Landesverband Thüringen e.V.

BUND Kandidatencheck: Ausstieg aus Atomkraft und Stopp der Agro-Gentechnik erzielt bei Thüringer Direktkandidaten große Zustimmung

21. September 2009 | Atomkraft, BUND

Erfurt. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat vor der Bundestagswahl den Direktkandidaten der im Bundestag vertretenen Parteien "Ökozeugnisse" ausgestellt. Dazu startete der BUND im Juli bundesweit einen Internet-Check bei den 1495 Direktkandidaten der im Bundestag vertretenen Parteien. Sie erhielten Fragen zu Atomkraft, Gentechnik und Kohlekraft.

In Thüringen ergänzten spezifische Fragen, z.B. zum Thema „Rhöntrasse“ und Werraversalzung die Umfrage in einigen Wahlkreisen. Einzelergebnisse sind unter www.bund-thueringen.de  abrufbar. Von den 45 Thüringer Direktkandidaten haben sich 15 für ein Festhalten am Atomausstieg, gegen neue Kohlekraftwerke und für eine Landwirtschaft ohne Gentechnik ausgesprochen.

„Die Kandidatinnen und Kandidaten aus Thüringen zeigen sich sehr auskunftsfreudig. Über 76% haben unsere Fragen beantwortet“, berichtet Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. Spitzenreiter sind dabei die Grünen, wo sämtliche Kandidaten am Check teilgenommen haben. SPD und Linke folgten mit je 8 Kandidaten. Von der CDU beteiligten sich noch 6 Kandidaten, während bei der FDP nur drei Kandidaten die Fragen beantworteten.

Mehr als drei Viertel aller Einträge sprechen sich für den geplanten Ausstieg aus der Atomenergie aus und ebenso viele für eine gentechnikfreie Landwirtschaft. Die Kandidatinnen und Kandidaten von CDU und FDP bleiben beim Atomausstieg ihrer Parteilinie treu mit Ausnahme des FDP-Kandidaten Andreas Klaschka aus dem Wahlkreis Eichsfeld-Nordhausen-Unstrut-Hainich. Er spricht sich nur für Atomkraft aus, wenn die Lagerung der Abfälle sicher ist.

Eine Gentechnikfreie Landwirtschaft unterstützt der CDU-Kandidat Christian Hirte aus dem Wahlkreis Eisenach-Wartburg-Unstrut-Hainich-Kreis im Gegensatz zur offiziellen Parteilinie.

Für einen Neubaustopp der Kohlekraftwerke spricht sich mit 47 %knapp die Hälfte der Kandidaten aus. Mit Tankred Schipanski gibt es wieder einen Abweichler bei der CDU, der entgegen der allgemeinen Parteilinie neue Kohlekraftwerke ablehnt. 

Wie Vogel erläutert, will der BUND mit dem Internet-Check allen umweltpolitisch interessierten Wählerinnen und Wählern die Möglichkeit geben, sich ohne großen Aufwand über die Kandidaten ihres Wahl­kreises zu informieren. „Am 27. September haben die Wählerinnen und Wähler die Chance, für eine sichere und klimafreundliche Energieversorgung mit regenerativen Energien zu stimmen und auch der Agro-Gentechnik in diesem Land eine klare Absage zu erteilen. Unser Kandidatencheck trägt hoffentlich zu einer klugen Wahlentscheidung bei“, so der BUND-Landesgeschäftsführer abschließend. 

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