Erfurt. Am 12. September beginnt im hessischen Heringen um 9.30 Uhr das dreitägige Erörterungsverfahren zum Bauantrag einer Müllverbrennungsanlage auf dem Werksgelände der Firma Kali+Salz. Der BUND Thüringen befürchtet einen erheblichen Anstieg der Schadstoffbelastungen bei den angrenzenden Thüringer Gemeinden durch die künftige Anlage.
„Durch den häufigen Südwestwind würde der Großteil der Luftschadstoffe die angrenzenden Thüringer Gemeinden erreichen.“ befürchtet Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen.
„Der Untersuchungsrahmen der bisherigen Abwägungen deckt mit seinem Radius von 3,5 km um die potentielle Müllverbrennungsanlage das durch sie geschädigte Gelände nur unzureichend ab, weil die Verteilung durch den Wind vernachlässigt wird.“ erklärt Vogel weiter.
Veraltete Verordnungen verhindern hier eine sachgerechte Einschätzung der Folgewirkungen. Hinzu kommen noch die indirekten Belastungen wie durch die Zulieferungen von zusätzlichem Gewerbemüll oder die Wechselwirkungen mit den durch den Bergbau schon bestehenden Altlasten in der Region.
Die zusätzlichen Schadstoffbelastungen würden negative Auswirkungen auf die nahe im Nordwesten gelegenen, europaweit geschützten Flora und Fauna Habitate und auf die dortigen Vogelschutzgebiete haben, welche nahe der thüringischen Orte Dankmarshausen, Dippach und Berka liegen.
Die bisherige Firmenpolitik, die eigenen Anlagen nicht nach dem neuestem Stand der Technik zu errichten, sondern als "Billigmodelle", welche die Grenzwerte von Schadstoffen zwar nicht überschreiten, aber weitgehend ausschöpfen sollen, sind eine weiterer Grund zur Sorge.
„Zumal die Auswirkungen einer solchen Firmenpolitik ja schon an der Werra sichtbar geworden sind, wo durch die Salzlaugeneinspeisung des selben Unternehmens seit Jahren die Entwicklung einer naturnahen Süßwasserflora und –fauna verhindert wird.“ wie Stephan Gunkel, Projektkoordinator „Lebendige Werra“ zu berichten weiss.
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