Landesverband Thüringen e.V.
Landesverband Thüringen e.V.

In welcher Welt wollen wir leben?

Unserere Leistungsgesellschaft scheint immer weniger geeignet, den Herausforderungen unserer Zeit zu begegnen. Bei der Bewältigung der Pandemie kam unser Wirtschaftssystem an seine Grenzen. Die großen Krisen stehen uns mit dem Verlust der Artenvielfalt und dem Klimawandel jedoch noch bevor. Wir können nach der Corona-Pandemie nicht einfach weitermachen wie bisher. Unsere Gesellschaft bedarf eines grundlegenden Wandels.

Der BUND fordert

  • Aufnahme des Prinzips der Nachhaltigkeit in die Thüringer Verfassung!
  • Jährlich zu beschließender Klimaschutzplan mit konkreten Maßnahmen!
  • Energieverbrauch senken und Erneuerbare Energien schneller als bisher ausbauen!
  • Netzwerk der Natura 2000-Stationen stärken und wertvolle Lebensräume wie die Südharzer Gipskarstlandschaft erhalten!
  • Agrarförderung muss sich an verbindlichen und messbaren Zielen für Umwelt-, Natur-, Klima- und Tierschutz orientieren!
  • Naturschutzgerechten Bewirtschaftung des Waldes mit natürlichen Baumarten und langen Umtriebszeiten!
  • Gewässer schützen und Auen als Lebensadern entwickeln!
  • Klimagerechte Mobilität für alle, mit guten Löhnen, Anbindungen und Taktungen!
  • Flächenverbrauch stoppen!
  • Mit Digitalisierung zu mehr Nachhaltigkeit!

Jahresbericht 2020

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Umwelt- und Klimaschutz sind untrennbar mit sozialer Gerechtigkeit verbunden. Um ein tiefgreifendes Umdenken in Wirtschaft und Gesellschaft anzustoßen, bedarf es klarer Forderungen. Im Rahmen unserer Mitgliederversammlung 2021 haben wir unsere Forderungen für eine Sozial-Ökologische-Transformation verabschiedet.

Die Corona-Pandemie stellt die Wirtschafts- und Sozialsysteme auch in Thüringen vor große Herausforderungen. Konjunkturprogramme zur Rettung von Existenzen und zur Wirtschaftsförderung sollen die schlimmsten Folgen abmildern und einer Rezession entgegen wirken. Gleichzeitig jedoch stellen sich in dieser Krise viele grundsätzliche Fragen zu unserer Gesellschaft neu. Wirtschaftswachstum allein ist kein Selbstzweck. Die Konjunktur-Programme dürfen nicht nur das Ziel verfolgen, Thüringen wieder 'hochzufahren' und den Zustand vor der Krise wiederherzustellen. Mit den Konjunkturpaketen werden die Weichen für die nächsten Jahrzehnte gestellt. Die Maßnahmen dürfen daher nicht nur wirtschaftspolitisch sinnvoll sein, sondern müssen dazu beitragen diese Gesellschaft gerechter, gesünder, ökologischer und widerstandsfähiger gegen Krisen zu machen. Sie müssen die Menschen, so gut es geht, vor dem Absturz in die Armut bewahren, und die, die bereits in Armut sind, vor dem Fall ins Bodenlose. Wir fordern daher, dass ein Konjunkturpaket vor allem die sozial-ökologische Infrastruktur als das Fundament der gesellschaftlichen Resilienz stärken muss. Dies kann nur im Kontext einer 18 nachhaltigen Entwicklung in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens gelingen.

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1. Nachhaltigkeit als Zukunftsthema für Thüringen

Nachhaltige Entwicklung bedeutet, so zu leben, dass es nicht zu Lasten von Menschen in anderen Regionen der Erde oder zukünftiger Generationen geht. Das Prinzip der Nachhaltigkeit gehört in die Thüringer Verfassung.

2. Klimaneutralität bis spätestens 2040

Thüringen ist trotz des ersten Klimagesetzes in den neuen Bundesländern weit davon entfernt, die Pariser Klimaziele zu erreichen. Ein jährlich zu beschließender Klimaschutzplan muss kontinuierlich konkrete Maßnahmen festlegen.

3. Dezentrale Energiewende

Die Energiewende kann nur gelingen, wenn der Energieverbrauch gesenkt und die Erneuerbaren Energien schneller als bisher ausgebaut werden. Es gilt, jedes Thüringer Dach für die Gewinnung von Sonnenenergie zu nutzen.

4. Artensterben stoppen – Naturschutz stärken

Der Verlust biologischer Vielfalt in Thüringen ist längst nicht gestoppt. Das Netzwerk der Natura 2000-Stationen
muss gestärkt werden und wertvolle Lebensräume wie die Südharzer Gipskarstlandschaft sind zu erhalten.

5. Bäuerliche, pestizidfreie- und gentechnikfreie Landwirtschaft

Agrarförderung muss sich in Zukunft an verbindlichen und messbaren Zielen für Umwelt-, Natur-, Klima- und
Tierschutz orientieren. Agrarchemie und Überdüngung müssen gestoppt und Ökolandbau gefördert werden.

6. Neue Waldstrategie für Thüringen

Die Gemeinwohlleistungen des öffentlichen Waldes muss über den Interessen der Holzwirtschaft stehen. Dazu bedarf es einer naturschutzgerechten Bewirtschaftung mit natürlichen Baumarten und langen Umtriebszeiten.

7. Gewässer schützen und Auen als Lebensadern entwickeln

Die Wiederherstellung und der Erhalt natürlicher Gewässerstrukturen sind zentrale Aufgaben. Es bedarf durchgängiger mindestens zehn Meter breiter Uferrandstreifen ohne ackerbauliche Nutzung, ohne Düngung und Pestizide.

8. Verkehrswende für umweltverträgliche Mobilität

Wir brauchen eine klimagerechte Mobilität für alle, mit guten Löhnen, Anbindungen und Taktungen. Dem Ausbau des ÖPNV ist Vorrang vor dem Straßenbau einzuräumen. Klimaschädliche Investititionen sind dagegen zu streichen.

9. Flächenverbrauch stoppen

Es darf kein neuer Flächenverbrauch stattfinden, ohne dass an anderer Stelle versiegelte Flächen in gleichem Maße entsiegelt und renaturiert werden. Dahingehend gilt es, den Landesentwicklungsplan zu überarbeiten.

10. Mit Digitalisierung zu mehr Nachhaltigkeit

Digitalisierung darf nicht zum Raubbau von Rohstoffen führen. Dafür braucht es transparente Lieferketten. Open-Source- Software ermöglicht lange Nutzbarkeit von Geräten in Verwaltung und Unternehmen.

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