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Ausweitung der Schalenwildjagd aus Sicht des Naturschutzes notwendig - BUND Thüringen stellt "jagdpolitisches Diskussionspapier" vor

01. September 1993

"Vor dem Hintergrund einer nach wie vor zu hohen Schalenwilddichte ist die Jagd aus Sicht des Naturschutzes auch weiterhin unverzichtbar!" So heißt es in dem heute veröffentlichten "Jagdpolitischen Diskussionspapier", in welchem sich der Landesverband Thüringen des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland grundsätzlich mit der Bedeutung, der Zielstellung und mit den Mängeln der Jagdausübung in Thüringen befaßt.

Auch zwei Jahre nach Einführung der neuen jagdlichen Organisationsformen in Thüringen und trotz der kürzlich vom Ministerium für Landwirtschaft und Forsten verkündeten positiven Abschußbilanz könne in Sachen Schalenwilddichte noch lange keine Entwarnung gegeben werden. Die im Jagdjahr 1992/93 erzielten Ergebnisse bei der Rot- und Rehwildreduzierung seien nur ein erster Schritt in die richtige Richtung, welcher konsequent weiterverfolgt werden müsse.

Unter Anspielung auf die vom Landwirtschaftsminister Sklenar vorgeschlagenen Wildbestandszielgrößen fordert der BUND Thüringen, daß nicht vorschnell Eckdaten fixiert werden sollten. Die Intensität der Bejagung sollte sich nach Ansicht des Umweltverbandes vielmehr immer am Vegetationsbestand orientieren.

"Besonders gravierend wirken sich die Wildschäden im Kleinprivatwald aus. Die wirtschaftlichen Verluste sind hier stellenweise trotz großzügiger staatlicher Zuwendungen kaum noch ausgleichbar", so Frank Henkel, Landesvorstandmitglied des BUND Thüringen.

Weiterhin müsse die Kontrollpflicht der Unteren Jagdbehörden bei den Landratsämtern stärker als bisher wahrgenommen werden. Verstöße gegen rechtliche Bestimmungen des Naturschutzes seien im Rahmen des Jagdbetriebes in letzter Zeit immer öfter zu registrieren. Dies betreffe vor allem die Anlage von Wildäckern auf gesetzliche geschützten Flächen wie Feuchtwiesen und Trockenrasen sowie die Anfütterungen ("Kirrungen"), die nicht selten zu regelrechten Abfallbergen ausuferten. Hier sei eine stärkere Überwachung dringend vonnöten. 

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