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Landesverband Thüringen e.V.

BUND: Die Zukunft des Südharz steht auf dem Spiel – Türhänger setzen Gipsabbau auf die Agenda der Kommunalwahl

17. Mai 2019 | Naturschutz, Lebensräume

Türhänger Gipskampagne  (Jana Kerstin Kater/ BUND Thüringen / BUND Thüringen )

Erfurt/ Nordhausen. Die Kommunalwahlen in Nordhausen und Umgebung am 26. Mai rücken näher und mit Ihnen die Entscheidung über die Zukunft des Südharz. Türhänger mit den Positionen der Spitzenkandidaten für den Kreistag Nordhausen werden vom BUND Nordhausen ab diesem Wochenende großräumig verteilt. Sie setzen das Thema Gipsabbau auf die Agenda des Wahlkampfes und sollen den Wählern eine Orientierung für Ihre Entscheidung bieten. Mit ihnen will sich der BUND für ein nachhaltiges Konzept für den Südharz und gegen den Raubbau an der Natur einsetzen.


„Der Wahlkampf geht in die heiße Phase und mit ihm unser Einsatz für den Erhalt der einzigartigen Karstlandschaft“, erklärt Heidi Schell, Vorsitzende des BUND Nordhausen. „Wir wollen den Wählern klarmachen, dass sie mit Ihrer Stimme über die Zukunft der ganzen Region entscheiden. Sie können sich für Kandidat*innen entscheiden, die den aktuellen Entwurf des Regionalplans Nordthüringen begrüßen oder für Kandidat*innen stimmen, die sich für ein nachhaltiges Konzept ohne neue Abbauflächen einsetzen.“ 


Die Türhänger bieten einen Überblick über die Positionen der Spitzenkandidaten aller Parteien für den Kreistag Nordhausen. Die Fragen umfassen unter anderem die Ausweisung neuer Abbaugebiete und Vorrangflächen vorsorgender Rohstoffgewinnung im Südharz laut dem aktuellen Entwurf des Regionalplans Nordthüringen. Auf der Internetseite www.bund-thueringen.de/kommunalwahl-nordhausen können ausführliche Antworten der Kandidat*innen eingesehen werden.

Schell: „Wir möchten mit den Türhängern nicht nur eine Entscheidungshilfe bieten, sondern die Menschen in Nordhausen und den umliegenden Gemeinden generell animieren, wählen zu gehen. Nur wenn möglichst viele Wähler von ihrem Recht Gebrauch machen, hat der Südharz die Chance auf ein zukunftsfähiges Konzept, das über den Gipsabbau als alleinigen Wirtschaftsfaktor hinausgeht.“  

Auf gute Resonanz stieß die Kampagne bereits am 1. Mai in Nordhausen. Am eigenen Stand verteilte der BUND Nordhausen gemeinsam mit der Aktionsgruppe "Südharz bleibt" Natürlich!" Postkarten zur Kommunalwahl. Diese waren bereits mit der Forderung des BUND gegen neue Gipsabbaugebiete versehen und an Entscheidungsträger adressiert, die am aktuellen Entwurf des Regionalplans Nordthüringen mitgewirkt hatten. 

„Alle Bürger der Südharzregion sind aufgerufen, am 26. Mai zur Wahlurne zu gehen und für ihre Vision vom Leben im Südharz einzutreten“, so Schell. „Wollen sie in Zukunft auf einer Abraumhalde leben oder jetzt den Grundstein für eine florierende Region legen, im Einklang von Wirtschaft und Natur.“ 

Hintergrund:

Regionalplan Nordthüringen:
Im September 2018 veröffentlicht die Planungsversammlung in Sondershausen ihren Entwurf des Regionalplans Nordthüringen. Geplant sind Gebietserweiterungen um 87 Hektar für den Gipsabbau. Die Erweiterungsflächen um den Rüsselsee und den Himmelsberg wären zwischen zwei Naturschutzgebieten angesiedelt und würden den Höhenzug Mühlberg-Himmelsberg zerschneiden. Das fachliche Gutachten, das durch die Planungsbehörde beauftragt wurde, konnte jedoch keinen Bedarf an neuen Abbauflächen feststellen, der über die im Regionalplan 2012 ausgewiesenen Flächen hinausgeht.

Zudem sind zwei neue „Vorranggebiete vorsorgender Rohstoffgewinnung“ von 68 Hektar geplant. Diese befinden sich am Kuhberg und zwischen Buchholz und Steigerthal. Die Neuausweisungen sollen den Bedarf für den Gipsabbau sichern, der frühestens ab einem Zeitraum von 25 Jahren entstehen wird. Diese Neuausweisungen sind laut Landesentwicklungsplan bedarfsunabhängig festzulegen und wurden von dem oben genannten Gutachten nicht untersucht.

Aktionsgruppe "Südharz bleibt! Natürlich!"
Durch die Aktivitäten des BUND Kreisverbandes Nordhausen zum Entwurf des Regionplans Nordthüringen rückt die Thematik Gipskarst wieder in den Fokus der Öffentlichkeit. Im Herbst 2018 gründet sich ein Aktionsbündnis, welches sich den Erhalt der Gipskarstlandschaft im Südharz zum Ziel macht. 
Die Gruppe trifft sich immer am: 1. Dienstag im Monat ab 17:00 Uhr im Thomas-Mann-Klub, Wilhelm-Nebelung-Str. 39, 99734 Nordhausen.

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