Durch die weitere Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der hier beschriebenen Verwendung von Cookies durch den BUND einverstanden. An dieser Stelle können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen bzw. eine erteilte Einwilligung widerrufen. Der Einsatz von Cookies erfolgt, um Ihre Nutzung unserer Webseiten zu analysieren und unser Angebot zu personalisieren.

Landesverband Thüringen e.V.

Weniger Pestizide, weniger Nitrat und Umbau hin zur naturverträglichen Landwirtschaft – BUND richtet sich mit Liste von Forderungen an Agrarministerin Keller

10. April 2019 | Landwirtschaft

Erfurt. Am 11. und 12. April treffen sich Vertreterinnen und Vertreter der Länder zur Agrarministerkonferenz in Landau. Auf der Tagesordnung steht neben den nationalen Themen Pestizide und Düngeverordnung, die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union (GAP). Im Vorfeld der Veranstaltung richtet sich der BUND Thüringen mit klaren Forderungen an Landwirtschaftsministerin Keller.


„Jetzt bietet sich die Chance, die Agrarpolitik auf Umweltschutz, biologische Vielfalt und Tierschutz sowie auf eine wirtschaftliche Perspektive für bäuerliche Betriebe und ländliche Gemeinschaften auszurichten. Und die Agrarminister*innen der Länder können jetzt auf diesen Prozess Einfluss nehmen“, erklärt Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen.


Im Mittelpunkt der Reform stehen die Förderinstrumente der europäischen Agrarpolitik. Sogenannte „Eco-Schemes“ sollen in Zukunft die Honorierung von freiwilligen Leistungen für den Umwelt- und Klimaschutz ermöglichen, beispielsweise für Ökolandbau oder die Anlage von Landschaftselementen wie Blühstreifen. Für diese sowie für ökologische Vorrangflächen (Greening-Kriterien) fordert der Verband klare Standards für alle EU-Mitgliedsstaaten, um einen Wettbewerb nach „unten“ zu vermeiden.


Damit die Interessen von Natur und Umwelt bei der Reform auch ausreichend berücksichtigt werden, fordert der BUND Agrarministerin Keller dazu auf, sich dafür einzusetzen, dass sowohl die Umwelt- und Naturschutzbehörden von Bund und Ländern als auch die relevanten Umweltverbände aktiv und von Beginn an in die Erstellung des nationalen Strategieplans einbezogen werden.


Eine Überarbeitung mahnt der Verband auch für den Zulassungsprozess für Pestizide an. In besonders schutzbedürftigen Bereichen wie Natur- und Wasserschutzgebieten solle komplett auf diese verzichtet und auch der Ausstieg aus der Glyphosat-Nutzung zügig vollzogen werden. „Der bedrohliche Rückgang vieler Insektenarten, vor allem von Wildbienen, zeigt deutlich, es ist fünf vor zwölf. Wenn wir jetzt nicht handeln, sind die Folgen unumkehrbar“, erklärt Hoffmann.


Diese Gefahr bietet aus Sicht des Verbandes auch der nach wie vor zu hohe Einsatz von Nitrat in der Landwirtschaft. Hoffmann: „Der aktuelle Entwurf zur Anpassung der Düngeverordnung an die EU-Nitratrichtlinie ist noch immer nicht ausreichend. So bieten die vorgegebenen Obergrenzen weiterhin Spielräume für individuelle Auslegung und Vorschriften für die Reduktion in nitratgefährdeten Gebieten sind unzureichend.“


Hoffmann richtet sich mit einer klaren Forderung an Landwirtschaftsministerin Keller: „Jetzt sind die Agrarminister*innen an der Reihe, den Umbau hin zu einer natur- und umweltverträglicheren Landwirtschaft voranzubringen, die mit einem geringeren Einsatz von Pestiziden sowie niedrigeren Nitrateinträgen auskommt und stattdessen mehr Raum für Natur in der Agrarlandschaft schafft.“

Zur Übersicht

BUND-Bestellkorb