Suhl.Der BUND Thüringen fordert anlässlich der Demonstration heute in Suhl, das Vorhaben zum Bau einer Müllverbrennungsanlage (MVA) zu stoppen. Die vom Zweckverband Abfallwirtschaft Südthüringen (ZAST) geplante MVA in Zella-Mehlis bedeutet nach Einschätzung des BUND Thüringen ein wirtschaftlich und abfallpolitisch nicht kalkulierbares Risiko für die gesamte Region.
„Der ZAST muss aufpassen, dass er sich beim sturen Festhalten an der MVA nicht die Finger verbrennt“, warnte Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen.
Nach Einschätzung des BUND Thüringen ist die Anlage mit einem Investitionsvolumen von mehr als 100 Millionen Euro hoffnungslos überdimensioniert. Wirtschaftlich lasse sich die Anlage nur betreiben, wenn auch die vorhergesagten, hohen Abfallmengen in der Anlage behandelt würden. Schon jetzt sei aber absehbar, dass etwa ein Drittel des kalkulierten Abfallaufkommens nicht in der Anlage verbrannt würde. Wegen der hohen Entsorgungskosten würden sich Unternehmen für ihren Gewerbeabfall günstigere Entsorgungsmöglichkeiten suchen.
Bei dem in der Anlage zwangsweise zu verbrennenden Hausmüll sei in den kommenden Jahren ein weiterer Rückgang zu erwarten. Der drastische Bevölkerungsschwund in Thüringen lasse auch das Abfallaufkommen rasch sinken.
Der BUND Thüringen verwies auch auf die Entsorgungsmöglichkeiten in den angrenzenden Regionen. Vor allem in Bayern und Hessen bestünden bereits Überkapazitäten, die ohne hin zur Entsorgung der Abfälle während der Bauphase der geplanten Anlage in den nächsten zwei Jahren genutzt würden.
„Wir fordern die Mitglieder im ZAST zu abfallpolitischer Vernunft und Weitsicht auf und erwarten, dass die Anlage nicht gebaut wird“, erklärte Vogel.
Im Genehmigungsverfahren für die Anlage haben 13.600 Bürgerinnen und Bürger Einwendungen gegen die geplante Anlage vorgebracht. Die Demonstration zielt nach Angaben der Veranstalter, zu denen unter anderen die Zella-Mehlisser Parteien SPD, PDS, CDU und die Freien Wähler, sowie der Verein für ein besseres Müllkonzept und der BUND gehören, darauf, den Zweckverband Abfallwirtschaft Südwestthüringen (ZASt) von dem Bauvorhaben abzubringen. Das Landesverwaltungsamt hatte nach Ostern die Genehmigung für die Anlage erteilt.
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