1. Dezember 2003

BUND kritisiert Thüringer Landesregierung für ihre Befürwortung der tierquälerischen Käfighaltung

Erfurt. Die Zustimmung Thüringens zur Verlängerung der Käfighaltung bei Legehennen am vergangenen Freitag im Bundesrat wird vom BUND Thüringen scharf kritisiert. Der Verband wirft dem Freistaat vor, bei der Abstimmung vor der Eierlobby eingeknickt zu sein.

Ron Hoffmann, Geschäftsführender Landesvorstand des BUND Thüringen: „Die Käfighaltung ist Tierquälerei. Daran ändern auch „ausgestaltete Käfige“ nichts.“ Hoffmann kritisierte, dass die Landesregierung sich vor den Karren der Hühnerbarone haben spannen lassen und deren unwissenschaftlichen Argumente ungeprüft übernommen habe. Thüringen habe mit seinem Abstimungsverhalten das Leid der Legehennen in Käfighaltung auf unbestimmte Zeit verlängert.


Jahrzehntelang haben Umweltschutz-, Verbraucherschutz- und Tierschutzorganisationen für ein Verbot der tierquälerische Käfighaltung von Legehennen gekämpft. Der BUND habe sich mit seinen Agrarwendekampagnen sehr deutlich gegen alle Formen der nicht-artgemäßen Nutztierhaltung gewandt und Alternativen aufgezeigt. Die Grüne Verbraucherschutzministerin Renate Künast habe reagiert und auf der Grundlage der entsprechenden EU-Regelungen eine Legehennenverordnung für Deutschland erlassen, wonach Hennen ab 2007 nicht mehr in Käfigen gehalten werden dürfen.

Die Argumentation der Käfigbefürworter, mit einem Verbot der Käfighaltung seien Arbeitsplätze in Gefahr wies der BUND Thüringen zurück. Die hochindustrialisierte Hühnerhaltung arbeite nur mit geringsten Personaleinsatz. Im Gegensatz dazu werde bei artgerechter Tierhaltung wie zum Beispiel unter den Bedingungen des ökologischen Landbaus ein vielfaches an Arbeitskräften benötigt.
„Wenn es dazu noch eine verlässliche und aussagekräftige Kennzeichnung der Eierpackungen gäbe, würde die Nachfrage nach Eiern aus Boden- und Freilandhaltung stark ansteigen. Das würde zu neuen Beschäftigungseffekten führen, ganz im Gegensatz zur Kaffeesatzleserei der Thüringer Landesregierung.“ zeigte sich Hoffmann überzeugt.

Der BUND Thüringen fordert deshalb die Thüringer Landesregierung und vor allem den Ministerpräsidenten auf, sich im Sinne des Verbraucher- und Tierschutzes sowie der Arbeitsplätze im ländlichen Raum für den baldmöglichsten Ausstieg aus der tierquälerischen Käfighaltung einzusetzen.


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