Ökotipp:

Regenwürmer - Schichtarbeiter unter Tage

Wie wir schon wissen, ist der Regenwurm ein wichtiger Helfer im Garten. Unermüdlich ackert er für bessere Bodenfuchtbarkeit.
Früher wurde er ganz zu Recht im Volksmund "Reger Wurm" genannt, was eine Anspielung auf seinen Fitness darstellte. Der heutige Name zeugt eher von einer oberflächlichen Betrachtungsweise. Der "Regenwurm" kommt nach starken Regenfällen aus seiner Wohnröhre an die Erdoberfläche gekrochen, wo er meist nach wenigen Stunden stirbt, weil seine hochsensible Haut keine Sonneneinstrahlung verträgt.

Unter Tage sind sie aber vor Arbeitswut nicht zu bremsen. So produzieren jedes Jahr alle Regenwürmer in einem Hektar Weideland (ca. 1 Mio. Tiere) rund 115 Tonnen Wurmkot. Das sind 2300 Zentnersäcke gefüllt mit Naturdünger bester Qualität.
1 Kilo Regenwürmer verarbeitet pro Tag ca. 1/2 kg Biomasse. Dabei sind sie noch nicht einmal wählerisch, da ihnen alle biologischen Abfälle aus Haus, Hof, Garten und Landwirtschaft angeboten werden können:
Obst- und Gemüsereste, Brot, Eierschalen, Kaffee- und Teesatz, jeglicher Kraut- und Grasschnitt, Strohhäcksel, dumpfes Heu, Papier und Pappe usw.
Im Vergleich mit nährstoffreichem Kompost enthält Regenwurmkot sogar bis zu 7 mal mehr Stickstoff, das 10 fache an Kalium und 25 mal soviel Phosphor.

Manche Regenwurmarten fressen täglich ihr eigenes Körpergewicht (das sind ca. 15 g). Auf 1 qm Land wurden schon bis zu tausend Regenwurmröhren gezählt. Dadurch wird der Boden locker und luftig gemacht, und das 4- bis 10fache an Regenwasser aufgenommen und abgeleitet. Sie sorgen außerdem für eine Umschichtung des Bodens, indem sie aus einer Tiefe von bis zu 2 m mineralische Substanzen an die Erdoberfläche befördern.

Trotz seiner beachtlichen Leistungen wird dem Regenwurm im Garten und auf Äckern oft der Einsatz von Pestiziden zum Verhängnis. Eine einmalige Spritzung kann für sie schon tödlich sein. Andere Tiere fressen diese an Pestiziden verendeten Regenwürmer und können daran ebenfalls verenden. Deshalb verzichten sie bitte in ihrem Garten auf den Einsatz von Pestiziden!
Sie können Regenwürmer im übrigen auch selber Züchten. Auf einen guten Boden sollten pro qm ca. 200 Würmer vorkommen, auf einem fruchtbaren Boden findet man sogar 300 bis 400 Stück pro qm. So ein Boden ist besonders bei mineralienintensiven Pflanzen erstrebenswert.

Ein Regenwurm - Zuchtkasten für den Innen und Außenbetrieb ist übrigens leicht selber herzustellen. Als Material empfiehlt sich massives Holz, auf keinen Fall sollten Preßspanplatten verwendet werden, da sich in diesen giftige Gase entwickeln und auch schnell aufquellen. Auch sollte kein chemisches Holzschutzmittel verwendet werden. Als biologische Alternative empfiehlt sich das dünne Auftragen von Bienenwachs, was aber nicht unbedingt notwendig ist.
Die Maße von LxBxT 1,0 x 0,6 x 0,30 m sind hier zu empfehlen, da ein solcher Kasten ohne weiteres 1 kg Regenwümer aufnehmen kann, die bereits nach kurzer Zeit den Bioabfall eines 2 oder 3 Personenhaushaltes verspeisen.

Wichtig ist lediglich, dass im Boden 12 bis 15 Löcher in einem Durchmesser von 10 bis 12 mm angebracht sind. Sie sorgen für die nötige Belüftung und verhindern Staunässe.
Regenwürmer fressen, wie schon gesagt, so ziemlich alle biologischen Abfälle die sogar verdorben sein können, wichtig ist auch genug Erde einzufüllen und den Inhalt des Zuchtkastens immer feucht zu halten. Außerdem sind Regenwürmer sehr frostempfindlich deshalb sollte der Aufstellungsort der Kiste so gewählt werden, dass auch im Winter die Temperatur nicht unter 5°C sinkt. Vor einer Geruchsbelästigung muss man sich übrigens nicht fürchten. Wenn ca. alle 3 Tage der Kasten kontrolliert wird, kann man nicht den Überblick über die Vorgänge in der Zuchteinrichtung verlieren.



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