Landesverband Thüringen e.V.

Tag des Artenschutzes: Wir können nur schützen, was wir auch kennen – BUND sensibilisiert für die Schlafmaus mit der „Zorro-Maske“

02. März 2020 | Naturschutz

Gartenschläfer in Weinrebe  (Nikolay Meyer)

Erfurt. Zum Tag des Artenschutzes rückt der BUND Thüringen eine Tierart in den Fokus, die sich still und leise aus Thüringen zurückgezogen hat. Der Verband ist seit Sommer 2018 gemeinsam mit 30 Hobby-Forschern und -Forscherinnen im ganzen Freistaat auf der Suche nach dem Gartenschläfer mit seiner markanten „Zorro-Maske“. Damit soll nicht nur die Tierart erforscht und geschützt, sondern auch möglichst viele Menschen in Thüringen für die Natur und deren Vielfalt begeistert werden. Das Projekt „Spurensuche Gartenschläfer“ wird gefördert im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. In Thüringen unterstützt zudem die Stiftung Naturschutz Thüringen.

„Wir können nur schützen, was wir auch kennen“, erklärt Thomas Mölich, Projektleiter vom BUND Thüringen. „Viele Menschen wissen noch nicht einmal, dass es die Schlafmaus in Thüringen gibt. Das wollen wir gemeinsam mit der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und der Justus-Liebig-Universität Gießen ändern. Dafür sind wir auf Unterstützung aus der Bevölkerung angewiesen. Bereits im April 2019 haben wir einen Aufruf gestartet, um möglichst viele ehrenamtliche Helfer und Helferinnen zu finden, die uns bei der Suche nach dem Gartenschläfer helfen.“  

Knapp 30 Thüringer und Thüringerinnen folgten dem Aufruf und beteiligen sich bereits an der großen Suchaktion im Auftrag des Naturschutzes. So konnten bisher mehr als 30 Hinweise auf den Gartenschläfer verzeichnet werden, die meisten davon aus dem Thüringer Schiefergebirge, einige auch aus dem Thüringer Wald. Gemeinsam mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland wurde dafür ein eigenes Meldetool entwickelt, das unter www.gartenschlaefer.de erreichbar ist.

„Das Erfolgsrezept sind die simplen und gleichzeitig effektiven Mittel, die den Ehrenamtlichen bei ihrer Suche helfen“, erklärt Mölich. Nistkästen, Spurentunnel und Wildkameras ließen sich einfach betreuen und zeigten eindeutige Ergebnisse. „Die so generierten Fotos und Spuren werten wir gemeinsam mit der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und den Wildexperten an der Justus-Liebig-Universität Gießen aus. Das gilt auch für Kotproben und Totfunde, die uns ebenfalls Hinweise auf die Verbreitung der Tiere liefern.“

Ebenso wichtig wie dem Gartenschläfer auf die Spur zu kommen, ist dem BUND Thüringen die Spurensuche selbst: „Wir möchten den Menschen in Thüringen zeigen, welche große Vielfalt sie vor ihrer eigenen Haustür finden und natürlich auch, wie sie sie schützen können. Hier gilt: Je vielfältiger der eigene Garten gestaltet ist, desto größer ist die Chance, dass bedrohte Tierarten wie der Gartenschläfer dort eine Heimat finden.“

Der BUND Thüringen hat Tipps zusammengestellt, wie alle Thüringer und Thüringerinnen zum Schutz von Gartenschläfer und Co. beitragen können:

  • Schaffen Sie Versteckmöglichkeiten in Ihrem Garten: Höhlenbäume, Wildsträucher und Steinhaufen.
  • Erhalten Sie Lebensräume: Streuobstwiesen sind nicht nur für den Gartenschläfer
  • ein Paradies.
  • Stellen Sie spezielle Nistkästen bereit.
  • Decken Sie Ihre Regentonnen ab: So helfen Sie, den Gartenschläfer vor dem
  • Ertrinken zu schützen.
  • Verzichten Sie auf Rattengift in Ihrem Garten.  

Weitere Informationen:
www.bund-thueringen.de/gartenschlaefer
www.gartenschlaefer.de

Projektsteckbrief:
http://biologischevielfalt.bfn.de/bundesprogramm/projekte/projektbeschreibungen/erarbeitung-eines-bundesweiten-schutzkonzepts-fuer-den-gartenschlaefer.html

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