Erfurt. Die Eröffnung von zwei Raumordnungsverfahren für die sogenannte Hochrhönquerung der geplanten Bundesstrasse B 87n („Rhöntrasse“) gefährdet laut BUND den UNESCO-Status des Biosphärenreservates. Das gigantische Straßenbauvorhaben ist nach Einschätzung des Verbandes nicht mit den Kriterien für die Anerkennung als UNESCO-Schutzgebiet vereinbar.
„Für die dreispurige Trasse soll eine breite Schneise durch die sensibelsten Naturräume der Hochrhön geschlagen werden“, erklärte Tom Wey, Rhön-Beauftragter des BUND und Sprecher des Aktionsbündnis „Rettet die Rhön“. In 32 Ordnern für den Planungsabschnitt in Hessen und nochmals 30 Ordnern in Thüringen werde das Vorhaben begründet.
„Offenbar ist das der Versuch, fehlende Argumente durch Masse zu ersetzen“, kommentierte Wey die Ordnerflut.
Federführend für den hessischen Teilabschnitt vom Ulstertal bis zur Landesgrenze ist nach Angaben des BUND das Amt für Straßen- und Verkehrswesen Fulda. Von der Landesgrenze bis Kaltensundheim in Thüringen plant die DEGES (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und –bau GmbH). Diese habe bisher in Deutschland überwiegend Autobahnprojekte betreut.
„Vor uns liegt ein riesiger Berg an Arbeit“ meint Joachim Schleicher, Kreisvorsitzender des BUND in Fulda, „aber wir werden natürlich eine fundierte Stellungnahme abgeben und unsere guten Argumente vortragen.“
Fragwürdig ist für Wey das Zerstückeln der Gesamttrasse in mehrere Planungsabschnitte, die unabhängig voneinander geplant und gebaut werden sollen. Allein in Thüringen solle es sechs Raumordungsverfahren geben, in Hessen zwei. Dazu kämen noch die Autobahn-Anschlußstellen Fulda-Mitte (A7) und Meiningen-Nord (A71), die faktisch ebenfalls zur Trasse gehörten. Eine Gesamtbetrachtung der Auswirkungen des Straßenbauprojektes auf die Rhön sei offenbar nicht gewollt.
Das inzwischen als weitgehender Neubau einer dreispurigen Trasse geplante Verkehrsvorhaben wird von den im Aktionsbündnis „Rettet die Rhön!“ zusammengeschlossenen Naturschutzverbänden aus Hessen und Thüringen abgelehnt. Die geplante Schnellstraße von Meiningen nach Fulda zerschneide in dem UNESCO-Biosphärenreservat Rhön einen einmalige Landschafts- und Naturraum und ziehe in Größenordnungen Transitverkehr in den sensiblen Raum.
„Wir fordern von den Landesregierungen Hessens und Thüringens und der Bundesregierung, auf das gigantische und unsinnige Vorhaben zu verzichten. Die Gelder sollten statt dessen für eine nachhaltige Regionalentwicklung in der Rhön eingesetzt werden.“, erklärte Wey.
<<14. Juni 07 11. Juni 07>>