Es ist eigentlich paradox: Auf europäischer Ebene ist die Erkenntnis angekommen, dass lebendige Flüsse eine Vielzahl von Funktionen wahrnehmen: sie sind Lebensraum und ökologischer Korridor, ausgedehnte Auen schützen vor Hochwasser, sie dienen dem Menschen als Erholungsraum und Nahrungsgrundlage.
Die europäische Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) fordert eine Verbesserung des Gewässerzustands bis 2015 auf einen guten Zustand, durch Maßnahmen in den Einzugsgebieten.
Gleichzeitig tritt der Freistaat Thüringen Bestrebungen der Industrie, Gewinne durch Einleitung von Abwässern aus der Kali-Industrie in die Flüsse bzw. Versenkung in der Aue zu maximieren, nicht energisch entgegen. Dabei sind sämtliche Versuche, ein Fließgewässersystem zu renaturieren, zum Scheitern verurteilt, wenn der Salzgehalt des Gewässers das Überleben der meisten Arten unmöglich macht. Nicht nur Werra, sondern auch Unstrut sind von Versalzung bedroht.