Rhöntrasse B87 neu: Widerstand wird jetzt koordiniert
Trassen-Info-Fest am 26.6. in Tann
Die nach außen gern dargestellt „Einheitsfront“ von Befürwortern der neuen Bundesstrasse von Meiningen nach Fulda mitten durch die Rhön beginnt zu bröckeln. Der BUND Hessen und der BUND Thüringen haben sich jetzt zu einem gemeinsamen Aktionsbündnis „Kein Transit durch die Rhön“ zusammen geschlossen.
„Es gibt eine ganze Reihe von stichhaltigen naturschutzfachlichen Argumenten, die gegen das Projekt sprechen“, so betonte bei dieser Gelegenheit der thüringer Landesgeschäftsführer des BUND, Dr. Burkhard Vogel. „Aber auch aus wirtschaftlichen Gründen halten wir die geplante Transittrasse für eine Katastrophe. Der Tourismus in der Rhön würde mit Sicherheit geschädigt und das Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung im Biosphärenreservat ad absurdum geführt.“
Inzwischen haben weitere Naturschutzverbände ihr Interesse an einer fachlichen und organisatorischen Verknüpfung der Aktivitäten bekundet.
Die in der hessischen Arbeitsgruppe Naturschutz (AGN) zusammengeschlossenen Verbände, u.a. des NABU, Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Angler und Wandervereine, haben bereits eine umfangreiche Stellungnahme verfasst.
„Auch in einigen Thüringer Gemeinden haben sich schon Leute zusammengefunden, die mit den Planungen in dieser Form nicht einverstanden sind.“ so berichtet Koordinator Thomas Wey vom BUND. Seine Aufgabe sieht er darin , diese Kräfte zu bündeln, einen Informationsaustausch sicherzustellen und neue Mitstreiter zu gewinnen.
„Bei der Umfrage einer großen Lokalzeitung im Dezember letzten Jahres stimmten schließlich 59% der Teilnehmer gegen die neue Bundesstrasse, nur 40% waren dafür. Daran wollen wir anknüpfen und weitere Aufklärungsarbeit leisten.“
Angesiedelt ist die länderübergreifende Koordinationsstelle beim Kreisverband des BUND in Meiningen.
Was nach Meinung von Thomas Wey auf die Dorfbewohner tatsächlich zukommt, würden nur die Wenigsten ahnen: durch die ökonomisch begründete, aber auch ökologisch wünschenswerte Straßenführung jeweils unmittelbar am Ortsrand werden die Orte durch die Ortsumgehungen eine wesentlich höhere Lärmbelastung aushalten müssen. Nicht nur die unmittelbaren Anwohner der neuen Trasse seien davon betroffen. Schließlich werden dann nicht 50 km/h sondern 100 gefahren und der Anteil an Schwerlast-LKW wird wesentlich zunehmen.
Trassen-Info-Fest
Die Naturschutzverbände und Bürgerinitiativen auf der hessischen Seite planen für Sonntag, den 26.6., ein Trassen-Info-Fest in der Nähe von Tann-Wendershausen. Nicht bierernst soll es zugehen, sondern die Aktiven aus der Umgebung werden mit phantasievollen Beiträgen für ein unterhaltsames und kinderfreundliches Fest sorgen. Haupt“redner“ ist z.B. ein Moritatensänger. Vor allem geht es den Veranstaltern darum, über den Verlauf und die Auswirkungen der Rhöntrasse zu informieren. Und natürlich wird auch für das leibliche Wohl gesorgt.
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