ENL Gartenschläfer

Die in der Umsetzungsphase seit 2021 begonnen Schutzmaßnahmen für den bedrohten Gartenschläfer müssen dringend fortgeführt und erweitert werden, um dem Aussterben des Gartenschläfers in Thüringen entgegenzuwirken. Hier setzt das Projekt im Programm „Förderung von Vorhaben zur Entwicklung von Natur und Landschaft" an.

Hintergrund

Der Gartenschläfer (Eliomys quercinus) ist in Thüringen vom Aussterben bedroht - ohne gezielte Schutzmaßnahmen droht er, wie bereits in Sachsen, zu verschwinden.

Das bundesweite Projekt "Spurensuche Gartenschläfer" (2018 - 2024) lieferte Ergebnisse zur Biologie, dem Verhalten und der Gefährdung der Art und konnte Schutzmaßnahmen entwickeln, die dem Bilch in Deutschland - in seinen unterschiedlichen Lebensräumen - helfen und seine Bestände stabilisieren.
In den Mittelgebirgen, wo der Gartenschläfer noch ursprünglich als Waldart vorkommt, kann es sein, dass die Rückgänge ohne Bestandsstützungen nicht mehr aufzuhalten sind. 

Der BUND Thüringen wurde deswegen auf verschiedensten Ebenen aktiv:

  • Parallel zur Spurensuche wurde eine Machbarkeitsstudie durchgeführt, um die Notwendigkeit sowie die genauen Rahmenbedingungen und Handlungsoptionen für eine Wiederansiedelung zu klären. Die Machbarkeitsstudie hat die Voraussetzungen für eine Wiederansiedlung des Gartenschläfers im Thüringer Wald kritisch geprüft und bescheinigt dem Vorhaben gute Chancen.
  • Das Thüringer Umweltministerium setzte die Förderung für das Gartenschläfer-Projekt in Thüringen im Herbst 2024 fort. Dadurch konnte die Online-Meldestelle aufrecht erhalten, die Stabilisierung der Kernpopulation im Thüringer Schiefergebirge fortgeführt und die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit fortgeführt werden.

Das Projekt

Maßnahmen für die Sicherung der Populationen des vom Aussterben bedrohten Gartenschläfers (Eliomys quercinus) in Thüringen

Das hier im Rahmen des Förderprogramms zur Entwicklung von Natur und Landschaft laufende Projekt folgt den Schwerpunkten der Interimsfinanzierung und soll nun die verbleibende Lücke bis zum Projektstart der BfN-geförderten „Mission Gartenschläfer“ schließen und die Durchführung von Maßnahmen vom 01.10.2025 bis 31.05.2027 ermöglichen.

Maßnahmenschwerpunkte des beantragten Projektes sind:

  1. Aufrechterhaltung des europaweiten Online-Meldetools sowie Übertragung der Daten in die Bilchdatenbank und Betreuung sowie Schulung der Verifizierenden der Online-Meldestelle von Thüringen aus
  2. Fortführung der Stabilisierung der Kernpopulation im Thüringer Schiefergebirge auf Grundlage der im Vorfeld vorbereiteten Maßnahmen, Fortschreibung des raumbezogenen Maßnahmenplans
  3. Förderung von potenziellen Reliktvorkommen im Thüringer Wald: Aufwertung von Waldlebensräumen in Kooperation mit ThüringenForst AöR und privaten sowie kommunalen Waldbesitzern, Durchführung und Fortschreibung des vorbereiteten Maßnahmenplans
  4. Begleitende Öffentlichkeits- und Pressearbeit sowie Netzwerkbildungen insbesondere regionalisierte Öffentlichkeitsarbeit unter Einbeziehung lokaler Medien, Vorträge mit Diskussionen vor Ort, Fertigung von Tafeln/ Schildern zur Erläuterung von Maßnahmen vor Ort, Kooperationen mit Schutzgebietsverwaltungen und anderen Akteuren im Bereich Umweltbildung.

Alle durchgeführten Maßnahmen behalten eine potenzielle Bestandsstützung der Art durch Ausbringungen von Gartenschläfern im Thüringer Wald im Blick. So dienen die umzusetzenden Schutzmaßnahmen einer Stabilisierung der Kernpopulation im Thüringer Schiefergebirge. Aus dieser könnten trächtige Weibchen entnommen, in Gefangenschaft zur Reproduktion gelangen und die Jungtiere im Thüringer Wald wieder ausgesetzt werden.
Die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit soll gerade in der potenziellen Ausbringungsregion "Thüringer Wald" darauf ausgerichtet sein, den Bekanntheitsgrad des Gartenschläfers weiter zu steigern, umzusetzende Schutzmaßnahmen zu flankieren/ deren Akzeptanz zu steigern, Interessenskonflikten vorzubeugen sowie die Nutzung der Online-Meldestelle zu bewerben. 

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