Jahresrückblick 2025

Das Jahr 2025 neigt sich dem Ende zu. Bevor wir mit neuer Energie und Tatendrang im Januar wieder starten, werfen wir in der letzten Ausgabe unseres Newsletters einen Blick zurück auf die Projekte, Erfolge und Erlebnisse des vergangenen Jahres. Viel Freude beim Lesen!

Luchs Thüringen – Europas Luchse vernetzen

Luchs Carlo bei der Auswilderung  (Max Kesberger)

Das Projekt „Luchs Thüringen – Europas Luchse vernetzen“ blickt 2025 auf ein bewegtes Jahr zurück. Zwei erfolgreiche Auswilderungen, Nachweise von Reproduktion und zahlreiche Bilder von Fotofallen zeigen: Der Luchs fasst im Thüringer Wald weiter Fuß. Zugleich gab es auch Rückschläge.

Im April wurde der aus den rumänischen Karpaten stammende Kuder Ionel ausgewildert, der seither im Raum Ilmenau unterwegs ist. Die bereits zuvor ausgewilderten Luchse Frieda, Viorel und Kilian haben feste Streifgebiete etabliert. Ende August folgte die Auswilderung des jungen Luchses Carlo, dessen Bewegungen bislang großräumige Streifzüge ohne Revierbildung zeigen. Traurig stimmte hingegen der Tod des jungen Luchses Baron, der nach erfolgreicher Pflege in Worbis wenige Wochen nach seiner Freilassung von einem Zug erfasst wurde.

Besonders erfreulich waren zwei Nachweise von Luchsnachwuchs im Thüringer Wald sowie weitere Jungtiere im Eichsfeld. Insgesamt leben derzeit mindestens sieben Luchse mit festen Streifgebieten im Thüringer Wald, weitere im Eichsfeld und im Südharz. Das Projekt setzt damit wichtige Schritte auf dem Weg zu einer dauerhaft vernetzten Luchspopulation. Ergänzend wurde 2025 die Umweltbildung ausgebaut, unter anderem mit neuen Angeboten für Grundschulen. 

Weitere Informationen zum Projekt „Luchs Thüringen – Europas Luchse vernetzen“

Wildkatzenwälder von morgen

Beim Einsatz im Forstamt Heiligenstadt wurde mit vereinten Kräften alter Knotengitterzaun aus dem Wald entfernt.  (Jasmin Deutschmann/BUND)

2.055 gepflanzte Bäume und Sträucher, rund 1.000 Meter abgebauter Knotengitterzaun und viele engagierte Freiwillige: Das Projekt „Wildkatzenwälder von morgen“ blickt 2025 auf ein erfolgreiches Jahr zurück. In mehreren Regionen Thüringens konnten neue Kooperationspartner gewonnen und wichtige Maßnahmen für den Schutz der Wildkatze umgesetzt werden.

Im Raum Saalfeld-Rudolstadt wurden Waldflächen mit heimischen Laubgehölzen aufgewertet, Totholzstrukturen geschaffen und artenreiche Waldränder angelegt. Gemeinsam mit dem Forstamt Sonneberg entstand zudem ein etwa 950 Meter langer, inselartig bepflanzter Streifen aus Laubbäumen und Sträuchern zwischen dem Grünen Band und bayerischen Forstflächen. Diese neuen Strukturen bieten Nahrung und Deckung für Wildkatzen und andere Tierarten.

Im Forstamt Heiligenstadt entfernten Freiwillige rund 1.000 Meter alter Wildschutzzäune, die für Tiere ein hohes Verletzungsrisiko darstellen. Auch im Stadtwald Wasungen engagierten sich Helferinnen und Helfer bei Pflanzaktionen. So entstehen Schritt für Schritt neue, strukturreiche Lebensräume für die Wildkatze.

Auch das BUND-Wildkatzendorf Hütscheroda leistete 2025 einen wichtigen Beitrag zum Projekt: Insgesamt erreichte das Wildkatzendorf über 2.500 Kinder und Jugendliche mit seinen Bildungsangeboten – darunter Schulklassenprogramme ebenso wie besondere Formate wie die “Wilden Donnerstage” und zwei Kinderbiwaks im Nationalpark Hainich. So konnten viele junge Menschen und Familien die Wildkatze als heimische Art hautnah kennenlernen. Insgesamt besuchten rund 27.000 Menschen die Einrichtung im vergangenen Jahr. So verbindet das Projekt erfolgreich praktische Naturschutzmaßnahmen mit intensiver Umweltbildung.

Weitere Informationen zum aktuellen Projekt

Netzwerke und Haselmauswälder für den Gipskarst

Geschützter Gipskarst am Sachsenstein, Niedersachsen, BUND-Gipskarstreise mit Olaf Bandt am 25.08.2025  (Felix Albertin / BUND)

Im Jahr 2025 stärkte der BUND Thüringen im Projekt „Netzwerke für den Gipskarst“ die Zusammenarbeit zum Schutz der deutschen Gipslandschaften. Ein zentraler Moment war die gemeinsame Bereisung des Südharzer Gipskarsts mit dem BUND-Bundesvorsitzenden Olaf Bandt sowie den Landesverbänden aus Sachsen-Anhalt, Thüringen und Niedersachsen. Ausgangspunkt war Questenberg, wo geplante Probebohrungen in Schutzgebieten 2024 nur durch das Eingreifen des BUND verhindert werden konnten. Vor diesem Hintergrund erneuerte der BUND seine Forderung nach einem Ausstieg aus dem Naturgipsabbau bis spätestens 2045 und positionierte sich klar gegen Abbauvorhaben im Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz.

Auch der Austausch mit der nächsten Generation spielte 2025 eine wichtige Rolle: Bei einer Exkursion setzten sich die BUNDjugend aus Thüringen und Sachsen-Anhalt mit den Folgen des Naturgipsabbaus auseinander. Parallel dazu formierte sich breiter gesellschaftlicher Widerstand. Im Oktober gingen über 1.500 Stellungnahmen von Bürgerinitiativen, Umweltverbänden und Einzelpersonen gegen die Verkleinerung von Vorrangflächen für Natur und Landschaft ein.

In Thüringen führt der BUND zudem eine Klage gegen die Erweiterung des Gipstagebaus Himmelsberg, um wertvolle alte Laubwälder zu erhalten. Weitere Abbauflächen sind in mehreren Regionen geplant oder bereits genehmigt, was den anhaltenden juristischen Einsatz und die Finanzierung der Anwaltskosten zu einer großen Herausforderung macht. Wie wichtig der Schutz dieser Landschaften ist, zeigte schließlich das Ehrenamtsprojekt „Spurensuche Haselmaus“, das die hohe Bedeutung der Gipskarstgebiete für die Artenvielfalt verdeutlicht.

Weitere Informationen zum Projekt „Netzwerke für den Gipskarst“

Weitere Informationen zum Projekt “Wälder für die Haselmaus” 

Gartenschläfer

Gartenschläfer  (Thomas Mölich)

In den Landkreisen Sonneberg, Saalfeld-Rudolstadt und im Saale-Orla-Kreis befinden sich die letzten stabilen Gartenschläfer-Populationen Thüringens. Entsprechend lag der Schwerpunkt der Arbeit 2025 erneut in diesen Regionen. Im Fokus standen konkrete Schutzmaßnahmen zur Verbesserung des Lebensraums Wald, darunter die Pflanzung frucht- und beerentragender Gehölze sowie Maßnahmen zur Wasserrückhaltung in dürregeprägten Fichtenwäldern.

Nach dem Ende des Projekts „Spurensuche Gartenschläfer“ 2024 war schnell klar, dass die begonnenen Maßnahmen fortgeführt werden müssen. Eine Anschlussfinanzierung des Thüringer Umweltministeriums bis Herbst 2025 ermöglichte die nahtlose Weiterarbeit, unterstützt durch ThüringenForst. Gemeinsam wurden 630 Wildobst- und Laubbäume gepflanzt, neun Kleingewässer neu angelegt und zwei Quellen hergerichtet. Seit Herbst 2025 können die Schutzmaßnahmen über ein ENL-Projekt ausgebaut und verstetigt werden.

Ein weiterer Schwerpunkt bleibt die europaweite Online-Meldestelle für Gartenschläfer, Siebenschläfer und Haselmaus. Über 10.000 Meldungen bilden heute die Grundlage für aktuelle Verbreitungskarten und liefern wertvolle Daten für den langfristigen Schutz der Arten.

Weitere Informationen zum Projekt 

Grünes Band

Auftakt der Arterfassung am Grünen Band  (Karin Kowol)

„Vom Todesstreifen zum Naturschutz-Mahnmal“ – mit diesen Worten wurde das Grüne Band 2025 mit der Goldenen Henne in der Sonderkategorie „35 Jahre Deutsche Einheit“ ausgezeichnet. Die Ehrung macht deutlich: Das Grüne Band ist weit mehr als ein Naturschutzprojekt. Es steht für Erinnerung, Versöhnung und Zusammenwachsen. 

Als längster Biotopverbund Europas ist das Grüne Band eine Schatzkammer der Artenvielfalt und zugleich ein Ort des Dialogs. Bei Aktionen wie der BAUMKREUZ-Pflanzung, Dreiländerwanderungen am Aktionstag Grünes Band oder zahlreichen Freiwilligeneinsätzen kam der BUND Thüringen mit Menschen aus den Grenzregionen ins Gespräch. 

Eine Anerkennung als gemischtes UNESCO-Weltnatur- und Kulturerbe würde diese besondere Natur- und Kulturlandschaft würdigen. Der BUND Thüringen hat dabei eine zentrale Rolle übernommen: Durch jahrzehntelanges Engagement wurden große Abschnitte des Grünen Bandes gesichert, ökologische Lücken geschlossen und wichtige Grundlagen für die bundesweite Bewerbung gelegt.

Zum Jahresende 2025 ging zudem das Projekt „Quervernetzung Grünes Band“ zu Ende. In fünf Modellregionen wurden wertvolle Lebensräume aufgewertet und neue ökologische und menschliche Verbindungen geschaffen. Mit dem EU-Projekt „BESTbelt“ brachten wir außerdem junge Menschen aus Deutschland und Europa zusammen, um Natur und Geschichte des Grünen Bandes gemeinsam zu entdecken und weiterzutragen.

Weitere Informationen zum Grünen Band

E-Learning-Lehrgang „Natura-2000-Manager/in“

Mit der Online-Weiterbildung „Natura-2000-Manager/in“ konnte der BUND Thüringen 2025 einen besonderen Erfolg verzeichnen. Nach dem Auslaufen der Projektförderung im Juni 2024 wurde der erste selbst getragene Lehrgang erfolgreich abgeschlossen. 39 von 45 Teilnehmenden aus ganz Deutschland absolvierten im Juni 2025 die Abschlussprüfung. Damit ist die Zukunft des bundesweit einmaligen Angebots gesichert: Der Lehrgang wird künftig einmal jährlich angeboten und über Teilnahmegebühren finanziert. Er leistet einen wichtigen Beitrag gegen den Fachkräftemangel im Management der Natura 2000-Gebiete und für den Schutz der europäischen Artenvielfalt. Seit Oktober läuft der zweite Durchgang mit 45 Teilnehmenden aus Deutschland und Österreich, der im Juni 2026 endet.

Auch in anderen EU-Staaten fehlt es an qualifizierten Fachkräften und passenden Weiterbildungsangeboten. Deshalb entwickelt der BUND Thüringen seit Oktober 2025 gemeinsam mit der rumänischen Partnerorganisation ProPark ein europäisches Bildungskonzept. Die Bundesstiftung Umwelt fördert das Projekt bis März 2027.

Mehr Informationen zum Lehrgang

Thüringer Netzwerk Landwirtschaft und Naturschutz

Auftaktreffen des „Thüringer Netzwerks Landwirtschaft und Naturschutz“. V.l.n.r.: Ute Baumbach-Rothbart, Vorstand Thüringer Ökoherz; Sebastian König, Landesgeschäftsführer BUND Thüringen; Tilo Kummer, Thüringer Minister für Umwelt, Energie, Naturschutz und Forsten; Dr. Klaus Wagner, Präsident Thüringer Bauernverband; Marcus Malsch, Staatssekretär im Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Landwirtschaft und Ländlichen Raum; Martin Schmidt, Vorsitzender NABU Thüringen.  (Kerstin Neumann)

Mit dem Start des Projekts „Thüringer Netzwerk Landwirtschaft und Naturschutz“ hat der BUND Thüringen 2025 gemeinsam mit seinen Partnern einen wichtigen Schritt zur Stärkung der Biodiversität in der Agrarlandschaft gemacht. Ziel des bis 2027 laufenden Projekts ist es, Landwirtschaft und Naturschutz enger zu verzahnen und praxisnahe Lösungen für eine nachhaltige Landnutzung zu entwickeln.

Bereits im ersten Projektjahr wurden zentrale Grundlagen geschaffen. Das Institut für Agrarökologie und Biodiversität (IFAB) erarbeitete eine umfassende Studie zur Landnutzung in Thüringen, die wertvolle Daten zur Biodiversität in der Thüringer Agrarlandschaft liefert und die Basis für die weitere Netzwerkarbeit bildet. Ein Schwerpunkt lag auf Fachworkshops, die Landwirtinnen und Landwirte, Naturschutz zusammenbrachten. Themen waren unter anderem Vielfalt im Ackerbau, Ökologie und Ökonomie des Grünlands, Förderinstrumente sowie die Potenziale der Thüringer Streuobstwiesen.

Die große Resonanz zeigt: Das Netzwerk lebt vom Austausch vieler Beteiligter und der gemeinsamen Überzeugung, dass Landwirtschaft und Naturschutz sich gegenseitig stärken können. Mit diesem Fundament blickt das Projekt zuversichtlich auf die weitere Umsetzung bis 2027.

Mehr Informationen zum Projekt 

Mitglied werden!
  • Bereits ab 60 Euro/Jahr!

  • Möglichkeit, in Gruppen vor Ort aktiv zu werden!

  • Kündigung jederzeit möglich.

  • Bereits ab 72 Euro/Jahr!

  • Möglichkeit, in Gruppen vor Ort aktiv zu werden!

  • Kündigung jederzeit möglich!

  • Bereits ab 24 Euro/Jahr!

  • Möglichkeit, in Gruppen vor Ort aktiv zu werden!

  • Kündigung jederzeit möglich.

  • Einmaliger Mindestbetrag von 1.500 Euro!

  • Möglichkeit, in Gruppen vor Ort aktiv zu werden!

  • Vorteile stehen ein Leben lang zur Verfügung.

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