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Lebensraum der Wildkatzen

Die Wildkatze wird zwar auch Waldkatze genannt, doch streifte sie wahrscheinlich immer schon auf der Suche nach Mäusen, ihren bevorzugten Beutetieren, an den inneren und äußeren Grenzlinien des Waldes entlang.

Kleine helle Lichtungen, im Wald verborgenen Wiesen und ruhige, heckenreiche Säume am Waldrand sind die Lieblingsplätze der Wildkatze. Je reicher der Wald an inneren Strukturen ist, desto tiefer dringen sie in ihn ein. Und umgekehrt: Wo Gebüsche und Hecken ihnen Deckung geben, wagen sich Wildkatzen sogar aus dem Wald heraus.

Halboffene Buschlandschaft
Dichte Wälder

In Deutschland nehmen Wälder gegenwärtig nur noch etwa 30 Prozent der Gesamtfläche ein. Diese Wälder werden aber meist forstwirtschaftlich genutzt und sind deshalb sehr eintönig. Ursprüngliche Buchenmischwälder finden sich kaum noch. So bleiben für Wildkatzen immer weniger geeignete Lebensräume. Heute sind sie an vielen Orten ihrer ursprünglichen Heimat verschwunden oder vom Aussterben bedroht.

Ein Wildkatzenlebensraum wie aus dem Bilderbuch ist der Nationalpark Hainich. Er zeigt ein buntes Mosaik aus Grasland, aus halboffenen Buschlandschaften und herrlichen Laubwäldern, die in Teilen urwaldartig anmuten.

Der Nationalpark Hainich im Morgenlicht

Einige der im Hainich lebenden Wildkatzen haben Forscher im Auftrag des BUND Thüringen über mehrere Jahre mit Hilfe von Minisendern beobachtet.

Es zeigte sich, dass für die im Hainich lebenden Wildkatzen der Weg nach Süden eine Sackgasse ist, obwohl es weniger als 20 km bis in den Thüringer Wald sind. Auf halber Strecke bildet die bewaldete Kette der Hörselberge sogar einen natürlichen, früher von Wildkatzen bewohnten Trittstein.

Nur leider setzt, wie die Forscher festellen mussten, heute keine Wildkatze auch nur eine Pfote in die ausgeräumten Ackerflächen nördlich und südlich der Hörselberge. Zwei Bundesstraßen, ein Industriegebiet, eine Autobahn und eine ICE-Trasse tun ein Übriges. Sackgasse eben. Bis jetzt.



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