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Landesverband Thüringen e.V.

BUND Thüringen: Einmalige Chance, Hainich jetzt als „Buchenwald-Nationalpark“ auszuweisen

27. November 1995 | Wälder, Naturschutz, Lebensräume

BUND verlangt sofortigen Stopp des Holzeinschlages

Eisenach. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Thüringen, verlangt im Zusammenhang mit der geplanten Ausweisung des Nationalparkes Hainich den sofortigen Stopp des Holzeinschlags auf dem Truppenübungsplatz Weberstedt.

„Es ist doch idiotisch, noch dort mit der Kettensäge zu hantieren, wo bald ein Urwald entstehen soll“, so Michael Spielmann, Landesgeschäftsführer des BUND. „Es ist geradezu ein Frevel, einen Teil des letzten gesunden Buchenwaldes in Thüringen zwecks kurzsichtiger Vermarktung zu beseitigen und damit eine nachhaltige, langfristige Entwicklung der Hainich-Region von vornherein zu verhindern“, so Spielmann weiter. Unter Verweis auf den schlechten Zustand des Patienten Wald - vier von fünf Bäumen seien in Thüringen krank - verlangen die Naturschützer von der Thüringer Landesregierung, schnellstens ihre „Hausaufgaben“ zu machen und sich gegenüber der Bundesforstverwaltung nachdrücklich für die Beendigung des Holzeinschlages einzusetzen. Ebenso konsequent müsse die Landesregierung auch den im zukünftigen Nationalpark geplanten Kalksteinbruch bei Craula stoppen.

Gleichzeitig nehme der BUND die Aussage von Umweltminister Sklenar, sich grundsätzlich für die Ausweisung eines Nationalparkes Hainich einzusetzen, mit Befriedigung zur Kenntnis. In einem Brief an den Thüringer Staatsminister betonte der BUND, daß dies eine einmalige Chance sei, den Hainich aufgrund seiner besonders wertvollen Naturausstattung und Unzerschnittenheit als „Buchenwald-Nationalpark“ in Deutschland einzurichten. Die naturschutzfachlichen Voraussetzungen für eine Unterschutzstellung seien gegeben. Der Hainich als Heimat für Schwarzstorch, Laubfrosch, Gelbbauchunke und viele andere Tiere biete einen der letzten europäischen Lebensräume für viele vom Aussterben bedrohte Arten.

Der BUND wies in seinem Brief auf die große Verantwortung des Umweltministers für den Schutz und die Erhaltung dieses einzigartigen „Naturschatzes“ hin und bot dem Umweltministerium gleichzeitig seine Unterstützung an. Der Nationalpark sei eine große Chance, den Hainich - ähnlich dem Bayerischen Wald - auch zu einer touristischen Vorzeigeregion zu entwickeln und damit viele Arbeitsplätze zu schaffen. 

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