Landesverband Thüringen e.V.

3% fürs Klima

12. Dezember 2015 | Klimawandel, Mobilität, Energiewende

BUND Thüringen fordert Klimaschutzgesetz und protestiert gegen Weltklimavertrag

Erfurt. Der BUND Thüringen protestiert gegen die schwachen Ergebnisse des Weltklimagipfels in Paris und fordert einen verbindlichen Klimaschutzplan für Thüringen. Per Gesetz soll sich der Freistaat dazu verpflichten, den CO2-Ausstoß in Thüringen um 3% pro Jahr zu reduzieren."

Die Ergebnisse der Verhandlungen in Paris reichen zum Schutz des Weltklimas nicht aus", sagte Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen. "Klimaschutz braucht Verbindlichkeit. Deshalb fordern wir ein Klimaschutzgesetz für Thüringen. Ohne gesetzliche Verbindlichkeit verpuffen alle Ankündigungen zur Reduktion der Treibhausgase wie heiße Luft".
Mit mehr als 9 Tonnen CO2-Aquivalenten pro Kopf liege der Ausstoß klimaschädlicher Gase in Thüringen immer noch viel zu hoch.

"Wir müssen weltweit den Pro-Kopf-Ausstoß auf weniger als 2 Tonnen pro Jahr beschränken, wenn wir erreichen wollen, dass die Erderwärmung nicht um mehr als 1,5°C ansteigt", erklärte Hoffmann weiter. Er kritisierte, dass der Rückgang der Treibhausgasemissionen in Thüringen viel zu langsam erfolge. Bis 2020 solle sich der Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase nur um 10% gegenüber dem Stand von 2011 verringern.

"Wenn wir beim Klimaschutz nicht endlich auf die Tube drücken, werden wir dramatische Veränderungen des Klimas nicht mehr aufhalten", sagte Hoffmann. "Schon heute sind viele Menschen, die bei uns Schutz suchen, aus ihrer Heimat geflohen, weil die Folgen des Klimawandels ihre Lebensgrundlagen zerstört haben.

"Deshalb fordere der BUND Thüringen einen gesetzlichen verbindlichen Klimaschutzplan, in dem jährlich Maßnahmen zur Reduktion der Treibhausgase um mindestens 3 % festgelegt seien. Durch Einführung von Klimaschutzbudgets für die einzelnen Ministerien sei jedes Ressort zu verpflichten, jährlich seinen Beitrag zum 3%-Ziel ein zu bringen. Die Förderung der energetischen Sanierung von Gebäuden müsse ebenso Bestandteil des Klimaschutzplanes werden, wie die Erleichterung der Installation von Solarthermie- und Fotovoltaikanlagen auf Gebäuden. Im Verkehrsbereich sei ein Tempolimit auf Autobahnen und die Förderung des ÖPNV unverzichtbar, um eine Trendumkehr beim CO2-Ausstoß ein zu leiten. In Land- und Forstwirtschaft sei der Ausstoß von Treibhausgasen durch die Förderung extensiver Landnutzungsformen und das Verbot von industrieller Massentierhaltung zu begrenzen.

"Wir dürfen nicht nur nach Paris blicken, sondern müssen selbst hier in Thüringen unsere Verantwortung für den Schutz des Weltklimas wahrnehmen", sagte Hoffmann. "Hier ist die Landespolitik ebenso aufgefordert zu handeln, wie jeder einzelne Bürger im Freistaat." 

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