05. Januar 2021 | Pressemitteilung
- Seit 2014 gibt es wieder sesshafte Wölfe in Thüringen.
- In Thüringen sind aktuell circa 25 Wölfe heimisch.
- Über das Bundesnaturschutzgesetz ist der Wolf streng geschützt.
- In der aktuellen Roten Liste Thüringen (2021) wird der Wolf als "stark gefährdet" gelistet.
- Von 109 gemeldeten Rissen an Nutztieren im Jahr 2025, wurde in 55 Fällen ein Wolf als Verursacher genetisch/ amtlich bestätigt.
Überblick
Die ersten Beobachtungen von neuen Wölfen in Deutschland gab es bereits 1996. Im Jahr 2000 wurde schließlich der erste wildlebende Wolfsnachwuchs in der Muskauer Heide in Sachsen geboren. Ein erster Nachweis der Wolfsfähe in Thüringen gelang 2014. Aktuell leben in ganz Deutschland mindestens 219 Wolfsrudel, 43 Paare und 14 sesshafte Einzeltiere in Deutschland (Stand April 2025), wobei die meisten Wölfe in Niedersachsen, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt zu finden sind. Aber auch in fast allen anderen Bundesländern siedeln sich mittlerweile wieder Wölfe an.
Wölfe sind äußerst anpassungsfähig und nicht auf unberührte Wildnis angewiesen, sie kommen in unserer Kulturlandschaft gut zurecht. Als typische Langstreckenwanderer können sie in kurzer Zeit weite Strecken zurücklegen. So ist davon auszugehen, dass sich auch in den kommenden Jahren weitere Rudel in geeigneten Lebensräumen in Deutschland ansiedeln – wenn man sie lässt.
Wichtig für die erfolgreiche Wiederbesiedlung Deutschlands durch den streng geschützten Wolf ist dessen Akzeptanz und Toleranz durch die Bevölkerung, Nutztierhalter*innen und Jäger*innen. Der Schutz von Nutztieren vor Wolfsübergriffen ist dabei von zentraler Bedeutung.
Der BUND fordert daher die vollständige Förderung von Herdenschutzmaßnahmen durch die Behörden, unbürokratische Entschädigungszahlungen bei Rissen und die Verbesserung der wirtschaftlichen Situation der Schäfer*innen, z. B. durch die Einführung einer Weidetierprämie.
Fragen und Antworten zu Wölfen
Das Wolfsrudel könnte man fast als Familie bezeichnen, denn es besteht aus dem Elternpaar und dessen Nachwuchs des aktuellen und des letzten Jahres. Ein Wolfspaar bleibt oft sein ganzes Leben zusammen. Wenn die Jungtiere alt genug sind, verlassen sie das Revier der Eltern, um sich ihr eigenes Territorium zu suchen. Dabei müssen sie oft weite Strecken zurücklegen. Die Größe des vom Rudel besetzten Gebietes hängt stark mit dem Nahrungsangebot zusammen.
Das Beutespektrum der heimischen Wölfe reicht von Reh-, Rot- und Schwarzwild über Hasen bis hin zu Mäusen und Vögeln. Gelegentlich kann es auch zu Übergriffen auf Schafe oder Ziegen kommen, wenn diese nicht ausreichend geschützt sind. Dies sind aber absolute Ausnahmen: Nahrungsanalysen in der Lausitz zeigten, dass sich Wölfe zu 96 Prozent von Rehen, Hirschen und Wildschweinen ernähren. Nutztiere machten hingegen nur rund ein Prozent der Beute aus.
Nein, durch die Verwendung von wolfssicheren Zäunen nahm die Zahl der Risse von Nutztieren in den Wolfsgebieten in den vergangenen Jahren ab. Hier muss die Politik den Tierhalter*innen aber auch finanzielle Unterstützung anbieten, z.B. zur Anschaffung von Herdenschutzhunden. Die Bundesländer sollten schleunigst Managementpläne für den Wolf aufstellen, in denen Hilfen und Entschädigungen für Tierhalter*innen geregelt werden.
Eine Bejagung des Wolfes ist in Deutschland gesetzlich verboten. Auch wenn der Wolf dieselben Tiere wie die Jäger*innen bevorzugt, gibt es Möglichkeiten für ein gutes Miteinander von Wölfen und Jäger*innen. Jäger*innen sollen einen "den landschaftlichen und landeskulturellen Verhältnissen angepassten artenreichen und gesunden Wildbestand" (Paragraph 1 Bundesjagdgesetz) erhalten, dazu zählen auch Beutegreifer wie der Wolf. Vereinzeltes Fehlverhalten bei Wolfabschüssen sollte Anlass für verstärkte Aufklärungskampagnen sein.
Der Wolf geht dem Menschen lieber aus dem Weg. Angriffe sind extrem selten, da Menschen nicht zum Beuteschema gehören.
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