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19. März 2008

BUND begrüßt Stopp des Genmais-Anbau in Großfahner

Verbot von Genmais MON 810 gefordert

Erfurt. Der BUND Thüringen begrüßt die Entscheidung der Agrargenossenschaft Großfahner, ihre Anbaupläne für Genmais zurück zu ziehen. Gleichzeitig fordert er Bundeslandwirtschaftsminister Seehofer auf, den Anbau der gentechnisch veränderten Maissorte MON 810 des Unternehmens Monsanto zu verbieten.

„Der Stopp des Genmais-Anbaus in Großfahner ist ein großer Erfolg für das Bündnis für eine gentechnikfreie Landwirtschaft in Thüringen“, erklärte Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. „Dem Agrarkonzern Monsanto werden damit die Grenzen seiner Expansionspolitik in Thüringen aufgezeigt.“

Nach Angaben des BUND Thüringen plante die Agrargenossenschaft Großfahner mit gut 18 ha die größte landwirtschaftliche Fläche in Thüringen mit gentechnisch verändertem Saatgut zu bewirtschaften. Für die zweitgrößte, kommerzielle Anbaufläche mit ca. 3,7 ha sei die Agrar GmbH Schmölln verantwortlich. Der BUND Thüringen forderte die Agrar GmbH auf, ihre Pläne zum Anbau von Genmais MON 810 ebenfalls fallen zu lassen.

Nach einer Rechtsexpertise des BUND sei die Aussaat von MON 810 ohnehin rechtswidrig. Monsanto habe die Genehmigung zum Verkauf von MON 810-Saatgut nur unter der Bedingung erhalten, dass es einen geeigneten Monitoringplan vorlege, der die Umweltauswirkungen des Gentech-Maises erfasse. Die für das Monitoring benannten Einrichtungen seien zur Lieferung der erforderlichen Daten überhaupt nicht in der Lage.

„Gentechnik darf in der Thüringer Landwirtschaft keine Zukunft haben“, forderte Vogel. „Es ist ein entlarvender Zynismus, wenn der Geschäftsführer des Herkunftsverbandes Thüringer Wurst die Verbraucher auffordert, sich an gentechnisch verseuchtes Fleisch in der Thüringer Bratwurst zu gewöhnen. Der mündige Bürger muss auch in Zukunft die Entscheidungsmöglichkeit haben, ob er gentechnisch veränderte Lebensmittel konsumieren will oder nicht. Diese Entscheidungsfreiheit darf nicht den Gewinninteressen großer Agrarkonzerne geopfert werden.“

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