BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


BUND-Position zur Rhöntrasse

Mit der Ausweisung der Rhön als Biosphärenreservat ist die Zielstellung einer behutsamen und eigenständigen Regionalentwicklung in einem intakten Natur- und Kulturraum auf das engste verbunden. Die geplante B 87n soll den Raum Rhein/ Main – A66 über die „Rhöntrasse“ mit der A71 als mautfreie Alternative zum „Umweg“ über die A7 – Kirchheimer Dreieck – A4 verbinden und den Verkehr Richtung Osteuropa lenken. Geplant ist die Strecke pro forma als Kette von Ortsumgehungen unter Nutzung vorhandener Landesstraßen. Die bisher vorliegenden Planungen zeigen, daß über weite Strecken neu trassiert und überwiegend 3-spurig ausgebaut wird.

Der Bau einer Bundestrasse quer durch die Rhön steht den landschafts-ökologischen wie auch strukturellen Zielsetzungen für diese hochsensible Region völlig entgegen. Durch die geplante Querverbindung zwischen den Autobahnen A71 und A7/ A66 wird Transit- und Schwerverkehr in die Region gezogen, der den dort lebenden Menschen keinerlei Vorteile, dafür aber eine immense Landschaftszerstörung, Lärm und Schadstoffemissionen bescheren wird.



Einschätzungen zu den Auswirkungen der Trasse laut Bundesverkehrswegeplan:

- Regionale Effekte und die Entlastung der Ortsdurchfahrten sind gering
- Impulse für die Arbeitsplatzentwicklung in der Rhön und eine Wertschöpfung vor Ort werden nicht erwartet.
- Das Umweltrisiko wird durchweg als sehr hoch bezeichnet, mit z.T. unvermeidlichen erheblichen Beeinträchtigungen.

Verfahrensablauf:

- Die Gesamttrasse ist in 3 große Planungsabschnitte unterteilt:
- Meiningen – Kaltensundheim: Planung durch Straßenbauamt Südthüringen
- Kaltensundheim – Tann („Hochrhönquerung“): Planung durch DEGES
- Tann – Fulda: Planung durch Amt für Straßenbau Fulda
- Der Thüringer Teil wird noch einmal in 5 ROV (für jede Ortsumgehung separat) beplant.

Aktueller Stand:

- Im März 2006 Eröffnung des ersten ROV für OU Walldorf.
- ROV Hessen, Hochrhön und 2 weitere OU in Thüringen sollen noch 2006 kommen.

Position des BUND Thüringen:

- Bedarf einer solchen hochleistungsfähigen Verbindung quer durch die Rhön ist nicht gegeben. Stimmige Verkehrsprognosen, die die demografische Entwicklung berücksichtigen, liegen nicht vor. Stattdessen kursieren Zahlen zwischen 10.000 KFZ/24h und 40.000 KFZ/24h.
- Forderung nach Planung für das Gesamtvorhaben, die allein über die Durchführbarkeit befinden und Alternativen aufzeigen könnte.
- Ausweisung als Bundesstraße wird überregionalen Verkehr und Schwerverkehr in die Rhön ziehen (Transitwirkung), der gleichermaßen für Natur und Mensch erhebliche negative Effekte haben wird.
- Nachhaltige Regionalentwicklung (naturnaher Tourismus) ist mit der aktuellen Trassenplanung nicht vereinbar.
- Kosten für den Bau der Trasse stehen in keinem Verhältnis zum erwarteten, volkswirtschaftlichen Nutzen. Dadurch wird das Nachhaltigkeitsprinzip verletzt. (Für das erste ROV ist eine Kostensteigerung gegenüber dem Bundesverkehrswegeplan von 50 bzw. 100 % dokumentiert.)


Noch ist es nicht zu spät!
Quelle: http://www.bund-thueringen.de/projekte/rettet_die_rhoen/bund_position_zur_rhoentrasse/