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Landesverband Thüringen e.V.

Verbände klagen gegen Wolfsabschuss in Thüringen

Auf dem Standortübungsplatz der Bundeswehr bei Ohrdruf lebt das einzige ortstreue Wolfspaar Thüringens. Kurz vor Weihnachten 2019 hat das Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) einen Bescheid zur Tötung der Wölfin erlassen – ihr werden viele Nutztierrisse angelastet. Doch die Regelungen des Abschusses gehen zu weit – gemeinsam mit dem NABU Thüringen haben wir deswegen Klage eingereicht. Dafür brauchen wir Ihre Unterstützung!

Für die Ohrdrufer Wölfin mit der Kennung GW267f sind im Umfeld von Ohrdruf in Thüringen in den vergangenen Jahren zahlreiche Nutztierrisse genetisch nachgewiesen – teilweise auch hinter ordnungsgemäßen Schutzzäunen. Die nun verfügte Abschussgenehmigung erstreckt sich allerdings nicht nur auf diese Wölfin, sondern auf alle Wölfe in einem klar umgrenzten Gebiet bei Ohrdruf.


Doch seit einigen Monaten hat sich auch ein Wolfsrüde der Wölfin angeschlossen, der sich bisher unauffällig verhält. Er entgeht dem Abschuss nur, wenn die Wölfin zufällig zuerst geschossen wird. Für die Naturschutzverbände ist klar: Der Abschuss des unauffälligen Rüden wird damit billigend in Kauf genommen. Mit dem Abschuss beider Wölfe würde außerdem das einzige Wolfsvorkommen in ganz Thüringen erlöschen. Eine Klage soll nun sicherstellen, dass die Abschussgenehmigung und die zugehörigen Regelungen gerichtlich überprüft werden.

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Unterstützen Sie unsere Klage!

Für die Klage und das Eilverfahren benötigen wir voraussichtlich 14.000 Euro. Damit die Wölfe bei uns in Thüringen eine Chance haben, brauchen wir Ihre Unterstützung! Durch Ihre Spenden und die Unterstützung der Naturstiftung DAVID haben wir schon über 5.500 Euro zusammenbekommen. Wir benötigen noch 8.500 Euro.

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Hintergrund

Wolf Wolf  (Alexas Fotos / Pixabay)

Ende 2019 erließ das Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) einen Bescheid zur Tötung der Ohrdrufer Wölfin. Mit dieser Gesetzesänderung soll es in Zukunft einfacher sein, auffällige Wölfe zu töten. Der BUND kritisiert schon länger, dass die Änderung statt praktikabler Lösungen vor allem Rechtsunsicherheit schaffen wird. Denn die Ausnahmegenehmigung nimmt aber nicht nur die einzige standorttreue Wölfin in Thüringen ins Visier, sondern auch einen möglichen Abschuss des dort vorkommenden Wolfsrüden in Kauf.

Mit einer Klage und einem eingereichten Eilverfahren möchten wir gemeinsam mit dem NABU Thüringen den Bescheid aufheben. Hier werden aus Sicht der beiden Naturschutzverbände Anforderungen aus dem Habitatschutzrecht nicht beachtet und zielführende Maßnahmen des Herdenschutzes, wie zum Beispiel der Einsatz von Herdenschutzhunden, noch nicht konsequent in der Region um Ohrdruf umgesetzt.

Unserer Klage im Eilverfahren wurde mittlerweile vom Verwaltungsgericht stattgegeben. Die Wölfin darf somit nicht gejagt und abgeschossen werden. Das Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz als Fachbehörde des Thüringer Ministeriums für Umwelt, Energie und Naturschutz hat jedoch Beschwerde gegen diese Entscheidung eingelegt. Jetzt muss sich das Oberverwaltungsgericht Weimar mit der Sache befassen und erneut über das Abschussbegehren entscheiden.

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