Erfurt. Der BUND bedauert den Verkauf des Waldgebietes Hohe Schrecke durch die LEG. Damit werde eines der wertvollsten Buchenwaldgebiete in ganz Europa privaten Wirtschaftsinteressen preisgegeben.
„Das Land ist in einen billigen Deal eingestiegen, der unsere Kinder und Enkel noch teuer zu stehen kommen wird“, kommentierte Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen den Verkauf des Waldgebietes. „Eines der wertvollsten Gebiete des Nationalen Naturerbes wurde weit unter Wert abgestoßen, nur um mit dem Erlös kurzfristig Haushaltslöcher zu stopfen.“
Hoffmann bedauerte, dass Ministerpräsident Althaus auf Gesprächsangebote des BUND zur Zukunft des Waldgebietes nicht eingegangen ist. Auch Kaufangebote des Bündnis „Hohe Schrecke“, dem neben dem BUND auch die Anrainerkommunen, die Zoologische Gesellschaft Frankfurt, die Gregor-Louisodor-Stiftung in München und die Naturstiftung David angehören, habe der Ministerpräsident ignoriert.
Nach Angaben von Hoffmann sollten Fördermittel in siebenstelliger Größenordnung in das Waldgebiet und die naturnahe Entwicklung der gesamten Region fließen.
„Offensichtlich sind dem Ministerpräsidenten kurzfristig erzielbare Einnahmen wichtiger als die langfristige Sicherung der Biologischen Vielfalt in Verbindung mit nachhaltigen Zukunftsperspektiven für eine ganze Region“, erklärte Hoffmann.
Scharf kritisierte Hoffmann auch die LEG. Diese habe sich offensichtlich von reinem Profitinteresse leiten lassen. Den möglichen Kauferlös vor Augen, sei man wohl blind gewesen für die Chancen, welche eine naturschutzgerechte Entwicklung für die Region und ganz Thüringen gebracht hätte.
Hoffmann kündigte seine Bereitschaft an, mit dem neuen Eigentümer des Waldgebietes über die Zukunft der Hohen Schrecke zu reden: „Natürlich sind wir im Gegensatz zu Anderen gesprächsbereit. Leider hat sich bisher aber immer wieder gezeigt, dass privatwirtschaftliche Holznutzung mit naturschutzgerechten Entwicklungszielen schwer vereinbar ist.“
zurück zu: Pressemitteilungen 2006 29. Juni 06>>