Erfurt: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat heute vor der Filiale des Saturn-Elektromarkts in Erfurt gegen die zahlreichen Strom verschwendenden Geräte im Sortiment der Elektrohandelskette protestiert. Mit großen Schildern „Stop Stromfresser!“ und Bannern „Klima schützen, ich bin dabei!“ warben die Umweltschützer für die Umstellung des Angebots auf Energie sparende Geräte.
Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen: „Stromfresser treiben die Stromrechnung der Verbraucher in die Höhe und bringen das Klima aus dem Gleichgewicht. Saturn/Media Markt muss endlich sparsamere Geräte anbieten, damit wir nicht auf den Klimakollaps zusteuern.“
Die Stromerzeugung in den Kraftwerken verursache 43 Prozent des Kohlendioxids in Deutschland und sei damit klimaschädlicher als der gesamte PKW- und LKW-Verkehr, so der BUND. Wenn die Elektrohandels¬ketten nur noch effiziente Elektrogeräte verkaufen würden, könnten mindestens drei alte Kohlekraftwerke ersatzlos abgeschaltet werden. Die zum Metro-Konzern gehörenden mehr als 550 Filialen von Media Markt und Saturn sollten anstatt Geiz ist geil-Parolen ihr Sortiment und ihre Werbung am Klimaschutz ausrichten. Davon würden auch die Kunden profitieren: Rund 300 Euro könne ein Haushalt im Jahr sparen, wenn nur noch effiziente Geräte gekauft würden.
Der BUND hatte bei Stichproben in Filialen von Media Markt und Saturn jedoch überwiegend Stromfresser gefunden. Die bei Saturn verkauften Kühl- und Gefriergeräte verbrauchten im Durchschnitt rund 300 Kilowattstunden pro Jahr. Ein sparsames Gerät benötigt nur die Hälfte. Der BUND rät den Verbrauchern, nur Kühlgeräte der Effizienzklassen „A plus plus“ oder „A plus“ zu kaufen. Ein Gerät der Klasse „A“ verbrauche bis zu doppelt so viel Strom.
Bessere Kundeninformationen fordert der Umweltverband vor allem bei den Fernsehgeräten. Viele der neuen Fernseher mit großen Flachbildschirmen verbrauchen wesentlich mehr Strom als die herkömmlichen Röhren-Fernseher. Plasma-Fernseher verbrauchen sogar fünf bis achtmal soviel Strom. Dennoch stünden auf den meisten Geräten keine Angaben zum Stromverbrauch. Nur in jedem dritten der von BUND-Testern durchgeführten Kundengespräche informierten die Saturn-Verkäufer korrekt über den Verbrauch der Geräte.
Der BUND berät die Verbraucher heute, am 5. Oktober von 11:00 bis 15:00 Uhr, vor dem Saturn Elektromarkt in Erfurt, Anger 1 über Energie sparende Haushaltsgeräte und gibt Tipps, wie unnötiger Stand-by-Betrieb vermieden werden kann.
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