Erfurt. Der BUND Thüringen sieht die Chance, in der „Hohen Schrecke“ ein bundesweites Leuchtturmprojekt zu verwirklichen. Ein Naturwaldzentrum mit „gläsernem Forstbetrieb“ soll als einzigartige Projektidee die Region bundesweit bekannt machen. Voraussetzung dafür ist nach Angaben des Verbandes, dass eine kommerzielle Vermarktung der Waldflächen unterbleibt. Der BUND Thüringen appelliert daher an die Landesregierung, die alten Buchenwälder in der Hohen Schrecke nicht, wie bereits angekündigt, an einen Privatinvestor zu verkaufen.
„Die alten Buchenwälder der Hohen Schrecke sind das Zukunftskapital für die gesamte Region“ erklärte Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen. „Deshalb stehen sie im Zentrum unserer Projekte, die wir gemeinsam mit den Anrainerkommunen und mit finanzieller Unterstützung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) entwickelt haben.“
Die Idee eines Naturwaldzentrums mit gläsernem Forstbetrieb entstand im Rahmen einer Machbarkeitsstudie, welche die Anrainerkommunen mit finanzieller Unterstützung des BUND und der DBU in Auftrag gegeben hatten. Dabei sollen Naturschutz, naturnahe Forstbewirtschaftung und Umweltbildung miteinander verknüpft werden.
Nach Angaben des BUND Thüringen hat die DBU bereits ihr besonderes Interesse an der Verwirklichung dieser Idee signalisiert und finanzielle Unterstützung in Aussicht gestellt.
„Wir gehen davon aus, dass bei Verwirklichung des Leuchtturmprojektes Fördermittel in sechstelliger Höhe in die Region fließen“, erklärte der Landesvorsitzende des BUND Thüringen. Nach Angaben des Verbandes ist die Voraussetzung dafür aber, dass in dem Buchenwaldgebiet keine kommerzielle Forstbewirtschaftung stattfindet und die urwaldähnlichen Bestände erhalten bleiben.
Deshalb habe sich der BUND gemeinsam mit den Anrainerkommunen, der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt, der Gregor-Louisoder-Stiftung in München und der Naturstiftung David zum Bündnis „Hohe Schrecke“ zusammengeschlossen, um die zum Verkauf ausgeschriebenen Buchenwälder der Hohen Schrecke zu erwerben. Ziel des Bündnis sei es die Hohe Schrecke zu einer Modellregion zu machen, in der Naturschutz und Regionalentwicklung Hand in Hand gehen.
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