Energiewende – grenzübergreifend

Foto: Naturstiftung DAVID

Erfurt und das tschechische Brno verbindet seit März 2013 eine besondere Partnerschaft. Zusammen arbeiten der BUND Thüringen und die tschechische Sektion von Friends of the Earth (Hnutí DUHA) an einem Projekt zur Stärkung der Energiewende. Der Fokus liegt dabei auf der tschechischen Republik, in der Kohle- und Atomkraftwerke noch den Löwenanteil der Energie liefern. Die Risiken für Klima, Gesundheit und Leben werden auch in den Medien noch immer heruntergespielt.
Mit vielen Studien, Verbraucherratgebern und Kampagnen will Hnutí DUHA nun die tschechischen Energieverbraucher für ihre private Energiewende gewinnen. Hintergrund-Materialen für Pressevertreter ist dabei genauso nötig, wie eine breit angelegte Öffentlichkeitsarbeit mit Plakaten und Onlinewerbung.
In Thüringen entstand zum Jahresende ein zweisprachiges Best-Practice-Handbuch mit Beispielen der Region für eine erfolgreiche Energiewende durch Bürgergenossenschaften, Vereine, Städte und Verwaltung. Ebenfalls auf Deutsch und Tschechisch folgt dann 2014 eine Konferenz zum gegenseitigen fachlichen Austausch in Erfurt.

 

Gefördert von:

Ausgangslage

Energieerzeugung und –verbrauch in der Tschechischen Republik sind hinter dem technischen und ökologischen Stand von Deutschland weit zurück. Die nicht ausreichende Aufgeschlossenheit der Verbraucher gegenüber einer effizienten und ökologisch ausgerichteten Energieversorgung spiegelt sich in geringer Nutzung von Effizienztechnologien, Festhalten an umweltschädlichen und überdimensionierten Energieversorgungsprojekten sowie einer ebenfalls geringen Priorität des Themas auf politischer Ebene wider. Dies führt zu Umwelt- und Gesundheitsproblemen sowie mangelndem Interesse und gesellschaftlichem Druck für eine politische Lösung dieses international bedeutsamen Themenfelds.
Ziel ist, durch gemeinsame Aktivitäten der Verbände ein nachhaltigeres Verbraucherverhalten sowie eine veränderte öffentliche und mediale Debatte bezüglich der Energieversorgung in Tschechien herbeizuführen.
Grundlage des Projekts ist der Austausch zwischen den beteiligten Projektpartnern, aus welchem sich die späteren Maßnahmen ableiten.

Foto: Hnutí DUHA
Foto: Hnutí DUHA
Foto: Hnutí DUHA
Foto: Hnutí DUHA
Foto: Hnutí DUHA

Projektarbeit von Hnutí DUHA

  • Es wurde eine tschechische Ankerwebsite für das Projekt aufgestellt. Parallel zur Website werden bereits web2.0-Auftritte aufgebaut und zum Kampagnenstart genutzt. Seit Projektbeginn wurden auf den Internetseiten und web2.0-Kanälen von Hnutí DUHA und BUND Thüringen Energiethemen intensiver begleitet und kommentiert.
  • Journalisten erhielten Infopakete, welche landesweit Beispiele von energieeffizienten bzw. energiesparend ausgestatteten Gebäuden zusammenstellten. 35 verschiedene Objekte, vom ersten energieoptimiert renovierten öffentlich Kindergarten bis zum Passivhaus-Komplex wurden katalogisiert. Vier herausragende, möglichst heterogene Objekte in verschiedenen Landesteilen wurden portraitiert. Hinzukommen Informationen zum Energielabel und zur Förderung von Hausdämmungsmaßnahmen.
  • Zwei Verbraucherratgeber zu den Themen Energiedienstleistungen und Gebäudeklassifizierung wurden produziert und als Beileger in tschechischen Wochenenmagazinen platziert.
  • Es wurden Studien zu Energiepreisen, sowie Energiespar- Effizienz- und Erneuerbare-Potentiale in privaten Haushalten erstellt und kommuniziert.
  • Zusätzlich wurde ein Werbespot für das Projekt gedreht, welcher auf Youtube gestellt wurde.
  • Über die gesamte Projektlaufzeit verteilt wurden zahlreiche Pressemitteilungen zum Thema Erneuerbare und Energieeffizienz veröffentlicht.
Foto: MDR
Foto: BUND Thüringen
Foto: Erfurter Zukunftsspaziergänge
Foto: Foto: Martin Schemm / pixelio.de - Grafik: Stephan Arnold

Projektarbeit der BUND Thüringen

  • Es wurden mehrere Pressemitteilungen zum Thema Energie in Thüringen veröffentlicht. Diese erreichten oft das Öffentlich-Rechtliche Fernsehen oder Radio (MDR) oder die Landeszeitungen.
  • Das Thema Energiewende wurde mit TV-Aktionen, sowie zu den Zukunftsspaziergängen und weiteren Anlässen (Fukushima, Tschernobyl, Braunkohle) in die Medien gebracht.
  • Ein "Best Practice Handbuch" mit Beispielen einer gelungenen Energiewende wurde erarbeitet und erschien in einer zweisprachigen Ausgabe, welche an Bildungsträger und Multiplikatoren verteilt wurde.
  • Vom 24.-26.11.2014 findet in Erfurt die Fachkonferenz "Die Energiewende kommunizieren" mit tschechischen und deutschen Experten statt.

Best Practice Handbuch - Beispiele für eine gelungene Energiewende

Foto: Martin Schemm / pixelio.de - Grafik: Stephan Arnold

Der Vergleich der Energieerzeugung in Deutschland und in der Tschechischen Republik zeigt deutliche Unterschiede. Unser Nachbarstaat setzt noch stark auf Strom- und Wärmeerzeugung aus Kohle- und Atomkraft. Folge der Energiepolitik und des Energiesystems der Tschechischen Republik sind hohe Umwelt- und Gesundheitsbelastungen durch Smog, Feinstaub, belasteten Böden- und Grundwasservorkommen sowie Flächenvernichtung durch riesige Tagebaugruben. Die Tschechische Republik führt europaweit mit jährlich zwölf Tonnen Kohlendioxid pro Einwohner die Liste der Treibhausgasverursacher an, während der EU-Durchschnitt bei neun Tonnen liegt.

Eine von der Regierung eingerichtete Expertenkommission errechnete, dass erneuerbare Energiequellen ca. zwei Drittel des Stromverbrauchs decken könnten. Durch Wärmedämmung und weitere Effizienzmaßnahme könnte der Energieverbrauch tschechischer Haushalte mehr als die Hälfte reduziert werden. Aber trotz dessen setzen sich ökologische Energiequellen und effizienzsteigernde Technologien in der Tschechischen Republik nur langsam durch.

Thüringen hat den Weg der Erneuerung seiner „Energielandschaft“ bereits ein ganzes Stück beschritten. Und diese Broschüre soll Ihnen zeigen, wie man hier mit die Energiewende voranbringt sowie Umwelt, Natur und Gesundheit schützt. Die Betätigungsfelder erstrecken sich vom Engagement einzelner Bürger, über Sportvereine bis zur gesamten Kommune. Aber auch die politisch-administrative Umsetzung des Bürgerwillens zu mehr Klima- und Umweltschutz wollen wir Ihnen nahebringen.

Ob steigende Öl- und Gaspreise, riesige Kohlebergbaulöcher und giftige Kohlestaubhalden oder die für hunderte Jahre unbewohnbaren Regionen rund um Fukushima und Tschernobyl – Gründe für eine rasche Energiewende gibt es genug. Wir zeigen Ihnen hier, dass es auch vielfältige Möglichkeiten gibt, sie umzusetzen. Lassen Sie sich von dieser deutsch-tschechischen Broschüre anregen, privat, gemeinsam mit anderen oder auf gesamtgesellschaftlicher Ebene die Energiewende mitzutragen.

Lesen Sie HIER das gesamte Handbuch als PDF (10 MB).

Konferenz "Die Energiewende kommunizieren" 24.-26.11.2014 Erfurt

Die Umstellung der Energiewirtschaft auf 100% erneuerbare Energien ist eine der größten Herausforderungen dieses Jahrhunderts.
Wir möchten mit Ihnen, mit Fachleuten, Beteiligten und Journalisten darüber ins Gespräch kommen, welche Aspekte der Energiewende im derzeitigen Diskurs zu kurz kommen, falsch dargestellt oder überbewertet werden. Gemeinsam wollen wir herausfinden, wie notwendige Perspektiven in die Debatte einfließen sollten, um die Energiewende zu beschleunigen, statt sie aus zu bremsen.

Die Konferenz findet vom 24.-26.11.2014 in Erfurt im Hotel „Zumnorde“ statt.
Die Teilnahme ist kostenlos.

HIER finden Sie einen kurzen Rückblick auf die Konferenz und einige Vorträge zum Download.

Foto: Martin Schemm / pixelio.de - Grafik: Stephan Arnold
Foto: Martin Schemm / pixelio.de - Grafik: Stephan Arnold


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