor weiterer Zerschneidung bewahrt werden.“

Ein Fortschritt zeigt sich aus Sicht von Hoffmann auch beim Biosphärenreservat Südharz: „Hier wurde ein Dialogprozess mit den Menschen vor Ort ins Leben gerufen, der die Grundlage für eine spätere Ausweisung als Biosphärenreservat bildet.“ Ein solcher Dialog wurde auch für den Klimaschutz erfolgreich gestartet.

Aus politischer Sicht schätzt Hoffmann vor allem die Umweltministerin Anja Siegesmund als treibende Kraft in Thüringer Landesregierung ein, die ihre Arbeit nah am Koalitionsvertrag ausrichtet. „Bei Linken und SPD besteht hier allerdings noch Potenzial nach oben. Wir sind hier aber zuversichtlich, dass die Parteien den Rest der Legislaturperiode sinnvoll nutzen werden.“

Auch wenn schon einiges erreicht wurde, bleibt aus Sicht von Hoffmann noch viel zu tun für Umwelt und Natur in Thüringen: „Der Prozess zur Erarbeitung einer Thüringer Nachhaltigkeitsstrategie ist ins Stocken geraten. Im Südharz wurde trotz des Koalitionsvertrags eine Neuverritzung genehmigt. Beim Thema Energiewende sehen wir vor allem das Festhalten an zentralistischen Netzplanungen wie SuedLink kritisch. Diese wurden offenkundig als nicht notwendig und gar nostalgisch entlarvt. Trotzdem wird weiterhin an deren Umsetzung festgehalten.“

Größtes Sorgenkind ist aus Sicht des BUND Thüringen allerdings die Agrarwende. Hoffmann: „Hier hat sich seit Verabschiedung des Koalitionsvertrags nichts getan. Es werden weiterhin hochgiftige Chemikalien auf unseren Feldern verteilt und Fördermittel für tierunwürdige Massenhaltungsanlagen vergeben. Damit muss endlich Schluss sein. Denn der Thüringer Landesregierung bleibt nicht mehr viel Zeit, Ihre Versprechen aus dem Koalitionsvertrag umzusetzen.“

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10. Mai 2017

Urwälder sind Schatzkammern der Artenvielfalt – BUND Thüringen fordert die Einlösung vom Koalitionsversprechen

Erfurt. Anlässlich der morgigen Anhörung im Petitionsausschuss hebt der BUND Thüringen erneut die Bedeutung von nutzungsfreien Wäldern für den Naturschutz hervor. Viele Arten sind auf nutzungsfreie Wälder angewiesen und haben in bewirtschafteten Wäldern kaum Überlebenschancen. Deshalb fordert der Umweltverband die Thüringer Landesregierung auf, endlich ihr Koalitionsversprechen umzusetzen und 5% des Waldes in Thüringen aus der Nutzung zu nehmen.

„Urwälder sind Schatzkammern der Artenvielfalt“, erklärt Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. „Das belegt auch eine Studie, in der 120 Vergleiche zwischen genutzten und ungenutzten Wäldern in ganz Europa ausgewertet wurden. Die wissenschaftlichen Untersuchungen zeigen, dass z.B. bei Pilzen, Moosen, holzbewohnenden Käfern oder Vögeln die Artenzahlen in ungenutzten Wäldern höher sind als in bewirtschafteten Wäldern.“

Auf dieser Grundlage wurde bereits eine Einigung über die Nutzungsfreistellung von 22.000 ha Wald erzielt. Hier handelt es sich zum Beispiel um Flächen im Nationalpark und Urwaldparzellen, die zum Teil schon seit Jahren nicht mehr bewirtschaftet werden. Vogel: „Wir können nicht nachvollziehen, dass der Konflikt über die verbleibenden 4.000 ha jetzt dermaßen eskaliert. Es handelt sich hier um weniger als 1% der Waldfläche in Thüringen, die aus wirtschaftlicher Sicht kaum relevant ist, dafür über umso mehr für den Naturschutz. Das gilt insbesondere für ein großflächiges Waldwildnisgebiet über 2.500 ha im Possenwald. Dieser bietet als unzerschnittener Buchenwald optimale Lebensbedingungen für eine Vielzahl von Arten. Die Thüringer Landesregierung muss hier endlich eine Einigung erzielen.“

Nach Angaben des Umweltverbandes kann sich nur in unbewirtschafteten Wäldern eine Vielfalt an Strukturen herausbilden, welche z.T. hochspezialisierten Arten einen Lebensraum bieten. Vogel: „Während es im ungenutzten Wald 250 bis 300 Strukturen pro Hektar gibt, wie z.B. alte Baumhöhlen, Rindentaschen, Mulmhöhlen oder Wurzelteller, sind im Wirtschaftswald nur etwa 50 Strukturen pro Hektar zu finden. Und das ist für viele Arten einfach zu wenig.“ Als Erfolgsbeispiel führt Vogel die Urwälder der Hohen Schrecke an: „Dort konnten bisher 13 sogenannte ‚Reliktarten‘ nachgewiesen werden. Es handelt sich hier um Arten, die als Überbleibsel vergangener Strukturen kaum noch in Europa zu finden sind. Diese Zahl ist die höchste in ganz Thüringen.“

Grundlage für die natürliche Entwicklung von Urwäldern sind nach Angaben des BUND Thüringen die Faktoren Größe und Zeit. Vogel erklärt, warum: „Je größer der unbewirtschaftete Wald ist und je länger er nicht mehr bewirtschaftet wird, desto höher ist die Artenvielfalt. Arten, wie der Mittelspecht, erreichen in Buchenwäldern ab einem Alter von 180 bis 200 Jahren ihre höchsten Siedlungsdichten. Erst ab diesem Alter bilden Buchen eine rissige Borke aus, in der die Spechte ihre Nahrung suchen. Weil Buchenwälder aber in der Bewirtschaftung bereits im Alter von 120 Jahren eingeschlagen werden, sind die Mittelspechte auf vom Menschen geschaffene Ausgleichsquartiere wie Streuobstwiesen angewiesen.“

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9. Mai 2017

Wildkätzchen im Wald lassen! – BUND Thüringen fordert: Abstand wahren und Rückzugsräume erhalten

Foto: Thomas Stephan

Erfurt. In diesen Wochen bringen die Wildkatzen in Thüringen ihre Jungen zur Welt. Auch wenn sie allein und scheinbar mutterlos gefunden werden, empfiehlt der BUND Thüringen dringend, die Tiere nicht anzufassen oder gar mitzunehmen.

„Immer wieder erleben wir, dass besorgte Spaziergänger oder Wanderer die jungen Kätzchen auflesen und zu Tierärzten oder Schutzstationen bringen“, so Thomas Mölich, Wildkatzenexperte des BUND. „Dabei ist die Mutter in der Regel gerade auf der Jagd oder versteckt sich in unmittelbarer Nähe. Deshalb raten wir unbedingt dazu, die Tiere, wenn überhaupt, nur kurz aus größerer Entfernung zu beobachten und in Ruhe zu lassen.“

Oftmals werden die grau getigerten Wildkätzchen für Nachwuchs entlaufener Hauskatzen gehalten. „Bei den jungen Wildkatzen fällt die Unterscheidung zu Hauskatzen besonders schwer“, erklärt  Mölich. „Wenn sie älter werden, verblasst die Fellzeichnung und sie sind durch ihren kräftigen Körperbau und den buschigen Schwanz mit stumpfer, schwarzer Schwanzspitze als Wildkatze erkennbar.“

Verborgen in Baumhöhlen oder im dichten Gebüsch verbringen die Kätzchen ihre ersten Lebenstage. Nach kurzer Zeit aber erkunden sie bereits spielerisch in immer weiteren Kreisen die Umgebung. Da oftmals natürliche Wurf- und Ruheplätze fehlen, nutzen Wildkatzenmütter immer wieder auch Holzstapel, die sogenannten Holzpolter, als Versteck für ihre Jungen. „Wenn diese in der Aufzuchtzeit der Wildkätzchen abgeräumt werden, kommen immer wieder junge Wildkatzen um“, erläutert Mölich. „Wir fordern deswegen Förster und Waldbesitzer auf, die Beräumung der Holzpolter möglichst erst im September zu starten oder die gewonnenen Baumstämme sofort und ohne Zwischenlagerung im Wald abzutransportieren, um dieses Risiko für die Wildkatzen zu verringern.“

Die Wildkatze ist eine scheue Jägerin und war einst fast ausgerottet. Wer sie in freier Natur zu Gesicht bekommt, ist Zeuge eines immer noch seltenen Naturschauspiels geworden. "Die größte Bedrohung der Wildkatze ist die Zerschneidung und Verarmung ihres Lebensraums durch Ackerflächen, Straßen und Siedlungen", erklärt Biologe Mölich. "Damit die isolierten Populationen und viele andere gefährdete Tiere eine echte Überlebenschance haben, ist dringend ein Netzwerk aus miteinander verbundenen Wäldern notwendig. Der BUND fordert seitens der Politik deshalb eine bessere Vernetzung natürlicher Lebensräume in Deutschland und eine ambitionierte Umsetzung des kürzlich vorgestellten ‚Bundeskonzepts Grüne Infrastruktur‘.“

Weitere Informationen:
Die Wildkatze ist vor allem in Mittel- und Südwestdeutschland beheimatet, vermehrte Meldungen gibt es aber etwa auch aus Bayern oder Sachsen. In Thüringen kommt die Wildkatze vor allem in den Waldgebieten Hohe Schrecke, Rhön, Kyffhäuser, Wind- und Hainleite, Dün, Ohmgebirge, Eichsfeld, Hainich und in Teilen des Thüringer Waldes und Schiefergebirges vor. Aktuelle Informationen zur Wildkatze in Thüringen bietet auch das Sonderheft „Landschaftspflege und Naturschutz in Thüringen „Auf vier leisen Sohlen – streng geschützte Säugetiere in Thüringen“, zu beziehen über die Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie, Jena oder direkt im Wildkatzendorf Hütscheroda (www.wildkatzendorf.de). Hier ist eine Begegnung mit einer echten Wildkatze, anders als im Wald, jederzeit möglich.

Eine druckfähige Karte zur Verbreitung der Wildkatze in Deutschland finden Sie unter tinyurl.com/wildkatzenvorkommen.

Die Forderungen des BUND an die Politik zur zukünftigen Umsetzung des „Bundeskonzept Grüne Infrastruktur“ finden Sie hier: https://tinyurl.com/GrueneInfrastruktur.

Pressefotos: www.bund.net/wildkatzenfotos, © siehe Fotobeschreibung

Ansprechpartner:
Dipl. Biol. Thomas Mölich
Schlossstr. 1 (Pavillon)
99820 Hörselberg–Hainich
Tel.: 036254 / 879250
mobil: 0170 / 30 725 40
wildkatze@bund.net

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29. April 2017

Klimaschutz geht alle an! BUND Thüringen fordert Bremser in Landesregierung zum Umdenken auf

Erfurt. Anlässlich des heute weltweit stattfindenden „People’s Climate March“ fordert der BUND Thüringen auch im Freistaat eine wirkungsvolle Klimapolitik. Bestrebungen, Wirtschaftsinteressen über den Klimaschutz zu stellen, erteilt der Verband eine klare Absage.

„Gut, dass jetzt ein Kabinettsentwurf des Umweltministeriums für ein Thüringer Klimagesetz vorliegt, das mit den oberen Korridoren seiner Ziele eine maximale Reduktion von Treibhausgasen anvisiert“, erklärt Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen. Der aktuelle Entwurf sieht vor, bis 2030 maximal 70 Prozent CO2 einzusparen, bis 2040 80 Prozent und bis 2050 95 Prozent. Zudem soll Klimaschutz zur kommunalen Pflichtaufgabe und bis 2040 eine bilanzielle Deckung des Energiebedarfs zu 100% aus erneuerbaren Energien erreicht werden.

Der Umweltverband begrüßt ebenfalls den Diskussionsprozess zur Thüringer Klimaschutzstrategie, der begleitend zum Gesetzgebungsverfahren gestartet ist: „Es bewegt sich etwas beim Klimaschutz in Thüringen. Programme zur Förderung erneuerbarer Energien schaffen die richtigen Anreize für Unternehmen und Privatpersonen. Und das Ziel der wirkungsvollen CO2 -Reduktion rückt in greifbare Nähe“, so Hoffmann.

„Schlecht ist jedoch, dass auf Druck von SPD und Linke die Einsparziele unter Finanzierungsvorbehalt stehen und so auch untere Korridore für die Ziele formuliert worden sind“, erklärt Hoffmann. „Wirksame Maßnahmen zur Reduktion von Treibhausgasen sollen nur dann umgesetzt werden, wenn die Wirtschaft dadurch nicht belastet wird. Viele Vertreter aus Wirtschaft und Politik in Thüringen haben scheinbar immer noch nicht begriffen, dass nichts gegen den Klimawandel zu unternehmen, für uns alle am teuersten werden wird.“

Aus Sicht des Umweltverbandes gibt es keine Alternative zum konsequenten politischen Handeln auf Landes-, regionaler und kommunaler Ebene. Hoffmann: „Klimaschutz geht uns alle an. Und das Zeitfenster, um die Auswirkungen des Klimawandels zu begrenzen, wird immer kleiner. Nur wenn es gelingt, den weltweiten Temperaturanstieg auf maximal 1,5° zu beschränken, sind katastrophale Veränderungen der Lebensbedingungen auf der Erde noch zu vermeiden. Wir fordern die Bremser in der Thüringer Landesregierung deshalb zügig zum Umdenken auf.“

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28. April 2017

Gegen das Vergessen – Mahnwache in Gedenken an 31 Jahre Tschernobyl-Katastrophe

Erfurt. Das Anti-Atom Bündnis Erfurt rief heute auf dem Anger in Erfurt zur jährlichen Tschernobyl-Mahnmache auf. Am 26. April jährte sich eine der katastrophalsten Unfälle der Menschheit zum 31. Mal. Im Jahr 1986 kam es zur Explosion eines Reaktors im Kernkraftwerk Tschernobyl, die bis heute mindestens 4.000 Menschen das Leben kostete. Diese und alle anderen Opfer der Atomkraft sollen nicht in Vergessenheit geraten. Denn heute sind die Gefahren, die von Atomenergie ausgehen, aktueller denn je.

"Es ist wichtig, an die vielen Opfer der Atomkraft zu erinnern“, erklärt Robert Bednarsky, Vorsitzender des BUND Erfurt. „Trotz des Atom-Ausstiegs ist auch für Deutschland das Risiko einer nuklearen Katastrophe noch nicht abgewendet. Vor allem dann nicht, wenn die Bundesregierung deutsche Exporte von Brennelementen an den belgischen Schrottmeiler Tihange genehmigt. Hier muss jede Möglichkeit ergriffen werden, um Sicherheit zu gewährleisten, statt das nukleare Risiko zu erhöhen!"

„Wir müssen aus der Vergangenheit lernen und den weltweiten Atomausstieg vorantreiben“, so Yasemin Noyan, Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Erfurt. Während Deutschland durch massiven zivilgesellschaftlichen Druck den Atom-Ausstieg beschlossen hat, ist weltweit keine baldige Abkehr von der Atomkraft in Sicht. Auch Staaten innerhalb der Europäischen Union setzen weiter auf Atomkraft und ziehen wie z.B. Frankreich neue Atommeiler hoch. Noyan: „Hier muss Deutschland sein politisches Gewicht nutzen und für den Ausstieg aus der Atomenergie in ganz Europa streiten!"

Doch trotz der großen Gefahr, die von der Atomenergie ausgeht, verschwindet das Thema immer mehr aus dem Blickfeld von Politik und Bevölkerung. "Bei aktuellen politischen Debatten vergessen wir schnell die Dringlichkeit des nuklearen Problems“, betont Wolfgang Müßigmann von der Offenen Arbeit. „Während sich immer mehr Atommüll anhäuft, machen ständige Zwischenfälle in vielen europäischen Atomkraftwerken die gefährliche Lage deutlich. Wir dürfen nicht vergessen: Nur das Risiko ist sicher!"

Hintergrund:
Im Anti-Atom Bündnis Erfurt sind die Verbände GRÜNE JUGEND Erfurt, BUND Erfurt, BUNDjugend Thüringen, Offene Arbeit und Naturfreundjugend Erfurt organisiert und treten gemeinsam für den Atomausstieg ein.

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25. April 2017

Ministerin Keller muss Druck auf Bundesverkehrsminister erhöhen – Kein weiterer Verkauf schmutziger Diesel-Neuwagen

Erfurt. In einem Offenen Brief fordert der BUND Thüringen Ministerin Keller auf, sich bei der Landesverkehrsministerkonferenz am kommenden Donnerstag (27.4.) in Hamburg und darüber hinaus für die Einhaltung der europäischen Stickstoffdioxid-Grenzwerte einzusetzen. Der Verkehr ist immer noch Klimakiller Nummer 1. Für den größten Teil der Stickoxid-Emissionen sind Autoabgase, insbesondere aus Dieselfahrzeugen, verantwortlich.

„Die Nichteinhaltung der seit 2010 verbindlich einzuhaltenden Stickstoffdioxid-Grenzwerte hat dazu geführt, dass die Europäische Union schnelle Lösungsmöglichkeiten einfordert“, so Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen. „Auf den hochbelasteten Städten wie Erfurt lastet ein enormer Druck diese Grenzwerte einzuhalten. Einige Städte in Deutschland sehen sich schon jetzt gezwungen als ‘letztes Mittel‘ lokale Fahrverbote für Dieselfahrzeuge zu erlassen, weil auch viele der moderne Euro-6-Diesel auf der Straße zu viele Stickoxide ausstoßen.“

Bundeseinheitliche Regelungen wie eine Blaue Plakette wären mehr als überfällig. Deren Einführung werde jedoch durch die aktuell tolerierte Praxis der Fahrzeughersteller torpediert, neue Diesel-Pkw auch mit massiven Grenzwertüberschreitungen weiter für den Verkauf zuzulassen.
Hoffmann: „Wir fordern ein unverzügliches Verkaufsverbot für die täglich mehr als 3500 Diesel-Neuwagen, die bundesweit zusätzlich auf unsere Straßen kommen, obwohl sie die gesetzlichen Stickoxid-Grenzwerte auf der Straße teils um das 14-fache überschreiten.“

Aus dem Bericht der Untersuchungskommission „Volkswagen“ des Bundesverkehrsministeriums von April 2016 gehe hervor, dass der Stickoxidausstoß bei rund 86 Prozent der getesteten Euro-6-Dieselneufahrzeuge in der Realität den gesetzlichen Grenzwert von 80 mg/km überschreitet. Das Bundesverkehrsministerium habe jedoch seit der Veröffentlichung des Untersuchungsberichtes keine Maßnahmen getroffen, um diese Praxis der Hersteller zu unterbinden. Somit sind seit April 2016 bundesweit rund 1.290.000 Diesel-Neuwagen verkauft worden, die ihre gesetzlichen Anforderungen in der Realität nicht einhalten.

Dass diese Fahrzeuge auch heute noch verkauft werden dürfen, ist nach Auffassung des BUND nicht vereinbar mit geltendem EU-Recht. „Wir sehen eine massive Verletzung der Aufsichtspflicht des Bundesverkehrsministeriums. Es darf nicht sein, dass die Autohersteller den Verbrauchern Tag für Tag neue Dieselfahrzeuge verkaufen, die unsere Luft noch auf Jahre erheblich belasten werden. Auch Ministerin Keller muss sich zum Schutz der Gesundheit aller Thüringer für ein Verkaufsverbot von dreckigen Diesel-Fahrzeugen einsetzen“, fordert Hoffmann.

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24. April 2017

„Die Erde braucht Freunde“ – auch in Meiningen – Der BUND informiert und wirbt für sich und seine Projekte vom 24. bis 29. April 2017 in Meiningen

Foto: BUND Meiningen

Meiningen. Vom Montag, den 24. April, bis einschließlich Samstag, den 29. April, wird ein Team des Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) in Meiningen unterwegs sein, um mit den Bürgern das Gespräch über umweltpolitische Themen der Region zu suchen und über den gemeinnützigen Verein und seine Projekte zu informieren.  

Frank Henkel, Vorsitzender des Kreisverbandes Schmalkalden-Meiningen: „Wir wollen den Bürgerinnen und Bürgern die Chance geben, die Arbeit des BUND in der Region kennen zu lernen. Dazu gehören neben der Aufklärungsarbeit zum Thema Stromtrasse Südlink auch die bei Eltern und Kindern beliebte Veranstaltungsreihe ‚Wilde Samstage‘, die Pflege von Orchideen- und Streuobstwiesen sowie der Einsatz für die Sicherung des ehemaligen Grenzstreifens als ‚Grünes Band‘ Thüringen.“

Besonders freut sich der BUND Meiningen über Menschen – ganz gleich ob jung oder alt – die sich ehrenamtlich engagieren wollen und natürlich über neue Mitglieder, welche seine umweltpolitische und gemeinnützige Arbeit mit ihrer Stimme und einem frei zu wählenden finanziellen Beitrag unterstützen. „Der BUND ist ein Mitgliederverband“, so Henkel. „Je stärker unsere Gemeinschaft ist, desto mehr erreichen wir natürlich für Umwelt und Natur. Das Team vor Ort ist direkt vom BUND und informiert Sie gerne über die bestehenden Möglichkeiten zur Mithilfe. Wir freuen uns auf Sie!“

Alle Bürger, die in dieser Woche nicht direkt mit dem Team des BUND ins Gespräch kommen können, haben jederzeit die Möglichkeit, schnell und unkompliziert Kontakt über die Geschäftsstelle in Meiningen aufzunehmen.

Unsere Kontaktdaten:
BUND Kreisverband Schmalkalden-Meiningen
Wintergasse 8
98617 Meiningen

Tel./Fax: 03693 / 42012
E-Mail: bund.meiningen@bund.net


Über den BUND:
Der Bund für Umwelt- und Naturschutz in Deutschland e.V. (BUND) ist ein gemeinnütziger Verband, der sich seit über dreißig Jahren vielfältigen Natur- und Umweltschutzthemen widmet. Dabei wirkt er überwiegend lokal und regional und ist zusätzlich im weltweit größten Umweltschutznetzwerk Friends of The Earth International organisiert.
Nach § 63 des Bundesnaturschutzgesetzes ist der BUND als Umweltverband anerkannt und wird bei Eingriffen in den Naturhaushalt angehört. Dabei arbeitet er wirtschaftlich, parteipolitisch und konfessionell unabhängig.
Derzeit hat der BUND über 500.000 Mitglieder. Sie sind in einem flächendeckenden Netz von über 2.000 Kreis- und Ortsgruppen organisiert. Dazu kommen ca. 800 Kinder- und Jugendgruppen, mit insgesamt knapp 40.000 Mitgliedern, die in einer eigenen Jugendorganisation, der BUNDjugend, organisiert sind.  
Der BUND will die natürliche Schönheit und Vielfalt unserer Heimat bewahren. Dabei verstehen wir uns als Anwalt für Natur, Landschaft und Mensch. Unser Ziel ist es, die natürlichen Lebensgrundlagen für Mensch, Tiere und Pflanzen zu erhalten.

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20. April 2017

Industrielle Massentierhaltung braucht kein Schwein – Verstöße gegen das Tierschutzgesetz offenbar der Regelfall

Erfurt/Bad Langensalza. Mit einer Protestaktion machte der BUND Thüringen heute vor der ADIB mbH auf die Missstände in der industriellen Massentierhaltung aufmerksam. Der Umweltverband fordert, die Größe von Thüringer Tierbetrieben zu beschränken. Anlass sind die Verstöße gegen das Tierschutzgesetz in einem Schweinemastbetrieb des früheren Bauernpräsidenten Klaus Kliem. Aus Sicht des BUND Thüringen werden solche Vorfälle in der industriellen Tierhaltung offensichtlich billigend in Kauf genommen.Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer BUND Thüringen: „Der aktuelle Vorfall hat Parallelen zu den Missständen im Unternehmen des letzten Bauernpräsidenten Helmut Gumpert im September letzten Jahres. Dass gleich zwei ehemalige Präsidenten des Thüringer Bauernverbandes für schwere und widerwärtige Verstöße gegen die Tierhaltung verantwortlich sind, ist bezeichnend. Die Dimensionen, in denen Tiere gehalten werden, provozieren diese Vorfälle geradezu. Angebliche Vorzeigebetriebe wie die Schweinemastanlage der ADIB mbH entpuppen sich als Etikettenschwindel.“Für den BUND Thüringen steht fest: Die Produktion von Fleisch konzentriert sich auf immer weniger Betriebe, die dafür überproportional wachsen und mit Ihnen die Anzahl gehaltener Tiere. Auf diesen Trend hin zu „Megamastanlagen“ verwiesen BUND und Heinrich-Böll-Stiftung  bereits als Herausgeber des ersten "Fleischatlas Deutschland Regional 2016".Abhilfe kann aus Sicht des BUND Thüringen nur die gesetzliche Festlegung von Obergrenzen für die zu haltenden Tiere pro Betrieb schaffen. Vogel: „Wir fordern die Politik auf, endlich die Anzahl der zu haltenden Tiere zu beschränken. Außerdem muss der Zugang der Tiere zu Tageslicht und Außenklima garantiert werden. Dazu müssen die Förderrichtlinien für Tierhaltungsbetriebe geändert werden. Wenn Unternehmen in Thüringen tausende von Tieren halten und diese Zustände von der Politik auch noch gefördert werden, sind Vorfälle wie im Mastbetrieb der ehemaligen Thüringer Bauernpräsidenten geradezu vorprogrammiert.“Auch eine Modernisierung der Ställe, wie vom ehemaligen Bauernpräsidenten Gumpert vielfach gefordert, garantiert nicht automatisch eine artgerechte Haltung der Tiere. „Die aktuellen Verstöße gegen das Tierschutzgesetz im hochmodernen ‚Vorzeigebetrieb’ der ADIB mbH zeigen, dass allein moderne Anlagen nicht automatisch eine ‚artgerechte‘ Tierhaltung bedeuten“, so Vogel. Die vom BUND gefordert Obergrenzen für Tierbestände finden sich im Leitbild des mitbegründeten Vereins NEULAND wieder, als dessen Träger sich der BUND zusammen mit dem Deutschen Tierschutzbund und der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft seit Jahren für eine tiergerechte und umweltschonende Nutztierhaltung einsetzt.

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18. April 2017

Gemeinsame Presseinformation des BUND Thüringen und der Bürgerinitiative Pro Remda: Geruchsgrenzwerte in Ferkelzuchtanlage Remda um das Dreifache überschritten – Wir fordern das Landratsamt zum Einschreiten auf

Remda. Die Geruchsgrenzwerte aus der Schweinezuchtanlage RemPig überschreiten zum Teil das Dreifache der gesetzlichen Richtwerte. Das hat ein Gutachten ergeben, das die Bürgerinitiative „Pro Remda“ veranlasst hat. Auch nach der Installation entsprechender Ablufteinrichtungen bei der geplanten Erweiterung der Anlage, lägen die Werte noch weit über den Zulässigkeitswerten. Jetzt fordern die Bürgerinitiative und der BUND Thüringen den Landkreis dazu auf, einzugreifen, um die Geruchsbelastung in Remda auf ein rechtmäßiges Maß zu senken.
„Die Bewohner von Remda beschweren sich seit langem über die Geruchsauswirkungen der Anlage“, so Dr. Kurt Ihm und Hasso Brucksch, Sprecher der Bürgerinitiative Pro Remda.  „Deshalb haben wir einen Gutachter mit der Prüfung der Immissionen beauftragt. Dazu hat der Gutachter die Windverhältnisse über zwei Jahre gemessen. Die Berechnungen bestätigen den Eindruck der Remdaer Einwohner: Die Geruchswerte liegen zwischen knapp 20 und über 40 Prozent. Erlaubt wären Geruchswahrnehmungen in 10 bis maximal 15 Prozent der Jahresstunden.“
In der Schweinezuchtanlage RemPig gibt es aktuell 7.500 Tierplätze. Der Betreiber plant eine Erweiterung auf über 14.000 Tierplätze. Für diese Erweiterung soll die Stadt Remda einen Bebauungsplan erlassen. „Mit der geplanten Anlagenvergrößerung sollen zwar Abluftreinigungseinrichtungen installiert werden“, erklären Ihm und Brucksch. „Unser Gutachter hat jedoch auf Grundlage der tatsächlich vorherrschenden Wetterdaten berechnet, dass auch nach der Anlagenänderung Gerüche in 14 bis 35 Prozent der Jahresstunden wahrnehmbar sein werden – immer noch weit über den Zulässigkeitswerten.“
Der BUND Thüringen hat das Landratsamt bereits vor über zwei Jahren aufgefordert, gegenüber dem Betreiber tätig zu werden. Das Landratsamt hat dies mit dem Hinweis auf das laufende Verfahren zur Aufstellung des Bebauungsplans für die Erweiterung der Anlage abgelehnt. Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen: „Wenn die Stadt den Bebauungsplan erlässt, legitimiert sie damit eine rechtswidrige Anlage. Und wenn RemPig auf der Grundlage des Bebauungsplans investiert, kann die Stadt später zu Schadensersatz herangezogen werden, wenn dieser von einem Gericht wieder aufgehoben wird. Damit müssten die Remdaer nicht nur den Gestank ertragen, sondern auch noch die Zeche zahlen.“
Für Rückfragen:


BUND Thüringen:
Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen
Tel: 0361/555 03 12
Mobil: 0170/73 19 59 3
burkhard.vogel@bund-thueringen.de

Bürgerinitiative Pro Remda:
Dr. Kurt Ihm:
01776/747368
Hasso Brucksch
Tel: 0171/7713821

12. April 2017

Eröffnung Natura 2000-Station „Gotha-Ilmkreis“ – Hirschkäfer als Botschafter für Waldwildnisgebiete

Wandersleben. Anlässlich der Eröffnung der Natura 2000-Station „Gotha-Ilmkreis“ weist das Kompetenzzentrum Natura 2000-Stationen auf die Bedeutung des Hirschkäfers als Zielart für Waldwildnisgebiete hin. Der Ilm-Kreis und der Landkreis Gotha verfügen noch über Vorkommen dieser stark gefährdeten Art. Eine Aufgabe der Natura 2000-Station wird es sein, diese zu sichern und eine Wiederausbreitung der Art zu unterstützen.

„Thüringen trägt eine besondere Verantwortung für den Hirschkäfer aufgrund der zentralen Lage innerhalb des europäischen Verbreitungsgebietes“, erklärt Sebastian König, Leiter des Kompetenzzentrums Natura 2000-Stationen. „Standorte wie die Wälder im Gebiet der Drei Gleichen stellen wichtige Vorkommen der stark bedrohten Art dar.“ Insgesamt sind nur noch ca. 20 Vorkommen in Thüringen bekannt, darunter Standorte im Südharz, am südlichen Kyffhäuser und im Gebiet der Drei Gleichen.

Nach Angaben von König handelt es sich beim Hirschkäfer um eine Art, die auf alte, totholzreiche Waldlebensräume angewiesen ist. Die Larven leben im Totholz von alten Eichen oder Buchen und haben eine Entwicklungsdauer von teilweise über fünf Jahren. Aus diesem Grund sind Hirschkäfer besonders anfällig für Veränderungen ihrer Umwelt. Erwachsene Tiere ernähren sich beispielsweise vom Saftfluss alter verletzter Bäume, die häufig älter als 150 Jahre sind.

„In bewirtschafteten Waldgebieten können Bäume dieses Alter nicht erreichen bzw. werden als kranke und tote Bäume beräumt“, so Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. Eine Möglichkeit, den Hirschkäfer effektiv zu schützen, ist aus Vogels Sicht die Nutzungsfreistellung großer und vor allem zusammenhängender Waldgebiete. Denn diese liefern die nötigen Strukturen als Lebensraum für den Hirschkäfer.

Vogel: „Der Hirschkäfer zeigt uns, wie wichtig vom Menschen unberührte Waldwildnisgebiete sind. Dort laufen Entwicklungsprozesse von mehreren hundert Jahren ab. Gerade diese langfristigen Prozesse sind es, die für stark bedrohte Arten wie den Hirschkäfer lebensnotwendig sind.“

Ansprechpartner Kompetenzzentrum Natura 2000-Stationen:
Sebastian König
Leiter Kompetenzzentrum Natura 2000-Stationen
Tel.: 0361/64417070
s.koenig@natura2000-thueringen.de

Ansprechpartner BUND Thüringen:
Dr. Burkhard Vogel
Landesgeschäftsführer
Tel.: 0361/5550312
burkhard.vogel@bund.net

7. April 2017

BUND Thüringen distanziert sich von Vandalismus im Possenwald – Debatte

Erfurt. Der BUND Thüringen distanziert sich von dem aktuellen Fall von Vandalismus in der Hainleite und fordert dazu auf, die Debatte weiterhin sachlich zu führen.

„Wir verurteilen den aktuellen Fall von Vandalismus im Possenwald zutiefst“, so Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. „Eine Debatte wird aus unserer Sicht nur mit guten Argumenten gewonnen und nicht mit solch sinnfreien Taten. Darüber hinaus sind für uns Forstwirtschaft und Waldwildnis kein Gegensatz sondern ein „sowohl als auch“. In der Regel handeln die Thüringer Försterinnen und Förster verantwortungsbewusst und mit großem Gespür für die Belange des Waldes. Daher befürworten wir die naturnahe forstliche Bewirtschaftung auf 95% der Waldfläche Thüringens. Nur auf 5% sollen die Motorsägen ruhen.“

Eine breite Unterstützung von Bürgerschaft, Kommunal- und Landespolitikern steht im Possenwald schon seit Jahren für ein Gebiet ein, in dem sich Wildnis ohne Eingriffe des Menschen entwickeln kann und ungestörte Waldkreisläufe erlebbar werden. Vogel: „Hier steht jedoch ganz klar der Schutz der Natur im Vordergrund. Niemandem ist geholfen, wenn diese mutwillig zerstört wird.“

Pressekontakt: Stefanie Haupt,  BUND Thüringen, Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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6. April 2017

Mach mal Umwelt! – Stelle im Freiwilligen Ökologischen Jahr und Bundes-Freiwilligen-Dienst beim BUND Thüringen zu besetzen

Erfurt. Der BUND Thüringen sucht Unterstützung bei seinem Einsatz für Umwelt und Natur in Thüringen. Aktuell sind eine Stelle im Bundes-Freiwilligen-Dienst und ab September eine Stelle im Freiwilligen Ökologischen Jahr im Büro in Erfurt zu besetzen. Gesucht werden Menschen, die sich aktiv im Umwelt- und Naturschutz engagieren und eigene Ideen in Projekte des BUND Thüringen einbringen wollen.

„Wir suchen zwei Erdenretter, Frischluftfanatiker und Optimisten, die engagiert und kreativ sind und Einblicke in die Arbeit eines bundesweiten Naturschutzverbandes gewinnen möchten“, so Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. „Während es beim Freiwilligen Ökologischen Jahr eine Altersbeschränkung bis 26 Jahre gibt, sind uns als Bundes-Freiwilligen-Dienstleistende*r Bewerber*innen jeden Alters willkommen.“

Bewerber*innen können ihre Unterlagen direkt an die Landesgeschäftsstelle in Erfurt senden:

BUND Landesgeschäftsstelle
Trommsdorffstraße 5
99084 Erfurt
Fon: 0361 - 555 03 10
Fax: 0361 - 555 03 19
bund.thueringen@bund.net
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Vogel: “Die Bewerber*innen erwartet ein aufgeschlossenes Team, das ihnen während ihres einjährigen Einsatzes in der Landesgeschäftsstelle in Erfurt mit Rat und Tat zur Seite steht und
sie gemäß ihrer Fähigkeiten fördert und fordert.“ Das Aufgabenspektrum reicht von praktischen Aufgaben im Naturschutz, über die Kommunikation mit Kreis- und Ortsverbänden hin zu allgemeiner Bürotätigkeit.

Konkrete Vorkenntnisse werden nicht vorausgesetzt, Grundkenntnisse MS Office sind jedoch empfehlenswert, ebenfalls erste Erfahrungen mit der Arbeit in Jugendverbänden, -gruppen oder anderen selbstorganisierten Gruppen. Die wichtigste Voraussetzung ist jedoch die Liebe zu Natur und Umwelt und die Motivation, sich für sie einzusetzen.

Mehr Informationen zum Bundes-Freiwilligen-Dienst
Mehr Informationen zum Freiwilligen Ökologischen Jahr

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3. April 2017

Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie nicht hinter verschlossenen Türen – BUND Thüringen fordert stärkere Einbindung der Zivilgesellschaft

Erfurt. Der BUND Thüringen fordert, die Zivilgesellschaft bei der Weiterentwicklung der Thüringer Nachhaltigkeitsstrategie stärker einzubinden. Der Beirat für nachhaltige Entwicklung soll hierzu einen landesweiten Dialog- und Motivationsprozess organisieren und mit entsprechenden Mitteln ausgestattet werden. Das haben die Mitglieder Landesversammlung in einem entsprechenden Leitantrag beschlossen.

„Wir brauchen angemessene Antworten auf die ökologischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts“, sagte Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen. „Das gelingt nur, wenn wir die Zivilgesellschaft von Anfang an in die Entwicklung nachhaltiger Strategien einbinden“.  Die Landesversammlung des BUND Thüringen fordert daher, dass der Prozess zur Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie nicht nur innerhalb der Ministerien und Amtsstuben geführt wird, sondern für die breite Bevölkerung geöffnet wird. Der Beirat für Nachhaltige Entwicklung muss hierfür die zentrale Rolle übernehmen und dazu mit Landesmitteln in Höhe von 250.000,- Euro jährlich ausgestattet werden.

Mit einer Bildaktion machte Landesversammlung des BUND Thüringen außerdem auf die mangelnde Verbindlichkeit des aktuellen Kabinettsentwurfs zum Thüringer Klimagesetz aufmerksam. „Wir freuen uns, dass unsere Forderung nach einem Thüringer Klimagesetz aufgegriffen wurde. Aber nur wenn die maximalen Ziele für Treibhausgasreduktionen verbindlich festgeschrieben werden, haben wir noch eine Chance, die 1,5 Grad-Grenze nicht zu überschreiten. Wir fordern SPD und Linke auf, ihre verantwortungslose Blockadehaltung gegen wirksame Ziele im Thüringer Klimagesetz aufzugeben“, so Hoffmann.

Die Landesversammlung hat auch den Antrag des Kreisverbandes Nordhausen zur Ausweisung von Natura 2000-Gebieten als strenge Schutzgebiete in der Gipskarstlandschaft Südharz und landesweit angenommen. Hoffmann: „Wir fordern, das europäische Naturerbe in Thüringen durch die Ausweisung weiterer Naturschutzgebiete dauerhaft zu sichern. Das trifft insbesondere auf die einzigartige Hotspot-Region im Südharz zu. Am Ziel der Ausweisung eines Biosphärenreservates Südharz halten wir fest. Die Weichenstellungen hierfür müssen noch in der laufenden Legislaturperiode erfolgen.“

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27. März 2017

Thüringer Klimagesetz: Als Tiger gestartet – als Bettvorleger gelandet

Erfurt. Für den BUND Thüringen ist der Kabinettsentwurf für ein Thüringer Klimagesetz eine herbe Enttäuschung. Die im Gesetz vereinbarten Reduktionsziele für Treibhausgase reichen für einen wirksamen Klimaschutz bei weitem nicht aus. Da die vorgesehenen Maßnahmen nicht verpflichtend sind, bleibt das Gesetz in dieser Form wirkungslos.

„Klimapolitisch ist dieser Gesetzentwurf ein Offenbarungseid“, so Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen. „Von den noch im vergangenen Jahr diskutierten fortschrittlichen Klimaschutzzielen ist nur noch heiße Luft übrig geblieben.“

Nach Einschätzung des BUND Thüringen entziehe sich Thüringen durch „Taschenspielertricks“, wie den Bezug der Einsparziele auf das Basisjahr 1990, seiner Verantwortung für konsequente Klimaschutzbemühungen. Die Reduktion der Treibhausgasemissionen bis 2050 um 80-90% gegenüber 1990 sei wenig ehrgeizig, wenn der größte Teil bereits durch den Zusammenbruch der DDR-Wirtschaft erbracht worden sei. Die gesetzlich vorgesehenen Minderungsziele bis zum Jahr 2030 seien so niedrig, dass diese bereits durch technologischen Fortschritt ohne gesetzliche Regelungen erreicht würden. Da im Gesetzentwurf offensichtlich überwiegend auf rechtlich bindende Formulierungen verzichtet wurde, sei zu erwarten, dass selbst diese schwachen Ziele nicht umgesetzt werden.

„Der Gesetzentwurf ignoriert sowohl Empfehlungen des Thüringer Klimarates, als auch jüngste Forderungen international renommierter Klimaforscher“, kritisierte Hoffmann. „Der Thüringer Klimarat hat ausdrücklich das Bezugsjahr 1995 empfohlen. Internationale Klimaforscher um Prof. Schellnhuber vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung fordern zudem, den Ausstoß von Treibhausgasen alle 10 Jahre um 50% zu reduzieren. Im Gesetzentwurf der Landesregierung ist bis 2030 nur eine Reduktion von kümmerlichen drei bis max. 13% vorgesehen.“

„Während die Welt vor dem Klimakollaps steht, betreiben einige Mitglieder der Landesregierung, wie Wirtschaftsminister Tiefensee, offenbar interessensgeleitete Klientelpolitik gegen dringend notwendige Maßnahmen zum Abbremsen der Erderwärmung. Auch Infrastrukturministerin Keller scheint aus den Augen verloren zu haben, dass die Landwirtschaft ihren Beitrag zur Reduktion klimaschädlicher Gase leisten muss. Das ist in Anbetracht der aktuellen Lage verantwortungslos!“, sagte Hoffmann. „Wir fordern Ministerpräsident Ramelow auf, den Klimaschutz als die existenzielle Herausforderung der Menschheit im 21. Jahrhundert zur Chefsache zu erklären und ein Klimaschutzgesetz auf den Weg zu bringen, das diesen Namen auch verdient!“

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22. März 2017

BUND Thüringen fordert Landesregierung auf, ihre Ziele aus dem Koalitionsvertrag zügig umzusetzen – Nutzungsfreistellung von 2.500 ha im Possenwald muss jetzt erfolgen


Erfurt/ Sondershausen. Anlässlich des gestrigen Diskussionsforums der Thüringer Allgemeine zur Zukunft des Possenwaldes bei Sondershausen richtet sich der BUND Thüringen mit eine klaren Forderung an die Landesregierung: Diese muss zu ihren selbstgesteckten Zielen aus dem Koalitionsvertrag stehen und diese zügig umsetzen. Aus Sicht des Umweltverbandes ist die Nutzungsfreistellung von 2.500 ha im Possenwald dringlicher denn je, wenn Thüringen seiner internationalen Verantwortung für den Schutz der europäischen Rotbuchenwälder und deren biologischer Vielfalt gerecht werden will.

„Wir fordern, dass die Landesregierung mit einem 2.500 ha großen Wildnisgebiet am Possen nicht nur ihre selbst gesteckten Ziele aus dem Koalitionsvertrag umsetzt. Sie muss durch ein entsprechend großes Urwaldgebiet auch ihrer internationalen Verpflichtungen zum Schutz der europäischen Rotbuchenwälder gerecht werden. Hier gibt es keinen Verhandlungsspielraum“, so Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen zum Fazit der gestrigen Veranstaltung in Sondershausen.

Laut dem Umweltverband sind aktuell in Deutschland nur noch 0,5% der Wälder ohne forstliche Nutzung. Die rot-rot-grüne Landesregierung hat sich im Koalitionsvertrag zum Ziel gesetzt, mindestens 5 Prozent des Waldes in Thüringen  in Wildnisgebiete umzuwandeln und damit einen Beitrag zur Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt zu leisten. „Jetzt muss sich die Landesregierung frei von widerstrebenden Interessen machen und sich ihrer Verpflichtung gegenüber dem Gemeinwohl bewusst werden“, fordert Vogel.

Im Koalitionsvertrag ist neben der ausdrücklichen Erwähnung des Possenwaldes als Fläche zur Nutzungsfreistellung explizit von großflächigen Waldwildnisgebieten die Rede. Und das nicht ohne Grund, weiß Vogel: „Nur in großflächig zusammenhängenden, nutzungsfreien Waldflächen kann die Vielfalt der Waldarten dauerhaft gesichert werden. Viele Tier- und Pflanzenarten sind auf Naturwälder angewiesen, in denen alle Waldentwicklungsstadien repräsentiert sind und Bäume alt werden dürfen.“

Von einem „Urwald“ vor den Toren der Stadt Sondershausen profitiert aus Sicht von Vogel nicht nur die Natur: „Eine breite Unterstützung von Bürgerschaft, Kommunal- und Landespolitikern fordert im Possenwald schon seit Jahren ein Gebiet, in dem sich Wildnis ohne Eingriffe des Menschen entwickeln kann und ungestörte Waldkreisläufe erlebbar werden. Unsere gemeinsame Petition wurde mit 2.575 Unterstützern die erfolgreichste in der Geschichte der Petitionsplattform des Thüringer Landtages. Jetzt ist die Thüringer Landesregierung am Zug, die Forderung aus der Region zu erhören und ihre selbstgesteckten Ziele aus dem Koalitionsvertrag zügig umzusetzen.“

Pressekontakt: Stefanie Haupt,  BUND Thüringen, Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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17. März 2017

Abenteuer Faltertage im Frühling – BUND ruft zur Rettung von Schmetterlingen auf

Foto: Frank Henkel

Erfurt. Der BUND Thüringen ruft Kommunen, Naturfreunde und Gartenbesitzer auf, sich im Rahmen der Aktion „Abenteuer Faltertage" für den Schutz von Schmetterlingen einzusetzen. Die bunten Falter sind wohl die beliebtesten Vertreter der Insekten und bringen nicht nur Farbe in die Landschaft. Ihr zahlreiches Vorkommen ist auch ein Zeichen für eine intakte Umwelt. Ein Beitrag zu ihrem Schutz kann von jedem Einzelnen geleistet werden.

„Das stille Sterben der Insekten macht auch vor Schmetterlingen nicht halt. Laut Roter Liste sind inzwischen zwei Drittel der Tag- und die Hälfte der Nachtfalterarten in Deutschland gefährdet“, sagte der BUND-Schmetterlingsexperte Magnus Wessel. „Die Hauptursachen für die Gefährdung der Schmetterlinge liegen in der industriellen Landwirtschaft. Der Anbau von Monokulturen zerstört ihren Lebensraum, Pestizide vernichten ihre Nahrungsgrundlage.“

In öffentlichen Parkanlagen und privaten Gärten gebe es viele Möglichkeiten, Tag- und Nachtfaltern das Überleben zu erleichtern, so der BUND-Experte. „Schmetterlingen fehlen oftmals ihre bevorzugten Futterpflanzen. Parks und Gärten werden zu Schmetterlings-Überlebensinseln, wenn man heimische falterfreundliche Blumen pflanzt und auf Pestizide verzichtet", sagte Wessel.

Der BUND-Experte gibt auch Tipps zur Pflege des eigenen Gartens: „Zu empfehlen ist das Stehenlassen von Brennnesseln, die gerne von Schmetterlingsraupen gefressen werden. Ein nicht perfekt aufgeräumter Garten ist der beste Artenschutz. Aber auch mit dem Einkauf von Biolebensmitteln kann jeder einen echten Beitrag zum Schmetterlingsschutz leisten“, so Wessel weiter. Aktuelle Studien des Leibnitz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung zeigten, dass im biologischen Landbau mehr Wildkräuter auf den Feldern wüchsen, die die Schmetterlingsvielfalt unterstützten.

Für engagierte Naturschützer stellt der BUND „Schmetterlingsretter-Pakete“ zur Verfügung. Neben Informationen zum Schmetterlingsschutz und einer Bestimmungshilfe für Schmetterlingsarten enthalten sie eine Mischung schmetterlingsfreundlicher Blumensamen.


Mehr Informationen zu Schmetterlingen und zum Schutz von Schmetterlingen finden Sie im Internet unter:

www.bund.net/schmetterlinge


Pressebilder unter: https://www.bund.net/service/presse/pressebilder/aktionen/

15. März 2017

Studie der Deutschen Energie-Agentur (DENA) bestärkt Zweifel an den aktuellen Plänen für den Stromnetzausbau – BUND Thüringen warnt vor einer energiepolitischer Sackgasse

Erfurt. Eine neue Studie der Deutschen Energie-Agentur (DENA) bestärkt die Zweifel des BUND Thüringen an den aktuellen Plänen für den Ausbau der Stromnetze. Würden vorhandene Speichertechnologien flexibel genutzt, könnte mindestens auf den Ausbau der regionalen Verteilnetze zum großen Teil verzichtet werden. Die Trassenplanung der Firma TenneT für die neuen Höchstspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitung (HGÜ) in Thüringen sollte auch auf dieser Grundlage auf den Prüfstand gestellt werden. Der BUND Thüringen sieht im aktuell geplanten Netzausbau eine „energiepolitische Sackgasse“ und fordert die Politik auf, sich für eine dezentrale Energiewende einzusetzen.

„Wir benötigen keine neuen HGÜ-Leitungen mit einer Länge von 600 bis 800 Kilometern. Wir brauchen eine Modernisierung der vorhandenen Verteilernetze, lokal und regional. Die Übertragungsnetze sollten an erster Stelle dem Austausch von Erzeugung und Verbrauch auf regionaler und überregionaler Ebene dienen, ohne den Stromhandel weiter auszudehnen, wie es die Planungen der Bundesnetzagentur für die HGÜs vorsehen. Dazu bietet laut der aktuellen Studie der DENA auch der Ausbau der vorhandenen Speichertechnologien großes Potenzial. Von der aktuellen Planung der Firma TenneT profitiert weder die Energiewende in Thüringen, noch in anderen Bundesländern“, kritisiert Robert Bednarsky, Vorstandsmitglied des BUND Thüringen.

Die Planungsunterlagen der Firma TenneT, die der Öffentlichkeit aktuell vorgestellt werden, präsentieren eine Vielzahl untersuchter Trassenverläufe – mit einer Vorzugstrasse – und vielen offenen Optionen von Alternativtrassen. TenneT plant auf dieser Grundlage die Anträge auf Bundesfachplanung bei der Bundesnetzagentur zu stellen. Die Bundesfachplanung soll dann 2018 konkrete Trassen finden, die dann nach den Plänen der TenneT im Jahr 2020 konkretisiert werden sollen.

„Welchem Zweck sollen die neuen Stromtrassen quer durch Deutschland dienen? Einem großen Stromhandel quer durch Europa, mit Atom- und Kohlestrom? Aber definitiv nicht der Energiewende“, so Bednarsky. „Wir gehen davon aus, dass die Planungen so nicht umgesetzt werden. Die Kosten sind zu hoch. Dezentrale Konzepte bieten allein aus wirtschaftlicher Sicht bessere Optionen, ganz abgesehen von Vorteilen für Mensch und Natur. Die Energiewende in Deutschland erfordert regionale Strukturen und Speichertechnologien. Jetzt ist die Politik gefordert, die vielbeschworene Energiewende neu zu durchdenken“, so Bednarsky weiter.

Bedenken meldet Hoffmann auch hinsichtlich der geplanten Trassenverläufe selbst an: „Vor allem die Querung von Hainich, Rhön und dem künftigen Nationalen Naturmonument Grünes Band ist für uns nicht hinnehmbar. Die geplanten Erdkabel erwärmen nachweislich den Untergrund und nehmen so Einfluss auf die sensiblen Lebensräume und deren Flora und Fauna.“

Ansprechpartner:
Robert Bednarsky, BUND Landesgeschäftsstelle,
Trommsdorffstraße 5, 99084 Erfurt,
Fon: 0171/56 25 919
Mail: bednarsky@posteo.de


14. März 2017

BUND Thüringen stellt klare Forderungen an die Einrichtung neuer Waldwildnisgebiete – Nutzungsfreistellung von 2.500 ha im Possenwald muss jetzt zügig erfolgen

Erfurt. Anlässlich des forstpolitischen Kolloquiums zum Thema „Nutzungsfreie Wälder in Thüringen“ stellt der BUND Thüringen seine Forderung an die Thüringer Landesregierung klar. Die Nutzungsfreistellung der verbleibenden knapp 7.000 ha Wald muss laut Koalitionsvertrag zügig umgesetzt werden. Hier kommen für den Umweltverband nur große zusammenhängende Waldflächen in Betracht, wie auch der Possenwald bei Sondershausen. Dort muss laut BUND Thüringen zeitnah die Ausweisung als Waldwildnisgebiet erfolgen.

„Wir freuen uns, dass Ministerin Keller mit dem forstpolitischen Kolloquium endlich den Weg frei macht, für das ‚Wie‘ der Schaffung weiterer Waldwildnisgebiete in Thüringen“, so Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. „Aber die Nutzungsfreistellung muss in großflächigen Waldgebieten erfolgen, da sich nur dort die Natur langfristig von menschlichen Eingriffen erholen kann. Ebenso muss der dauerhafte Schutz der ‚Urwälder‘ gewährleistet sein.“
Von den im Koalitionsvertrag festgelegten 25.000 ha zur Nutzungsfreistellung wurde durch den aktuellen Bestand an Nationalparks und Biosphärenreservaten bereits mehr als die Hälfte umgesetzt. Auch zur verbleibenden Fläche kamen bereits Vorschläge von ThüringenForst. Deshalb versteht Vogel die Aufregung nicht: „Wir reden nur noch über knapp 7.000 ha. Das ist aus forstwirtschaftlicher Sicht eine zu vernachlässigende Fläche, die weder national, noch international zu einer Versorgungslücke führen wird.“
Auch das Argument, man könnte Waldwildnisgebiete nicht betreten, kann Vogel entkräften: „Das Beispiel des Nationalparks Hainich zeigt eindrucksvoll, welchen touristischen Stellenwert ein ‚Urwald‘ für eine Region haben kann. Pro Jahr kommen hier mehr als 150.000 Besucher, die das Waldgebiet selbstständig erkunden. Waldwildnisgebiete regen also eher zum Erwandern an, als dies zu untersagen.“

Aus Sicht des BUND Thüringen bietet sich vor allem der Possenwald bei Sondershausen auf einer Fläche von 2.500 ha als Waldwildnisgebiet an. Aus ökologischer Sicht könne er als ‚Urwald von morgen‘ maßgeblich zum weltweiten Erhalt der Rotbuchenwälder und ihrer biologischen Vielfalt beitragen. Und aus gesellschaftlicher Sicht böte die breite Unterstützung der Bevölkerung die Grundlage für eine nachhaltige touristische Entwicklung der Region.

Vogel: “Die Reaktion auf unsere gemeinsame Petition stärkt den Menschen aus der Region den Rücken. Mit 2.575 Unterstützern war sie die erfolgreichste in der Geschichte der Petitionsplattform des Thüringer Landtages. Jetzt muss die Politik die Forderung aus der Bevölkerung endlich erhören und das Waldwildnisgebiet im Possenwald zügig in die Tat umsetzen.“

BUND Thüringen stellt klare Forderungen an die Einrichtung neuer Waldwildnisgebiete – Nutzungsfreistellung von 2.500 ha im Possenwald muss jetzt zügig erfolgen

Pressekontakt: Stefanie Haupt,  BUND Thüringen, Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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14. März 2017

„Die Erde braucht Freunde“ – auch in Jena – Der BUND informiert und wirbt für sich und seine Projekte vom 13. bis 17. März 2017 in der Jenaer Innenstadt

Jena. Vom Montag, den 13. März, bis einschließlich Freitag, den 17. März, wird ein Team des Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) in der Jenaer Innenstadt mit den Bürgern das Gespräch über umweltpolitische Themen der Region suchen und über den gemeinnützigen Verein und seine Projekte informieren. 

Stefan Jakobs, Vorsitzender des Kreisverbandes Jena: „Wir wollen den Bürgerinnen und Bürgern die Chance geben, die Arbeit des BUND in der Region kennen zu lernen. Dazu gehört neben Aufklärungsarbeit zum Thema regionale Lebensmittelproduktion auch der Einsatz für den Erhalt des gesetzlich geschützten Biotops ‚Camsdorfer Brücke‘, regelmäßige Exkursionen in bedeutsame Naturräume und unsere alljährliche Familienradtour.“

Besonders freut sich der BUND Jena über Menschen – ganz gleich ob jung oder alt – die sich ehrenamtlich engagieren wollen und natürlich über neue Mitglieder, welche unsere umweltpolitische und gemeinnützige Arbeit mit ihrer Stimme und einem frei zu wählenden finanziellen Beitrag unterstützen. „Der BUND ist ein Mitgliederverband“, so Jakobs. „Je stärker unsere Gemeinschaft ist, desto mehr erreichen wir natürlich für Umwelt und Natur. Das Team vor Ort ist direkt vom BUND und informiert Sie gerne über die bestehenden Möglichkeiten zur Mithilfe. Wir freuen uns auf Sie!“

Alle Bürger, die in dieser Woche nicht direkt mit dem Team des BUND ins Gespräch kommen können, haben jederzeit die Möglichkeit, schnell und unkompliziert Kontakt über die Landesgeschäftsstelle in Erfurt aufzunehmen.

Pressekontakt: Stefanie Haupt,  BUND Thüringen, Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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13. März 2017

BUND Thüringen begrüßt Ausweisungsverfahren für Naturschutzgebiet Winkelberg in Rüdigsdorfer Schweiz – Biosphärenreservat Südharz muss zügig folgen

Erfurt/Nordhausen. Der BUND Thüringen begrüßt den Start der Öffentlichkeitsbeteiligung für ein eigenes Naturschutzgebiet „Winkelberg“ über 19,9 Hektar in der Rüdigsdorfer Schweiz. Damit werde ein wichtiger Schritt zum Schutz eines Kerngebietes des Südharzer Gipskarst realisiert. Gleichzeitig fordert der Verband eine Ausweisung der gesamten Südharzer Gipskarstlandschaft als Biosphärenreservat, um eine dauerhaft nachhaltige Entwicklung der Region zu gewährleisten.
„Mit der Ausweisung als Naturschutzgebiet wird den Plänen der Casea GmbH dauerhaft ein Riegel vorgeschoben“, sagte Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen. „Seit unserer Gründung in 1990 kämpfen wir gemeinsam mit den Bürgern in der Region um das Herz der Südharzer Gipskarstlandschaft. Deshalb freuen wir uns umso mehr, dass das Umweltministerium jetzt endlich das Verfahren zur Ausweisung des Winkelbergs als Naturschutzgebiet umsetzt und damit ein Naturparadies der Extraklasse vor dem Raubbau durch die Gipsindustrie rettet.“
Die Rüdigsdorfer Schweiz nimmt als letztes zusammenhängendes Gipskarstgebiet eine Sonderstellung ein. Im Gegensatz zu allen anderen Karstgebieten im Südharz, die durch großflächige Gipssteinbrüche zerstückelt sind, bildet die Rüdigsdorfer Schweiz eine noch intakte landschaftliche Einheit. Das Gebiet beherbergt einen immensen Reichtum an gefährdeten Tier- und Pflanzenarten. Der Winkelberg bildet mit Trockenrasen, Streuobstwiesen, Magerwiesen sowie Birken- und Eichenwälder das Herzstück innerhalb der Rüdigsdorfer Schweiz und der gesamten Gipskarstlandschaft. Der Gipsabbau würde diese Naturschätze unwiederbringlich zerstören.
„Die Ausweisung des Winkelbergs als Naturschutzgebiet ist für uns ein Schritt in die richtige Richtung, doch der Weg ist noch lange nicht zu Ende“, so Hoffmann. „Jetzt müssen weitere Schutzgebiete folgen, wie z.B. im „Hasenwinkel“ bei Ellrich und im „Bromberg“ bei Woffleben. Nachhaltig kann die Südharzer Gipskarstlandschaft zudem nur als großflächiges Biosphärenreservat geschützt werden. Dieser einzigartige Schatz der Natur darf nicht den Wirtschaftsinteressen einzelner Gips-Unternehmen zum Opfer fallen, sondern muss auch für nachfolgende Generationen gesichert werden.“

Pressekontakt: Stefanie Haupt,  BUND Thüringen, Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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1. März 2017

Mehr als 2.500 Menschen fordern mehr Waldwildnisgebiete in Thüringen – Im Possenwald müssen jetzt 2.500 ha zügig „Urwald von morgen“ werden

Berlin/ Erfurt/ Frankfurt/ Jena/ Sondershausen. Mehr als 2.500 Menschen haben  in den vergangenen sechs Wochen eine Petition der Naturschutzorganisationen BUND, NABU, WWF und ZGF, sowie der Bürgerinitiative „ProKyffhäuserwald“ mitgezeichnet und ein deutliches Zeichen für mehr Waldwildnis gesetzt. Damit wurden mehr Stimmen erzielt als je zuvor auf der Petitionsplattform des Thüringer Landtages. Die Initiatoren fordern jetzt von der Landesregierung, insbesondere vom Thüringer Ministerpräsidenten, eine zügige Umsetzung, der im Koalitionsvertrag zugesagten Nutzungsfreistellung im Possenwald bei Sondershausen.
„Mehr als 2.500 Menschen aus ganz Deutschland haben mit Ihrer Unterschrift ein Zeichen für mehr Waldwildnis in Thüringen gesetzt und stärken der Region Sondershausen den Rücken“, so Ron Hoffmann, Vorsitzender des BUND Thüringen. „Jetzt ist der Thüringer Ministerpräsident gefordert, die Entscheidung zur Nutzungsfreistellung endlich formal zu besiegeln. Mit einer solch überzeugenden Forderung nach mehr Waldwildnis in Thüringen ist die Zeit des Abwägens längst vorüber.“
„Der Mehrheit der Bevölkerung gefällt Natur umso besser, je wilder sie ist“ fasst Manuel Schweiger, Wildnisreferent der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt das Ergebnis der Petition zusammen, das sich so mit der aktuellen Naturbewusstseinsstudie des Bundesumweltministeriums (BMUB) deckt.
Der vom WWF Deutschland geplante „Thüringer Urwaldpfad“ soll die Waldwildnisgebiete in Thüringen erlebbar machen. Er verbindet wichtige „Urwälder von morgen“ in bedeutenden Landschaften Thüringens miteinander. Das Waldwildnisgebiet im Possen soll ein wichtiger Bestandteil des Urwaldpfades werden“, erklärt Albert Wotke vom WWF.
„Doch auch die Natur selbst braucht mehr Waldwildnis“, so Martin Schmidt, stellvertretender Vorsitzender des NABU Thüringen. „Langfristig können sich hier wieder natürliche und vor allem auch alte Waldstadien entwickeln, die die Lebensgrundlage für Arten wie den Waldkauz bilden. Der Vogel des Jahres 2017 leidet bisher unter akuter Wohnungsnot, da seine Höhlen in Altbäumen immer wieder der Kettensäge zum Opfer fallen. Damit soll jetzt Schluss sein.“
Die Initiatoren der Petition, die vier Naturschutzorganisationen BUND, NABU, WWF und ZGF, sowie die Bürgerinitiative „ProKyffhäuserwald“ fordern die Landesregierung auf, in Anlehnung an den Koalitionsvertrag 5% des Thüringer Waldes noch in dieser Legislaturperiode aus der Nutzung zu nehmen. Die große Unterstützung in der Bevölkerung verleiht der Forderung nach mehr Waldwildnis eine Dringlichkeit, derer sich die Landesregierung nun zügig stellen muss.

Ansprechpartner:
BUND Thüringen, Trommsdorffstrasse 5 | 99084 Erfurt | Dr. Burkhard Vogel, Tel. 0361/5550312, burkhard.vogel@bund.net
NABU Thüringen, Leutra 15 | 07751 Jena | Martin Schmidt, Tel. 0162/6248670, netmars@gmx.de
WWF Deutschland, Reinhardtstraße 18 | 10117 Berlin | Albert Wotke, Tel. 0151/1885454868, albert.wotke@wwf.de
ZGF Frankfurt, Bernhard-Grzimek-Allee 1 | 60316 Frankfurt | Manuel Schweiger, 069/94344633, schweiger@zgf.de

27. Februar 2017

Presseinformation des BUND Erfurt: Der BUND Erfurt begrüßt sein 1000stes Mitglied

Erfurt. Sarah Schnabel und Kevin Schwabe wurden am Samstag als 1000stes und 1001stes Mitglied im BUND-Stadtverband Erfurt begrüßt. Mit einem Blumenstrauß sowie  Gutscheinen für den Besuch des BUND-Wildkatzendorfes in Hütschenroda und aller Kulturveranstaltungen auf der LAGUNE nahm der Vorsitzende Robert Bednarsky die neuen Mitstreiter in den Stadtverband Erfurt auf.

„Der Natur- und Umweltschutz liegt mir sehr am Herzen“, so Sarah Schnabel. „Deshalb bin ich im BUND Stadtverband Erfurt genau richtig.“ Robert Bednarsky ließ es sich nicht nehmen, dass 1000ste und 1001ste Mitglied persönlich zu begrüßen: „Der BUND Erfurt führt viele Projekte zum Mitmachen durch. Besonders freuen wir uns über Menschen – ganz gleich ob jung oder alt – die sich ehrenamtlich engagieren wollen und natürlich über neue Mitglieder, welche unsere umweltpolitische und gemeinnützige Arbeit mit ihrer Stimme und einem frei zu wählenden finanziellen Beitrag unterstützen.“

Der BUND Erfurt betreut nicht nur eine eigene Streuobstwiese sowie die LAGUNE (Lokale AktionsGruppe Urbanes Natur Erleben) in der Werner-Uhlworm-Straße, sondern setzt sich auch auf politischer Ebene für den Erhalt der Natur in Erfurt ein. Schwerpunkte seiner Arbeit bilden neben der Rettung von Baumbestandsflächen auch der Anlage neuer Stadtnatur, auch die Bürgerbeteiligung zu verschiedenen Bauvorhaben. Aktuell ist der Stadtverband beim Kampf gegen die Massentierhaltung, hier konkret die Verhinderung der Hühnermastanlage in Erfurt Schwerborn, aktiv.

Bei all seinem Engagement ist der BUND vor allem auf eines angewiesen: Unterstützung. Bednarsky: „Der BUND ist ein Mitgliederverband: Je stärker unsere Gemeinschaft ist, desto mehr erreichen wir natürlich für die Umwelt und Natur, auch hier in der Stadt Erfurt.“

Unsere Kontaktdaten:
Robert Bednarsky
BUND Landesgeschäftsstelle
Trommsdorffstraße 5
99084 Erfurt
Fon: 0361 - 555 03 45; Mobil: 0171/56 25 919; Fax: 0361 - 555 03 19
Mail: bund.erfurt@bund.net
Internet: www.bund-thueringen.de

14. Februar 2017

BUND reicht Klage gegen Hühnermastanlage Schwerborn ein und fordert sofortigen Baustopp

Erfurt. Der BUND Thüringen hat beim Verwaltungsgericht Weimar Klage gegen die Hühnermastanlage Schwerborn eingereicht. Jetzt fordert der BUND die Stadt Erfurt auf, die Bauarbeiten an der Hühnermastanlage sofort zu stoppen. Grundlage dafür ist die vom Verwaltungsgericht Weimar erlassene Verfügung, als Ergebnis des Eil-Rechtsantrags des BUND.

„Wir haben Klage erhoben, weil wir industrielle Massentierhaltung ablehnen“, so Robert Bednarsky, Landesvorstand des BUND. „Hier sollen in Zukunft bis zu 320.000 Hühner pro Jahr in Intensivmast gezüchtet werden, zusammengepfercht auf engstem Raum, ohne Zugang zu natürlichem Substrat und Tageslicht. Die Haltungsbedingungen für die Tiere sind für uns nicht vertretbar, ebenso die Auswirkungen der Anlage auf die Umwelt.“ Bedenken gibt es seitens der Kläger auch bei Bestimmungen zum Tierschutz: „Der Betreiber der Hühnermastanlage konnte bisher nicht nachweisen, dass er die Tiere bei einem Brand vor den Flammen retten kann.“

Zudem sind aus der Errichtung der Mastanlage erhebliche Auswirkungen auf das nahegelegene Wohngebiet zu erwarten. Klaus Hafermann, Sprecher der Bürgerinitiative „Schwerborn kämpft“: „Wir befürchten eine zusätzliche Belastung durch Keime, Gerüche und Bioaerosole sowie eine Verunreinigung unseres Grundwassers. Schwerborn verfügt über kein komplettes Abwassersystem. So kann das mit Keimen belastete Niederschlags- oder Oberflächenwasser der Mastanlage ungeklärt über das Grundwasser direkt in die Erfurter Seen gelangen. Eine wasserrechtliche Erlaubnis liegt bisher nicht vor.“

Der BUND Thüringen setzt sich seit Frühjahr 2015 gemeinsam mit der Bürgerinitiative „Schwerborn kämpft“ gegen den geplanten Bau einer Hühnermastanlage in Erfurt Schwerborn ein. Im Juni 2016 hat die Stadt Erfurt den Widerspruch des BUND Thüringen gegen die Mastanlage abgelehnt und dem Investor eine Baugenehmigung mit Sofortvollzug erteilt. Daraufhin hat der Investor mit dem Bau der Bau der Mastfabrik begonnen. Dem will der BUND Thüringen nun mit der Baustoppklage einen rechtlichen Riegel vorschieben.

Ansprechpartner für die Presse:
Robert Bednarsky, Vorstandsmitglied BUND Thüringen und Vorsitzender des Stadtverbandes Erfurt, Mobil: 01715625919, Mail: bednarsky@posteo.de
Klaus Hafermann, Sprecher der Bürgerinitiative "Schwerborn Kämpft", info@schwerborn-kaempft.de

13. Februar 2017

Große Unterstützung für mehr Waldwildnis als Chance für Thüringen – Bereits mehr als 1.500 Menschen unterstützen die Petition bisher

Berlin/ Erfurt/ Frankfurt/ Jena/ Sondershausen. Bereits mehr als 1.500 Menschen haben die Petition „Mehr Waldwildnis als Chance für Thüringen“ auf der Petitionsplattform des Thüringer Landtages zur Halbzeit unterzeichnet. Die Petition kann noch bis Ende Februar unterzeichnet werden. Alle Bürger*innen sind aufgefordert, der Wildnis im Wald auch weiterhin ihre Stimme zu geben.
„Die großartige Unterstützung bringt die Sehnsucht der Menschen nach mehr Waldwildnis zum Ausdruck. Wir freuen uns, dass Bürger*innen aus ganz Deutschland der Region Sondershausen mit ihrer Stimme den Rücken stärken, damit dort ein ‚Urwald‘ vor den Toren der Stadt entstehen kann“, so Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen.
Die Initiatoren der Petition, die vier Naturschutzorganisationen BUND, NABU, WWF und ZGF sowie die Bürgerinitiative „ProKyffhäuserwald“ fordern die Landesregierung auf, in Anlehnung an den Koalitionsvertrag 5% des Thüringer Waldes noch in dieser Legislaturperiode aus der Nutzung zu nehmen. Laut der Verbände spiegelt sich in der großen Unterstützung das Bedürfnis der Menschen wieder, unberührte Wälder vor ihrer Haustür zu entdecken. Nach Angaben der Verbände sind Wälder wertvolle „Schatzkammern der Artenvielfalt“, die auch in Zukunft geschützt werden müssen.
„Für uns stehen Waldwildnis und Forstwirtschaft nicht im Widerspruch“, so Martin Schmidt, stellvertretender Landesvorsitzender des NABU Thüringen. „Aber wir fordern angemessen Räume für beide Nutzungsvarianten.“
Die Verbände wollen mit ihrer Petition ein deutliches Zeichen für mehr Waldwildnis, nicht nur in Thüringen, setzen und fordern gerade deshalb alle Bürger*innen dazu auf, die Petition weiter zu zeichnen.

https://petitionen-landtag.thueringen.de/petitions/1170

Ansprechpartner:
BUND Thüringen, Trommsdorffstrasse 5 | 99084 Erfurt | Dr. Burkhard Vogel, Tel. 0361/5550312, burkhard.vogel@bund.net
NABU Thüringen, Leutra 15 | 07751 Jena | Martin Schmidt, Tel. 0162/6248670, netmars@gmx.de
WWF Deutschland, Reinhardtstraße 18 | 10117 Berlin | Albert Wotke, Tel. 0151/1885454868, albert.wotke@wwf.de
ZGF Frankfurt, Bernhard-Grzimek-Allee 1 | 60316 Frankfurt | Manuel Schweiger, 069/94344633, schweiger@zgf.de

6. Februar 2017

Dezentral-regionale Energiekonzepte statt zentralistischer Netzplanung – BUND und Bundesverband der Bürgerinitiativen gegen SuedLink starten Offensive gegen überdimensionierten Stromnetzausbau

Erfurt/ Fulda. Die Landesverbände des BUND in Niedersachsen, Hessen, Thüringen und Bayern haben gemeinsam mit dem Bundesverband der Bürgerinitiativen gegen SuedLink (BBgS) eine gemeinsame Vereinbarung gegen die geplanten HGÜ-Leitungen unterzeichnet. Ihre Forderung: Dezentral-regionale Energiekonzepte müssen die zentralistische Netzplanung ersetzen. Vor allem die Querung der wertvollen Lebensräume wie die des Hainichs, der Rhön und des künftigen Nationalen Naturmonuments Grünes Band sind aus Sicht der BUND-Landesverbände nicht hinnehmbar.

„Ein weiterer Ausbau des zentralistisch geplanten Stromnetzes ist ein Schritt in die falsche Richtung. Wir fordern eine Energiewende auf Basis einer bürger- und umweltfreundlichen Energiepolitik. Mit regionalen Energiekonzepten und dezentraler Stromerzeugung sind bereits sinnvolle Alternativen vorhanden. Diese gilt es jetzt umzusetzen“, so Robert Bednarsky, Vorstandsmitglied des BUND Thüringen. Nach Einschätzung des Verbandes hat der bisherige Protest gegen Freileitungen bewirkt, dass bei einigen Leitungen die Erdverkabelung nun gesetzlichen Vorrang hat. Aber auch Erdkabel haben erhebliche Auswirkungen auf Natur, Boden, Wald und Grundwasser. Dies trifft aus Sicht des BUND vor allem auf die Querung von Hainich, Rhön und dem künftigen Nationalen Naturmonument Grünes Band zu. Dort sind besonders schützenswerte Lebensräume und ihre Artenvielfalt akut bedroht.

„Ob als Erdkabel oder Freileitung, SuedLink und die anderen geplanten HGÜ-Verbindungen sind Ergebnisse eines überdimensionierten Stromnetzausbaus, der dem Weiterbetrieb konventioneller Kraftwerke und dem transeuropäischen Stromhandel geschuldet ist“, erläuterte Dr. Werner Neumann, Bundessprecher des Arbeitskreises Energie beim BUND. „Energieeffizienz und Sektorenkopplung, Speichertechnologien wie Power-to-Gas, oder KWK-Anlagen, sind nur einige Stichworte für eine umweltschonende und verantwortungsvolle Energiepolitik.“Morgen wird der BUND Thüringen bei einer gemeinsamen Veranstaltung der Kreisverbände Bad Langensalza, Eisenach und Schmalkalenden-Meiningen den aktuellen Status quo der Stromautobahn SüdLink vorstellen sowie Möglichkeiten des Widerstandes gegen die neue Trasse erörtern.


Datum:                      Dienstag, 07.02.17
Uhrzeit:                     19.00 Uhr
Ort:                           Umwelt- und Naturschutzzentrum Bad Langensalza e.V.
                                  Burggasse 10/11a
                                  99947 Bad Langensalza

Ansprechpartner für die Presse:
Robert Bednarsky
Ingenieur für Energietechnik
Landesvorstandsmitglied und Sprecher des Landesarbeitskreis Energie
Mobil: 01715625919
bednarsky@posteo.de

Pressekontakt: Stefanie Haupt,  BUND Thüringen, Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. 0361 – 555 03 -14, Fax: -19, Mobil: 0170 73 19 59 3, stefanie.haupt@bund.net
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31. Januar 2017

BUND: Der Widerstand gegen Massentierhaltung beginnt vor Ort –Dreierbündnis will Bau der Hühnermastanlage in Schwerborn einen rechtlichen Riegel vorschieben

Erfurt. Der BUND Thüringen und sein Stadtverband Erfurt setzen sich seit Frühjahr 2015 gemeinsam mit der Bürgerinitiative „Schwerborn kämpft“ und dem bündnisgrünen Kreisverband sowie der bündnisgrünen Stadtratsfraktion, gegen den geplanten Bau einer Hühnermastanlage in Erfurt Schwerborn ein. Hier sollen in Zukunft  bis zu 320.000  Hühner in Intensivmast gezüchtet werden. Der BUND reichte im Juni 2016 ein Widerspruchsverfahren gegen die bereits erteilte Baugenehmigung mit Sofortvollzug für den Investor ein. Nachdem dieser den Förderbescheid zum  Ende 2016 erhielt, begann er dennoch mit dem Bau dieser Massentierhaltungsanlage. Daraufhin reichten der BUND     in enger Abstimmung mit  „Schwerborn kämpft“ jetzt eine  sog. „Baustoppklage“ im Eilrechtsantrag ein, um dem Bau der Mastanlage noch vor der Entscheidung im Hauptsacheverfahren zügig einen Riegel vorzuschieben.

„Wir sehen bereits in der Genehmigung der Mastanlage Verstöße gegen §35 BGB. Diese haben uns gemeinsam mit der Bürgerinitiative veranlasst, ein Widerspruchsverfahren ein-zuleiten. Da der Bauherr trotz des laufenden Verfahrens mit dem Bau der Hähnchenmastanlage begonnen hat, wollen wir nun eine ‚Baustoppklage‘ im Eilrechtsantrag gegen den Sofortvollzug im Genehmigungsbescheid einreichen. So soll der Mastanlage in Schwerborn vor der Entscheidung im Widerspruchsverfahren  ein rechtlicher Riegel vorgeschoben werden. Das Landesverwaltungsamt soll sein Urteil ohne vom Bauherrn geschaffene Bautatsachen fällen dürfen“, so Robert Bednarsky, Landesvorstand des BUND Thüringen.

Der Klageweg ist zeit-und kostenaufwendig. Mit einer großzügigen Geldspende unter-stützen sowohl der bündnisgrüne Landtagsabgeordnete, Roberto Kobelt (MdL), als auch der Kreisverband Erfurt die Bürgerinitiative bei ihrem rechtlichen Engagement: „Wir setzen uns auf Landesebene, ebenso wie der BUND, dafür ein, Förderkriterien für Tier-haltungsanlagen zu verändern und Investitionen für Massentierhaltungsanlagen zu streichen bzw. nur noch artgerechte Tierhaltungen zu fördern . Die Hähnchenmastanlage in Schwerborn könnte sich an dieser Stelle zu einem Präzedenzfall entwickeln.“

Für den Sprecher der Bürgerinitiative „Schwerborn kämpft“, Klaus Hafermann, sprechen jedoch auch weitere Argumente gegen die Errichtung der Mastanlage in kurzer Entfernung zum Wohngebiet: „Wir wollen keine zusätzlichen Belastungen durch Keime, Gerüche und Bioaerosole hinnehmen. Außerdem steht die Sauberkeit unseres Grundwassers auf dem Spiel.“ Schwerborn verfügt über kein komplettes Abwassersystem. So könnte das mit Keimen belastete  Niederschlags- oder Oberflächenwasser der Mastanlage ungeklärt über das Grundwasser direkt in die Erfurter Seen gelangen.

Ansprechpartner für die Presse:
Robert Bednarsky, Vorstandsmitglied BUND Thüringen und Vorsitzender des
Stadtverbandes Erfurt, Mobil: 01715625919, Mail: bednarsky@posteo.de
Christian Herrmann, Geschäftsführer Bündnis 90/Die Grünen Kreisverband Erfurt,
Tel.: 0361/2169 7171, info@gruenestadterfurt.de
Klaus Hafermann, Sprecher der Bürgerinitiative "Schwerborn Kämpft", info@schwerborn-kaempft.de

26. Januar 2017

Neue Tümpel für den Froschkönig – BUND Thüringen hilft Laubfrosch und Geburtshelferkröte auf die Sprünge

Lausnitz. Neue „Tümpel für den Froschkönig“: Mit der ersten Maßnahme ging das landesweite Projekt des BUND Thüringen zur Förderung der Lebensräume von Laubfrosch und Geburtshelferkröte heute in die nächste Runde. In Lausnitz wurde ein stark verwilderter Teich durch das Entfernen der Schlammschicht und die Abdichtung des Dammes  wieder “froschtauglich“ hergerichtet. Bis zum Ende des Projektes im Sommer 2019 werden in vier Projektregionen über 40 Tümpel und Teiche saniert und 18 Gewässer neu angelegt.

„Die Vorkommen von Laubfrosch und Geburtshelferkröte gehen in Thüringen schon seit Jahren dramatisch zurück. Deshalb ist schnelles Handeln erforderlich“,  so Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. Zu den größten Gefahren für den Laubfrosch gehören die Gewässerzerstörung, Intensivierung der Gewässernutzung und der Verlust von Landlebensräumen. Durch die Sanierung und Neuanlage von Gewässern wollen wir dem Laubfrosch deshalb neue Trittsteine und Rückzugsmöglichkeiten schaffen, wo er im Moment keine mehr findet.“  

Bis Ende Februar werden auch in der Nähe der Ebelebener Teiche im Kyffhäuserkreis zwei weitere Lebensräume saniert. Zudem wird im Rahmen des Projektes in Trusetal im Westlichen Thüringer Wald auf einem ehemaligen Haldengelände ein neuer Teich für die Geburtshelferkröte angelegt. Vogel: „Die Geburtshelferkröte hat dort ihre Verbreitungsgrenze und ist dringend auf eine Verbesserung ihrer Lebensbedingungen angewiesen. Wir sind sehr froh, dass genügend Eigentümer bereit sind, ihre Flächen uneigennützig für den Schutz den praktischen Naturschutz zur Verfügung zu stellen.“ 

Bereits von Mai 2013 bis April 2015 hat der BUND Thüringen ein erstes Projekt für den Laubfrosch in Thüringen erfolgreich durchgeführt. Es konnten sechs Teiche entschlammt, fünf Gewässer neu angelegt und mit Unterstützung von Freiwilligen 20 Gewässer freigeschnitten werden.

Hintergrund:
Der Laubfrosch (Hylia arborea) steht als gefährdete Art auf der Roten Liste der bedrohten Arten Deutschlands und als sogenannte Anhang IV –Art unter dem Schutz der europäischen Naturschutzgesetze.  Das Projekt „Tümpel für den Laubfrosch“ wird von der Europäischen Union und dem Freistaat Thüringen über das Programm „Entwicklung von Natur und Landschaft (ENL)“ gefördert. Die Fördermittel werden von der Thüringer Aufbaubank gewährt.

Pressekontakt: Stefanie Haupt,  BUND Thüringen, Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. 0361 – 555 03 -14, Fax: -19, Mobil: 0170 73 19 59 3, stefanie.haupt@bund.net

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25. Januar 2017

Großplakat fordert Europapolitiker Jakob von Weizsäcker zum Widerstand gegen CETA auf – BUND: Freihandelsabkommen mit Kanada gefährdet unsere Umwelt- und Sozialstandards

Erfurt. In ganz Europa fordert ein breites Bündnis ziviler und politischer Organisationen zum Widerstand gegen das Handelsabkommen CETA zwischen EU und Kanada auf. In Erfurt hat sich der BUND Thüringen dem Bündnis „Erfurt TTIP-frei“ angeschlossen, um gemeinsam gegen die Freihandelsabkommen CETA und TTIP vorzugehen. Auf einem Großplakate in unmittelbarer Nähe seines Wahlkreisbüros, wird seit Anfang der Woche an den Europa-abgeordneten Jakob von Weizsäcker (SPD) appelliert, Mitte Februar im Europäischen Parlament gegen CETA zu stimmen. Aus Sicht des BUND ist das Freihandelsabkommen in dieser Form nicht tragbar.

“CETA wird die Macht der Konzerne stärken und gefährdet Umwelt- und Sozialstandards”, so Robert Bednarsky, Vorstandsmitglied des BUND Thüringen. „Der BUND lehnt das Freihandelsabkommen ab, da es u.a. ökologische Standards, z.B. bei der Gentechnikfreiheit gefährdet und die kommunalen Dienstleistungen der Daseinsvorsorge für Bürgerinnen und Bürger unter Privatisierungsdruck setzt.“ Vom 13. bis 16. Februar wird das Europaparlament über das Freihandelsabkommen mit Kanada abstimmen. Dann könnte CETA vorläufig in Kraft treten. “Allerdings mit scharfen Auflagen”, erklärt Maria Wahle, attac Erfurt, mit Bezug auf das von 120.000 Bürger*innen und Organisationen angestrengte Urteil durch das Bundesverfassungsgericht. „So dürfen die Regelungen zu privaten Schiedsgerichten, die im Falle von Klagen der Konzerne gegen die Staaten in Kraft treten sollen, derzeit nicht zur Anwendung kommen.”

Robert Bednarsky: „Aktuell wird das Bild erzeugt, das Handelsabkommen mit Kanada sei längst unterzeichnet, das entspricht allerdings nicht den Fakten.“ Jetzt bedarf der CETA-Vertrag noch der Zustimmung von Bundestag und Bundesrat und in allen anderen 28 Parlamenten der EU-Mitgliedstaaten. „Deshalb sind wir auf Unterstützung in Politik und Bevölkerung angewiesen.“  Seit Monaten gehen Menschen in allen Ländern der EU und auch bei uns in Deutschland auf die Straße. Vorläufiger Höhepunkt waren die Demonstrationen gegen die Handelsabkommen TTIP und CETA am 19. September 2016, bei der in sieben Städten über 300.000 Teilnehmer*innen  parallel ihre Stimme erhoben. „Für uns ist der Widerstand an dieser Stelle noch nicht beendet. Wir haben auch jetzt noch eine reale Chance, das Freihandelsabkommen CETA zu verhindern“, so Maria Wahle.

Hintergrundinformation:
Das offene Bündnis „Erfurt TTIP-frei“ setzt sich zusammen aus den zivilen Organisationen Attac-, BUND-, DGB-, TransitionTown-, Occupy-, VCD- und Mehr Demokratie-Ortsgruppen sowie den politischen Parteien Piraten, DIE LINKE und Bündnis 90/DIE GRÜNEN. Das Bündnis organisiert seit 2014 als Teil der Europäischen Bürgerinitiative gegen TTIP & CETA an Informations- sowie Demonstrationsveranstaltungen und sammelt Unterschriften. Die aktuelle Plakataktion findet zudem in Kooperation mit Campact statt. Campact ist eine Bürgerbewegung, mit der 1,8 Millionen Menschen für progressive Politik streitet.

https://petitionen-landtag.thueringen.de/petitions/1170

Pressekontakt: Stefanie Haupt,  BUND Thüringen, Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. 0361 – 555 03 -14, Fax: -19, Mobil: 0170 73 19 59 3, stefanie.haupt@bund.net

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19. Januar 2017

Petition: Mehr Waldwildnis als Chance für Thüringen und Deutschland - Naturschutzorganisationen fordern Waldwildnis auf 2.500 Hektar im Possen

Berlin/ Erfurt/ Frankfurt/ Jena/ Sondershausen. Die Naturschutzorganisationen BUND Thüringen, NABU Thüringen, WWF Deutschland und Zoologische Gesellschaft Frankfurt haben gemeinsam mit der Bürgerinitiative „ProKyffhäuserwald“ eine Online-Petition im Thüringer Landtag eingereicht. Darin wird die Landesregierung aufgefordert, entsprechend dem Koalitionsvertrag mindestens 5% des Waldes in Thüringen noch in der laufenden Legislaturperiode dauerhaft aus der forstwirtschaftlichen Nutzung zu nehmen. Im Possen bei Sondershausen setzt sich eine ganze Region für einen Buchenurwald von morgen ein. In den nächsten sechs Wochen sind die Bürger aufgerufen, sich zahlreich an der Online-Petition zu beteiligen.

Im Possenwald fordern nicht nur die vier internationalen Naturschutzorganisationen gemeinsam ein Waldwildnisgebiet auf 2.500 Hektar. Sie werden von einer breiten und parteiübergreifenden Allianz aus Bürgerschaft, Kommunal- und Landespolitikern unterstützt. Auch wirtschaftliche Leistungsträger in der Region fordern das Waldschutzgebiet im Possen. Der Verzicht auf die forstliche Nutzung wird als Motor für die touristische Entwicklung der Region gesehen. Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen: „Mit dem Possen bietet sich ein Gebiet an, welches hervorragend als ‚Urwald von morgen‘ geeignet ist und eine beispiellose Unterstützung aus der Region erhält. Wir brauchen mehr großflächige Waldwildnis in Thüringen, um unserer internationalen Verantwortung für die Erhaltung der heimischen Rotbuchenwälder und ihrer biologischen Vielfalt gerecht zu werden.“

Die rot-rot-grüne Landesregierung hat sich im Koalitionsvertrag zum Ziel gesetzt, mindestens 5 Prozent des Waldes in Thüringen aus der forstwirtschaftlichen Nutzung zu nehmen und damit einen Beitrag zur Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt zu leisten. Die Verantwortung Deutschlands ist aus Sicht von Manuel Schweiger, Wildnisreferent der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt, ein wichtiges Argument für den zügigen Verzicht auf eine weitere forstliche Bewirtschaftung: „Deutschland gehört in Europa, aber auch weltweit zu den Schlusslichtern, was die Bewahrung von Waldwildnis angeht. Nur wenn wir eine Vorbildfunktion einnehmen, können wir diesen Schutzgedanken auch von wirtschaftlich deutlich schwächeren Ländern in Afrika, Südamerika oder auch in Osteuropa erwarten.“

Ohne Waldwildnis fehlt ein entscheidender Baustein zur Erhaltung der biologischen Vielfalt. „Viele Tiere, Pflanzen und Mikroorganismen sind auf eine vom Menschen unbeeinflusste, natürliche Waldentwicklung angewiesen, in der alle Waldstadien repräsentiert sind. So entstehen wichtige Lebens- und Rückzugsräume“, erläutert Martin Schmidt, stellvertretender Landesvorsitzender des NABU Thüringen.

„Als ‚Urwald von morgen‘ wird sich der Possen zukünftig in eine Perlenkette von Urwäldern einreihen, welche vom Schwarzatal, über das Vessertal, den Nationalpark Hainich bis zur Hohen Schrecke reichen“, ergänzt Albert Wotke vom WWF. „Von einer ruhenden Motorsäge im Possenwald profitieren also nicht nur Tiere und Natur, sondern auch der Tourismus im Kyffhäuserkreis“.

Die breite Unterstützung von Bürgerschaft, Kommunal- und Landespolitikern gibt den Naturschutzorganisationen Recht. Schon seit vielen Jahren gibt es eine örtliche Bürgerinitiative "ProKyffhäuserwald", die sich für eine Wildnisfläche am Possen einsetzt und hierzu bereits mehrere tausend Unterschriften gesammelt hat. Sprecher Dirk Trute: „Wir fordern schon lange einen Urwald vor den Toren unserer Stadt Sondershausen, in dem sich Wildnis ohne Eingriffe des Menschen entwickeln kann und ungestörte Waldkreisläufe erlebbar werden.“

Die Naturschutzverbände rufen alle Bürger*innen dazu auf, der Natur ihre Stimme zu geben und die Petition für „Mehr Waldwildnis als Chance für Thüringen“ zu zeichnen!

https://petitionen-landtag.thueringen.de/petitions/1170

Ansprechpartner:
BUND Thüringen, Trommsdorffstrasse 5 | 99084 Erfurt | Dr. Burkhard Vogel, Tel. 0361/5550312, burkhard.vogel@bund.net
NABU Thüringen, Leutra 15 | 07751 Jena | Martin Schmidt, Tel. 0162/6248670, netmars@gmx.de
WWF Deutschland, Reinhardtstraße 18 | 10117 Berlin | Albert Wotke, Tel. 0151/1885454868, albert.wotke@wwf.de
ZGF Frankfurt, Bernhard-Grzimek-Allee 1 | 60316 Frankfurt | Manuel Schweiger, 069/94344633, schweiger@zgf.de

5. Januar 2017

BUND fordert: „Agrarkonzerne: Finger weg von unserem Essen!“ - Thüringen fährt mit eigenem Bus zur „Wir haben es satt!“-Demo in Berlin

Erfurt. Am 21. Januar geht der BUND auf der „Wir haben Agrarindustrie satt!“-Demonstration in Berlin erneut für die Agrarwende in Deutschland auf die Straße. Zu der bundesweiten Demonstration, die 2017 zum siebten Mal stattfindet, wird von mehr als 45 Organisationen aufgerufen. Die Forderungen sind klar: Bauernhöfe statt Agrarfabriken, gesundes Essen für alle und Demokratie statt Konzernmacht. Aus Erfurt bietet der BUND Thüringen in diesem Jahr eine gemeinsame Anreise mit einem Reisebus an.

Parallel zur „Grünen Woche“ soll auch 2017 erneut ein Zeichen für zukunftsverträgliche Landwirtschaft gesetzt werden. Im Fokus der Demonstration steht in diesem Jahr das Höfesterben, das unverändert dramatische Dimensionen hat. Ron Hoffmann, Landes-vorsitzender des BUND Thüringen: „Wir haben es satt! Die Produktion von Fleisch konzentriert sich auf immer weniger Betriebe, die dafür überproportional wachsen und mit Ihnen die Anzahl gehaltener Tiere. Dieser Trend hin zu ‚Megamastanlagen‘ muss endlich ein Ende haben! Deshalb gehen wir auch 2017 gemeinsam in Berlin auf die Straße! Wir rufen alle Menschen auf, die keine Lust mehr auf Agrarfabriken haben auf, sich uns anzuschließen!“

Das Besondere in diesem Jahr: „Wir haben 2017 die Chance, zum Auftakt des Wahljahres deutlich zu machen, dass die nächste Bundesregierung die Agrarwende konsequent umsetzen muss. Nur so können wir im Jahr der Bundestagswahl die Agrarwende zu einem zentralen politischen Thema machen“, so Hoffmann.

Um seinen Forderungen eine möglichst laute Stimme zu verleihen, organisiert der BUND Thüringen einen Bus von Bad Langensalza über Erfurt, Jena und Weißenfels nach Berlin. Der Bus fährt um 06:00 Uhr am ZOB am Bahnhof in Bad Langensalza ab und sammelt weitere Fahrgäste um 07:00 am Busbahnhof Bussteig 7 am Hauptbahnhof Erfurt ein. Um 07:50 Uhr startet der Bus in Jena am Bahnhof Jena-Göschwitz und trifft 08:45 Uhr an der Promenade 19 am ZOB Weißenfels ein. Die Kosten belaufen sich auf: 22 Euro (BUND-Mitglieder 20 Euro) pro Person für die Hin- und Rückfahrt.

Das Platzangebot ist begrenzt, zu einer schnellen Reservierung wird daher geraten.

Informationen und Reservierung beim BUND Thüringen, 0361-5550310 bund.thueringen@bund.net oder www.bund-thueringen.de.

Pressekontakt BUND Thüringen: Stefanie Haupt,  BUND Thüringen, Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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Jahresbericht 2016

Unser neuer Jahresbericht steht ab sofort zum Download zur Verfügung!

BUND-Jahrbuch Bauen und Renovieren 2017

Direkt zum Online-Antrag, Foto: eyewire / fotolia.com

Der BUND Thüringen ist Teil des Bündnis für ein Thüringen der Demokratie, 
Vielfalt und Mitmenschlichkeit
.

Lesen Sie dazu den Brief unseres Landesvorsitzenden, Ron Hoffmann.

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