7. Mai 2015

Offener Brief an Bodo Ramelow: Votum für ein Fracking-Verbot im Bundesrat

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Ramelow,

das Bundeskabinett hat am 1.4.2015 ein Gesetzespaket zu Fracking auf den Weg gebracht, das die gefährliche Fördertechnologie in Deutschland erlaubt. Das Gesetz soll noch vor der Sommerpause vom Bundestag beschlossen werden und würde Schiefergasfracking in Deutschland möglich machen. Die Förderung von mehr Erdöl und Erdgas mit immer kostspieligeren und risikoreicheren Methoden kann Böden und Trinkwasser irreparabel schädigen. Sie führt zu einem Anstieg an klimaschädlichen Gasen und beschleunigt den Klimawandel.

Während sich mehr als 2.000 Gemeinden, darunter u.a. vier Landkreise in Thüringen, gegen diese Fördermethode stellen, will die Regierung, dass ein Expertengremium ohne Beteiligung der Bevölkerung über Frackingvorhaben entscheidet.

Der BUND plädiert daher für ein gesetzliches Verbot von Fracking durch entsprechende Änderungen des Bundesberggesetzes, wie es die Umweltminister der Bundesländer vorschlagen. Auf der Landesumweltministerkonferenz am 22. April haben diese einen Antrag verabschiedet, der „das Aufbrechen von Gesteinen unter hydraulischem Druck zur Aufsuchung und Gewinnung von Kohlenwasserstoffen“ verbieten würde.

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Ramelow, bereits im Koalitionsvertrag haben sich die Thüringer Regierungsparteien darauf verständigt, Initiativen zur Verankerung eines Fracking Verbots im Bundesberggesetz zu unterstützen. Daher bitten wir Sie, sich auf der Bundesratssitzung am 8. Mai dem entsprechenden Votum zum gesetzlichen Verbot von Fracking an zu schließen.

Mit herzlichem Dank für Ihr Engagement für den Klima-und Naturschutz, verbleibe ich mit freundlichen Grüßen,

Ron Hoffmann
Landesvorsitzender

BUND fordert gesetzliches Verbot von Fracking in Deutschland

Infografik zu Fracking
BUND-Faltblatt zu Fracking

BUND-Informationsblatt: Umweltrisiko Fracking

Fracking war bis Ende 2012 auch in Thüringen geplant! Widerstand von BUND, Bürgerinitiativen und weiteren Vereinen hat dies vorerst verhindert.

Was ist Fracking?
Bei dieser Methode werden "unkonventionelle Gasvorkommen" (z.B. Schiefergas) in über 1.000 Meter Tiefe gefördert. Dabei wird ein Wasser-Chemikalien-Gemisch in das Speichergestein gepresst, das pro Bohrloch bis zu 5.000 m³ betragen kann.

Der BUND gegen Umweltrisiko und für den Schutz von Menschen und Umwelt
Fracking ist nicht ungefährlich. Durch entstehende Risse oder undichte Bohrlöcher können die Chemikalien bis in das Grund- und Trinkwasser gelangen und dieses verseuchen. Es wird aber nicht nur unser Trinkwasser verunreinigt, sondern mit der zurückgepumpten Fracking-Flüssigit gelangt auch so genanntes Lagerstättenwasser aus dem Erdreich, welches radioaktive Stoffe beinhaltet.
Menschen und Umwelt sind somit verschiedenen Risiken ausgesetzt. Der BUND setzt sich deshalb dafür ein, die Auflagen für Umweltverträglichkeitsprüfungen zu verstärken, die Aufsuchungserlaubnisse zu widerrufen und somit, nach dem öffentlichen Interesse, den Schutz der Thüringer Grund- und Trinkwasservorkommen zu gewährleisten.


Einen Überblick zum Thema, den Gefahren und den Plänen für Thüringen bekommen Sie in unserem Faltblatt.

Dieses Faltblatt ist auch in allen Thüringer BUND-Büros erhältlich.


Mehr Infos über die Kampf des BUND gegen Fracking finden Sie auch
- in unseren Pressemitteilungen vom 10.12.12 und 13.12.12,
- auf der Website des BUND Bundesverbands



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