Abbaupläne am Winkelberg

Auch an anderen Stellen im Südharz wachsen wieder die Begehrlichkeiten der Gipsfirmen. In unmittelbarer Nachbarschaft zum Winkelberg laufen die Voruntersuchungen für einen weiteren Antrag auf Gipsabbau im sogenannten Harzfelder Holz. Vor den Toren des Luftkurortes Neustadt plant der Gipskonzern British Plaster Board Formula auf dem Bergwerksfeld Günzdorf einen neuen Abbau zu eröffnen.
Der BUND Thüringen hat als einziger Umweltverband während des Scoping-Termins zum Genehmigungsverfahren „Winkelberg“ die Interessen des Naturschutzes und der Menschen in der Region vertreten und den Raubbau am Winkelberg abgelehnt.

Gleichzeitig engagiert sich der BUND Thüringen auf allen politischen Ebenen gegen eine Ausweitung des Gipsabbaus im Südharz: beim gemeinsamen Pressetermin mit den Fraktionsspitzen von CDU und SPD der Stadt Nordhausen, bei dem sich die Vertreter beider Parteien mit der Position des BUND Thüringen solidarisch erklärten, beim Gespräch mit dem Landrat des Kreises Nordhausen, der die Position des BUND Thüringen ebenfalls unterstützt, bei einer großen Bürgerversammlung mit mehreren hundert Leuten in der Stadt, bei der die Haltung des BUND Thüringen die Zustimmung aller Anwesenden mit Ausnahme der Vertreter der Gipsindustrie fand und auch in den Fachbeiräten und Gremien, in denen der BUND Thüringen für den Schutz des Gipskarst eintritt.

Foto: Stephan Röhl

Ein Höhepunkt des aktiven Widerstandes bildete die Menschenkette mit über 1000 Teilnehmern rund um das geplante Abbaugebiet am Winkelberg. Dort hat der BUND Thüringen gemeinsam mit den Einwohnern in der Region, dem Arbeitskreis Gipskarst, Kommunal- und Kirchenvertretern, anderen Umweltverbänden und vielen Bewohnern Winkelbergs eindrucksvoll seiner Forderung in der Öffentlichkeit Nachdruck verliehen.
Ein weiterer Höhepunkt war der vom BUND Thüringen gemeinsam mit den Thüringer Grünen organisierte Besuch von Staatssekretärin Simone Probst vom Bundesumweltministerium im Gipskarst. Die Staatssekretärin machte nach einer Besichtigungstour durch die Region den Vertretern der Gipsindustrie in einer öffentlichen Diskussionsrunde unmissverständlich deutlich, dass weitere Abbauvorhaben aus Sicht der Bundesregierung nicht mit einer nachhaltigen Entwicklung in der Region vereinbar sind.

Foto: Stephan Röhl

Für den BUND Thüringen steht fest: das geplante Abbauvorhaben am Winkelberg muss gestoppt werden. Der Südharz darf den Baggern nicht zum Opfer fallen. Die Chancen für einen Stopp des Raubbaus stehen nicht schlecht. Die wirtschaftliche Situation für die Gipsindustrie hat sich deutlich verschlechtert. Obwohl die Unternehmen weitere Abbaufelder erschließen, läuft die Produktion in den bestehenden Werken nur gedrosselt. Die Firma Wico, welche den größten Gipssteinbruch in der Region betrieben hatte, musste bereits Konkurs angemelden. Mit wachsenden Halden für REHA-Gips aus den Rauchgasentschwefelungsanlagen sinkt der Bedarf für Naturgips. Gleichzeitig wächst auch der Widerstand in der Bevölkerung und in der Politik quer durch alle Fraktionen.
Der BUND Thüringen wird das Engagement für den Erhalt des Südharzer Gipskarst fortsetzen, bis die Bagger still stehen und der Abbau gestoppt ist.



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