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Rede von Ron Hoffmann zum Spatenstich am Wildkatzenkorridor

Rede zum Spatenstich am 01.11.2007


Begrüßung:

• Minister Dr. Volker Sklenar
• Bundestagsabgeordneter Ernst Kranz (SPD)
• Landtagsabgeordnete Sabine Doht (SPD)
• Vorsitzender des Umweltausschuss des Thüringer Landtags Tilo Kummer (Die Linke)
• Bundesvorsitzende des BUND Frau Dr. Angelika Zahrnt
• Dr. Volker Wachendörfer für die DBU
• Wolfgang Fremuth von der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt
• Bernd Münzberg, stellvertretender Landrat des Unstrut-Hainich-Kreis
• Daniel Steffan, Bürgermeister Gemeinde Hörselberg
• Dr. Karl-Friedrich Thöne, Abteilungsleiter, Forsten; Naturschutz, Ländlicher Raum zusammen mit allen anwesenden Behördenvertretern aus Forsten, Naturschutz und Ländlicher Raum
• Alle anderen Gäste
• Und natürlich liebe Kinder der Grundschule Nessetal
Platon sagte: der Anfang ist der wichtigste Teil der Arbeit.
Ich glaube nicht, dass er damit sagen wollte: Der Anfang ist schon die halbe Miete. Denn es gibt viele Leute, die packen vieles an und bringen nichts zu Ende. Anders in unserem Projekt
Am Anfang stand 1999 eine Idee: Der BUND schlug erstmals den Aufbau eines grünen Korridors vom Südrand des Nationalparks Hainich bis zum Nordrand des Thüringer Waldes vor. Dieser Vorschlag war das Ergebnis des vom Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt und dem BUND Thüringen getragenen „Artenschutzprogramm Wildkatze in Thüringen“, welches mit der Forschung an Hainich–Wildkatzen gezeigt hat, dass der Weg nach Süden bis in den Thüringer Wald für Wildkatzen eine Sackgasse war.
Diese Idee erschien selbst uns als Visionären zunächst zu gewagt. Aber ein Gespräch mit Herrn Minister Dr. Sklenar hat uns motiviert, die Realisierung der Idee anzugehen, obwohl zunächst auch große Skepsis bei Betroffenen und Behörden vorherrschte.
Die Zoologische Gesellschaft Frankfurt sagte uns in dieser kritischen Phase spontan finanzielle Unterstützung zu und ebnete damit den Weg für die Finanzierung eines länderübergreifenden Wildkatzenprojekts – das „Rettungsnetz für die Wildkatze“ konnte starten und wird seither von der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt maßgeblich gefördert.
Heute erreicht das Projekt „Ein Rettungsnetz für die Wildkatze“ mit dem Spatenstich für Deutschlands ersten Wildkatzenkorridor seinen vorläufigen Höhepunkt.
Die Betonung liegt auf vorläufig: Denn der Spatenstich heute ist nur der Auftakt für die Schaffung eines Korridornetzes, welches in ganz Deutschland Waldlebensräume wieder miteinander verbinden soll. Nur wenn es gelingt, Lebensräume wieder so miteinander zu vernetzen, dass bedrohte Arten, wie die Wildkatze, sich wieder ausbreiten können und zueinander finden, können wir den Verlust biologischer Vielfalt in Deutschland stoppen.
Der Spatenstich heute macht nicht nur den Weg frei für die Wanderung von Wildkatzen vom Hainich in den Thüringer Wald, sondern er zeigt auch für den Naturschutz in ganz Deutschland den Weg, wie das Überleben gefährdeter Arten in unserer immer intensiver genutzten Landschaft gesichert werden kann.
Voraussetzung für den Erfolg ist, nicht nur ein Netzwerk in der Natur zu spannen, sondern auch zwischen Mensch und Natur und vor allem zwischen den Menschen.
Von Anfang an hat der BUND beim Korridor Hainich-Thüringer Wald alle, von dem Vorhaben berührten Menschen einbezogen und für die Umsetzung des Projektes geworben. Dadurch wurden Betroffene und Skeptiker zu Unterstützern des Vorhabens.
Victor Moritz Goldschmidt (1888-1947), dt. Mineraloge u. Geochemiker sagte einst: Aller Anfang ist schwer. Höchstens das Aufhören ist manchmal noch schwerer.
Daher möchten wir heute auch die Gelegenheit nutzen, uns bei allen zu bedanken, die zum Erfolg des Vorhabens beigetragen haben:
Unser Dank gilt insbesondere:

• Herrn Minister Dr. Sklenar, für die vorbehaltlose Unterstützung der Idee
• Wolfgang Fremuth und der ZGF und Dr. Volker Wachendörfer für die DBU, für den Mut, das Projekt bereits zu einem Zeitpunkt zu unterstützen, an dem der Erfolg noch völlig ungewiss war
• Unser Dank geht an Hubert Weinzierl, Vorsitzender des Kuratoriums der DBU, Ehrenvorsitzender des BUND und heimlicher Wildkatzenvater
• An Dr. Thöne: ohne Unterstützung der Landentwicklung wäre das Vorhaben nie zu realisieren gewesen
• Die ehemaligen Abteilungsleiter für Naturschutz im TMLNU Dr. Volker Düssel und Wolfgang Werres, die das Projekt bereits in der Entstehungsphase maßgeblich unterstützt und mit vorangetrieben haben.
• An Rainer Franke vom Amt für Landentwicklung in Meiningen: für Wohlwollen und Sympathie, die er dem Projekt entgegengebracht hat und dafür, dass es bei ihm ein „Das geht nicht“ nicht gibt.
• Herr Roland Tombrink von der Thüringer Landgesellschaft, der die Idee vom Wildkatzenkorridor mit viel Energie und Engagement in einen realisierbaren Plan verwandelt hat
• An Manfred Großmann und das Team des Nationalpark Hainich für die gute Zusammenarbeit und intensive Unterstützung auf dem kleinen Dienstweg
• An Diethard Böttcher, der im Nationalpark vielen Kindern und Jugendlichen die Wildkatze nahe bringt.
• Bürgermeister Daniel Steffan, der sich von der Idee des Projektes hat begeistern lassen und diese Begeisterung jetzt weiter trägt
• Alle Behörden, die an dem Projekt beteiligt waren und sind, für die konstruktive Zusammenarbeit
• Herrn Ralf Ulitzsch vom Landessportbund, der die Projektidee mit uns über den Sport in die Gesellschaft getragen hat.
• An die betroffenen Landwirte und Landeigentümer für das Verständnis, das sie dem Projekt entgegengebracht haben, allen voran Frau Gebhardt, auf deren ehemaligen Grundstück heute die Baumpflanzung erfolgt.
• Dank auch an DEGES, die für die Umsetzung des Vorhabens im Rahmen von Kompensationsmaßnahmen gerade steht und der Realisierung dieses Projektes dabei zugestimmt hat.
• Allen die uns bisher unterstützt haben, weil sie das Schicksal der Wildkatze nicht unberührt lässt.
• ein besonderer Dank an die vielen Spender und unsere Wildkatzenpaten, die uns finanziell unterstützen.
• Und zum Abschluss ein besonderer Dank an unseren Bundesverband für die tatkräftige Hilfe und Unterstützung

Es gibt noch viel zu tun – bringen wir es gemeinsam zu einem erfolgreichen Ende




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