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Landesverband Thüringen e.V.

Grenzen trennen, Natur verbindet

Der Eiserne Vorhang trennte von 1945 bis 1989 ganz Europa. In seinem Schatten entwickelte sich ein einzigartiger Rückzugsraum für die Natur, das Grüne Band. Vom 10. - 17. August 2019 wurde Probstzella zum Ausgangspunkt eines Internationalen Jugendcamps.

Das habt ihr verpasst!

Natur und Geschichte erleben, Biotope pflegen und viele junge Leute von der ganzen Welt kennenlernen, das alles haben wir im diesjährigen Jugendcamp „Grünes Band“ erlebt. Mit Teilnehmer*innen aus Indien, Korea, Ungarn, Slowenien und Deutschland haben wir eine Woche am Grünen Band in Probstzella verbracht. Dabei gab es eine Menge zu erleben: Zum einen das Camping selbst, inclusive Kochen über dem offenen Feuer, gemeinsamen Singens am Lagerfeuer, vieler lustiger Kennenlernspiele und sich bei Regen in den warmen Schlafsack kuscheln. Der Gemeinde Probstzella haben wir als Dank für ihre Gastfreundschaft ein kleines Geschenk in Form eines selbstgebauten Unterstandes und einer Komposttoilette gemacht.

Die angebotenen Programmpunkte waren vielseitig und boten uns allen die Möglichkeit, uns untereinander kennen und schätzen zu lernen. Gemeinsam wanderten wir über Stock und Stein zu einem genau an der ehemaligen Grenze gelegenen Café und zum Schwimmbad. Beim Suchen von seltenen Schmetterlingen am Grünen Band und von Fledermäusen im Wald gab es viel Neues zu lernen. Zum Erhalt der Artenvielfalt am Grünen Band haben wir junge Fichten entfernt, die ansonsten die Offenlandbiotope bewachsen und so viele andere Arten verdrängen würden. Auf diese Weise soll z.B. die Heide länger erhalten bleiben.

Wir sammelten Wildkräuter und bereiteten aus ihnen leckere Speisen und Tee. Dabei haben wir auch gelernt, wie man beim Sammeln der Pflanzen vorgeht und woran man als Laie einschätzen kann, ob ein Kraut giftig sein könnte. Auch unsere kreative Ader durften wir ausleben, indem wir gemeinsam Tassen und Teller mit Farbe aus echter Erde bemalten und Besteck aus Holz schnitzten. In zwei Ausstellungen haben wir viel über die Geschichte des Europäischen Grünen Bandes und über die ehemalige innerdeutsche Grenze erfahren. Wir hatten die Gelegenheit, hautnah die Überreste der Grenze zu erfahren und z.B. den ehemaligen Sperrgraben, Zaunreste und einen Wachturm anzusehen. Besonders spannend war der Kontakt mit Zeitzeugen der innerdeutschen Teilung. Im gegenseitigen Austausch am Lagerfeuer erzählten wir einander von unseren Eindrücken von der Teilung Deutschlands. Auch wurden wir von Zeitzeugen direkt zu Orten geführt, die direkt mit der früheren Grenze zwischen DDR und BRD in Zusammenhang stehen und hörten die Geschichten der Betroffenen.

Das Camp hat uns alle eng zusammengeschweißt und uns in unserer Arbeit mit der Natur und unserem Austausch und Diskussionen über Umweltschutz neue Perspektiven eröffnet. Auch haben wir neue Freundschaften knüpfen können. Wir freuen uns auf das nächste Camp, ob es auch in Deutschland, Ungarn, Korea, Slowenien oder Indien stattfinden wird.

Simon Maiworm, Praktikant beim BUND Erfurt

Gefördert mit Mittel der Stiftung Naturschutz Thüringen

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