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Lebensraum Gipskarst

Mitten in Deutschland am Südrand des Harzes erstreckt sich ein einzigartiger Lebensraum, die Südharzer Gipskarstlandschaft. Hier verschwinden Bäche unvermittelt zwischen Felsklüften, um an anderer Stelle als Karstquelle wieder hervorzutreten. Ganze Seen können plötzlich trockenfallen und innerhalb weniger Wochen wieder Wasser führen. Durch den Einbruch unterirdischer Höhlen und Felsklüfte entstehen Erdfälle und Dolinen, in denen Wiesen und Bäume verschwinden.

Gipskarstlandschaft Thüringen (Foto: Elke Blanke)



Anders als in den süddeutschen Karstgebieten ist hier nicht Kalk oder Dolomit, sondern Gipsgestein für diese Erscheinungen verantwortlich. Da Gips etwa einhundertmal löslicher ist als Kalk, laufen die Prozesse der Verkarstung hier viel schneller ab als in anderen Karstlandschaften. Trockenrasen, Felsen, Schluchtwälder und Höhlen bilden ein Mosaik unterschiedlichster Biotope auf engstem Raum. Die Besonderheiten des Klimas verstärken die Vielgestaltigkeit der Landschaft.

Foto: Elke Blanke



Im Südharzer Gipskarst treffen die Verbreitungsgebiete kontinentaler Steppenpflanzen mit mediterranen Pflanzen und eurasiatisch-subatlantischen Pflanzen aufeinander. Dazu gesellen sich Eiszeitrelikte, also Pflanzen die in der nacheiszeitlichen Erwärmung nur an kühlen, nordexponierten Felswänden überleben konnten.



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