Die Vision: Ein Rettungsnetz für die Wildkatze

Um das Überleben der Wildkatze in unserer Landschaft zu sichern, bedarf es eines Rettungsnetzes. Der BUND Thüringen will dieses Netz gemeinsam mit seinen Nachbarlandesverbänden, dem Bund Naturschutz in Bayern e.V. (BN) und dem BUND Hessen aufspannen.

Mit dem Projekt „Rückkehr auf leisen Sohlen – Ein Rettungsnetz für die Wildkatze“ wird erstmalig in Deutschland ein Verbund von Waldlebensräumen in dieser Größenordnung umgesetzt. Die Wildkatze steht in diesem Projekt stellvertretend für andere Waldarten. Anhand der Entwicklung der Wildkatzenbestände soll das Gelingen der Wiedervernetzung gemessen werden.

Weitere Informationen über das Projekt "Ein Rettungsnetz für die Wildkatze" finden Sie auch auf unserer Internetseite www.wildkatze.info.

Drei Säulen tragen das Rettungsnetz:

Kontrolle: Erfolgskontrolle des Artenhilfsprogramms zur Wiederansiedlung der Wildkatze in Bayern und weiterführend der Aufbau einer Gen-Datenbank. Hierbei soll überprüft werden, in wieweit die Wildkatzen im Projektgebiet genetisch gemischt und wie hoch die Überlebensraten der ausgesetzten Individuen sind. Hiervon können Kriterien zur Effizienz der Vernetzung abgeleitet und der Erfolg der Vernetzung überprüft werden.

Kartierung: Ziel der Kartierungen ist es, räumlich zu konkretisieren, wo und wie die geplante Waldvernetzung erfolgen kann. Grundlage dafür ist die Erfassung und die Darstellung von schon bestehenden Wanderstrukturen. Vorhandene Vernetzungslücken sollen durch geeignete Maßnahmen geschlossen werden.

Korridor: Zwischen dem Nationalpark Hainich und dem Naturpark Thüringer Wald soll, basierend auf den Vorschlägen der Kartierung, ein Wanderkorridor entstehen. Ziel ist es, eine zentrale Verbundachse zum ungehinderten Populationsaustausch der Wildkatze zwischen den Waldgebieten von Harz, Hainich und Thüringer Wald bis zum Spessart zu schaffen.

Gelingen kann ein solches Vorhaben nur, wenn auch ein Netz gespannt wird zwischen Mensch und Natur. Wir wollen neue Allianzen schmieden zwischen Naturschutz und Landnutzung, zwischen Behörden und Bevölkerung und zwischen allen, die das Schicksal einer der letzten Raubkatzen in Europa nicht unberührt lässt.

Der neue Wanderkorridor



Der geplante Wanderkorridor im Projekt "Rettungsnetz für die Wildkatze" soll eine Brücke zwischen Hainich und Thüringer Wald spannen. Nach Süden schließen sich dann im großräumigen Verbund die Laubwaldgebiete der Haßberge, von Steigerwald, Rhön und Spessart an. Darüber hinaus sollen Quervernetzungen vom "Grünen Band" zum Kaufunger Wald und zum Meißner gesichert und verbessert werden.

Geplanter Verlauf des Wanderkorridors. Zur Vergrößerung auf das Bild klicken.



Sicherung und Verbesserung vorhandener Lebensräume

Für die Wildkatze und andere Waldarten haben vor allem die Forstwirtschaft, die Jagd und die Nutzung durch Erholungssuchende einen wichtigen Einfluss auf die Qualität ihrer Lebensräume. Eine Verbesserung der Lebensraumqualität muss daher in diesen Bereichen ansetzen.

Die folgenden Bereiche stellen Schwerpunkte unserer Arbeit für die Wildkatze dar:

  • Nutzung und Einrichtung von Ausgleichs- und Ersatzflächen im Rahmen des Autobahnneubaus
  • Flurneuordnung im Bereich des Wanderkorridors
  • Regionale Bündelung von Naturschutzmaßnahmen durch Ökokonten
  • Extensivierung der Land- und Forstwirtschaft
  • Sicherung und Verbesserung vorhandener Lebensräume

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Projektförderer



Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)
Zoologische Gesellschaft Frankfurt (ZGF)
Europ. Landschaftsfonds zur Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) (Die Umsetzung des ELER erfolgt in TH durch das Regionalprogramm FILET)

Seit 2011 arbeitet der BUND im "Rettungsnetz Wildkatze" auch am "Wildkatzensprung".



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Wildkatzen - Jäger auf leisen Sohlen

Die neue Wildkatzenbroschüre des Nationalparks Hainich ist verfügbar
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