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Kalksteintagebau Deuna

Bergrechtliches Planfeststellungsverfahren gemäß § 52 Absatz 2a Bundesberggesetz (BBergG) zur Zulassung des Rahmenbetriebsplanes Erweiterung Kalksteintagebau Deuna der Firma Dyckerhoff GmbH

Aus unserem aktuellen Leitantrag:

  • Nachhaltigkeit ist das Zukunftsthema für unser Land. Nachhaltige Entwicklung bedeutet, so zu leben, dass es nicht zu Lasten von Menschen in anderen Regionen der Erde oder zukünftiger Generationen geht.
  • Die Belastbarkeit des Systems Erde sowie die Orientierung an einem Leben in Würde für alle bilden die Grenze menschlichen Handelns.
  • Es muss ein wirksames, bindendes Verfahren zur Nachhaltigkeitsprüfung von Gesetzesvorhaben, Rechtsverordnungen und Verwaltungsvorschriften im Sinne eines Assessments zur Nachhaltigkeitsbewertung etabliert werden.

Allgemeine Vorhabensbeschreibung

Die Firma Dyckerhoff GmbH (vormals Deuna Zement GmbH) beantragte am 30. September 2019 die Zulassung eines obligatorischen Rahmenbetriebsplans für das bergbauliche Vorhaben Erweiterung des Kalksteintagebaus Deuna. Aktuell betreibt die Firma Dyckerhoff GmbH die Gewinnung von Kalkstein innerhalb ihres Bergwerkseigentumes (BWE) mit einer Fläche von 910,80 ha auf Grundlage eines fakultativen Rahmenbetriebsplanes. Dieser Rahmenbetriebsplan umfasst eine Fläche von 144 ha und ist befristet bis 31. Dezember 2025. Um langfristig die Rohstoffversorgung am Standort Deuna zu sichern, ist die flächenhafte Erweiterung des Tagebaus in südliche Richtung um ca. 77,66 ha beantragt. Unter Zugrundelegung einer jährlichen Fördermenge von 2,2 Mio. Tonnen Kalkstein können so Lagerstättenvorräte für eine Vorhabenslaufzeit von ca. 45 Jahren erschlossen werden.
Der Tagebau nebst Erweiterungsfläche erstreckt sich über die drei Landkreise Eichsfeld, Unstrut-Hainich-Kreis und Kyffhäuserkreis mit den Gemarkungen Deuna, Rüdigershagen, Keula, Zaunröden und Kleinkeula. (Quelle: UVP Verbund)

WIR LEHNEN DAS VORHABEN STRIKT AB!
Denn mit der Erweiterung des Abbaus geht der Verlust von ca. 70 Hektar Buchen(misch)wald einher.

Unsere Einwendungen gegen das Vorhaben haben wir fristgerecht im Zuge der Öffentlichen Auslegung eingereicht:
Stellungnahme des BUND Landesverband Thüringen e.V.
Stellungnahme des BUND Mühlhausen
Anlage: Naturschutzfachliche Einschätzung des Biologen Thomas Schikora

Ansprechpartnerin

Anita Giermann

Ehrenamtskoordinatorin
Trommsdorffstraße 5 99084 Erfurt E-Mail schreiben Tel.: 0361 / 5550341

Nächste Schritte

Die für den 07.09.2022 geplante Erörterungskonferenz wurde verschoben. Wie das TLUBN am 04.08. bekannt gegeben hat fehlt die Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung. Die Dyckerhoff GmbH ist nun verpflichtet, die zur Durchführung der FFH-Verträglichkeitsprüfung notwendigen Unterlagen nachzureichen.

Mittlerweile gibt es ein breites Bündnis aus Gegnern des Vorhabens. Zusammen mit der Waldgenossenschaft Keula, dem NABU, den GRÜNEN, Parents for Future, Fridays for Future und Ende Gelände planen wir unser Vorgehen und weitere Aktionen. Wir sammeln unser Wissen auf einem Padlet und suchen weitere Verbündete. Also meldet euch gern!

Wir treffen uns regelmäßig zu Austauschrunden oder nutzen einen E-Mail-Verteiler um in Kontakt zu bleiben. Bei Interesse bitte eine kurze Mail an Anita Giermann.

Zeitstrahl

07.09.2022 - Erörterungskonferenz - VERSCHOBEN!

04.08.2022 - Amtliche Bekanntmachung des TLUBN: Verlegung des Erörterungstermins auf einen späteren Zeitpunkt aufgrund fehlender Umweltverträglichkeitsprüfung

06.04.2022 - 05.05.2022 - Öffentliche Auslegung zum Zulassungsverfahren" Bergrechtliches Planfeststellungsverfahren gemäß § 52 Absatz 2a Bundesberggesetz (BBergG) zur Zulassung des Rahmenbetriebsplanes Erweiterung Kalksteintagebau Deuna der Firma Dyckerhoff GmbH"

20.09.2019 Beantragung eines obligatorischen Rahmenbetriebsplans

12.07.2016 - Besprechung zur Abstimmung des Untersuchungsumfangs der Erfassung von Flora und Fauna Die beteiligten Unteren Naturschutzbehörden (KYF, UH) besprechen mit dem Auftragnehmer (G&P Umweltplanung) die Erfassung von Flora und Fauna als Datengrundlage für die Erstellung des Umweltgutachtens.

14.03.2016 - Beratung zw. der Vorhabensträgerin, Terra Montan GmbH, Thüringer Landesbergamt und den UNB Kyffhäuserkreis und Unstrut-Hainich-Kreis Der sachliche Untersuchungsrahmen für die Schutzgüter Pflanzen und Tiere wird präzisiert. Die Methodik zur Erarbeitung der UVP im bergrechtl Planfeststellungsverfahren zur Zulassung des Rahmenbetriebsplanes wird mit den Unteren Naturschutzbehörden abgestimmt.

17.12.2015 - Scoping (Festlegungsprotokoll des TLBA)

03.11.2015 - Antragskonferenz Das Thüringer Landesbergamt erörtert mit der Vorhabensträgerin, und den beteiligten Behörden, Verbänden und Versorgungsträgern Gegenstand, Umfang und Methoden der Umweltverträglichkeitsprüfung sowie sonstige für die Durchführung dieser Prüfung und die Erarbeitung der Rahmenbetriebsplanunterlagen erheblichen Fragen.

28.08.2015 - Antrag Die Firma Deuna Zement GmbH stellt beim Thüringer Landesbergamt (TLBA) den Antrag auf eine Erweiterung des Kalksteintagebaus innerhalb ihres Bergwerkeigentums (BWE Deuna) um 89 Hektar zur Sicherung der langfristigen Rohstoffversorgung am Standort Deuna.

04.12.2000 - Bescheid auf Genehmigung Das Bergamt Bad Salzungen genehmigt den Rahmenbetriebsplan. Dieser erstreckt sich auf einer Fläche von 144 ha.

1995 - Antrag auf Erteilung einer Rahmenbetriebsplanzulassung

18.02.1991 - Verleihung des Bergwerkeigentums Deuna auf einer Fläche von 910,80 ha über die Treuhandanstalt Berlin an die Deuna Zement GmbH

15.06.1990 - Fortschreibung des Gewinnungsrechtes durch die Bezirksverwaltung Erfurt, Abtl. Geologie

ca. 1970 - Aufschluss des Kalksteintagebaus

Kalksandsteinabbau Deuna Der bestehende Tagebauaufschluss (inkl. Rekultivierungsflächen) erstreckt sich auf einer Fläche von gegenwärtig ca. 120 ha auf der Dünhochfläche. Bei maximalem Aufschlussgrad wird der Tagebau eine Fläche von ca. 144 ha aufweisen. Das Antragsfeld schließt sich direkt südöstlich an die bisher genehmigte Abbaufläche an und umfasst maximal ca. 77,66 ha. Sowohl der vorhandene Tagebauaufschluss als auch dessen Erweiterung nehmen forstwirtschaftlich genutzte Flächen in Anspruch. Quelle: FFH-Vorprüfungsbericht  (Tino Junge / BUND Mühlhausen)
Buchen(misch)wald Keula Mit der Tagebauerweiterung werden Forstflächen in Anspruch genommen, die mit überwiegend naturnahen, edellaubholzreichen Buchenwaldbeständen auf frisch eutrophen Standorten bestockt sind. Die Nutzungsänderung durch Rodung einschließlich der Herstellung eines umgebenden, waldfreien Schutzstreifens umfasst eine Fläche von ca. 80,6 ha. Quelle: Nachtrag RBP  (Tino Junge / BUND Mühlhausen)
Am 12.06.2022 trafen sich 150 interessierte Menschen auf Initiative der Waldgenossenschaft Keula und der GRÜNEN um über das Ausmaß und die Folgen des Vorhabens aufzuklären.

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