Erfurt. Die Poels Mastschweine GmbH will die ehemalige 2000er Milchviehanlage in Alkersleben bei Arnstadt übernehmen und dort 4.000 Zuchtsauen mit ihren über 80.000 Ferkeln im Jahr aufstallen.
Das ist nach 2003 der zweite Versuch, in der Anlage eine industriemäßige Tierhaltung zu betreiben.
Der BUND Thüringen verurteilt das Vorhaben aufs Schärfste, denn die Auswirkungen auf Tier, Mensch und die Umwelt sind nicht abzusehen.
Erfurt, 20.01.06: Anlässlich der für den 21.01.06 im „Angereck“ in Alkersleben (10.00 Uhr) geplanten Vorstellung des Projektes durch den holländischen Investor ruft der BUND Thüringen die Bewohner der umliegenden Gemeinden zu Widerstand gegen die geplante Anlage auf.
„Es gibt eine Vielzahl von Gründen, warum eine derartige Intensivtierhaltung abzulehnen ist.“ so Dr. Frank Augsten, agrarpolitischer Sprecher des BUND Thüringen.
„Neben den Problemen des Tierschutzes sind es vor allem die Auswirkungen auf die natürlichen Lebensgrundlagen in der unmittel-baren Umgebung einer solchen Anlage, besonders die zu erwartenden Belastungen von Boden und Grundwasser sowie Geruchs- und Lärmbelästigungen.“
Aus der Sicht des BUND Thüringen sind derartige industriemäßige Sauenhaltungen nicht mehr zeitgemäß, denn in Zeiten von „Gammelfleisch“ und Lebensmittelskandalen interessieren sich immer mehr Verbraucher für die Herkunft ih-rer Nahrungsmittel.
Statt auf tierquälerische Intensivtierhaltung setzt der BUND Thüringen auf artgemäße Tierhaltung zum Beispiel nach den NEULAND-Richtlinien bzw. nach der EU-Bio-Verordnung. Neben der Tiergerechtigkeit bedeuten diese Haltungssysteme boden-, wasser- und luftschonende landwirtschaftli-che Produktion und beste Produktqualitäten.
Die hohen Erlöse für Bio-Schweine sind ein deutliches Indiz für die steigende Nachfrage – derartige Chancen sollten die Landwirte in der Region nutzen.
„In den Niederlanden ist der Schweinebestand seit 1996 um mehr als 20 Prozent zurückgegangen, weil die Regierung wirksame Umweltgesetze vor allem gegen die Überdüngung mit Schweinegülle erlassen hat.“ so Augsten weiter. „Es ist nicht akzeptabel, dass die holländischen Kollegen nun in Deutschland das versuchen, was in ihrem Land verboten ist.“
Der BUND Thüringen wird die kritischen Bewohner aus der Umgebung fachlich unterstützen.
Ein BUND-Vertreter wird am 21.01.06 in Alkersleben Rede und Antwort stehen. Der BUND hofft, dass der Widerstand wie schon 2003 erfolgreich sein wird und dass sich endlich ein Investor findet, der die Alkerslebener Anlage mit einer tier- und umweltgerechten Produktion in Betrieb nimmt.
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