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Landesverband Thüringen e.V.

Willkommen auf der Seite vom Kreisverband Ilmkreis

Jahresprogramm 2019

Unser Jahresprogramm für das laufende Jahr ist online.

Projekte

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Lichtbeauftragte gesucht!

Fällt auch Ihnen auf, dass unsere Nächte immer heller werden? Dies nennt man Verschmutzung durch künstliches Licht, denn die Nacht muss dunkel sein, für uns Menschen, aber auch für die anderen Tiere.

Ganz sicher hat künstliches Licht viele Vorteile. Seit Erfindung des elektrischen Lichts beleuchten wir alles, was mal im Dunkeln lag. Die vielen Nachteile werden mittlerweile aber immer offensichtlicher:

1. Sternengucker sind verzweifelt. Statt einem Meer von 3.000 – 4.000 Sternen sieht man in unseren Städten und Gemeinden meist kaum mehr als 100 Sterne. Viele Menschen haben die Milchstraße noch nie gesehen.

2. Nächtliches helles Licht stört unseren Tag-Nacht-Rhythmus. Das für einen gesunden Schlaf so wichtige Hormon Melatonin wird unterdrückt. Die Folge > unruhiger Schlaf und Stress.

3. Im Tierreich sind vielfältige Verhaltensänderungen durch die Lichtverschmutzung entdeckt worden.

- Manche Tiere meiden beleuchtete Bereiche und erreichen auf diese Weise gewohnte Korridore nicht mehr.

- Andere sind desorientiert. Gerade Insekten sterben milliardenfach in nur einer lauen Sommernacht an den 8 Millionen Laternen in Deutschland

- Angezogen vom Licht sterben hundertausende frisch geschlüpfte Meeresschildkrötchen jedes Jahr auf Australiens Straßen statt ins Meer zu watscheln, weil sie das künstliche Licht der Straßen mit dem Mondlicht verwechseln.

4. Beleuchten kostet. 7 Prozent der Stromkosten werden in Beleuchtung gesteckt. Gerade klamme Kommunen könnten durch die „Licht-aus“ Strategie sich selbst und der Natur helfen. Aber auch eine bessere Lichtlenkung könnte so manche Laterne überflüssig machen. Zukünftig sollen intelligente Lichtkonzepte helfen, Strom zu sparen und die Nacht wieder zu verdunkeln.

Möchten Sie uns als Lichtbeauftragte helfen? Kennen Sie ungewöhnlich helle Laternen? Welche, die zu früh oder die ganze Nacht hindurch leuchten, obwohl sie nicht benötigt werden? Laternen, die statt nach unten zur Seite oder gar ins Universum leuchten? Ist Ihnen aufgefallen, dass an einer Stelle zu viele Laternen die Wege ausleuchten?

Dann schreiben Sie das auf und schreiben Sie uns!  

Weitere Informationen zum Projekt "Verlust der Nacht" sowie der dazugehörigen App.

Neophytenprojekt - Einsatz gegen invasive Pflanzen

Im Ilm-Kreis breiten sich ein paar wenige eingeschleppte Arten invasiv aus und bedrohen die heimische Flora

Der Riesen-Bärenklau ist bereits in aller Munde. Seit einigen Jahren ist allerdings zu beobachten, dass sich auch Arten wie Staudenknöterich (Raum Ilmenau) oder Orientalische Zackenschote (Raum Arnstadt) explosionsartig ausbreiten. Diese Pflanzen wachsen viel höher als heimische Flora. Sie werden 2-3 Meter hoch und beschatten auf diese Weise alles darunter wachsende. Auch Nährstoff- und Wasserzufuhr anderer Pflanzen wird dadurch verhindert, was über kurz oder lang dazu führt, dass sich die Neophyten großflächig ausbreiten und andere Pflanzen verdrängen. Dass diese Pflanzen ursprünglich aus anderen Kontinenten als Gartenschmuck eingeschleppt wurden, ist traurige Realität, die uns jetzt teuer zu stehen kommt. Über die Kooperation mit den Medien möchten wir Aufklärung und Information erreichen, sodass (hoffentlich) der Anblick dieser Arten in Gärten verschwindet, und mit ihm der gefährliche Pollenflug in die Natur. Des Weiteren braucht es dringend Aufklärung darüber, was gedankenlos entsorgte Gartenabfälle in der Natur für Schaden anrichten.

Am 25. Juni fand bei schönem Sommerwetter unser interkultureller Arbeitseinsatz am Flächennaturdenkmal Ritzebühl Ilmenau statt. Neben Wissensvermittlung war es vor allem praktische Arbeit - nämlich am japanischen Staudenknöterich - die wir durchführten. 14 Erwachsene und jede Menge Kinder halfen mit, die Pflanzen aus der Erde zu graben und dabei Schritt für Schritt den Damm am Ritzebühl zu säubern. Dass Naturschutz großen Spaß machte, zeigte die vorherrschend gute Laune, die schönen Gespräche und der Austausch über das Thema. Bei einem anschließenden Picknick war es vor allem frischer Gartentee und Melone, die gefragt waren.

Der BUND warb auf der Aktion gleichzeitig für den Neopyhten-Meldebogen, der in Kooperation mit der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) des Ilm-Kreises entstand. Bürgerinnen und Bürger sind aufgerufen, möglichst viele Stellen zu melden, wo Pflanzen dieser Arten sich bereits ausbreiten. In einer Datenbank werden die Informationen gesammelt und für weitere Aktionen u/o die Weitergabe an Städte und Kommunen ausgewertet. In den kommenden Wochen wird es in den Tageszeitungen und im Amtsblatt des Kreises Portraits dieser Arten geben.

Unterstützt wurde die Aktion über Projektgelder des Landratsamtes und über Stadtgrün Ilmenau. Der Baumarkt Globus sponserte einen Anhänger.

Wichtiger Link zur Koordinationsstelle Invasive Neophyten:
http://www.korina.info/

Projekt Mobil ohne Auto

Jeder Jahr organisiert der Kreisverband Ilm-Kreis eine Aktion zum Thema "Mobil ohne Auto", beispielsweise einen Stand, eine Radtour etc.

Pressemitteilungen

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Kleiderkauf mit gutem Gewissen?

Arnstadt (04. November 2017). Seit vielen Jahren gibt es die in den Niederlanden gegründete Kampagne für saubere Kleidung (CCC). Inzwischen setzen sich auch viele Organisationen in Deutschland dafür ein, dass soziale Mindeststandards in der Textilindustrie (zum größten Teil in Asien) eingehalten werden. Die großen Modefirmen wie H&M, Primark u.a. profitieren von den geringen Löhnen in den Produktionsländern. Fast Fashion, also eine Unzahl von Kollektionen, die zu niedrigsten Preisen angeboten wird, wächst stetig. Seit dem Jahr 2000 hat sich die Bekleidungsindustrie mehr als verdoppelt! Schnäppchen um jeden Preis, aber der wird woanders teuer bezahlt, im schlimmsten Fall mit dem Tod wie beim Fabrikeinsturz in Rana Plaza/Bangladesh.

Wollen wir weiterhin die Augen verschließen vor den massiven Arbeitsrechtsverletzungen oder wollen wir faire Preise zahlen und Druck auf die großen Modebilliganbietern ausüben, dass auch die Näherinnen gerecht entlohnt werden.

Am 7.12. wird es ab 17.30 Uhr im und um den Laden „Naturliebe“ in Arnstadt, Unterm Markt, eine Informationsveranstaltung zum Thema faire Kleider geben. Als Referentin haben wir Anna Zeitler, Modedesignerin aus Halle und Mitglied bei femnet e.V. eingeladen, die einen Kurzvortrag halten wird und anschließend auch zur Diskussion zur Verfügung steht. Zugleich wird auf Möglichkeiten des fairen und ökologischen Einkaufs in Arnstadt aufmerksam gemacht.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation zwischen dem Nachhaltigkeitszentrum Thüringen, dem BUND Ilm-Kreis e.V. und dem Geschäft „Naturliebe“. 

140 Liter Wasser für eine Tasse Kaffee – ist das schlimm?

Arnstadt (04. November 2017). Eine Antwort darauf und auf weitere Fragen rund um die Ressource Wasser gibt die Wanderausstellung "Durstige Güter", die am 12. Dezember 2017 um 18 Uhr in der Bibliothek der TU Ilmenau eröffnet wird.

Wir importieren unsere Lebensmittel und andere Konsumgüter aus der ganzen Welt. Dort, wo diese hergestellt werden, benötigen sie Wasser. Zusammen mit ihrem Wasserfußabdruck kommen sie dann zu uns und wir können ihre Entstehungsgeschichte nur noch erahnen.

Die Ausstellung widmet sich eben diesen Geschichten und erzählt sie auf zwölf Stationen. Dabei werden dem Besucher sowohl die grünen, grauen und blauen Wassertropfen vorgestellt als auch unterschiedliche Länder, aus denen die importierten Produkte stammen. Diese Geschichten geben den Tropfen ökologisches und soziales Gewicht und veranlassen uns, über unser Konsumverhalten nachzudenken.

Am Ende erfährt der Besucher wie er sich im Supermarkt orientieren kann, um seinen Einkaufskorb mit möglichst wenig sogenanntem virtuellem Wasser zu belasten. Doch welche der vielen Produktsiegel helfen weiter?

Das Thema Wasser ist in den Kriterien der Nachhaltigkeitssiegel in unterschiedlichem Maße berücksichtigt. Um die Weiterentwicklung gerade voranzutreiben, haben die Besucher die Möglichkeit, eigene Vorstellungen zu entwickeln und dem Umweltbundesamt weiterzuleiten.
Im Eröffnungsvortrag wird Maik Rudloff von der Universität Koblenz-Landau über das Projekt Wasser 3.0 berichten. In Landau wurde das scheinbar Unmögliche möglich gemacht: einem Team aus Forschern ist es erstmals gelungen, Wasser von Rückständen aus Mikroplastik und von Arzneimitteln zu reinigen.

Weitere Infos finden Sie unter www.durstige-gueter.de
Die Ausstellung wurde vom BUND Ilm-Kreis organisiert und findet in Kooperation mit der Bibliothek der TU Ilmenau statt.

BUND und ADFC waren mobil ohne Auto!

Arnstadt (19. Juni 2016). Am Sonntag mal das Auto stehen lassen und sich mit dem Fahrrad auf Spurensuche begeben, das war das Anliegen der Aktion "Mobil ohne Auto" (MoA), die BUND und ADFC im Ilm-Kreis gemeinsam organisierten.

Am Bach-Denkmal in Arnstadt begann die Tour. Tourenleiterin Thea Vollmer (ADFC) leitete sie über Dornheim nach Hausen zum Naturerlebnishof. Eine familienfreundliche Strecke, auf der Jungfrösche und Erbsenfelder, der Erlebnishof und, gemeinsam mit den Teilnehmenden aus Ilmenau, die schöne Umgebung bestaunt wurden. Bei einem Picknick verging die Zeit recht schnell. Am Ende war allen klar, dass die Aktion im kommenden Jahr wiederholt wird - und zwar wieder am 3. Sonntag im Juni, so wie es lange Zeit Tradition war - nächstes Jahr dann thüringenweit.

Hintergrund:
"Der Radverkehr braucht nicht nur auf touristischen Wegen, sondern auch im städtischen Bereich mehr Platz", so Edith Spanknebel (BUND). Der ADFC setzt sich seit langem für mehr Radwege im innerstädtischen Bereich ein, und dafür, dass Radfahrerinnen und Radfahrer als gleichberechtigte Teilnehmende im Straßenverkehr anerkannt werden. ADFC und BUND werben mit Veranstaltungen wie MoA für mehr Mobilität bei weniger Abgasen: Gerade auf Kurzstrecken, in der Stadt, zur Arbeit macht Bewegung mit dem Rad nicht nur Spaß, sie fördert auch die Gesundheit. "Weniger Autos auf unseren Straßen bedeutet mehr Lebensqualität und mehr Platz für Klein und Groß", weiß Sybille Streubel. Gerade jüngere Menschen verzichten heute bereits auf ein Auto. Lastenräder oder Car-Sharing-Programme helfen, wenn doch mal mehr transportiert werden muss.

Kontakte:

Sybille Streubel
bund.ilmkreis(at)bund.net

Thea Vollmer
arnstadt(at)adfc-thueringen.de

Englischer Rasen kontra Blumenwiese – Aufruf zur Artenvielfalt

Arnstadt (03. Mai 2016). Wussten Sie, dass auf einem Quadratmeter Blumenwiese bis zu 3.000 Einzelpflanzen und 60 Pflanzenarten stehen? Und wussten Sie, dass etwa 1.500 Insekten- und Spinnentiere darauf wertvollen Lebensraum finden? Der Artenvielfalt auf dieser Wiese steht die Artenarmut unserer Rasenflächen gegenüber, die höchstens ein Dutzend Gräser beheimaten. Schmetterlinge merken das sofort. Während blütenreiche Naturgärten von zehn bis dreißig Arten besucht werden, sind es in Gärten mit wenigen fremdländischen Pflanzen gerade mal drei.

Wir alle lieben Blühpflanzen und farbenfrohe Landschaften. Woher kommt dann der Drang zum englischen Rasen, zur Einheitsmahd, die kaum Leben zulässt? Womöglich weil das Einheitsgrün seit den 50er Jahren unsere Gärten prägt oder man nicht auffallen möchte gegenüber den Nachbarn, um nicht etwa als chaotisch oder unaufgeräumt zu gelten. Auf Flächen, die begangen oder für Sport und Spiel genutzt werden, ist ein kurzgeschorener Englischer Rasen sicherlich eine gute Lösung. Eine Standardlösung sollte er allerdings nicht sein. Das als Unkraut verschriene Wiesenkraut sollte nicht bekämpft werden, denn es dient als Nahrungsquell für viele Tiere. Mancherorts entstehen so Projekte, die Bienen, Hummeln und andere Insekten zurücklocken wollen, so im Großraum Osnabrück, wo Regio-Saatgut an Bürger und Bürgerinnen kostenlos verteilt wird.

Auch im Ilm-Kreis sollten Behörden, Grünflächenämter und Bauhöfe, aber auch Kleingärtner ihre Pflegestandards im Hinblick auf Natur- und Umweltschutzaspekte hinterfragen. Eine kurzrasige Nutzfläche kann man mit wenig Aufwand zu einer extensiv gepflegten Fläche umwandeln; eine Wiese, die ein bis zweimal im Jahr (Ende Juni und September) gemäht wird und in der übrigen Zeit wildlebenden Tieren und Pflanzen zur Verfügung steht. Je später der erste Schnitt erfolgt, umso besser säen sich die Wiesenblumen aus. Allerdings fallen die Samen nur dann aus, wenn das gemähte Gras trocknet und als Heu drei bis vier Tage auf der Wiese bleibt. Das entfernte Mähgut kann danach kompostiert werden oder als Tiereinstreu dienen.

Der BUND empfiehlt den Einsatz einheimischer, standortangepasster Pflanzen in Form von Blühmischungen im Verkehrsbereich oder als Blühstreifen auf Grünflächen (Parks, Friedhöfe, Baubrachen, Ausgleichsflächen, Gartenwiesen). Rieger-Hofmann (http://www.rieger-hofmann.de/home.html) zum Beispiel bietet für jede Region und jeden Boden das passende Saatgut. 

Tipps vom BUND zur Pflege einer Wildblumenwiese:

Soll ein Rasen zur Wiese werden, ist die Art der Mahd entscheidend: Mulcher sind abzulehnen, denn die zerhacken und zerstückeln alle Pflanzen- und Tiere und saugen die Reste ab. Besser sind Balkenmäher, die das Gras scherenartig schneiden. Besonders bei der Überführung von zuvor stark gedüngtem Rasen in eine Blumenwiese muss zu Beginn oft mehrfach gemäht und abgeräumt werden, um die Flächen auszuhagern. Auf anderen Flächen kann es sinnvoll sein, nur gelegentlich zu mähen. Je nach Pflanzen- und Tierbestand sind bestimmte Mähzeitpunkte einzuhalten. Hier helfen die Naturschutzverwaltung, der BUND vor Ort und erfahrene Landschaftsarchitekten. Dürfen die Gräser und Kräuter dann ungestört wachsen und werden nur zwei- bis dreimal im Jahr gemäht, wird der Rasen zur Wiese. Weder Chemie noch Dünger gehören auf die Hauswiese. Und nur in sehr langen Trockenzeiten erhalten die Wildblumen und Gräser etwas Wasser. Hier blühen Glockenblumen und Spitzwegerich sowie zahlreiche andere Wiesenkräuter.

Jede nicht intensiv wirtschaftlich genutzte Wiese ist heute eine Überlebensinsel für Wiesenkräuter, die im intensiv landwirtschaftlich genutzten Grünland keine Chance mehr haben.

Kontakt

Sybille Streubel

Vorsitzende
Postfach 1209 99320 Arnstadt E-Mail schreiben Mobil: 151 - 20992754

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