Landesverband Thüringen e.V.

3% fürs Klima - BUND Thüringen fordert Klimaschutzgesetz

07. Dezember 2009 | BUND, Klimawandel

Erfurt. Der BUND Thüringen fordert anlässlich der heute beginnenden Klimakonferenz in Kopenhagen einen verbindlichen Klimaschutzplan für Thüringen. Per Gesetz soll sich der Freistaat dazu verpflichten, den CO2-Ausstoß in Thüringen um 3% pro Jahr zu reduzieren. „Klimaschutz braucht Verbindlichkeit“, forderte Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen. „Ohne ein Klimaschutzgesetz verpuffen alle Ankündigungen zur Reduktion der Treibhausgase wie heiße Luft“.

Mit rund 8 Tonnen CO2-Ausstoß pro Kopf und Jahr nur für die energiebedingten CO2-Emissionen liege der Ausstoß klimaschädlicher Gase in Thüringen immer noch viel zu hoch. „Wir müssen weltweit den Pro-Kopf-Ausstoß auf 2 Tonnen Pro Jahr beschränken, wenn wir erreichen wollen, dass die Erderwärmung nicht um mehr als 2°C ansteigt“, erklärte Hoffmann weiter. Die Treibhausgasemissionen in Thüringen hätten sich vor allem in den ersten fünf Jahren nach der Wende wegen des Zusammenbruchs der Industrie zwar drastisch reduziert. Seit Mitte der 90iger Jahre seit aber keine deutliche Reduktion mehr erfolgt. Die industriebedingten Treibhausgasemissionen seien sogar ansteigend. Bisher sei es in Thüringen nicht gelungen, das Wirtschaftswachstum vom Ausstoß der Treibhausgasemissionen zu entkoppeln.

Deshalb fordere der BUND Thüringen einen gesetzlichen verbindlichen Klimaschutzplan, in dem jährlich Maßnahmen zur Reduktion der Treibhausgase um mindestens 3 % festgelegt seien. Durch Einführung von Klimaschutzbudgets für die einzelnen Ministerien sei jedes Ressort zu verpflichten, jährlich seinen Beitrag zum 3%-Ziel ein zu bringen. Neben dem im Koalitionsvertrag angekündigten „1000-Dächer-Programm Photovoltaik“ müsse auch die Förderung der Solarthermie verbindlicher Bestandteil des Klimaschutzplan werden. Die Förderung der energetischen Sanierung von Gebäuden müsse ebenso Bestandteil des Klimaschutzplanes werden, wie die Erleichterung der Installation von Solaranlagen auf Gebäuden. Im Verkehrsbereich sei durch die Förderung des ÖPNV und von Car-Sharing-Angeboten eine Trendumkehr beim CO2-Ausstoß ein zu leiten. In Land- und Forstwirtschaft sei der Ausstoß von Treibhausgasen durch die Förderung extensiver Landnutzungsformen und das Verbot von industrieller Massentierhaltung zu begrenzen.

„Wir dürfen nicht nur nach Kopenhagen blicken, sondern müssen selbst hier in Thüringen unsere Verantwortung für den Schutz des Weltklimas wahrnehmen“, sagte Hoffmann. „Hier ist die Landespolitik ebenso aufgefordert zu handeln, wie jeder einzelne Bürger im Freistaat.“ 

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