Ökotipp:

Lösungsmittel - eine Gefahr für die Umwelt

Als Lösungsmittel bezeichnet man Flüssigkeiten, die andere Stoffe lösen können, ohne sie chemisch zu verändern. Außer Wasser werden vor allem organische Verbindungen wie z.B. Toluol, Xylol, Perchlorethylen (PER) verwendet. Organische Lösungsmittel lösen Stoffe wie Fette, Öle, Wachs-und Plastik auf. Sie besitzen aber auch die Aufgabe, Anstrichstoffe streich- oder sprühfähig zu halten. Weiterhin sorgen sie für eine gleichmäßige Verteilung des Bindemittels auf der Oberfläche und unterstützen die Filmbildung beim Antrocknen durch Verdunstung. Der durchschnittliche Lösemittelgehalt konventioneller Lacke liegt gegenwärtig bei 40%, zum Teil aber auch erheblich darüber. Nach dem Auftragen verdunsten Lösungsmittel relativ schnell und gelangen so direkt in die Umwelt. Vor allem werden sie in Lackierstraßen der Autoindustrie, in der petrochemischen Industrie und chemischen Reinigung eingesetzt. Aber sie sind auch in nicht unerheblichen Maße im Heimwerkerbereich, in den Farben, Lacken, Holzschutzmitteln, Klebstoffen, Verdünnern (zu fast 100%) und Lackhilfsstoffen, zu finden. Und auch in Reinigungsmitteln und Sprays kommen sie zum Einsatz.

Diese Lösemittel können bei Menschen abhängig von Art, Konzentration und Einwirkungsdauer zu Gesundheitsschäden führen. In der menschlichen Lunge werden sie gut resorbiert und gelangen über das Blut in verschiedene Organe und Gewebe. Hier entfalten sie ihre Giftwirkung. Einige Lösungsmittel dringen sogar direkt durch die Haut in den Körper oder werden bei unsachgemäßer Anwendung über die Nahrung aufgenommen. An der Umweltbelastung mit flüchtigen organischen Verbindungen haben Lacke den zweitgrößten Anteil. Beim Abbau von Lösungsmitteln in der Atmosphäre kann " Petrochemischer-Smog" entstehen, der unter anderem für die Ozonbelastung ("Sommer-Smog") und das Waldsterben mitverantwortlich gemacht wird.

Deshalb machen Sie mit und befolgen Sie folgende Ratschläge:

  • Verzichten Sie weitestgehend auf den Gebrauch von lösungsmittelhaltigen Arbeitsmaterialien und bevorzugen Sie Produkte, die mit dem Umweltengel ausgezeichnet sind.
  • Beachten Sie Gefahrenhinweise und Sicherheitsratschläge, die auf der Verpackung stehen!
  • Bei der Verarbeitung von reizend und ätzend wirkenden Stoffen sollten Sie immer eine Schutzbrille und chemkalienbeständige Gummihandschuhe tragen!
  • Lüften Sie bei und nach der Arbeit!
  • Vermeiden Sie alle Zündquellen bei der Arbeit, denn Lösungsmittel sind meist brennbar oder sogar explosiv!
  • Vor der Arbeit sollten Sie die Hände mit Hautschutzcreme einreiben! Und nach der Arbeit mit warmen Wasser und Seife reinigen!
  • Lösungsmittelreste (auch ausgetrocknete Pinsel und verunreinigtes Wasser gehören auf den Sondermüll und dürfen nicht in den Abfluss oder in die Mülltonne gekippt werden, da sie schwere Umweltschäden verursachen! Bitte erkundigen Sie sich bei Ihrem lokalen Entsorgungsunternehmen nach den extra hierfür aufgestellten Sammelbehältern oder dem Tourenplan des Sonderabfallmobils!
  • Verzichten Sie während der Arbeit mit Lösungsmitteln auf den Verzehr von Nahrungsmitteln, denn hier können sich Schadstoffe anreichern, die gesundheitsgefährdend sind!
  • Benutzen Sie möglichst keine Pinselreiniger. Vor allem nicht zur Reinigung der Hände, durch den Hautkontakt können Lösemittel in den Stoffwechselkreislauf gelangen!
  • Beim Ab- oder Anschleifen von Altanstrichen sollten Sie eine Atemschutzmaske tragen!
  • Lagern Sie Chemikalien kindersicher!
  • Spülen Sie die Pinsel nicht unter dem Wasserhahn ab. Dies gilt auch für wasserlösliche Farben und Lacke!


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